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Full text of "Neue Zeitschrift fuer Musik 1849 Jg16 Bd31"

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XX en e 



titfättft fSr 




9t c b i g i r t non 



J t a n } r t n t> f l 
unter SBtiimitf ttttg tn>n ft niiftlcrn nn* &unftfrcun><*tn 



Stgiunbtt Den 
Robert ö tl] u m a n n. 



(3 uli big Bfcembet 1849,) 



Sftit fBeiträgen 



MB 

C Jl Örckfr iti CfijMjig, X tirrkr r in IDrc&fcnt, fc ßtrnsbarf in fripfig, X 0rtn)el in Cnpfij}, 
X Dcicfftl in fripfig, ©. FUgeL in Strttm, A. Öatljn in pari«, J). Ööfcffkr in flkhnoft, 
C&olLmitk in Frankfurt, Äh- flogen in Hamburg, C- Ali tf (cl) in 3»ifkau, ©, ftnDner in ffifrlin, 
O. Co renf in UHntrrtljur, C A. JflangoU in Daraftatot, J. TP. ÜUrkuU in fltanjig, X JAiiUtr 
in ©armftoM, J Präger in fonfcon, 3L S* Rift tu 3 in Cdpfig^ X 0* Ritter in Jltagtoburg, 
fj. ÖüttUr in Ölankfnburg, 3, a3 cl) äf frr in 3atfn, S)- Sd)tiUnb*rg in Cripfig, <ff. £ri)rt>üfr in 
fifctlin, K- Schümann in IDrfs*en p GL3L Önfftrt in ßrtjuipforta, ©. Öifbtck in ©fta, ?l], fcijrämrr 
in Botpat, 41). Mljli | in Jürgen, X tPirnt in Dmfcrn, &, TO* u. 3urraimüglia in Frank- 
furt a, JH. il Ä. m- 



fc-^ü^ 



bei 9t o b « r t griff«. 



U eu e 




*itf$rift f#r 




ÖeeaittoortUrfSer Sftebarltur: 

Srnnj SBrtttfaf* 
©munfcbreifigfkr 93anb. 



^ i. 



9tt Ufl et: 
0f©6«t Sticfe in «e{pji 0# 

3)en 1. 3u(i 1849. 



Eon Mefer 3*rtfö. eefdjeiite* toödjenllit$ 
2 Kümmern »on 1 ober 1% ©ogen. 



$ref« *e« ©ante* fc<m 52 girti. 2'/, %$U. 
3nffttioua g e6ii^rtii He ?etit|efle 2 Wgr, 



3t6omt*ment nehmen al[e¥<?ßämfer, $i<$, 
Mufti* unb ÄJiiiP^nbiun fln , an. 



31ril: Plt WiW»^ f. tnnM4. - tt 4f , - w a*» - tettfto«^^ _ nntm Qm ^ 



©« äOTiliiairimifte in granf teüfc. 

(9lo<$ Äaftnee'* Gaabbatf. *) 



Uefcer bfe @infü$tung ber äfltltiairtrümmer läfjt 
p* nic^tö ©eflimmieS fli**fagen, ^xn gebentt in- 
erft groiffatf in feiner* ©efäidjtöSü^ern fcri ©elcafiu 
$dt beS ßinjugä ßbuatbä III, in Calais am 3t*n 
ttuguft 1347, ttenn gtnd& äKi<$aub in fein« ©e= 
föi^te ber Äteujgüge, (eboci) c$ne ßucaenangafce, 
fdjon ben Äteujfa^rern bie frommet als Ärifgäinffru; 
ment fceileat 3n einem ton ©iiittautne be 2Raa)anU 
(1284 — 1570) emnponitten ©efang (9CTfat.) merben 
Xi-ammel unb $oru afS ^nfaumente ber Batacenw 
atfo nientaliförn Uifprung« 6ejeit$net, ©leiten Ud 
förmig Ijat, bem tarnen nad), ««^ tit sßantt, am 
fang« nacaire (bon ftaffaia) genannt, bann Kum- 
pan unb enbli<$ Sim&afe. ^n feinem Sefcen Sub 

Sl B§ . V 1 L 'L* a6rU ® U Ö" (MiM) beS fueArtaie* 
«atme tet frömmeln unb Raufen **). $ n SctWtM 
gen iuat 1457 bie $aufe no<$ unfcefannt; beim in 
fan« @eföi<$te Springen* fÜ>( ^attx 33en*it tri 
Vibgfnlcit be* gtfitijenben einjug* ber tingaiif^en 



* .T2 T 7 m P* nii **< oicarits et aJiis limilibu instrumeDÜs 
hornbÜJler resambaul. 



««tanbtMatt, bip* »,(<$< bet Äon i fl arftW#rw ,„ 
M»>da»H um bie««nb SKagbarenenB , % Atn 
Äflri« VII. »«, 8fr«„fr«4 m„6, ii„ f alt (£6™ f 
«n, »onn rt 6ngl: „Kirmatö i w &i „ to(tt(n l^ 
^auttn gruben luorbrn, bie fi t (Nt UnaaraV X 

«^I»»8 je 9 Ä8m8 «buatb »on Snlfanb 13 47 
na^ b« UiU«itxrfun 9 bei Stabt KaTai« mit brt *8- 

fo ja^I ( D f R a«mmct«i, Stemmern, ^ on r m unb jg^ 

«fi. . .m da«» 1SM aeri^Kt et, b«§ fie tefenbet* 
met» U tb. 8 8 ««f„ „^ bie ^ettlidle SJirfJng "et 
^aflenben unb ^upfenben Stielen unb gratinen 
moiu anbete JBpWntt auf pfeife«, ©^armeien «„b 
Raufen ,6t $anbwetf topf« temfitten m u f t( „, SS 
ba 6 „um ©et6n unb @ t Jm m Han g ; b„ 8 t J tnu ' 6 g 

f^ön unb Iie6li($ anauböten loat. 

©fefe angefubtttn ©telTen 9 eSen ungefaßt einen 

ab utr^en Snfltumenten, bie Ä u einet «,| KHiilfe. 
muftt benugt metbtn motten. D6 9 retifi (6« % nait 
bamaW bem Mnfdjein na*, n^tZuaSl 

JJW *«H VI. i« »tttl« i(t, worin bfl SSet- 

faff«, Sobann Öefeate, « m auf et Wfmi 6 , ' 

»abnu« fl tebaMm Bei « a (a««t UiS «««'= 
8 .bmbt» Sßa^t bettaflt, baß »,*,*( b« ^Jg 



on fwnfjtg taufenb beifammen, ju iljtet StgSfcung 
bo<$ gat wenig ^nfltummte im Saget gewefen. $olje 
4?ettföaften, gutfien unb glittet hielten iljte feietli* 
$en (8ms unb Shttijiige, itnb felbjl bann, wenn fte 
auf ftiegetifdje Unternehmungen ausgingen, jhtä uns 
tet Begleitung oon ©pielleuten, bie ft<$ afletlei 3" 3 
fhumente unb oorjiiglicty bet breifaitigen dlubebbe 
(Rebec^ bebienten. ©o führte Äatt VIII., alö et 
1494 feinen Ätiegäjug nac$ 9teapel antrat, feine 
ÄapeOe tet fic$. 5118 bei einet $proceffion, bie et ju 
SBiterbo §ielt, bie franjofiföen ©finget mit bet ita* 
lienifdjen ©eifilid^feit um bie SBette ju fingen anljus 
Ben, festen fogleidfc ffimmtlidje ©pielleute ein unb ars 
Beiteten baju au% SeiMfraften. ©<$on bamalS fü§r* 
ten toiele grofje fetten beflaßte SWujifbanben im ©e* 
feige. 51« am 18ten ©ec. 1498, etja^lt 83rantome, 
ßfifar ©orgia ju einet Swfammenfunft mit Subs 
toig XII. feinen Sinjug in (Seinen fyelt, entfaltete et 
fcen ganjen Spomp eineö glanjenben ©eleitS, in weis 
<$em btei ©pielleute (menätriers), baoon jwei mit 
Raufen »erfetyen waten, unb einet mit bet Stubebbe, 
weld^ fertige in biefet 3*it in grofjem 83rauc§ wat, 
fcaju »tet Ztompeter unb (Slarinblafer, aßefammt in 
eitel ®il6et angetan, unb liegen in einem fett tyte 
ÄBetfjeuge erflingen. 

Su6 Italien brauten bie franjßtfföen Witter bie 
©itte mit jutüdf, in intern ©elette eine SWuflfbanbe 
ju fügten. ©Ott wat längfl f$on bie SBi$tigteit 
fcet muftfaliföen ^nfltumente 311t Sitzung unb 5tns 
»tbnung ton Stuppenbewegungen anetfannt, wenn 
auc$ etfl jut 3<it bet SWebiei ton ©eföic^tfdjteibetn 
fcaoon 3eugni§ gegeben Wttb. ©c§on lange, betid&s 
tet 3Wac<$iaoel, finb bie italienifäen Stufen batin 
Jewanbett, but$ oetföiebenattige $anb^abung bet 
SKrommel mehrerlei befttmmte gelbjei<$en alfo ju bes 
mt^en, bafj fle fi($ in i^ten Bewegungen banaefc ju 
rieten wiffen. ©ie Sonbottieri waten bie erffen, bie 
fld? ju folgern 3»** bet Stommet in Segleitung bet 
pfeife bebienten. ©ie ©olbaten, fagt et fetnet in 
feinet ÄriegSfunft, muffen f?c§ nac$ bem gatynbric§ 
listen, unb biefet na<$ ben Srommelfignalenj benn 
wenn bie Srommelfötager wotytgeübte £eute finb, fo 
fann man mit &e$t behaupten, ba§ fle e$ finb, 
weldje ®<§ritt unb Xtitt be8 ganjen Raufen« lenfen, 
in fofet? jeber 6injelne gehalten ift tynen ju folgen, 
auf bafj gute Dtbnung gehalten unb fein ge$l bes 
ganzen wetbe (2te* 83u<$, Aap. 12). 3u 3«tlino , 8 
Seiten waten trommeln, trompeten unb auc^ anbete 
3nfhumrnte in allgemeinen 83tau$; benn jwifc^en 
jwei einanbet gegenübetfle^enbtn ÄtiegSfc^aaten , bes 
ti^tet et, »fltbe e8 o^ne bie befonbete Stufmuntetung 
knt^ fol^e Snfltumente nie jum Angriff fommen. 
SDiefe Sitte toat in allen öanbrtn äbli$ grwotben, 



unb jebeö Bereicherte, »ertooflfommte feine SKufifbans 
ben bur(^ Sntle^nung r\aä) bem ©eiffiele anberet. 
©0 feta$ten bie ©d^weijet {Querpfeife unb Xamfeou* 
tin nac^ gtanftei^j na$ (Siniaen untet ßranj I„ 
nac$ anbeten, jebod^ o^ne ©ewapt, fc$on untet fiubs 
wtg XI. 3" ä«n™qutn'$ etgBftli^em oietfltmmigen 
©iegeölieb übet bie <Sd)laä)t oon SWatignan, ba$ in 
bet ©ingafabemie beö gtitfien oon bet SJloöfowa fo 
tteffli<$ auögefü^tt warb, fielen pfeifen unb Storni 
mein eine ^aufttoßej fte waten ju jenet Seit folgs 
lid) fd^on im ftanjöfifd^en $eere übli^. ©ie ©enens 
nung gifte fott »om ©d^weijet Dbetflen Sßfyffct ^et= 
rösten, bet bei SJtatignan baö ^nfintment in feinem 
Stegimente fü^ttej butfte aber wo^l ti<$tiget vom 
beutf^en SBott pfeife obet pfeifet abjuleiten fein. 
JRabelaiö nennt eö ^Jifte, wie ^auftg in ©übbeutfdfc* 
lanb Reifet gefagt witb. S^oinet Slrbeau (Slnagtamm 
ton ^e(^an Xaboutot) gieH in feinet Dtc^efegtap^ie 
ton ^a^te 1589 eine genauete Sefc^teibung unb 2lb« 
btlbung aflet im feanjoftf^en ^eete bamald gebtäuefc 
ticken Qnfhumente, alö JBuccine unb trompete, 3i" s 
fen unb (Statin, ^otn unb ßotnet, glJte, pfeife, 
glageolet, Stommel u.bgl.m., „infonbet^eit aber be* 
tegte Stommel'^ bie Weitetpaufe füfctt tx untet bem 
Stamen : ^etfifd^e Stommel, att ein beutfd&eS Snßtus 
ment, „beögteid^en etweld^e ©eutfd^e am ©attelfnos 
pfe ttagen /7 5 bet SDboe gebenft et als eineS Sanj= 
infltumenteS bei tänbti(^en SBetgnügungen. 

©et oftmals angeführte ©ebtaud^ üon ©ttei^ 
inflrumenten im Äriege in bamaliger 3eit betu^t auf 
int^umtid^er 9lu6legung ber Sitte ^o^er Vetren, i^re 
$>of 5 ober Äammetmufici auf ©efanbtfc^aftäteifen unb 
in i^ren Ätiegöjügen bei fic^ ju fügten 3 ba eö fl(^ 
benn einigemal etetgnete, baf fle biefelben au8 Mo* 
fem Uefcetmutfy obet jut SJet^o^nung beö jiittmenben 
geinbeS bei Belagerungen wa^renb beö Äam^feS ^ers 
auSforbernb auf ben angegriffenen SBäßen unb ge* 
flungSwerfen ^u San3 auffpielen liegen, toie baö u. 51. 
SBtantome 00m SDberfien ©ouffier t>. ffionniöet in 
©anctsg)a berietet, al3 ^erjog ?llba gebto^t ^ats 
te, bie ©tabt, wenn fte fid& nid^t etgebe, in jwei £as 
gen ju etflutmen. 93on feinet Sanbe inbe§, bie nur 
au8 fe^S ©eigetn beflanb unb wa^renb beö angriff« 
unauf^ortid^ preisen mufjte, mag bem geinbe unter 
bem Ätiegögetummel wenig ju D^ten gefommen fein. 
©0 etja^lt ©tammont, ba§ bei bet Selagetung oon 
Setiba 1647, ßonbe'S Sanbe oon 24 ©eigern bem 
Regiment S^ampagne, ba8 Sefe^l et^ielt, am gellen 
Sage bie Saufgtaben ju etäffnen, mit flingenbem ©ais 
tenfyiel ootange^en mufjte, alä wenn e€ jut $o$jeit 
ginge, bemetfenb: womit e« jebo$ nut auf Sßexijil)* 
nung bet geflung unb i^te« ©outetneut« abgefe^en 
wat. /,©iefet abet, etjfi^lt ©taf ©tammont weiter, 



gaS unl ju biefer ^c^jritmußt ben $anj. Stuf ben 
9luf „jur äJtauer!" fragte urpl8fclic$ ein furchtbarer 
jtanonrns unb SOTuSfetenbonner auf und $erab, unb 
burc$ einen wütt)enben Sluäfatt be8 gfeinbeä würben 
Wir 6td auf unfere ^auptnjaa^e jurütfgejagt. £ag8 
barauf überfanbte ©on ©regorio ©riee burdj einen 
Srompeter bem ^rinjen ©efroreneä unb grüßte 
|um ©anf für bad ®tänbc§en, mit bem S3ebauern, 
baß er baffetbc nidjt mit ©eigenfpiet erwibern fonnej 
juglrtdj aber mit ber 83erfic$erung, ba§ wenn bie SWus 
fif , bie er und aufgefpielt, @r. §o\)eit angenehm ge* 
wefen, er fidj Beeifern werbe, unö fo tauge bamit aufs 
guwarten, atö wir bie Rctye ber ßeflung mit unferer 
©egenwart beehren würben; waö biefer Sifenfreffer 
benn auc$ fc über alle äftaajjen wirffam bewerffiel* 
ligte, ba§ wir uläbatb mit grofjem (Schaben abjieljen 
mufjten." Solcher totten 3«9* fommen in ber Ärieg^ 
gefdjidjte beä löten unb 17ten 3a^. mete cor. 

©er ©ijinbetn ober ©eefen gebenft S^oinot Sir* 
Uau nic^t, wofyt aber fein 3<itgenofie ©rantome. 
,,©en beutfdjen Ferren unb Heerführern, berietet er, 
jieljt fletd ityr (S^mbetfdjtäger üoran, wie ba3 unter 
anberen auä groger Sßraljlerei namentlich ber flofje 
greiljerr ©o8ne (»on ©otyna) tfyat, bem ber tapfere 
§r. to. ©uife aber bie greube toerbarb unb ju gro§er 
©emütfyigung bie ©inger ju (Sdjanben fällig, alfo 
bafj ber Ätang tterftummte." ÄBnig hinten &on Ras 
»arra, Söater ^cinric^ö IV., aljmte eö ben ©eutfe^en 
naety. „$$ fafy biefen großen Äonig, erja'fylt bers 
felbe ©rantome, e$ ben ©eutfe^en barin gleicty ttyun, 
ba er ©enerattieutenant ÄarlS IX. war, unb eä war 
gar fdjon anjufefcen auf feinen ßriegöjügen, wenn 
baä flingenbe (Spiet ifym voranging, waä un8 öiet 
Vergnügen unb auf bem ItRarfdj grofje Erleichterung 
gewahrte. 6r fyatte, wie eß tyie§, bieä Älangwerf jeug 
»om ^erjog ton (Saufen jum ©eföenf ermatten." 
D6 tyier nidjt Raufen gemeint finb, lagt fid^ jwar 
nidjt ermitteln, aber auc$ fetyr wotyl annehmen, bafj 
eS wirflidj ©eefen gewefen, ba biefe nidjt minber üon 
früty fyer, nac$ gorfel'ö 3nigni§, bei ben Surnieren 
ber beutfdjen Ritter in ©ebraudj ftanben. >2tuä ber 
ort, wie ©rantome barüber berietet, la§t fldj ents 
nehmen, bag bie Seden fcBdjfi fetten bei ben Gruppen 
anzutreffen waren, ba^er benn ßaborbe, ber ju 3«ten 
Äubwtgö XV. lebte, mit fliegt Don i^nen fagen fonnte, 
ba§ fle unter biefem Äönig tx\\ in bie ä^ititairmuflf 
aufgenommen würben, ©eibe, Raufen unb ©eefen, 
lote au$ bie JDboe unb fafl ade anbere ©ereic^erum 
gen ber SJtititairmuflf würben üon ben ©eutfdjen ent? 
te^nt, unb etwa um biefelbe 3eit üon ben Snglänbern 
bie Sacfpfeife (Cornemuse) unb uon ben ^Siemontefen 
ber fteine ©ubetfaef (Musette), ©ie Oboe war in 
firranfreid? fc^on ju S^oinot ärbeau'ä 3citen befannt, 



aber nic^t alö ÄriegÄinflrumeitt. 9LU fcl^ed warb 
ed erfl furj t?or Subwig XIV. übtid^; bie ©c^almrf 
war eä nie. 83or biefer $tit ift auc^ Dom ©ebrauc^ 
ber Raufen feine ©pur tor^anben. 8tt« aber einige 
biefer ^nfhumente ben ©eutfd&en abgenommen wur* 
ben, burften bie franjöfifdjen Weiterregimenter, bie fle 
erbeutet Ratten, folc^e at« Äriegötrop^aen führen, unb 
nur fte au^fc^lie§lic^. (Spater erflrecfte ftd§ biefe ©e= 
fugnifj auf bie ^auötruppen beä Ä8nig8- mit «u8s 
f^fu§ ber STCuäfettere, unb augna^mdweife auf einige 
anbere Regimenter, ©ie ©ragoner führten feine, ba« 
Regiment beä Dberflen Sabretedje aufgenommen, wet 
^eö bei einem gtanjenben ^anbflreic^ jwet ©aar et* 
oberte unb eind baoon oom ÄBnige jum ©efa^enf ers 
fyelt, eine Stuöjeic^nung, bie bem Regiment auc$ uns 
ter ben Rac^fotgern beö genannten Dberflen toerblie6. 
©tan träte, wie auf bie ga§ne, au$ auf bie Raufen 
einen befonberen Söert^j baö ge^t unter anberen auS 
Wlattat't 1691 unter bem Sitet; „bie Strbeiten b<6 
3Warö y/ erfc^ienenerÄriegöfunfl ^ertJOr, worin e3 ^eigt: 
„©er «paufenf^tdger mu§ ein $erj$after SRann fein, 
ber lieber einen e^renootten Sob im gelbe flirbt, a\9 
ben 93ertufl feiner Raufen erlebt. Sr mup einer föjs 
nen 5trmbewegung mächtig fein unb ein reineS ©e^8r 
$aben, unb nia^t minber f?c^ e8 jur befonberen greube 
gereichen taffen, feinen ^errn bei gefllic^feiten bur$ 
angenehme ©tücfc ju ergoßen. 63 giebt fein $nt 
flrument, wcld&eä einen friegerifd^eren Äfang ffatte al9 
bie «ßaufe, 3umal wenn fle bom Sone einiger Xrora. 
peten begleitet wirb. 7/ Stuf 3«gfn burd& ©egenben, 
wo ben $aufen ein Schimpf anget^an werben fonnte^ 
jogen öier Reiter mit öorge^attenem ©arabiner toor= 
anj fo auc^ im ©efedjt. ©ewB^ntic^ waren fle mit 
reidjjberjierten, golbgeflieften ©eefen üerfe^en. 

Rac$ «ßater ©aniefö ©efd^ic^te ber franjoftfäen 
SWitij ^atte jebe Reitereompagnie einen Trompeter, ber 
bie ßiör^e beä ßberflen trug unb fletö ben Rittmeu 
fler begleitete, üon bem er fic$ nic^t trennen burfte. 
Stu^crbem flanb bei jebem Regiment ein <Stab8trom# 
peter jur ©efäutung ber anberen. Unter ßubwig XIV, 
^atte {ebe ber üier ju ben fßnigl. ^auätruppen ge^S? 
renben Kompagnien Seibgarbe fieben Trompeter unb 
einen *ßaufeniflen; überbie* gab eö in biefer ©arbe 
noc^ tiier ^oftrompeter unb einen |)ofpaufeniflen un? 
ter bem Sitel: Trompettes unb Timbalier des plai- 
sirs; fte waren mit groger ^Jrad^t angetan; erflere 
ritten tjor be3 Ä8nig3 SBagen oorauf, teuerer hinter* 
breinj fte öertic^teten bei atten feierlichen ^anblunge» 
unb ^offefltic^feiten i^r 2lmt, oerfüubeten Äriegger* 
ftarungen, griebendfc^tüJTe u. f. w., unb folgten bem 
ÄSnig überaß auf Reifen. Sine fonigl. Drbonani 
üom Sa^e 1613 unterfagt bem ftu§ootf ben ®e^ 
brauch ber Oboe; boc$ wirb ftc^ fpater bart^un, bag 



biefeö BerBot fl<§ nic$t auf bie $au$truppen beö ÄB^ 
nig« eifhciie. ©ie im $a$re 4622 toon fiubtoig XIII. 
eingefefcten SKuäfetiereompagnien (Mousquetaires) toers 
tid&teten ben ©ienfi oBiued^felnb ju *ßferb unb ju gufj 
unb führten trompeten, h>ie au$ trommeln unb 
Querpfeifen. 5118 itynen 4663 trompeten «nb Quer* 
pfeifen abgenommen unb bur<§ ©Böen erfejjt trurben, 
ritten fte nad§ bem Srommelfd^lag, ttjaö alö eine 
grofje Neuerung Betrautet tourbej t^re trommeln 
itaren toon fleinerem Umfange al8 bic Beim ßufjtoolf 
iiBlic^en, unb, trie ein äfitgenoffe Bemerft, frei anbe= 
ten ©djtagmanieren auc§ luftiger im £onj 4665 
fjatte jebe Gompagnie beren fünf neBft brei IDBoen, 
fpäter fe<$ä unb toier ©Böen. @$on bie früher reis 
tenben 2IrqueBuftere foüen Stummeln geführt ^aBen, 
aBer auc§ trompeten, tuorauä aBjunefymen, ba§ fie 
eBenfattä bügelten ©ienfl üerri^teten, ju Sßferb unb 
ju gufj. ©ie SWuöfetterc roatcn bemnacty bie erften, 
bie nad) ber Trommel ritten, ©ie £unbert = <Sc§nKi* 
jer ÖeiBcompagnie fyatte, wie bie fBnigl. ©arbe, brei 
trommeln unb eine Querpfeife, flanb »renn ber ÄBs 
itig jur äfleffe ging toor ber Äapefle aufgeteilt, unb 
Begleitete i^n Hingenben ©pielö Biä ju feinem Sets 
■flutte. 9tud? toStyrenb be8 ganjen Mcte& beö 93efuc$8 
unb ber Serüfyrung ber Äranfen, tüetdjeä jnm Sflal 
im 3a$xt, ju SDfiern unb SBet^nadjt nac§ bem QlBenbs 
matyl toon bem Äßnige toerüBt warb, mußten bie 
<3c§tt>eijer trommeln unb pfeifen, 83emerfenötüertfj ifl 
um biefe 3*i* ber ©efrrauc^ eineö uralten ^nflrus 
mentS, baö man tycr nidjt tocrmuttyen foflte. ©ie 
SBergfdjüfcen ber Sßrotoinj SRoufftflon, bie ju Anfang 
1689 gegen bie eatatonifdfjen Stfifctetä geBraud^t tt?urs 
ben, frebienten ftdj ber fc^on toon ben Römern Benugs 
ten unb noc§ jefct frei ben SBitben üSlid^en angeBo^rs 
ten äfteerfc^necfen, £riton8^Brner genannt, atö ©ig- 
natyBrncr. (£8 gaB beren fo toiele alö Kompagnien, 
nämtidj tyunbertj fo ba$, wenn fte felfranber aufmar; 
f^irenb frliefen, toie ein &eitQtncflt, ©uignarb, in feis 
rtcr „@d§utc beö 2ftar8" Berichtet, bieö ein nmnber* 
iax lanbli^eö unb bennodfj friegStufttgeS ©etBn er* 
jeugte. 

Unter fi üb tu ig XIV., unb bun$ beffen Befons 
bere SJortieBe, er^oB ftdfj bie franjoftfd^e SWilitairs 
tnufif ju einer getriffen 93ebeutung. ©afür jeugt 
unter anberen eine in ber SBerfaifler ©tabtfrifrliot^ef 
Bcfinbtidje, auf be8 ÄBnigS S3efe^t üon bem älteren 
^^itibor 1706 angeorbnete ^anbf^rifttid^e Samnu 
lung franjoflfd^er unb frember 2Jtärfdje, ^oflen unb 
(gd&Iagmanieren, Srompetenflücfe, ganfaren, furnier* 
unb ,3 a 8bfh H itfe, nefrfl brei» unb üierfJimmigen 9)tarfc$s 
melobien für pfeifen unb Dfroen *). 9Wan finbet ^ier 



bie Warnen bet freru^mteflen ÄünfUer jener 3eit, ein 
©emei«, ba§ ber ÄBnig in \)ctym ©rabe au<§ biefem 
Steige ber Äunfl feine 5lnfnierffamfeit jutoenbete. 
Unb aud^ hierin n?ar SuK^ beö ÄBnigg öiefrling. 
SuÜ9 fe|te nid^t allein für franjBftfd^e Regimenter, 
fonbern aud^ für auSlänbifäe, ganfaren, Trompeters 
Pücfe, SWärfc^e, ja einfa^e krommelfc^Iagmanieren in 
groger Enja^f; unb loenn er ettt?a glaufrte, burd§ 
fol^e »ef^äftigung üon ber ^)B^e feiner SBürbe fld§ 
^erafrjutaffen, fo mar ber fürflltc^e So^n, ber tym ba* 
für gejoüt mürbe, mo^I geeignet, i^m für fein anges 
flreifteö ß^rgefü^t ju entfd^abigen. gür ben in ges 
bad^ter ©ammtung freftnbiid^en, Bei tym frefleöten fos 
genannten ©aüo^er 2Karf<$, ber nid^tö toeiter ifl a!3 
ein Srommelf^Iag toon toter Saeten, beffen Dfroens 
Begleitung nidfet einmal ertoeiöli^ toon i^m ^errü^rt, 
erhielt, nac^ ^^ilibor'ö Slnmerfung, ßufl^ toom ^>ers 
joge toon ©atoo^en ein mit üöriflanten reid^ toerjierteö 
93ruftfrilb beö gürflcn üfrerfanbt, jum Söertfye toon 
taufenb Souiöb'or. (Sin Sßorrcanb tro^I atfo nur, 
\\m bem Berühmten Äünfller eine (§§xc anjut^un. ©er* 
gleiten S3orn?änbe megen Verlegungen beö ^rgefü^lS 
Brausen fid^ in biefen Xagen bie ÄünfKer nic^t ges 
faKen ju laffen. 2t u g. ©at^. 



©. §♦ S3etfet, Dir «onkünftlrr 1>ez 19ten 3a^rl)un- 
lierts. Ctn kalrnliarifrljes Jjanfcbucl) für ÄunCtgr- 
fr^irljtf. — Cripfig, fiöfilin^fr^e ßucljljMj. 1849. 
VIII u* 177 ß. 

3^ citire junäd&fi ßinigeö ax\$ ber §Borrebe, um 
mit be8 $rn fflfö. Sßorten ben eigent^ümlic^en ©runbs 
gebanfen biefer toor Äurjem erfc^ienenen (Schrift tem 
öefer toor 5Iugen ju fteüen. ©er ^r. 93f. fagt: 

„9Rnfj man ben 3»ftanb bet neueren JEonfunft gemif für 
einen ljoljen, loenn an^ niä)t ffir ben ljödjften anerfennen — 
benn teer tooUte ben ^nImination«j)unft einer Ännft ober ©if/ 
fenf^aft »ot^erbeftitntnen? — fo gefdtfeljt e« too^l mit 8fted)t, 
bog bie tarnen ber SWeifter nnb jünger, treibe biefe« ^albe 
3aBr^nnbert anÄfüHten, unb in«Befonbere bie Sontoerfe, 
bie gnm großen Stjeil in ganj dnro^a toiebertönten, genannt 
nnb fomit be» ©efefciefete aufbetoaBrt bleiben. — 2)a§ nur 
mit großer SRüfye an« ben mnfifalffdjen 3eitfc»Tiften nnb ^anb# 
büdiern bfograptytföe 9lad>rid^ten über bie Xonfünftier nnfe* 
te« 3a^unbert« jn erzielen flnb, nnb noc^ fd^mieriger f[(J 



*) $ie« unter «nbtoig XIII., tote toir gefe^en, an«ge= 



fcfiloffene.Snfirnment mufj alfo in ber Seibgarbe in @e&rauc$ 
geblieben, ober fpäter eingeführt, ober lieber eingeführt toor* 
ben fein, ba e« nm biefe 3eü nbli^ toar. 



anfjinben lägt, gn toeld^er 3eit bic gräjten unb namhafte« 
flen XontotxU in'« Seben gerufen tourben, tcei§ ein Seber, 
ber au« irgenb einem ©runbe fic(> genötigt fa^, naä) fol* 
d^en nnb ätynlid&en Stetigen umgufd)auen. offenbar ge»a$rt 
man fjfer eine Sncfe in ber muflfalifäen Literatur, bie roenlg* 
Pen« einigcrmaien burä) naa^folgenbe ©lätter au«gefnflt toer* 
ben fofl. <Stit langen Sauren fä>n getoofmt, SÜle« aufgu* 
geidjuen, u>a« mir für bie Äunfigefdj i#te bebentenb unb wirf)* 
tig erfaßten, beftfce i$ in meinen Gollectaneen ein rei$e« unb 
gugleic$ leitet überfi<$ili($e« Material. Da eine «eröjfentli* 
$ung bfefer, toenn and) nur einfachen 2lufgeidjnungen, bie 
£uuflgefdjic$te be« 19ten 3a$r$nnbert« betreffend ben älteren 
ÄnnfUern ertoünfdjt, ben 3üngern belefcenb nnb nfifcU<$ fein 
bnrfte, fo unternahm ia? eine 3ufammenftellnng berfelben. 
Der falenbarif^en gorm räumte i$ *or ber alp$abeti* 
f<$en ober <$ronoiogif<$en be«$alb ben ©orgug ein, ba fte 
tyell« eine eigentljümiidje Secture bietet, tljeil« bem Sefer je* 
ben £ag al« Erinnerung gu bienen »ermag unb am leiä)tefien 
3ufäfce gu ma^en geßattet." 

3ut fcefferen ©rientirung laffe ic§ Jefct ein Kei- 
ne« 83tuc$fHi<t be8 SBerfeä felbfl folgen, unb rodele 
baju ben Anfang beffelben: 
3 a n u a r. 

1 1801<Stolge, £einrl<$ Söilljelm, Gomponifi. <Stabt* nnb 

©dblo§*£)rganift gu (Seile, geb. gu (Srfurt. 
SBogt, (Sbuart», Xencrfänger, geb. gu 3ierenberg in 

Reffen, 
^ellegrini, ©iülio, S3a§fänger, $offänger gu 2Rün* 

$en, geb. gu SHailanb. 
ffieber, Sari »JKarta »., $offapellmeifter gu Ererben, 

geb. gu (Sutin am 18ten Dec. 1786. (Sein er fie« 

tSoncert gu Seidig. 
9lrmanb, 5lnna 2lim6e, ©ängerin, geb. gu $ari« um 

ba« 3al;r 1774. 3r)c lefttefl auftreten im $l;ea* 

ter getybeau gu $ari«. 
Garnier, 3Karte 3ofepl), muflfalif*er (g^riftfleller, 

geb. gu (Sonftantinopel 1761, f «1« 2Nitglieb ber 

frang. 9lfabemie gu $ari«. 
ffiolff, £cintid), ißioUnoirtnc«, geb. gu granffurt 

am iWatn. 
gcnaroii, gebele, mufifalifdjer @$riftftefler, geb. gu 

Sangiano in ben ötbrujgen 1732, f gu Neapel. 
Dumond^au, (Sarlgrang, $ianofurte*iBirtnc« unb 

(Somponift, geb.gu Strasburg am Uten »prtl 1775, 

t al« 2Wufiflef)rer gu Styon. 
Dontgetti, ©aetano, Dperncompouffi, geb. gu 53er* 

aamo am 28jien Scptbr. 1797. (5rüe Sluffuljrung 

feiner £)per „@iani bi Malaie" gu 2Kailanb. 
gürft, (SUfabetl), Sängerin. 3^t erfte« ßoncert gu 

SBlen. 
5(na(fer, Slugufl gerbinanb, (Somponifi, Kantor unb 

3Rußfbfrector gu greiberg, geb. am 17ten £)ctbr. 

1790. (Srße 5luffü?)rung feine« Drama« „SRarf« 

graf ^riebricfe ober 2Bergmann«trene" gu Dre«ben. 
3JienbeUfo6n-©artftoIb^, gelir, fönigl. preug. ©eneial* 

muRfbirector. örfle Sluffübrung feiner dompofi^ 

tion be« 42ficn $falm« „ffiie ber £irf<$ Wreit" 

gu ^eipgig. 
1839'Derfelbe. (Srfle «uffü^rung feiner ^ompoption be« 



1806 
1808 



1811 



1813 
1818 



1821 



1831 



1832 



1836 



1838 



114ten ?fafm« „511« 3«rael au« STeg^ten" ga 

, *eipg<9- 

1845€pobr, 2oui«, ©eneralmufifbirector gu (Saffel, geb. 

ja 93raunfd)toeig am 5ten Slpril 1784. (Srfte Stuf* 

fü^rung feiner Dper „Die Äveu^fa^rer" gu Gaffel. 

'1847 ®abc, «Kiel« SB., («omponifi. Gifte Huffütyrung fei* 

, ner gtoeiten Duoerrüre gu ?eipgig. 
1848Äü^uau, 3o^ann griebrid) aBilljelm, mufifal. (S^rift* 
I fteller, aeb. gu ©erKn am 29jfrn 3uni 1780, f al« 
I Drganift an ber Dreifalttqfeit«Ftr(^e bafelbji. 
1819QImenrei*, 21., ßomponifi. <5rfxe Sluffüfjrnng fei* 
ner Dper „®unbel ober bie beiben Äaffer" gu 
5<f)feerin. 

1804 ©trübe; ß^riftian Jpeinri^, Organtfi an Ux bavDpU 
Hxty gu ffioifenbnttel, geb. gu ^a^n bti «Sänger* 
fiaufen. 



®o fii^tt un§ ba§ 93erjeic^m§ jjeben 3!ag be« 
•Satyteö oor, unb fcemcrft, roaö im Saufe biefeö §a^ 
^unbettS «ea^tenöwett^eö gef^e^en ifi. — 2Better 
^etgt e8 in ber SBonebe: 

„Um jebo$ bie Stenge ber Slufgeid^nungen nic^t d^aotifd^ 
erje^einen gu laffen, fertigte i$ gttsei ©ergeicfcniffe an, 
ba« eine, gunäd^ft für ben eigentlichen ©ef^i*t«fotfc^er be^ 
fiimmt, um barau« gu erfahren, toa« in einem 3a^re be« 
laufenben 3aljrl?unbert« gef^e^en ifi, ba« anbete, um bie ein* 
gelnen tfunfUer unb ben Xag, trenn fie eitoa gum erflen 
SWal öffentlich al« ©irtuofen auftraten ober gum erflen SWal 
i^re größeren SBerfe gu ©er)ör brauten, auffinben gu fönnen. 
^e^tere 3Mfammenfiellung, bic lei$t tabellarif($ georbnet »er* 
ben fann, getoä^rt ben beutitdjflen ©lief in ba« geben ber 
SonmeffUr." 

©er £r. 83 f. ergänzt auf biefe SGBetfe bie taUm 
barifdt)e gorm, unb et^öijt, jcbem SBunfc^e entgegen? 
fommenb, bie Srauc^6ar!eit in einem ©rabe, ba^ 
nic^tö ju n?ünfcr)cn ii6rig Slei6t. @S ifl auf biefe 
SBeife, n?ie fc^on bie QSorrcbe fcemerft, mogli^, nid^t 
BIoö fic§ bie ßeSenSgcf^id^te eine« Äünftlerö gufams 
menjuflcllcn, fonbern aud^ ju üSerfe^en, n?a8 in einem 
Safyre in unmittetBatet Öolge gefc^e^en ifl. 6nblic$ 
^ei§t eö a. a. SD. : 

„Da tdj nid^t fo eitel bin, gu glauben, fämmtlidje 
Xcnfunftler uub um bie Sonfunft Sßerblente be« I9fen 3a^r* 
Bunbert« ^ier genannt gu ^aben, ja id) fogar tocig, bafi mandje 
obne mein 35erfc^ulbfn fehlen, »eil e« mir oft nidjt möglidj 
trar, bie Heine IJlotig, bie f$ gu meinem 3a i ecf beburfte, gn 
erlangen, fo hittt i<$ be«^)alb um 9flaa)fHt, nnb toerbe eine 
jebe ©rgängung, bie mir gemalt toitb, banfbar aufnehmen, 
nm fte f^äter getoiffen^aft gu »ertoenben." 

3n ber %$at ifl bie ^ü^feligfett bet Arbeit fo 
Bebeutenb, bie @(^tt?ierigfeit für ben SBf. eine« folgen 
SBerfeö, atte SRotijen im Äopfe gu behalten, fo gtofj, 
ba§ eö Unm8gli(i§eö forbern r)te§e, ^ier fc^on Bei einet 
erflen 9(uögafce 93ottflanbige« ju »erlangen. $n bie s 



fem Sinne, bem äöuuföe bed $rn. »f«. getnäfj, um 
tym für einen «Rasttag eine «eine «Jorartcit ju lies 
fern unb bie @a<$e in etwa« ju erleichtern, gete i<$ 
$ier ein «Jerjeic^nifj ber tarnen, bie wie toon mir, fo 
aui) toon Anberen toermigt werben bürften. 3n aU 
p^atetiföer golge ifl baffelte nac^flefjenbed : Atarb, 
«twendleten, Finger, Aprile, öaafe, »an*, ®. »art$, 
fiatta, »ajjini, Ab. »ergt, »ertini, »oefmü^, »or* 
bogni, (Elapifion, (Soneone, 6. Gjerni?, ©anela, ©uns 
«er, 9W. 6. <S6erwein, entert, <^rlic$, (Sifenfjofer, 
(Sncfyaufen, giföfaf, gtiiget, gormed, 9t. ftranj, 
©a$ri$, ®anj (@etr.), ©agner, ©eniföta, E. ©ofc 
tniÄ, ©Bt$e, ©reo, ©runb, ©urlttt, §agcn, £a$n, 
$atte, £anb, Partei, 6.§adlinger, $ädjlinger, #aupt, 
Käufer, §eßmedtergcr, $etfleb, ^erjog, $o^nflodf, 
$or«e^, Junten, S. $ut$, 38§n*, Sanfa, 3*fa>&- 
fon, tfeferflein, Äegter, SR. ©. Äiefewetter, Ätage, ®. 
SB. Äorner, Äoffat, Äogmaty, Äotte, Äragen, ®. 
Ärug, 6. Ärüger, Äufferattj, Äuttaf, Äummer, 8cu 
fcifcty, Sattadje, 93. ßac^ner, 3°f. 8ang, See, ßenj, 
Seenarb, Siebe, Sinbtlab, Sorenj, 88fä$orn, 8ü$rg, 
Sumtye, SBlacfarren, 833. SRangotb, 2Ra*feber, 9Rer* 
cabante, 3Rerf, 8.t.aRe$er, ORieffdj, Spring, 9lc\U 
fcarbt, Nicola, SRottetcfjm, SRowafowdty, ©dtorne, 
Dutitiföeff, $aer, ^ilipp, 3. ¥• ?W«, SM«/ 
«Raftfed, 6. SReinetfe, 8. Straftat, SRieci, 6b. JHÖcfel, 
ftubini, @d?ac$nfr, A. unb 3- ©Raffer, ©d?arttid&, 
Sambier, @d}tabeta<$, A. ©c^mib, 6. ©cfcnatel, 
©<$utyeff, ©echter, ©eegner, ©itc^er, ©fraup, ©peier, 
gr.©pinbter, ©teifenfanb, ©tern, ©trandty, ©traug 
(in «arldru^e), ©treten, Sauwifc, Sieben, Sül, SB- 
pfer, Xomafäef, Sru^n, Suejef, Sülou, »erbi, 3ut. 
ffijeig, ©tdjmann, SBiebetein, SBietyordfi, SBilb, 
Softer, SBürfl, ©. A. Simmermann, 3föiffö', 3«c- 
catmaglio. — S« »erfleht ftd) toen fettfl, bag i$ $icr* 
tei jugeftelje, wie uon mannen ber ©enannten $ers 
»ortretenbe fünfte itjrer SBirffamfeit föwer aufjufins 
ben fein motten, unb ^iertn ber nadpfle ©runb ifcrer 
Audfd&ticgung ju fuefcen ifl. 

Einige Unridjtigfeiteu ftnb mit untergelaufen, auf 
bie idj aufmerffam madje. 3»ei erfle goncerte ga- 
Ben, inSei^ig: ^arterg (19, 146)} (9^8 (46, 
101)-, »ieuftcmpä (52, 126); ©itoori (HO, 123) — 
tn SBien: 9lina Dnitfdj (25, 156) — in 9«ailanb: 
Sifgt (l 2i ' 136 )- 3u üerföiebenen 3«ten ftnb gc6o= 
rem »rob (46,89); ©iubitta ©rift (56, 86) — 
geflorSen : ^[ctenöperger (42, 66). Sin üerfc^iebeneu 
ßrten geboren: {Rot. Sinna ßaiblaw (35,55). 3iüct 
erfte Aufführungen Ratten ju Seipjig: bie gcflouüer= 
türen »on 5Rie& (21, 123) — ju «Berlin: gürfi dia^ 
jitir« SMuftf ju Saufl (55, 119) ? ©pontinf« SJgneö 
Don ^o^enftaufen (71, 137). ©. 124 ifl *on eintr 
britten ©$mp$onu SR. ©^umann^ bie 3tcbc, wäty- 



renb eö jur &tit bodj nur jwei giefct. ©ad 3a^r 
1819 1)at einen 29flen getruar tefommen. ©ie fats 
fc^e Angate be« ©eturtdja^re« öon S. 8. SRieciuä ifl 
wo^l nur ein ©rutffetyler. 

@o fei bie eigentfjümli^e, in t^rer Raffung auf 
muflfalifc^em ©ettet neue unb banfenöwert^e @$rift 
ber attgemeinen Bead^tung empfohlen. 

5r. 18r. 



Sind ©pbutgt 



3m 3«tti- 



Unfere muftfalifc^en unb t^eatraltfc^en SJerljälts 
niffe ^aten fic^ ntc^t geanbert. ^oft^eater unb $ofs 
fapeöe würben, ©ant unferem funflftunigen $er}og, 
mit einer 9lußöfung, wie biefeS tereitd an mannen 
Orten gef^e^en, toerfdjont; ater benno^ ifl ben jun? 
gen ÄünfHern, ben unpatentijtrten Äapeßaccefftflen unb 
Stfflflenten eine trute 2lu8ft$t gefleCt. Sm vorigen 
Qa^r^unbert wujjte man in ©eutf^lanb wenig ober 
gar nichts üon (Sonferuatorien, bagegen tyatU fafl 
jeber mebiatiflrte gürfl eine ^offapette; ^eutjutage 
fe^It ed gewig nic^t an llnterric^töanflalten biefer 
5trt, ater bie ^offapeüen werben aufgelöflü ©ie 
burd^ bie 3*itüer§altniffe ^erteigefu^rten (Sinfc^rans 
fungen tei unferem 4?oft§eater führten ben SWangel 
einer erflen ©angerin, unb eineö einfettigen, ungenü* 
genben SRepcrtotrö ^ertei. Sflab. ^ertfl^^ajebe lei- 
flet a!8 jweite ©ängertn in mannen JRoßen Sotenfis 
würbigeö. grl. ©d^neiber wirb tyäufig für erfle 9toI» 
len in QInfpru$ genommen, ed xetd^t jebodj i^rc treffe 
li^e 5(uötilbung nic^t immer auS. ©timmmaterial 
tefl^t grt. 93oIC in ni^t geringem ®rabe; ed fe^It 
ater tei ityr bie muftfalifd^e 2Iuöti(bung. ©a8 2Wäns 
nerperfonal trifft biefer SJorwurf nid^t. ©ie §§. 
SReer, Kolben unb $cfer finb rüflig torwartö ge* 
fc^ritten. 91(3 eine wiöfommenc Sftoüität mufy bie 
erfle Aufführung ber glotow'f^en Oper „SRart^a' 7 
tejetd^net werben, ©tefeä SBerf fanb aögemeinen 
93eifafl, unb wirb ft^ lange auf bem {Repertoire ers 
galten, benn ed ifl melobicnreic^ , bramatifd?, jebo<$ 
^ier unb ba tttvaQ ju flarf inflrumentirt. ©ad ©an- 
gerperfonal tetflete Audgejeid^neted , tefonberd #r. 
JReer ald S^onet, unb $r. Kolben ald $Iumfetr. 
SBeter'd unfiertlidjer Dteron ging noc^mald üter bie 
Sü^ne, ater mit welker Stejia! ©en ©c^lugflein 
ber ©aifon tilbete Seflinfd atgebrofe^ene „Waty* 
wanblerin". ßtgleidj nid^t geleugnet werben fann, 
bafj jebedmat Srau ^)ert|l in ber Partie ber Amine 
teifäüig auftritt, fo ifl i$r Aeugered nic$t geeignet, 
$)rn. SReer a(d (Slwin jur ©iferfuc^t ju reiben. 

SBad Äirc^enmuftf Betrifft , fo mug bie Auffü§5 



rttng bet ©raun'fd&en ^afflonfimuflf ettoabnt toetben. 
©te »tiniatutbefe&ung biefet ctaffifc$en äRuflf tonnte 
fteilidj bie toeiten Säume bcr otogen Äat^ebtate ni<$t 
ausfüllen, batet »trfte auf bie unangene^mfte SBeife 
bet fölec^te 6onttaba§. — £effentlic$e goncette $a* 
ben feit bet 9Wtffe$t bet $offapefle t>on ©ot$a nid?t 
fiattgefunben. 3n einem Sntteact auf bem S^eatet 
ytobucitte ftc$ $x. Stugufl Sacobi, ein ©Rittet 



©po$t'*, in »ioKn&atiationen »on SipinÄfi. 3u fei* 
nem Sobe fei nut gefagt : ba§ et feinem gto§en 9Mei* 
flet atte <5$te mac§t. gßctytenb be« »etgangenen ©ins 
tet« gab bet ^iefige fiiebetftanj ein 8eben«jeic$en in 
einet Slbenbuntet^attung für einen wohltätigen 3»e<f. 
©a« ^togtamm bot abet ju wenig Stnjie^enbeSj 
beS^alb befanb fic§ SRefetent ni<$t untet ben 3utyätetn. 

SB — n. 



tteberft^t frei neuejlen ©rfc^einungen auf bem ©ebietc ber SJfcuftf* 



Sät ^iattpfotte. 

^alon* unb <S%atattttfiü&t. 
$♦ StatrftW, ©p. 21. Sicilienne. g^ott. 1 Jl. 

&on guter ÄlangtvirFung, frif<$ unb lebenbfg, au$ giem* 
114 »ifant. 

©. fyalhtta, ©p.65. Taranteile. Öreitkopf u. «är- 
tel. 1 Äfclr. 

Die (Einleitung ifi troefen, bie Xarantetle felbfl ni$t viel 
anbtr«. Die 9lu«fubrung ift verhältnismäßig leicht, 

$♦ Xfoettbctt, ©p. 2. Etüde et Scherzo. [Recueil de 
Morceaux differents pour le Piano, Nr. 1.] fuck- 
^atbt. 124. ßgr. 

©efunbet mufifallf<ben ©fnn. Da« ©d)ergo ift eine gar 
«idjt üble Jtleinigfeit unb al« ni<$t fetter an«fubrbar ju em» 
pfeblen ; bfe (Stube fann man obne großen ©djaben mit in 
Jtauf nebmen. ffiir werben ben Warnen be« 93f«. im ©ebäät* 
ntfc bebauen. 

©. 81. DSbowe, ©p. 63. Fantaisie brillante sur 
Christophe Colomb de Fehden David, £khott. 
1 Jl. 12 *r. 

— — — , ©p. 65. Le Traineau. Divertisse- 
ment brillant. €benb. 1 Jl. 12 Ar. 

Der Eerf., von toeldjem längere 3eit nickte erf$ienen 
toar , f)at feine Gom^onfrmaftyne frif* eingeölt. Q« Uappt 
in ben ©tüden fo jiemlidj. Dp. 63 ift verivaffert nnb leefer 
jufammengefügt, Dp. 65 madjt fid). SBBer ni<bt« barin fudjt, 
fabet et»a«, — tver ettva« fn$t, finbet nfty«. ©onft ift bte 
arbeit fanberli*. 

2B* »♦ SBattacc, ©p. 37. Au bord de la mer. 
Nocturne. IDtabtlli. 45 flr. CJR. 

— — — , ©p. 47. Le Zephir. Nocturne. 
Ctatt. 30 Ar. «JR. 



^albfd^nrige«. <&r. 9Da((ace ift ni^t nngefgiät in ffiet* 
fertigung von Üttocturnen. ö« gefäfit i^m bte«mal faß int 
gn fanfein, ba^er pp nnb ppp fo b Ä »ff0 ftä jeigen, al« bie 
$oren in ber $aut. iüortrag«bejei(bnungen finbet man an« 
fjerbem Ui jebem ©cjritt unb Xritt. Dafür if) 1 « anc^ Äafren* 
golb, loa« er liefert. 

3t @gg^atb f ©p.4. Variations de bravoure sur un 
theme favori de l'opera Maritana de W.Vinc. Wal- 
lace. JDiabetlt. 1 Jl. CA. 

$ö($ft Wicbtige«. mit bemfetben S^e^te al« man ba« 
Ainb, toelAe« feine S3ilberbogen au«mait, SKaler nennen toür* 
be, btrf man ben S3erf. Xonfe^er nennen. Derfelbe bat feine 
SUjnung, toie nfdjt«fagenb ba« ift, »a« er gefertigt. Süfo 
noeb unjurecbnungdfäbig. 

©. $OÖlittget, ©p. 52. Der €raum etned ItutU^tn 
3nngltng0. CljaraktmCliftlje« Songcinäbe für la* 
©rcb«fto. Jür |)fte. eingerirljtet. ^a«linger. 1 Jl. 
30 flr. «L«l. 

Dem mit vier (Stfbttbern »erfebenen Titelblatt folgt jn* 
ndcbft eine Seite Xnt. Drauf ßebt, ba§ ber Süngling, vom 
Dienjh für bie errungene grei^eit ermattet, feine Stoffen ab» 
legt, einen ©lief na<b bem Wac^tbimmel wirft, ber hieben unb 
ber Siebßen in ferner «&eimatb gebenft, bte greil>ett«f<barfce 
fnf t, welche Severe fbm geivebt, ba§ ficft bcr ©Plummer leife 
ibm nabt unb ibn in bie »eiten Oefilbe be« Uraume« fnbrt. 
Der 3;raum toirb betrieben, au«jügli(b teie folgt, ©eine 
©eliebte fliegt ibm (im ©(bnelllauf) entgegen, liebeglübenb 
u. f. tv. JD feiige« Umarmen, flammenbe Düffel 5tng' in 
9tug', SWnnb an 3Kunb , fierj an ^erj n. f. to. toirb ©eiben 
bie (Srbe |u einem SBonnebimmel. 9ti(bt lange »abrt biefer 
Äanfd) ; ber ?einb ift b« r <i«9ebro4en, eberner ©djlfinbe Don* 
ner verfänbet feine Knfunft. 3n ben ©äffen ! tont ber @d>rei. 
Da« gange Sßolf erbebt flcb nnb giebt mit flingenbem ©viele 
»nb Ärieg«gefänge« (vermutblidj »on $redj) bem geinbe ent* 



8 



gegen. (Der Sungltng entreißt fidj ber fljn fram&ftjaft umfaf* 
fenbeu ©eliebten nnb [fliegt ft$ bem 3uge an. $te @$la<$t 
beginnt, $Hfe anf 93li&, JtnaU auf Stnall folgt S3eina$e er? 
If&lt bet geinb bie Ueberljanb, ber Sftuib ber .Kämpfer beginnt 
föon gu fdjwinben. ü)a ergreift ber Süngling bie ga^ne et* 
ite* neben itftn gefallenen ga^nentröger« nnb ruft (mit Xenor* 
ftimme): 2Rir na<$! Unb iljm nad) brängt fidj bie <Sd)aar 
nnb mätyt in ben feinblidjen Steigen wie in einem ftetyrenfelb, 
nnb bie @iege«göitin bxtittt ffjre Ringel über bie .Kämpfer. 
3)er ©djrecfen treibt ben geinb jur gludjt, fein ©eljeul eint 
fH mit bem <5iege6rufe be* iriumpl)irenben SßoIfeS. 3>a6 
SlnUffc be$ Sungling« leuchtet n. f. w., er rafet in bie flüdj* 
tigen geinbedreiben, ba bringt eine jtugel in feine ©ruß unb 
er ftürjt mit frenbiger äRiene fletbenb, feiner ©eliebten gei 
benfenb, ju ©oben, nnb bie (SiegeStrompcten verroanbeln ff<f) 
(laut bidjterifdjer Sicenj be« Jprn. iBf*.) in bumpfe Iraner* 
töne. — 9iadj unb nad) ern?a$t ber Jüngling auö feinem 
Traume unb ruft (3Jlenolog) : „Sßoljlan, mar bie« ein pro* 
ptyetlfdjer $raum, er mag ft<$ erfüllen; mein geben für mein 
JOaterlanb unb meine Siebe!" 

(S* folgen 25 (Seiten mit Uloten. 2)amit ber (Spieler 
ben gaben unb bie 3bee nidjt verliere, giebt itym ber ißetf. 
»erfdjiebene ©emerfungen gum ©eleu. @. 4 ^Beginnen befl 
Traume«. @. 5 giebcöbuett. <S. 10 (5a»attetiemarfcfc. <S. 12 
3nfanteriemarf<$. @. 1 4 Aufruf jnr <S^la^t. ©.15 ©$la$t. 
@. 16 (5at>allerteattaque. <S. 17 allgemeine« ®efe*t. 6. 18 
(ghirmmatfd). S. 19 ganfare. @. 20 vSießeamarfö. @. 22 
&anonenf$ufj. ©. 23 lob be6 3üngling«. £rauermarf$. 
©.26 „SWein geben für mein S3aterlanb ... unb <§.2t meine 
Siebe" ///. 

$)er Spielraum ber $jjantafte ift fonadj ftofc ber £ran* 
merei in beflimmte ©renjen gewiefen. SEÖa« ber #r. Sßerf. 



jufammengebraut, empfehlen toir ntdjt jum ©ennffe. <5« tonnte 
purgirenb »irfen. 

3L S^OtttttS, Le Caid. Opera bouffe en 2 Actes. 
Ouvertüre pour le Piano. 8d)oit. 45 ffir. 
.Klingelet, burdjgängig im 3treioierte(tact. 

moUartittl, Jabrifarbeit. 

StajOUraO&öft), ©p. 4. Fantaisie sur des themes de 

l'opera : Zaire de S. A. le D. de S.-C.-G. Coburg, 

ßinner. ^ Ärjlr. 
$L SRaetfdf), Melange sur des themes de l'opera: 

Zaire de S. A. le D. de S.-C.-G., arrangee pour 

le P. «ben*. £ Äljlr. 
<S$ledjt jufammen ©eleimte« unb nidjt gut ©eroberte«. 

g* 31* ©teflct, ©p. 12. 8alp leiste Variationen 
über *as beliebte nJanarrlirfc aus betn bemooCUn 
flaupte: tDorjl auf l>enn getrunken *rn funkeln**n 
tDcin u.f.w. [Recueil de Morceaux. differents pour 
le Piano, Nr. 2.] Cuck^artt. 15 0flr. 

%. aBalbmÜtter, ©p. 44. 3el)n ©pern-Ärlobim für 
junge pianiften. Älit befonberrr RückCicljt auf kleine 
fjänfce im leisten Ötgle arrangirt. ^aßlinfler. 2 fiefte # 
je^e« 45 flr. C.JH. 
<Spreu. 

ftüt ^Jtanoforte ju *iev Qänbtn* 

fft. ^djumamt, ©p. 66. fiil^cr aus ©ftrn. 6 Im- 
promptus, fliftner. 2 fyfte, je^es 22^- fljr.j 

»oim. i abir. ,0 njr. 

St. SSergt, ©p. 6. Capricrio. |)eters. 1 lljlr. 5 Hgr. 

Serben befprodjen. 



3nteIIigettjblatt. 



Bei ^. Kuhnt in E i s 1 e b e n erscheint Anfangs 
August: 

National - Freiheit» - Iiiederhalle. 

Eine Sammlung der beliebtesten National-, Frei- 
heits-, Vaterlands- und Wehrlieder f. vierstimmi- 
gen Männergesang. 1. Heft. Preis 3j Sgr. 

Geeignete Beiträge werden in diese Sammlung gern aufge- 
nommen, und erbitten wir uns dieselben so schnell als möglich 
durch Buchhändlergelegenheit. 



Bei dem Stadtmusikchore zu Leipzig 
soll unter annehmbaren Bedingungen ein tüchtiger, 
im Dirigiren geübter und gewandter Orchestergeiger, 
welcher zugleich in geschäftlicher Beziehung die ge- 
hörige Routine besitzen muss, engagirt werden. 

Nähere Auskunft hierüber ertheilt auf porto- 
freie Anfragen 

Leipzig, d. 25. Juni 1849. A. JTacob. 

Zeitzerstrasse No. 24. 



t3* ffüuelne Hummern b. 91. 3tf$r. f. Sftnf. »erben ju \\ ftgr. beregnet. 



Druif uuu 9i. 81 8 4 mann. 



Ue 



u e 




titfätift f&t 




Qtrtitfetfoctüittr Stcbacteivr 

Är<inj SBrenfctL 

(Sinunbreif tgfier Sanb* 



^ 2. 



Octlegtr: 
Stöbert griefc in 4*et|ijtg, 



San biefet 3*itfdV ftfäefi« tri^uttiä) 
S ölummtm v«ft 1 eher l 1 /» S3ogm, 



freie Ui Ban&ee sott 52 Hnu 2 1 /, X^tt- 
3nfettione^tin^rtii bie $etitjeiU 2 fflgj. 



aifaKnement nehmen afle $oftimter r glitt* 
SRjijÜ i unb äunftbaKblnaaeft 4M. 



3ntatt: Hebt* ttnfc «rfiitflr. * (tiaitfraftg. - JEtdnf SfLtung, fcermffötr«, fffn, JfrntltPtotraf*, 

T" 1 ' 



Hl TTtTI 



Üiebcr unb ®tfctttge- 

3* <£mil £f0at)atb, «ty- lt. Sübrn faber pon Ret- 
nick für eine Öinaftimme mit flrgl. &ea Iptanof. — 
Hamburg» Schubert!). |)r. 4- Bljir. 

&8 geugen biefe Siebet uon bet fotiben mufjfa* 
lifäen SStCbung be« Eomponiflen. gRic^tißr Kuffaf* 
futig bet Eerte, roarme, innige (Smpfmbung, te^nifdj* 
gef^Üt* Beljanblwng beä gormeflen flf^ern itjnen 
einen *pia| unter bei guten Siebett/eften. ©aö Sie» 
ment, ivrtyffl burt$ afle fu$ r)inbitr$jielft, ift bafl 
ftiße, fcef^fliiliÄe -3 J1 fi$beifuHfenfein j fie rütteln unä 
nu$t auf, paelen und nidjt gewaltig in bet ®runb* 
tefU bei Ömpfinbung , fonberu (äffen bie ®efür/I|hfl* 
mung, fet ed in Äuft ober Seib, nUjig ba^infUtßem 
£mff<$tlid> bet Stiftung tueifen fle mefcr auf eine 
3eit jurücf, in bet toit no<$ gern mwt\Un, bie ftet# 
tyre ©ere<r)tigung teilten loirb, wenn fdjon im -3n* 
teteffe bet Äunfl bie Segen »wart anbet weiten gotbe* 
rungen narr)gutommen glei^faßä für beteiligt ftdj 
erachten barf. 

SRorife Eeön, «Dp, 7. Ciebe, fua unb Cert, in Ge- 
iern uno ©ffängnt Zur Sopran ober Stnar mit 

piano. — Berlin, Sdjlefmger, |3r. | 8l)ir. 

©et Gcmponift geigt in tiefen ©efangen latent 
unb ®ef$icflidjiett, nod? nt<$t aber benjenigen ®rab 
Don Steife, welker noc§ bem @enuffe eine genügenbe 
Stfttebigung «jeugt. (Sin ©udjen unb Kämpfen nadj 



bem nötigen Äuöbruie ma$t fUfr adent^alorn nw* 
bemerkbar* bte eigene ©ubjettioitlt ijl no$ n($+ 
flart genug, ber äugeren fiinfliiffe {t<$ ju erm*t)ren, 
namentlii$ einet getmffen fenlimenraten ©arottfjptaä^e, 
fü in Wr. 8, „nml f^ ntt^t bergeffen fattn", bem 
neben et nj einen guten @teQen jener bannte €SaIonion 
antMt. «nbetttirtl geigt fia> ba gegen bet Ülitfana 
ju ^ö^etem, fo in Sr. 4, „i^ metbe bfin gebenfen" 
»on «ugen Saut, toel^^ einen ebtet*« 3ug ^al. 
©er WQitUfy mtlan$ (0yfl. 2, Xact 3 u. 5) an 
bie SBötte: „rauf gelben" in bem Sttcnbet*fo$n'ften 
Siebe: e« ijl beflimmt in ©ptträ Kat^, tfl fe^i fW* 
tenb. 3)a§ bie eigene SKaiur einen guten ®runb ^at 
unb Befähigung jum ©Raffen in fic$ tragt, a6et noa> 
nic^t fattfam jur ertüünft|ten felbflflanbigen VbtUhU 
Seit erwägt ift, tenjeifl ?lr. 6, „Setigtrit" von 9let( s 
(lab, baä im Mnfang (bie etfien 4 ^aete) einen gu s 
ten ttnlaitf nimmt, balb aber hiebet »on bem «teome 
fremb« Stn^finbungen $% fottreigen Wgt. — <ffod| 
bcTtcmmrnbtn ©eetamationlpitßßgen n>itb bet $üm 
penift bei feinem nic^t j« »ertennenben Streben in 
tfinf (igen «tbeiten fetfefl terbeffernb begegnen. 

Stcgfcieb Saioman, «Dp. 20. & a \\* Qttikngt von 
(äffendem u. Cijfer, für ehw ßingü. 11. |)iana. — 
«erlin, adjlriinger. pt. | Äljlr. 

3fm Stßgemeinen fcetrac^tet, taffen btefe ©efÄng* 
einen Oeifl erfennen, ba üßn bet Stiftung, bie in 
neuerer 3«t im Sieberfa^« angeta^nt nj orten i% nic^i 
btoä Aentitnig genommen, fenbern Uxm ©Raffen au^ 



10 



tyt tnet)t ob« toenigct ju folgen f<t)cint. 3nbeß ifl 
110$ nic$t bie etfotberlicr)e Selbßftanbigfcit oortjans 
fcen. 34 ^ill bamit ni<$t fagen, baß ber (SompcniP 
ttgcnb ein bePimmteö SJotbilb im 2luge gehabt, fon» 
kern baß bie Sinflüffe oon uerfäiebenen Seiten t)et 
cingctoitft t)aben mögen, ©et ©runb, auf bem pe 
tutyn, tfl cbcl unb laßt bc8 (ScmponiPen ^ß^cteö 
©treten nidr)t »erfennen, toaö et auet) butet) gut ges 
to&tylte %e?te an ben Sag gelegt fyat. $m (Sinjels 
nen jeigen Pd) noct; »tele Ungleichheiten. SRamentlict) 
kütftc ein ju fet)t nact) außen effeetnirenbeö (Slcment 
ettoätynt »erben, ioelct;e§ pet) tyin unb loieber gcltenb 
ju machen fuc$t, eine getoiffe Salonfptact)e, beten 
Strafen bem reinen ÄünPlet fremb bleiben muffen. 
^Diejenigen ©efänge, in welchen pet) am meifren Selbps 
pfinbtgfcit jeigt unb gleict)fam unt>erfalfct)tct, natura 
getteuet 2lu8btucf, ftnb 9lx. 1, „Seg' an mein £ctj 
kein 8ocfent)aup t" ton SSwenflein, ba8 einen fet;r ein; 
fachen, innigen ©efang giebt; 9lx. 2, „9lad)W oon 
bemfelb., buret) ftnnigen SRomanjenct)arafter anjiet)cnb, 
jebodt) ot)ne t/etbortretenbe Sfteufyeit in bet SWetobiej 
9lx. 4, „Sag', mein Sieb', tote tp'8 gefc§eb n " oon 
kemfelb., neben Sftt. 6 baö befte bet Sammlung, \u 
ienfaUS toegen be8 tiefeten, t)erjinnigen SluöbrucfS. 
3n 9?t. 3, „<8ö fdjtoanb bet Sonne legtet Sttat;l" 
toon S^fet, jeigt Pet) bie Sct)affung8fraft nic$t gleiet)s 
maßig. @$ enthält oiel SJolanten, etroaö, toa« an 
tt)eatralifct)e ßorcirttjeit angrenjt. Gnnjclneä ip toies 
bet gut gelungen, fo namentlich) bet Schluß, Slbagio. 
Wr. 6, „3u beinen güßen mBct):' ict) liegen" r)at öiel 
<$ataftetfftif<$en 2Iu8btucf in feinet öeibenf^aftlicfc 
leitj bet 3«g bet SMobte, baö 5Dramatifc$e betfets 
ben, läßt auf ^Btjete fieiflungen beä Scmpcniften füt 
fcir 3«f«nft f*H*m. ^ Ä(|| ^ 



©tttnbetung, 

Sc$on balb nact) bem ßtfe^einen meinet in 
Wt. 46 abgebtueften S3euttt)eilung bet ^Jtüfung bet 
Spület befi ^iefigen ßonfetoatoriumä im Drgelfyiel, 
(Som^ofttion unb ©efang, bfabf?cr)tigte ict), xxoä) eins 
mal auf biefelbe jurücfjufcmmen, ba i<$ burefc münbs 
lic$e 3Jtittc)cilungen erfahren ^atte, baß ©inige ton 
benen, beren ßeiftungen befptod^en roaten, mit meinem 
ilttr)eil nic^t ilbeteinflimmen ju fönnen glaubten. S)ie 
unlautetn anonymen 93erbäct)tigungen , beten me^tete 
im Diepgen Tageblatt etfct)ienen, laffe iä) tote biö= 
^et, fo auet) jefct unbetfltfp^tigt, ba iä) in einet 
@ac§e, bie i$ mit meinet 9?amen$untetfc$rift oertres 
te, mid) nie r)etbeitaffen roetbe, mit oetfapften ©eg= 
netn mict) ^etumjufc^lagen. 3$ fann ^tnP^tlict} bie^ 



fet Sinnenden im 3"teteffe meinet ©egnet nut bes 
bauetn, ba§ biefelben folc^e äWittel etgtiffen, flatt^ 
toie eS nun gefdjetyen ip, ben einjtg nötigen SBeg 
gleich anfangt einjufc^lagen unb mit einet offenen 
Entgegnung in bief. ©I. r;eroorju treten ba e8 »abts 
^aftig füt bie betteffenbe ©ac^e fein gunPigefi 83ots 
utt^eil ettoeett, pe butc^ feiere SMittel geflößt ju fe- 
^en. 3n bem auögefproci)enen Sinne abet if! e« mit 
ettoünfct)t, baß mit je£t butet) bie (Sttoibetung be8 
$tn. 9lübnet in 9lx. 52 beä oot. Sanbe« eine be* 
pimmte QSetanlaflfung gegeben toitb, mic$ nic^t fotoor)! 
übet bic batin ^eroorgel;obenen fünfte ju ted§tfetti= 
gen, alö auf meine SSeurt^eilung felbp, bie jum S^eil 
eine ganj falfc^e »uölegung erfaßten %at, jutürfjus 
fommen, roobei eö ba^ingePeöt bleiben mag, toie ge* 
tabe £t. 9t v ein gdnjlic^ Unbeteiligter, baju fommt, 
alö SRetter ber bebrängten Unfct)ulb aufjutreten. 

3unäc^P fei bemerft, baß ic^ gern jugePet;e, toie 
bic überioiegenb fubjectiüc Haltung meine« S3eric$te« 
einige« Sefremben t)eroorgerufen r;aben fann; td^ lege 
auf biefe Raffung um fo toeniger ©eroicr)t, alö bies 
felbe eine ganj jufäüige, baö SRcferat fogleict) nad} 
ber Prüfung, unter ben noc§ lebenbigen ßinbrücfen 
bcrfclben gefc^rieben roar. 6« toar natürlid), roenn 
ict) unter folgen UmPänben minbet objeetio oetfut)^ 
mebt oon bem, toaä mit gefaüen unb nic^t gefallen, 
fptact). Si^aS bie <&afy felbp betrifft, fo muß ic^ 
bei bem oon mir ©cfagten ber)artcn, nur baß man 
9Kanct)eö mißoetpanben ju t)aben fcr)eint, toeS^afb e8 
per) auc^ je^t t)ait}5tfäc^ltcr) um einige erläuternbe 3« s 
fäße fyanbelt, inöbefonbere ba nun fct)on eine langete 
3eit oetPofi'en, unb mir ba3 Specieüere auö bem ©es 
bäctjtniß entfern? unb en ip. 

©ie 5lnfct)ulbigungen meinet ©egnerö enthalten 
junac^P ben 93orttJttrf, ict) fei oon unrichtigen ©e? 
pcr)t8punften Ui 83euttr;eilung bet SeiPungen in Spiel 
unb (Sompoption ausgegangen. $\\ fofetn bieS bats 
auf SBejug $at , oollenbetc ÄünPlet Patt Scbület im 
Pfluge gehabt ju t)afcen, fo bürfte mit $t. 9t. too^I 
fo oiel Sct;atfpnn juttauen, biefen 833eg auc^ ot)ne 
feinen SBinf einfct)lagen ju fßnnen. >2lbet icl) glaubte 
ju Schülern einet tyotyxcn ©ilbungSanPalt ju fpres 
c$en, bie jum S^eil auf oorgeriiefteten 2llteröPufen 
eine getpiffe Selbppänbigfeit in Qlnfrmtcr) nehmen bür^ 
fen, unb biefer ©epct)töpunft n?at backet füt mid} 
bet leitenbe. SBenn ict) bo8t)aft fein moHte, fo 
ttjütbe ict) j[e|t t)injufügen, n>ie ict) in biefer angenom= 
menen Selbppänbigfeit burc^auä nic^t geirrt ^ahe, 
tnbem ict) butet) bie Xageblattannoncen etfat)ren mußs 
te, baß man pet) fc^cn jiemlic^ felbppanbig fü^lt. — 
SJlein ©?gner fprict)t ferner: (£ä toare billig gewefen, 
baß bet JRec.' nict)t allein ba8 9Wangelt)afte, fonbetn 
auet) baö aU gelungen Slnjucrfennenbe ^eroorge^obe« 



11 



1)&ttt. £)a« ahn r)abe i% überall gett)an; i<$ \)abe 
bie 6(flm Seiftungen r)eri>orger)oben , unb gewi§ fr^t 
anerfennenb. $r. 91. lefe be«fyatb noc$ einmal, bann 
wirb et ftnben, ba§ id) j. 83. ton einem guten @tre* 
Sen unb Dom gleifje in ber ©urcl)für;rung gcrebet 
\)aU. ©a« ßefetere f^eint freiließ bei $rn. 9t, trie 
Bei atten jungen SWuftfern, bte #auptfacl)e ju fein, 
et fpricr/t be«f>alb „t>on bieten bie e« ücrfler/en, unb 
»on Scannern »on ISngfl anerfanntet $ücr)tigfeit". 
»ber £r. 91. i>etflec)t biefe 9Wanner felbfl nidjt, wenn 
et annimmt, ba§ biefelben bte Arbeit an fl<$ felber 
obenan fefcen. 3r}r 8ob fann freilicr) immer nur bie 
Srt bet Arbeit treffen, benn bie ^nbttjibualitat be« 
SWuftfer« fSnnen fte Weber burer) £ob noct) Säbel än= 
bern. $% al« #Brer t)alte midj lebiglidt) an bie 2öir- 
lung, laffe mein Dr)r entfd)eiben; biefe« erfennt jwar 
bie 83emür)ungen be« Slutor« an, pnbet aber nod) 
leine Sefriebigung. 2Ba« gut unb folib gearbeitet 
ifl, fann abet nadj $™- 91. nict)t trotten fein! ©ars 
übet mag id) inbefj mit bemfelben niet)t Weiter reefc 
ten; er wirb e«, wenn ir)m SWutter Sftatur ein inni= 
ge« ©emütr; unb geiflige Anlagen »erliefen, fpatet 
an fldj felbfl erfahren, ba§ bie gute 2lrbeit wotyl bie 
©runbtage be« gebilbeten Sttuftfer«, biefen aber nodj 
nid)t felbfl auöma^t. — lieber ben 9tefl be« 9tübs 
net'fcljen Sltttfel« fann id) mit ir)m nidr)t flreitenj er 
$at meine SBorte ganjlidj mifjtoerfranben , ober ftcr) 
einen ganj anberen 93egriff üon ber <3acf)e gemalt, 
al8 idj bat>on x)aU. $m Qntereffe ber Crgelfpiel: 
fünft beabfld)tigc id) namliä) , meine 2tnftcr)ten über 
Orgelcompofttion, Orgetfpiel unb Steform ber erfle- 
ten in ber ftolge mitjut^eiten, unb r}offe babttrer) biet; 
leicht in etwa« baju beizutragen, bafj biefelbe wieber 
in bie toorberfle 9Wr)e gelangen fönne, wor/in 83ac$ 
fle fegte. §at er au« meinen SBorten entnommen, 
ba§ iel) ein 9tegiflet &on ftcr) eignenben (Sompoßtios 
nen geben will, fo irrt er; bamit will icr) i\)m öor 
ber §anb nicr)t bienen, unb inerft er in 5ßarentt)efe 
ju meinen Söorten: „Stlaubt e« meine 3ctt y/ fdr)atfs 
|aft an: „wie er felbfl fagt", fo fei i^m erwibert, 
ba§ mit aöetbingö bte 3*it b« SWufe, wie wenigen 
SWenfdjenfinbetn, farg ^ugemeffen ifl. — Snblt^ bt-- 
metfe i^, bag id) weit entfernt war, mit ben in meis 
nem 85eridc)t anjutreffenben iBemerfungen ^>rn. Drgas 
itifl öeefer, bem treffli^rn Se^rer, mit welkem i% in 
langjähriger greunbf^aft fle^e unb ben id^ tere^re, 
Borföriften mad^en ju wollen 5 id) foradj eben nur 
an ben fcetreffenben (Stellen meine 5lnftc^t t?on ber 
€>a<$e auQ. hiermit fann i^ meine ©rwiterung 
fliegen. 9lnbere«, tva* g. S. bie 3ntgema§^eit ber 
©oppelfuge betrifft, fö^rt ju «ßrinety fragen, ifl niä}t 
mit ein paar SBorten abjumadt)en, unb etlebigt fl$ 
f<^on bur<^ ba« oben Slngebeutete übet Drgeleompos 



fition. «uc§ Wnnte id) mid) je^t m$t weitet mit 
^m. 91. auf biefem gelbe einlaffen, benn bann müfjte 
xd) etfl erfahren, ob er überhaupt fiber bte ©a^e na<^* 
gebaut, tvaQ au« feinen 3*tf*n nic^t ju etfe^en ifl. 
SBoÖte idj flreiten, fo würbe bie apobictiföe %txm, 
wt\djt mein (Segner wählte — ba§ er j. JB. unter* 
Ifi^t, Ui ben Söorten: „eben fo ungere^t ifl'' ^tns 
jujufügen: nacr) metner 2lnftc$t, — einen ^unft be« 
Angriffs abgeben. ©o(^ i^ wünfcr)e bte ©tffetenjen 
beenbigt ju fer)en, unb fpre^e ba^er nur noc$ au«, 
wad id) fd^on im Singange erwähnte, ba§ ic^ Stbem 
gern ba« Stecht jugefle^e, ftdr) ju uert^eibigen , wenn 
t^m ltnre<t)t gefc^e^en ifl, ba§ fl(^ ein Solcher abet 
aud) wo^l prüfen möge, ob bie« wirfli$ ber Sau. 
©ie Äritif ^at bie $flicr}t, offen bie (Srgebniffe it/ret 
Beurteilung auöjufprec^en, unb f?e fann nidjt bar- 
na^ fragen, ob ©er ober 3enet ftd^ befonber« bas 
burc^ gefc^mei^elt fü^lt. 

$. ©Wellenberg. 



ftieine 3eitung* 

^ati«. Senn 9 ?fnb tft nodj in $ari<. (Sie ^at tu 
©emeinfefcaft mit einer tljr befreunbeten älteren cngllfieii 
©ame in ben ölpfeif^en gelbem eine freunbltdje ffio^nung 
begogen, in »el&et fte ungeftört antrugen nnb von ben An« 
ftrengungen it>rer Seifinngen in önglanb fid^ erholen fann. 
füllt 5lu«nabme SWroerbeer*« nnb einiger greunbe ^at fle fei* 
nen Umgang. @ie war bei i^ret Slnfnnft fi^ti:* angegrif» 
fen, unb wfoürte f^on na(^ einigen Sagen ben toc^ltyatige* 
(Sinflui eine« ruhigen «eben« in ftirter 9lbgef<$leben$eit. 6ee* 
baber feilen i^re Ärafte »oRcnbe »iebei berfteUen, ber $abe* 
ort ifl nc$ nnbeftimmt. (Sic fingen työren ifl ein grofet (Öe* 
nnf, ein größerer, fte in traulfdjem ®efprd$ ret>en &u ^ören, 
unb eine ttt^re Seetener^ebung, bie Saaten i^re« frönen ®e< 
nfit^e« ju erleben, din fol^e« (Sriebnig an6 i^rem iefcigen 
$ierfein , in hjcl^em ber fco^e @ee tenabel unb ba« fnnftlerU 
föe 3artgefül>I ber gefeierten (Sängerin in amnutylgfter 9la* 
törlfc^feit ^ertjortraten , nnb o$ne ba§ fte felbfl eine «faung 
baüon fyatU, nur ir)rer Umgebung ftefttbar, bie 93erflarnng fltt^ 
li^er @4önbeit f^r Saupt nrnflra^lte, mö^te i(ft mitteilen, 
auö eigenem «6ergen«brange , unb jur (5rqnirfnng fielet in 
biefer jerrfffenen Seit, «ber bequem, ba« $ei§t mit einiger 
8ln«futitl(4feit, toie ba« ber (Sinbrucf, ben e« anf mi^ ma^te, 
wenn i* i$n toiebergeben fofl, er^eif^t. (Sine «rabe«fe au« 
Äünflier« ©rben wallen. G« mag foäter gegeben, ©in i* 
3§nen unb Sbten Sefern bot^ fo mannen <&txid)t f^ulblg ge* 
blieben, eine <Sd)nlb, bie mir fdjwer auf bem *erjen taflet, 
mit jebem Sage toÄdJft unb ab jutragen mit jcbem Sage ^xoit^ 
riger wirb. 9(ber wie gewaltig in biefen 3eiten be« Unfrie* 
ben«, ber Sßerwirtnng nnb ^eftilenj bie Ännf* in ben hinter* 



12 



grnnb wrbr&igt toirb, unb bie ©elfter oon ben ffiirruiffen ber 
flofentoelt fortgerifien »erben, brande tä) ju meiner Qhit* 
f<$nlbigung »ofyl nid^t *rft gn erinnern. $aber, 3 »ift nnb 
Jtampf überall ; anf arten ©eften $ag, Lelbenfcbaft nnb 4&eu* 
QtUi ; bie Gblen treten ab *om ©<$auplafc, bie heftigen blei* 
ben &u oerberbli<$em 3ufammenftof; bie ©adje ber SWenfdjljeit 
ttirb bnrä) t$re eigenen Xrager entwfirbigt; man fnblt ftcb im 
tnnerften ©emütye &errfffen, fann e« toeber mit tiefem fyaiten 
*o$ mit 3enem, toirb irre an fi$ nnb an ben SWenfdjen, unb 
ermannt fldj, von £ag ju Xag 93effere« ertoartenb, nm nid)t 
gatij nnb gar feine fronen Hoffnungen anzugeben. 60 bei 
3^nen in Deutfdjlanb , fo bei un6 in granfrei$. Unb babei 
ber $ob, in grauftger ©efd^afifgfeit ein^erjie^enb unb feine 
Opfer forbernb, ben Jtrei« ber ©efannten nnb greunbe auf 
fd^reefenerregenbe ÜBeife Udjtenb. $ie gange ©iabt ein $ilb 
bet Vianet. 3n ben fdjtoarjbebangenen Äfrdjen permanente 
Sobtenfeier; Leid)enjüge o§ne Qnbe, bie auf aty (Sarge in 
einem SBBagen, in Grmangelung ber LeiäVntoagen grojje Um« 
äug«fut)r»erfe, in toelcfce ba« SHobiliar be« @otte«acfer« auf* 
gefpeidjert toirb oon ©trage gu ©trage, oon £au« gu £au«, 
bann giacre«, biefelben oielleidjt, in toeld)en bie CSingcfargten 
»or Änrjem nodj Luftfahrten machten, ba« Sitte« tyinaufgiefyenb 
)n ben fernen ©otte«acfern, ober im ©alepp batyer jurücffelj* 
tenb, um bie Ijarrcnten neuen ©afte ju Ijolen, ftd& freugenb 
mit ben ©afjriragern, beren f<$»ar§e 6d)aar nic^l minber in 
«dfoenber ©efefcaftigfeit begriffen ift unb im SOicnfle be« Xo* 
be« ftä) ben ©$»ei§ 00m »ngeftdjte »if*t, »ä^renb in StiU 
teln nnb öloufen be« täglichen Leben« unter Slnfüljrung eine« 
©reife« mit entbloßem $aupt bie Slrmen ifyre Seiten felbft 
auf ben griebtyof bringen, in ber Laft ab»edjfelnb mit tljeil* 
■e$ment>en greunbeu, tyinterbrein SWänner, grauen, Äinber mit 
«ertoelnten Äugen, ein fcerjbreä)euber SUblicT. ©0 roar e« 



bi« vor »enig tagen ; je^t $at ©ott fei IDanf bie ©en$c et* 
toa« nad&gelaffen. 916er roer fann unter folgen Umftauben 
unb in fol^er ©iimmung an SRuftfberiäte benfen! 3a, »ei 
mag SWnjif fcören! <£er „<Propbet" ift für miä) fpurlo« Bot* 
übergegangen, unb fo gern i$ tyn noä) ein ober einige SKal 
fyörte, nm übtr ben mufifalifdjen Xfftü }u berieten, iä) fann 
e* nic^t, e« fehlen mir baju Luft unb 2Wut(f. fflon bem geftrU 
gen Jag, ber un* mit einem (Sonoent broljie unb bm öerg 
gur (Sbene machen toirb, roerben ©ie in ben politiföen SBlliU 
tern lefen, alfo fein SDort baoon, alt ba« eine genägenbc 
©elagernng«guftanb. 3^ ge^e, toenn i* fann, ^ent ju 3enn^ 
Linb ^inau« , bie gnm ©lud für iftre 9lu^e unb ©efnnb^eü 
pon ber 3ubringlicjfeit inbi«creter Ännftfreunbe »ier feine« 
folgen 3uftanb ju befürchten t)ai. 3^ aber beforge, baf fit 
ber geftrige Hag oen $ari« oerf^eud^e. 

$ari«, am 14ten 3uni. 91. ©at^. 

Sennif^tei« 

!Rob. $<$umann ift in biefem 3a^re angerorbentli^ tyte 
ttg; auger mehreren bereit« früher genannten aßerfen, bie ft$ 
unter ber treffe befinben, »erben bcmnädjft bti g. 2B^iftling 
SWarfcfee für $fte. ju jioei «fcanben erf^einen. 

(Snbe oorigen »JWonat« fanb in Hamburg ein geiftlic^e« 
(Soncert ©tatt, morin eine Kantate oon @f« 9* 9ioba : X$eo* 
mela, aufgeführt »urbe. 2)e« (Sompouiften toirb nä^ften« in 
btef. SBl. auefü^rü^er gebaut »erben, ba mehrere (Sompo^ 
tionen oen i^m »er Äurjem im Drucf ecf^ienen. 

3n SDre^ben »urbe bie feit einem Viertel -3a^r^unbert 
nid)t geborte Cper (Siraatofa'« „bie §eimlic^e ö^e" mit gro* 
fem Beifall auf« Weue gegeben. 3m Uebrigen ifi tt fetyt 
ßill; e« »trb augerbem nur no^ ©trabeiia gegeben — fonfi 
ni<^t«j bie Hugenotten fte^en in 9u«ft$t. 



JSeFanntmadbuiig. 

83ei brn Betben früheren 2:on!ünfHets83erfammtungen tuurbe fcflgefleUt, bafj aüityxlid) eine berarttg« 
ßufammenfunft in Seidig (iattfinben fotte. 3" »crütffi^tigung ber politifc^en 93err;äÜntffe festen \ix\Q \t* 
boc^ f" r feie f eö -3 ft ^ r cin feftart »B eö Unternehmen in umfaffenbeter SBcife nic^t njo^l ausführbar, unb xcix 
unterliegen au$ biefem ©runbe bid jegt öffentlt^ baju eingaben. Um aber ©elegen^ett ju r)a6en 7 au% 
btefc« 3a^r äKct)rere unferer ouörüartigcn greunbc, bie bereite föcn i^t (Srfc^einen anmetbeten, begrüben ju 
fönnen, eine flSrenbe Unterbrechung ju bermeiben, unb bie 3«t nic^t ganj un6enugt poruberge^en ju laffen, 
beflimmen wir für fünftigen 26jien 3u\i frür) bon 8 Ufjt an eine »erfammlung bed Öcipjiger ^onfünfltets 
Beteinfi, ju ber bie bereit« angemelbeten ©äfle, fo lote überhaupt auswärtige ÄünfUer unb Äunflfreunbc 3«trttt 
^aben. K Jbtx nac^fle 3we* wirb bieömat met)r bet einer cottegialiföen 93ereimgung fein ; bod^ werben wir ©egens 
flanbe jur ©efprec^ung in »ereitfe^aft galten, unb fcoffen, ba§ auc^ baburet; manche Anregung ^erborgerufm 
»erben fann. @inb bie 3weigüereine bertreten, fo würbe mit ben abgeordneten berfelben eine gefonberte Se^ 
f^rec^ung über fernere Drganifation ber Vereine ba« ^act}fle fein, einige @tunben beö Xage« werben, wie 
bisset, raupfalifc^en Unterhaltungen gewibmet. ©ie ^öerfammtung finbet im ©ommerlocal beö Scipaigc Xon* 
lfinfUer s »erein«, ©et^arb^ ©arten im ©artenfaton beö §m.$Ragel, (Statt «benbö juoor werben wir etou 
bafelb^ berfammelt fein, um bie bi« ba^in önfornmenben ju empfangen. 

S)rt Sotftanb be* SWgemeitttti XonlünfUwSewitt** 



SrudC 9t« S«. §t8<fwa«»« 



tt e u e 




<ettf#ciff f#r 




Äranj »tenfceL 

(SmunDbreifigjter 39anb. 



^ 3. 



Stöbert griffe in «etpjig, 
Xflt 8, 3u£i I84fc 



fett Mtfer 3ritf#, erf^etatn toia>itll[a) !| Ihda reo ©attbt* ton oft Wta- 97s £blr. 
s Kummen von l obtr i 1 ,', QJe^n. ! $tt f er tionSgt bitten bie $ttit|elte 3 0cgr, 



SKbowemeat ntfe)mri tRe $oftämter, 9a$*, 
SRuftl* im» Jttnf^anblmgtii an, 






lÖpetn im @[dtnerauöjug. 

§ettri Sitolff, Di« ßraut Dom ßtjnaft, grcCff roman- 
tiCrJ)r ©per in brri Acten, p«n «/uc*r. Jifrt)tr. Doil- 
ftönfcigtr Älamnau&fug nun €. tDinkter. — föraun- 
tdjmeig, 0. Ä, Jflrner jun. Pr. 7 tfylr» 

©ic 3citfä*«ft bringt feljt fpät tote Snjeige Me-= 
fer JDper. ©ie ©riiube biefer ßcTj&gerttitg liegen 
t^eift barin, bafj unfere Bityn* bai SBftf nic^t jus 
©arflettung braute, itjeilfl ftnb fie in ben obwalten* 
ben Umflantfn ju fudjen, nadj roeldjeu Viele bringeube 
©egenfrdube ifjre fo fertige (griebig im g beau l"pru(f)ten. 
SBir fciinrn aber unb wellen bie Dper nii^t gaiij 
überger/en, «tib fö greifen wir, obwohl fi f tt« »t* 
geffen fa>cint, naef; il)r, weil fle bod? unter Dm lefcs 
teil iiiläubif^eu bramatifd? - mufifalifdjen Brjeugmfi 
fen, ungeachtet iijrer üülrri Standet, ju ben befleren 
ju jäfylrn i|i, uiib ferner ber ßmuponifr, trejj einer 
gewiffai 3irfa$rrit$cit feine« Straftet! «»^ fr^er 
fünfHerifa)en X^ari^fci^ nie&t *u ben @a)(ect;tefleu uns 

©a« !ßu$ ber Dper bietete Briebria) gifdjer. 
8ö fyat jum ©egcnflaube jene bekannte Sage aufl 
Win 9lir*"engebirge f mic$ tue! d? et bat Srdutein Auni; 
guube uoin Afnafi bic iljr naljenben örcier ben bei 
tannten, gcfctyr(it$trt 9%Ltt um bie an Sbgruiiben er* 
bauten fflanern unternehmen ld§t, unb beut etil i^te 
$anb jufagt, bei tiefe einigermaßen f^wierige $robe 



überfielt, Wn tiefen, fdjaurrUctyen Qlbgrfinbeu friegen 
bie Stauern einher # unb unrettbar ivaren bie rittet« 
litten Örcier ecrlcren, berm ba« Steg, tjoin ®^jinn= 
bei erfajjt , ftrau^elte auf bem fa)mafen ^Sfabe unb 
gerfe^ eilte mit feinem ffieittt in beut tiefen $3flens 
gruube. STranc^en braten Kittet ^atte Aumgunbe 
buret) biefe graufame Siebe^robe in ben %ok gefen* 
betj ba i\a$tt ber fianbgiaf ^Cbalbert von %t)&iim 
gen, ein eben fo turnet ald tiorfl^tiger Kecte, ©o^t 
einfe^enb/ baß baä ©elingen ber 3l^at nur uon bei 
©ic^er^ett beä SRoffeä abhänge, Abte er baffetbe fa 
lange an ben gefa^rtia)fleu $tbgrünben beä ^ürins 
get ^Batbe^ bi# eö o^tie gur^t unb Sitteru mie ein 
©ebirg$t(e)?pcr bie fajmat(lenSauinr>fabe 0r)ne®$roini 
bet ilfcafe^ritt Segt eilte er uaa> bem Ä^nafi/ unb 
ald er glürfti^ ba@ 2Bagni§ überfianben unb grau= 
lein jtuniguiibe it)rr $anb unb unerme|lid}e ©efig; 
tfyftiner bem äaitbgrafen 511 gu^cn legt, antmottet et 
i^r lüie ©djiüfr'ä Btitter: „ben ©auf, ©timr, bei 
geftr' icr) nic^t", Unb luie jener tierlagt er fie jur 
felsigen Sritnte, uac^bem er tljr ^ivor, unb tai? ift 
c^arafterifrifa^ für ben bibeebeu unb e^rli^cn beut* 
fe^eu STtann, ein *ßaar rect)t luftiger äRautfc^els 
Uu applitirte, momit er i^r ben Stigel benehmen ujoßs 
te, ber (ie ju fo frevelhaften Seginnen geregt ^atte, 
Uub ioir(li4 mad>te [ie in bet Solgr feine ißequ$e 
mei)r, beutfet/e Slitter mit beutft^e ^Jferbe fo fd?onuiigä= 
loa fainjuinotben. 3" einem flitten Älofler bereute 
fle it)te blutigen Äiebeäejrpfrimente, unb ade iijre Senfs 
|er galten jent nur bem ^tinmfifct)eu Srautigain. — 
<8o weit bie @age, bic freilia) in biefer troefenen Qraf* 



14 



fung, mit bem ungalanten, ptofaifd&en (Snbe, n?enig 
günflige «Momente für bie »ii^ne batbct. g. giftet 
$at baä toofyl gefüllt unb beö^atb bie einfache ©age 
mit einem fantajHfärn SKebel umbogen, bet fo inet 
©eltfameö in ftct) birgt, bafc man fcot bem (Stfin= 
bungögeijle beö ©ic^tetö jutütfbrit. 3n *>« armcn 
Äunigunbe fyufen ntobetne (Smancipaticnßibeen; ob; 
rootyl ein üormärjtic^eS Söefen, fingt fte: 

gtet toolU' id) fein, mein eigen nur verbleiben! 
3d) liebte (Sinen nur, ben ißatcr brunten; 
Die Scanner baff 1 id), tettt i$ etoig baffen, 
SBeil fte mein £erj in Silber Dual bur<$bol}rt, 
SKI* felber jum (Sntfefcen mir gemadjt: 
Da, frei geboren, i$ itynen gleich mid) füfjle. 
©aö ßntfeßen »ot ber gtaufamen, männettebtenben 
%f)bx\n btang Bio in bie gelfengrotten, wo ber atte, 
gtaubättige ©eift beö SRiefengebitgeS Räufle. ©ein 
moraüfäeö ©efütyt brängt i(;n, atö SHäc^er bet 9ften; 
f$cn aufzutreten, (St fammclt feine ©eijtetfjorben auf 
kern oben, roinbigen Äamme beö ©ebirgeö, unb x\aty 
bem er ein tü<r)tigeö ©onner- unb &agettt?etter, unb 
©türm unb ©d^neegeftöber, burdj feine fäattyaften 
©ienet loögetaffen, bamit fein ©tetblic*)et bie r)eitige 
»erat^ung butd? feine ungeifUrr)afte 9?ä> flöte, fyticr}t 
et in bet Sßetfammtung bet ©eiflet rcie folgt: „3luf 
jenem »etge tyxxfät ein SBeib, baö ftdj auö ©toI~j 
unb Uebetmutfy an fertiget Statut uetgangen. (Sin 
Söefcn, t)otb r>om 5lnfe^n jtüat, bedj im ©emüt^ ein 
hattet gelö, r?at eö bet grefcet mele fd?cn an ebtet 
{Rittetföaft geübt, bem Sob gewebt beä fcanbeä 
3ietj eö tä'dje fi$ Statut bafüt." — Sßotauf 
©ie ©eiflet im 6r)ot: 

Dod) »eld)e ber 9lrten bie grml *u rad?en am beflen bir 
büntt? 
©ann 9tübejar)t: 

Dualen ber Siebe füll fie ernennen, 
Unb ber getoaltigen (£iferfu$t ©rennen 
Sotre im S3ufen i^r auf bi* jur ©lutb, 
33i« fie gefügt »ergoffene* &lut. 
©et 6t)ot: 

Unb ttcidje ber Är&fte bie« Üßerf ju üenfüljren, »erlang» 
bu von und? 

Dort jiebt mit feiner €<fcaar ein SWann, an SWutb unb 

Slbel b°4 betört ; bem trefc'gen 2Beibe foll er nabn unb 

Sffierfjeug ber Vergeltung fein. Drum laffet 9fcegen, ©tfirme 

braufen unb ^fillt bie (5rb' in Sflebel ein, baß 6$aar unb 

gübm ff<$ wirren; — ber pb«r aber feine ©abritte 

na* biefer ©egenb lenfen mu§. ((5r t>erftt)n?inbet ) 

©ie gefammten ©eiflet beginnen jegt einen betäuben; 

ben Sätmj fte tumoten mit SBoUufl in ben alten 

»etgen, unb wie bet JWeiflet fonfl bie 3«8 f][ * tn Ä ° 5 



bolben fejlge^atten, fo fluten fte fldj jügeUoS jeftt 
in bie ungebunbenfre gtei^eit. ffiebet SBebet'd SBolf- 
fa^lua^t, nod^ ^atfe^net^ ©eifletd^öte im §eiling 
lönnen nut im (Sntfetnteffrn ben 93etgteic^ aushalten 
mit bem planüoflen Sätmen bet SRiibeja^t'f^en (Ste= 
mentatgeiflet. 5Iuc^ teben jene beffeteö ©eutfc^. ©iefe 
ftngen unb fpte<f>en : 

<&o iß'« re*t! 
©offen fdjon f irren, 
©anglid) oertoirren 
9Äenfa)engef4le*t! 

^ Witt jegt fur^ ben ©ang beö ©tama'ö üet= 
folgen. 

©et £anbgtaf 5lbalbett unb fein gteunb 
^)ugo berühren auf iljret 9iücfteife uon einem Äteujs 
juge bie ©egenb beö SRiefengebitgeS. ©ie ftnb e^ 
benen bet öärm bet SKübejatjCfctycn (Stementatgeiflet 
jugeba^t. ^atütlid; üetirten fte fic^, fo ttjoüte eö ja 
bie 9ftübcjat)rfd;e S3otfe^ung. ©ie treffen ben 33utg* 
mann ©iegroalb auö bem 5l9nafi unb feinen Änaps 
pen SSolf, auögefenbet, um auö einet am Sßege 
ftefyeuben S3lenbe baö S3ilb bcö gtäuleinS — al8 
Socffpctfc für bie anfafytenben SHittct, refp. gteiet, auf* 
gefleflt — tregjune^men. $tet gebe !dj auö bem 
SSuc^e baö 3«f flJ " mc »tteffen biefet toter Mannet: 

2Bolf. ßö fommen gteunbe! 

$ u g o. 9ta^ trübem Söettet folget ©Dnnenfd^ein. 

5lbalbett. Uliif ftembem SSege ftnben ftc^ bie 
gürtet. 

©iegtoalb. SBo (ommt i^t r)et? 

^ugo. 53on sßaläfiina, wo toit ben Äteujjug 
mitgemad^t. 

51 b alb. ^)a, fe^t bie beiben gtauen bott! 
$oc^ auf ben 3»""^« J enf ^ S3utg! 
©ie ßinc fdjaut fo finflet btein. 

213 ol f. ©ag ifl bie 3Ravntotbame ! 

©iegn?. ©cr)n?eig! 

5(batb. SGÖte? 

©iegm. ©ie eine ©amc ifi beS Ä^nafxö £et* 
ttn — Äunigunbe. 

2lba(b. ©a$ alfo ijl? 

©iegto. ©et Är;naft. — 6ine flolje 33utg, ni<$t 
roa^t? ©ie fa^önfte roeit unb bteit, unb eine ^ungs 
ftau, nie etobett. 

51 b alb. S^t meint bie SÖutg? 

©icgn?. Unb ©ante. Jungfrauen ftnb nod^ 
33eibe, 3r;r habt gewi§ üon i^t gehört? u.f.f. 

©iegtoalb fingt bie JHomanje üom ^)ööenabgtunb 
am Ä^nafi. 33oUo, Äunigunbenö SJatet, pütjte 
in biefen 21bgtunb. ©et übet feinen £ob betxübten 
%oä)Ut na^en un^attet Steife bie gteiet, e^e fie noc$ 
ben etflen ©c^metj tetgeffen. (Stjütnt barübet, f^roStt 



15 



fle, fle$ bem nur al« Söetb ju ergeben, ber füfcn bte 
Sflaucrn ber ftclfenburg umreitet, »tele eble Stitter 
fanben it/r ©rab buret) bie (Sapricc bc$ graulein«, 
©er mutige Slbalbert unternimmt bennoer) ba8 SBags 
flu*. (Sr iüirb auf $ob unb Sebcn mit it)r ringen; 
nicr)t um Siebe, fonbern ben flogen SBafyn i&r $u bes 
jtoingen. — Unter fet) au erliefen ©eifterflängen jie^t 
ber Witter in bie 93urg ein. ßunigunbe, im SBorge* 
fityl itjrer enblicr)en SKicbcrlagc, bereut ben getanen 
©c^rour unb ifl oon ©eroiffcnöbiffcn gefoltert. 5lbals 
Bert ftet/t bie ©ame: S3ei ©Ott, ein abiig fööneS 
SBeib! 3efct beginnt bie pfycr)otogifcr)c Sßcrtuirrung 
tu Äunigunbenö ßtyarafter. ©ie liebt, fte t/afjt, fte 
roeint, fte trogt, fte jeigt ftcr; nun beutlict) al« ba3 
Opfer bec 9lübejafyl'fcr)en 93orfer)ung. Slbalbert'e 
greunb, ^)ugo, unb ber Äunigunbe greunbin, Wla: 
ir)itbe, galten einen Statt), roie fte ben SRtttcr oon 
feinem 93orfafc abbringen. §n biefem 3^iegefprdd§ 
offenbart ftcr;, ba§ äfiatc/ilbe beä fcanbgrafen SIbalbert 
@cf)n>efter. ©iefe ©ame flellt ber ©ict)ter t)in alö 
Jungfrau, tmc fte fein foö, alä baS grautnibeal, aU 
ein toerföfynenbeä Clement gegenüber ber au8fcr)roeifcns 
ben unb unnatürlichen Äunigunbe. ©ie aber gerate) 
in immer größere ©cr)rcdfcn cor ftcr) felber. ©ie äSergs 
geiflcr geigen i^r auü jeber äftauerfpalte ir)re t;ör)nis 
fcr)cn Äobolbölaröcn : 

(Sntfefolicfc ! tfalter 5tobe«fd}\t?eiß benefct mein $aar, 

3* beb 1 »er groft ! 

3m -&etjen nur ifl glüljent gener 

Unb lobert auf al$ eigne £cf(e! 

dmpor gebeugter ©tclj! 
Slber Äunigunbe ifl ein Söcib. 

«Sie Ijat in ir)rer «Tlotr) nur S^ränen! 
93on t^icr an roirb bie arme Äunigunbe ein 3«rbilb. 
©ie crfcr)eint alö oollflänbige (Sarricatur, n?är)renb 
bod) baö abiige SBeib, roaö ber ©icfjter föilbern 
roollte, and; in bem tyerbflen ©djmcrjc ftcr) nie ju bem 
©reinen einer gemeinen ©clauin fyerablaffen burfte. 
©aö ganje ginale beö jtoeiten Slcteö bietet un$ baö 
»ilb be8 jeriffenen SSurgfräuleinö. £at& liebcStoü, 
$alb rcaljnftnnig toerfünbet fte it/r ßtenb auf bie lau= 
tefre SBeife, in ben r)öcr)flen Sorben ber ioeiblicr)cn 
©timme. 8Bie unebel, auf fo gerctufd)oolle SBeife 
ber SBelt feinen ©er)mcra jur @cr)au ju tragen! 

®en britten 3(ct beginnt $lbatber' mit einer grfis 
feren ©cene. 5lucr; er $eigt Einlage, in einen pf^os 
logifer) oenoirrten 3"fiflnb einjutreten : er fangt an 
in Äunigunbe verliebt ju njerben, unb alö it)m 9Watr)itbe 
»erfrct)ert, er luerbe toieber geliebt, beginnt in feinem 
SJufen eine milberc ©timmung ?ßla| ju ergreifen, ©er 
»er^ängnißoolle SHitt um bie 3inn*n ber ©urg beginnt 
hinter ber ©cene. 2öie fcr)abe um baö neue ©eis 



tenflütf jum $unb beö 2lubrr;, ober ber 3»'8^ ^« 
ßdmeralba! ©ie Kübe^a^rfcrjen ©nomen unb &es 
bolbc pofiiren ftcr) an bie beiben Seiten ber gefär)rlis 
ct)en Stauern unb tragen fo ben bitter ungefät)rbet 
über ben 4?Bttengrunb. ®teö erfahren roir atleö oon 
©iegn?alb, ber roä^renb ber oer^ängnigoollen Eugens 
bliefe für bie beiben auf ber ©cene beftnblier)en ©a; 
men auölugt, uub über baä ©c^aufüiel Serict)t er= 
flauet, ©et 9tttt gelingt 5 ber 6^or ruft: ^)eil bem 
ta^fern 9ftann! 5lbalbert erfcr)eint unb öerfc^mä^t bie 
ftcr) fclbfl i^m antragenbe Äunigunbe. 

£) granenvoüe Söorte, 
5)te funb fein a^unb je^t gab, 
@ie ßnb bie bunflc «Pforte 
Unb meiner Hoffnung Örab — 

fingt bie 9cubergefct)mettertc unb mit tfyr ber mitleü 
bige 61?or. 9ln biefer ©teile bringt bie 93olfäfage 
bie 2Waulfcr)ellen. ©er ©ic^ter mujjte natürtict) beu 
»011 abfegen. %. gifd)er fc^lie§t baö S3ucr; mit einer 
£eirattj, unb fo feiert bie S?atur t^ren ©ieg über baä 
entartete Srauen^erj. 

®* ifl jefet 3eit, ben muftfalifd)en Sb/eil b^r 
Oper nä^er ju beleuchten. Ueber üitolff ifl in bief. 
93t. fcr)on öfter mit eb/renber v 2lnerfennung gefproc^en 
toorbenj einige «Beurteiler oon i^>m t)aben i^n fogar 
in feinen gäfyigfeitcn unb feinen fieiflungen ben S3e= 
flen unferer 3«* gleid)gc(:ellt. ^cr) tl)ctle nict)t ganj 
biefe ^Inftc^t. 83or allem »ermiffe ic^ an Äitolff eine 
r;öt;erc ©elbflftänbigfeit unb llrfprünglicr)feit. $n ber 
großen 5lnja^l uon SSerfen, roelc^c bie muft(alifct)c 
treffe oon ifym veröffentlichte, ifl nicr)t ßineö ju er= 
mahnen, icclcr)cö ben ©tempcl r)ör)crer 2ßeil;e an ficr) 
trüge, obtoo^l alle merjr ober minber in einem ans 
flänbigen £one gefct)rieben, unb l)ier unb ba mit geijb 
reiben, ja fogar pifanten, ^umortflifct)en 3»gen aufc 
gefcr)mücft ftnb. fiiebenc3n3Ürbig ^at ftcr; Äitolff ctgents 
licr) nur in feinen Heineren ©acr)en gezeigt, bie gros 
jjeren ftnb mit $lnflrengung gcfdt)affcn 5 fte ftnb fdjroff, 
oft ^ainbücr)en. dx bebarf eineö großen ^ufroanbed 
oon Mitteln, um unö ju bemonflriren, ba§ er etroaö 
fei, unb ba§ er überhaupt etwaü n?otle. ©eö^alb 
mufj ftcr) auc^ ber 3"l>Bter mit Slnftrengung jum 
©enuffe nötigen, unb eö bleibt in i^m biefelbe uns 
be^aglicr)c (Erinnerung, n?eld)e jebeö 5lufgebrungene ju 
^interlaffen pflegt. ©ie muftfalifct)e Söelt war in 
früheren ^ab;ren geneigt, Sitolff ju begünftigen, man 
erroartete oon i^m ©ebeutenbeö , unb t)atte in fofern 
9tecr)t, alö man, auf bie aflmalige 93eroollfommnung 
beö menfc^licr)en ©eifle« bauenb, nacr) fo guten 5lns 
fangen aucr) Ui i^m tin rafdjeä gortfcr)reiten »ermus 
t^en burfte. ©a8 ifl bi8 j[e|t nid)t eingetroffen. 
Siedeicr/t fle^t biefe 3eit ber teeren (Sntroicflung 



16 



n0$ fceüoi; e£ würbe toemgftmä bem but<$ liefe 
Dpet namentlich geföabtflten »ufe be8 ßompomjlen 
ju unenbti<$em »erteil 8«'^™/ * 6nnte * ir fo äterc 



Äunflfntif »on iljt fagm, fte fei in bei (3ntu>icftung6; 
periöbe beä Somponifien gefc^ticScn. 
(eftkif folgt) 



3ntcllt^cnjblatt 



Nene Musikalien 

im Verlage 

TOD 

C. MAiekhardt in Cassel. 

Bochmani), R., Casseler Carneval- und Mode- 
lanze für Pianoforte. t5 Sgr. 

Hä&er, C, Ich komme bald! Lied für Sopran 
oder Tenor mit Piano. Op. 11. 10 Sgr. 

, do. für Alt oder Bariton. 10 Sgr. 

. , Gebet, Lied für eine Singst mit Piano 

(Liederkranz Nr. 16). 5 Sgr. 

liebe, li», Deutschland hoch! Gedicht von 
Rückert, componirt für eine Bassstimme mit 
Piano. Op. 6. 12| Sgr. 

. , Fantasie über Mendelssohn's Lied : „Ach 

um deine feuchten Schwingen" für Pianoforte. 
Op. 16. 15 Ser. 

Schumann, II. , Fantasiestücke für Piano- 
forte und Clarinette. Op. 73. 1 Thlr. 5 Sgr. 

, do. für Pianoforte und Violine. 1 Thlr. 

5 Sgr. 

. do. für Pianoforte und Violoncelle. 

1 Thlr. 5 Sgr. 

, do. für Pianoforte und Clarinette (oder 

Violine, od. Violoncelle). Op.73. 1 Thlr. 20 Sgr. 

Spohr, Ii., 4tes Doppel-Quartett für 4 Violinen, 
2 Bratschen und 2 Violoncelles. Op. 136. 3 Thlr. 

15 Sgr. 

, 31stes Quartett für 2 Violinen, Viola und 

Violoncell. Op. 141. 2 Thlr. 15 Sgr. 

Waldeck, F., Variationen über ein Original- 
Thema lür Pianoforte. Op. 12. 12| Sgr. 

-, Fest-Marsch für Pianoforte. 5 Sgr. 



Verlag von J. JLndre. 

Charles Vota 

Od 97. Fantasie über Themas aus Sonnambula für 
Pfte. 1 Fi- 12 Kr. 



1 FL 12 Kr. 


1 Fl. 


21 Kr. 


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36 Kr. 


1 Fl. 


21 Kr. 


1 Fl. 


30 Kr. 


1 Fl. 


12 Kr. 


nlner. 


45 Kr. 




54 Kr. 




54 Kr. 



Früher erschienen: 
Op. 63. Stradella f. Pfte. 
Op. 66. Hugenotten f. Pfte. 
Op. 66. do. do. zu 4 Hdn. 
Op. 70. Czaar u. Zimmermann f. Pfte, 
Op. 73. Part du Diable f. Pfte. 
Op. 86. Lucrezia Borgia f. Pfte. 

Mi. Cramer 

Op. 57. Brillante Fantasien f. Pfte. 

Nr. 1. Fahnenwacht von Lindpaintner. 

Nr. 2. The last rose. 

Nr. 3. Liebend gedenk* ich dein 

Verlags -Bericht, fflfonat Mai, 

von Schuberth if* €7. in Hamburg u, IKew- York, 

enthaltend Neuigkeiten , welche durch Geball und Aus- 
stattung das Interesse der Musikfreunde besonders in An- 
spruch nehmen: 

Briiniier, Bouquet de Melodies p. Piano. „Pre 
aux Clercs 44 . Op. 109, Nr. 3. 71 Sgr. 

, do. do. ,,Anna Bolena". Op. 109, 

Nr. 4. 7+ Sgr. 

Fesca» A«, Frühlingslied f. Sopran oder Tenor. 
Op. 55, Nr. 5. 10 Sgr. 

Ourlitt, C, Sommergang in die Heimath. Duett 
f. 2 Soprane. Op. 5, Nr. 3. 12| Sgr. 

Kressner, ©., Praktischer Lehrmeister im 
Gesänge. Erste Abtheilung. 24 tag!. Studieo 
zur Bildung der Stimme. 1 Thlr. 

Krn£, D«9 Fantasie aus der Oper: „der Alte 
vom Berge 44 , f. Pfte. Op. 33. 20 Sgr. 

Uszt, IT., „Einsam bin ich nicht alleine 44 . Volks- 
lied von Weber, f. d. Pfte. übertragen. 10 Sgr. 

Schmitt, J«, „Erster Lehrmeister am Pfte 4 '. 
2ter Cursus. 1 Thlr. 7J- Sgr. 

Schumann, R., 3 Lieder f. PIte. übertragen 
von C. Heinecke. Cah. 2. Die Lotosblume — 
Frühlingsglocken — Ständchen. 15 Sgr« 

Walter, Aug., Frühlingslied — Scherzo — 
Capriccio, f. Pfte. Op. 5. 20 Sgr. 

(Durch alle Buch- u. Musikhandlungen zu beziehen.) 



tST Glajelne ÖUmmetn b. 9t. 3tför. f. 3W»f. »erben ju l{ 9Jgr. beregnet. 



X)ru«l vjüu $i. Ä uil mann. 



U t u t 




iitf$tift fit «gtfML 



BerantiuottLi^it »ebacUttt: 

giuunbreifjtgfler Sanb, 



Jtf 4. 



33 1 1 1 e g e r : 
3to6ert gttefc in ßetpjfg. 

5>en 11. 3uü 18«. 



So« blefer 3eitfä% erfdjefttii tttoajeiitlla) 
S OTnmmetn ton 1 ober !*/■ Segen. 



$reU bc# ©anbe« van 52 Ohn> 2'/i IftU. 
5nfertioii#gtbnfjren bte 9Mitjeile 2 £Rgr. 



Stfconnenieiit nehmen afU Eeflümter, Su4* 
SJiujif * nxib Äunjirjanblungea an. 



3n5öU: Optra int GEabUrau*|ttg (C^Int). — ?ür tU Dtflfl. — *u* Bmtau. — JötrmifäteiS. 



Opern im (SlatnctauSjtiß, 

§enri Äitolff, Vi> ßraut t>om ßijnaft u.£w. 

©ei grögte ©äjaben an ber SWuflt ber „Braut 
toom Stynafi" tft bie fcfyon UüT^in angedeutete Uns 
felbfifiaubigreit brrfelben. Sitoljf jeigt l?ierbur#, bag 
au 4 er ff inen ^eil toen bem tuufifalifa)en ä^eifgr- 
föitfe feiner SanbSleute ju tragen $abe. *Rac§ ben 
fci^er gemalten (Erfahrungen fäeint etur mglifcr)e 
©a^ule |ii ben Unmogtidjfeiten j« gehören* $tn allen 
Gomponifteii tiefer Nation jeigt |ldj eine entfdjiebcne 
Hinneigung jr'n Srembcn, unb nut bafl i(l am ©nbe 
an t flucti ju loben, bajj fie nidjt mit ^etfuleä am 
©djcibciuege bleiben, foiibern eine brfiimmte Spartet 
ergreifen, ©alfe unb £Battaee f>abcn baä mitte» 
lofere %1}t\l trn>5l}tt , (Je folgen ben Orangen unb 
Italienern; 971a c farre u, ©ennet unb ber Statin 
in ©rage, Sitolff, lieben baä folibere ©cutfäe. 
©ie rrfleit Reiben ber \\\U%\ genannten Ijaben jidj 
entf<$iebeu bei äRenbefSfoijn'fajcn Sdjule angef^Iof- 
en, bei Äeßterc fa)voebt ruic ein Sftofyr im ££inbe. 
ftcniint e3 batauf an, bie äHrifttc ju fna>n, benen 
n befonberfl fotgt, fo bürfte 28eber, iioa) metyt aber 
befTeit Epigone *D(arfä)nrr ju nennen fein y cbgleiaj 
aud? ber biefen beiben frembfle&enbe 9t of (tili tjier unb 
ba auftauet, Unb ^ier liegt freiließ für ben fpeeietten 
ßaü 2Rarfd)nrt*fc /y $aud |>eiling" jiemlidj ttftfce, Gin 
®eifterfurfi, ©rificrc^ore, baffelbe hineingreifen beS 
Qefpenfrif$en in baS 2ttenf$Uc$e, Sturm unb Unge? 



mitter, unb ttetdjr 31 e^nli^f fiten eö no<$ mct?r gtebi, 
©ia^ter tinb t&Qtnjpcnift tvanbeTn einen gleiten ^Ücg j 
3eber toon i^nen tlammrvt fta), t^etlä berou§t, t^eiU 
unfcemuft an ©rgcbencö, <Sie gleiten hierin fior* 
|ing, nur ba§ tiefer auti beut njD^fgcfüüten Bfyuhz 
fafien feiner feenifa^en unb mnftfalif^en Erfahrungen 
im Slflgemeincn gtüef(id)ere ©riffe ju tr)nn pflegt. 
9OTarfa>nei f^at bie jefjt noa^ (einen fo entf^tebenen 
5fta$a^mer gefunben, rd i(l bet etfle SBei^rau^, Ux 
i^m in biefer öe^ie^ung geopfert wirb* Seibet fommt 
aua^ ^ier bie oininofe ©a^iöer'f^e ^J^rafe in SCnmen- 
buiig: „loie er fi(^ räubert unb roie er fpntft u.f.to/' 
äRarft^ner 1 ! naturroüajfigeä SÖefeti, ferne milbeÄraff^ 
fein bmdj unb bura) anfteö, beutf^cS üBefen gc^eri 
bem Öritten ab* ©er Sttme fallt am meiflen auft 
ber Sofie bura^ bie oft seitenlangen iEaben^en, bie et 
feinen gelben unb feine $elbin a,an$ in itatienifa^er 
SBeife fingen tagt. @o unlcgifa? ifi niemals Snarf^: 
ner in feinen teueren Sßerfen »erfahren , icarum tuar 
Sitolff fo e^rbegierig, ft(^ gcrabe badn uor feinem 
yjtufltr au^eic^nen 51t ttoUen? ©0^ locju übet 
biefe deinen ©d^tud^en no^ regten! %tn meifien 
ju beftagen ifl ber SWangef an origineßen, Barattes 
rifiifäcn 9)letobien> öd giebt ©icüen, bei melden 
man criijili^ bebaitem »m@, bag ber Sompoutfl mit 
fo nad>tdffiget Sctbjlfritif gegen fi^ oerfabren, ^*- 
bei Dpcrncoiuponiil, melier bad metobif^e (Sfemenr 
mit Ra^Uffi^rett be&anbett, gräbt p^ f*Ifcff f«n 
©tüb, unb am Snbe ^at 3^ncr immer ein grogereÄ 
Sle^t ber ©ulbung für (1$, ber, wenn au^ oft tei^U 
finniger SBeife, ^anntofe unb Iti^tfagti^e SWetobien 



18 



fc$afft, aU ber ©rübler, ber mit yebantifc^em SBulfle 
fl<$ fl<8*n bie einfache Watwt »etbarrifabirt. 

©ie S?$anblung ber ©ingflimmen , namentlich 
beS Senorä unb ®opran$, ijl bic öerroerflid;fte. (Sin 
immerh>är)rento<3 fBerroeilen in ber £öt}e m*ä)t bie 
®timmtn mübe, unb fo ifi am meiflen bie arme Aus 
nigunbe ju bebauern, beten $art mit ungebrochener 
(Stimme ju (Snbe ju fingen fajl ein SRiefennmf fdjeint. 
®aiu fommt, bafc ber Sonfefcer fi$ nid)t freute, 
ben r)cr)en Sonen fciele SBcrte unterzulegen, unb über- 
haupt ben (Sängern ßiguren jur Sluöfütjrung anju* 
mutzen, bie ftet; für afle Snfftumente beffer alö für 
bie menfci)ti$e Äer;le unb 3"nge eignen. 2Karfcr)ner 
»erfährt beinahe tUn fo in feinen Opern, namentlich 
im Sempier - y e$ ifi biefeö »erfahren bort eben fo'un; 
fci)8n alö t)ier, unb feineöiuegö ber Sftac^mung toür* 
big. <So wenig bie Italiener ber SReujeit als Wlu: 
per im muftfalifct)en ©rama gelten fönnen, biefen 
ieci)nifct)en geiler »ermeiben fte mit ©lüet, unb barin 
möge man it)nen nacheifern. 

©afj ßitolff ©eclamation$fer;ler begangen, fin* 
ben roir tjerjetylid} 5 er ifi ein Sluölänber unb fomit 
aufer (Stanbe, t)ie it)m frembe (Sprache btö in it)re 
tnnerfhn ©et)eimniffe ju burc^bringen. Gh'nen großen 
%fyH btefer <S$ulb tragt ber ©icr)ter mit, beffen 
fc$ledt)te Sfhofobie ben unerfahrenen äftann an einer 
fWenge Ältypen fct)eitern lief, ©a nur ber ßlaöier* 
auöjug vorliegt, ifi e8 nict)t mBglici), über bie 3n* 
fltumentation $u berieten. 9lafy ber au&eren ©eflals 
tnng be3 2Mobif<$en unb 4?atmonifcr)cn läfjt fte$ anä) 
hierin auf ein hinneigen ju SB e ber unb 9Warfcr> 
ner fc^liefen. 63 mürbe roenigftenö tt)rkigt föek 
nen, trenn ber (Somponifl bei gleici} ©egebenat einen 
anberen SBeg fudjen tuoflte, als ben t>cn biefen bei? 
ben Sfteiflern fo genial toorgejeiet)neten. ©er ^laüiers 
auöjug ifi mit gteig gefertigt unb bic SluSjiattung 
eine treffliche. 

(Sollte Sitolff ein gleite« Unternehmen begim 
nen, fo möge et öor allen ©ingen baran benfen, feine 
Unabijängigfeit ju roa^ren. ©iefe« unfläte^ins unb 
$erfct)ioanfen, biefe Unentfc$toffent)eit, bie am meiflen 
au& mangelhaften (Stubien $u entfptingen fetjeint, ifi 
eined roatjren Äünfllerö umoürbig. Slu$ befreie it/m 
ber ^immel beffere £erte. ©er 97tangelr)aftigfeit beä 
feinigen ifi ein grofer £r)eil beö SJlifclingenö juju» 
[(^reiben. 



gut Die JOt&eL 

3« Sei. SB^ct), SäwAtlidp Comp0fiti0«en fßr ^w 
•rjd, ^wu«je3#b. wti «. ID. Äömer. fyft 4: 



19 biß jetft unbekannt* Ctpralvorfyicle, unH fleft 5: 
10 wenig bekannte Jug^ttttn unb Ju$tn enthal- 
ten^, ßubfnrtptionspret« fiir jebes 7| 0gr. 

6« ifi baä Äennjeid^en eine« ©eniu«^ baf a 
feiner 3«t toorauöeilt, unb nidt)t bloö biefe, fonbetn 
aud^ femmenbe 3eiten erfüllt. 9?adt) biefem Sflaafj* 
fiabe etfei)eint 33aci) alö ein fclct)er ©eniuö, unb jroar 
in optima forma, ©leic^eitig mit £änbel geboren^ 
fußte er i>\8 $u feinem 3:obe nic^t nur feine 3*it, fons 
bern bon ba naci) ^unbett 3«^^" ^«^ We unftige, 
unb joitb noct) n?et n?cig treibe fetne afci)gtaue 3" s 
fünft (nici)t na^ 3 fl ^en, fonbetn ^a^iinbetten ju 
meffen) etfüflen. ©aä SBefen beö ©eniuö etfe^eint 
fomit roie ein flta^lenbeö ©eflitn, toie bie eroige, ^erts 
licr)e (Sonne: r\\i)t eine SBelt, fonbern ein ganjeö 
SGBeltf^flem erleuct)tenb ! Unb fo erleuchtet unb ers 
roärmt ber ©eniuä auet) anbere ©eifler, bie ftcr)'3 freus 
big bereuet »erben unb i^m für bie fct)öne, geiflige 
(Srt)ebung aud) t?on ganzem ^erjen banfbar flnb. 
— Summa summarum: n?er SSaci} fennt, bejj ^erj 
ifi tjoll üon itym, be§ get)t ber ä^unb über oon it)m! 
3elter fc^reibt an ©Btfje; x/ ber feiige ßantor ifi eine 
merfroürbige 6rfci}einung bei ©ottr)eit!" 

Sm erflen SBerfe pnb 19 6t)oräle auf toerfe^ies 
bene 5lrt bearbeitet^ b. I). canonifei), ober ber Cantus 
firmus t>erfcr)iebenen (Stimmen $ugetr)eilt, auci) berfelbe 
fugrrt, ober als Zxio unb in fünfflimmiger Harmonie. 
Sllö ein (Suriofum terbient 6t)oral 91r. 15: 93om 
^immel t)od) :e. ©noäc}nung. ©aö 93orfpiel ifi aute 
brüefticl) mit bem y£act bejeici}net, enthält aber befs 
fen ungeachtet meifl ©ru^pen »on nur jroei 5lc^telu 
anflatt »on breien. ©ie fafl beflänbig bajutretenben 
©ecr)jet)ntr)eile roütben bemnac^ jroei ßinfci;nitte (r)iex 
alö jioei Briden gebaut) erhalten, roelci)er Sintl^eis 
lung jebo^ in ber SJtittc ber 7te unb 8te Sact mit 
feinen auf einmal erfd)einenben ©r eiaci)telgruppen 
$)ot)n fpricljt. Unb enbtici) im 4ten $act »om @ct)luf 
geben bie brei Unterflimmen juglcid) bie ri)r;tr)mifd)e 
IDrbnung ton brei 5(c^teln, fee^ö (Sedjjer}ntt)eflen un'b 
jtoei Siebteln! @cit)on ber Slnfang toirb ber Sluöfii^* 
tung toegen SJland^en flugig maer)en. 

SBa8 baö jroeite SBert betrifft, fo werben fte^ 
bie jjugm unb gugfjetten inSbefonbere burci) il)re Ieici/te 
5luöfüi;rbarfeit, n?a8 tüol)l Ui ©aei) mit ju ben ©eis 
tent)eiten ju gehören fci}eint, greunbe genug erroerten. 
Str. 8 r „^J^antaftc" übertrieben, jeigt in ben groei 
Saeten ber Einleitung roieber eine Sad&'fc^e ©uiio* 
ptät, roenigflenß 6igentr)ümlic^feit, fcur$ bie ton tyau* 
fen jeniffenen 3»eiunbbtei§igt^eile. ©egen bie griüos 
litfit bei legteren tritt nun, bedächtigeren unb emfien 
Stritte«, baö gugentr}ema, »on einem Sontrafubjeet 
unb fcgtei$ no^ ton einem jroeiten gefolgt, auf. 



19 



Etaa $m, »ettrgrc gebüßt fit bte »eröffeni. 
li^ung Überhaupt, unb in«frefonbere für feie aufinliÄ 
föfine SJufiflattung ber Backen eompofttiüntn ber 
©anf afln greunbc ber toasten Äunfl. ©c$ au$ 
biefr greubr foW, wie alle irbifdje inSgemein, mc$t 
»oflfommen fein, ©o wie eine föSne gruajt ben 
$ajjlid?en SBurm, fo birgt biefe neue Qtu&gaU eine 
nfdjt gelingt 3a$l ton — gestern, anttgf mSgrn 
toßljl oem Motenfie^er §erru$ren, bie eine genauer« 
Webificn (bei öae$ frettia) boppelt noi^wenbig) gu 
irffitigm unterlieg; bie anbeten, weniger auf 9tec^ 
mtng brf Herausgeber« gu (abreiben, flnb btelme&t 
gßlg* mangelhaft« Kbfr$riftrn ober gar ^t&brüde, 
$iex in biefem ©unftl vermag nur ein wirfti^er 
Aunjbetfränbiget ben regten SÖeg iW finben, inbem 
er, o$ne auS *JSietät gegen S3a<$ au$ nur einen ein- 
jigeu @tric§ an if^m anbern ju wuUen, aus ber Äunft 
felfcfl ben teitenben gaben hernimmt, ber u)n mit 
©ic$er$eit auf bie ^rr^ümer ober 3uf% fftfat 
©rtngenb wirb ba^er £r. ÄSrner um etmaS msit Äu= 
fere ©ergfatt, um bie fö^fl nBtfrge ßorrectljeit bei 
gortFefcung bei Backen Sßerfe etfu<$L (Sine futm 
ttiatiföe drma^nung ber $ier in Siebe ße^eubrn ge& ; 
let mö<$te 9tef. wo^t £ier geben, wenn mc^c fowoltf 
b« Raum, all bie NiuffU$t gegen bie Öefer, bie bedj 
etnmal ein bloßeS ©nttffeljleröergeidjnifj meber inter* 
rfflren no$ beliebigen Tann, f(n baran oerfrinberte. 
«ni timn ©eleg für biete, bieQeiä)t n*c$ flimmere 
3nt$umer giebt SKef, in folgendem IBeifoiele auä einet 
Baasen gugt, ß*©ut, entlehnt atf* einem britten 
»orliegenben SSerfe: „©er IDrgeb BirtucS, tiuäwa$I 
bon Sonfturfen aßet Slrt für lit Orgel, bmi ben tot* 
ue^mflen Orgel = ©ümponiflen filterer unb neuerer 
3«t, gum ©tubium unb jutn ©ebrau^e bei Drgefc 
Grneerten, (erairig. ben ©. SS, Äärner", 5Rr, 285, 
^t* 5 ©gi. 




SDa* etfle f im «1t iec$t* 



fertigt fi^ fä>on e§er a» ba« im Sopran, wofür fis 
berMeiten tmt§. 66 en fo ungeree^ (fertigt etfe^einen 
bie Bee im fßtgenben 3;aet, fo lote bafclbfi bag plB|s 
lic^e 3lbfc^na^en beS Xenorö, ber bermut^i^ jiatt 
feiner gangen ^Saufe eine gange 9loit g, unb ba6 (e^tt 
a«^ f(|on bie golge, gehabt %at ©aS Wa^foU 
genbe mag 3eber felbfi in ©rtocigung gießen* erlief = 
lic$ tejttieifeft Mef v baf einige Eluintenparallelen unb 
in bie £% geführte Tfetne ©e^timen bem fire ngen 
Ba*^ lüitfü^ äUjufajreiDen flnb. 

©«ff««* Soui« Äinbfe^et. 







^^USSä^ 



3Iu« Sre«lau. 

©ie SSinterfaifon ift fceenbet — unb gfücttidfr 
teenbet, tro| bem eS f^ien alö würbe keenig fetter* 
teit unb fieben in berfelfcen ^errft|en» ©aö furt|t6are 
©ef^enfl ber G^fera war rö, baä bie ^eiterfien unb 
forgentofeflen SWicnen «rfianen ma^te unb ^ebem 
gut^t einpfte, Sie ifi ijorütergegangen, ungeaä^; 
tet Xanffttbe in i^ren gefräßigen Magen üerfenft wuu 
bem ©od^ tw>iu ber traurigen Vergangenheit beu- 
len — an bie 83ergangen£eit motten wir unä etins 
nern, aber nur an bie fripdje. ©« ffllonat $a* 
nuar braute unf $rn, ajppßinari be Äontet?, 
einen fe$r tüchtigen ©iolinsirtuofen, bem eö aber trß(} 
feiner eminenten gertigleit nic^t gelang, fitf) bte ®th 
tung ju üerfe^affen, bie et mit Slej^t terbiente. Sßa^ 
i$m fam ber blinbe glßtifi ©iige, fo Wie ein e^e= 
maliger Sögttng be@ ^ieflgen ©linben ; -Snfiitutf, 
grtebe, gu ©oncerten ^ier^er, fieberen Ratten wir 
©eTegen^it gu ^ören. ©ein feetenDottefi ©mel, fo 
wie bie bebeutenbe gertigfeit, lüomit er bie tec^nifäeu 
©c^wierigfeiten üterwanb, (teerten i^m boCe 3tners 
fernrnng. 3Em ljleu SWai traf 3;^at6erg $irr ein, 
um ein Soneert ju ge6en. ©e^on a^t Sage bor bem= 
felben waren ber größte %§nt ber ©ig^rd§e mit k 
i S^tr. berfauft, 9lm (Soneertatenbe ftlbfr — ba8 
Koncert fanb in ber Stuta ber frefigen Uniuerptfii 
©tatt — ^atte f1<$ ntdjt attein ein auferorbentli^ 
ja^retf^eö, fonbem au^ ein fe^r au0gewa$lt«6 $iu 
IliUm eingefunben. ^ebe ber fege gieren, bie ei- 
gentlia), flreng genommen, (einen fünjilerife^ert SBert$ 
Ratten, würben mit rauf^enbem ffleifa« begleitet. ®t 
fijiette eine qfyantaße über bie ©erenabe unb SWenuett 



20 



au8 ©on Suan, eine ©arcarotte, ^antaftc über ein 
£r)ema a\i& fiuctqia ©orgia, Sieber ot)ne SBcrte ton 
ättenbelöfofyn, ginale auö fiueia (üariirt), Spljantufte 
übet baä ©cr)lummerlieb, unb Sarantetta a\\& ber 
©tummen &on Sßortici. 

SBon größeren ättuftfauffü^rungen, treibe am 
@c$lu§ ber ©aifon , unb jwar in ber Sfyarwoc^e, 
flattfanben, nennt i<$ nuc bie Samentationen, meiere 
aüjäf)rli<$ am äflittwoety, ©onnerflag unb Öreitag 
in genannter SBocfye in ber ©omfirc^c frattfinben, fo 
wie am Karfreitag felbft auc$ ©raun'8 $ob $e$u 
in ber (^Iifa6etr) s Äirctye jur 2luffüc)rung fam. gers 
ner führte noefy ber äftuftfbirector SWofewiuö mit 
ber ©ingafabemie, beren ©irigent er ift, äftenbeläs 
for)n'ö 9ltt;alia auf. 3"»" SSenefij für unfern £r)ea; 
ter sÄapeümeifier ©eibelmann fanb bieömal in ben 
Stäumen beä Xfyeaterö bie fonft immer am ©rünens 
©onnerftag in ber 5luta, unter Seitung üom Äapefls 
meifter ©d? na bei (©ot;n beö uerbienftootten ef)emal. 
©omfapeUrnftr. ©djnabel) ju ©cr)Br gebraute „©cfyö- 
pfung" bon ^ar;bn ©tatt. ©aö §a\\$ war biö in 
bie r)6d}jten SKäume gefüllt. Stuf ber 83ü§ne, bie ju 
einem Goncertfaal eingerichtet war, err)ob ftc§ terrafs 
fenförmig baö JDrdjejterj ringä um bajfelbc waren 
nodj ©ifce füi bie 3ur)örer angebracht, ©ie ©amen 
Äüdjenmeifter, 93unfe unb ßouife 9OTer/er, bie #$• 
&ed)lc , $irfcf)berg , Stieger unb $ßrawit r)atten bie 
©olopartien übernommen. (Sr)or unb SDrdjefrer was 
ren terfiarft worben. 2l(ö bie ©arbine in bie §ör)e 
ging, ertönte ein freubigee Wtj! über bie icac)rr)aft 
brillante Sluöflattung auä bem äftunbe ber ffierfamtm 
tung. ©aä Sßert beö finnigen 5lltmeifrer$ würbe 
mit foldjer Äraft, ©ebiegenfycit unb Sßracifton auä= 
geführt, bafj biefer 9lbenb noer) lange in (Erinnerung 
bleiben wirb. — Um ftdj fyöron ju (äffen, trafen in 
ber SWitte bcö 2J?onat8 27iai jwei Wiener 93irtuofen, 
§ad enföllner unb Sftinfuö ($piano unb Sieline), 
t)ier ein, beren (Soncerte einer rcdt)t jar/lrei<$cu Xljeils 
nar)me fic§ erfreuten. 

©aS Sr)eatcr führte unS wäljreub be« SBinterö 
brei neue Opern oor, nämlicf) „Sßrinj (Sugen" üon 
©. ©cr)mibt, „baö eherne spferb", welche« üier ättat 
tooüe Käufer machte, unb ^aler^'ä „baö Stjal »on 
5lnborra", baö audr) fjier mit gro§em ©eifatt aufges 
nommen würbe, ßiner auöfilbrltc^en Sefprcc^ung bies 
fe8 äßerfed bürfen wir und (?ta enJ^atten. — 5(u§er 
ben Goneerten, welche im (SaaU bcö Caie restaurant 
attc ©onnerflage üon ber 2r/eaterfapette unter Öeitung 
bed SJtuflfbir. ^effe, ber gewör;n(ic^ bie etafftfe^en 



SWuftffiücfe birigirt, unb Drc^eflerbir. »fec§a flatt^ 
fanben, unb worin auf er SBerfen t?on SWojart, Beets 
Ijoüen, ^a^bn, ©abe, SWaurer, ^effe, ©potyr, auc$ 
größere 6ont3erfationömupfflücfe erecutirt würben — 
fo famen aU nodj nie r)ier ge^Brt bie ©s©ur©vms 
pt}onie üon ^a^bn, fo mit bie 3l;©ur ®r;mpr)onie 
üon Seetc)oüen jur Sluffür^rung, — waren feine Eons 
Ctrte weiter ton ©cbeutung. ©iefelbe jtapeUe terans 
flattete auc^ im äJluftffaate jwet muftfalifc^e ©oireen, 
bie auc$ re^t jar)Ireic^ befugt waren. Uebert)aupt ifl 
biefeö Snuftfc^or ba$ einzige in ber ©tabt, weldjeS 
im ©tanbe ift, SEBerfe genannter SKeifler in würbiget 
SBeife au8jufür)ren. ©ie Goncerte pnben aucir) wä'^renb 
Oeö ©ommerö im 8ibidr)f^en ©arten am ©onnerftag 
Statt. — ©er Sreölauer Äünflleröerein ifl fc^on im 
SWoüember feiig- entfct)fafen. — 6 2( 



»etmifd)tc6« 

«u« £5re^ben fd)reibt man nn* - 3n S^r. 2 be« Slßen 

93anbe« bief. S31. Pe^t, e« ttütbe ^ier äuget dfmarofa'6 

„^cfmli^e (S^e" nur ©trabelfa gegeben. Um unfere mnflfa* 

lifcften Oenüffe nid^t aüju einfeitig erf$einen ju Iaffen, be^ 

richtigen tüix obige S^otij ba^in, ba§ mit jenen Opern ber 

greifiüfc unb 3BiIbf4ü^ abtoea^feln, unb ba§ au§er ben §u* 

genotten the Gipsys Warning »cn SBenebift einftubirt »irb. 

?c$tere t»on ^rn. ©arberfnl, »ela^er, bi«^er SWufifbfrector ber 

itaiienifa^en £)perngefeUf<f)aft gu 93erl(n, n?ie man fagt fcor* 

Wufig auf brei SWonate in gleitet (5igenf(^aft ^fer angefreltt 

tootben ifl. gerner fcfl avä) „ber $rop^et" in 9(u«fHt fte* 

ben. — 91u* ben gegebenen Opern lägt fid) erfeben, bog nidjt 

ade ü)eForationen verbrannt ftnb, fenbern rrabrfa^einli(^ nur 

bie be« alten Xbeater«, inbem bie jefct gebrausten im (5on« 

certfaale be« neuen SfyMter« aufbewahrt roetben. ^ m ^ 

8. OB. 9». 

S5iele SWuftfer geben jejt in ^Pariö grati« (Foncer* 
te, g. ©. ftlfan, um nur vom $ublifum nf$t tergeffen |tt 
roerben. 

JDte Oper in ^artS ma*t je^t bei ber berrföenben 
Äranfbcit f^lea^te ©efa^afte. SWeierbeer'« „«Prophet", ber 
fonft immer bei überfäUtem §aufe aufgefü^r rourbe, braute 
füijli^ nur 500 gtc«. ein. 



Xonfünfrlet « »etfarmnlunö fünftigen 26fien3uUfrfi^ 
8Ubr. 



»ni«f oon 8t. «fidmatt». 



U t u e 




Htf$tifi f#r 




öeraitttoottU^et fflrbaciect: 

# raaj 58* enbtU 

mnvmtfrtitifjfcn ®anb. 



Jl? 5. 



4c f Itgifi 

Wofrert gticfe in £r(pjtg* 

3>*tt 15. 3ult 1810. 



$#* biefer 3fitf$. erfdjeinen to*$*ntlld& 
1 ülummetn von 1 ober IVi ©0fl.rn. 



$rd« bei ©anbei tun 52 9!rn. ty^fyt* 
Sitffttiön*atfcßferr* bfe $ttitjeUr 2 5Jgt. 



9t bcrmr mml ndjmea alle 9*cfUmttT, 
5KufiT' u«b Jttti|r|attMingrn ai. 



3n$att: Die «tafenfltfat bff Jtfinfa im ft »ctg an 9* btr SBeltgffdji^t*, — SatfGiaeniHatt, 



SU Stufenfolge fcetf fttmfte im gort- 

«ange btt aBengefctud&t** 

Dm Jr, ßreirtrL 



SDi* Ontoirffung be* äHrnföengtfcr)fecr)t£ jeigt 
tnft tili (nteteffante SS^auf^tcl fc« äSefreiung beß 

©eifteä auä tcu Söauben Wä Slatiiili^f b, wrtcfr ifa 
anfangti fehlten *, fic §etgt »n* bie $ri?rbung bei 
menfd?iid?rn ©«uujjtfeinä aud feinet fviL^tgra &«fun* 
lea^tit in baä 9taturtt^c jur (Soften) iit ber itjm rut* 
frreöjenbett CBrfUft, |ur Sriftenj bcö (Seifig ut ©eis 
ßetgefrati. äÖir ^aben bei biefer Sniuncllimg bie 
ttufeejauung, im* bei ättenfdj fl<$ aud ben ttyierifcr)** 
gufiauben, mit rochen feine ®cfcr)icr] te beginnt, mebr 
sab ntefec herausarbeitet unb per) aW 2Jienfa) erfofs 
(eit lernt, unb rriliden in tiefem Sortgange ein rajh 
lofrd S&rUrTf^rctten cou bem UnwMflimiKririi jurit 
©otlfommneren , fo bajj birjentgen inen, meldf* meU 
neu, ba§ bie ®efcr)i<$te, roie bie Statur, in einfJrinu 
gern ftrriölauf per) bte£e. Sie ©cfdjtdjte iß ein 
prae§itJoßer, junt $intmrt empor (Irebenbrr 83a», bem 
bie reettgrfäjicf) tilgen &ä(f*r sinb bie großen ^nbiuU 
buen als ©aufleine bienen, ein San, melden je&eä 
bäte* folgenbe, bei bem gortfätiu beseitigte 33*1* 
$6§« empört feiinnr, 

©er Orient iß bei ftnfangftpuntt tiefer Gnhuicfs 
lung. bei Sonnenaufgang ber (#nrr)t<fcte ; ber Orient 
näffuer liefe grojje ©attetie ber Hälfet mib ^nbioi; 
iuen. $in ifl ti f von ba£ SBeicujifein, anfangt nodp 
garii stA bem 9Utitrlia)en fttfeffttt, in ben Staaten 



r)8r)em ©efraltnng aufl biefer VtafiMlmf eit per) enu 
por&HArbrtte n , nnb einer geizigeren Gjiflenj ju|n(ires 
ben beginnt. Segfplen wirb toan ber mobernen 5Bif# 
fenf^aft M bad^enige Sanb in ber fr üt)e fielt 9nU 
toijlung ber ©ef^i^te U^tx^ntt, meldte am enU 
fcr;iebcnjten baä (Icmac^en ju feffcfl|lanbtger ©eifrig; 
feit, bafl Einarbeiten jum mrnf^Iie^en 9emugtfein f 
Ba0 J&eraiiöacbeitfii aul brn t^ierifer)eu (S^mpat^ien 
jiw örf^eiuung bringt. Sie @pt)t?nj: tommt ton 
Stegppten naet) ©riec^enlanb, unb giebt bort baä be* 
tannte Wat^fel auf, bejfen äofnng bet 3Äettfe§ tfl; 
fle fjutjt flet) m'fl SReer, aH JDebipn& baffelbe beiu 
tet; bafi @e^eimni^ mel^rö fie bemal)rte, ift offetts 
bar, ber §o£;cpmi!t ir)refi Senju^tfeinä ift (Gemeingut 
geworben, «nb tt)re brfonbere BriRnti i(J bciiti^tet. 
3n ©riedjent.inbä f^Biten Sagen lenktet jum er|len 
Wlalt bei r/eUe Sag eine« rein mrnfcr)(icr)en 9ekt>ngU 
feinfl; t}ter beginnt bie 6Bt)e« ©efetji^te bei Sflen^ 
fer)engef£r)iee^t3 \ bie Söcrfhifen ftnb übermunbrn, unb 
bie getftige Strbeit nimmt it)ren Anfang. @o fe^t 
aber auct> ber ®eift mit ber ganjeu jugen bitten Btat^ 
|cft unb Snergie per) ju «faffen, fo fe^r er pa> frei 
auf per) fcftjt ju Peüen uermüef)te, bie tieffle (Sinfe^r 
tn baä innere, bie tiefße ©elbflerfaffung war jener 
Stufe be« leJrwuBtfcinfl nod) nicr)t gegeben, Oebtpni 
tobtet, oc)m bag er ed aeig, feinen SJater, unb ^ei- 
rat^rt, mit feiner Seburt unbetannt, gleicr)faf4^ üfynt 
Sonmffen, feine SRuttrr. Stoer) tu ber ©arfteflung 
beö ®opt)oftc«, auf ber ©tufe bei ^Sct}flett Suftui 
®rie£t)eu(anbd bemna$, erachtet er pc| biefer Scrbrt* 
cr)ea aU f^utbig; icaä biefer SRenfit) Debipu^ in feu 



22 



nrr flnnti<$en Srfd&einung Ergangen 1)at, bafflr glaubt 
et einfielen gu muffen, o$ne ba§ fein 83ewujjtf«n bas 
»on rtkvad njfifj loa« nae$ d&rifllicfyen JBegriffen t^m 
nie$t gugeredjnet werben fönnte, ba$ taflet auf tym 
mit folget ©d&were, bafc e« feine (Sxifteng toernie^tet. 
Grfl ba« (Styriflent^um $at ben ©eifl in folc$e $ies 
fen hinabgeführt, bajj er ftc$ rein aU fote^er erfaffen 
fonntej erfl fyier ift biefer innerfte Mittetyunft ers 
fc$loffen$ erfl im ßtyrijlenttyum erfennt ftc§ berfelbe 
al« ben #errn ber SBelt, att bie Mac$t, welche alleä 
9latüxiiä)t begwingt. // ®ott ifl ein ©eifl, unb bie 
i$n anbeten, muffen ifyn im ©eifl unb in ber SEBafyrs 
$eit anbeten" $ unb weiter: „@elig ftnb, bie reineä 
$ergen« flnb". ©ure$ bie 8*rin^nt be3 $ergen8, 
burdj bie 3lu$fe$eibung afleö !Watürlic$en wirb biefe 
(Sr^ebung bewirft} ba8 menfc$Iie$e Snnere ifl an 
bie <5pige gefleflt, bie güöe beä ©eiflc« ifl aufs 
gefd&loffen. ©ie 93erfB^nung mit ©ott bure§ bie 
{Reinheit be8 #ergen8, bie SBfung aller SBiberfyrüctye 
im ©eift, ba8 Qßxincip für bie gefammte nachfolgende 
©eifleäentwicflung ifl gegeben. ©a8 dtyriflenttyum 
ifl ber grofje Sßenbepunft ber ©efe$i<$tej b\& gu tym 
fyn erflreeft ftc$ biefelbej ton tym au8 beginnt fte. 
3n Äampf treterb inbe§ mit ber $eibnife$en SBelt, 
SBurgel faffenb gunac^fl in ßanbern, wete$e, wie 
@riec|enlanb, ben ©eift nm erfl in feiner unmittels 
fcaren (Sin^eit mit bem Sfatürlic^en gur Srf^einung 
ju bringen »ermoc^ten, fennte e8 no$ nic$t fogleidj 
in feiner gangen ©rBfje unb {Reinheit gur ©ettung 
gelangen. Sluc§ eö geigt fldj anfangt mit Sinnlis 
djem behaftet, unb im weiteren SBerlauf ber $af)x1)\m: 
bertc bei» Mittelalters erfdjeint in gotge ba&on flatt 
einer überwiegenb geifligen Sßelt bie 3nnerlic$feit be8 
djrifllie^en SßrineipS im Äat^olieiSmuS wieber nadj 
aufjen gewenbet unb toerweltlidfjt. ©er nä<$flt r^elts 
gefe$ie$tlid?e <&d)xitt war bie burd? ben ?ptotcflanttö= 
mu% gewonnene Vertiefung, unb burc§ if)n fefyen wir 
je|t bie reiche ©eifleöwelt in ^tyilofo^ie, ^3oefte unb 
Äunfl $ert>orgerufen, welche bie legten Sa^r^unberte 
»erfyenlic$t %at. ©ie tieffle (ginfe^r beS ©eiflcS in 
fle$ felbfl, im $inbti<f ö«f bie gefammte uorauöges 
gangene (fntwieflung ifl ^ter etreid^t, ein 3W, iüors 
auf bie Sewegung ber ©efe^t^te t?on Anbeginn Ein- 
arbeitete, 



©em entfprec^enb geflattet ftc^ ber gortgang in 
ben Äunflen. 

5lud^ bie Äunfle geigen in ifyrer ^(ufeinanbers 
folge ben gortfäritt »cm 2leu§eren gum inneren, 
ton jdjwcrcr, Kaum erfüflenber S^ateric gu möglid^ 
flcr ©eifligfeit be§ 9ftatcria(8, tom Uebergewic^t beö 
5leu§cren gum 4>inabflfigfn in bie liefen beä ©eifleö, 
ber baburd^ immer mcfyr in ber i^m angemeffenen ©es 



flalt erfd|eint. 60 wie jwar nur ein 3n(aft bie 
Statur in i^rer unenblic^en SWannid^fattigfeit bur^ 
bringt, fo tüie bie Statur in tyrem tiefflen ©runbe 
nur als *er toerfc^ieben geflaltete 9lu«brutf eine« 
Sebcnöyrinci^S gu faffen ifl, fo ifl eö aue^ nur ein 
©eifl, ein 3^a(c, ber in ben »ergebenen Äünfleu 
feine äufjere ßrfd^einung ftnbet. @o n)it jeboc§ bie 
terfc^iebenen JHei^e ber Statur balb me^r balb weni* 
ger »oöfommcne Cffenbarungöflufcn bcö einen ©eis 
fleä ftnb, balb mefyr balb weniger geeignet erf^einen, 
baö ©ange beö fißcltin^alteö gur ßrfd^einung gu brins 
gen, fo pnb auä) bie öerf^iebenen Äünfle balb metyt 
balb minber angemeffene 9lu8brucf$weifen für bie Uns 
enblid^feit be8 ©eifle«. ©iefe Slngemeffen^eit ber 
fünfllerif($en 5lu8bru(!Smittel bafür, bie größere ober 
geringere gä^igfett ber eingetnen Äü'nfle biefe Unenbs 
lic^feit gur (§rfd)einung gu bringen, i^re größere ober 
geringere gdfyigfeit, bie Totalität beö ©eifleö bargu* 
PeUen, benimmt bie JKangorbnung berfelbcn. ©iejes 
nige Äunfl ifl bie ^oe^fle, umfaffenbfle, welche ben 
©eifl in entf^rec^enbfler SGßeife gur ©rf^einung gu 
bringen »ermag, beren SJlaterial i^n in feiner gangen 
Süüe aufgune^men fd^ig ifl, biejenige bie nicbrigfle, 
bie bie$ am wenigfien erreicht unb no$ am meiflen 
mit bem Materiellen gu fäm^fen $at. ©ie $ßoefie 
ifl bie ^o^fle, bie Saufunfl bie niebrigfle Äunfl, benn 
tyier ifl ber ©eifl nod^ in bie ättaterie »erfenft, bort 
erföeint bie SWaterie üerfliid§tigt, unb in ben ©eifl 
aufgenommen, ©fulptur, Malerei unb Sftufif liegen 
gwif^en ben genannten beiben Snb^unften unb bils 
ben bie Vermittlung berfelben. ©er Saufunfl am 
ndd^flen fle^t bie ©fulptur, an biefe fe^lie^t ftety bie 
Malerei, an biefe bie Muftf, unb baö ©ange fränt 
unb üoüenbet bie ^ßoefte als bie ^ßd)fle, aHumfaffenbe 
Äunfl, bie uniüerfefle, wele^e bie Sigent^iimlid^Feit 
ber anberen Äünfle, fo weit eö i^r Material geflats 
Ut, in ftc^ aufnimmt, bie ©arflellung ber ©timmun* 
gen beö ^etgend mit ber Mufif gemeinf^aftlic^ fyat, 
unb in ifyren ©c^ilberungen bie plaflifäe 2lnf(^autid^s 
feit ber bitbenben Äunfl gu erreid^en bemüht ifl. 

Söaufunfl unb ©ful^tur fämpfen nod^ mit ber 
fcfywercn, SHaum erfüöcnben Materie 9lid)t uoClfläns 
big in jlc$ abgefc^toffen, auf ein anbereö aufer i^m 
Sef?nblidT;eö ^inbeutenb, für weldjeä eö nur bie 93or- 
flufe ifl, ifl ba8 SBerf ber ©aufunfl noc^ nic^t fte^ 
felbfl 3wecf. ©er ^cm^el, bie Äird&e ifl nur erfl bie 
SBotynung ber ©ott^eit, ni^t felbfl bie (Srfe^einung 
be8 ©öttlid^en. 5llö bürgerliche S5aufunfl aber bient 
biefelbe nodj cr.bli^rn 3^ftffn «nb ^ängt mit bem 
gemeinen fieben gufammen. llmfaffenber ifl ba8 Mas 
terial ber ©futytur, fähiger für bie ©arflellung ber 
Totalität beö ©eifleSj bie Äunfl erwacht in i^r gu 
größerer, inbiüibueller fiebenbigfeit, baö gßerf bec 



23 



©fwtytut tft tin in fl<$ abgefe$Ioffeneö ©anje, pc$ 
felbfl 3wecf , unb baö Unorganifc^c, (Slementarifctye 
ber öaufimf* ifl »erfe^wunbenj bie menfc$lic$e ©eflalt 
ifl bei nfic^flf «uöbrucf beö ©eifleö. Slber eö fe^lt 
ber bilbenben Äunfl ber belebte »lief, ber »lifc beö 
2lugeö, unb fomit baöjenige, h?aö auf pnnlicfjem ©es 
litt ben ©eifl am angcmeffcnPen jur Srfctyeinung ju 
bringen vermag, ©er Mangel fccö 33licfö ifl fyier 
nur batum fein äflangel, weil aller Sluöbrucf nodj in 
bie ©cfammt^eit beö ßörgerö gelegt, unb baö 91nt= 
lifc mit biefem ebenmäßig befyanbclt, nidjt aber eins 
fettig betorjugt unb aflein jum Organ beö Sluöbructö 
gemacht ip. — ©ie Malerei befdjränft pc$ auf bie 
glädje, tnbem fte ben Schein ber räumlichen 9luös 
betynung na$ allen Seiten an bie Stelle ber wirflis 
<$en tollen SHaumerfüHung fegt. ©aö äftaterieöe ifl 
fc$on jum Styeil »erpüc^tigt, unb ber ©eip $at (Sjris 
flenj in einer tyrn enlfprectyenberen Sphäre gewonnen, 
aber er ifl bemofyngeactytet noc$ an baö Sflatertefle 
gebunben. So SBebeutcnbcö baö $Iuge ju offenbaren 
fcermag, immer ifl eö ein rein pnnlidjcö 5luöbrucfös 
mittel, unb in ber Äunfl wenigPenö unvermegenb, 
bie gülle ber Wegungen beö $erjenö jur ©arPellung 
ju bringen, ©ie SJtaleret ifl jwar im Stanbe, baö 
innere £eben bcffclben, bie Stimmungen unb fieiben; 
fc^aften, bie Situationen ber Seele in ©eflalten, $P^s 
jtognomten unb 83licf auöjubrücfen, n?aö aber ©emälbe 
»orjugöweife enthalten, pnb immer mächtiger unb 
beutlic^er fyervortretenbe, ben gefammten (Sfyarafter beö 
Snbivibuumö beflimmenbe (Sigenfctyaften, nie$t bie 
metjr im inneren »erfc^loffenen, jarteren, leichter »ci- 
überfc^webrnben Siegungen. (5ö giebt (Smppnbungen 
unb ßuflanbe, welche pd? im Sleufjeren beö Sftenfcfycn 
gar nic$t ausprägen, unb für biefe §at bann bie 2fta: 
lerei fein Organ. ©iefc tiefflen, »erborgenflen Sttes 
gungen barjuPctten, ifl ganj eigentlich bie Aufgabe 
ber Sonfunfl. Sie fyat baö SWatctial gefunben, wel* 
c§eö bie liefen ber Seele unmittelbar jum 9luöbrucf 
bringen fann. ©ieö ifl bie &o*?eit, bie ©röfje ber 
SHupf, biefer Äunfl ber Seele, worin fte feine ans 
bere ju erreichen vermag. ©afj fte jeboc§, unb inös 
fefonbere bie reine ^nfhumentalmupf, ntc^t vermag, 
ityren ^n^att jur ©cutlicfyfeit ber 93orflelIung fyerauös 
juarbeiten, ba§ fte ben ©eifl nur erfl in Stimmun= 
gen ber Seele erfcfyeinen lä§t, ifl alö i^re S3efc^ränft= 
|eit, al§ i^r Hauptmangel ju bejeic^nen, unb flc mu§ 
barum ben sßreiö, bie ^öc^fle Stufe beö Äunflgebietö 
ber ^3oefte übcrlaffen, treibe, uniberfeüer, bie ^iefe 
ber ^m^finbung unb bie Älartjcit bcö ©ebanfenö ju 
einen, ben ©eifl am ooUftänbigflen ju offenbaren uers 
mag. $\\ ber $oefte tfl baö 5leu§ere, Sinnliche 
ganjlic^ üetfluc^tigt \ ber Sd? all beö Sßortce ifl nic^t 
me^r unmittelbarer 5lusbrucf beö ©eifleö, roie in ber 



SonfunP ber £on, fonbern erfc^eint ^erabgefeft )u 
einer roiüfityrlic^en SBejeic^nung für einen barin öers 
borgenen ^n^alt. 

68 erteilt au& bem ©efagten, wie jebe Äunfl 
eine ^erüorflec^enbe (Stgent^ümlic^feit beftgt, in ber fte 
alle übrigen übertrifft, n?ie fte aber audj eben fo fe^r 
ber näd)flfclgcnbcn fletS ben $reiö überlaffen mufj; 
biefe bü^t bie ©erlüge ber vorangegangenen jum %i)eil 
ein, entfe^äbigt aber bafür trieber burc^ neue, biöfyer 
nic^t gefannte ^igenfe^aften. So fefyr ba^er auc^ bie 
©renken ber einzelnen Aünfle in einanber »erlaufen, 
unb biefe ä^anc^eö gemein[c$aftlic$ beftgen, fo fc^eiben 
ftc^ boc^ auc^ auf biefe Söeife bie gefonberten Äunflges 
biete, unb cö ifl barum fyter ter Ort, njenigflenö tuaä 
9}Juftf unb bie S^ac^barfünfle betrifft, im SBcrübers 
geVn bie ©tenjen noc^ tttoaü genauer ausbeuten. 

©ie Malerei fyat niäjt me^r bie Aufgabe ber 
«ßlaflif, au«fc^lie§lic^ bie menfc$lic$e ©eflalt ftc^ jum 
Vorwurf ju toasten, unb ben ©eifl fo toeit barjuflels 
len, alö rr in biefe einzubringen fatyig ifl. Sie ge^t 
über bie Sc^ranfen bed Äör^erö ^inauö, inbem pe 
t^ren 5lu8brucf ^auptfäc^lic^ im ©eftc^t eoneentrirt, 
unb bie übrigen Äörpert^eile alö untergeorbnete ^ins 
peOt. $m 83ergleic^ mit ber äfluftf aber ifl pe auf 
einen engeren Äreiä toon Siegungen ber Seele be« 
fc^ränft, unb e8 entgeht i^r baö püc^tig toerfc$tt?es 
benbe, eö entgegen ibr alle bie jarteren fliegungen beö 
inneren. S3eibe inbe§ begegnen pc^ in ber ©arflels 
lung t?on Stimmungen. ©ie 9Wupf lä§t biefelben 
unmittelbar erflingen, bie Maleret bemächtigt p<§ aus 
^erer ©egenpänbe, um biefelben baburc§ jur 5lns 
fc^auung ju bringen. !$cnc gerät^ auf einen Sbtorg, 
toenn pe ben SSoben il;rer ^nnerlid^fcit »erlägt, unb, 
fo toeit pe eö vermag, burefy S?ac^bilbung öon 5leu* 
ferliÄfeiten, burc$ fogenannte Malerei, — alfo auf 
einem Umtoeg — erP bie Stimmung in unö ^erüor^ 
rufen will, biefe überfc^reitet i^re ©retijen unb nähert 
pc^ ber SDhtpf, loenn pe, n?aö pe will, toirflicfj vor 
Singen ju Pellen uerfäumt, unb ben SSefc^auer mcfyr 
erraten lä^t. ©ie Malerei irrt, wenn pe pc$, Patt 
im JBilbe 5ltteö ju eoneentriren, in Stimmungen fcers 
läuft, welche bie fc^arfen UmriPe ber ©epalten Vers 
fcljtüimmen laffen j bie Sftupf ge^t fe^l, wenn pe bie 
Objectivität ber SDJalerct erreichen, burc$ getreue 9laä)s 
bilbung von 5leu§erlic^feiten baö 3»«fte werfen Witt. 
(Sin JDrgclfpielcr in grogartiger Äirc^e bei abenblic^er 
^Beleuchtung gemalt, — eö giebt folc^c ©emälbe — 
fann unö wof?l erraten lap"en, um t^a^ eö pdj ^ans 
belt, aber baö ©emälbe weip über Pc$ ^inauö auf 
cttva^, \va% aujjertyalb feiner ©renken liegt, unb üftes 
benbinge pnb auöfc^lie§lid§ jur ©arPellung gefoms 
men. So fc^weifen manche ©emälbe ber ©üfl"elbors 
fer Schule ebenfatlö über biefe ©renje fyinauö, brius 



%4 



gen un« ®*immtttiflc» jut «afdjaittutg, für n»rf<$t 
bat ©atgf(Jeöte nur rüu Sfatventang ift, u*tb rä fc^rint 
$ter baö erfle ©ruubgefcfc überfein, ta§ ba$ r ma« 
bie SRtlerrt malt, tt)irflt«t) *wc§ in ifyt S3tfrei<$ ein: 
gefp. ©ie SSuftf 8'^ W/ *«* fl* «atwretttbtüie, 



(Sk^tSared unfe ftfofartf au$erti$ adem na^WIbe» 
♦vettte, fk*t biefKbftt in bca Örennpuntt tat fünfHfs 
rif$ea @mpftttbun^ jufamtnia ft« f«ffen, unb mit ba« 
aHöjufpredjen, mad but^ jene dinbriid e innets 
lt<t) gerverft mutbt. 



3ntelltgen$blatt 



Kefle Musikalien 

im Verlage von 
CT. JF. Peter*, Bure&a dm Muiique in Leipmg. 

Durch iBe Musik- o. Buchhandlungen im beziehen. 

Berget , A.t 2me Capriccio pour le Piano a 4 

mains. Op. 8. 1 TW* 1 - 

Bockmfllil, U.E., 3 Duos de moyerrae dif- 

ticulte pour deux Violoncelles. Op. 61. 1 Thlr. 

20 Ngr. 

Branner, C. TT«, 20 Petits Exercices faciles 

et progressifs pour le Piano ä 4 tnains. Op.126. 

Cahier L 15 Ngr. 

„ IL tä Ngr. 

, Les petites Danseuses. 12 Danses trea- 

laciles et doigtees pour le Piano, dediees ä la 
jeunesse joveuse. Op. 129. 16 Ngr. 

KalllWOda, J. W. f Fantaisie brill. sur ia 
Bohemienne de Balfe pour Violon avec Piano. 
Op. 157. 25 Ngr. 

If etat er, J. f Die Schifferin. Ballade von J. R. 
Wyss d. j. für eine Sopran- oder Tenor-Stimme 
mit Begleitung des Pianoforte. Op.21. 12 Ngr. 
Hamann, C. HL, Das Land der Heimath, lür 
4 Solo- und 4 Chorstimmen mit Orchester. Cia- 
vierauszug. 

4 Chorstimmen allein 3 Ngr. 
VOSS, Ch. f 3 Fleurs pour le Piano. 
Nr. 1. La Rose 1 
„ 2. La Violette j 
„ 3. L'Amaranthe J 

separement a 10 Ngr. 



15 Ngr. 
Op. 99. 
25 Ngr. 



Bei JP. WT. JPiJjmer fr Comp, in Pr. MiD4eo 
ist feo eben erschienen: 

Cierke, Otto, Die Weihe des Gesanges 
von P. Herle. In Musik gesetzt für vierstimmi- 



gen Mannerchor mit Soli und der Liedertafel in 
Paderborn gewidmet. Op. 33. Preis der Partie 

u. St 17| Ngr* 

Preis der Stimmen allein 10 Ngr. 

Sterbe» Otto, Sechs Lieder für eine Sing- 

stiznnw mit Begleitung des Pianoforte componirt 

Op. 31. Preis 17±Ngr* 

So eben erschien mit ausschliesslichem Eigenthnmsrecbt : 

C. M. v. Weber, Her Freischütz. VoflsL in 
Partitur mit dem Portrait des CornpoListen. u. 18 Thlr. 

dito kl 9 Lief, a n. 2 Tbk. 

Berlin, #chie*imger**che Buch- u. Mustkatienhdlf. 

HTeue Musikalien im Verlage von JFr. täof- 
Meister in Leipzig: 
Battanchon, Op 4. Ein des p. Violoncelle. Li?. 2. 6 Et a des rrec 

le Poace. 15 Ngr. 
Berger, Op. 22. Nr. 8, Giocos© (Etüde) p. Pfte. 7| Ngr. 

— — , — Nr. 10, Gigue p. Pfte. 7} Ngr. 

Blanc, Op.6. Fleur d'Orient. Etüde facile p. Violon aeul. TjNgr. 

Heiter, Op.C5. Sonate für Pfte. (Nr. 2, in Hm.) I Thlr. 10 Ngr. 

Labitzky, Op 161. fliegende Blauer. Walzer f. Pfte., zweibän- 
dig 15 Ngr., vierhändig 20 Ngr., im leichten Arrang. 10 Ngr., 
f. Orch. 1 Thlr. 20 Ngr. 

— — , Op. 162. Die Schwestern. Quadrille f. Pfte., zweihändig 
10 Ngr, Tierhändig 12£ Ngr., f. Orchester 1 Thlr. 

— — , Carlsbad. >Valzer (Op. 107) f. Id. Orchester. 18 Ngr. 

— — , Mililair-Galopp (Op. 112) f. kl. Orchester. 10 Ngr. 
Marschner, Op. 144. 4 deutsche Lieder f. Sopran (oder Tri ) 

m. Pfte. Heft 1. Frühlingsnacht. Die Tbräne quillt. Heft iL 
Der Liebe Leiden, Lebewohl im Gesänge, (a 10 Ngr.) 20 Ngr. 
Jtfoody (Marie), Op. 2. Andante f. Pfte. 10 Ngr. 

Den zahlreichen Schülern und Verehrern des 
verstorbenen königl. Sachs. Kammersängers 

Herrn Joanne* Miksch 

die gewiss willkommene Nachricht, dass eine kleine 
7 Zoll hohe ausgezeichnet gut gelungene Büste des- 
selben vom Bildhauer A. Vogt, in Dresden Rei- 
cheis Kunsthandlung am Neumarkt, zu haben ist, 
Preis 1 Thlr. 

C»rl Biene» 
Gesanglelwer. 



C3f- ttifcjrluc Kammern fc. !fl. 3tf4 T - f- SÄaf. werben \xl \\ 9lgr. &ere$net. 



$rutf opn fr. Ä Ö <f m a * n. 



VL tu t 




«itf#riff fSr 




üO*nitttopr*tH*r ttebatttst : 

%tani aStenbel« 
(EittunbreißigfteT ©anfc. 



M 6. 



Sttltgtt: 

Stöbert griefc in Seipjig, 
Dm 18. 3ü(( 18». 



9*1 bUfcr 3eÜfä- etföehu» tojeä>entH# 
8 Hummern von 1 0D«r !'/■ 33oy*n. 



$rti» bc# ©ante« «du 52 9ktt, 2'/, Ir)(r. 
3nff rticn6gt Rubren bic Vctitjcfle 3t Star. 



ftbunnement nehmen atte $cfHmtet r 3tao)* r 
StüfiE ■ unb Jttmj^attfcdingtti a*. 



3nfja.lt: 2)1* ©tufmfolg* t«? JT&nfl* im ffprfgttnge b*r 2BrItfi*f*i$t* (fe4lnf). — Vnl JtAnifliBtrfl. — JlUitt« ßdtang, 



3>ie Stufenfolge ber Siuifte im Sott* 
gange 6er 2&elt<|eft&id)te. 

SBi^iiö« gefiattet fi$ ba« föcifjaftniSi bet Witt* 
flf jur ^Offle tiitb baS ^nananberfdjiueifen teiber 
©ebietej 115 ir bewerfen überhaupt weit mebr ein 83 on 
teatiSgreifen ber ehirn Äimfl in bic nädtfrotgeiibr, 
ni^t einen Stürfgang terfelben, fo bafj bie üDtaterr? 
in äfluftf, tiefe in bic puffte ^inubetföroeift, ffttener 
aber tiefe in Jene, übet bic SOTufif *» tte SDiatereL 

Sie ^oefie bat mit ber Soiifttiift, iotr tiefe mit 
bei Malerei , baä Stei^ ber ^tinunuugrn gemein* 
föafttid}; roaljrcnt abft tie äJtitfif barauf bcfc&tauft 
ifl, geijt jene ^ bie (Sinljfii ber Stimmung über; 
fe^reiieub, fort jit größeren ©egenfagen, bie fl* turdf 
bic Siul^eit beö ©e taufen* ju gerbinbcii taermag, 
fort jur Crutli^feit bet Star Rettung unb ju föatf* 
(lex Hcftimmtljrit be* ttiifibrudfl. ©ie SHufH unter* 
nimmt, wie uit6 vielfache SJeifpirte ber itritere» 3«* 
ftrumrtitnlmuftt tr^ren, eiuen oergcblif^en Bt«g, wenn 
fie tie $oefi' in *"(« ffleuttie^feit meinen, roenn 
jte ben ttudbrutf ju fotdjer Scjiiiitiiityut fortfuhren 
n?iÜ, bajj unmittelbar in 28ortr ju überfein ifl, ioad 
fte meint; fie giebt bamit gerate iijre grüßte ßigen* 
tyiimHdjtfit, bad Unfaßbare auäjufprcdjcu, auf, (Sbcn 
fo wenig et r mag fte ju ©eafniaßeu fort^if dp reiten, 
mete^e in ber Spoefie nur no:r) tur4 tie Binljett beS 
©cbanfenB iijre ^enStjunug jjuben, 5Dif Wufif barf 
öia^t in folgen loegrrifTcncn Öefoubrrr/eiteu, roel^e 



baä ©anb fimjeitUdjrr Stimmung nidji umfdr)lma,en 
fann, fi$ fteigern, tvemi \\t mo$t fid} fclbft untreu 
irrten und. £ßurjclnt in ber Omyflnbung, termag 
fte nuc feiö an bie ©renjen biefeS SReicr)efl tcrguf^reU 
ten; roitt fie mit beut 9B«t an Seftimmf^eit metb 
eifern, fo oeila|t fie t^rert Sotrnj bringt (ie lautet 
Sefonber^eiten, befonbere ©eelenjujla'itbc jur Surftet* 
lunß, für mel^e bic Silicat nio>t me^r in ber @runb* 
ftimmung, fontern in beut baruter fe^roefeenben, mu* 
fifafif^ uia>t bargeflettten, abwracken ©ebanfen liegt, 
fo ifl bie Harmonie beß Äunftmerfö |erxiffcn. 

09 bleibt mir noct/ üfcrig, bie leiben SSetrac^- 
tungßrei^en, toe!$t ic^ fciö^cr getrennt »erfolgte^ jus 
f am nie njitf äffen. 

©er ßntaurf [ung teö aügemeinen ©ciileä in ber 
©efe^i^te unb ber fo eben bejrif^ncteit Sigeut^umli^j 
feit ber etn^efiu'ii Äiuifie ennpri^t bie gcf^i^tli^e 
Bufeinantcrfölge berfelben, bie atme^fetttbe <Scr)ebung 
berfflben ju Irigerinnm bcö 3eitbetou§tfetn0. ©ec 
Orient, tiefe nodj ganj in baß 3?atüdi^e üafenfte 
Söelt beginnt mit ber Siiicfimft ©ie Söerfe berfels 
ben flnb in ba6 Sbrut^euertt^e oerjerrt, ober fie flrti 
bfn iu'ä Ungeheuere, o^ne ta§ üWaap ber S^öutjeii, 
unb bie ©fufbtur, mo f!e auftritt, bringt rd noa) 
nia>t jur feinen uteufe^ti^en ©eftalt, fontcru nur ju 
ein ent bämuterntm «l^nen, ju anfangen, tie balb, 
luie in ^ntirn, in taS Sloitflrefe ftt^ verlieren, fenlt, 
ioie in %*$qfltn, mit X^ergeßaftrn öcnoadjfrn (tub. 
3u cfafjtf^er SSoUenbung erfreuten Baufunfl unb 
©fulptur jutn er|lcn SJlale in Srie^cnlanb} frim et* 



26 



ften SWale tritt, entfpre<$enb ber Stufe eine* rein 
menfd§lid(jen SJewujjtfeinö, »el<$e jefct erreicht war, 
fcfe menfc§li$e ©eftalt auf in ifjrer Steinzeit, unb baö 
Styeriföe, w*ti in Sicg^ten uc$ ein 2Befentli$eä 
war, erfdjeint jum Slttrifcut ber ©ötter $erab$efefct. 
9lut weil ben ©rieben tnnerlidj baö üBewufjtfein ber 
SKenf^ennatuc aufgegangen tpar, Dermod^ten fte ents 
fpred^enbe äußere ©ebilbe tyinjuftellen, benn ber 2ttenfc$ 
»ermag nur ba§ in ber i$n umgebenben SBett wafjrs 
junefjmen, wofür baö geifiige 93erjlänbnifj fdjjon ers 
Wad^i ifl, wa^renb afleö Rubere, obfd^on watjrnetjms 
Bar, nid^t in fein 33ewu§tfein fällt, gür baö (Styri* 
ftentljum genügten biefe Stünfh nidjt mefyr; baö (Sfyrü 
flentfyum forberte ein ^ö^ercö SWaterial jum Sluöbrutf 
für feinen S"^tt. ©ie Sftalerei übernahm junädjfl 
bie Offenbarung beö fortgefdjrittenen ©eifleö. ©eiftis 
ger alö bie ©fulptur unb jugleicfy noeb ftnnlicfy ges 
nug, um einerfeitö bem nodj mit (sinnlichem fyefyafs 
teten, noc§ nidjt in feiner Steinzeit erfcfyeinenben (Sfyris 
flent^um, anbrerfeitö ber noc§ fyeibnifd& plaßi|\$e QU* 
mente in fldj tragenben 3»bt'Dibualität ber «3taliener 
unb ©rieben ©einige ju leiflen, gelangte in ityr ber 
^rifHic^e ©eifl junäd^ft jum gegenftänblic^en Sewufjts 
fein feiner felbfh 5luc§ bie ©aufunft, bem neuen 
Sßrineip gemafj umgeftaltet, feierte eine erneute QBlütfye, 
aber je£t Dergeifligt, fo bafj baö SKaterielle möglic^fl 
»erflüdjtigt erfdfjeint. ©nblidfj erbtiefen wir, IjerDorges 
rufen burc§ bie gotteöbienfilidjen SBerfammlungen ber 
(Sfyriflen bie erflen anfange unferer Stfuftf. ©ie 
Äunft, welche bem ^ityer entwicfelten ©ewujjtfein fpäs 
tet alö ^Bc^fleö Organ beö Stuöbrucfö bienen feilte, 
wufjte tjier fogleidj, bei ben erflen Anfängen Deiäns 
berter Söeltanfc^auung ifjre erfle (Fntfieijung ftnben. 

©ie ^Reformation führte t)a% in ber SBelt unb 
ben Teeren Sleußerlid^feiten untergegangene ßf)rijlen= 
tfyum junäc^ft ju feiner urfpriinglic^en SReinfyeit 311= 
xüd-y ber grojjc (Schritt auö ber 5 2lenf}erlic$frit beö 
Äatljolieiömuö in bie innere SBelt beö ©eißeö würbe 
burc$ fle Dotlbracfyt. ©aö religiöfe 33ewuf$tfehi würbe 
überhaupt ein qertieftereö. ©ie Sßäbfte unter $u* 
liuö II. unb £eo X. in ©innticfjfeit, weltlidje fßrac^t 
unb Sujruö üerfunfen, ergriffen in ber ^lueiten 4?cilftc 
beö löten Sa^^unbertö energifdbe äftaajjrcgefn, um 
bie Äir^e gegen bie immer mächtiger anbringrnben 
SJetregungen be8 ^ßroteflantiömuö 311 fdf;ügcn. Qine 
{Regeneration be3 Äat^oIieiömuS erfolgte, ©iefe gros 
fS en S3en?egungen n?aren bie iüeltgefd;id?t(ic$e ©eburtös 
flunbe ber Sonfunfl alö (;ö^erer Äunfl, i^nen fcerbanft 
fte i^ren Eintritt in baö ßeben, unb i^re Befreiung 
»on ben f^otaflifd^en (Spi^finbigfeiten ber Ocfyule. 

@o geiüa^ren irir bie Stufenfolge ber Äünfle, 
wie fte ifyrem inneren SBefen nad^ ftc^ barfleflt, jus 
gleich öernjirfli^t in ber jeittid^en ßrfc^einung. ©ie 



^oefte aber f)at au% ^ier eine figentpmti$t ®(ds 
lung. Umfaffenber aU aüt übrigen Äünfle, unb titc^i 
an (in befc^ränfteä SBaterial gebunben, für befielt 
^anb^abuitg eine befo»kere Segabung, eine befonbeu 
Drganifatien not^wenbig ifi, im ©egent^eil ftd^ befi 
aßen SWenfctyen eigenen 5lu8brutfömittelö bebienenb r 
begleitet fte, bie ältefle jugteid^ unb bie neuefle Äunfl, 
alte (Sufturjuftänbe, nic^t fle^enb ober fattenb mit einer 
befonberen ßpod^e, beren SSefen gerabe bem irrigen 
befonberö entfyred&enb ttäre, tote tüir baö hti ben ans 



beren Äünfien erblicfen. 



&. ». 



3lu* ftpttifleberft. 



gür fein erfleö gro§ered auftreten in biefen ge; 
fd^ä^ten S3Iättern tyat Königsberg Dom legten SEBins 
ter §er ein trefflic^eö 3f«g"i§ bom Kunfiftnn feiner 
SSeiüC^uer, ber umflieg fiinfWerif^e ©eflrebungen nid^t 
fd^eitern lä§t, aufjun?eifen. <&eit Dielen ^a^ren $atte 
baö ^ieftge ^^eaterord^efler im &auh jebeS 2Binter8 
eine 5lnja^( ton ©oneerten für Or^c(lermuftf Deran* 
fhltet; juetfl jum SBeflen feiner S33itttoen unb S33ais 
fen, fpäter jum S3eflen ber 3^itn>irfenben felbfl. <Sc§on 
im legtDergangenen SBinter itjnrbe ba8 alte Unters 
nehmen nur mit grofjer 9?lü^e fortgefegt, ba für bie 
Ferren biefeö 85efle eben fefyr gering auöpet, unb 
tu btefem SBinter enblic^ erfolgte nur noefy alö le^te 
Äraftanflrengung eine nic^t realiftrte Slnfünbigung bet 
(Soneerte. 

(S'in junger, flrebfamer ^ieftger Tupfer, $r. 
griebr. SJiar^urg, ein (Sd^üter be8 Sei^j. (SonferDatos 
rittmö, jegt einer ber gefc^ä^teflen l;iefigen 9fluftfte$s 
rer, faßte in ßolge beffen juetfl ben ^lan, auö eins 
l)eimifc^en Kräften ein nencö Orcfyefler jum 3^ecfe ber 
Sdtefii^ritng elafftfcfyer Drd^ejleripcrfe jufammen ju 
bringen, utib btefeö Unternehmen JtMtrbe üon einem 
über aüeä Erwarten giinftigen (Erfolge, fon?o^l in 
betreff ber 5luöfüt?rung , alö in ©etreff beö ja^lreis 
d^en Söefud^eö gefrönt, ©urd^ bie eben fo freunblidje 
alö bereitwillige S^eilnafjme ber Dorjüglic^fien l^iefts 
gen ©ilettanten unb bie beflen Kräfte jweier fyieftgen 
9?iuftfcfcörc würbe ein SDrdfjefhr Don fafl Dierjig ^n- 
flrumenten, mit fteben er^en unb eben fo Diel jweiten 
©eigen jufammengefefct, beffen Leitung 27?ar^urg, ntc^t 
ol;ne bebeutenbe O^fer ju bringen, übernahm, wä^s 
renb jur tunft^tigeren Seitung beö galten Uuterne^s 
menö ein Komitee a\\8 tätigen unb einstigen S^us 
ftffreunben jufammentrat, weld^eö im Saufe ber bret 
erflen SOTonate b. 3- f^ ©onrerte Deranflaltete, bes 
ren ^auptbeflanbt^eil burc^ ifyre Benennung „@^ms 
^onieeoneerte'' angegeben war. SJMr Porten in bens 
felben nad^ einanber bie ©^m^onien SJlojarfS 6«s 



27 



JDur, Seenöten'« «s©ur, ©abe'ö &TloU, ^aijbn'ö 
®.©ur (Dp. 80), »eet^otcn'ö «=©ur unb (SsäKoU, 
unb bic Dutcrtüren (Sljcrubini'ö ju Äoboiöfa unb 
SJtebra, ©lucfö ju 3pr)igcnie , äflojart'ö ju Sbomes 
neo unb äflufrnrflötf, ©cctfyoten'ö ju (Soriolan, Stfc* 
$ufÖ ju Simolcon, SBeber'Ö ju ^rcciofa, SWcnbclös 
fot/n'ö jum ©ommernadjtötraum unb SNeercöftitlc 
(jwei SWal). — ©urc$ fleißig* unb gcwiffcntyafte ^}to* 
ten beftegtc SWarpurg balb bic große ©ct)wicrigfeit, 
welche baö erfh 3ufammemoiTfrn unter ftc§ frember 
ßlementc bieten muß, unb bie Aufführungen boten 
fo »efriebigenbcö, jum Sljeil rec^t S&blic$cö, baß 
ben Seifhingen nur einfiimmige Slnerfennung werben 
fonnte. 5ltlerbingö fann fler) bieö 80b nid)t auf bic 
Söerfe bejier)cn, beren 2Bat/l wir fcr)on ton tornr)ers 
ein nic^t billigen fennten, ba fte ju it)rer 5luöfür;rung 
ni<$t nur ein fdjen lange geübteö Drdjcfter forbern, 
fonbern audj an jeben (Siujelncn ben 3lnfpruc$ ber 
SBirtuofttat macfjcn. 28ir benfen b/ier befonberö an 
bie beiben 3flenbelöfor)n'fc§cn Outertüren, ©iefe SDieis 
fterwerfe forbern Sfteiftcrfpieler, beren jeber ein tötlü 
geö Söerftanbniß ber r/efyen barin enthaltenen Spocfie 
mit mitbringt, benn ein Uneingeweihter fc^cn frört 
bie (Slfen in tfyrem nächtlichen treiben, tcrfcfycucr)t bie 
neefifdjen Äobolbe unb r)inbert ben SMicf in bie uns 
enblidfye grüne SJJccreö tiefe, inbem er mit freier £anb 
baö flarc Söaffer trübt, ©od; wie gefagt, ber aufc 
gefpredjene Säbel gilt mcfyr ber SBafjt ber (Stücfe, 
alö ben 5(uöübcnbcn, benn bie 'iluöfüfyrung fonnte 
nie befriebigen , wenn fte auet; einem billig angelegt 
ten QJtaaßftabc burd)auö entfpraet). — ©aö bcjte fii' 
gebührt bagegen ber 2luöfür)rung ton §öcctt)cücn'ö 
83s©ur ©ympljonie. ©aö r)crrlic^e SGerf würbe mit 
fo ebler Qluffaffung, mit foldjcr ^ßrdci)lon , foleber 
©leicr)l;cit bcö ©tridjö in ben 93icliucn crecutirt, la$ 
ityn tor allen aufgeführten (Stücfcn ber *prciö 51131t: 
erfennen ifi. 2lm würbigfien reihten ftet) ifyr bie tei= 
ben Stympljcnien in (S = 9)ioll ton fcöcctfyotcn unb ©abe 
an, wenn auefy atlerbingö manche Stellen berfelben, 
bie fclbfi für trefflichere Ordjeftcr fetwer ju termeis 
benbe Älippen ftnb, ju wünfd;en übrig liefen. 9ia= 
mentlicr) benfen wir l;ier an ben Anfang bcö Srio'ö 
in Söecttjotcn'ö (Spmpfyonic burdj tic SBäffej baö 
Hang gar fümmerlicr)! 5lm fcr)wäcfyflen war bie 5luö* 
fü^rung ber $ar;bn'fct)en @^nipl;onte, ein neuer $3e; 
roeiö für bie Srrtt)ümlidr)ffit ber fo r)äuftgcu s 2lnfic^t, 
ba§ §ar;bn'ö ©^mp^onien wegen il;rer leichten 9luö= 
fü^rbarfeit am paffenbften für minber geübte Drd^es 
fler waren. $öei anberen, mer)r auf maffen^afte ^m 
ftrumentaleffecte berechneten @^mp(;onien fann ftcr) ber 
fingfllicr)e ©irigent getrofl fyinter bem 2Baß feiner 
treuen S3fee$injtrumente toerfc^an^en, unb überzeugt 
fein, bafj bie 3«^örer üor ßreube über einen großen 



©d^lag bie nä$fren jwanjig fc^lec^t gefpielten %actt 
überhören: bei einer ^avbn'fc^en ©^mp^onie fefytt 
biefer fc^ügenbe Söall, unb jeber, namentli^ in ben 
Uorberen Steigen ber Violinen Äämpfenbe, ifl bem fre* 
oba^tenben 5luge ftd^tbar, baö er nur burd? bie jiei* 
licr)fie ©er)enbigfeit unb ©elenfigfeit befriebigen fann. 

gür ben erften $r;eil beö 5lbenbö würben in ben 
9tar/men ber beiben SDutertüren ©efangß s unb 3ns 
flrumentalfolopieeen eingefaßt, bic aber fafi o^nc 5iu$» 
na^me bürftig auffielen, weil baö ^nflitut ganj au» 
§er SBcrbinbung mit ber Oper ftanb, alfo nur auf 
©ilettanten in ©efang unb ©ptel angewiefen war, 
unb gerabe bie befkn Drct)ejtermitglieber auö Sefans 
gen^eit nid?t jum Solofpiel ju bewegen waren. Uns 
ter biefen Hummern ftnb ba^er nur <Spo^r'8 r)errlis 
c^eö ©oppelquartett in ©sSHofl, ^enbelöfo^n'ö ©0= 
nate für (Slatier unb Sello (ton SDtarpurg unb einem 
auögejeicb;ueten ©ilettanten treff(icr) gefpielt) unb eis 
nige gut geübte Scanner s unb gemifcr)te S^öre ton 
©ienbelöfo^n unb 9tob. @cr)umann ^ertorjul^eben. 

hiermit wäre mein S3erict)t über baö ^auptfdcr)s 
lidjfle 6oneertereigni§ Äönigöbergö im tergangenen 
SSinter beenbigtj fpäter r)aben nur noer) ^vei größere 
Eoncertauffü^rungen burej; bic l)ie(tge muftfalifcr)c 5lfas 
bemic flattgcfunben : am Karfreitage ber %ot) 3tfu 
(feit etwa 60 Karfreitagen t;ier ein not^wenbigeö 
Uebel), unb aWtte $\\ni bic (Schöpfung, erflerer burdj 
ä^ufttbir. ©obolewöft, leßtcre burc^ ^htftfbir. $abfr, 
bie beiben ©irigenten ber Slfabemif, geleitet, ^atybn'ö 
2Berf hörten wir fyierbet %um erfien $RaU in bet 
^ircr)e. ©ic SSirfung ber, tvit immer torjügltct) auös 
geführten 61;öre war in bem afuftifer) fft)r günjlig gc= 
haxünx ©ome wafyrfyaft großartig -, bie (Soli würben, 
ba bie fycftge Oper gerabe in bie ^ßrotinj gegangen 
ifl, fammtlidj ton ©ilettanten gefuugen, beren wir 
in Äonigöberg leiber feinen einzigen ©enügenben ba 
ftßen, wobei benn auf Stimme, Stimmbilbung unb 
Qluffafiung fo jiemlicr; bie gleiche Scr)ulb faßt. 9lu= 
f erbem machten ftc^ in betreff beö fräftigen unb prä- 
eifen 3ufammenwirfenö mehrere 9?idngtl bemerfbar, 
bie um fo unangenebmer auffielen, ba wir bei ben 
afabemifdjcn 2luffü^rungen burcr; baö allfettig aners 
fannte bebeutenbe ©ireetionötalent (Sobolewöfr;^ ter? 
wö^nt ftnb. 

Äönigöberg, im 3»»» 1849. 21 c$. 



Äleine 3eitung« 

SWagbeburo. Jonfünftier «Metern« £>en, in feinen 
Statuten an bie <8pifcc gefttUten 3tt?ecf: burc^ ©ertrag ton 



28 



TOnpftrctfen auf Stlbung be« guten ©ef$macfe« Ijlnjnwir* 
fen, fucfcte ber fjiefige £onfünjiler<98ercin in bcm jefct verflog 
fenen etilen Duartale feine« 33eßel)en« baburd) &u erregen, 
baf bie ver fdjUbenen .Run jiftnfen, auf welchen bte 
gum grogcn Xljeil au« Dilettanten beftetyenben SJMtglieber fld^ 
beflnben, in bcr ©af)l be« 93orjutragenben möglich gleich 
möflg gcfcrbert würben. — Den (Sinn für leibenfc&aftlofere, 
teinere Xsnverbinbungen, ben natürlichen Urquell für jeg* 
lidje »eitere mit ben Neigungen ber 3eit ft<$ verbinbenbe 
gor tentwicf fang, bei »Ken anzuregen, benufcten wir mit (Dan! 
bie freunblt<$e 53ereitwWfgfeit einer Sibtyellung be« ^iefigen 
Domdjor'«, welche unter Leitung unfere« SRitgliebe«, be« 
fRnftfbir. 3Ba$«mann, eine SRotette von $a(eßrina mit bcm 
beutf^en Serie: ,,©fe ber $irfd) fdjreit" fangen, unb jwar 
mit folgern örfolge, bag bie -2ßiebcrljolung beffelben nodj in 
berfelben Sßerfammlung bem gcÄugcrten ©unfcfce eine« grogen 
Steile« ber SWitgliebcr genügen mugte. — Die (Sntwicflung 
be« (Sljarafteriftifdjen in fpäterer Xonfnnfl würbe repräfen* 
tirt bur$ ben Vortrag ber 6la\)icr* (Suite in D«3Wofl von 
$&nbel, eine« Duette« au« ber €erenabe beffelben Gomponl* 
Pen: 9lci« unb ©alatfcea, unb burd) ^räluMum unb Soge in 
9;äRott von ©. 53acfc; lefctere. fo wie bie (Suite, vom £Ru' 
flfblr. (51jrlic$ gefpiclt, ba« Duett von grl. ©a<$«mann unb 
fRefer. ©acfcfe gcfungen. — Die unferem clavierfpieUnbcn 
Ditettanti«mu« leibcr oft fo fremb bleibenben (tnfemble* 
SBerfe für <Stret$*3nftrumentc Ratten ifcre Vertreter 
in brei 33eeiljovcn'fd)en ©erfen, unb $war brm feiten getyör* 
ten unb bier in ©ieberfcolung gebotenen <5*SRot( Xrlo Dp. 9, 
bem grogen (S-SRoll Duartett au« Cp. 59, unö bem ung*« 
fester ©elfe ettoa« vern anfügten (5* Dur Duintett Op. I. 
3n bem Xrio unb im Duartett fpielte JRefer. «fcretfcfcmann 
bie erfte ©eige, $r. Sfteqer jun. ba« (Stllo, im Duintett eben 
fo (Sonccrtmftr. 53ccf unb SWufifHr. 53. ©etyneiber; bie jwette 
©eige im Duartett gRuftfbir. SRüljling, im Duintett $r. 
2Belgenborn; bie 53ratfefce in allen breien ber Untfn,cidjneie; 
bie jwefte 53ratfcfte im Duintett 9tefcr. Ärctfcfcniann. -— Der 
Siebergattung würbe burc§ JRob. (Sdjumann'« „Du meine 
@eeie" ($rl. ©a$«mann) , „3$ grofle nidj>t" unb ber $1* 
balgo (Siefer. <Sa$fe) gebient. — Sluf $r$. «Sc&ubert'« (5la« 
vfermuftf würbe bur$ fein 53 -Dur Xrio Dp. 99 tylngewiefen 
(53efefrung: SKebling, 33e<f, aWever), unb von ben weniger 
gefpielten Q3eett)oven'fd)en Sonaten erfreute un« «&r. Dtto 
Seljmann mit ber „Les Adieux". 

Diejenige (Seite ber Xcnbcnj unfere« 53crein«, bag auger 
ber ©cfdjmacf«bilfcung für Xonwerfe audj bie 53eleljrung 
fetner SWitglieber im Stuge $u behalten fei, fudjten wir oa* 
burd» ju geroinnen, ba§ tiefen Xonbfflrebungen iSr^Sn^uncien 
burd) ©orte gnr (Seite n^ n G fn - — $ en ® inn u,,t> bad ® e -' 
fen bc« ©enie'« überhaupt ju erfennen, biente bie iBorlefung 



be« «nffafte«: bie ®enien, an« «. @d>efet'« 53igilien» — Ue* 
ber SWufif überhaupt fpra^ ber «uffaj von Dr. jtiijjf*: 53c 
jiefynngen groifc^en Äunfl unb $o!itif. Die Äird^enmnflf in«« 
befonbere würbe berührt burej ben Slbfc^nltt au« Xljibaut'l 
SÄeinfieit ber Xonfunft : Die Äird^enmuftf auger bem (S^orale, 
9U« (Sinieitung ju $aleftrina'« «Kotette würbe feine 53iogra* 
pbte au« <Sd)if(ing'« Univerfal » Serif on mitgeteilt; nnb wä^» 
renb für bie Sonmufe ©cet^oven'« bie feinen Üftamen fü^renbe 
Lovelle von S^fer, unb ,,be« SWeifier« XePament" gelefes 
würben, biente S^fer'« Lovelle „93ater Dole«' 1 ber SWojart* 
fe^en SKufif. 

«i« Sflovitätenförberung braute grl. (Siebert, Slefer. 
@a*fe, bie SW.DD. d^rlic^ unb attü^liug, ncbfi Dr. Äietfc^* 
mann jwei von ben fnnf^immigen Siebern gerb, ^ifler'« J« 
©e^ör mit vielem Slnt^eil, unb unferem neuen ÜUltgliebe, 
©olbe jon. # gelang e«, fH bie lebbaftefte $(nerfennung feine« 
(Slavierfpiel« turd) ben 53ortrag von 53eetljovcn'« ($*D«r 
(Sonate Dp. 53 ju erwerben; eben fo geigte ß$ ber junge 
Dtto Seemann, anger bnrd> oben erwähnte @onate: Lei 
Ailieux, noej mit 53eet^oven*« grogem D^Dur Srlo Dp. TO 
al« ein waeferer (S^üler unfere« Hebung (üDioline unb 
6eflo: ©ebr. SWev,er). ©ei 53cet&oven'« SC «Dur ©onate f 
Dp. 69, beteiligten P4 *r. $erm. SRic^ter unb ber junge 
Sef(o*53irtuo« Sl^renb. 

Slugerbrm würben an befannten guten Xonwerfen SWo* 
gart'« D-'Dur (Svmpljonie (otyne SWenuett) ju vier ^änben 
von SWuftfbir. ü)iül)ling unb Unterzeichnetem vorgetragen, unb 
Sfcefer. (Sa*fe fang grj. <S*ubert'« Siebe«botf<^aft- — «ugec 
ben $$. atjrenb unb ©eigenborn, nebft jener oben erwa^ 
ten Slbt&eilung bc« ^ieftgen Domdjor«, waren alle mafffalifcfi 
9lu«übenbe »titglieber be« herein«. 

©. SBenbt, @*riftfü^ret. 



8crmif*te6. 

*r. $etnti$ SDotW au« (Söin ift an bie Sterte bei 
verdorbenen itapeilnuifier Dtto Nicolai in Serlin getreten. 

SRotijen. hierbei Xitel unb SKegifter be« SOfieii 53an^ 
be« bir 3eiif*rift. 



Die bie«jäi)rige ^onfuuftIet*öcrfamtn(unö flnbet 
fünftigen 26 ten 3u(i frür) von 8 U^r an im (Sommerlocal 
bc« Ceipgiger Xünfünüier? herein«, ©erwarb« ©arten im ©ar^ 
tenfalon be« £rn. klaget @tatt. Slbenb« juoor wirb ber 
Sfipj. XonfünUlfr« "^aein ebentafelbft verfammelt fein, um 
bie bi« bal)in 5lnfommcnben ju empfangen. — 



2>rutf »on $r. Ä u (f m q n n. 



tt e u e 




iltf&)tift fit 




^eranltoürtUflet SRttacttur: 

Sfrait} SBtenbel- 

(ElnunD&reifNflfrer ©anb. 



ji#7. 



SÄo6«tt griffe in Seipjig, 

2>eti 22. 3uFi 1810. 



Ston bfefcr 3*ttf*. crfdje inen frcdjenllitö 
2 Sftumirretn ben 1 aber 17t Stegen* 



Pftft be* ©anbe« von 52 fttn* 2'/, 3^lr. 
3nfcrtiün«gfbn^ren bfc $etftjtile 2 STCgr, 



Abonnement nehmen ane^oßämtet r ©ndj*, 
Sfönfth unb Äunflljflnblnngen an. 



3tt£aU: Ei« SBa&l b« Statutes. — Eni Gaffel. — Äritffae* *na*iö*r. — 3ntttu ä rnjblatt, 



£He 3S5al)l btt Xattatten- 

$raftf[$e K&fjanbfnng von £$eobar 11*1*0-*) 



EtjnjtDeifrtfaft ifl ber Eoct, pfcgleidj feinem in= 
nercn Sftefrn «at^ ößn ttcfnngrcifcnbfin (linffuffe auf 
bie SSiifung, ba$er Bon gtüjjifi SBidjtigfeit für bie 
Senf miß, in SBe^ng auf feine au&ere fflaifleflung je* 
bßdj rfn rein tf;eoretifd?eä , bat^et burdjauä unterge* 
flrbneie* SRamritt berfrlcen, ritt MofjeB «Dliüel 311m 
Swerfe, iinb beä^atfc birfe feine äujjere ffiarfhUung 
fetbfl nur in jmritft 3lrit;e lürfentfidj, 

3« feinem inneren SBeferi teiltet befannittdj bei 
Sact, baö SSonutilten einer ^auptoemegung ber SSne 
in ber 3eit ra&ljrenb ber ©ntroiefetung einet! mufirV 
liföen ©cbanfenS, mä^tenb ber ©aner einer ©üua* 
lion auf Stfaturgtfegen, iuet<$e bet Eomponift mit me|i 
ober inniger öemuftfein Gefolgt, bie jeber äßrnfä in 
M *tagt r mef^e ber §au|ptfa($f na^ im gctgeubim 
jebo$ itnfrrtttfffl<$tigt fcfeiben rceiben, 

-3» Kinn äufjeren ©arjlettung bagegen, in bei 
ffiorjei^niiug einer Eactart, in ber »ejieljung bei 
»etfe|icbenen ©ebanten einrä XonfluiH auf tiefe ZacU 
att erföeint ber %<xti atä ein fcfüfjeä ScrfUiibigiingB* 
mittel, ni^t etwa giDiföen bem, bei eine fünfUcrifdje 



*) 3Bir maflen n^t unter! äffen, anf abfgen Stdiffl mit 
fcer ©fnmfnn;j aufmtrffam \u madjen, bajj man ß4 bnrä) 
>te meljr tLfmrntiirfn fflcftimmunflrn btB anfange* nldjt von 
fcrt Sfcfire bet njeiiewn iBtertffanten (ärerterunafn abbauen 



©inmiitung Beat (tätigt, unb bem, auf wetzen biefe 
Sinföirfung Gerechnet ifl, b. |, jmifc^en €omponift «nb 
3ulj&rer, fonbern nut jimföen @rflerem unb bem A 
tpct^er jene (£inroirtung auf Äegtmn üetmittelt, b, (, 
jnjifd^en Eom^jjnifi unb 9lit8fü1j?enben. 

3n einem SQBerfe ber ©id&tCunfi, ruri^eS toie 
^ ©. bai ©tatna no<^ einer öermittefung jrcifdjen 
Oefcet «nb Sm^fSnger, jtüif^en ©^flpfer unb ®enie* 
§enbem burd? bie £)arfhßttng, jitnä^ft Mccitation fce* 
baif unb uid^t, wie etira bet Sflotnan/ uor^ugdtoeife 
auf bie @etb flifcrmittflung b*ä ®enie§rnbeii burc^ fiil* 
leS fiefen tere^net ift ■ — in einem folgen Watt bet 
©ic^tfnnfl, bem aflein ein SSerf ber Xonfutifl, bn« 
im Slttgemeinen ja fletä eine äJcttnittdutig tur^ äu3s 
fü^renbe berfaugt, ^u öeigfri^en i|t, flehen gegenüber 
ben eigentlichen ©ebanfen jene Sleuferli pfeifen, mie 
j, ©. Snter^uuftion/ Drt&ograp^if unb alte* fcei ber 
^ieberf^rift ju ©erütf |i<§tigenbr auf berfclbcn ber^äfb 
ni^malig nieberm @tufe y mie in ber SDtuftt bie SBa^t 
ber ^aetart, bie mitfifatiföt Dri^ograp^ie u, bergt- 
gegenüter bem tüirfti^eu ^ntjatK. @o mit nun ber 
©idjier bie Siegeln bei -3nterpunfticn, ber Drt^ogras 
rtie Beim Slteberf^reifeen mit Strenge fccüfca^tct, ba= 
mit fein fflermittter mit bem fßuMilum, ber @^aus 
fpiefer in ben Staub gefegt rortbe, bie ©ebauten bei 
©it^tiperfeS ti^tig awf^faffen unb luieb^rjugefeen, fo 
ttmb nutt au^ in Be^ug auf bie Eonfunft bie grogte 
©enauigfeit in ber 5lnmeubung attei aujjercn SWittel 
feiten tri ^ümponifren mefentficij ba^u birnn», bent 
Inifaitenben bie «uffaffung bei ^beni be6 Xonivcn 
tri ju erieie^tem, uub babitit^ bie getreuere äöteberi 



30 



gafce be« t)om ßomponiften ©ebac^ten ©ettrn beö 
Äuäfüljrenben möglich jii machen, hieran ifl wc^l 
einem jeben (Scmponiflen fcon ganjem £erjen gelegen, 
unb bafyer gefcfyiefyt eö nur in feinem eigenem ^nters 
effe, wenn er fein SDlitUl fcerfäumt, weldjeö baä ridjs 
tige §ßerfiänbnifj «nb bie genauere Sluäfüfyrung feU 
«er ©ebanfen ju beförbern im ©tanbe ifl. Unb uns 
ter biefen Mitteln jur Söerflanbigung mit bem (Spie- 
irr ifl bie richtige Söatyt ber Saetart für 
bie SWeberfc^rtft emeS muftfalifäen ©ebanfenä ober 
$onfa|eö ber forgfä'Itigflen Serücfftdjtigung ju ems 
yfetyten. 

•Sn welcher Unffartyeit über baö SSBefen ber t?er= 
fetyiebenen ^aetarten fiety jeboc^ üiele Somponiflen nodj 
befinben, baö erftefyt ber benfenbe ©eurtfyeiter au% ber 
2lnwenbung berfelben in jafy(reid)en (Scmpofttionen, 
unb befffyalb bürfte eö nic^t überflüfftg fein, ben (Sotm 
Jjoniflen lieber einmal bie fyöd&fi einfachen ©runbs 
fäfce, nac$ wetzen man ftcfy bei ber Sßafyt ber %acU 
arten ju richten $at , in'ä ©ebä'a^tnifj jurücfjurufen. 
Sticht minber aber bürfte au% bem bfoö auSfütyrens 
ben äfiuftfer eine flare Ucberftc$t über biefen @egen= 
flanb erwünfe^t fein, um nad)fl berfelben jit einem 
tätigen te<$nif$en SBerflfinbnifj mancher in biefer 93es 
jte^ung bernac^tä'fftgten Sonfäjje namhafter Sompos 
mflen ju gelangen. 

«3m golgenben wirb nun juna<$fl ein Ueberbtitf 
fiter ffimmtlidje £aetarten 51t gewähren, unb fobann 
praftiföe gingetjeige über bie ©runbfäfce, wele^e 6et 
ier SBafyt ber Saetarten ju beobachten fein bürften, 
Belegt mit SBeifyielen a\x% toortyanbenen Sompofitios 
Jien, ju erteilen üerfuc^t werben. 

2Ifle Bewegung ber $öne in ber 3«* — atfer 
fflf)t)tf)mu$ (Sintyfiliina na$ £actjaf;l), atteS SKetrum 
(ßintfyeilnng nac§ Saetnoten), aller £act (äußere ©an 
Rettung biefer (Sintfyeiliiugen) ftnbet ityren (Sint^eU 
lungögrunb in ben einfachen Sßer^ältniffen beö ©es 
toben unb Ungeraben, in ben beiben ^auptjafylen 2 
unb 5. ^iernae^ Reiten ftc§ bie Sactarten junadjfl 
in bie £auptgattungen beö geraben unb beö 11 n= 
geraben XacteS. 

Unter bie geraben Wortarten gehören bemnadj 
jiinäe$fl bie mit ber 3^1 2 als Kenner, namlic§: 
t i f -fa u.f.w., unter bie ungeraben bie mit ber 
afyl 3 alö Kenner, nämlic§: 4 t I i tV M «f«to. 
©ie genannten geraben Saetarten feigen eins 
faelje im ©egenfage ju benen, aU beren Kenner bie 
Qaf)l 4, bie 9Jhtltiplication ber 2 mit fte^ felfcft, aufs 
tritt unb bie beö^al6 ju fammengefe^te genannt 
Werben, nämfic§: 4 t t tV u -f- to - 

©er llnterfc^ieb jwtfc^en ben einfachen unb jUi 






fammengefefcten (geraben) %actaxten ifl feine$weg« 
unwefentlic^ , S3ielen aber noc^ nic$t ^inreic^mb 
Mar. 

S}orer)l erlaube tit) mir, aßen notenfe^reibenben 
Äunflgenoffen M jum Kopifien ^erab bie gänjlid§c 
Sefeitigung ber 3«i^f" unb C, unb an bie @tefle 
biefer @c$rei6weife bie mit 3*fy*n 4 unb ^, wie fle 
bei aßen übrigen ^aetarten üblic§ ifi, unb jwar im 
Snterefie ber größeren Ätar^eit, jur Sßermeibung \u 
beö möglichen ^igtoerflänbniffeö torjufc^tagen. 

5Db nun aber, um vorläufig hierbei fielen ju bleis 
ben, fcorfommenben gaßeö eine jufammengefegte ober 
eine einfache ^aetart gleiten ©e^alteö, 06 ber f 
ober ber \, ber f ober ber | %act anjuwenben ifl: 
barüber mufj bie 5(rt ber Sl^t^men entfärben unb 
ifl hierbei ba8 £empo, im erflen gaße gewö^nlia) mfis 
^iger alö im jweiten, jtoar nic^t ganj o^nc Serüc?» 
ftdjtigung ju laffen, boc^ aber titelt aöein maagges 
benb. @ö wirb bemnac^ ba, wo bie Sl^t^men auf 
2 §auptfc^(ägen berufen, eine einfache, ba, wo fte auf 
4 berufen, tinc jufammengefe|te Sactart ju wallen 
fein, unb gefyt ^ierauS beutlic| ^erüor, wie ber jus 
fammengefegte Säet in nichts Slnberem, aU in einer 
3ufammenjiefyung jweier einfacher %actt befielt. $n 
SSejug auf ben (Sinflu§ jebod&, welken bie difytfjmm 
felbfl auf eine (£ntfd)eibung für einfache ober jufams 
mengefegte %actaxt auöüben, ftnb hierbei nar§ S3epns 
ben afle (SIemente — bie ©eflaltung ber SMobie in 
i^ren ^auptnoten, ber ©ang ber Harmonie in ityren 
$auptfo(gen, bie 2trt unb göeife, toie metrifa^e gigus 
ren gebilbrt ftnb unb foitgefegt werben — in'Q Stugt 
ju faffen. @o laffen bie folgenben {R^t^men: 

Euryanthe. 

-D- 









-©-^>-»- 






i^ren mefobifd^en 4?auptnoten, trte ber Sewegung 
nac^, welche bie fte unterfiügenbe ^armonifc^e Segleis 
tung erhält, bie Sactart f nie^t terfennenj wä^renb 
bie nactyftefyenben 



3t 



Ouvertor« in Oberon. 



fe-fr-* 



unb bie ifmen folgenben gigitren, fo toie bie 9lrt, auf 
toe(<$e fie t?on ber metrifdj gerügten Harmonie gettas 

b ,a werben: 7 | > y >y >y rj | j^T? J.|| 

entfc^teben auf bie Sactart £ ^inh?cifen. 

9htn fommt eö aber freiließ, unb jtuar gar nic§t 
(eilen oor, ba§ eine fhenge Uuterfu^iing aller 9tytyt$3 
rnen eineö $onfa{jeö einige berfelben alö bie einfache, 
anbete bagegen alö bie jufammengefefcte Xaetart bes 
anfpruc^enb tyerauöfleöt. SBenn j. 33. ber oben anges 
führte erfte §auptrlj^muö beö Slllegrofafceö in ber 
Dufcertüre ju Oberon, fo wie ber folgeube ^auptge- 
banfe auö bem ©urc§für;rungöfage 

entföieben auf 

ben $ %act fyinjeigen, fo entfpre^en bie beiben §au$U 
t$tyU)men beö fogenannten jtoeiten ^auptgebanfenö : 




aüerbingö metjr bem f Saete. Scheut in folgen gat= 
Ten ber (£omponift ben (Schein ber Äleinlic^feit nietyt, 
fo mag er in ein unb bemfelben STonfafce immerhin 
bte einfache unb jufammengefefcte Xactart gleiten 
©eljalteö tve$fe(n laffenj er wirb baburc$ bem (Spie* 
fo teineöwegö Verlegenheiten bereiten. SBitt er fol* 
$en SBedjfel jebodj toermeiben, fo mögen bie wichtig* 
flen, bte am r/äuftgftcn wicberfel;renben , alfo in bei 
Regel bie 0tyyt(mrn beö Anfang« über bie SBafjl ber 
laetart entfäetben, tote man bieö in ben SBerfen bei 
meiften benfenben Somponiften hevbafyet ftnbet. $ier* 
bei mit übertriebener Sßebanterie »erfahren, bürfte als 
fobingö juwetlen ladjerlic^ erfegewen. 

SBie jebodj ber Unterföieb jreiföen bem einfa* 
ä)tn unb bem jufammengefejjten ifcacte »on fafl allen 
tomponiflen nur oberflächlich, r/ödjfhnö einfeitig con* 
fequent, namlid? bloö in Qejug auf ben ganjen $aet 
(£ unb ♦) beobachtet wirb, beweift ber Umftanb, bafj 
man in 83ejug auf ben falben Säet fafl immer nur 



|, fe^r feiten $ %act *orgejeic$net pnbet; unb bodj 
fie$t natürlich ber $ %act in ganj bemfelben 83er$ält* 
niffe tum | Sacte, wie ber | Xact tum » %aete. 
Srofcbem föreiben bie meiflen Gompouiften in %Qn* 
fa&en, beren #auptbewegung unleugbar auf 4 Slc$* 
teln beruht, wie j. 83. ber jwette <&a§ ber gr^Cur 
©^mp^onie »on »cet^oöen, felbp foId>r (Somponi^ 
u>elc$e in S3e^ug auf ben ganjen Sact im entfpre^en- 
ben gafle ben -J Sact »om % %actt ioo^( unterf^ei» 
ben, an% letbiger ©enjo^n^eit, aug !Kac^läfftgfnt o>er 
SWangd an Wac^benfen J flatt |. 

38tnn ed nun tu ber %i)at fe^r tu^fcutli^ iß, 
bi^» »orjei^nung ber %actaxt rücfp^tli^ beö Uniei^ 
fc^iebeö ^mifc^en einfa$ unb jufammengefett nad^ @o 
flaltung, ©ctonung uub mctriWer Unterlage Uz 
$auptrfwt(?men ein Juristen, bte (Sigent^ümlic|>fe4tf« 
beö £ unb 4, beö 4 unb | 3tacteö nify <w$n Wfyt 
ju laffen, fo bürfte eö boc$ toentger not^toenbig tu 
fc^einen, im giuffe eine« ^oufafeeö auö einem (&uffc 
jcben SBec^fel j[ener r^t^mifd^en S3efonber^eiteu bur^ 
»eränberte Sactüorjeid^nung anjugeben, obwohl auc^ 
bte^, roie fc$on ern?ä§nt trorben ift, nic^t ben gering« 
flen itRac^t^eit fyabcn mürbe. 

Sflac^fl biefer auöfü^rfic^en Erörterung über bad 
SBefen ber einfachen Sactartcn im ©egenfa^e ju ben 
gufammengefefctcn, mag nur no^ bie »21nbeutung ^ier 
^3Iag ftnben, ba§ eine fo ju fagen foretrte SBeiter* 
auöbe^nung beö ^ufammengefegten ^acteö, eine fcr= 
nere ^ultiplication ber 3a^t 2 mit ftd) felbfl, ein 
1/ I ober -& Sact nic^t ebtn in baö 9teic$ ber Un- 
mögtic^feiten gehören bürften; fo nie ber ^innjeiö, 
ba§ in ©e^ug auf ben ungeraben $aet na^ bem 
jegigen, fyier noc^ beibehaltenen (Sterne, uon etnfa* 
c^en unb jufammengefe|ten ^aetarten jfoar bie Siebe 
ntc^t fein fann, herüber jeboc^ in ber gprge noc^ 
©tnigeö ju fagen fein wirb. 

So ift nunmehr in ber Shifjäfjlung ber Sact» 
arten fortjufa(;ren. ©ie noc^ übrigen gelten aub ben 
beiben fc^on genannten #auptarten auf fplgenbe SBeife 
fyetttor. 

Söä^renb fomo^I im geraben, alö im ungeraben 
Saete bie weitere 3erlegung ber ^aupttaetnoten obec 
4?auptmomente burc^ bie 3aty 2 geföie^t, j. 83. 

v,r r r r 3/4 r r r 

ÜL/lfLf isuu 



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p r 



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u. f, ru. 



fo ergieSt bie näc^fte 3ertegung ber 4)auptmomente 
biefer Sactarten in 3 gleite ^t^etfr, bie Stmoenbung 
ber Briden diejenigen Sactarten, welche gu Wennern 
bie 3a^len 6, 13 unb 9 $abou nÄmli^: 



32 



V. 



,p p */.r r r r > u r r ■• 

ääääää 000000000^00 . rf "irr, 

I I I i i I *— ' "-^ *-«-> , -*- 1 

69 entfielen burc§ fol^eö ©erfahren auS ben einfas 
i$en grrabrn } } J } He Sactarten £ I t A/ au * 
im jufammengefefcten geraben \ | { bie Sactartrn 
V 2 V tI/ un *> auö * cn ungerabrn | | J bie Sact* 
arten £ f- ^, wä^renb auS ben boppelt jufammen* 
gefegten geraben Sactarten mit ber 3&fyl 8 r)ier %acU 
arten mit ber 3^1 24 V ttoor 9 c V n würben, ©ie 
Xactarten mit 6 unb 12, bejie^enblidj 24, nennt 
man gemifc^te (einfache gemifc^te, jufammengefefcte 
gemifäte,) weil ju it/rer (Sntfretjung bie Reiben #aupt= 
galten 2 unb 3 gemeinfdjaftlicfy mitwirften ; bie %atU 
arten mit 9 Reifen in (Ermangelung eineS angemeffes 
neren 2luSbrucfö breifüfiige (tripobifc^e) , weit ju 
ityret Ableitung auS bem ungeraben, urfprünglidj fc^on 
3tfyeiligen Xacte bie 3fttegung burd) bie 3^1 3 um 
nodj einen ©rab weiter fortgefegt werben mu§te. 

©ie $auptmomente aller biefer Sactarten ftnben 
tyre weitere 3fttegung jeboety ebenfalls nur burdj bie 
3a$l 2, nämlicr): 




000000 



unb eine eonfequente Sortierung ber 3fttegung burdj 
3 fommt in ber SWuftf HS dato nidjt toor, würbe 
übrigens ju £actarten mit ben 3&fyten 18, 36 unb 
27 führen. 

@S jeigt ftc$ auet) hierin — Beiläufig fei bieS 
erwähnt, — fo tvit in ber fcorjugSweifen 51nwenbung 
ber 2 s unb 4tactigen ffltyfymcn (im ©egenfage ju 
ben 3taetigen) bie gröfjere SBic^tigfcit, welche in ber 
Xonfunfl bie geraben SBer^altniffe »or ben ungeraben 
Behaupten unb welche als auf Sftaturgefefce fcegrünbet 
anjufcfyen ift. «3d? erinnere beifpielSwcife r;ier nur an 
ben ©ang beS 97tcnfc§cn unb ber übrigen mit 83eis 
nen begabten ©efc^öpfe. 

©änjli<§ unerwähnt bürfen na<$ ben biSfyer ges 
nannten ^aupt = unb Sftebcntaetarten bie fogenannten 
gemengten £actartcn mit 5 unb 7, unb möglicher* 
Weife allen nur benfbaren monfhäfen ungeraben 3a§ 5 
Ten nidr)t bleiben, wenn fie aucr) für blofje ©onberbats 
fetten gelten muffen unb ifyre ©enugung mrfyr als 
fiaune ler ßemponiften anjufefyen ift. ©iefe gemengs 
ten Sactarfen entfielen auS ben $aupttactarteu burc$ 



t>etfe$iebenattige 3«legung gleicher ^auptmoment^ 
J. 83. 



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V. 



MIM 



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u. f. w. 



ober 



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7 /* 



Sine wirflie^ fünflleriföe Qlnwenbung f)at, wir wo^t 
männiglic$ befannt, ber 4 ^ flct ®«ten S3oielbieu'8 
in ber Dper „bie weige ©ame' 7 erfahren. 

Srogbem, ba§ unter bem gehalten eine« bes 
flimmten (S^ftemeö in ber bisherigen 51ufjä^lung bet 
Saetarten bie rein tfyecretifdje Ueberftc^t eine fe^r be* 
beutenbe 5lnja^l berfelben ergeben tyat , unb bamit 
überbicö baä 9leic^ ber 3}?Bglic^feiten in biefer Sejies 
^ung noc^ feineöwegö für erfcfyöpft angefe^en werben 
barf — man benfe nur an bie liebenöwürbigen $acts 
arteten 7 9 T T \ || & u. bergt. — fo ift bodj bir 
9lnjat)l berjenigen ^aetarten, welche in ber tßrajriä 
für gewB^nlie^ jur Slnwenbung fommen, nic^t eben 
ju grofj unb ^inlanglic^ befannt, ba§ bie jumeifl bes 
nugten ftc^ auf bie naetyfotgenben befd^ranfen : 4 ▼ 
I- f i f f V. @twaö feltener fe§on ftnb bie 3:act* 
arten: £ 4 t 4> f c ^ r W ten ^* übrigen benfbarrn, 
manc^r berfelben nodj niemals angewenbet, unb Ui 
ber immer weiter fortfe^reitenben unb immer allgemein 
ner werbenbeu Stufflarung ift aud^ nur geringe %uSs 
flc^t für i^re enblie^e 5lnwenbung üor^anben. 

(goTtfe^ung folgt.) 



5lud Gaffel, 

#err Kebaeteur! 
9?oc^ fc^ulbe iä) Sfyntn ben 5lbfe^lu§ unfercr mus 
ftfalifc^en SBinterfaifon. ©aö erfte Slbonnementron* 
eert ijabt ic^ bereits in 9lx. 6 Styer 3eitfc^rift, unb 
bie fctyäfcbaren fieiflungen beS #rn. äWortier be gons 
taine, fo tvie baS Engagement ber Äünftlerin grauL 
ßieb^art auS SBien in 9lr. 25 befproc^en, laffen <©ir 
mic^ nun nae^ benfelben ©runbfägen, welche mie^ 
bisher geleitet tyabcn, fortfahren. ©aS jweite 5lbons 
nementeoneert am 25jten ©ee. »or. 3. lieferte ber ge* 
genwärtigen ©eneration einen neuen großartigen ®e* 
nu§, nämlic^ eine Üluffü^rung ber alten unft erblichen 
(Schöpfung ton ^)apbn. Sttan fyattt 5lßeS get^an ; 
um bem alten SJkifhrwerfe bie fc^ulbige Sfyre ju rr« 
weifen, bie Gfjöre waren forgfaltig einflubirt unb bal 
Dr<$efter »erriet^ eine gefc^macfüofle S3erücffic^tigung 
ber üielen Tonmalereien j allein bie Solopartien »et* 
fehlten i^re SBirfung. ©er fonfl fo treffliche JBaffijl 



33 



$r. &8ppel war Reifet unb feinet ©timmc fehlte jebet 
gluß 5 bet erfle £cnot §t. ©c^loß fang bem Slnfcfyein 
nadj mit Unlufl, unb $rl. Sftolenbo fonnte bei it/rem 
beflen, rcblic^flcn ^Bitten mit it)rer fc^äfcbaten, jebodj 
toon Statut ungeteilten stimme, bie reiche Golotatur* 
partie bet (Soprane biefeä SDratoriumö ntc^t auöfük 
len. ©ie fang mit großer 5lnflrcngung unb ©el;uts 
famfeit, ein fleißiges ©tubium war unoerfennbar, aU 
lein fle fonnte bie ©tufe bet ©rajie nicr)t erreichen; 
man füllte ftdj toerpflietytet unb banfbar für ir>re ©es 
mü>tng, aber eä war unmöglich, ftet) ju ergoßen, 
obet gar, fte ju bewunbern. grt. 9)1. t;at eine ans 
genehme, einfache unb wcidje (Stimme, welche fletä 
(Srfreulic$c8 unb felbfl 9lu8ge$eic§nete3 teiflen wirb, 
wenn fte in ic)ret ©pfjäre bleibt, allein für ßotoras 
tut ifl biefelbe burcr)auö unbrauchbar, unb Sftieljtö ifl 
trauriger alö ein gebrüc!ter, fc^werfätligcr, foreirtet 
(Soloraturgcfang. £cicr)tigfcit, Steinzeit unb ©rajic 
flnb fcier bie erflen SSebingungen, unb batjin wirb eö 
grl. 9W. mit allen 5lnfhengungen unb ©tubien nies 
mala bringen. Sftur fcr)lccr;te SRatfygcbcr tonnten iljr 
goloraturpartien anempfet/len $ fte ifl augcnfdjcinlidj 
jurücfgcfommen, feit fte oerfuc^t fyat, burdj biefe ems 
porjufleigen. Sftöcfyte fte biefe offene Söarnung für 
eine tvat;rt)aft freunbfcr)aftlidt)e fyinnet/men unb beadjs 
ten! ©ennodj machte baö clafftfcr)e Oratorium einen 
fo angenehmen Sotalcinbruct, baß eine balbige SBie* 
bcrfyolung allgemein gewünfcr)t würbe unb audj am 
28flcn gebr. b. -3- im fünften 5lbonnemcntconccrt wirts 
lidj erfolgte, ©iefe jweite Sluffüljrung war ber er* 
fleren toollig glcidj, unb nur $x. £flgen fang bie 9ßan 
tie bcö £tn. ©djloß mit met/r SHebe unb (Irfclg. — 
93om brüten, vierten unb fecfyflen $lbonnementconcert 
r)ebe id) nur baö 5luöge^cicr)nctfle nnb ^ntereffantefle 
ijertoor. ©er ©iclintoirtucS 3. 3. Sott, inmittetfl 
toon bem Äurfürflen jum (Eonccrtmeijter ernannt, 
fpielte fein jweiteö (Soncertinc, fo it»ie feine Polka- 
Caprice burlesque , eben fo eine toon \i)\n beaxheitete 
Romanesca bc8 16ten 3af;t(;unbert8 mit befannter 
ffiollenbung. §\n in (Saffel tonnen wir über biefen 
Jugenblidjen äftcifler 5Kicr;t8 meljr fagen, n?aö nic^t 
fc^on gefagt wäre, unb cö ifl nun bie Steige am SluSs 
lanb,bie Talente unb Söerbienflc biefeö unfereö ßanbäs 
manneö anjuertennen. ©eine ^ßotfa fycit alle 9teije, 
aber aucr) alle Söeritrungen unb ©ebrecr)en ber mobers 
neu ©djule, unb »oir tuünfdjen nic^t, ba§ ficr) $)t. 
Sott afljufel^t in biefer piquanten Songattung gefats 
len möge, ©ie latente biefed ^ünfllerö ^aben boc^ 
toc^l eine eblere ©eflimmung. — ©erner ^8tten lüit 



ben «iolinfpielet §tn. ^. 3ütoenbeö auü Sitoerpoot, 
einen @cr)üter ©po^r'ö unb feit einigen .Q^ten bafyiet 
^eimifc^. (St ttug ein felbfl componitteS 9tonbo für 
83ioltne tot, »ootin ftcfy eine untoetfennbate Sonfequenj 
auöjeic^nete, unb tfyeiliüeife fogat mit entfd^iebenet 
Originalität toerbanb. ©ie Sompofttion blieb einfach 
aber ge^alttooll unb gemüt^lic^, unb lourbe toon bem 
^omponiflen mit ©ic^er^eit unb ^luöbrucf toorgetras 
gen, loobei üieHeie^t etiraö ju toiel JHu^e unb S3es 
quemlic^feit burc^fclicfte. (Sin getviffeö ^ünflletfeuet 
lie§ ftdj in bet ^ompofttion, gleich wie im ©piel nut 
ungern toermiffen, aber ©ebiegen^eit unb ©c^ule fudjte 
baö ge^lenbe ju erfe^en. 2Jtit einer ganj anberen 
Äraft unb mit einer fyßfyeren Genialität fpielte fein 
jüngerer ©ruber, ^>r. g. ^itoenbeö, im ^Pftngflconeett 
am 24flen Wlai b. 3- **>*% Sßiano in einem Quintett 
toon ©pofyr, unb fobann ^alberg'ö ^S^antafte übet 
fernen au8 2J^ofeö. ©in roeic^er, tlangtooßer 5lns 
fc^lag, eine gleichmäßige Qluöbilbung beiber ^)änbe, 
eine auöbauernbe Äraft, ein feineö ^>iano unb eine 
loofyltbucnbe fflunbung ber ^3affagen jeic^nen biefen 
jugenblic^en Äünflter tüfymlidj au$, man bebauert aus 
gemein mit §Rcd?t, ba§ er ftdj fo feiten bBten läßt. 
Snöbcfonberc fanb ^^alberg'ö groge ^S^antafte, welche 
er mit fo toicler (Sleganj unb (Sinftcfyt ju be^anbeln 
terflaub, einen großen ©eifall unter feinen ^>änben. 
§x. OTupfbtr. Söe^uer auö ©öttingen braute im fec^* 
flen Slbonnementconcert am 18ten 5(pril b. 3« ^ e 
^oncertantc toon ©eet^otoen für *ßiano, 93ioline, 93ios 
loncctt unb JDrc^eflet ju einer 5luffü^rung, toeldje chtn 
fo intereffant alö gelungen n?ar. 6r felbfl fpielte 
mit mefyrfact) gerühmter 3«rt^cit ben Sßianopart, unb 
irurbe toon $>rn. (Soncertmflr. ©Ott unb $rn. Änoop 
toortrcfflicfy unterflügt. $n bemfelben (Soneert fang 
bie allgemein bcttntnberte ©oloraturfängerin grl. ßouifc 
fiieb^art eine Slrie au§ ©po^r'd 3^oeifampf mit uns 
nacr)afymlicber ©ettjanbt^eit unb ^rpreffton, obfe^on 
bie ganje Tonlage biefer 5lrie für ifyre reijenbe ©timmc 
ungeeignet ifl, unb it)re fiBa^l ba^er burdj gar 9^ic^t§ 
gerechtfertigt werben fann. (Sine (Soloraturfliutme 
barf o^ne große ©efafyr niemals i^r Terrain toerlafs 
fen, unb \d} warne bafyer biefe eble Äünfllerin mit 
berfelben Offenheit, wie grl. 9^olenbo, toor ä^nlic^en 
Mißgriffen. 3ene 5ltie ifl fcfyt unbanfbat gefc^ties 
ben unb quält bie ©ängerin o^ne 9tot$ mit eben fo 
übertriebener Siefe ald |)ö^e. 

(€J*tuf folgt.) 



34 



Ucberftctyt ber neueften @rf#eitwngeri auf bem ©ebictc ber SÄujit 



gut ^Hattoforte. 

«Salon « uttb <£f>araft*rfiäcfe. 

& ©♦ Stiftet, ©p. 17. «oprimo. tfreitkopf u. Ijär- 
tii. 20 Hgr. 
(Sil friföe«, muntere« @tüd in flüchtigem Dretadjtef, 
ba« »ii ber 9Rad>ad)tung ber £efer anempfehlen. 

$♦ ©pinblet, ©p. 8. ©egeniber. ClooirrftüA. AU- 
fet. 15 llgr. 

Sefriebigt nidjt fo, al« ba« gulefct angegeigte ©tntf be« 
Serf., fnbem e« ß$ weniger gn einem ©angen abrnnbet. Die 
€tefle in De* Seite 6 ifl tvot;lfeil, übrigen« aud) feljr lorfer 
bet f$on vorder bagewefenen ©tcHe In H« angefügt Die 
Serien in legerer (§. 5, €vj. 4, nnb <S. 7) ßnb von aflgu 
füfem @ef$macf. <Sonß fpielt fld^ ba« 6tücf gut nnb Hingt 
audj gut. 

3- Stttdgafcet, ©p. 47. Nocturne, fraberg, flalUn- 
bari) u. Rofentjeim. 10 tlgr. 

— — — , ©p.48. Souvenir ä Th. Wisniowski. 
Marche funebre. Äben*. 15 Itgr. 

Selbe @tücfe, $aupifdd)li<$ ber 2flarf$, befunbeu fünf}« 
lerlfäe 8(nfdjauung«»eife unb ßnb, wenn au$ nfd)t frei von 
SUugerlfd&felten nnb fränfelnber (Smpßnbelei , boä) im Stflge* 
meinen von mo^lttjuenbem (Biubrutf. Der Serf. fc^eint gu 
(öderen Seißungen, alt bie vorliegenben, bef&ljtgt. 

81* $a$et, ©p. 15. €lffitreignu 3mpromptu. JDia- 
belli. 45 flr. C.ÜI. 

— — , ©p. 16. Romanze. f)r<Uu)ium utft Jfage. 
Cben*. 30 Ar. «.AI. 

Den meißen mußfalff<$en ®eri$ Ijat bie ötomange in 
Dp. 16, tvel^e mit 9lu«na$me ber (Sdjlugiacte ß$ bur$ (Sin* 
fadjbeü nnb !EBar)rr)eit bcr (Smpßnbung eine anregenbe 2Blr* 
fang friert. $räinbium unb gnge, erßere« gtvei«, festere 
toierßtmmig, verßojen nl$t gegen Srau<$ nnb $erfommen. — 
Der „(Slfenretgen", Dp. 15, faßt auf ßnnlic&er tflangtvir* 
fang, <ß 0efd^i(ft gemalt nnb überlagt e« ber eigenen 3nbU 
»ibnalitat be« $örer«, ß$ babei in eine SWtyrdjenwelt gu 
verfefcen. 

9« 2ifjt f 3 Etudes de concert. flr. 1. ftiftner. 
15 llgr. 

— — , Cranfcriptionen für |)fte. Hr. 4. Robert 
Jxanf „€r tft gekommen in Sturm un* Regen", 
tfben). 10 Hgr. 

Die (Stube beginnt mit vier Seen SorgeUfcnung ,,« «- 



priccio". Dabtl verbleibt e« vier Xade lang, ba« Allegro 
tritt fo ein, eljne mit ber Xljüre in'« £au« gn fallen. $)it* 
felbe Sorgeidjnung $ält ß$ uedj 17 Sacte; bann folgen 8 
Xacte mit brei äteugeu, 13 $acte mit einem Ärenge, 21 $actt 
mit fünf Ärenjen , ferner 7 Sacte mit ni$t« , 29 mit vier 
Seen, 13 mit fedj« Äreujen, 20 mit gwei Seen unb fälief* 
ü$ 23 Sacte mit vier Seen. (Sinex Segriff vom (Sangen 
vermag fid? ber geneigte £efer $ierna$ felbft fejtgupellen. — 
Die Uebertragung be« granj'fd^en 2iebe« iß gut nnb gu em« 
Pfeilen. — 6pra^nnri4tigfeiten in ben Sortrag«begei$nun* 
gen ift ber «&r. <§ted}er befliffen gewefen, gu vermeiben. <SUei<$* 
»o^l giebt e« no(^ SRandje« an«gnmergen, g.S. „melodia hen 
marcato". Da melodia toelblit^en (SeWledJt« ifl, fo bebingt 
e« bie (Snbung anf a, — eine Siegel, bie auf ber $anb liegt. 
SBBill man (1(6 einmal niefct gu beutf^en Segei((nungen bequem 
men, fo laffe man toenigßen« nidt>t 3a^r au« 3a^r ein ber* 
gleiten (S^nlfter, toel^e im Slu«lanbe nur gabeln errege» 
fönnen, unterlaufen. 

$. ©ttfe, ©p. 4. Rhapsodie. Peters. 15 Hgr. 

— — , ©p. 5. Fantaisie sur Topera : „Prince 
Eugen 14 de G. Schmidt. €brn*. 16 Hgr. 

Die <5a$en finb bur^ i^ren claviergem&gen (S^arafter 
bem (Spieler annef}mli$ gemalt. @ie ße^en auf ber ®reng* 
linie gtvif^en pofttiv nnb negativ, bieten alfo von feiner ber 
beiben Seiten ettva« Semerfen«wcrtlje«. (5« fliegt in i^nen 
9ll(e« glatt ^in unb vorüber. Die „Rhapsodie" iß ber „Fan- 
taisie" in fofern vorgujie^en, al« man in lefcterer bie Sebeu* 
rnng«loftgfeit ber ©o^mibt'f^en @innc«mufif al« 3utyat au* 
ferbem befornrnt. ^)it DuintenparaKele in £)p. 4, vom vier« 
ten gum fünften Xact g(ei$ im Anfang, tvirb 2euie von ber 
3unft fcjmerg^aft berühren, ffiegen ber frangoßfe^en Xitel 
^at Sftef. feine £uß, bie«mal gu ßreiten. 

% SebeScO, ®p.23. Souvenir de Boheme. Sedlak! 
Sedlak! Air national varie. ^ofmeiCter. 15 Hgr. 

— — — , ©p.28. Grande Vaise brillante. €btn*. 
22^- llgr. 

9n beiben @tü(fen iß nid^t«. Dem Serf. mangelt bie 
SefälMgung, etwa« irgenb »ie (Srfprießlic^e« ^ervorgubringen; 
er ergebt ß^ faum über bie tönenbe ©^elle. 3m ©egenfa^ 
gu bem „SouYenir", ba« gängltc^ ge^altlo«, mag ber SBaljer 
(Dp. 28) nod^ erträgli^ genannt werben. 

©. 2JterfeI, ©p. 1. Brei fieser oljiu tDortr. Dres- 
den, ßrauer. 17| Hgr. 
Serfuc^e von 9la(6bilbungen 2Wenbel«fo$n'fd)er Sieber o^ne 



35 



fflorte, tvele$e ni$t für bie DeffentlUfeit benötigt finb. Der 
ffierf. getoÄljrt ein traurige« ©elfviel ton IBefdbrdnft^cit, ba§ 
« Heft 6iücfe ber Verbreitung burdj ben Drucf für »ert$ 
xxaQUt l)at. 9tur arge ©elbfliflufäung fonnte ibn jur $tx* 
«n«ga>t berfefben veranlaffen* 

8R. SiSping, ©p. 4. fordet) : „3d) weif} nirl)t, aas 
foll (0 betouten, fcafj ü( fo traurig bin" von Sil- 
ber, rariirt. ./iffmer u. Comp. 5 0gr. 
39 fetyr einfach gehalten unb fc$ll<$t, toaljrf$einlie$ nur 

%u Unierrldjtfytoeden befiimmt. 

(£♦ $a$linget, ©j>. 53. 3u$nft-2Ubum. 6 kleine c (ja- 
rakteriftifclje «onftiuk*. fiaslinjjer. l./1.15fir.C.JR. 

Seber ber @&J e $ m ^ Ueberfdjrlft unb aufjerbem, gletd)* 
fam al« ©ebraud}«antoeifung, mit erläuternbem Xnt verfeljen. 
JDie Benennungen finb : ,,2änbli<$e« Vergnügen, bie äavelle, 
bie ffiafferfaljrt, bie 3agb, bie (Schlittenfahrt, ber ©oll". Sßon 
ben £erte«tvorten fügen toir einige groben bei. „9luf ber 
blumigen SOiefe fd?lagen muntere Knaben ben elafttfdjenSBall, 
nnb bev fütyle Slbenbtotnb f&djelt ityre von bem (Spiele erljffcte 
©tirne." — „Ueber ben Haren, vom ffiinbe leldjtgefrÄnfelten 
Cee fegelt ber fdjtvanfe Sta^n ba^in. Die HDeUen Ijüvfen an 
bat <S$iff Ijeran wie von Dteuglerte getrieben; bod) von bem 
Rnberfdjlage verfdjeudjt, jiebcn fte rafdj toieber bavon unb 
fetyen erftaunt bem enteilenben galjrjeuge nac§, ba« ft$ tvfe 
ein forgenlofer Änabe auf bem tiefen SÖaffergrunbe Waufeli." 
— „-Öord), iveld)' muntere« ©eflingel? immer nätyer fcmmt 
e«: ein grofjer 3ug von refdjveqierten, feltfam geformten 
©djUtten. geurige Stoffe, behängt mit fofibaren Decfen voll 
iönenber (Stellen, fiürmen Ijeran, bie ßutfdjer, gang in $e(g 
gefüllt, erhalten bie (Renner im pfeilf$ne((en ©alovv, bafj fte 
laum bie glatten <S<$neetvege mit ityren flüchtigen «feufen be* 
rühren." — Sluf bem Titelblatt befinben fld) entfyredjenbe 
JBilb^en. €d)abe, bafj fold^' Vcetifdje 9lber nid^t in ber 3Wu* 
fif anzutreffen. Der leere <Sd)aIl verirrte flc$ barin unb fanb 
allüberall ein jtdjere« fRu^evläfcdjeu. 

3nftructtae6. 

£&*Deftett, ©p.46. fanner im ©lijtnp. ttolkslie* mit 
RückCuijt auf kleine Jjänfc* oariirt. ßeriin, Cljaüirr 
u. Comp, i Stjlr. 

gür Anfänger al« Stfotybeljelf. 

%üx ypianofoxte ju vier Sfränben* 

ff* §Ünten, ©p. 164. Grand Duo. peter«. 1 Äljlr. 

20 njr. 
— — , Serenade. Cben*. 15 fljr. 

2)ie8crcnabe ift eine fleine, ba6 „grandüuo" eine grcjje 
Äleintgteit; erPae gäl^lt vier, le&tere viernnbbreigig Motens 
feiten. 3cne ifl leicht au«fü^rbar, biefe weniger lei^t. SJ^u* 
fifalifc^en 5Bert^ in ben (Sadjen gu entbeefen, ift mit größter 
€(^»ierigfeit verbunben. Da« Duo beftetyt au« breiSä^cn: 
Allegro con fuoco ((Sj^ioll), Andante con grazia (^«^Dur), 



Finale: Intrada unb Roado (S^SKofl). gingergemäg ift Stfle«, 
Um (Se^orflns toirb genug getrau, ©er ©ebanfenloflgfeit 
liebt, mag äenntnij? bavon nehmen. 
%* *. 9toba, ©p. 9. ©rofje SonaU. nirmnjer. 

1} €tt|lr. 
— — — , ©p. 10. Ronbo. Cbm^. \ €l)lr. 
ffieTben befproc^en. 

%üt tyianofottc unb &tteid>infltumentt. 

©♦ ©♦ Sleifftget, ©p. 188. Grand Trio (dix- 
huilieme) pour Piano, Violon et Violoncelle. Me- 
ters. 2 aijlr. 15 ngr. 
„Qnt^lt viel ©ute« nnb (Reue«, nur fdjabe, ba§ ba« 
®utt ni^t nen unb ba« Neue nic^t gut ift." Die« Urttjeil, 
iveHe« ein berühmter ©ele^rter einft über ein 5Bu4 f&llre, 
erlauben mir an« auf ba« vorliegenbe „grofje" Xrio anju* 
teenben. Daffelbe ift treffenb gur ©ejeidjnung feine« 3n^at^ 
te«. Die vertriebenen @ä^e be« ffierfe« ftnb : Allegro mo- 
derato ma appassionato (§*5Woll), Andantino quasi Allegretto 
(D^Dur), Moderato alla Mazurka (®*Dur) mit Trio ((5*Dur), 
nnb Coda, Rondo: Allegro vivace (^*ajJoH) mit Durfd^lng. 
Ärei«betvegungen fommen in reifer gülle vor (fo g.tB. Seite 4, 
£act 10— 17; 10, 8—16; 12, 8—16; 12, I T f . ; 19,15—23; 
19, 24-33; 20, 6—15; 22, 14—22; 22, 23 f. ; 23, 10—19; 
36, 17—25; 38, 5 f.; 41, 9—25; 42, 1—8-, 42, 26 f.). ©lt 
$aben nidjt« toeiter ju fagen, al« bafj bie 3nflrumente ft^ 
waefer jum klingen vereinigen. Der Äunftgefdjmad be« (5cm* 
fccnijten ift befannt unb finbet in verriebenen greifen tooljl* 
tooflenbe H^eilnabme. 

%üt 2)?ännetc^ot. 

§♦ Slttgeli, Cüntatine, je^. »on Reitljartt, für oa$ 
JFeft Itv Äinroeiljung m Äonument« für ^ans 
öcorje nagelt. Sürul), Hägeli. Partitur, 10 rigr. 
SBerfe ber Siebe feilte man ni$t tabeln, unb fo müfjte 
benn biefe (Santatinc, ein Cpfer ber finblUen Siebe, bärge* 
bracht ben Dianen be« vetbfenten ©olf«mufiflel;rer«, von ber 
Äritif mit gugcmadjtem Sluge bei (Seite gelegt »erben. Doc^ 
fotl un« au$ ^ier ©ere^tigfeit leiten, unb toir kvollen e« of* 
fen beTennen, ba§ ba« ffierf be« Sofjne« ben Sater nic^t er>rt. 
(Sine arge Wlifleref unb Ungef^icflit^feit trägt biefe San* 
tatine al« (StcmVel an ber (Stirn. Der (SomVonift tyat toe* 
ber bie Mittel no* bie Stritt in fid), ^öl;ere gormen in'« 
fieben ju rufen. Der ©lief tvrnbet ft<^ untvillfü^rlicj ab von 
ber oben ©üfienei ber ©ebanfen, ber 9Ruftter erfc^rieft vor 
bem mangelbaftcn (Safce, vor ber fehlerhaften «rt ju tjarmo^ 
nifiren. Sil« 3ugabe eine grege SWenge Drucffc^ler unb an« 
bere 3&a<$l5ffigfeiten ber 5lu«gat>e! aBal)rli(6, fo e^rt man 
bie lobten ut^t! 

5«t <jcmtfc^tcn 6f)0t, 

%+ ^Pocci, Drei «tuartetten für Sopran, Alt, fcenor 



36 



un* ßo(f f mit Ölleitung tos fKanoforte. ßrritkopf 
u. flärtcl. Partitur im* Stimmen, 1 Cljlr. 15 flgr. 

Der (Somponift fdjreibt mit geidjtigfeit unb gutem gluffe, 
onb e« fft nur ju bebaneru, ba§ er auf rein bflettantifdjtr 
93aft6 fleljt. Satyer rühren audj feine ungefc^ieften Söffe unb 
bie oft fdjuler^afte ©afcbilbung. £armonifdje geiler (inben 
fH nid)t wenige. 2Bir bäten und eifrig sor bem gtteifel^af* 
ten Stumme eine6 Dntnten* unb Octasenjäger« , aber feiere 
Detawn, bie ben geregten Slnforbemngen eine« gefunben (De« 
Ijöre* $o&n fpre^en, bürfen cfyne Slnjlanb guritdgenMefen »er* 
ben. @ie$c: ®titt 6, (Saft. 2, im (Sopran unb 93afj ; ©.7, 
©pft. 2, $act 2, 33a§ ber Begleitung unb @ofcran; ©.9, 
Xact 2 n. 3, @opran unb ©a§; ©. 10, ©*#. 1, $act 7, unb 
69fk. 2, Xact 1; ein Dueifianb : <S. 16, JTact 3 n. 4, unb 
€. 19, £act 4 u. 5. @ei e« 9*a4läfflgfeit ober Unfenntnif, 
fotdje gebier oerbienen immer garten Säbel, unb ber (Sompo* 
nift »erbient bie 3ure(^tn)eifung r baß er bie fcarmcnifdjen (Sie- 
mentarregeln erlerne, bevor er ©eitere« fdjreibt. Unfauber* 
feiten in ber ^Begleitung ftnb nlät nrenige serfjanben. 

%\veiflimmi$e (&efän$e* 

<£♦ SWttetlc, ©p. 12. Dur titln für 2 ßopranfttm- 
men. ffiriitkopf u. IJärUl. 17£ fljr. 

3Birb befpro^en. 



%l)(Otetifd)t ft&ettt* 

2* Stattet, Kjarmonotogif, Doltftänfcij tijrorrttCr^prak- 
ttfetje ©riuralbafj- un* flarmoniflfljrf, in üjCtraati- 
fcljcr ffironung uiu) leicht fafjlkljfr fltovftrUung*- 
meiff jum <9t braurtje angrlpnftcr Conkünltlrr. BÜa- 
Mit. 4 J[. 30 flr. 

$)er Slutor giebt ein trorfene« ©erippe ber £arnioniele$re, 
oljne alle toifFenföaf fliege <Sj>eculation. $er (sdjuier ertönt 
eben nur, tun« ift, ni$t fear um e« ift. $a« mag fcieriefdjt 
bem befonberen 3wcfe genügen, für »eldjen ba« SBerf ent* 
flanben. <8« ifi wfafjt fir bie <S<$üier be« fletyenben «er* 
ein« gur ©eförberung unb iOerbreitung achter £ir$enmuftf, 
unb officiell al« Sef>rhi($ »erflefärieben. dine befontere Sorg* 
falt oerwenbete ber 8utor auf bie üebre ber Signaturen, nnb 
anf eine grünbli^e Slntreifnng, bezifferte gunbamcntalfiimmen 
ju fotelen, ein ©ebürfnifj, *on toeldjem »ir toeniger gebtnrft 
toerben, ba bie Orgel al« begleitenbe« Snßrument in ben Airs 
djenmufifen bei un« ganjlidj toerförcunben, toaljrenb in fatljb* 
lifcfcen Sänbern, »o audj ba« fleinjre Äir^fpiel feine SKcffe« 
auffährt, bei ber ft^toadjen ©efetung be« Ord&efier« ber Du 
ganifi bie Hauptrolle gn übernebmen genötigt tfh Der toif* 
fenf(ftaftli4e etanbpunft bc« ißerfaffer« i(l ber be« Sater 
%M. Die beigefügte 3nf)rumentation«(e^re ift unau«ref$tftb. 



3iitcllic)cnjblrttt 



Neue Unsikalien 

im Verlage 
von 

C* iAiCkhardt in Ca s sei. 

BoctimanTl,!!., Casseler Carneval- und Mode- 
tänze für Pianoforte. 15 Sgr. 

Häser, C. f Ich komme bald! Lied für Sopran 
oder Tenor mit Piano. Op. 11. 10 Sgr. 

, do. für Alt oder Bariton. 10 Sgr. 

, Gebet, Lied für eine Singst, mit Piano 

(Liederkranz Nr. 16). 5 Sgr. 

Liebe, li., Deutschland hoch! Gedicht von 
Rückert, componirt für eine ßassstimme mit 
Piano. Op. 6. 12| Sgr. 

, Fantasie über Mendelssohn's Lied : „Ach 



um deine feuchten Schwingen" für Pianoforte. 
Op. 16. 15 Ser. 

Schumann, B. f Fantasiestücke für Piano- 
forte und Clarinette. Op. 73. 1 Thlr. 5 Sgr. 

— , do. für Pianoforte und Violine. 1 Thlr. 

5 Sgr. 

, do. für Pianoforte und Violoncelle. 

1 Thlr. 5 Sgr. 

, do. für Pianoforte und Clarinette (oder 

Violine, od. Violoncelle). Op. 73. 1 Thlr. 20 Sgr. 

Spohr, Ei., 4lcs Doppel-Quartett für 4 Violinen, 
2 Bratschen und 2 Violoncelles. Op. 136. 3 Thlr. 

15 Sgr. 

, 31stes Quartett für 2 Violinen, Viola und 

Violoncell. Op. 141. 2 Thlr. 15 Sgr. 

Walfleck, F., Variationen über ein Original- 
Thema lür Pianoforte. Op. 12. 12| Sgr. 

, Fest-Marsch für Pianoforte. 5 Sgr. 



Z3T (Sfnjelne Mnmmern b. W. 3tfd&r. f. SWuf. »erben ju 1^ l« r. beregnet. 



JDrutf oon 9r. R Cd mann. 



Heue 




iitfättft fSr 




Statt) SBretibel, 

(Sinunbreif igper Sanb* 



MS. 



S e r I e g, s * : 

Stöbert gtiefe in Sefyjfg. 
$en Ä5. 3uli 18Ä 



Sun bifftr 3dtfäj. trfdjetaen tovdjentlH 
2 Hummern »on 1 cber l J /i Sogen. 



sprei« be« ^ante« ücn 53 Qflru. 2'/, £^lr. 
3nferifon*gebii^t(tt Me »etitjeüe 2 %r. 



«Uciroemetti nehmen alle ^ofllmtet, Su$*, 
SHuff * iutfc Äunf^anbuuigen an* 



3n6«U: fiUbfi «rtb Umfang*. — Äu* Gaffel (®<$Iuf). — Jtt«in* 3*ihtnfl, ß*rmtf<6t<*. 



Siebet unb ©efftttge. 

9t*t+ S^ttmaitn, ©f. 27. liebte unb Geftngt für 
rinc Öinjftimmf mit ßcgl, bes pianof. $rft 1. — 
fnplig, Utyiftliiig. pr, 4 8ljlr, 

©animtUdje Orfangr, ton benen jtoei f^on frfis 
$er cinjdn erfreuen, fmk jarU, buftenbe Blumen, 
bie feinen ätfmupfjjug hirdj ben Salon madjen tools 
len, füitbem im ftiHen Sreife baö ©aniitfy erquiden 
werben, 3 n Adoi foridjt flet) baä reine (Semiitl? auS, 
fca$ tuen nur bie SMütfjm friticö finnigen SBattenS 
mit ber Sttfti^tfgfdt unb $cr|tit$feit fpenbet, mit cä 
fie fctbfl in ftdj fnmnt unb emporfdjtejjcn fajjt, ®aä 
$eft enthalt fünf ©efänge. Stfr. 1, ,,@flg' an, lies 
i« Bieget mein" uon gr. Hebbel, erfrifdjt bur<$ feine 
tiubfifyt SftahiiH)^ daueret. 9fr, 2, w ©cm rotten 
JR&Ötein gleist mein Sieb" uon SJurnä, föon tiets 
fadj eomponirt, tn biefrr ©eftatt aber ben ©rimbton 
brä Sebidjteä mit fei 11 er treufyetjigen fet/ottifdjeu %laU 
DitiU am befien treffenb. 9?r. 3, „*I$a3 fott in) fft* 
gen" Don ßfcamiffo, (iu$fi djarafterifUfd? unb beben* 
tenb feut<$ feine ©djujetmittij; eine beengeube ©freute 
f^ivcbt bariifrer, in bie nnä gleich bie @inlaiungfls 
tack mit iijrrn fdjtcidjeubeu Dctcitten ttfrffften. Sttr. 6, 
„Saäminetifhaudj" toou £Rudrrt, fleugt tuieberum von 
bei adjt fiinfltcrif$en Rafjtgfeit, f [einen SRaturbitbrrn 
©ebeutung abjugeunnuen, ©aä legte, 5ft. 5, „5Rut 
ein Tädjefnber %Sti&'* ton ©. ßtwmermann, jfirfjnct 
f\£) befonbetS bntdj feine SBarute auS, fcur<$ ben (Jutis 
fen bei Sm^ftubung, bet im ©einiit^e tcä Ruberen 



tüieber jünbet unb von feiner SBa^r^eit f^Iagenbe 
Ueberaeugung gewinnen tS§t, @ie feien bet £ra$? 

tung aiifö iwannjlc empfahlen» 

2libcrt !Btar£cttö, ©p, 3. Äcljt rtrbrt Ar du« Stnj- 
(timme mit fflrgL" bes pfl*. — Bniin, Stern u. C 
pr. 1 aijlr. 7| 3gr- 

Dfcnjoljf noa? jung bei SBeif^afl na^, fänbigt 
fl(^ boc^ fc^on ber <Sßmponrfl btefet Sieb« aU tu dp* 
tiget unb fettiger Äünflter auf bem StebergeHete an. 
©a§ ^o^ere ©treben nac^ uja^rem, fünfitaife^ent $£u#s 
brude jeigt fic^ nic^t nur burdjgefcenbä, fenbern ftn^ 
bet au<$ mdfienl feine aft^etifc^e aSerwirftic^ung, dr 
fugt auf bem B5obcn ber Sfriijctt unb lagt afitnt^afc 
ben gnuiMie^e Ärnntnig be§ Xe^tiif^cn unb ebfe ©e* 
f^madäri^tung bemrtfrn. SBcnuattenbeä (Kement 
ifl bie ©tatff ber Smpflitbung, bie fic^ neben tiefe; 
rer €^araftcrtftit aitft) in einem gefüllten, frif^en 
3ugc bet SPMobie, mfiitt auc^ nic^t in allen, unb mit 
befonberer PrtginalUat, gettettb mft(|t ©ie |3(ift 
Selbfiflanbigfeit ber Snetcbicen tan n man Ui einem 
Dp. 3 nodj nikfjt toßflanbig beanfpruc^fn. dagegen 
geigt ber (Soinpouift in ber ©cflaltung ber maxmlti)* 
fad^en gönnen ber auöf^mudrnben ©egfeitung^braps 
perie tenjenigen ©iini, bet auf einer poetff^en Qrfafs 
fung beö Stoffe^ rufet. SRBge bem ©rfngten jut 
nfi^aen Gbarafleriflit no(t) (iinjefneS fcfgrn. ©ie 
beften Stüde fiub ^Jr. 4 t Mc Srancriueibe" wen Was 
dauagel, 9lr. 7 „3tact)t auf bem SKeere" uon ©reif 
©ita<$ reift, unb 9Jt* 8 „ein ©ebaufe", von Denett 



38 



„bie Xrauerweibe" an bfbeutungS&oüer Sluffaffung 
unb rüeffi<$tlic$ ber grüneren ©elbflfianbigfeit ber 3Jce= 
lobie »eatyung fcerbient. »oijügltc^ gelungen ifl 
bif ©teigemng @. 15 biä jur germate, trerin aue$ 
bie »egleitung einen p affenben Stammen junt fernen 
©emalbe bilbet. ©iebt „9tae$t auf bem ©leere'' au% 
nic^t eine r/ertoorfleer)enb neue SMobie, fo liegt boct) 
über bem ©anjen ber ©eifl einer beeren SBeifye a\& 
gebreitet, ber 3eugni§ giebt t?cn einem tiefen (Srgrif- 
fenfein. 9fr. 8 „ein ©ebanfe" la§t jwar im ©anjen 
frembe Slnflange burcr}flingen , namentlich in ber ers 
flen Hälfte, entfdjäbigt bagegen in ber fetten £alfte 
burr$ ©tärfe be« 31u$bruef8 unb leibenfei)aftlicr/e S3e- 
Wegzeit, ©iefen junäe$(l flet/t 9fr. 5 „$erbflnacr)t" 
*on Äletfe, in feiner leibenfe^aftli^en Aufgeregtheit 
ein gute« ©emalbe, frifc^ au« einem ©uffe, trenn a\x% 
bie Refrain« ber »erfe in ber Sftetobie weniger burdj 
9frur}eit als buret) it/r anfpreeb;enbe8 ßolorit gewin; 
nen. 9fr. 1 „ba§ bittere Äraut" toen SMefert, t)at 
eine fanfte / elegifer}e ©timmung, jeigt fte$ aber ju 
irenig felbflflänbig. 9fr. 3 „3m Mpril" tten @. ©ei= 
Bei, wirft wot/ttr;uenb burcr) feine flill ftdr) auögies 
fjenbe SJlilbe, wenn auet) bie SMobie nict)t befonbere 
Siefe beanfprudjen fanu. ©a8 am wenigflen gelun-- 
genc ifl 9fr. 2 „grür/lingäliebe" ton SR. $rug. SBenn 
au$ ber (Somponifl ben ©runbton mer;r bureb) bie 
d&arafteriflif<r)e Begleitung erreich, fo leibet boer; bie 
STMobie, auger Auffangen im ©anjen an granj 
@e$ubert'fcr)e SBeife, unb im Slnfange an baS Sieb 
»on ©lieber „§aV oft im Greife ber Sieben (für Stfäns 
nerflimmen), an ju wenig ausgeprägtem, lr;rifer)em 
SuSbruefe. ©nt jeboer) ifl bie ©teile ©. 8 @t/ft. 2 
big jum ©e$lufj. ©ie Sieber feien ber S3eacr)tung 
empfohlen. 

©ttjlatt SWSler, «Pp. *• Wer «efänje mit ffiegl. be« 
j)ft*. — flettau, «. Schotter. Pr. 12| 6gr. 

gigentfidj Sieber, nidjt ©cfänge in bem gebrauch 
liefen SBcrtftnne, ba fte gorm unb inneres ©epräge 
b<8 SiebeS l;aben. ©er (Sompeuifl toerrätt; Anlage, 
wenn and) ncer; nicr;t (;ot)crce ©erjaffungö s unb ©es 
fialtungStalent-, er flct>t necr; an ber SluSgongSpfcrte 
jum gewetzten Sempel ber Äimfi. ffie «Dielobieen 
biefer Sieber finb f(ar, einfach unb fangbar, wenn 
auer) neet) nic^t feltflfianbigj fte bewegen fie^ jwar 
noe^ in ben gcrmeln einer allgemeinen lmiftfatifdjfn 
emppnbungSj>racr;e, inbem fie feine inbitibueHe gärs 
bung an fid? tragen, retmeiben jebeet) baö Uneble unb 
laffen ©treben nac^ finngetreuer «iiffaffimg erfer.nen. 
©er ©tanbvitnft ifl formell unb materiell ein bilet= 
tantifdper, bem ber domponifl entgegen wirb, wenn 
er bie gortfe^ritte auf bem ©ebiete beS Siebeö ftet) ju 



eigen gemacht ^aben wirb. jtenntni§na^me »on bem, 
waä bie neuere &cit fe^affenb gebiert, ifl jüngeren, 
anfangenben (Somponiften gar fer)r »on WBt^en, wenn 
fte nie^t unter benen juntrfbleiben wollen, bie jum 
i)unbertflen SWale fagen, tva^ fe^on neununbneunjig 
Wlal gefagt werben ifl. £>ie Sieber fyiegeln ein mus 
ftfalif^c« ©tillleben ah] eS ftnb fleine, befe^eibene 
831ütf?en, uon benen 9lx. 2 unb 4 burdj ©innigfeit 
unb gßärme ben anberen beiben öoranfle^en. 9fr. 1 
^eigt ju wenig ©nergie ber ßmpfinbung, unb 9fr. 5 
flreift an Äofetterie unb Dermeibet ju wenig baS ^ris 

* leae - 6m. Äliftfe^. 



2lu* Gaffel. 

<e<&tu#.) 

^)r. BranbeS auS SBien, auf feiner 9leife nae$ 
9?^üne^en einige &rit basier anwefeub, ^atte bie ©e= 
fädigfeit, in tbcn biefer Slbenbunterfyaltung 5lrie unb 
®uett a\\% Qfffonba, legtereS mit grl. Siebfyart ju 
fingen, unb erregte einen unerhörten S3eifa(lj erwürbe 
flürmifct) gerufen, unb man t;atte faum SBorte, um 
ftdt) über bie r;errlicr)e ©timme unb ben fßfllte^en ©es 
fang üollfommen auäjufpredjen. Äein 5tuSbrucf ge- 
nügte, um baS ju bejeie^nen, \vaü man fo eben ems 
pfunben r)atte. Unb fo ge^t eS mir noci; je^t. S?lats 
ter au$ SSBien l;atten ^)rn. S3ranbeö ben fleinen 
„©timmi ßrSfuö" genannt, aber hiermit war toiet 
unb boer) audj wieber fct)r wenig gefagt. ©ie ©timme 
biefeS jugenblicr)en SÖieteorö ifl eben fo fräftig al« 
jart unb lieblicr), eben fo fefl im ^"toniren, eben fo 
btegfam im ßoloriren. ©ine vortreffliche ©er)ule bes 
jeie^net jeben ^ou unb prägt ben gaujen Vortrag 
ebel auS. 9?acr) biefem impofanten ßinbruef war ber 
SB ittif er) aügen ein geworben, $rn. Stanbeö and) in 
ber Oper ju ^ören. Unglüeflid;e 3"fälle beö dlcpcx: 
toirS befltinmten jeboer) bie SBal)l beS ^onio in ber 
JRegimentStod&ter, welche biefem ©änger nur wenig 
©elegen^eit für feine ©timmfct)äfce bot-, ja er fang 
biefe Sßartie jum erflen 9Wal auf ber söü^ne. <Btin 
©piel toertätt) ubrigenö ben Neuling auf bem %fycaz 
ter unb mu§ ba^er t»orer|l überfer)eu werben, grl. 
Siebtjart fang ebenfallö an jenem 3lbenb jum erflen 
Tlal bie ättarie, allein mit einer fo fyoljen Stollens 
bung, bag fie in ber ^l;at frühere au$gejeiet)nete ©ar« 
fleflerinnen öergeffen ma^te. 3» i^* neuen Partie 
erfc^etnt biefe jugenblict)e Äünfllerin gröper unb ttofls 
fommeuer, unb man ftel;t in eine glänjenbe 3Hfunft. 
©egenwärtig fhibirt fte bie Slolle ber Slmajift in gers 
binanb Gortej, unb 21((eS erwartet mit Ungebulb bie 
Sluffüfyrung biefer Dperj im ^pfingfleoneert fang fie 



39 



eine fe^r banffcare 9lrie auS Sitcia bi Samermoore unb 
ein Sflcrrfi^ifc^eö 93olfSlieb, unb entjücfte baS ja^ls 
reiche fßublifum. 

SBon ben @t;mi>r)onien, roelcfye in ber tterffofienen 
ßoneertfaifon $ur $luffüf>rung famen, nenne id) nur 
bie neunte *on 83eettyoten, tvclc^c ir)rer großen 
©cDtoierigfeiten ungeachtet 511 einer intereffanten £)ar= 
ftcllnng gelangte, obfct)on Die SfyBre r)art unb biSI)ars 
montfc^ erffangen unb ftet) in baS Orer)e|rergeroebe 
nietyt einfe^miegen wollten. Q$i\\e Söieberfyolung bie* 
feö fettfamen £onu?erfS toürbe ben ^»^tern, gleich 
n?ie ben (Sreeutanten SSirlcö in eine lidjtere Älarfyeit 
getraut fyabenj allein man macr/t fn'er in Raffet >2llleS 
gern furj ah. — 5(m ßt)arfreitag tourbe ©pofyr'S 
Oratorium „beS ^eilanbS legte ©tunben" au\$c; 
ffl^tt. 

Sftadjbem Sri. ©alter, roeldje tyier niemals ridjs 
tig erfannt unb &ern?enbet ttntrbe, einem efyren&ollen 
Stufe an bie beutfct}e Dper in Sonbon gefolgt ifi unb 
unfer Sfyeater leiber t)eimlic^ tjerlajfon, bie große Dper 
aber baburet) toerBbet §at, fo erfcr)ien grl. ©arrigueS 
jum ©aftfpiel, unb jtoar in ben Hugenotten als ißa* 
Ientine, fobann als S^ffonba, alS ©räftn im gigaro 
unb al3 gibefio, allein fte fiel ttoüfcmmen burdj. 
©iefc ©ame r)at für bie 83ül)ne gar Sfticr)tS, fo fefyr 
fte aucr) fcon fcenen gerühmt wirb, roelcr)e fte im >$inu 
mer gefefyen unb gehört fyaben. 5DaS (Einzige, n?aS 
in intern ©efange günflig fyeruortrat, war ein ebel 
gehaltenes Sßiano unb ein runber, wenn aucr) etrcaS 
langfamer Triller, ©elbft ifyr ©piel, welcfyeS in eis 
ner toorauSgeljenben Qlnpreifung fyetüorgefyobcn würbe, 
fonntc ntc^t beliebigen, eS war entweber übertrieben 
ober unfetjon, unb nur im gibelio wußte fie ficr} einige 
unparteiifd)e greunbe ju gewinnen unb einige ©eg= 
ner ju tterfclmen - } allein fie bleibt in einer großen 
Dper t)intcr ben Slnforberungen ber neueren %c\t fefyr 
it?cit jurücf, unb über itjre ©ct)ule unb ©efang weife 
ijt eS fer)wer, fidt) eine flate Slnfi^t ju bilben. SDfyne 
alle ^arteilicr)feit, bin icr) ber S*Jat)r^cit biefcS Urtivit 
fe^ulbig, fo fjart eS ifl. ^iernac^ ijt aucr) tnSbefciis 
bere eine (Sorrefponbenj in einem berliner 93latte ju 
berichtigen, eine (Sorrefponbenj , weldje auS feljr 
unlauterer Quelle fließt unb tton eollegialer (fiferfud)t 
überfprubelt. grl. ©arrigueS ijt bort bem fet)r ricr)= 
tig fuubgegebenem allgemeinen Urteil juwiber feljr 
gelobt, wäl;renb grl. Äicbfyart, welche in jeber neuen 
9iolle Doltcnbeter unb größer erfdjeint, alS ungliief- 
lic^e 5lequifttion bejeiebnet n?itb. %n gr(. ßieb^art 
^at fic^ Sttcmanb „getäufe^t' 7 , als ber 9^etb, »reifer 
etmaS ©e^ö^nlicr)eS enoattet ^at unb nun hei ber 
junefyrncnben ©röße biefer Äünjtlerin erfe^ridt. ©oc^ 
genug — . 



Unfer gefragter 6^or * unb SKuftfbireeter $r. 
gifc^er f)at per) in legterer l&cit fe^r tort^etl^aft ha 
merfbar gemalt, inbem ^Jreeiofa unter feiner Seitung 
ju einer fet)r befriebigenben ?luffü^rung gelangte, unb 
im vorgebauten ^ftngfleoneert 9tofftni'S Duüertüre ^u 
%(U ton ifym birigirt unb mit bem untoerfennbarflen 
Seifall aufgenommen lourbe. ©et biefer Du&ertüre 
l)angt befanntlict) ber ganje Erfolg ton ber ^infte^t 
unb güfyrung beS {Dirigenten ab, toenn alle barin 
enthaltenen ©e^ön^eiten jur 5lnfcr)auung gebraut tuen 
ben foUen. 91ucr) ivurben in toerfct)iebenen (Soneerten 
biefeS SBinterS fiieber üon ber (Sompofttion beS ^)rn. 
gifcr)er mit $l?eilnar)me unb ©eifall gehört. — 51m 
17ten -3»«» n?urbe bie fyiejtge ^ofbü^ne auf fee^« 
SBodjen ©emmerferien gefc^loffen, unb foüen ©ie fpäs 
ter über bie Söiebereroffnung unb weitere SBirffams 
feit berfelben 9?acr)rid)t erhalten. 



r. 



ftleine 3^tung* 

9lu« ©tettin. ,,(5lia«:5luffü^run9" in ber 3acob(--Jcin$e 
am 9ten 3uit 1849. mid)t feiten l;ört man in flcinen «StÄbten 
mit wl)äUni§mäfjig geringen SWiiteln, aber beflo grögerer 
Siebe unb wabrcui (Jifer für bie gute €adje, ree^t gelungene 
afluftfauffübningfn unter Leitung erfabrener, [ae&funbi k ;,er 4 JRän* 
ner, voelc^e bie befa^eibenen tarnen: (Santor, Drganifi ober 
gebrer, füfyrcn, un& oermöge iljrer Stüe^ttgfeit eine feljr ge^ 
fegnete ©irffamfeit entfalten, ©afjre ^adjfcnntnig |Jö§t nn* 
tüillfübrlicr) Slebtung ein. ©änger unb (Spieler geborenen \t< 
bem SEBinfe eine« folgen Dirigenten, »enn feine Qrinnerun* 
gen aua^ meljr ber ber, aH einfa^meid)eln^er Statur finb, 
um fo lieber, ba aufrjcbtige Siebe unb Eingabe ^ur Qrrei* 
d^ung eine« iiemcinfd)a(tlid)cn 3^ecfe«, niü^t eitelc Cftenta* 
tion, ein id)öne« SB^nb ber ©Intradjt um ben gü^rer unb bie 
&uǟbeiiben fd)!ingt. S^iemanb ȟtfce aber gerate an folgern 
Heineren Oite einem Diiigenten folgen, ber niebt ver:noge 
feiner anerfannlen $üd)tigfeit, bie fieb in liebeüüller, aufepfe* 
rung*fäl)igcr Eingabe an bir gute ©aefte offenbart, bureb Ums 
fid}t unb (Einfiebt ben Uflaffeit n^al;rbaften 9<cefpfct einjuflö§en 
im (Stanbe wäre. (5in ^>fufcr)cr voütbe Ijier binnen Äurjem 
iteb gcrabeju lÄeberlicb macben, weil ba weniger <5Neta)gultfg< 
feit unb ^blegma \\x r)errfcften pflegt al« in gregeren ?ro* 
vinj'alOäbten, wo man in (Joncert, jlircbe unb ZfytattT aue% 
jur ©cwol)nl)eit geworbener, ©cquem li ef) f e it oft mit fetyt 
aKittelmögigem vorlieb nimmt, unb ba« 33effere nar ntdjt aufs 
fommen lagt ober bod) mögliebfl ju unterbrürfen fuebt. 

Unbefhitten r)at (Stettin gegenwältig ganj tüchtige mu« 
fifalifebe Jtiäfte aufjuweifen, fowoljl binfiebtlie^ beö ©efang* 
ale Did)efhrperfonal«. Da« jeigte bie Qlia«j?luffübrung toie* 



40 



bac auf* Stau, unb tote freu» im«, bufatal namutfflg über 
bie <Sä«$et unb (Sänn/rinneiT üül ©ünftiae« beriglcn gn föu» 
«fit. $r. QSo«gl (ttUa*) fang nigj mit mit (Eifer tu* 2Bar* 
me, fcobem tiermfeb au$ ba« an ü)m früher gerügte Xremolo 
bei au«guljaW«iben Zbntn nag Äraften, toobmg f* 1 »* W' 
fiung bebeutenb gernawi. £rai r)in nnb toiebex nog ein *** 
toa« fußliger $Bortra& ein nigt am regten Orte angebrag* 
te* $oriamento ober eine getoiffe SRanierirttjeit flörenb ein> 
f« ifl ba« J&ta- *8c«gt um fo wenig« Ijog auguregnen, ba 
er »crgna«totife SBü&nen*, u4c%t tfirgenfänger ifl, unb feine 
Stimme wirb ftg ang in bet Jtfrge uog rrteljr gelteub maß 
gen, toenn er bie reine Au«fprage btt <BocaLe*unb ben für 
bie Äirge burgan« erfotbcrlfgtu. eiufaäen, breiten unb toot)U 
abgemeffeuen SBottrag, nameuHig in ben SRecitainjen, ga be* 
agttn ber gRülje uidjt unmertr) rjält. (Seine Seiftung toai, 
tyertwn abgefer)en, eine burgau« befriebigeube, unb im 93or« 
trage bet Arie „3fl nigt be« $erm 2Bort" fogar eine t)er* 
»orflegenbe ja nennen. SWagfl bem (Elia« verbient toieber 
ber ©efang ,,ber SBBittroe" unfere lobenbe Anerfennnng. Die 
Bebeutenben Älangmittel ber (Stimme biefer fe^r gefgäfcten 
Dilettantin füllen bie großen JRäume ber flirge gang au«, 
unb fEnb be«t)alb t)ier befouber« \?on fjerrliger SBirfung. Die 
fonfl angenebme 2£iiFung ber (Stimme be« öngel« (Altpart) 
tourbe baburg beeintrig'tigt, baß ber jebe«malige Anfang«ton 
nigt fofort erfaßt tourbe, fonbern bürg ba« 23orau«fummen 
ber nägfl tiefer Iiegenben £öne fafl äbnlig gebrochen erfgien, 
wie jene« unleiblige unenblige Arpeggio geroiffer $ianifiin* 
nen unb aug toor)l $ianiflen. Der <Solo?£enor (Cbabja), 
beffen fgtoage (Stimme im 3immer ganj angenehm Hingen 
mag, »ermegte mit berfelben bie großen JRaume ber tfirge 
nigt au«gufüllen; ber Vortrag litt bürg ba« gu heftige $er* 
»orfloßen einzelner Xönt, g. 33. ber £auptroorte in ben 9ie* 
eftatioen. 35a« (Solo^Duartett ber (Sngel toar oon t^or^ü^lic^ 
guter 2Dirfung, »eil e« oon flangreigm (Stimmen rein unb 
ftger gefungen tourbe. Ueber einzelne Unebenheiten, ja gänj« 
li(6 »erunglücfte (Stellen, »ie in bem ,, heilig, fjeilig, t)eilig! 
ifl ®ott ber «&err", wo gegen ben (Sd)lu§ r)in (Solo unb ^^or 
gang au«cinanber rraren, auefe über Unreinheiten, bie nic^t 
feiten, namentlich bei ben 33lafern, unb unter bit-fen roieber 
in ben $ofaunen am meijten oorfamen, rooKen mir gav ntd)t 
reben, fonbern fcfeließlic^ nur nod) ba« ®anje in 1 « 3lu^e faf* 
fen. §ter muffen n?ir nun gunäcfcfi ba« offenbare Vergreifen 
»ieler Xempi rügen , befonber« auffallenb j. 53. in ben 
(5fjören ber 53aal«vriefler: ,,Q3aa(, erböre un«!'' — M sSenb' 
un« bein fteuer" — „3Bacr)e auf! ©arum fdjlafft bu?" unb 
im (Sc^Iu§c^or „«frerr, unfer J&errfcfcer", roo unfer Sieben* 
mann, fein SWuftfer ex professo, ber in S3ie«iau unter afto? 
feroiu«' Leitung einer ^!ia«s Wmfnfjruno, beigewohnt hatte, 
ganj unaufgeforbirt ju ber Sleu§erunj (14 getrieben füllte: 
#/ ba« ift nieftt lieber *u erfennen!" 3ßeniger auffallenb roar 



ba« nox$ ajt vielei anberen Sielten ber %aü f wo man ben 
&änn.erii abfüllen feinte, bag fic, vom. 3nr)alte beroegl, »ot* 
roärt« trollten. Dann vermißten roir jene bur$au« not^toen? 
btge <Sifyx$tit , $ul)€ unb (5ntf(^iebenr)eU im (Srgrtifen 
unb Seft r) alten ber XtmpL Daburdj mußten unau«roei(^ 
li4 €(^roanfungen unb bti maffen^after ©ruppirung nity 
feilen ein 3)ur$einanber, or)ne allen inneren $alt, ent# 
flehen. Die gigurationen ber Violinen roaren an ©teilen, 
roo ftc mü ben (Sr)or;(Singfiimmen gufammentreffen, gar nifyt 
gu r)ören. (S« fe^Ue im ©angen offenbar am regten Sßer* 
Panbniß, unb be«l)alb fonnten bie Intentionen be« Gomponi* 
Pen ni^t in ber 2lrt gur ©eltung fommen, baß man gu tU 
nem roirflic^en ©enuffe feine« ffierfe«, aug bei biefer voieber* 
polten Shiffü^iung, r)dtte gelangen tonnen. 

Diefe« 9Üle« gufammengenommen läßt un« al« (SnbrefnU 
tat beiber (5lia« * 9lnffür)rungen ben <S$luß gießen, baß $x* 
Xufge ber Leitung berartiger Aufführungen nic^t getoad^fen 
ifr, unb roir fpre^en biefe, unfere Uebergeugung felbf! auf bie 
®efat)r r)in qü&, baß man un« ber Slnimofttät befc^ulbigt 
Vermag irgenb ein SWufiFer ober 91idjt*2Hufifer unfere 5(rgn« 
mente ad hominem gu eHtfröften, fo mag man un« für einen 
93erläumber erfldren. Sir ffnb felbfl (Somponifi unb »ermö* 
gen e« nac^gufü^len, toa« e« fagen toill, fein ffierf t?or einem 
gar)lrei$en ^ublifum entftelft gur 9luffür)runq gebracht gu roif* 
fen; roir ?ebenbcn muffen ba« ber (Seele be« fgon oerflirten 
5Wenbel«for)n nagfüijlen, unb be«r)alb ifl unfere Meinung : 
lieber Feine Aufführung eine« fo bebeutenben üßerfc«, tote 
ber (Slia«, al« eine oerfeblte. Jt 



Scmif^teft. 



Au« Sottbon föreibt man un«: Sumle^, bem bti einem 
unbeftegbaren gleiße aug ba« ©lücf immer gerabegu nag* 
läuft, Ijat bie liebreigenbe Henriette (Sontag auf ben 
(Sgauplafc ir)rer früheren Xriumplje (1828) gurücfgefü^rt, aU 
ler üBarjrfdjeinlfcbfeit nag nigt ol;ne enormen Äofrenauftoanb. 
©ie trat in Sinba be (5r)amounir auf, unb erregte ein gurcre, 
toelgc« bem Anbenfcn ber 2inb fgabete. Die 3eit ifl nigt 
allein fpurlo« an il)ter attractioen 5>erfönligfeit oorüberge* 
ganqen, fonbern ir)re Stimme hat felbfl an gülle unb Äraft 
gewonnen. Da« (5et>entgarbentr)eater beeilt fig bürg Auf* 
füljrung be« ^ropljcten, toelger auf« (Sorgfältfgfle einflubirt 
toirb, bem ungebeuereu (Succeß ber neuen ^Jrimabonna in ber 
Sftivalopcr ctroa« Angier)enbe« gegenüber gu (leiten. 

3n ©reöben ifl (SfjcruMni'« „©affcrtrÄgcr" neu ein* 
flubirt aufgeführt roorben. 

Die in Debrc«^in früher al« enthauptet genannte $rU 
mabonna grau Sftofalie ©gobel fingt toiebtr mit großem 
©cifall in $<fllj. 



2>rud von 8 t. «Cd mann. 



U t u t 




ittfättft ffir 




Ott antto*ttna)er Stebdeteit: 
Statt) 5örenbeL 

(5inutiDbrei#iqftcr Saut. 



M 9. 



Bttitiitr: 

SKofrc rt griffe in Seipjig. 

3)en 20. 3 uli 1840. 



ttei Mefer Scitfdj. erf^edtrn toörtenflieS 
3 Knmmmt kjxjr 1 cber iVi ÖP^en. 



$r*t* &t* SJanfce* von 52 SRro, 2'/i $&lr. 



| abonnem* nt neljmf n alle $oflamtet, <Bn$f, 



3n(alt; 2>U SBa&l fcrr ÜMtftrtttt (ftortf,} — *«* &rft«!furt 4. SR. — Xritiför* Xnjtigtr. — 3i)UUfgfitftMAtt. 



©if OBa&l (er Saetatteit. 

(fertftlunaO 

Ctne 5Eitetbe)eid;nung berjenigen Sflen leitet gu* 
gangti$en äRitflcrcomfjoflticitrtij in wetzen — job mit 
Stecht ober Unrecht, bleibe usriauftg batyin gefreut — 
einige ber fefteujlen Sactarten uorgrjci^nei finb, bätfte 
tüdjt unerrounf^t fein. @o finbet man in Sa^'fl 
„too^temperitten Elaüier" unb jivai im erfirn Stritt: 
|f £act, $vafubium Str. 13 in Öiä*©urj f£ Saci, 
{ßrälubium 9fr, 15 in @?©urj im jiueitcn Steile 
bagegrn; -ff %aü f %u$z Kr, 4 in Kliä s ä£7fcU ^ unb 
^rlfubium Rf.ftl tu »#©urj T * T Eaet, Buge 9fr. 1t 
in gsCur* in Sramer'ä Btubni für tpianoforte: f J 
Eaet, Stirbt 9tt. 31 in B-Om i* T Xä*t# (Stirbt 
91t* 33 in £)*£)ur; Vrlaet, Stube 9h, 81 in gifl- 
Cur^ unter 5öcctljüDrii T ö Werfen: 3t« @ag ber öOs 
Mtf in 9(S Dp. HO: J>| $aet; 2t« Sag bet ©o? 
nate in C ©p, 111; r V -^ unb ±\ Säet, im Iften 
{»auptfagc be* aimrtettg in €i€;äfto(l ein Tempo 
Adagio ma nun troppo im % XacL 

©c$on bem oberfla^fi^eu Beurteiler Kerben bie 
3nfonfequeujen auffallen, roet^e Bet folget ttuuKu: 
bung bei Xadatttn im tri $(nberem babuca) entfielen, 
bajj man i?irr einen ftrengen Unterbiet jiwföen |- 
uub 1 %att madjt, bort aber bie 9frnuer ber SacU 
arten M inÄ Uurnbli^e oeroielfaltigt, ujatjteub but$ 
in SBaljrljt'it j S B. ein V ^ act ö^inn ut^l jit elfteren 
»ermag, menn ber Käme ber Kactart mit ber SLijaljt 
ber $auptft$[£ge, ber $auptinomenie uberetufiimmeii 
fotf; ba| ferner für bie $£u*ma^( unter ber großen 



fhtja^I ber SfyUx fafl jebet »riufinfttge «n^alte* 
yuntt mangelt^ bag enb(i^ bei 2 unb 4, tote bei 6 
unb 12 t»on ei ufa $ unb )ufammena,efrgt bic 9tebe ifl, 
»a^renb gang bad ndmCt^e Ä)er^5lini| bei 3 unb 
auf biefc SBeife ni$t bejei^uet roirb. SQeniger im 
$tnfc[ift auf bie ja bo^ ^M J u 8 t0 §* äi^a^t bet 
^aufig benagten Xaetarten, aU auf baä meite 9tei^ 
ber aJlögli^feiten tyinfl%tU$ ber $Jlcn<\t berfelben, 
ml$t bem Somponifleu nac^ t^eoretifä)ec ttnima^I 
ju ©fbote lletjt, burfte eine Vereinfachung bed SaeU 
artenff flem6 # ober njenigRenti bot^ eine beftimmte fflea 
grenjung fenel mettrn SWei^ed (1^ a(d mänf^end^ 
»ert^ berauSfleQeni nut^toenbig gerabe^n aber mtt| 
bie UluffleÜung eines (ScimDpcmcipd erf^etnen, bejfen 
€oufequeujen ben oben angefM^rteit Un^utrAgltäjfetten 
ju fcegrgncn oermügen. 

Unter Verfolgung trftimmter ©ruubFäge, ^iet 
noa^ entnommen auü ber Slrt *mb SSeife, nar^ wtU 
d]ci burc^ ^erfommeu unb ©eroo^n^ett bte Önntgung 
ber üblia)in Xactarten fta> bisher me^r ober loeniger 
rationett feflgeftcttt \}M, märe eine herein fa^mtg beä 
6fflent8 auf jipei SBegcn jit erretten: einmal bure^ 
bad gäiijti^e aufgeben ber abgeleiteten Xact arten, 
ndmli^ ber geinifd^ten unb brciffljigen, berer mit ben 
3a^ieu 6, 12 unb 9, unb fotg(ia) bie au$f^(ieglia)e 
Senuguiig bei Jpaupttart artm, nanili^ ber geraben 
unb ungeraben, berer mit beu 3a^lcn 2, 4 unb 3, in 
toeld)cn (egteren bemnae^ für gem&^ntid) bie &txlu 
guug ber Momente bur^ bie 2 A ba, 100 biefefben je= 
bo^ au Die Stelle ber abgeleiteten treten, bie 3erfe= 
guug bur^ bie 9, atfo eine ^ubflituirung ber £rio> 



42 



Irneinttyeilung ftattfinben toürbe — ober jt»etten8 uns 
irr bem ^Beibehalten ber früheren 4 ©attungen bure§ 
eine 83erringerung bct Slnjafyl ber uortyanbenen 35^1« 
1, 2, 4, 8, 16 u. f. tv., toobri &ieüeie§t für jebe ©aU 
tung rtn einziger 3ätyfr* anjunetjmen fein büifte. 5Dir 
xabiealfte Söereinfaetyung beä $aetartenftyfkm6 müfjte 
jebodfj auö einer ^Bereinigung jener Reiben Wirten üon 
SBereinfadjung fKrücrgefyen, unb eö biirfte toen allen 
Xaetarten bann nur eine einzige gerabe unb eine ein= 
jige ungerabe übrig Heiben. 

lieber biefe fyier eben genannten %äUe mag ju= 
nae^fi im ßolgenben fidt) ireiter verbreitet rcerben. 

SBaä brn erfkn 2öeg anbelangt, fo ifi auf baö 
fßrtnciplofc in ber bisherigen 83enugung ber Saetarten 
unb auf bic -3nconfequenj ber ^orjeic^nungen irie 
■ T 2 cber |4 f^ on ^ingebeutet iserben. (So faden bie 
genannten Saetarten jufammen mit bem -J unb -J- 
Saete, biefe lieber mit bem £ Saete, eben fo n?ie ber 
I- %act mit bem £, ber $ mit bem j- $aete jufam= 
menfäflt. (gineötfycilä bic Sequemlic^feit ber (Scmpo= 
ntflen, treibe in einer fortgefegten ungeraben 3"(ci 
gung jebe Sriolenfigur befonberö aU fo!c3t)e $u bci<\d): 
nen Slnfranb genommen, anberntfyeilö ber SBunfcr) ber? 
frlbrn, bei bem 2öeer)fet tton 2 s unb Streifigen &cx: 
Irgungrn jeber Unflarfyeit auf bem Rapiere, jebrm 
möglichen äftifjtoerftänbniffe (Seiten beö 5lu$füfyrenben 
»orjubeugen, mögen fie fceranlapt fyaben, fler) ber %acU 
orten -J- |> ' T * u. f. n?. ju bebienen. ©er)t nun aber 
eine 3rrlegung bur<$ 3, alfo eine £rtolenbetregung, 
burelj ein ganjeö Xonfrucf ober auc$ nur burety einen 
Steril beffelben confequent fort, rote bieö $. 83. im 
erfien @age ber (Sonate Op. 54 &cn Seet^otoen ber 
©aö ifr, fo bürfte in ßolge beffen fct)on ot)nebieä eine 
Unftarfyeit auf bem Sßapiere, ein möglie^eö SWfjfcers 
ftänbnijj (Seiten beö 9lußfüljrenben ntc^t jn beforgen 
frinj unb ba bd einem Ijäufiaeren unb fdjnetleren 
fiBedjfe! brr 2= unb Streitigen Verlegung, rote j. 23. 
in fotgenbrn 9tr)t;tr;men: 

T 

Praeludium. Nr. 5 unb Fuge Nr. 10 au6 bem 2. £beile bei 



ae^^^ 



träglie^feit für 5lnh?rnbung rinrS folgen in manchem 
gallr überbieö faum fcortyanben fein bürfte, toeil et 
r)in unb roieber Zact für %ad , ober irofyl gar mlts 
ten im %adt eintreten tnüfjte, fcier alfo bennoety eine 
befonberr JBejeidjnung ber Arielen not^n?enbig rrs 
fcr)eint: fo toürbe eö eben am afler Gnnfacfyften fein, 
tt?rnn man bie gemixten, fo lüie bie breifü§igen %acU 
arten gänjli^ aufgeben unb fiatt i^rer biejenigen ges 
raben unb ungeraben £aetarten DOr^eicr^nen njoUtr, 
öon benen fie abgeleitet rorrben. 

ganb in ben eben angeführten ©eifpicten eine 
gleic^jeitigc jioei s unb breitfyeilige 3ctlegung unter 
Äorjeic^nung nur einer Xactart (Statt, fo fommt eine 
feiere mit t?orgefct)riebenem Söedjfcl ber Staetartrn 
j. S. im legten (Sage bcö ßs©ur Ehiintcttti »on 
©eet^oöen t?or, unb jnjar in S5ejtig auf fotgenbr 
StyMmen : 

§^^r J | f^ 1 — -\— Q — r ~» ii 



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öine burcr) einen ganjen ^onfag fortgefegte 9lr$tefc 
triotenberoegung unter ber 83orjeie^nung J, alfo ris 
nen wa^aften ■$ ^aet, unter jener ^tiquette finbet 
man bagegen im legten (Sage ber (£ö*©ur @ftn; 
Päonie t?on 5lnbr. Stomberg, beffen 4)auptrc)^t^men 
bie folgenben: 



ttofyltempctirtcn Klaviere« »ob 33aa). 



|JL=^^g^^^B^L^j^Jt^^^ 



Ki#-^^ 






brmgemä§ rin ^aetartenwec^fel vom (Somponiflen au8 
guten ©rünbrn ja bo$ ntd^t beliebt wirb, bie 3" s 



43 



-#- 

j^^^^^Ei^gr-^ir^tf-^^ M . f. w. (Sine Vet* 

gleictyenbc Betrachtung tiefer verriebenen gäUe mac$t 
foglci* len Mangel eine« ^rincipS fühlbar, übet 
toelctycö bie (Somponificn ftet; eben nur $u einigen tyat* 
ten, um wenn nid?t eine Vereinfachung bc«J (Syficmö, 
fo bo$ eine ©leicfcmäßigfcit in ber Vcnufcung ber 
Eactartcn ein unb für ädernd herbeiführen, ©enn 
fo gut Söad) im erftgenaunten Scifpiclc ben V ^ act 
*oraeic$ncte, unb bcnnoc$ bte zeitweilige 3«legung 
be8 Sterteid juweilcn in 9lnWcnbung braute, fo gut 
statte et anä) — abgefetjen baven, baß ityn bad 
Ueberwiegen ber £riolen, bie ©clren^eit ber 2 9l$tel 
jur 2Bat;l beö V Socte* jcbenfallä benimmt l>at — 
ben £ £act vorjcie$ncn unb bie breitfyeilige ßcrlegung 
— wo nättjig — befonberö anbeuten ober fte $u ers 
ratzen ber Ucberftc^t beä Spieler« auf bicfelbe Sßeife 
anheimgeben, auf welche er bieä fyinjic$tlicr} ber jwcü 
^eiligen 3«Ieguug gu t(;un für fyinrcictycnb erachtet 
t)at. (Sbcn fo tonnte »eettjeven ben angejogenen 
ßinalfafc burdpweg mit J 2act fcfyrcibcn, toit SKonu 
fcerg fein SHonbo nacr) ben biSfyer üblichen, wenn 
aud? vagen ©cwol)nljciten im 4 ^ act * W iU tö™&* n 
fotten. 

(Sin gänjlidjed aufgeben bet abgeleiteten Sact* 
arten wäre bemnadj nidjt nur rea^t wofcl ju crmBg* 
lidjen, fonbern in vielen Regierungen fogar von Vors 
itycil, unb ^at überbicä in einzelnen gäUen von (Sei; 
ten mancher (Semponiftcn, ivenn aucl; — wie git vets 
mutzen — met/r and Snflinft alö au« ©runbfag, 
fdjon ftattgefunben, »wie bieö eine große Wnjatyl von 
fconftücten bezeugt, in welchen man 3. 23. bei burd?« 
gangiger 9ld?tcltriclcubewcgung bennoc^ ben i unb J 
Xact vorgcjeidjnct finbet. 

Ob nun bie im Obigen vorgcfcfylagcne 9lrt ber 
Vereinfachung ober bie auf bem jnjfiten 5öege ju ers 
teicfycnbe ben VoTgug verbirnen bürfte, wirb ftd} auö 
bem ftolgeuben erfl ergeben. 

3ener jireite 2öeg jur Vereinfachung beö %aet* 
artcntyftcmä müßte unter einzeiliger gcftfyaltung bet 
bi8t)cr angeweubeten 4 ©attungen tot 9lUcm bie große 
Slnjafyl ber 3Äl}t" beteiligen, inbem er bicfelbe auf 
je einen jitruef führte. ©aß ber \ $act mit bem \ 
Xact im Effecte eben fo jufammcnfäflt, wie ade $aet* 
arten mit ben Kennern 3, 4, 6, 9, 12 unter einan* 
ber jufammcnfaltcn, baß mithin Don allen ben nur 
in 93ejug auf bie 3^lft üerfdjiebeuen Saetarten einer 
©attung eine einige genügen würbe, wie j. ©. ges 
taber Xaet : J- unb J, ungeraber: J, gemifebter: \ 
ttrtb y , breifü§iger: %, 'btä wirb wol?l 9^ieinnub 
jweife^aft fein, unb allein burcr) Ixt öcflimmuitg beö 



Xempo würbe bann baö SDlaafy für bie ©e^netttgfeit 
ber Bewegung angegeben werben fonnen. 

Öorfd)t mau nun in ben SBcrfen benfenbec (Eoma 
poniften ben möglichen ©rünben nae^, aud welken 
fte r)i»r eine öint^eilung nac^ Vierteln, bort eine nae$ 
falben 9?oten, an anberen Orten wieber eine na$ 
Siebteln, wo^l gar nact) ©e^je^nt^eilen ober ganjen 
Woten gewählt uub üorgegeie^net ^aben: fo finbet 
man ben einjigen vernünftigen ©runb für biefe ©ers 
fcr;ieben^eiten in bem (S^arafter ber ^onftücfe, in bem 
Bemühen ber ^ompouiflen, biefen 6l;arafter a\id) bure^ 
bie 5lrt ber 9iieberf^rift, burc^ bie ©arftelliiiig auf 
bem Rapiere einigermaßen angubeuten. S^amentlie^ 
giebt bie Senu^ung ber feltenen unb ertremen %ach 
arten in folgen SBerfen hierüber ben nötigen 5luf* 
fe^luß. @o fommen bie furgen ^aetarten ^ T J V -^ 
i% tV -ri namentlich in Sonfa^en flüd^tigen §f)a* 
rafterö, bei 5lnwenbung furgnotiger Biguren, bie lan* 
gen Xactartcn r t t f I V bagegen üorjugöweife 
in ^onfägfn breiten (Sljarafterä, bei Slnwenbung ges 
wichtiger SH^t^men vor. 

gür ben 3"^öter ganj gleichgültig, im (Sffeet 
Voflfominen übcreinfiimmcnb, ba^er nur für baö 2luge 
be8 ©pielerd von S3elang , fann unter Veranberung 
ber Xempobejeic^nung ©affelbe im 4 Xacte gefa^rie« 
ben werben, waä vom ©omponifien im 4 %actc ju 
fc^reiben beliebt wirb, ©a nun aber ber Kl;arafter 
eine« Xonfaged noc^ buret) anbere Mittel angebeutet 
werben fann unb mn%, aU burc^ ben o^nebted fe^r 
verfterften ^inweiö auf bcn3äfyler ber gewallten %att* 
ort, fo bürfte einer Vereinfachung beö Xactartenf^flemd 
burdj Slebuetion ber 3a^ler nic^t bad ©eringfle im 
835ege flehen*, im ©egcut^eil würbe auf biefe SEÖeife 
eine llebereinjtimmung ber ^aetarten unter fta^ ju ers 
möglichen fein, welche namentlich in S3ejug auf bie 
Ginprdguiig ber Xempi alö von großem Vorteil ftd& 
erweifen müßte, fobalb nämlich auf eine fdjon früher 
angebeutete 5lrt jene Wetuetion nur gleiche ober näc^fls 
Verwanbte 3Ä(^er übrig läßt, wie eä bann ber Satt 
ifl, wenn nur bie folgenben Sactarten beibehalten wer$ 
oeu . 4 4 v F r T . 

3n Söejug aber auf baö $ier in örwa^nung ge» 
fommene Äapitel von ben $einpiö, von tt)rer S3egeic^« 
nuug unb (Siuprdgung, erfcr)einen mir nocl) folgenbe 
IBemerfungen al3 uot^wenbig unb am regten Orte. 

©er ganjlidje SWanget einer jcbcu Seflimmt^eit 
in ben Aunjlaudbrücten, buret) wefc^e baö 3fiimaaß 
in bet ^onfitnfl biß anf biefen Sag anzugeben vers 
flicht worben ifl, {fat \i$ tvo^l einem Selen fdjon 
fühlbar gemacht. d)la\\ verliert in biefem ©cbiete 
vodenbö jeben s 2£ur)altrpunft , wenn man bie Sempos 
begeicr)nungen in älteren Xoufiücfcn benen in neueren 



44 



gegenüberfyält. ©urc$ bie Ueberf Triften Allegro, An- 
dante, Adagio etc. ift fclbfi mit §ülfe ber Gebens 
Beflimmungcn, wit non troppo, molto, assai , con 
moto u. bgl. einem fficrgtctfcn beö 3*itmaa§eö @eu 
ien beö QUiöfüljrenben nocr) lange nie^t vorgebeugt, 
©ie üöejeidmung nadj ben ©raben beö 2J?ctronomö 
$ilft Incr aüerbingö auö, unb cö mufj — bcfigcn 
wir nur ctfi allgemein Äunftfcr)ulcn jur SBilbung ah 
Ier unferer SKuftfcr — jebcnfallö ba^in fommen, ba§ 
in biefen einige beftimmte £auptbcwcgungcn beö Wie: 
tronomö ben Schülern gcwiffermafjcn eingepflanjt unb 
fle baburd) juglcicr) in ben ©tanb gefegt werben, auä) 
bie t?on jenen metyr ober weniger abwcicr)cnben 23e= 
wegungöarten mit jicmtict)er ©ie^crfycit aufyufinben. 
Sllöbann wirb eö ber £cmpobcjetcr)nungen burefy SEBortc 
gar nicr;t mcljr bebürfen, bie (eibigen Ucbcrfcr)riftcn in 
frember ©prac^e werben ebcnfatlö gänjlicr) überflüfftg 
fein, unb jur näheren 93e$cicr)nuug beö Efyarafterö 
ober beö SBortragö cineö Xonftüefö ober einer ©teile 
in bcmfclben wirb — wenn überhaupt nctfyig — 
ein beutfe^er Sluöbrucf am paffenbften »erwenbet wer- 
ken fönnen. 

Stürbe nun bie 5fnwenbung einer nur geringen 
Slnjar;! ton Sactartcn, bie fämmtlier) 3. 23. auf 93ier* 
tel lauten, tvic etwa | f $ fct)on jegt eine EinprcU 
gung ber £emyi aufjerotbentlicfy erteiltem, fo bürfte 
bieö um fo mcfyr bann ber fjatt fein, wenn ^um als 
leintgen $lnfyaltcpunftc bie ©rabe beö äftetronomö 
allgemein auf bie oben beregte SBeife angenommen 
Werben fottten. 

(Sine 9Juöcinanberfcgung jener rabifalfien 93ers 
einfadjungömetfyobe, beren fc$on früher flüchtig Ers 
Warnung gefc^at), tterfpare icr) mir auf ben ©er)lu§ 
biefer 9lbfyanblung. Söorljer finb noc§ eine ätfenge 
fragen in 23etradt)t ju jie^en, tiic mit bem JQaxupU 
gegenftanbe in engem 3ufa«wunl)ange fielen, unb 
beren nähere Erörterung baju beitragen wirb, baö 
SPrinjiplofe in ber bisherigen 5lrt ber 83enugung ber 
iaetarten unb baö SBünfäenöwerttje einer SBercinfas 
(§ung beö ©tyflcmö neer) fühlbarer ju machen. 9ta* 
türlie^ aber fann bei 5lnfüfyrung gegebener ÜBeifpiele 
ju biefein 3^^ «u* auf baö alte %a et arten fr; (lern 
SJejug genommen werben, unb eö r)at bie 93orauö= 
nafyme jener beiben ©runbjüge ber SBereinfac^ung, auf 
welche bann wieber jurücfgefommen werben muf, nur 
baju bienen foden, bie §auptfacr)e fetbft in ein fyeUe* 
reo ßicfyt ju (teilen unb hinlänglichen Soben für bie 
nun folgenben Unterfuc^ungen ju gewinnen. 

3unäer)ft nun fommt eö namlic^ fyäuftg in Srage, 
ob in üorliegenben Öäöen eine einfache ^aetart ober 
eine jufammengefegte boppelten ©e^alted, na'mlie^, 
nic^t, ob j. 83. ber £ ober ber %, ber | ober ber | 
Xaet, worüber f<$on früher ba* Wöt^tgc gefagt wor= 



ben, fonbern ob ber | ober ber \ , ber f ober ber |, 
ber -} ober ber |, ber 4 ober ber ' T f Zact ju wa\): 
len fein bürfte, unb in ^inblicf auf baö 93er^ältni§ 
ber oben genannten Saetarten ju einanber erfc^eint 
bemna^ fclbft ber ungerabe %act mit 3 gegenüber 
bem gemifdjten mit 6 alö einfacher, ber legtere bage- 
gen alö ^ufammengefe^cr, unb burcr) biefe 93emers 
fung finbet ein früherer ^inweiö auf ©^tereö t;ier 
feine enblie^e Erlcbigung. 

lieber bie ©eftc^töpunfte, welche i)ei einer dnU 
fd^eibung jener grage fefiju^alten fein bürften, ^errfcr)t 
noc^ gro^e Unflarfyeit unb geben t)icruon einzelne 
Sonfäfcc fogar ber berühmteren S)ieifler rect)t merf* 
würbige 23eweife ah. %üx ben Effect — baö unter* 
liegt wo^l feinem 3n?cifel — ift eö in melen gällen 
bui^auö gleichgültig, ob in einem Sonfafcc für eine 
S3ewegung j. S3. üon 3 5lc^teln ber | Xact, ober 
unter 3»l"«wmenjic^ung ^weier Xacte ber i Zad, 
für eine t?on 2 Vierteln ber 4 ober ber -J ^act gts 
wä'^lt wirb. (£ö fann hierbei nur ber eine Umftanb 
in 5öetract)t fommen, welcher fcr)on früher angebeutet 
würbe, nämlicr), ba§ bie SBa^l ber entfyrccr;enbfteu 
^aetart tit §8erflanbigung jwiferjen Somponifl unb 
5luöfü^renben wefentlicr; 31t erleichtern im ©taube fein 
bürfte. 23ei ber Entfc^eibung über bie üorliegenbe 
grage ifl nun aflerbingö baö rein r^t^mifdje Eies 
ment, bie Sactanjafyl ber einzelnen ©lieber atleiu 
maa^gebenb, unb ba^er üor 5lUem inö 51uge 511 faf= 
fen, welche Wirten uon Sl^t^men, ob gerabtactige, 
ober ein ©emifer) üon gerabs unb ungerabtactigen in 
51nwenbung fommen. ©e^t nämlict) burcr) einen £ons 
fag in einfacher $actart bie gerabtactige Sibgliebes 
rung ber Stl^t^men, eine auöfc^lie§lic^e SBenugung 
toon nur 2s unb 4tactigcn confequent fort, fo fönnte 
berfelbe in melcn gäUen eben fowo^l in jufammens 
gefegter ^aetart aufgefc^rieben werben \ fommen je» 
bod; neben ben gerabtactigen St^t^men , beren wo^l 
jebeö ^onflürf am mefyrfhn enthält, aucl) noer) unges 
rabtactige 3 - ober wo^l gar 5 = unb 7tactige oor, 
fo würbe bie 3«f^»n^»5»^«»g jweier Xacte in einen 
einigen ben ©Treiber ütelfacr; in Verlegenheit fegen, 
unb eö ift in folgern gafle nur bie Qlnwenbuug beö 
einfachen ^acteö anjurat^en. 

Eö giebt nun, namentlich in fd)nellem $cmpo, 
nur wenig muflergültigc ^onfäge einfacher ^aetart, 
welche einen bunten Söedjfet gerab 5 unb ungerabs 
taetiger 5R^tl;men aufzeigen. 3" SWo^art'ö, ^a^bn 1 « 
unb noc^ in manchen Sonfägen au^ SSeet^oüen'ö früs 
^erer S^ fommt ©erartigeö juweilen noct) üor, nas 
mentlic^ in ©ägen tyumoriftifcfyen E^arafterö, unb 
namentlich üon ©eiten beö Somponifccn immer ab: 
fie^tlic^, um baö ©efü^l beö 3uf>Brerö ju tauften, 
wel^eö, je fürjer ber Xact, je f^neDer baö Sempo, 



45 



beflo unbebingter bte confequente gortfityruug ber toon 
Anfang an benugten, in ber Siegel gerabtaetigen Slfcs 
glieberung bet SR^tfymen erwartet unb »erlangt. 3" 
feinen fpäteren Söerfen ifl ©eet^otoen, welker im 
gelbe ber «Snflritmentalmnflf & enn bodj allein al8 
SRufler für bie Sffctjrit gelten bürfte, toon folgen 
t^tfymifcljen Spielereien ganjlic^ $urüc£gefommen unb 
fafl ade feine Sonfäfje im fc^nellen, felbfl bie 2Rel)rs 
jaljl berer im langfamen Sempo enthalten nur gerabs 
taetige SR^tfymen. SBenbet er fyin unb wieber bens 
nodj 3tactige SR^ttymen an, fo gefdjiefyt bie8 in ber 
{Regel auf eine längere ©auer, jur ©Übung eineS 
ganjen X^etleS , jur gortfül)rung eineö wirflidj 3s 
taetigen SWotiöä, wie j.©. im Sc^erjo ber 9tenStyms 
p^enie, unb er jeigt tjier überbieö nodj ben Eintritt 
ber 3taetigen, fo wie bie fpätere Söieberaufnatyme ber 
4taetigen SRljtytfymen gewiffen^aft in befonberen Hebers 
fünften an. $m erwähnten £onfa£e, ^reflo |, ers 
fäeint, nac^bem ber erfle £fyeil nur 2 s unb 4tactige 
SR^tfymen gebracht fyat, Salb nadj ©eginn beS jweis 
ten SljeileS, unb jwar nac§ einer germate, eine Steige 
toon 3tactigen SRf^tfymen wäfyrenb einer ©auer öcn 
57 £aeten, ein 3taetigeö SRotito in 19maliger Sforts 
füfytung, n?aö in bem 3u§örer baö ©efüfyl eineö | 
Saeteö erweeft. 

(58 ifl bier nidjt ber Ort, näljer $u erörtern, 
weSljjalb bie Art unb 2Beife, in welcher ftdj ©eettyos 
fcen ber SRfytyttjmif bebient, namentlich für bie ^nflrus 
mentatmufif als bie einjig anjuempfeljlenbc gelten 
mu§, unb wie fo öiele jener Spielereien mit unge^ 
rabtactigen SR^tfymen felbfl in tyumoriflifctyen %oiv 
fäfcen meljr auf bem Sßapiere flehen, ald in ber 5lu8s 
füfyrung eine SBirfung auf ben 3"fyörer äußern-, bie 
bejlen SBerfe ber neueren Somponiflen jeigen ed jes 
bodj ebenfalls, baf? man in ©ejug auf bie 9tytyt$mif 
bie ©runbfäjje ©eetljoöen'ö befolgt, unb eä wirb bas 
Ijer gerechtfertigt erfc^einen, wenn fpäter auöfc^liefjs 
lic§ auf biefen äReifler SRücfftc^t genommen wirb. *) 
(8ortff$ung folgt.) 



3luS granff utt a. 2R. 

DDet. 

5Rac§bem SRäber un$ toerlaffen, trug baö £ef$ers 
fe$e SalleteorpS auä ©armflabt im ganjen SRonat 



^unt bie §auptfoflen ber Unterhaltung. S$ tanjte 
im SRaÖfenball, Stöbert, in ber Stummen »on $or- 
tiei unb anberen Opern, worin gewö()nlic§ bie Sänje 
auSgelaffen würben, machte aber in bem Scribe* 
Solb'fdjen geenfpiel „ber 3o"Serfc^teier ", welche« 
fec$8 2Rat gegeben werben mufjte, feinen größten 
Sueeefj. ©ie SRufif üon $itl baju ifl fetyr c^arafs 
teriflifc^ unb fyat nichts gemein mit ben. gewöhnlichen 
©ompofttionen tiefer Slrt, weö^alb eä immer ein SJers 
flog gegen bie Mdjtung be8 geifligen ©igent^um« 
hUiht, wenn man matte unb triviale ^änje alö dim 
lagen hinein fc^iebt. Qc^ würbe mir alä ßomponifl 
bergleic^en Singriffe verbitten. UebrigenS i)at ©als 
letmeifler Sefcfyer feine bieten, meiflenS noc^ bluts 
junge OTäbc^en, gut gejogen, benn baö Stäberwerf 
i^rer ©uippirungen, £ableauj unb S^awltänje ging 
fe^r exaet. ©ie Soliflen beö SaHet« ftnb bie juns 
gen ©amen ©ittmaun (brei Sc^weflern), fflßagner, 
S^ek^er, Seemann unb bie (leine geniale SBogel. 5118 
&orjüglid?er ©roteöftanjer aber exceüirte $r. ©ors 
newag. 

SJergebenö glaubte fid? nun unfer m'elgeplagtefi 
Orc^efler einiger SRufyc erfreuen ju dürfen, benn faum 
waren bie ^anjer fort, fo erfdjien SReer toor. (Soburg, 
um un8 wieber alle bie Opern üorjufüfyren, in weis 
c$en ^if^atfe^ef gefungen l>at. 9lebjlbei noc$ würbe 
©om Sebaflian üon ©onijetti einflubirt unb am 9ten 
^uli jum 93enefij unferer 5lnfc^ü^ gegeben. Obgleich 
man ^ic^atfe^ef fe^r gefeiert fyat, fo erfannte man 
bodj leicht, bag SReer al§ lgrifd?er Sänger über i^m 
fle^t. 93eibc Sänger (önnten fe^r wo^l neben tinam 
ber gelten, o^uc in (Sollifton ju geraten, wenn £i- 
c^atfe^ef ftc^ auöfc^lieglic^ bem (£pod, SReer ber feis 
ncren (Santabilität wibmen würbe. Siö je^t fang er 
in folgenben Opern: Hugenotten, ©elifar, 2^art^a, 
spoflillon toon Sonjumeau unb wei§e ©ame mit fleis 
geubem ©eifaß. ©om Sebaflian aber würbe mit 
unferen ein^etmifc^en Mitteln, unb jwar mit nod^ 
zweifelhaftem Srfolg gegeben. SSa^rfc^einlie^ weil 
man bie Oper wieber a priori tobtgefdjlagen fyat, 
benn, wie gefagt, jebe neue Oper ifl eine geborne 
Seinbin — gewiffer Seilte. ©oc$ fle^t ju ^offen, bafj 
i^r Söert^ bei wieber^olten Aufführungen fleigen wers 
be, ba jle boc^ toiel Sc^öueS enthält unb forgfältig 
in Seene gefegt war. ©ie ©efeßung ber ^auptrol* 
len ifl folgenbe: 3atbe, 9Wab. Slnfdjüfc, Sebaflian, 
^r. (J^oubimSf^, ßamoenö, $r. Element, 5lba^alboö, 
^r. ©ettmer, unb ©on ^uan be Siloa, $r. Sefet. 



•) Sollte bitfe 2Jb^anblung bie SBeadjtnng flnben, toela^e 
ia^ i^r im 3ntereffe ber benfenten Äünßler »ünfa^en mag, fo 
ttirb mit babnra^ 93eranlaffung qegeben fein, anf äbnliä^ 
praftifefee Seife biefen §ier nur Sättig berührten ©egenftanb 



in einer befonberen Stb^anblun^: über bte Sntoenbnng bet 
»etfö^iebenen fRf^tymen in ber SWuflf — weiter an«jufnljren. 



46 



<$d $ubt t>tettei<$t fein willigere* ^ängerperfonaf in 
bet är/eatern?elt, wie ba6 unfere, unb benno<$ finbet 
bad 3"f*itHt im ©anjen nur roem'3 Slnerfennung. 
SWag'3 in ber 3*it, in *>" Sölaftrtljeit beä Sßubttfumd 
ober in ber immer mefc/r unb mer/r bafyinfdjroinbenbcn 
3öußen liegen, icr) mei§ eö nicfyt, afrer bafc eine neue 
©per, unb baju alä öenefij unferer aflbelieSten %\u 
f^ug, leer blieb — inbem bod; ©on Quan alö 
®innar)me für baä Kljorperfonal etroaö machte, baö, 
horribile dictu! ifl ein fcl)r traurige^ Scitycn unfe« 
te« focialen 3"f*anfceS. Steilict) würbe SNab. 9lnfc$üg 
mit ©turnen unb Äränjen überfdjüttet, ober — wir 
leben ja, o bittre Stonie, in ber 3«t ber glora. 
SBenn nun auet) bie wafjre (Genialität ftet) nie t?er= 
leugnen fann, fobalb ber 3 P 8 - ©dreier gelüftet ifl 
— fo mag boct) eine ganj anbere (Stimme erwadjen, 
fobalb er wieber fällt. Slber baö fül;lt fein $ublü 
fum, unb — eö wirb mir fec)r warm ju Sinne, wenn 
idj bebenfe, bafj jinifdjen ben (3cr)aufar/rtrn auf bem 
$t/eöpiäfarren unb unferen *ßantfyeonen ein 3"traum 
ton jwcitaufenb ^af)rcn liegt, unb tarüber. 

Slufcer SReer gaflirten noer) $t. %üMt t>om @tabt- 
t^eater ju Köln alä SWafctto unb «papageno, unb 



£r. (Sremenj »on £annot>et a(« ©on «pebro, o(jnc 
befonbern Erfolg, ©er neu engagirte Bafftfl, #t. 
©ettmer, t;at ale >2lnferfhöm, ÄepereUo, ©araftro, 
gigaro unb corjüglicfy alä SWatcett ftd) in ber frühes 
ren ©unfl beö Sßublifumö wieber feftgefegt, unb wirb 
ftcr) alö ÄiinfHet roie aU Qftenfdj wo^l audj barin eis 
galten. — föcm SBeruefymen nadj werben grl. SSiebes 
mann unb §r.ßefer bie l;ieftge S3ü^ne wieber uerlaffen. 
Offenbar war bie erfiere (jicr nidjt an ir)rem Spiafc, 
§r. fiefer aber wirb fc^wer $u erfejjen fein, ba er wer 
nig 91nfyrüct)e macr)t, babei aber äu§erfl brauchbar 
ifl, unb überall mit <Sicr)err)eit auftritt unb wirft. 
(Sein SDrgan ifl etwa« rau§, baä ifl njar/r, aber im 
Uebrigen ifl er ein muftfalifcr)er ©änger, beffen in 
bem ßiifemble äufjerfl wirffamer S3a§ baö gro§e (S'8 
auet} © mit Seic^tigfeit erreicht. ©a§ # r - Sefer bei 
einer ptöfclidjen ilnpäjjlictjfeit beö £rn. ©ettmer an 
bemfelben Xage ben »Bertram übernahm unb oljne Hns 
flofj fang, ifl ein galt, ber r;ier ganj unberücfjtd)tigt 
bleibt. — <5o eben wirb eine neue Oper auögefdjrie* 
ben : ber 9täc§er (§ib) ton $rect)tler unb (Sdjinbefc 



Äriitfdjer 3ftt|ctgcr* 

Ueberfid)t ber neueften erfc^einungen auf bem ©ebiete bet 2Ruftf* 



%ür tyianoforte. 

Concrrtflfirfe, Sonaten, ^rjantaflen. 

@t §ettet, ©p. G5. öonate (Hr. 2, ^-Äoll). «of- 
meilter. I 8l)lr. 10 rijr. 

STOltb befptec^en. 

ftüv aStolinc mit ^Begleitung» 

3- GÜ^^g, ©p. 14. Fenilles d'Alhum, colloction 
de tnorceaiix de Salon m'ilodinix et caraetöristi- 
ques pour Violon avec aecompagnement de Piano. 
fleters. 1 Ztyv. 

25er (Scmvcnifl fcfcreibt immer qefo^ieft für fein 3nftru* 
ment; feine SEelobicn finb tocni.^er tirf, aU an^ene^m unb 
flicgenb. ©cbürfti^en fei ber (Somponffr empfohlen. 

9« TL Statte, ©p.G. Fleur d'orient, Etüde de Sa- 
lon, facile, pour le Violon. flotmeiftfr. 7-J- Hjr. 



64 tft toünfd)fn6frertfj, eine ^Begleitung ju biefer (Stube 
ju geben, ireil fte (ia^ ^ö«n J" m ©alonvortrage eignen irürbe. 
Sie ifl angenehm unb aitig eifunten, unb lä§t beim Önl)ören 
in bem ®eiftr ber 3uljörcr ba« iM'lb eine« auf Icidjtgefiaufel* 
ter %iuti) fdjaufclnben .ffafyne« entfielen, an beffen 93otb ft$ 
qemütMi^e, gdi tlid^ Siebente beiteren Gmpfinbungen äber^ 
Iaffen. 

§. Siebet, ®p. 15. Six pieecs pour Piano et Vio- 
lon, divisers en 3 suites. Äecljetti. fltft 1, 1 fl. 
15 fir. Qrft 2 u. 3, 1 Ji. 

®ut unb correct gearbeitete (Stücfe, bie toir toegen il)rer 
leisten Stuffütjrung gern ©efferc« r^oüenben Dilettanten em« 
pfcOlen. Die iUdinftimme bleibt rur^au« in ber tieffte« 
Jage, rra« ivir befontcr« hervorheben für bie, tveldje ba« 
<Süifl in f)öi)eren Sa^cn fürchten. 

% Soft^tttt, ©p. 1. Andanlino unb Allegro scher- 
zoso für Diuhn<» mit ©rcljcfter ober pionofortf. 
fliftner. 1 Bljlr. 5 tljr. 



47 



Siebet mit $>tanofortc. 

<8. $attf<|>Ü&, ©p. 6 u. 7. titbtt (üx 1 ßinjüimai. 
IBafel, Jti\x Öcljneider. ©p. 6, 1 Ji. ©p. 7, 

— — — , ©p. 5. f teder in allemanm&ljer Äund- 
art für 1 Öinjftimm*. €b*nd. 1 Ji. 

— — — , ©p.8. f teder für Sopran, Alt, fonor 
lind IBaCf. Cbcnd. 4 Ji. 

®anj etnfad&e, lefdjt aufyufüfyrcnbe lieber, im 93oif6tone, 
be* ber löerfaffer $in snb »Über redjt ajütfltdj p treffex 
toeif. €pri$t aucfc ni*t eine befonbet« befähigte, fünfile* 
rifdj gebiloete lub fd&affenbe Statut au« benfelben, fo geigt 
ft$ bodji b«rf» »a* ©treben, bie Xerte finngetreu toiebetju* 
geben. üöiele* barunter laßt freiließ »eilig unbefrfebigt, in* 
beut fl($ ein no$ ju naloer 2)flettanti«mu« bemerfbar madjt. 
JDfe ©e^teilung bajn ift fetyr einfach unb au<$ bem ungeübte* 
Pen Vieler jugÄnglicft, meifl einfa^e SUcorbe, aber ni$t 
o^ne ®ef$i(f. üBon ben 2tflemannifdjen Siebern, Dp. 5, finb 
gtoei fjertorju^eben, „$eimtoeV unb „Sluf einem ©rabe". — 
SBiele« fann für Ainber redjt j»ecfma§ig »ertoenbet trerben, 
tooju £>p. 6 unb 7 bie £anb bieten. Unter ben öieifUmmU 
gen Sieberu, bie glei^fall« gang einfache lieber finb mit bti* 
flefefctem Sllt, £enor unb 2k§, oerbienen 9h. 3, „Sobgefang", 
Wt.b, „bie Hoffnung", unb 9tr. 6, „Ob iefe f<$on toanb're 
im flnflern StyU" (na* $fahn 23, 4.), »ot ben übrigen ge* 
nannt ju »erben. Sefrtere* für $Ut*6olo mit ßljorbegleitung, 
re$t finnvott toiebergegeben. 

<£♦ ©djetMet, «iebesbotfrljaft (Cicderkranf, Hr. 18). 
furkljardt. 7| tljr. 

$a« Sieb ifl mit fo vielem glei§ gearbeitet, ba§ e« fafi 
an ba« 3ut>iel grenjt. 93orneljmU<$ ift babuufc bie Seglet 
tang f^werfallig getoorben, bie gerabe &icr eine leicht betoeg* 
lidje fein mu§. granj ©Hubert f>at bie« beffer gemalt: er 
lagt bat „raufdjenbe 23äd)lein fo filbern unb fall" fanft unb 
liebli* baljin gleiten, fo gart, toie eben ber JBote bem fügen 
Siebten peilen mufj. 

©♦ §cl$el, ©p. 29. Das fied von der fanje, fiebes- 
frage. 2 füder für öartton. fijaslinjer. 45 Ar. 

— — , ©p. 36. fl>eutfr(jes Äatrofcnlied. €b*nd. 
30 flr. 

— — / ©p. 37. Bit fljräne, von ficrloCfColjn. 
Cb*nd. 30 Ar. 

— — , ©p. 38. Ber fauf der Xütit. tbttto. 
24 flr 

2)e« ^om^oniflen 5lrt unb 2Beife ifl befannt; eine ©in» 
«elanberung ift ^>ier ni<Jt toa^rjune^men getoefen, bc«^alb 
genügt biefe furje Steige. 

%l< ** @UJ)pe f ©p. 40. firterqjclu*. ©es Gräfes 
€raumlirt, Ortende mein, Steiften — feigen, Der 
©eitterianf, IDeine nirijt! j^aslinger. 1 Ji. 45 flr. 



9{i*t aH« Bieter ^aben gleiften ®ett^. ©a^xenb bei 
ben erfleren ein ernflere« S^a^fcenfen &©n ©eiten be* Xom 
fe(^er« fufctbar tolrb, bleiben bie lederen auf bem ffie^e b«r 
©ema^li^feit, unb »arten gemütyli* auf ben, ber ft$ ge< 
rabe mit i^nen gu begnÜ3en gefonneu ifl. 5üi«iufü^ren finb 
fle alle lei(fct, in ber ©Ingftimme, toie in ber ^Begleitung; 
erftere befonber« ifl groecfmäfjig gehalten. 

%t. Ätttfett, ©p. 47. Wo flill ein fyt] von fieb* 
jlüljt, von (Deibel, fliftner. JO tlgr. 

— , ©p. 50. 3wri JltarienUf^ier, Ave Maria, 
)ie Cröfterin 2ier fletrübtrn, für Alt un* »eiblidjen 
CI)or f mit fhanoforte o^rr ©rgel. Cben^afeibft. 
15 Hßr. 

Dp. 47 ifl ein einfache« fangbare« ?ieb, toie fid) in bie* 
fer Spanier fdjon oieie in ben früheren SBerfen be« @ompo* 
niften btjxnfcen. £ie SWarienlieber, Dp. 50, tragen ba« ftnn* 
liä)t Clement be« äatyolfciSmu« jur @(^an. (Sie finb leicht 
unb fangbar, unb bie (SfcorfteUen nic^t o^ne SBBirfung. ©ie 
feien empfohlen. 

§. SWarfdttet, ©p. 141. ©er ©efangme, nar^ Dem 
Ruflif^cn Des Srljukomskij. fliftner. 15 Ilgr. 

— — — , Dicr Deutfflje Cie^er für Sopran ober 
Äenor. j^oftneifter. 2 flefte, jedes 10 tlgr. 

SWarff^ner $at nod> »entg im gac^e ber BaRab« geleitet, 
aud^ Dp. 141 fann nfdjt befonbere (Empfehlung für ff d^ bean? 
fpruc^en, obglei^ ee ber intereffanten 3üge viele in fld) ent* 
^Äit. — 3)ie beutfdjen lieber ^aben un« mel)r intereffirt, fle 
finb lei^ter, als fle getoöjmlidj SWarf^ner gu geben pflegt, 
aber fle finb frifc^ unb anmutig. 

§♦ SÄarfAner, ©p.i 40. mm des ffirients, uon^. 
etieglitf. (neue^oljet)on©p.90.) flianer. 2^efte 
(3tes u. 4tes), jedes 25 tlgr. 

Sefprot^en toerben: 

D. ®Ctfe f 31ftes tDerh. 0«ljs fieder. Jifimer. 

in 0flr. 
$♦ ©td^le r ©p. 5. «eeljs fteder ffir ßariton oder 

fiafjf. fuckljardi. 20 d r. 
D. Sie^feu, ©p.28. ßecljs ©^duljte oon Cenau, Rei- 

nick u. f. id. fitr 1 ßopranftimme. ßote u. ßork. 

25 8 r. 
% 9tte^ ©p. 26. 3»ölf ©efänge für 1 Öingüiimiw. 

2 Defte, ä 1 «Ijlr. flöte u. Sock. 
a. Eitlbliet, lOt^s Werk, öer^ fieder. Ilaael. 

22 gör. 
9- 2dbtnatm, ©p. 13. 3wei fieder für Äejjo- So- 
pran. IDIjifUinfl. Ilr. l f ^ «Ijlr. Hr. 2, desjl. 

gut 3Äännerfltmmem 

>. SR. @tot$, Äänjerfaljrt. ©rtsinalrompofitton für 



48 



Alännerftimmen. lfter ßanfc, $eft 1 — 5. Partitur 
ä 10 Ar. Stimmer, ä 16 Ar. 
D. ©erfe, 33tteB Werk. IDir Weil)* *e% ©rfangr*, 
»an |). $erle. Jifjmer. Part u. 0t. 17| Sgr. 
Stimmen allein 10 Sgr. 
©erben befanden. 

gilt t>tcrfHntiittgtt! gtauendbon 

9» Ätt^tter, ©p. 91. IDer 133fte pfalrn: Siclje, wie 
fein un) Ueblirl) itt«, wenn ßrüfcrr einträdji.g bei 
einander wohnen. Stlptt. partttur un* Stimmen, 
54 flr. 
(Sine gut contra^unftifirte unb inBtnmentirte Ärbeti. 



D. 2otett3, Bdjulgefangburti. 2 tljle. 1849. ©r*U, 

/üCfli u. Comp. 
£. ®rf u. 31. Sacpb, JRuiikaltfdjcr Jugendfreund 

Sammlung von ©cfängen mit Clapierbenl, ls flrft. 

«äfcrker. * 

Stoben befptodjen. 

gut bie £r#ri, 

©♦ $♦ ©ttttbe, WjeoretiCclj-praktifclje ©rgelCdjuU. 
3 JBän)*. Ifter San*. Subfrrpr. 1 Äljlr. 6 g©r. 
fafcrnpr. 2 ttjlr. ftoUe'Cc^e UurljljanMung. 
SBirb befprod^eiu 



3nteUtgeti$f>I<ttt* 



Miobert Schumann 

Op. 76. 

4 Märsche fllr Pianofortc. 

184 0. 

Pr. 1 Thlr. 5 Ngr. 
Verlag voo JP. Whlttllng in Leipzig. 

Neae werihvolle Musikalien. 

So eben erschienen and sind durch alle solide Musik- 
handlungen zu haben: 
Billet, Fantaisie brill. s. Orazi e Curiazi de Mercadanle p. Piano. 

Op. 36. i Thlr. 
Flügel, Humoreske f. Piano. Op. 25. J Thlr. 
Gumbert, Heilere Gesänge für 1 Singst, mit Piano. Op. 24. 

3 Lief, ä J Thlr. 



Hertel, Fantaisie brill. p. Piano. } Thlr. 

Kaiisch , 3 Lieder aus Berlin bei Nacht f. 1 Singst, mit 

Piano: Ob Christian oder Itzig! Sehnsucht nach Kalifornien, 

5 Sgr. Das ist Berlin bei Nacht! 5 Sgr. 
Kullak, Rolhkäppchen, f. Piano, Op 50, J Thlr. Caprice-Fan- 

taisie s. Vielka , Feldlager in Schlesien, de Meyerbeer, Am 

facile p. Piano, Op. 4t, J Tlilr. 
Offenhach, 3 Duos tres faciles, Op. 19, f Thlr. 3 Dnos hei- 
les, Op. 20, 1£ Thlr. 3 Duos concertants p. 8 Violoncellos, 

Op. 21, 1§ Thlr. 
Prinzessin Charlotte v. Prevssen, K. Preuss. Armee - Marsch, 

Nr. 144, r. Harmoniemusik. 1 Thlr. 
Prudent, Imprompiu et Scherzo, Op. 19, p. Piano. 17$ Sgr. 
Schäfer, Der Allefraueu-Walzer f 4Männerst. Op.2«. V. £ThIr., 

f. 1 Singst. 7| Sgr. Die Demokratinnen, für 1 Singstimme. 

5 Sgr. 
Wagner, Transcriptions faciles p. Piano. Nr. 13. Nordamerikas 

Nationallieder, 7£ Sgr. Nr. 14. Modinha, 5 Sgr. 
Weber, C. M.v., Aria 1. Sopran mit Piano aus Oberon: Eil' 

edler Held. 12$ Sgr. 
— — , Der Freischütz. VolteL Partitur n. 18 Thlr. 

Berlin, Schlesinger' sehe Buch- u. Musikalienhdlg. 



t& (Sinjelne Hummern b. 91. 3*f$r. f. SWaf. werben \u l{ 9lgr. betec&uet. 



$ru< n« fr. «fldmatn. 



Vi en e 




<ttf griff fär l||®fiß. 



ff rang Sörcit&H« 

(Sinurtbreifigflet Sanb. 



M 10. 




03 e r l t a er: 

SRtofcert griffe in Seipjtg* 
2>en 1. Muflufi I8W. 



San tiefet 3eEtfdj. «fnjdKfii teäd)entlin) 



^rei« br« Sanbe« pon 52 *Rrn. 2 J /, SCJU. 
3nftrti*B*9tbii^WÄ Me *ßetüjetle 3 Sftgr. 



Slbonnemcnt nehmen atte. ^ufMmier, 33 u$*. 
37Zufif s ynb jtiinfl(jflitMirofl«t an. 



3n6tt(t; £i* SBa$i b« Xattattrn (ffoitf.) — Jtlftic {Iftantg, SagMgfföü&t*, SB*rmir<fite* f 



Sie 3&af)l &*r Xattaxten. 

3fl nun alfo — um auf bie $ait^tfragc ioif= 
bet juiHtf^iifoniinfti — ta einfache £act überall am 
Sptafce, 1« eil er bie Slnmenbuiig üon tft^rrjuicn jrbet 
^actyat)! gcfhttft, ifl tagegrit ber jufainninigcfeglf, 
namlia) bie SBrniuigimg jiucifr einfaßte $arte 511 
einem riu^igrn blöd ta juttägtidj , luo in einfacher 
Sactart nur gcrabtnrttgr älbgliebernug ilattfaub, fo 
Tom tut bei einet Qnrfdjei fcung beä (ieutpcnifrm für 
ben gitfaminntgefegtcn %act nur eine grage, afletbingä 
atei eine fet)r uudjligr, in Betraft, bie grage iiäm- 
lidj, kodier einfadje $act hierbei in ihesi unb H*f(* 
djer in arsi gu lleflen tfl* SKogart, nutzer in btcftt 
$injid}t fcCjt fein untnf^ieb, fyat g. 83, für fofgenbe 
SHt)bJt?me n : 

■Eudt au« ber 3aubtrflflie. 
uidjt bm einfachen £, f entern ten &uf 4 mmrngf fegten 



| Satt flen>ä&TL ©et ©runb fite biffe SJafjt tarnt 

gani, imbcTinf fid^ti^t bleiben, ©tügart fcat nun afcer 
tic SRIjtit§men in ben Stammen beö | Eactrö nirfji in 
fctgrnbei Sßeife tingepaf i : 



J -— S- — •-•-*-■ * *-*-r ri— 1#- *- 



HH?i?33 









mtc ci bfm otapa^lie^en Bnut^eitn ba$ ^atncti^fle 
j« fein f^eineu biltftf, fenbern ei ^at bieä auf bie 
na^flet?enb* mtgf0fngeft|le %t getrau: 



©et Stunk, au§ ivctdjnn fr fo unb nic^t anber3 gfs 
ftt rieten, giebi jHfltetc^ ben ^tn^aftepitnft für aöc 
Ä^uii^cn Balle ab, unb wirb man ft$ über benfel* 



50 



Jen gart} flat, fo fann man Bei 5lnwenbung jufam* 
tnengefefcter Xactarten in bei Sct)reibweife wofyt faum 
toirtticr)e 93erflc§f Segnen. 9Uä jener ©runb aber 
erfd)eint bei näherer 33eteucr)tung bir Sftot^wcnbigfeit, 
öfle Scr)tüfie ber Harmonie unb SMobie, #aupts unb 
untrrgeorbnetc, ganje unb t)aI6e Sct)lüffe flctö auf 
ben tf)ctifcr)cn $acttt)cil ju fleflen, unb bafyer nie in 
ber £älfte ^ c % RacUS, auf einem arfifer)en 2f;cite ju 
fcr)fiefjen. SJorauögefefct nun, ba§ bie t>erfcr;icbenen 
9tr)9tfjmen eineS Sonfageö überhaupt (Sbenmaa§, glufj 
unb Ucbereinflimmung m ber 91bgticbcrung offenbas 
ren, fo wirb einfach jene 9lücfftcr)t auf bie fyarmonis 
fct)en Sct)tüfie ben Sflaafjflab für eine richtige 9lnwen* 
bung ber jufammcngefefcten Saetart abgeben. 

Sfl nun aber in 33e$ug auf ba8 obige SBeifpiel 
t>on SKojart für bie 2öa§t ber ftaetart £ aujjer bem 
SBiöen beä (Somponiflen ein weiterer ©runb nier)t 
anjugeben, ifl überhaupt, wenn nur fein wirffidfjer. 
83erflofj gcfcr)ie§t, bem (Somponiflen cö ganj ju über= 
laffen, ob er rücf flottier) ber S3enu^ung ber toertjans 
benen £actartcn baö (£infacr)e ober ba8 (Sompticirtcre 
toorjieben will, ifl e8 bto8 ju wünfdjcn, nidjt ju ges 
iieten, ba§ man ©clegenr)eiteu ju SBercinfadjungen 
nidjt toerabfäume: fo ifl bie 97tögtict}feit für eine be- 
liebige (§ntfcr)eibung jwifc$cn jwei tjerfdjicbcnen Sacts 
arten Seiten beö ßomponijlcn jwar in mannen %äU 
Uli gegeben unb alöbann jebe ber ju wäfylenbcn %acU 
arten gleict) richtig, bat)cr auet) bie 2Bar;t fetbfl fafl 
gleichgültig 5 in anberen gewiffen gätlen jeboer) fann 
im -3"tereffe beö genauen Söerflänbniffeö Seiten be8 
SUtöfüfjrenben bie £Bar/t nur einer beflimmten %acU 
art alö bie allein richtige bejcicr)nct werben, unb biefe 
gewiffen gälte werben nun när)er inS Slugc 511 faffen 
fein. SBort/er jeboer) mögen bie ©runbfäfce, wetct)e 
hierbei 311 befolgen fmb, a\\$ einigen Söeifpietcn im 
umgcfer)rten SBcrtjättniffe ju entwickeln tocrfudjt wers 
ben. 

ffiie 9tfyr;tc/mcn auö ber Gt)ampagner::51rie beö 
©on $\ian würben nur auf fotgenbe SBeife in ben 
bcppelten %act ju überfegen fein : 

fr 



*t> — 1 — • — 1 — f— l—m — •-!-- >—w-m— — 



SDiejr» 






fe^fe^i"SSfei§Efe-S 



Jv.^ 




ni%tn auö b« jwtitfn Slrie ber 3«tin« nur auf nac$* 
fle^cnbe Slrt in ben | Sott: 



wM^mMmm 




" 1 ^^**^r 



©ie wa^re, b. ff. ntdt)t bie papieme, fc^einbare 23etOi 
nung biefer 9l^t^men wirb baburc^ nict)t geanbert, 
aber aud) nict)t gebeffert, unb beetyalb ifl bie torfles 
l)enbe Schreibart berfelben nic^t falfc^, aber auc^ nict)t 
not^wenbig. 6in anberer ftatt tritt jeboct; bann ein, 
wenn wir juweifen in Xcnfägtn »on fc^nedem 2!empo 
unb furjer Sactart, ton je jwei Saeten ber erfle ents 
Rieben leichter aU ber jweite, jener aU ein quasi 
Qluftact (jufammengefe^ter 5Iuftact) ju biefein cn 
fct)eint. Söeil nun aber — eine gerabtaetige SIbgfte; 
berung in eonfequenter Fortführung toorauägefefct — 
ber Sluöfü^rcnbe üon je jwei ^acten ben erflen für 
ben betonten, ben jweiten für ben unbetonten anfielt 
unb anjufer)en beöl;alb gewöhnt unb berechtigt ifl^ 
Weit ein anberer äußerer 5Jn(jaltcpunft für bie richtige 
©etonung btä dato itym noc^ gän^lic^ mangelt, unb 
übrigenö in ben meijlen gärten feine ©ewö^nung ja 
ofyncbicö mit ber Meinung beö (Somponifkn jufam* 
menjutreffen pflegt: fo fann eö in jenen anberen gä(; 
Ten eben nur 3?li§üer(länbniffc Seiten beö Sluöfü^ren* 
ben üerantaffen, wenn &om ßomponiflen ein üok je* 
nem uerfc^iebeneö, umgefe^rteö S3er^ä(tni§ ber quasi 
fcr)weren unb teilten %actc beliebt wirb, biefeö fic^ 
aber bem 5Juge in uotter Ätarfyüit nic^t fofort bars 
fleöt. 3»* ©arflcöung aber folgen umgefe^rten SJer- 
r)ä(tniffeö fmb rec^t eigentticl) bie jufammengefegten 
3!adarten uor^anben, wenigflen« erfcr;eint i^re ^nwens 
bung einjig unb allein fyier unbebingt not^wenbig; 
bemnacl) — wie im ^)inbticf auf bie 93ercinfacr}ung$s 
grunbjüge nur Seiläufig noct) erwähnt werben mag — 
bürften fic fiel) fogat alö überflüffig erweifen, fobftrt 



51 



für bie ßrtefd)ung i^rrÄ ßwetfc« ein anbmS SWittet 
aufjjefunben werben foflte 

(2forife$ung folgt) 



tyre flReinnng abgeben nnb jnr 3eit ba« (Snbrefultat gefal* 
UgP mitteilen ga wollen. 

6tettin, Anfang* Suli 1849. ©nfravglngel. 



Älcütc 3^itnng« 

StuffoTbeTUitcj unb föitte an ben berliner £on* 
fülifHec « herein, Seber Prebcnbe flünPler will übet P<$ 
int .Klare fommen, unb audj bct GomponiP, ber ee mit fei* 
ntr äunft ernft meint (ob t<$ ee fo meine, mögen meine bie 
jefct veröffentlichten 2Betfe entfd)eiben), will über feine $ro* 
bnetionen vor Slllem moglic^fl bie 3Babrl)cit Ijöreu, um wei* 
Uv gn Fommen. lieber meine Qompofiiionen pnb aber fdjon 
früher feljr wfberfarcdjenbe Urteile laut geworben, nnb man 
(at nid)t verfcr)mäl)t, beefyalb micr) petfönlicfi gn verunglim* 
J>fen; ja, $r. Dr. öbuarb Ärüger in (Smben forberte nodj 
1847 $nu Suliue ©Raffer in £alle jur ^Beantwortung einer 
gragc, aie ju einer 2lrt $reieaufgabe auf, namlict) ,,ju b e* 
Weifen, worin ter SBertlj meiner (Sompoptfonen benn eigeui* 
li<$ befiele?" Sener fßerunglimpfer, vielleicht mit bem «6m. 
*Prei«aufgabePel(er ein unb biefeibe $erfon, Ijaite aber au$ 
nidjte beriefen. 

Stadlern nun aber ber Seipjigcr Central * Sonfünpler* 
Sßerein erfi noeb Anfang biefee 3al)ree einige meiner Sßerfe 
ber (Empfehlung n>crtr> geartet, augerbem namhafte SHänner 
meinen (Sompoptionen fein ungünpigee 3fugnip ibree ©er* 
ir)ee roirfUd» auegePellt r)aben, fo f$etnt ee fap, M ob auefc 
bie gerüfmitcPen SRecenfenten nnferer 3cit in iljren abwet* 
djenben Urteilen bem 3rrtl)ume unterworfen fein fönnten, 
nnb wenn nun baffelbe 2Berf, wie bae mit meinen ,9leuen 
9la*tfaUern" SBerf 24 in neuefler 3eit wieber ber Sali ip, 
in ber 91. 3eitfc^. für 2Kuf. 93b. 30 9h\ 46 ton $r. £örffel, 
unb in ber berliner 91. 2flupfjeitg. 3ter 3ar>rg. 9?r. 27 von 
$rn. JJtapcUmfir. flojjmalty, fo gaii$ verfcf)iefccn beurteilt wor* 
ben iP, fo liegt ee eben fo feljv im 3ntereffe bee $ublifume, 
ale ber ££. SBeurt^eiler unb bee (SomponiPen, nodj ein brit* 
iee, möglich nnparteiiföee Urteil über baffelbe ©erf $u 
vernehmen. — $ierju bietet nun ber §. 3 bee Statute« bee 
Sonfünfiler* Vereine ja Berlin eine wilifommene ©elegentyeit, 
Wo von görberung ber Xonfünflier „burdj S3ert^eibigung ges 
gen ungerechte Singriffe, öffentlich au6gefprcc^ene Urteile" 
bie Sfcebe ift. hierauf 53ejug ne^menb, erfu$e i* ben jeiti^ 
gen *ßr5jibenten be« ^Berliner Honfünfller * 93eretn«, J&rn. 
globcatb ®e^er, bem i$ perfönli^ ganj unbefannt bin, hier- 
mit öffentlich, anf meine motioirte nnb au«biücflicte Sitte 
bie ©üte ju ^aben unb meine „bleuen öcac^tfalter" Sfßerf 24 
»on einer ^ierju eigenb« ju ernennenben (Sommifflon no^ 
mal« pxüitn, über bie beiben bereite veröffentlichten Urteile 



£age$gefdjid)te< 

Reifen, ©oncette, (gngagemen« xc. grau $alm« 
Sparer, gule^t in gonbon Ui ber beutf^en Dperngefellfc^aft, 
fo wie $r. SBibemann au6 Seipjig, werben nad^ßen« in 
U)re6ben gajiiren. 

Setmifc^teS* 

3n Miln tonrbe eine intereffante 9^einfangerfa^rt vtn 
anhaltet, weldjer 3enn^ 8inb beiwohnte, ba fte iufdfliger 
2Beife auf i^rer Keife »on $ari« nac^ ©tocf^olm auf einige 
Sage in Äöln oerweilte. (Sin ©ebic^t oon ©ternau: @rufj 
be« JR^ein« an 3enn^ 2inb, componitt oon 2)orn, würbe auf 
ber gal;rt gefungen f unb machte einen fo tiefen öinbruef anf 
bie <Scr)webin, baj e« ir)r viele £f;ränen fopetete. 

3)er Junge SonfünfHer 5tbolp^ ©ollmicf (ein @o^n mu 
fere« in granffurt a.SUc. lebenden Mitarbeiter«) ^at in fion- 
bon eine „Amateur- Choral- Society" gröfjtenfljeflä aud feinen 
(Sleoen gegiftet, worin nur gebiegene ©efänge, (S^öre unb 
Snprumentalfäfce beutfct)er SWeiPer vorgetragen werben. 2)er> 
felbe junge 2)iann fyat pc^ feiner bti ber Sonboner beutfe^en 
Dper fürjlic^ gefcr)eiterten 2anD6lcute angenommen, unb mit 
benfelben au$ einen Duartett* unb Duintett^irfel für 
©treHinPrumente gebilDet, für welken bereite (Sinlabungen 
cirfuliren. ©ollmicf iP nämlic^ gleich brao ale 23iolinift wie 
al« (Slavierfrieler. 3)iefe Ouartett ^ ®efer(fd)aft in ?onbon 
befreit alfo au$ ben «&«&. ©oflmicf, gteie^eim, (Strome^er, 
Slrnclb unb Qlener (33ioliniP) f fämmtlic^ ?ran!furter %en; 
fünPler. 

Slu« Bonbon. Henriette ©ontag. grenb' unb 3n* 
bei in ber ©elt ber Söne, Sob unb $reiä ber wiebergewon* 
nenen (Sängerin! 2BaG und oerfünbet werben war, toat wir 
nic^t glauben burften, nidjt ju ^offen wagten, e« bat per) er* 
eignet : @raf SRoffi 1)at ber 9Bclt t>U allbeliebte Henriette 
©ontag jurücf gegeben, um bie er un« im Sa^re 1829 burej 
oerwünfe^te (S^evacten beraubt fjatte, gur 3eit, ba bie ©e* 
feierte in Berlin, in SParie, in Sonbon alö 6tern erper ®röge 
im vollen ©lanje prangte. 2)a« erpe ©ute unb Erfreuliche, 
ba« une aue ben politifdjen Umwälzungen erwac^P, nnb welcj 1 
©ut! unb wie unverhofft! 

SürPen unb SSölfer, über bie jene SBirren fo viel Unheil 
brachten, iönnen wir bemitleiben, nic^t aber bebauern, baf 
©raf Kofff Slmt unb (Sinfommen verlor, benn bie Stett r)atte 
bnret) i^n mel;r verloren; pe §at i(;m lange gegrollt, elje fle 
i^m bie (Sinfperrung ber polten 9cac^tigall verjie^, gleichviel 
ob in bm äap$ be« e^elic^en ©lüdfe. Unter anberen Um* 



52 



ftonben toärbe in ©etragt ber roeltgefgigiligen Greigniffe, 
bie toir erleben, ba« SWlßgefgief, ba« ben Diplomaten trifft, 
nnbeagtet vorübergegangen fein; jefct roägfi e« felbft gum 
(Srefgniffe tyeran, an rvelgem alle ffielt fid^ beteiligt. Der 
©raf, Ijelßt e«, ertrug ben <Sglag, ber feine ChrifUng beeln- 
xragtfgt, mit mannligem 9Butty, nnb vergigtete fogar auf 
ben i$m angebotenen 8ftur)eger)alt. G« roarb Statt) gepflogen 
gtolfgen ibm unb feiner ©attin, nnb toor)l mag bie (Srlnne* 
mng an gefeierte $riumpl)e, ba* rvieberauftaugenbe 93ebürf< 
ni§ be« Äünftlerleben« unter beraufgenber öffentlicher Slner^ 
Fennung auf bie (Sntfgelbung mit eingeroirft rjaben; furg, 
nag reifiiger Ueberlegung roatb befglcffen, baß bie ©räfin 
tofeber al« anmutige (Sängerin erfgeinen, bie bei §ofe tyog* 
gehaltene grau abermal« bie 93üt)ne betreten, nnb Henriette 
Montag gum gtveiien SWale i&re Fünftlerifge £aufbat)n begln* 
nen feile. 

9luf biefe unverhoffte OTagrigt begab fig $r. Sumlety, 
ber beFannte Ijeroifge Diieetor ber Fönigl. £)per gu Sonbon, 
(tva« t)atte er in feiner $ergen«angf! reegen (Soneurreng ntgt 
für (Siebenmeilenftiefeln gegeben!) flug« auf ben 3Beg nag 
^Berlin, um für bie ©üt)ne ifyrer rjulbvoflen 2Rajeftat ber £ö* 
nigin von (Snglanb bie tjolbe unb tyulbreige gürftin be« ©e* 
fangt« ja geroinnen. (5« gelang, ©in ©ertrag roarb unter- 
geignet. ©inige £age barauf t)atte grau ©rann Sftefft 33er? 
lin verlaffen unb Dem. €ontag ir)ren öingug in Ponton ge* 
galten. QHan fglug it)r gu it)rem antritt ben 33aibtcr von 
€>evilla vor, worin fie einf! fo fgöne Sriumplje gefeiert, ©ie 
lehnte ba* anerbieten ab. „Wirb man nigt fagen , baß ig 
eine ^affagenfängerin bin unb roieber He alte fceier anftim* 
me?" bemerfte fie, unb fglen vergrffeu gu Ijaben, rcie gau* 
bermftgtig ifjr $affagengefa:tg gervirFt, unb roie ba* *ßubll* 
fum ber alten Seier nie genug l)otte §aben fönuen. (Sie »er* 
langte in einer neueren Ctoer aufgutteten unb w-aljlte bie Sinba 
bi (Stjamounty. Die groben rrurben angffefct, Sablage, bev 
große, benfenbe tfünfiler unb treue greunb, gebeten ihnen frei* 
guroofcnen, al* SRigter unb Seiftanb; (Sonnabenb am 7ten 3ult 
tvar erfte iPcrfiellung, gang Sonbcn in JBetvegung, unb 5(bent6 
ba* £au« überfüllt .... 

©eim aufrollen be* ©erlange« ftanb 3eber auf feinem 
Soften. 9U« Neugier freilig, aber mel)r nog au* perfön* 
lieber $r)eifnabme; gurgt nnb Hoffnung über ba« bevor* 
flebenbe (SgicFfal ber eblen grau, in ber Ungewißheit, wie 
ba* unternommene ffiagniß au«fallen werbe. Die »Spannung 
tvar allgemein unb unfrefgreiblig. 2Bie \)ättt nigt jeglige« 
$erg flopfcn muffen bei beni beängfligenben ©ebanfen an ba* 
nal)e (Srfgeinen ber tfünfUerfn, bie einfl in ic)re.n gage al* 
ber erften eine gegolten, unb nun, an einem unb bcmfrlben 
Slbenb/ ba* ©lücf t^rer 3ufunft unb jugleicfc ben ©lang einer 
ru^mvullen ©ergam.enljeit auf« Spiel fefcte! 



3g $abe, fdjreibt ein $arifer Slngengeuge, an« beffen 
©erigt frir biefe 3^ ilcn entnehmen, ig ^abe beim ©rafen 
^ourtale« in $ari« ba« Portrait ber Dem. Montag in gan< 
ger gfgnr von $anl Delaroge gefe^en. ö« ift an« ifjren 3n^ 
genbja^ren, au* ber 3eit i^re« erften auftreten« in $ari«. 
(Seit jenen 3abren tyat fie an $ragt nnb güRe ber ©efialt 
geroonnen, o^ne jebog ben 9lnfirig von 33orne^m^eit, ben 
9lbei eingebüßt gu ^aben, tnrg tveige fig fgon bamal« i^re 
gange $erfonligfeit au«geignete. d« ftnb immer nog bie 
feinen, au«bruc!«vo(len ©efigtÄgügc, bie fgöne Harmonie bet 
gormen, unb jener il;r angebotene vornehme 5(nfJanb, ben fie 
tveber am berliner nog am $eter*burger ^ofe verlieren 
Fonnte. 

Die ^anblung ber £inba von S^amouni) ift beFannr. 
Äeine anmutig fettere toie im Söarbier, ben SRofrmi'« genia^ 
ler 5Burf obenbrein gum 5KeiPenverF ber HonFunfl er^ob nnb 
mit Ijinreifjenber j^raft au*flatiete, fonbern eine ernße, rü^* 
renbej Feine gum Sagen, eine gum ©einen. (Sgien bog fafl 
bie ©angevin, bie al« JRoftne fo gang in itjrem (Slemente »ar f 
bürg bie 3Baf)l ber biefer Stolle völlig entgegengefe^ten Sinba 
Slnfprüge anberer 9Crt anbeutm gu trollen. 

£urg vor bem ilage il)re* auftreten« fjattt ber gange eng* 
Hfge ^ol;e SlDcl bet (Eängetin feine Slufroartung gemagt, unb 
bem rufjifgen ©efantten J&rn. v. 23runoro tvurbe nagergi^ft^ 
er ^abe in allen biplomatifgen (SitFiln geäußert, für i^n 
bleibe ©raf JRofft nag irie vor ein e^renu>ert^er (Sollege. 
Slug bie Königin ^atte ftg furg vor i^rer Slbteife nag ber 
Snfel SBigbt viel mit bem ©leberaufireten ber beutfgen <S5n* 
gerin be|göitigt. Unter folgen Umftänben Fonnte biefe je^ 
benfall« auf eine tvotjlivollenbe, roinn gletg aug nigt gar 
Ieigt gu befrieHgeubc 3u^örevfgaft regnen. ^>a€ eingige ®e* 
fällige unb Sllleifglimmfie war ba« nog frifge änbenFen 
an bie be^eiftevnre Sennv Sinb. 

Die (Sängerin erfgien. 3^r auftreten rvarb mit einem 
Q3eifal( be rüßt, ber fig in fünf bi« feg« raufgenben (Salven 
gu etfennen gab. Sie fang, ur.b mit itjren Jonen ergoß fig 
ein tval;rer 3<mber über bie entgüeltcn 3ul)örer. Slnmutt), 
3artt>eit , (5iniagt)eit , garbung te« Vortrag«, Slu«biu(f unb 
(SmpjinMing, alle« vetrietl) bie SWeifitrfgaft ter l;cgbegabteu, 
vollenbeten jlünftlerin. (Sie fguf au« biefer von manger 
Sän^rin mit ©er.nyfcbä^ung bttragteten l l (nba eine gang 
neue JHolle, unb uß tie JUiltwiifcnben jur S3egeifierung mit 
fig fort. De SBrnfkllung tvar verjüglig. (Sine Slrie, ein 
Duett, ein ginale unb t ine Kavatine mußten rriebert)olt toer* 
ben, unb bie eängerin watb unter einem ioar)ren 53eifall«* 
flurm unb ^lumenrrgen gel;n bi« gtvölf SKal hervorgerufen; 
ein beifpicllofir llrfolg. 

$r.8umlcv, xvi\X> ben bebungenen r)ol)en 3al)re«ger)alt von 
agttaufenb $|unb (Sterling figerlig nigt gu bereuen r)aben. 

91. 91. 3. 



Drui von $r. Äficfmaniu 



tl e u e 




iiif$ttfi fit 




$erftnttoortlf$ei: OUfcacttur: 

Sfrattj SBtenbcL 

QHminbbuif igfter 99anb, 



$3 e r I c a t t: 



^ 11. 



SWo&ert Briefe in £eipjfg* 
Sien & »ugiift 1819. 



Don Mefer 3eiti$- erfdjeinen toötfentlid) Mp«M teft ®anfceS toon 52 fflrn. a 1 /, Xfjlt. 
2 Wummern üon 1 üb« 1'/* Sogen. l|3nf*rtloit*geBft^tcit Die ^ttit^cile 2 91g*. 



Abonnement nehmen alle ^ojUmter, ©ue}* f 
27Iujif * unb Ännflljanb (nagen an. 



3n^dt: Die aSa^l fc« SEactarfcrt (ffortfj — *u* efineBurg. — Jcrittföct Än^eiß«. — SntllMarnjMatt. 

II IU I II 



S?ie 2BcI)I fcct Xa et arten. 

(8«tf<tunflj 

2Benn atfo baö £cmfit/nlidr)e SöettjÄftnijJ jreeier 
einfachen Saete firf? jitmetjt ali baS folgende: 

*iJt ff\ 3 /*rrr iYrr *«*»•**« ** ^nn 

bie geroäljttr Sartatt beibehalten, aber auet) häufig 
feie koppelte, unb jh?ar imtürlicr) nur unter nacfjße; 

r>mbet e#ifitoe(ff */* 7 * Y f •/« 7 f ff f f 
oenufet njerben fami, fc eigccbt fitt) im anbeten gafle 

au$ einem umgürten S}err)attniffe t)inficr)tli^ ber 

Betonung jmeier Sud« V^^.' u»b 



3 /# i ! r r I r r r m$* nm bie Kot^toenbiaWt für 
diu tfnftenbung bei bcppelten Xattart, fonberu bie 

nod^ biet briugenbere für eine ber SSetonung tjoUfontmen 
mtjptedjenbe ©efjtetbitjeife, närnlid? für bie fofgenbe: 

*/i r^rfrirr^ *■ *** G /* *^Y r rlr r r fw 

benn nur jum 8«:ecte biefer ©et;reibroeife wirb über= 
t)aupt bei jwfammengcfe^te ftaet tjertoorgefudjt. -3n 
jöe&ug aber auf r*orr}anbcne ©eifptete biefer Qftt t)a= 
ben fet&fl namhafte (Sompomftm, rote j, ©. ^Öeetbo- 
»cn, m ber 2Bat)l ber ridjtigm Xactatt gefehlt , unb 
eben ber Autorität megen , iuet^e ein folget 9lame 
in jeber Bcjietyutig %xi genießen pflegt, ifl eä notfc 
toenbig, bie SKipgriffe beffclbfn natt) biefer Seite t)in 



aufjubeeten, bamit geringeren ©emeä bie Mhgix^UU 
benommen loerbe, pdf auf bie genfer eineö grofert 
SWannefl mit einem 2lnf<t)ein uurt Siecht ju berufen, 

<§jo treten im elften ©a^e feiner (E^SHoß ©bin: 
pljoni« bie meiflen SRt/iptljmen m ber oben ermähnten 
SBrife , b. ^ oon je ^toci Saetrn ber giDctte alfl ber 
betontere auf, unb eben bie <!nffct)iebent)eü f mit bet 
fle bied t^un, toeifc auf eine anbere 5trt ber äufctun 
©arfteünng, auf eine uetanberte Raffung bet lieber? 
f^tift, auf bie 2Bat)l einer ^aetart ^in, n)el(t)e ein 
^erfennen be€ n?al)ren $3ert)attmfl>ä ber einzelnen 
%actt ju einanbet uttttiBgUc^ »w#t. ^3 fönnen bie 
folgenbrn 9(t)tit(inieii mir in ber bariiter angebeuteten 
SBeife aufgefaßt, gebaut unb borgetragen metben: 



* — r i r r u — +vh4- i j- M ^ M - m ^^^^ & + — *_^g. 



-*'ä-«r+ 



ft^ÄF* ^f 



J l ^ r— "* — *-i — <— .-t- 




54 



jpp^ P^ 



**Q*^ 



«- r * 






^m^mmm^m 



ffitcS lefyrt einem Beben baö natürliche ©efütyl, unb 
«Ben ber Sw^öter, beffen 5Jugc nidjt an bie papierne 
iftieberfc^rift gefeffelt ift, empftnbel t*8 am atleruns 
jweifelfc/afteflen $ nur ber ©pieter wtrb, trog feiner 
grBgeren Sßertrautfyeit mit ben flöten, fo lange auf 
bie umgefet/rte 3irt ber Betonung t)ingerütefen , 6tS 
tym burct) genauere ©efanntfdt)aft mit bcm ©eifte beö 
icnfafceö ba3 wat)re 93erflänbnifj ber rfjtjtbmifdjen 
»er^altnfffe aufgebt. 

©at)er r)ätte, um bem 5lu8fül)renben bie nötige 
2lrt ber 9luffaffung fogleicr) toon üotn herein unb auf 
eine ntdc)t 511 uerfennenbe Söeife anjubeuten, üom Som: 
jjonifren alä SEaetart bie boppelte, atä (Schreibart 
aber bie nact)ftet)enbe gewählt werben fotlen: 









feiSc^HÜ^^ÜEti 



hierbei jeigt fiel) jebodt) fogleicr), bafi bie Saetart nidt)t 
£, bie boppeltc Saetart toom 4 %acte beö Originals 
fein fann, fonbern bafj alle &auptr()t;tr)men gan$ ents 
(Rieben auf ben £ %act ^inweifen, bemnact) Beett/Os 
»en fcr)on flatt be8 -J SaeteS ben 4- Säet tjätte üor* 
jeic^nen follen, gegen ben gehalten ber -f- %act al8 
eine 5lrt jufammengefegter $aet erfdfjcinen würbe: bafj 
bafyer bie 23al;t beö -J £aete8 in bereiter 83e$''e(;ung 
— nämlicr) eben fowofyl r)inftd)tlicr) beä Siennerä 2 
Bei furjem Sacte, alä aucr) fc;inftcr)ttict) be8 3äfyler3 



4 in jebem gafle — eine falfci)e war unb bief> 2aet- 
art mit Stecht nur für eine Schreibart in um bir 
$alfte fürjeren Sftoten Genügt werben fSnnte. 




Sinigermafjen \\m 



baä wat)re S3ert)ältnt§ ber einzelnen %aett ju einans 
ber in $infclicf auf bie ©ewö^nung bc8 ©pielerö am 
jubruten, r)at felbfi ber Somponift für not^wenbig tu 
act)tet, unb auä tiefer Stütfflc^t tft 5.». im Origi- 
nale bie ^weite germate auf 2 %aete au$geber)nt wor* 
ben. (Sie folt beSfjalb nicr)t länger gehalten werben, 
aber ber 6te Zact fofl buret) SBerbinbung beS 5ten 
mit bem 4ten baß 21nfefc;en eineö unbetonten ei^afc 
ten. 5>m wetteren Sluffe bcö ©a^eS fann nun, tes 
adjtet man biefe freiließ fcr)r fcerfteefte r^t^mifd^e ^ins 
beutung, baö @leicr)gewicr}t jwifc^en leisten unb f^wes 
ren Zacten niemalö öertoren ge^en, weil efcen ba3 
ganje ^onf^ücf nur gerabtactige 9lfcglieberungen enU 
fält, baö einmal aU im 5luftacte fceginnenbe aufge? 
fagte $)auptmotiü eine anbere, entgegengefegte 5lufs 
faffung nid^t leidet wieber julägt. 

SBenn Seute a\\% ber präd^tigen Älaffe ber £al&s 
wiffer ^ier etwa geneigt fein foflten, ben quasi %a* 
bei, welker burc^ baö SJorfle^enbe über ben natür? 
licr) unfehlbaren S3ectl;ot>cn auö^ufpred^en toßfü^n fiel) 
unterflanben werben ift, alä unSegrünbet, alä eine 
Sßrofanation beö ^eiligen, Unantajlbaren, ober mit 
SRebcnöarten 3U bejeict;nen, wie fte an& bem S^unbc 
ber ©ebanfcnlcfcn nur gar ju fyäufig flrömen, fo fann 
bem entgegen toorläuftg nur auf eine fpätere <5ttüt 
üor bem ©c^luffe biefer 5lbfjanblung toerwiefen wer? 
ben, wo bie watjtf^einlicfycn ©rünbe angeführt ftnb 
für bie uon SSeet^oüen beliebte 5lrt ber ^ieberfc^rift 
be8 Dütliegenben wie beö nad;folgenben ^onfageö. 

Ginflweilen mag in ber Qlufjä^lung äfyulic^er 
Seifpiete fortgefahren werben. 

9Jod^ auö berfelben ©^m^onie hietet ein anbes 
rer @ag, ber 3te nämlicr), in gleicher SBetfe (Stoff ju 
ferneren Beobachtungen. 5118 ^»auptr^t^men biefe« 
@cr)erjo erfcr)einen bie fotgenben: 




3^EE£S 






55 



^^r^^^-g^g^^^^ 



^lü^^S^a^ 



k*i-t— * — r--FF — • — f—F.— P-*- 



ilÜliil 



SecHI 



•■p-t — i — h 



=£=*r* 



©ie (Sonfequenj ber ge; 

xabtactigen Slbglieberung iji auc§ ^tet auger attem 
3toeifet. SBenn nun im erften ®age ber Stymptyonie 
fammttic^e 8t^t^men burdj ifyre innere 33ebeutung 
kie nidjt ju fcerfennenbe 5lrt i$rer öetonung unwis 
berleglidj fjerauöfleflten, fo ftnb eS im fcortiegenben 
©age nur einige ber eben angeführten Si^ttymen, mit 
benen fidj ber 3ufcö«t in bemfelben ®aUe befinbet, 
wetdje aber maafjgebenb auc$ für ttie übrigen »erben. 
S8 ifl ber jrueite 9t^tfjmu8, unb namentlich ber ftc§ 
i$m anrei^enbe #atbfc§(u£, »etc$e nur in ber folgen; 
ben SetDttung aufgefaßt »erben tonnen: 



^^M^^=^^^Mi 



\^ — 



te^^^^§^^Ö^e^fefc 



^ — 



5=!Ec3ES^aiS— ^3 ©*f$*int nun aber ben* 

»oc§ bex erfie 9tytytl?mug in Sejug auf bie SSetonung 
*18 boppefbeutig, läfjt berfetbe an unb für fidj be* 
trautet bie eine »ie bie anbere Setonung ju, n&ttu 
li<§ eben foroofjl: 

i?i iM^iii iiii§ii 

«18 audj: 



— - ^ 



.-B-^.- . - 







'& 

fo flcttt bodj bie 91rt unb SSeife, wie fic§ biefer 
SU^tfymu* im »eiteren Verlaufe beä ©ageö bem j»ei= 
ten »ieber auffliegt, eä unzweifelhaft b^auS, bajj 
nur bie julegt angeführte Betonung bie richtige fein 
bürfie. ©ie gleiche S8e»ant)tntß »ie mit bem erflen, 
tyit H auc$ mit bem brüten 9l^t^muS. 

SBicbertyolt aber muji barauf fyinge»iefen »er« 
ben, bajj mit jener Setonung nic^t et»a eine 2lceen* 
tuation im Vortrage gemeint ift, fonbern btoä ba8 



»erf?aftni§ mehrerer einfa<$er Kacte ju einanber, »ie 
rt ber Spieler ft$ ju benfen \)at, alfo ber rfatyraU 
föe S6au in Bejug auf feine fleinflen ©lieber. Qint 
befonbere Setonung einjetner Sacte ober Xacttyeile 
im Vortrage anjubeuten, flehen bem Somponiflen ganj 
anbere bittet ju ©ebote (^ A sf.), welche er — »o 
nötfyig — no<$ aufjer ber öeobadjtung ber Siegeln 
ber ättetrif unb JH^tljmif $u benugen ange»iefen ifl. 
©o tüit e« nun aber in SBa^r&eit nur ein gerabeS 
unb ein ungerabeS 93er^altni§ au% in ber SKufif 
&iebt — in ber 9Wetrif burd^ ben geraben Xad 
(mit 2) unb bur<$ ben ungeraben (mit 3), in ber 
Stfa^nuf burc^ ben gerabtaetigen Sl^t^mu« (brn 
3h?eier) unb burdj ben ungerabtaetigen (ben ©reter) 
repräfentirt — fo erfc^eint fc$on jebe ^ö^ere, jufam^ 
mengefegte 3a$l im metrifc^en »er^ältniffe (4, 6, 8, 
9, 12) atö eine 3"fflmmen$iefjimg mehrerer ©runb« 
jagten, alö eine Bereinigung mehrerer einfacher £ae* 
U, als gleic^fam ein Uebergriff in baö ©ebiet bet 
9ty^mif, fceren 93er^ältniffe fid^ bann innerhalb eine« 
einigen %acttQ »ieberfpiegefn. 

93on biefem ©eftc^töpunfte an* bürften »ieber 
nur boppette unb beiie^enbfic^ breifad&e Zactaxten, 
nämtic^ ein (jitfammengefe^ter geraber) %act mit 4, 
fo »ie ein folget (erfl noc^ ju bilbenber) mit 6, b. ^. 
3X^- »«t in Uebereinflimmung mit bem 3»det 
unb bem ©reier bti gerabem Metrum ~ ferner ein 
(einfacher gemixter) 2:aet mit 6, b. ^. 2X3, fo »ie 
d\\ fotdjer (5fü§iger) mit 9 — »eil in Uebereinftim- 
mung mit bem 3>veicr unb bem ©reier bei ungera* 
bem SKetrum — aU bie aücin ^u beuußenben fic§ 
^erauöfieüen, unb (;iermit »irb eine anbere 9?ot^»en= 
bigfeit fühlbar, bie nämtt^, jene ©runbjüge be« 
r^t^mifc^en S3auee aufy für baö Qluge leicht erfafh 
bar in jebem gatte barjufieUen , »ofür hei 51u»ens 
bung nur einfacher Saetarten noc^ fein Glittet auf: 
gefunben »orten ifl. 9htd? biefe grage »irb neben 
ben früher aufge»orfenen am <&d)h\ftc biefer 2(fc()anb; 
tung eine »eitere SBürbigung erfahren. 

Um nun aber auf baö legte 23eifpie( jurücfiits 
femmen, fo ifl fc^on ermähnt »orben, ba§ eine &\u 
fammenjie^ung mehrerer einfacher Zacte in einen ein: 
jigen bie natürliche 5leecntuation im Vortrage ntc^t 
51t teranbern üermag , benn offenbar tmifl biefe ft<^ 
au$ ber inneren »ebeutung brr W^t^nen ergeben 
ober in jweifrtyaften gätten uom eomponiflen bitrc^ 
befonbere Stityn angebeutet »erben, unb bafcen (;iers 
mit bie ^nctflric^e, bie größere ober geringere 51n- 
ja^f üon gjtarfen für eine bequemere Ueberfi^t nicf;tö 
51t t^nn. Qiuiu ju fegen ifl bem 110$, ba§ im öorlie* 
genben gaUe eine «Serfc^ieben^eit in ber »ecentiiation 
ber eiujelnen JR^t^men öielleiAt eben in ber 51b|ic^t 



56 



beö (Somponiften gelegen $at, ber ben einfad&en Sact 
beäfyalB gekrallt fyaBen mag, bamit bie %actt beä 
erfien unb britten 9t^t^muö eine Beflimmte S3etonung 
gar r\\ä)t erhalten, wätyrenb er in SSejug auf ben 
^weiten fRfötf)mvi$ baö innere ©ewid§t beffelBen af; 
lein aU ben äftaaßaB für beffen richtige 2lecentuation 
gelten, ilm für fld? fctber fpred^en läßt. 9?ur bte 
fRücffidjt auf ben 5luöfüfyrenben fommt in 93etrad§t, 
unb bemgemäß müßte, fott bie ^Irt ber fo ju fagen 
$eimtic$en ^Betonung mit ber ©arfteflung auf bem 
Rapiere üBereinftimmen, wenn nic^t ber ganje ©afc, 
fo bodfj ber $tt?eite 9ttyttymu8 befietBen im f %actt 
unb jwar in folgenber SBeife niebergefcfyrieBen »er? 
ben: 




€» ~^~t — — -j£E. 



ä- =;■ st* <=!• 
















iss^^^pi 



r-r-r- rr 



*vr 



SDie übrigen SH^t^men aBer beö ©ageS würben Bei 
ber wünfc§en8wertfyen, wenn axufy nid&t unBebingt 
notfywenbigen ©teid^mäßigfeit ber Sactart im % %actc 
bie nadjfleljenbe S^ffung ehalten muffen: 

-©-:£:ä. 



=**=* 



+*■ 



m 



T-&H 



ms^m 




Stajjentli^ aBer cor bem (Eintritte beS legten ©afceS 
biefer ©tymp^onie unb an berjentgen ©tette beffelBen, 
wo einige 9t$9t$men au8 bem ©(§erjo wieberfeljren, 
Würbe bie Stnwengung be8 | S,acte8 bie Ätar^eit in 
ber UeBerjt<$t wcfentli<$ Beförbern. (Sä müjjten btefe 
JR^t^men bann in fotgenber üftiebetfärift auf baä 
Rapier gebraut werben: 




^^te-^^=^^3^i2E u. f. w. 



(Sortfe^un« folflt.) 



3ln$ Süneburg, 

SBenn wir in ben folgenben 3«I*n nne furje 
UeBerfi^t üBer bie tyieftgen muflfalifdjen Seiftungen 
ber jwei leßtücrfloffenen SßintertyatBja^re gu geBen 
-oerfudtyen, fo gefäiefyt baö nidljt, weit SüneBurg irs 
genb einen Bebeutenbeten (Einfluß auf ©tanb unb 9Hfy 
tung ber SDiuftf auöüBte, noc§ wert wir gtauBten, eU 
wa8 SReueS ober Gntfäeibenbeö ÜBer bie Äunfl fagen 
$u fönnen. (So fc^eint unS aBer, gan$ aBgefefjen &on 
bem SBert^e, ben eine fote^e äfiittljertung für ben 6e* 
treffenben Drt fetBfl tyaBen möchte, atö bürften audj 
bie mittleren unb fleineren ©täbte ntd^t unBerütfftcfc 
tigt BleiBen, foBalb man ftc§ ein tjoüflänbigeS unb 
ftareä ©i(b toon bem 3"ffo"be ber üatertdnbifc^en 
S^ufif toerfc^affen wia. SBenigflen« ip i^r 3«>gni§ 
üBer Anlage, SieBe unb ©tun für bie Äuiifl in mans 
<$er ©ejie^ung fidlerer, atö ba8 ber $auptfläbte, in 
benen jum $£eil günflige äußere ffler^attniffe Bewirs 
fen, tva% fyn nur Bei wirfli^er Neigung unb tvaf): 
rem (Sifer ju ©tanbc geBra^t werben fann. 

©ie 3fitöft^altntffe äußerten in muftfalifd^er 
JRüdffld^t aud^ Bei unö tyren flörenben Sinfluf. 9lii)t 
aüetn, baß fie bie ^eitna^me be« ^JuBtifumS yoli? 
tifc^en {Dingen juwenbeten, fo führten fie au% bur<$ 



57 



gntfernung ber 6iÖ^cr fytx ftationirten SD^ilitatrö einen 
2Be<$fet ber äfluftfdjßre tyerbei, ber in fofern fyöc^fl 
nac^tfyeilig war, alö bie burc§ mcljrja'fyrigeö 3ufonts 
menfpiel unb gegenfeitigeö SBerftcfyen gewonnene (Eins 
$eit beö SDrc^efierö baburdj toerloren ging, nnb ba^er 
Bei gleicher unb noe§ größerer ©efc^icflicfyfcit ber (§in= 
feinen bie ©efammtljeit nic^t mefyr mit berfelben ©is 
djertycit, wie früher, ben Abfluten beö ©irigenten ju 
genügen im ©tanbe war. SIMr bürfen in biefer 83es 
jiefyung ben 2öunfc$ auöfprcc^en, bafj bie uorljanbes 
nen muftfatife^en Gräfte um fo fcfkr jufammenljalten 
möchten, bamit bei fe^on errungene ©tanbpuuft nid)t 
wieberum verloren gcfye. 

föefonberö im ©ereile ber »oüflimmigcn ^[nflrus 
mentalmufft mürbe unö toon bem älteren, wie auc§ 
öon bem neueren Dreier, unb jroar in fccfyö, ttjcilö 
fcon ben #4?- Anger unb Äcnig gcmeinfcfyaftlicfy, 
ttycilö ton bem elfteren allein toeranjtaltcten Abonnes 
mentösßoncerten mancher wafyrfyaft erfreuliche ©cnufj 
Bereitet. Unter ben im SBinter 1847—1848 jur Aufs 
füfyrung gebrachten fcicr ©tympfycnicn befanben fic§ 
brei, bie fyier noc§ nic^t gegeben waren, ©ie As2Jtotl 
©^mpfyonie uon 2ftenbelö|cfyn, ein fein gearbeitete^ 
unb grajiöfeö SBerf, gcfyärt unfheitig ju bem Scften, 
n?aS ber (Somponifl in feinen legten Sebenöjaljren ges 
fdjrieben $at. 2tter(würbiger SBeife war eö ber %Q; 
beötag beö großen SDteifierö, an welchem fle gefpiclt 
würbe , unb fomit biente fte juglcicty alö würbige, 
wenn gleich abftc^tölofe geier feineö Sobeö. ©aö in 
berfelben loorfyerrfdjenbe (Element beö fiiebcö maetyt ftc§ 
auc§ in ber ©abe'fc^en (SsüRott ©tympfyonie geltcnb, 
jebodj in ber eigentümlichen notbifdjen Sßclföweife 
beö Söerfafferö. Ärä'ftige 2?Mcbie unb fdjlagenbe 3"* 
fhumcntals (Effecte getanen baö ffißerf au$, baö in feis 
nen brei erflcn ©ä'gen, unb ttorjugö weife in feinem 
frifc^en ©c^erjo großen S3eifaU fanb. Sftce^ ungleich 
^B^er glauben wir bie @tjmpt;onte in B öon <&>d)uz 
mann gellen $u muffen, bie, \va% (Srfinbung unb 
Auöarbcitung betrifft, unter ben biöljcr genannten ge= 
wi§ ben erßcn *piafc einnimmt unb burdj ©ebanfen» 
reic^um, burefy fyarmonifc^e gülle, burefy geuer unb 
(raftigen ©eJ;Wung an SScet^otocn'ö unerreichte äfteis 
Verwerfe erinnert. 3" biefen für unö neuen (Srfdjeis 
nungen, bie auc$ baö ©rcfyefler ju forgfältiger unb 
metficnS fe^r gelungener 5luöfüt;rung begeiferten, ?am 
bie Qls©ur ©^m^onie beö Se^teren, unb gern gas 
ben wir un8 aufö SWeue ben gewaltigen ßinbrücfcn 
^in, mit benen biefe wunberbare 9}?ufif ben 3u^ö^et 
Ui jeber SBieber^olung tiefer in ityre 3«w^«!reife 
jie^t. 

Unter ben Dutoertüren war neu „im ^oc^lanb" 
fd&cttiföe Duöertüre üon ©abe. ©ie fprac§ nic^t 
eien an, unb aflcrbingS fd§ien e8 unö, aW (Birne tin 



»oQflänbigeö ©erPä'nbnif berfelben erfl burc^ me^rs 
malige SBieber^olung beim Sßublifum erreicht Werben. 
SWenbelöfo^n'ö geniale Ouvertüre jum ©ommernac^tös 
träum, unö einö ber liebflen ^rjeugniffe feiner SWufe, 
würbe ju unferer ßreube mit wahrer Siebe unb weit 
gelungener alö früher, ju ©efyör gebraut. Qluger» 
bem gelangten noe^ bie Duüertürc jur (Sur^ant^e 
unb bie ^nfcflouücrtüre »ou S^eber, fo wie bie juin 
$romet^euö ton Seet^otcn jur Aufführung. 

©olotorträge Ratten wir be.fonberö ben (Soncerts 
gebern, $rn. Anger unb ^)rn. Äönig ju toerbanfen. 
©er erpere fpielte in feiner trefflichen gebiegenen 
Söeife baö gortepianoconcert in ©s^oll toon Wien* 
belöfo^n, baö wir bem früheren au^ © nic^t gleich 
flellen möchten, baö ©s^oll (SonccrN&cn a^ojart, 
eine wa^re ©rquic(ung im ©cgenfafcc ju ben betäu^ 
benben gigurenwefen mancher ©olofac^cn unferer Seit, 
unb bie ^fyantafte au^ ÜDJcfcö »on ^alberg. 93on 
$)rn. Äänig hörten wir eine ^p^antafte ton tfalliwos 
ba, unb eine ^8^antafle = ßa^rice öon 93ieuj:tempö für 
bie ©eige. fieiber (onnte fein gefc^iiter nnb faubes 
rer Vortrag bie großen ©c^wäc^en ber gewählten 
S^uftffiüc(e nic^t uerberfen, beren legtereö auferbem 
feiner ©pielart ju wenig entfprad;, um ban(bar ju 
fein. 

©ie ©cfangbortrage beflanben an^ einjelnen 
©olofac^en, bie bon Diepgen ©ilettanten übernommen 
würben. Unter benfelben erregte eine Auöwafyl auö 
bem ©^umann'fc^en ßieberc^fluö „©ic^terliebe" mit 
$Reä)t aügemeine Aufmerffamfeit. 

3n bem tc^tterflofffnen SBinter mugte man fldj 
auö ben fc^on angegebenen ©rünben barauf befc^ra'ns 
(en, baö toeränberte Drc^efler einjufpielen unb baö 
muftfalifc^e ^ftitereffe rege ju erhalten, unb fonnte 
ba^er weniger an baö Sinfhibiren neuer SBer(e beiu 
(en. ©ie ©^m^onien in A toon ©eet^oöen unb in 
C mit ber ©c^lufjfuge ton äftojart würben wiebers 
^olt, unb bie Dutoertürc ju ben ^ajaben toon 93en= 
nett nnb 51t ben £ebribcn »on STlenbelöfo^n jiemlic^ 
gelungen auögcfüfyrt. $)r. Anger erfreute unö bur<$ 
ben Vortrag mehrerer ©olofad^en, ber Variationen 
über rufftfe^e fiieber »on ^alberg, beö ©s^oß 
ßoncerteö »on ä^ofc^eleö, ber %*Wloü ©onate unb 
beö f;errlic$en 6ö * ©ur (Soncerteö üon SSeet^oüen, 
weldjeö le^tere, feiner bebeutenben ©c^wierig(eiten uns 
geartet, uon bem neuen Drdjefter im ©anjen gut 
begleitet würbe. (Sin tyeftger ©ilettant fpielte eine 
©c$ubertfy'fdjc ^^antaftc für ViolonceU in auögejeic^s 
neter SBeife unb Ratten wir nur ju bebauern, bajj 
bie gompofttion i^m nicT;t nodj me^r ©elegen^eit bars 
Bot, auger feiner großen gertig(eit a\i$ fein feelens 
üoüeö Spiel ju jeigen. 

(Snbli^ fei eö unö erlaubt, bie (Soncerte frembet 



58 



Äünfllet tn bet Äürje ju ernannt, ©et ®taB8s 
ttompeter, $r. ©ac$fe au$ 4>annot>er, fceimcS guten 
%en, unb terftanb fein ^nßrument mit gtofjet ©e^ 
föicfltdjfeit ju be^anbetn. ßeiber trug fr mehrere 
&afyn tot, bie toebet tectynifd? nodj Äfttjetifdj für 
baffelbe paffen rocflten. ©ie SluSfüfjiung bc8 (Stnfh 
fdjen ßatneöalö auf bet ffientiltrcmpete fann WlnfiU 
toetflanbigcn unmftgTic^ einen funbcrlicfjen ®enu§ ges 
toasten. <Se^r gern ^Brten rutt ^>rn. Wub. Söiflmet«, 
beffen meiflerlit^e«, in tec^nifd^er JBejtefyung tjoflenbes 
te8 ftettepianofpiet ben lefc^aftcflen Setfatt ernbtete. 



St trug gtögtent^eil« eigene (ScmpofUionen toor, unb 
biefe am feeffrn; bie Suffaffung bet (SiäsSWott @os 
nate »on ©eet^oüen $at un* nit^t ganj befttebigt. 
SBeniger nud^altig roat bet (ginbtutf, toelri&en $t. 
6ricbric$, ^ianift auä ^Satiä, in feinem fogenannten 
großen (Soncerte ^rtoorrief, inbem et aüetbing« mit 
einem fernen 9lnfc$lage tint bebeutenbe gertigfeit 
»er&anb, allein auf vcw tym fei&ft fcetfajj'te ©ac^en 
ftdj frefdjranfte, bie i^m ju toa$t$aft tnuftfalif^et 
«uffaffung unb geiftocOet Sluäfitytung feine (Seiegens 
freit t?erfc$afften. ^ 



Uefcetft^t ber neueren erf^etnungen auf fcem ©ebtete bo; ÜRufif» 



Seitfd&rfftem 

SDa8 Dtdjefter* 3«'*fcb"ft f" r beutfelje Älufiker un* 

©rgan fces „8taMtnu(iker-ttereinß für IDrutfrtjlanfc". 

herausgegeben von C Henning in 3eitf unb UJ. 

©artt) in »tauetjau. (52 Hin. fu 4 ßcgrn ) 4. 

3eitf, Bcljteffrtiecker. Utes «tuartal: April bis 

Juni 1849. 10 Jlgr. 
$>ie ©rfinbung eine« Organ«, iueldje« fpecfell bie fünft* 
lertfdjen, »ie materiellen Sntereffen ber ftabtlfcben SÄuflfdjere 
tottritt, überhaupt förbernb unb belebenb junddjft tn jene 
©p&äre eingreift, too eS bie Stunft mit ben fogenannt ,,nlt* 
beren (S^fdjten" be« 93olfe« |u tljun $at, ifi {ebenfalls als 
ein geitgcmägeS Unternehmen anjnfetyen. 2>ie verfefciebenen 
Abneigungen ber grogen Jtörperfd^aft derjenigen, bie burc$ 
„Üflupfmadjcn" iljren SebenSuniertyalt erfd^tofngen, liegen fo 
iceit auSeinanber, bag an ein elnr)eitlid>e« 0Dirfen berfelben 
für bie ©efam.ntfjeit nc$ ni$t ju benfen Ifh ®ut ba^er, 
»enn benen, bie itjret foclalen ©tettung aufotge ein gef4(offe* 
ned ©lieb be« ju organiflrenben ©anjen bilben, ©elegcn^eit 
fi^ bietet , einen gemetnfdjaftli$en SWittelpunft fePiu^alten, 
gut, wenn tyre ©eftrebungen bnr* bie treffe gnfammengefaft, 
unterftüfet unb unter einanber vermittelt »erben. Son biefem 
©efidjttyunfte au6 fönnten »ir bie bi« je^t erf^ienenen 
Hummern ebiger 3eitfd>r(ft nur mit Xbetlna^me entgegen* 
nebmen. 

SDag lie Herausgeber berfelben mit votter Eingebung be? 
mul|t ftnb, ber guten ©at^e gu btenen, erleibet feinen 3»eü 
fei. Sßiefem fle ber Aufgabe getua^fe«, ben begonnenen 93au 
ju einem feften unb p^eren ©ebäube fottjufö^ren, lagt fS$ 



gut 3eit nic^t beurteilen. JDa« „Programm'' ber 3eltnng 
tft 9tef» ni^t jn ©e fi$t gefommen, unb »on leitenben artffeln 
ift er(t einer erfc^ienen (91r. 13), ber über bie elnjuljalreube 
Xenbenj berfelben näheren Slnffc^lui giebt. tiefer ^anbelt 
»on ber „Drdjeflermuftf unb bertii <£ter[ung gur mufifalifd&eit 
Literatur". Sejjterer irirb ber flßortourf gemalt, bag f!e bie* 
fem »efentlidjen SWomente bet ^onfunft (ber 3nflrumenta< 
tion [?]) bi«l)er nur immer eine flüchtige, »orüberge^enbe ©e* 
ad^tung getribmet ^abe, toenn fte ni^t gar mit gAnglidJer 
SJUgad^tung, mit nobler 3nbolenj (fnmbe Sluöbruffc flnbeit 
p^ genugfam einge^rrut) baran vorübergezogen fei; matt 
l)abt ft<$ in bie füf>Ie ^af^ion wbiffen, ben toraftifd^eu SWu* 
fifer glei*fam att ben Proletarier, beu £anbJanger ber Stuufl 
gn betrauten jc, furj bie 3nftrumentalmufif (?) fei na$ ity 
rer t^coretif^en unb praftifdjen 9ti^tung offenbar ein feljt 
»ernac^läffigte« ©tteffinb ber mupfalifd^en Literatur. $11« 
©runb biefer (5r[c^einung irtrb etne«t^«il« angeführt, „bag 
bie mfiften @*riftpener im Snuflffac^e ni*t gugleic^ prafti^ 
f^e, ja ntc^t feiten aud) nur in fet)r befdjeibenem Wage tijeo^ 
retif^e «Kuftfer feien", anberentl^eil« unb ^auttfä^li^ aber 
fei ber@rnnb „bie merftoürbige unb traurige £ljeilna$mlofigs 
feit ber mefften fcraftifdjen 9«ufifer an ber mufifalifc^cn Zltt* 
ratur über^anpt". äöir gebenfen, fäljrt ber ißerf. fort, ben 
tfampf gegen ben 3nbifferenti«mu« ber Sflöffen, »le ioir i^u 
begannen, füf;n unb feefü^ fortgufnbren. 3)ann roirb gefagt: 
ba« „Ordjef^er" trirb ber praftifdjen fi^uftf unb if;ren $er* 
tretern ftet6 feine verrtiegenbe 93ead>fung juttenben, unb na» 
mentlic^ audj für eine angemeffene öugere (Situation berfeiben 
unermübli^ unb in ftjtet 8inie vorfimpfen. — JDeutlie^ ge^t 
terato ^erwt, bag ba« Siatt, fo ju fagen, gleit^u?etfe nadj 



59 



sbtn wie na<$ unten gn tonnen gewillt ifi. Die SRebactfcn 
ifl im «oafe i^rcr Wütigen SSirffamfeit, wie fie felbft fagt, 
f$on auf man<$e bütete örfaftrung geflogen. £b fte im <5i* 
fer aber nicftt gnweilen ba« £inb mit bem 33abe au«gefdjüt* 
tet, bie« wollen wir gu bebenfen geben. 60 finbcn wir in 
bet „abgebrungenen örflarung" (<ttr. 6) ein Slufpoltern ge* 
gen äSorfommniffe (unfranfirte SRüctfenbungen g.SB.), bie im 
gefcftäftlldjen 33erfe$r felne«wege« al« Unarten auffallen, unb 
Wenn 00m (Soffegen fc. in ®. fo oljne 2Beitere« behauptet 
Wirb, er $abt jeinc £ljeilnar)me necft nie einem allgemeineren 
Sntereffe guguwenben vermodjt u.bergl. m., fo macfyt bie« auf 
beu Drittel» nt$t gerabe ben gnnßigflen Gint-ruef. — ffite e« 
f<$eint, fo Ijat ba« Unternehmen unter ben Stabimuftfbirecto* 
ren fefbft nid^t gang ben geäfften ftnflang gefunben. söom 
Stabtmuftferveretn ftnbet fid) nur in ber erfhn Kummer (St* 
Wa«, nfimlidj gef$id)tlid}e Zotigen über it)n unb bann fDlit» 
Teilungen ton ber gweiten ©eneralverfammlung ber beutfdjen 
Stabtmuftfer am 29ficn 2Rärg b. 3. Die fpecielle ©egeity 
nnng . „Drgan be« Stabimuftferverein«" ftnbet fld^ bie 9Reb. 
bureft „ben Wirflid) ungebahnten 53eifalf, womit ba« 93latt 
au<$ von Seiten be« Diletianiiamu« begrügt würbe, unb 
burd) mer)rfa$ von ba an« an fte ergangene ffiinfe veran* 
lagt", 00m gweiten Duartale ab fortgulaffen. CS« fjaben ftc§, 
fteigt e« beiläufig weiter, viele abonnirte Dilettanten an bem 
„Organe" gerieben uno anbere fcfjrecften vor bem 9lbonne* 
ment gurücf, ba fie ba« SBlatt lebiglid) für eine „in ttübfelige 
&bgefcf)loffenr}eit verbijfene Stabtpfeifergeitung" r)innaf>men. 
35er Stein be« anflöge« foll fomit befeitigt werben. £)b bie« 
aber ber £auptflein, ijt nicljt gefagt. 

2öie bem fei, gleichviel: Wir berieten weiter über ben 
Snnalt. Brtifel beler)renber 5frt finb : //Beitrag gur ©ef$icr)te 
ber ißioline unb beren Sau überhaupt" von 2B. Sbartl), „über 
§(uffUllung ber Drdjcfter bei grögeren @oncerten" von bem* 
felben, enblidj: „brel verriebene 5lrten von aNafcrjinenpau* 
fen" von (5. $funbt, $aufifr n. ; Slrtifel unterfjaltenber 2lrt: 
„S$icffale von ^aganini'« Sfmatt", unb „Klaubereien im 
Sßrobegimmer" (türftigt Sücfcnfruger). — ißen (Scrrefponben* 
gen ftnoen ftd? bereu eine au« Hannover, gwei vom Ol(>ein unb 
eine au« Luxemburg. Sie erfle vom 9tt;ein ftimmt mit einem 
früheren Slrtifel : „ber fanget an SRuftfgetjülfen" (91 r. 5) 
bafyin überein, bag Ui ben 3öglingen ber Stabtmuftfer von 
(Seiten ir)vcr $rtngipale meljr al« bi«l)er barauf Ijingewirft 
werbe, fie neben ber iedjnifdjen gertigfeit in £anbl)abung ber 
Snjirumente einer r)ö^eren flttlidjen Silcung tl;eür)aftig gu 
madjen. Die *Kittl)eilungen au« ?uremburg fajfen au«fd;lieg' 
Uä) bie Sntcrcjfen ber SKilitairmufif^öre in 1 « 5lugc. Ü)ie J^la* 
gen, welche in beiben (Sorrefpcnbenjen angefiimmt werten, 
Ijaben Jebenfafl« guten ©runb unb laffen erfennen, wie uner^- 
freulic^ bie 3ufUnbe im Slilgcnteinen finb. „(Sivilmuftf" unb 
„SWilitairmujtf" fielen ficf> melfl feinblid^ gegenüber unb Un* 
einigfeit r>errf<J)t unter beren üßertretern. Ucberfjaupt mag 
bie fociaU Stellung ber Stabtmujtfer unb beren ©e^ülfen oft 



eine trefHofe fein, ffiie SSefferung berfelben gn bewerfffenigen 
fei, ifl freilieft eine fd)wer gn löfenbc Sragc fflir glanben 
nieftt, bag oljnc eine groge allgemeine fociale Reform c« aueft 
^ier viel anbei« werben fönne. Die beiben betreffenben Clor* 
refponbengen finb übrigen« von funbtger $anb getrieben nnb 
begeugen einen 93licf, ber bie gegenwärtigen a$er$altniffe ri(ft* 
tig gn beurteilen vermag. — 9lccft ifi bemetfen«wertft ber 
5(rtifel ,,über bie Seißungen ber fiibtifcften SKufifcftöre" von 
Sl.Sdjarff, welker in örwiberung auf bie bei (Gelegenheit ber 
„fritifeften 93cleud)tung ber muftfalif^en 3ufiänbe von 3toi* 
cf au" von (5. J^li^fcft in ber 3eitfd?rift gemalten 53emerfun* 
gen über bie ©tabtmufif na^weift, bag ^aueft ber reblid^fte 
SDifle unter ben jefeigen S3erf;ältn(fTen ni^t ftefultate ergiclen 
fönne, welche ben 9(nforberungen ber auf rein wiffenfcftaftli« 
eftem Stanbpunfte fugenben Äritif t'rgenb wie ©enüge hbt 
ten". «^ier wirb gleicftfafl« manche wunbe Stefle berührt. 

20a« bie vorliegenbcn Hummern augerbem enthalten, finb 
S3ergeicftniffe be« -Perfonalbeßanbe« einiger grögeren Drcftefter, 
ferner ®ebidjte, furge SWittbeilungen u. f. w., wel^e unter ber 
SKubrif „Potpourri" (l)re Stelle finben. Da« „JRapportjour- 
nal", geführt von Seiten be« „mufifalifc^en ©e[djäft«büreau 
in 3ei|", giebt 9lu«funft über Sßacangen, ©ngagement«ge^ 
fudje u. f. w. — Sil« innflfalifdje Beilagen würben gegeben: 
gwei SÖalger, ©alopp nnb $olfa von (5arl Henning gum ge* 
wcl)nlic^en ©ebrau(ft bei 3!angmufifen (in Partitur). 3n ber 
golge foflen alle SWonate vier Stücf Sänge, eben fo aRärfdje 
u.f. w. für £armonlemufif, vtelfeicftt bann unb wann an$ für 
SJ^effingmufif, gegen einen mägigen betrag mit oem JDrc^efter 
au«gegeben werben. 

(5« würbe gu weit führen, wollten wir jefct nä^er auf 
manche ber angeregten fünfte eingeben. Der ber mupfalU 
feften Literatur gemalte Vorwurf, fofern er fid) auf bie %&* 
ge«preffe U\kty, trifft in fofern ben Stfagel nid)t gang auf 
ben Äcpf, al« bie betreffenben Ferren fclbfl bi«l;er fo viel toit 
nidjt« get^an l)aben, ir)rc 3ntaeffen ba vertreten gu feljen. 
flBenn jene feine 3Rittt)eilungen bradjte, fo lag bie S(ftulb bei 
weitem nid)t fo fcr)r an iljr, al« an biefen. SWöge man we^ 
nigflc-n« in ben vorflcbcnben 3cilen bie ©ewäljr crblicfen, bag 
Wir gern bie (Gelegenheit waljrneljmen, ber guten Sa(Je för* 
berlicr) ju fein, feP« auf bem ober jenem ©cbiete ber ßunfr, 
fei'« fofern e« ber 5lnerfennung ber l)6dr>flcn SKeifierwerfe, ober 
fofern e« ben unfefccinbarfien , boeft ebeln unb uneigennü^igen 
33efhebungcn be« Se^wac^fien unter benen gilt, bie burd) SWu= 
fifmac^en ein fümmerlicfce« Dafetn frifien. 

$ut tyianofovtt. 

3alon * unb (^^araftcrfiürfe. 

@t. §eüet, ©p. 67. ^Vuf JTlügcln t>« Öffangrs. fieb 
Don Stiix ÄeröeUfotjn-öarttjotor). 3mprooifata für 
Clapür. ßoU u. ßoek. 25 0jr. 



60 



Stellt ganj bie SBorjnge bet fräßet etfdjienenen liebet* 
ttagungen üon Sdjubetrföen fciebetn, unb tt?itb, ba nament* 
Iid) bie 9tu«fn$tung mit nidjt ju gtefen 3d>rcietlgfciten »et* 
bunben, ftdj balb jaljlteidie gteunbe unb — Spieler ettoet* 
ben. Die «tbeit ift tteffli*, Bfle« tnnbet fid) auf« $JejU gu 
einem tt>lrfung*t>cllen (Sanjen. Da« Stnrf fei fomit, in«* 
befonbere jnm Vortrag in größeren Äceifen, ber *fladjadjtung 
empfohlen. 
§♦ SSwIiOj, Marche hongroise de Faust, Legende 

en quatre parties. Arrangee pour Piano seul par 

Ed. Wolff. öote u. ßoek. $ 8l)lr. 
Dajj Ätaft in biefem 3Hatf$ enthalten, batf man tooljt 
t>otau«fefcen. 3)ie ©itfung beffdben in feinet Ctiginalgeftalt 
mag in bet Xfjat eine gl&njenbe fein. Die Ueberttaguug ift 
bem Snfitumente gcmä§, anlangt fteilt<$ fefte unb fetnige 
«Spielet. 

SÜRartC 3Hoobp, ®p.2. Andante, Sjofmeifter. lOItgr. 
(Sin anfpru$«lefe« (stuef, ba« jtvat nic^t bebeutenbe (St* 
finbung«ftaft, bed) abet fünft letifdje ©eftnnung befunbet, unb 
beäfjalb tooljl ju leiben ift. 
<£♦ 2Bft&, ©p. 1. Trois grandes Etudes. flleinm. 

nr. 1, 10 llgr. nr. 2, 17± Hgr. t}r. 3, 7+ Ugr. 
— — / ©p # 2. Marche guerriere. Cbenfcafrlbft 

15 tlgr. 
Det neue (Sompcnifi, mit 33o:namen Charles geljei§fH, 
bietet namentiieb in tet etften bet Qlüben (Sigentfjümlidje« ; 
bie Itillct in betfelben finb fein übler (Sinfafl. Die anbeten 
Qtüsec, wie au$ bet *D]arf$ ma^en fidj turd) niefct« 93efcn* 
bere« bemerfbar. Sie gehören fämmtlidj gut ©attung bet 
Unterfyaltuugflmuftf unb flimmen ein in ben $cn, bet gäng 
nnb gebe. äünjUerifdjen 25ertb bergen fte nidjt, bc$ ift bem 
Sßetf. bilbenbe« Xalent jujugefteljen, toe«$alb man tooljl fiine 
fetnere fcanfbafjn mit aufmetffamem ftuge ju setfolgen betei- 
ligt ifl. 
S. Stttb^Ott, ©p. 2. Fantaisie en forme de Ro- 

mance. Äibl. 15 Hjr. 



Da« etfte ©etf be« 9Bf«., eine RÄTerie, »atb ein dtjeug* 
ni£ bet Unmünbigfeit genannt. SRan batf au<$ ba« oorlfe« 
genbe ni$t anber« nennen, (line itgenb tote felbftftönbfg 
fnnftleiifdje Regung ffnbet ff$ nitgenb«, bem (Sanken man* 
gelt bie Steife. DemnaeJ eine €>ttylübnng! 

%. 2t. SBaumeifkt, ©p. 6. pijantafi* über *as be- 
liebte Cirt pon € C JFifcljer „Wenn Sübertljau *ie 
Ölumen küfft". IDüffdaorf, ßagr^offer. 25 ggr. 

Sine ,,5tyanfafie" nadj £balbctg'fdjem SWuflct, obet ein 
(Sewäffet, auf welkem bie Gtantilene oben anff^tvimmt. 

5S. yiaty, ©p. 104. Nationales. 1. ©eftrrrwl)- 
Cclje Weifen," 2. polnifclje JHelofcie, 3. Cfec^iCc^r 

ßallabc für |3fte. frei übertragen un) oariirt. ÄU- 
rljetti. nr. 1—3, jrte 30 fir. CA. 
Die Uebetttagungen finb nify fc^wer au*fn^tbat unb 
»on (Seiten be« 93f«. mit 3nteteffe an bet <Sa(Je geatbeitet. 

(£♦ ©. ^). ©tdbetter, ^lifjen^e «lättrr. lovoien. 
174- 0flr. 

ffiitb befptod^en. 

2iebet mit ^Jianofortr. 

©♦ a3ietfetrt$, 0ef^ fifber. ßö^me. 20 Hflr. 
©♦ ©. ^P* ©rdbetter, 6tw Werk. Oier fieser. 3a- 

wien. 1 Äl) lr - 

©etbeu befpted^en. 

St @4umatttt, ®p. 27. CieDer un^ ©efdnge. lütt 

«jeft. Wljiftling. J €l)lr. 
©♦SRoSlet, ©p.'^. DUr©£fänge. S^lotter. 124S fl r. 

(Sinb befptoc^en. 

Sät <3c|)iil$efaitg. 

©. §. ©ttgei, fiauefebatf ^eutfe^er ÖolkßlieHer in 2- 
un) 3ftimmiger Bearbeitung, flalle, ßcl)mil)t, 1849. 

2Bitb befpto^en. 



3ute\ii(\cn$b\att. 



Bei J^. WT. WiSStner ty Comp* in P r. Minden ist so eben erschienen : 

Bigping, im. 9 Sechs Variationen, leicht und brillant, über einen schottischen Walzer, vierhändig 

für Pianoforte. Op. 2. Preis 10 Ngr. 
, Louisen -Walzer fürs Pianoforte. Op. 3. Preis 5 Ngr. 



t3T (Slnjeme SRummetn b. 9t. 3*f$t. f. SWuf. »etbeu au l£ 91gr. beregnet. 



$ruä oen fc. «ö dm an n. 



ttfue 




iit$$titft füt 




titftiltoottn^ct &f bacttli: 

Stanj Stent**!* 

©inunbbmf tgftrr SaitL 



^ 12. 



Robert griffe in £ei>jig» 

Den 8, äufluft 18«, 



Scn bief« Seiifä)* etfäelnett tobtyutUQ 
2 Hummern ücn 1 afaft I '/* ©oge tt * 



$rei# bc& Zantic* von ö2 Kri. 2 ■/, 3'ijlt. 
3nferHcn*0<b&$teit bit ^ctitjtiii a i^gt. 



Biboaiiement nehmen alte $ojUm ter, 48*4* 
SHuflf* uttt Äunft&atibl inigen an. 



3^$0lt: 84» $Un*fKtt «nb fitrfiginfrumfitr. — Offinge ffct tRAitmrfltaimni, — JUtfit« B*iti"ifl, aaflflgffaH&t«, flSrnnfftttf. 



55« t $>ianoforte urtb ®ttetd)infiruiitent<s 

Statte* (Sttttvatb $ürMep, (Dp. 13. «rio Hr. 2 für 
JJtartof., öiotinr u. DifllonreU, — Crtfifig, Öreithopf 

Sin Söerf, »el$e8 ji<$ burt$ feinen 3n^alt, rate 
bur<$ fr ine formelle Sfld^tigfnt benjenigen arbeiten 
auf bitfrm ©ebiet antritt, bie eine ungeteilte *2lnct- 
lennung $u beanfprudjen beteiligt ftnb, rceil fte bie 
ßmdit eitifi ®ei(M, bet mit 9tottytuenbigfeit fid; befs 
fen entlebigt, ivafl jur Steife gebieten, ffialjei aud? 
im (Sfeacafta bie Siufjnt feftgefcatieii ift, bafl ©anb, 
toel^eä bie einzelnen Ereile £U einem meljlgeruube* 
ten ©anjen fcee&inbet — ein Moment, baä bei üies 
Jen, nanuntlid? jugenbfidjw, SBerfen in SSegfaU 
fommt ©te Stimmungen/ auf beneit e$ tuljt, (Tnb 
jnjar nidjt butc^roeg ureigene, einem befonberd fubs 
fertigen ©tunbe entwarfen, ba getuiffe äfinftribitbei 
TÜrfjtc^tli^ mrtobifdjer SBebung unb ©eflaltung, ivttm 
au$ mtT in attgemeinen Umrijfrn, bur$f engten > bodj 
$at ber Somponijl baneben beS Sefcnbete«, auS feU 
nee eigenen Statur (begebenen fo üict, bajj oon einer 
eigentlichen Sfladj&itbung jit reben, ein aiged ©er- 
tennen genannt werten müjjte. ©et tedfniföc SIuSj 
tau jcigt burd?meg ben fertigen SKufifer, bfr au$ 
ben femfien ©eweben # ben (eifeflen Mnbeutungen unb 
SSejie^ungen bie fttfjtfirte unb täutembe $aub ju Xijeil 
»erben tagt. 3fl eS oft fdjtuer, einem SBerfe maus 
d)e0 jüngeren bie beftimmte Spiftjtügncmie abjufet)en, 
fo jieöt ftd) ^iev gleia) in ben erfreu Saeten jtbed 



©age# ftar ^etbtt, inet^ec Sfrt fein tOotmurf fei, 

toet^e ©a^n er ju tvanbetn gebenfe. $ttbür^u^eben 
bftrfte npc^ im s itügemfineii jnn, ba| btt Verroebuug 
unb ffiur^f Sprung ber uerfc^i ebenen 5D?otit?e unb 
©runbgebanfen mit ben t^neu entfprungenen 9ie&en- 
gebanfen eine fe^t gef^itfte unb innige ©e^anblung 
erfahren ^at, unb niä)t£ tofe unb abgeiiffen tjon ber 
J6ebeutitng beö ©anjeu erf^eint. 

©ei erfle Sajj berfe|t glei(^ in medias res, 
baS gkiHptmDtiü, vom ffiio(oiieeU eingefügt, bet^fis 
tigt bramatif^ beiüegte^ 3ebeu, I>at einen raffen 
spule >"tC)liig , ber ftc^ au<$ jmif^en ba# me|r Slu^e, 
tljrifdje Stimmung, at^menbc jmeite ETiotit» jn brdns 
gen fliegt, ©eibe treten gtei^fam tainpfenb um beit 
^Sfa^ auf. ©rfreteS jeboc^, ba« nac^ toerfc^iebeneit 
Stiftungen tyn feine Sebeutung gelten* ma^t unb 
feinen Stuf mitten bntdj baf bunte öefeen ^in erlös 
nen (aßt, behauptet bie @teQe unb fleigett feine ftraft 
nad) bei« ©(^(uffe ^iu. ©et mefobifa^e Äern beibet 
SJfotioe ifl jeboc^ nt^t ganj ft« tjon feembem BeU 
gefd^matfj baä gtoeite namentlid) tviiTjdt auf SOTeiü 
beläfü&ii'fdjfm. ©oben, ©aä Andante cod moto ^at 
eine eigent^ümli^e Anlage unb Borm, unb a(§ fof= 
djeö behauptet eä eine üie( felbflflinbigere @tedung 
im ©an^en, tnbem cä eben burd^ biefe originellere 
©efialtuug ^eittortritt, ©eige unb ©iolonceCt begin; 
nen eine tm\t Einleitung pizzicato, luorauf bafl 0ia* 
noforte reritaHmfd? auftritt, ©aä Steeitatti» fretgeri 
ffa$ # inbem bie ©tretc^inflrumente tremoto begleiten, 
bi$ abne^menb baffetöe fic^ vertiert, hierauf fit in tuen 
©eige unb SSiotoncttt unifou einen fe^r njirfungSboI« 



62 



len ©efang an, ben baö ^ßianofortc mit toflcn Slc^ 
ccrbcn begleitet, unb bcr toiebcr in bic frühere SRcci's 
tatitform einleitet - y ton nun an gcl;t crfl auf bie 
©eige baö Siccitatiü über, ber baö (Sello folgt, tiö 
fceibc tcrfiärfcnb unb braugenb auftreten mit Tremolo 
beö Sßiancforte, nnlcr)cö hierauf bic ©cfangf artie über; 
nimmt, n?d(;renb bic ©trcidjinfhumcnte reeitatitife^ 
baTeinrufcn, biö fte ftd; mit brm ^3fte. bereinigen unb 
tremelo bie 51 cccrbcn fülle ber SJiclcbic begleiten, tven 
auf baö ©anje recitatitifer) mit Slnflängcn an ben 
Anfang ber ©trcic^infhumcutc fließt, ©aö Drigis 
nellc bringt r;icr leicht in bic 3lugen unb bebarf feu 
ncr befonberen 2L l infe. 9lüc!ftcl;tli(^ beö ©efangcö, 
bcr baö erfle SNal in £, baö tfvtitc 3Jial in © aufs 
tritt, muß cnuär)nt tverben, baß er jioar fcr)r h?irf= 
fam, aber nidt)t ganj frei ifi ton fremben (Elementen, 
unb außerbem noer) baö SBirtuofe ber Begleitung tU 
roaö an gorcirtr)cit gränjt. ©aö ©c^erjo, fft)r leicht- 
Bcfe^toingt unb frifcfybcttcgtcn Scbcnö, ifl au$ einem 
©tütf gearbeitet, fputft gan$ artig unb lägt feine tolle 
Saune in nccfifeJ)en ©cfraltcn a\\%, eine 91x1 (Sarncs 
Dalcfiütf, bem man nicfyt recr)t traut, roenn eö aud) 
eine ernfte äfiicnc machen tritt, cö fledft it)in boer) bcr 
©djalf im Warfen. ©aö ginale, #;©ur, ift Iciber 
bic fc$tvädr)fle Partie beö ©anjen -, cö fliegt gewaltig 
ob gegen bie früheren ©äfcc. 5lbgefcl;en baten, baß 
bie ©clbflftänbigfcit in tiel geringerem Waafyt tor; 
Rauben, unb ber Söf. faft ganj auf frembem S3oben 
fußte, %ci$t ftc$ aud} ber ,3»tyflft im Söcrglcicr) 51t ben 
übrigen (Sägen nie^t befriebigenb genüge baö erfic 
SJJotit ta'nbelt 51t tiel unb \}at tro$ beö äußeren mclc; 
bifetycn Ätangrcijcö ju rtenig baaren, reellen SBcrtt). 
Slud} in bem auöfcr)mücfcnbcn SBcinmf roiebcrb/olt ftdj 
äNer)rercö ouö grünerem, fo baß felbfl bie geraubte 
SBcrroebung ber &crfcr)icbencn SJtctite bafür nicr)t cnt= 
fc^abigen fannj cö ftnb um eine unbebeutenbe <&>ad)c 
ju biet SDiittcl aufgeboten, tu 08 gerabc um fo mcf)x 
in bic klugen foringt, alö bic früheren ©ä|e eine 
^cr}erc ©eltung bcanfyruc^cn. 2Bicbcrr;olungcn in 
ben ©ägen ftnben fie$ nidjt, cö gcfyt in einem 3**8* 
fort 5 audj pnb bic ©trcict)inflrumente gut bcr;anbelt 
unb mit fflJirffamfeit aufjutreten ift ib/nen r/inlÄngftcr)e 



<8eiätt$t fttt äRäitittrfttmitteit. 

SllBttttt für oicrflttnmijcn iHann^rgrfang. Sammlung 
ausirmäljltfr, btiitbUx ©rfange für iHännrrrljörf. 
— illagbfburj, ^(inviK^oUn. Itr. 7. 12± ögr. 
Hr. 16. 10 fl r. 



9?r. 7 „3ttm ©eburtfitag bc« ÄSnig«" con Sic* 
bau (Cp. i7), betüegt fte^ 511 fcr)r in bloßen ^armos 
nie«, alä baß ton einem eigentlich melobifc^en Kernt 
bie 9(cbe fein fönntej außer einer ree^t fräftigen ^pals 
tung ifl nicr)tö Qlbfcnberlic^eö barin ju bemerfenj bic 
Harmonien treiben ton ber flercot^cn 27idnncrgfs 
fangcbrbanblung niebt ab. 9lx. 16 „Srinflicb" unb 
,,^anberlieb /y ton ei;iratal. £a6 eifc leibet au 
©ebanfen ; Sritialität, eö entbehrt beö anäier)enbcn 
3:rinfl;uniorö. £aö jireite bagegen §at ein rcc$t frife^ 
bettegteö geben in fräftiger unb leid;t faßlicher Sßcifc. 
21uf ^ifinbung fann eö freiließ aud; feine 3ln|>riicr)c 
machen, ©er ©ang @^(l. 4 legter Zact u. f. fiimmt 
roßrtlie^ überein mit bem 5lnfang beö eben ertuät)ntcn 
„^rinfliebeö' 7 . 

§. Ä. SSreitenjietn, ©j>. 18. 3wri «eränge pon C. 
Mjlanb für »ierCtimmijcnillänncrfljor, — Äin^rn, 
Jifjmcr. pr. b^r Partitur u. Stimmen 15 Sgr., 
bcr Stimmnt allein 7-J- Sgr. 

©aö erfle, „Sriuflicb'', ^at rcdt>t c^arafteriflts 
fe^eö Seben, toenn fc^on nie^tö 9eeueö in ffllelo: 
bic unb Harmonie -, bic SBcrocgung in ben ©timmen 
am Schluß ift fe^r luirffam. ©aö ^toritc, „ber Sßir^ 
tt)in ^öcbtcrlein'' leibet an SJionotonicj bic ßrfins 
bungögabc beö ßcmvonifleu jeigt ficr) ^ierju alö um 
^utänglidt;, ber Qluöbruef ift }ii matt unb tag, alö 
baß er ben ^n(;alt beö ©cbicfytcö geniigenb barflcüte. 
©ic l^rifd;en Momente barin freigern f\d) nicr)t, ttie 
eö baö ©ebidjt cr^eife^t, ftc beiuegen ftef; in einer alls 
gemeinen ©efül;löpr)rafe. 

(Sm. Ätigfe^. 



2Iu« graitffutt a. ä». 

©aftfpiel bc« £m. SRogev. 

©er glänjcnbc fRuf biefeö ©angerö bcr großen 
Dj?cr ju $ariö erregte fct)on tor feinem »Auftreten 
unfer .^ntcreffe. Um ttjic tiel mc^r aber mußte bie« 
fcö ^ntcreffc gcfleigcrt ioerben, nadjbem loir i^m alö 
ßbgar in bcr JDpcr Sucia ton Samermoor gehört 
^aben? 

(gigenfe^aften, bie aud) anberc ©anger mit if)tn 
gemein ^aben: namlie^ fct)one ^Jcrfönlic^fcit, umfang? 
reiche ©timme, reine Intonation unb tortrcfftic$e 
©e^ule »tollen n?ir unberührt laffen, tt?cit fie p4 'rf 
jebem gebilbeten ©anger alö 2J(ittel jum 5luöbru(fe 
eineö geifligen ^rinjipö ton felbfl terftc^cn, obgleit^ 
man fc$on biefc äußeren ßigenfe^aften nur feiten mit 
einanber tercinigt pnbet. SBir fjtbtn bcöt)alb nur 



63 



ba« $et&ot, t»a« unfer jftyrtiföet ©efityt in 51ns 
f^rud^ nimmt, nnb ba$ ifl »or alten ©ingen btc Sßces 
fte feineS ©efangeS, untere ben 3«^örcr begeiftert, 
unb mit fl<$ „in feinen 4?ünmet" fyinaufjieljt. 2Ba8 
biefen ©änger ferner au8$eic§net, ifl baS (;öe§fi noble 
nnb ctjeüatereäque SBefen eineä Vortrags, ber mit 
feinem «Spiet in fyarmonifdjer Söerbinbung fleljt$ ifl 
bie fcollfommene £errfc§aft u6cr eine (Stimme, bie 
toom leifeßen ^ßiano 6tö jum a'u&erftcn gortc ben glei* 
e$en (S^araftrr wo(jtt(;uenber SBeic^eit heihcij&U-y ifl 
ein mezza unb sotto voce, toobei man ftdj nietjt ju 
attynen getraut, unb bann lieber bie ©eioalt feine« 
JDrganö bet ben ßffecten ber $B$flen Äeibenfdjjaft. 
SRoger fle^t att tyrifc^er unb bramatifdjer @änger 
auf gteic§ ^otyer Stufe, benn er entlotft ben 5lugen 
Sutanen ber Störung, unb mac^t baö £aar flräu- 
ben. ©en ©ö^epunft bramatifdjen (Sffeet« erreichte 
er jebodj im ^weiten ginate, atö er fiueien baö toers 
rat^erifc^e Statt üorjeigt unb iljr baö ^3fanb ber 
Sreue, ben 9liug, t>om ginger jie^t. 3Wan brauste 
fte§, n>ie man btfürc^tete, nidjt erft an ben franjöffc 
föen Gotyutn ju getragnen, um l)ier burdj atte ©es 
fitytäflubien electrifirt unb tyingerifien 31t ttjerben, benn 
$ier tt>ar bie inr.igfh SBerfömetaung ber Äunfl mit 
einer aflerbingä tjöfyer potenjirten iWatur. SBar 9tos 
ger'ö auftreten im erflen Qlet fc^on impofant, wo$u 
baö f?iflorifct;e teoflüm ni^t loenig beitrug, fo fänüxte 
fein geiflerartigeö grfc^einen im jioeiten ginate baS 
£erj jufammen, unb fofort fonnte jebe feiner @tet= 
fangen ber Malerei ober sptafhf ju einem tmtrbigen 
2KobeH bienen. Sftoger fann faum in bie ©reifjig 
fein, tueS^atb ti?tr eä mit einem ©afl 31t t(;un fyaben, 
bet noc§ in ber öoflen S3futfjc ber SBirffamfeit ftetjt, 
unb bie belüften ^ßarnaffe niet;t etwa mit ben beaux 
restes feiner ©timme ju begtiiefen gebenft! 

Sflebft unferem gefeierten ®a(l öerbient ättab. 
Slnföugs Capitata, welche alö Kncia bie Intentionen 
9toger'ä mit ber tyr eigenen fteintyeit auffaßte unb 
flc$ benfetben in aßen Nuancen anjufc^miegen n?u§s 
te, unfere »olle Stnerfennung. ©eun unflreitig tag 
in beiber Äeiflung eine SBeritjanbtfdjaft, toeldje ifyre 
SBirfung auf baö £erj be8 3uf>Srer8 eomptetiren 
mußte. Äueia unb (Sbgar ftnb ioie JRomeo unb $\u 
Ha jebeö ein tntegrirenber X^eit bed anberen, unb 
feineö 93oflenbung o^ne bie anbete benfbar, n?e8^at6 
Pe^ auä) gteie^ nae§ ben erflen Xacten ber non sens 
öetmif^te, baß ber fc$ottifdje SwnQting mit ber ftot= 
tife^en ©etiebten in jnjeiertei fremben ©prägen rebes 
ten. jRoger fang narntic§ feine ^artie in itatieniftet 
Sprache. 5tber »t?a« liegt baran? ba« ifl bie Uni; 
t>etfatfprad^c ber ßiebe unb ber fflufit, baä ifl bet 
„eine ©ebanfe ^tociet Seeten'' bet „eine ©c^tag jweiet 



^etjen'', unb n?enn n?ir biefe Smppnbungen nur öet« 
panben unb unS wety babei gefugt fyaben, fo u?at 
bie 5t6ftd§t ber Äunfl uoCfornmen erreicht. SBte beibe 
ftünfller i^re geniaten Seiflungen ju einem ©anjen 
Verfettungen, fo ärnbteten beibe auc^ beji teilen ©es 
gen beä Seifaöö unb »würben mefjrmatS gerufen. 
$r. ßtement uwßtc atö 5Xfi^on ftc^ ben 6eiben ^)aupt- 
perfonen ber Dper anju fernliegen unb gefiel fe^t. 
9?amenttic^ tmirbe feine Eintritts* 5lrte mit lebhafter 
Slectamation aufgenommen. Stuc^ §x. Sefer fang 
bie toefentlic^e ^artie be$ «Raimunb uon Sitttebrain 
mit beetamatorifc^er SRic^tigfeit, unb e8 toar feine 
teine Stefe in ben (Snfembteö befonberö toirffam. SSit 
fe^en mit großen (Srroartuugen ben wetteten ©aftfpie* 
ten beö §xn. SHoger entgegen. g @ 



kleine 3eitung. 

Seidiger S:on!ünftiet ■ »etein. aöerfammlung am 
25f*en3iuii. fflorfitenber : gr. ©renbel. IWad^ ajorlcfung be« 
«ProtofoH« folgte bie aRittfjeilung eine« «nttPortf^retben« be* 
©erliner herein«, toomit berfelbe 25 ©remfcfare feinet ®ta* 
tuten unb bie gertfcfcung feiner ^xotohUt, bie jum Sottrag 
famen, überfenbete. ©eiteren fatnen Angelegenheiten bet 
bie«jä^rigen ©etfammlung ^ur ©^rad^e. 3um (Sä^luf $tett 
Dr. (Sc^üj einen «ortvag über SKufif im Mittelalter. — 
3>a* Programm ber muf ifartfe^en Unterhaltung am 
9ten 3ult beftanb au« folgenden üontoerfen: S3(er iBerfetten 
für (S^ot au« bem 51jlen $falm *on gr. (5^t. Rafä) ; «^mne 
für eine 9Utftimme mit 6l)or t)on (S. 8. 9ti$ter, bie ©olopar^ 
tit gefungen oon gtl. $. Rummel; Sieber *on Ä. IDietricJ, 
gefungen »on gtl. (5. ^ie^ ; danjonette (0*>. 60) unb <&v 
prfecio (£!*>. 63) für q5ianoforte von &. geller, »orgetragen 
»on *rn. *ß. Rentier; „grü^lingÄlieb" »on aWenbel«fo^n, 
„ber Neugierige" »on gr. (Säubert, unb „Neue Zieht, neue« 
Seben" üon Seet^own, gefungen »on «fern. t>. Nalner; ,MU 
ber au« Dfien" für $fte. gu tjicr ^änben ron SRobert @*tt* 
mann, torgetr. tjon ben $£. fp. Seniler unb Ä.gteblet; £(e» 
ber »on 91. d. »üa^ner, gefungen »on gtl. J&. gtitfa^e; brei 
©efänge für (5^or (Dp. 59) uon Robert Schümann. 

*. ©c^ellenbetg, ©eftriftfn^rer. 

SWuftftieteitt in ©WeBem «ierte »erfammlung am 
Uten Wal 1819. 1) (Streichquartett »on 2. ». ©eet^own 
(Dp. 18, Nr. 5), »orgetragen »on ben $$. Sflufifent $offe, 
©ebumann, ©eb^arbt unb S3lattermann. 2) „ber giftet", 
fiieb »on (Surfdjmann, tjorgetr. ton «&rn. Dbetlanbe«gericbt«# 
affeffor Äinbler. 3) (gonate für (Slaafer unb Violine »on 2. 
».$eet&o»en (Dp. 12, Nr. 1), üorgetr. t)on ben *«. Drganlfi 
Älauer unb ©etg^autboip «ßoffe. — Sänfte ©etfammlang am 



V' 

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1 



1 

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S 



64 



ttftcft <Rai. 1) SWnbU^er &ortrag über ba* „föeHflitb", 

gemaltes vom Sekret SÄueiber. 2) sRedurne von 3. 9). $um* 

nee l (Dp* 99) für $f tr. )n vier #änbe* . vorgetr. von $rn. 

©n*. Dr. SMnmier unb Org. Älaner. 3) 3n>el Sieber : /r 9U* 

tbe« 9tö«lein" von St Seemann, nnb „grü()ling«lieb" von 

<$. ©dett, wrytr. von grl. «nna $äner. 4) ,,be« SWüfler« 

Statten", ©oloquarteit für SW4nnei>immen von O. (Slaubin*. 

5) (Siegle für (Beige von ». Sa*fe (Op. 4, «ftr. 2), vorgetr. 

9oi $rn ©eigtyautboifi SJoffe. 6) Glavierfolo von £}. Änl* 

Uf (<5«>Dnr), Bereit, vom Se^rer Sc&neiber. 7) „«Radjt* 

gefang im ffialbe" für aWdnuerdJor von granj (Sdjnbert (Op. 

139), vorgetr von bem au« ben 3}erein«mitgliebern gebflbe* 

tei ©anger<tore. — <&e$fie ©erfammluug am 8ten 3u»f. 

©orlefnng an« ber (Suterpe: „lieber ben mufüaiifd) * litnrgi* 

feben Xljeil be« protefiantifc&en ©oüe«blen#e«", nnb Debatte 

barüber. «ufgefütjrt tourben: 1) 9cocturno für $fte. nnb 

Sßioline über bie «Ipenljornmelobie von Sfcomberg, vorgetr. 

von ben «&£. Org. flauer unb SKufifu« $offe. 2) „dinfam", 

Duartett für vier SRänuerftimmen , comp, von g. ®. Jtlauer. 

3) 3»ei Sieber: a) ber Trompeter, b) bie brei Siebten, für 

Xenor mit *Pftebegleftung, vorgetr. von £rn. OS.®.«, ßinb* 

ler. 4) tfcocturno für $fte. nnb glöte von g. Junten, vor/ 

gerr. vom Seljrer ©djnefber nnb $rn. <Stabtmu|tfu« gifc$er. 

— Siebente Serfammlung am 29jhn Sunt. 1) a7lfinMi<$er 

Sßortrag „über ©efangbilbung im «flgtmetnen nnb Xonbll* 

bung im ©efonberen", gebalten von «&rn. Seljrer <Sommer. 

2) Duartett von 3B. «.SWojart (<5«*Dur) für $fte„ ißioline, 

SJfoIa nnb (Seflo, vorgetc. von ben $#. Org. Mauer, üftufi* 

fern orange, £ommetjer nnb (Siebecf. 3) Potpourri für ga* 

gott mit $ffebegl. von 3acobf, vorgetr. von ben ££. @tabt* 

ntnfifern «&elne unb tfrau§e. 4) Air bohemiea, Glavierftücf 

von Seop. v. 9Het)er, vorgetr. von £rn. Org. flauer. 5) 3n* 

rrobnetion nnb Duett an« Worma von Seflint, vorgetr. von 

£tn. OB.®.«. äinbler, (Seminarift <Sette unb Äa^le, ber 

(Sbor von bem au« ben 33erein«mitgliebern gebilbeten SRan* 

nere$ore. — Sichte iöerfammlnng am 6ten 3nlf. gortfcfcuug 

ber Debatte über ben mufifalffd)* liturgffgen Xbeil be« pro* 

ieftanttf$en ©otte«bienfte«. aufgeführt tourben: 1) (Sine 

(Slaoierfonate von S. v. SBeetljoven (Op. 26), vorgetr. von 

£rn. Org. Äiauer. 2) 3mei Sieber: a) ,,36 bin aUein 

geflanben", nnb b) „®r»ie", componfrt von g. ®. Jltauer, 

vorgetr. von $rn. O. 8. ®. B. Äinbter. 3um @^luffe 

jtrei vierfiimmige (S^orale: SBadJet auf, ruft un« k., nnb 

Dir, bir, Se&ovalj, tvifi je., in r^t^mif^er gorm, vor? 

getragen von ben tyieffgen Srmlnariflen. — Neunte 33er? 

fammlung am 20ften 3uli. 3uer(l trug £r. Beßrer Unoer^au 

,,eine biograp&iföe ©fijje über ®aetano Donijetti" vor. 

3ur 3luffü()rung famen: 1) Senate für $fte. unb Violine 

iDp. 24) von 8. v. 93eet$ovcn, vorgetr. vom öefyrer ^t^neis 



bet unb $«. ©tabrmndf. itranfe, 2) „Die Sortle*", S«l* 
lab« von g. Äüden, für BaftHmme mil $ftebegl., *9t%ttx. 
von ^rn. (Semüiarifl SBogen^arbt I. 3) Sangcrmarfdj v#n 
granj 2bt, vorgttr. von ben $£. (Seminariflen. 4) $#lo» 
naife ju 4 ^finben von B. v. «Beethoven (Op. 56), vorgetr 
von ben «§. €up. Dr. $aenm!er unb Org. Älantr. 5) 3»ei 
«ieber von S. X. ©eiffert, vorgetr. vom *rn. O.e.®.«. 
Äinbler. 6) diegie für Violine mit $ftebegf., comp, nnb 
vorgetr. vom #rn. ©tabtmurif. Ärau§e. T) «rie unb (5^oc 
an« ber 3aubetffite von ©. «. SKojart: O 3fi« unb Oflri#, 
vorgetr. vom $rn. ©enu 33ogen^arbt I. nnb von bem an« ben 
SBerein«mitgUebern gebilbeten SRSnner^ore. 

6. <S^neiber, g. 3- ©ecretafe be« herein«. 



Sage8gef*ifJ6te. 

Äcifen, Concette, (Engagements u. SKab. ^alm- 
Spafeet toirb in Berlin ein ®afifpiel a(«: 3p^igenia in 
«uli«, »ejia uub 3ulia in ber Sßeflalin geben. 

Der i^ammermuf. $i(f in (Saffel fat in (5lßer ein &>&* 
cert gegeben. 

SWttffffefe, »uffüjtungeii» 3«r ®ebA4tni6fe(er bei 
Xobc«tagc« ber Äönigin Bouife von ^rengen »nebe in <&$av 
lottenburg nnter Seiting be« (5antor JBörner ba« „ötcquiem" 
von Wojart aufgeführt. 

$dnbel*S „Hleranberfefi" tvurbe neulic^in ber ©fng» 
atabemie in Berlin aufgeführt. 

Sobe^fdlTe. 3n mti$ flarb ber SSiolln * 55irtno« 
Sfwn^OtS ^rume, im 33(ten «eben«ia^re. 



Setmifc^tcö. 

3n SSten tvurbe $nm erften Wale „bie Sarcatole" von 
«über gegeben. 

3n «gtombutfl würbe auf bem Xivolit^eater eine vier* 
actige $offe mit ®efang unter bem Xitel /f bie ©eföivifter 
aWilanoflo ober ber ®figer unb fein Äinb" aufgeführt. 

«u« 3Renetbeet'd „$rcp^et w ^at «ifjt jivölf leiste 
XranÄfcriptionen, X^alberg ein doncertfiücf unb @^arle« SSoJ 
eine $i^antafte über SJlotive au« biefer Oper getrieben. 

2tftt $at eine Ouvertüre )u „Xaffo" von ®öt^e compo* 
nirt, meiner ben 2Sjien «ugu(t in ÜBeimar aufgeführt toirb. 

grau Dr. ®$5fet, um ba« 3a^r 1830 al« gann^ «&ofer 
eine ber gefilterten Sangerinnen am Äirnt^nert^ort^eater 
in ©ien, bcabftd^tigt ftd^ in Peipiig al« ®cfang(ebrerin nie- 
berjulaffen. Da ftier, nad^bein (leb g^^u ®rabau<9ünau jn* 
rücfgejcgen ^at, nur wenig ©efanglefjrerinnen anfäffig finb, 
fo macben mir um fo lieber barauf aufmerffam. ^it Äeb. 
iß gern erbötig, nähere «u«funft gu geben» 



Drutf oon $r. Äücf man n. 



U e u t 




titfQtkft fit 




<£inun&brei|jigfie: SanD, 



^ 13. 



$ et leget: 
Robert gtfefe in Seidig* 

IDen 12. atiguji IBM. 



t?on biefev 3fUf<^- erfdjeinfn toöä)eitindj 



$rr i« fce* ©ante* ton 52 0Un. 2 1 /» £&lt. 



atonncmtn* nr^mm alle 9$<>fl4mtft, £Bn$*, 
SHufifr unb Jtuuflfiaiibhttgcii an» 






3Me 3ßal?I fcer Xactartett. 

(rin öeifpiel anbetet -2lrt bietet baö @6erjc bei 
SI = £'iir ©tjmptjonir ucn ©retljotoen bar* 

Äeine6fc>egä liegt in ©ejiig auf liefen $cnfa(j 
eine 9toi$i©eiibigfcie fiir bie $Bat)i einer Zaäatt bep; 
gelten 0t$altf! tm, ivo^t afcer geljt eine $auptpomte 
beffelfcrn nidjt bem ßffcek, afcei bem Qfugc »ertöten, 
»eil er im einfachen $acie getrieben ift 3c| mein* 
te» Sintritt beä ^aitpH(jemae> in Ssffiur inmitten 
M @a|e@, ößü änfang ber SBifbrttyoIiiiig. Olefft 
ßinttiit bringt ein* füfytfcare t^t^mif^e 9tiiÄnng (?ets 
B«f, unb erf* bet fpatere ^jaupieinititt beä SffemaB 
in g i £>ur beim SScßinn bei rpirftidjen Söieberr/otung 
gleicht tiefe fKLidung fciirdj eine jivcite fRudimg roie* 
bei fliiö. ©an Sttgt beS Spielers luixb t% ferner, 
ten ©ntttb biefer fKiidfiiitg fofert auftuftnbenj bie 
Slnroentung beä f 5Eacteä mürbe biefen ©rttnb unb 
ben 2Bi§ ber @teüe fofert flat fjerauätteten taffen, 
benn im % laete mürbe ta§ $auptt(jema flu Anfang 
beä Sageä unb bei ber SBieber^afung in fotgenbe 
©tetfung fommen: 



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-v~t :-^3HJ^fe^ 



Je==ag=g =>=r== 



§ 



-3m 3len®age beä dörSiit ßuadeHö Dp. 74 bon 
Seet^ßijen i(l ba^ jmette ^empo: Pia presto quasi 
presti^simo in folgenber SBeife |ti nehmen: 



— — ~\ — t-- ■ *- — t i^. 



bie angebogene SUUt in Ö^ffiur jebo^ in beti um* 

geteerten SEactt3e^attni(fen erfäeinen« 



©er 6omponifl felbfl ^at eS in einet llderf^rift a«0 £ 
gebriieft, baß man floj eine boppette ^aetact,, ben | 



66 



(rfd&tiger $) Zcut benfen foll, unb btefrr Umftanb tfl 
ein tyinreicfyenber Jöeweiö bafür, wir wenig eine — 
toenn überhaupt moglidje — »erföiebenartige äujjerc 
©arfleflung bie Söirfung gu toerSnbern vermag, fo* 
Balb nur bie ©ebanfeu mit Sntfcfyiebenfyeit für fidj 
felber fprec^en, wir untergeorbnet bemnadj bie Stücfs 
fluten auf bie SBafyl ber Sactart bem 3"^6tcr — 
nidjt aber bem ©pieler — gegenüber erfdjeinrn; aber 
auä) bafür, welc^' geringes ©ewic^t SSeetfyo&en auf 
Sleu&erlicfyfeiten biefer unb ätynlic^er Slrt legte, weil 
et wa$rf<$einlic§ ber SBirfuug feiner 9tytytfymen ftc^er 
war. ©enn feine 33emerfung Ü6er jenem Steile beö 
©d&ergo: si ha s' immaginar la battuta di £, fagt 
ni$t8 anbereS, al8: eigentlich foßte e$ $ (5) %act 
fein, folglich ifl ber 4 £act falfd?* eä fei ber festere 
aber bennoety getüfi^tt , (um bie Saetart nic^t wedj= 
fein gu muffen), ©emnadj wirb tyier a\\$ bloßer ©c? 
quemlic^feit — öieUeidjt mit einiger SRücfflc^t auf ben 
©fieler — bie falfäe ©etyreibweife ber richtigen »ars 
flfgogen. 

©0 wirb ferner in ben tyauftgflen fcon benjenigen 
ßäflen, wo bie SHelobie eineö St^t^muS ton befiimms 
tcr %act^l ftdj entweber burdj eine Sßaufe im lefcs 
ten Xacte öerüotlftanbigt, ober biefer legte Säet nur 
ben tnelobifdjen Ueberfyang gum vorlegten bitbet, bie 
Saetart eigentlich boppelten ©efjalteö fein muffen, 
Wenn bad metobijdje (Clement mit bem r^t^mifd^en 
in ber ©arfleöung üoöfommen übereinflimmen fott. 
Solcher 9lrt fiub bie nac^fte^enben ©eifyiele auö Zorn 
fäfcen »eetfcoöen'S : 

Stio be« @<$erjo in ber 9l;$nt @^m^onfe. 



^gf^^ggs 



ce» 






Xrio tf» ©djtrjo in tet €t)mt>$onic eroiea. 

fc^tx— 



aite^Ma 



^^E^=E u. f. w. 



©er ©runb für bie &om ßomponiflen beliebte ©eljretbs 
weife bebarf nac§ bem feiger (Sntwidelten feiner bes 
fonberen (Srwatynung. 

$laä) Slnfü^rung biefer Seiffiele, welche teid^t 
ju Der&ielfältigen fein würben, erfdjeint eö wünfdjenSs 
wertty, nur noefy (SinigeS gu berühren, toaü, otyne aber 
auf bie Söafyl ber Xaetarten 83egug gu tyaben, bodj 
in engem 3ufammenfyange m jt bem Sfraxup tgegenflanbe 

3unäc§jt finb gewiffe dnconfrqitfngen in ber 9l\ts 
berf^rift gemeint, toon welchen ber 3te ßntreact au8 
ber SJlufif gu (Sgmont üon Seet^oüen tiw SBeifpiel 
liefert, ©er £auptgebanfe, nur in nac^fle^enber 5lrt 

aufgufaffen : ^^^g^gEEr^i=g^EBrJ3 

tritt erfi fpäter in biefer ©c^reib weife, üortyer iebuc^ 
in ber umgef ehrten auf: 






Sine befons 



bere innere 2lbfl<$t, ein ^Sointe, tvie g. 83. im ©d^ergo 
ber 5(s©ur ©^m^onif liegt, biefer 93erfc§ieben§eit 
in ber Dotation feineöwegö gu ©runbej »ielme^r tfl 
eö bie ©e^nung eineö XoncS ber Sftelobie, welche ben 
ßomponiflen beflimmt fyat, mit ber falfd^en ©(^reib^ 
art ben ©afc gu beginnen, ©ie fragliche ©teile laus 
tet biö gum Eintritte ber rid^tigen ©djreibart wie 
foI 9 t : 

z 

-*N 

^— •'"-N --•- -•*» 




I^s^P^I^s-^^h 



^E^^fnJElEEg gE^E^^P^E^ "«^ «* W"e ber betreffenbe 

Sact x auc§ auf anbere SSeife gefd&rieben werben tbns 
nen, nämlid^ entweber burc^ ßinfe^ieben eineö i Xae; 
teö bei jener ©e^nung : 



67 




ober — womit baffelbe erreicht werben wäre — burc$ 
ä$ertaufc$ung jeneä einigen SodfB mit einem im 
i Sacte: ^ 



^i 



obre auc§ bunt) Slnwenbung einer germate auf ber 




gebefmtenSftote: 

toeldjeä SKittet jebeer) wegen ber 2Bi0füf?r, womit bie 
germaten in ber Su8fü(jrmuj bejubelt werben, nicr)t 
l\x empfehlen fein bürfte, wohingegen e8 t;ier wof?l ber 
geeignete Ort iji, ben (Somponifhn anjuratr)en, j[ebe 
germate, welche fie fi$ uon beftimmter ©auer ge* 
badjt, lieber au«$uf$reiben unb bamit jener SBiüfityr 
fcon ©eiten ber ©fieler ein für allemal twjubeugen. 
gür bie Reiben erftgenannten Qlrten ber 2lu8r)ülfe 
gtebt e8 auc§ an anberen Orten Vorgänge, wie j. 93. 

<&t\>Utt fm britteu 9(cte ber Hugenotten. 






*•- 



?efcte« fcinale in (Sutpantljt. 




fBldfaann mag t)ict noer) ber Unterfdjieb jwiföen einer 
©ertole unb gweien Arielen in ©rinuerung gebracht 
werben, weil if;n fafl ade (Somponifien bei ber 9iie^ 
berfet/rift nur ju ^äuftg überfein. (So wirb genib 
gen, barauf fnnju weifen , wie bie ©ertole nur au% 
einer 3erlegung ber Sriolc t;erüorget)en fann, unb bas 
t)er immer bie folgenbe Slbgliebcrung jeigt J j,; j,j j/ 
wie beö^alb baä 3ufammeii}ier)cn jweier Arielen ju 



einer angeblichen ©ejtole J j j, j j j fletd ein geilet 
in ber §ftieberfcr)rift ifl, unb nur bann, wenn furj t>«fc> 
t)er bie richtige ©djreibweife J j j j j j fcorgefom* 
men, SOiifjüerflänbniffe ®e\Un be8 9lu8fül)rertben nidjf 
fo leict)t herbeiführen wirb. ©ie auöbrücflidje 856 
jeicr)nung aber folerjer ©oppeltricten al8 ©ejctole ifl 
in jebem gaöe fcr)Icrt)aft , flnbet ftdj jebocfj j. 83. itv 
fafl allen 33eetl)o&en'fd)en £onfagen, welche überlauft 
Sriolenbewegung enthalten. äftit eigenen SDt)ren Ijabe 
icr) cö vernommen, wie ber erfte ©oncertmeiftet einet 
Äapelle in einer SDrd}efterprobe üon ber 9ten ©r)m> 
ptyonie ben ©aiteninflrumentiften gebot, im Anfange 
beö erften ©afceö ja ©ertolen unb nic$t etwa jwet 

Sriolen auf jebeö Viertel be8 $acte$ ( t f) ju fpte 

len: 33eweiä bafür, tvie leicht eine falfdje Fiebers 
fct)rift auet) falfd) gebeutet werben fann, ober wie — 

gewiffen^aft ber SKann war. 9iatürlic$ 

mufj in allen berartigen fallen naci) ber $auptbewes 
gung ber längeren $acttfyeilc geforfcfyt unb be$$al6 
oft erfl fpater auftretenbe giguren unb ättottoe ju 
Watyt gejogen werben , mit ^ier j. S3. 



4 4 J 1 44*4 
P- P* 



nnb < 



4 44 44 



4444 



* 



Z 



fo tvit fpdter: 



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*• 

7 



4' 



(gö bleibt toor bem oft toerfprocr}eneu ©d)lu§* 
fapitel biefer 5lbl;anblung nun bloö noct) übrig, ©en« 
jeuigen gegenüber, welche tro^ beö 6iöt)er dntwitfel* 
Utx an ber Ucberjcugung üon ber Unfe^tbarfeit eineö 
S3eett;oüen feftju^alten geneigt fein fodten, nä^er auf 
bie ©efidjtöpunftc einjuge^en, t?ou benen auö biefet 
(Somponift in S3ejug auf bie früher angeführten, fo 
wie noer) jat)Ircidt) aufjufinbenben SSeifptelc ju geilem 
in ber SBa^l ber Sactarten unb in ber 5lrt ber %lia 
berfcr)rift überhaupt herleitet worben fein mag. 955enn 
9flancr)eö hierüber fcr)on gelegentlict) erwähnt würbe, 
fo nui§, \va$ bie mögli^en 6ntfcr)ulbigungen für ben 
Eomponiften im allgemeinen anbelangt, wieber^olt 
barauf fyingewiefen werben, alä weld/ eine unterges 
orbnete grage überhaupt bie SBerftänbigung mit bem 
5luöfü^renben gegenüber bem ^fnr)attc eineS SonflüiS 
erfd)eint. 23eet(;otten , ber ©ewatt feiner Stl^ttjmen, 
ber S3cflimmtr)ett feiner ©ebanfen unb batjer aud^ ber 
richtigen Qluffaffung berfelbeu (Bcitcn beö 3"^rer3 



68 



gewiß, ^at eben beSt)atb bie JRütfPd&ten, treibe et 
aOfin bem SuSfür)renben fd^ulbig war, oft tyintenam 
aeflrttt unb au« 83equemlic$feit ober Kad&läfPgfeit 
SJerPöße begangen, welche bloS brm ©pieler, nie bem 
Sw^Brrr, ju SWißtoerPänbniffen SBeranlaffung geben 
bürften, bem eueren überbieS nur fo tauge, bis er 
bur$ eine genauere S5etanntf($aft mit bem SonPütfe 
— wie f?e ber (Somponift brffclben beanfpruct)en barf 
unb wie fte auc$ einer jeben Ausführung t>or 3ut?ös 
rem felbP&erPetyenb toorauSjugetyen i)at — jum ridr)s 
tigen — wenigfl/nS tcdr)utfdc)cn — SöerPanbniß gelangt 
ip. $jn a ^len wefentlict)eren 2leußcrlicr)feiten, wie j. S. 
in ber 93ortragSbejeici)nung, welche aud? birect für 
ben 3"työrer fcon größter 2öicr)tigfeit erfdjcint, ip 
93eetr)ot>en auf baS ©orgfältigPe »erfahren, forgfältis 
ger alS alle feine Vorgänger, beren Sßerfe leicht ganj 
anberS Don ifynen fcX6ft fcorgetrngen Sorben fein büif* 
ten, als eS bie fel;r mangelhafte Sftieberfc^rift berfets 
Ben ben fpätcren ÄunPgefcr;lccr)tcrn cor Singen fü^rt. 
SIS großer ©eip, bem Äleintic^feiten fremb, mag 
Seetfyo&en jebocfy 9BcffiitTicr)cö aud) alS weniger wes 
[entließ 6ftract)tct unb bemäntelt (jafcen. $n\ Qntcx: 
effe eine« jcben (SomponiPen aber liegt eS, bie fct)neöe 
unb fixere Sluffaffung feiner ©ebanfen ©fiten beS 
8luSfür)renben mit allen äußeren äflittetn ju förbern, 
bedr)at6 eine genaue Unterfucr)ung über biefe SOTittel 
anjuPcflen unb in ber Anwendung berfelben ben ehu 
fac|Pni «nb üemünftigflen ©runbfägen ju folgen, un- 
beirrt burdj ben Umpanb, baß tin ©enie wie 23eet; 
$ot>en in berlei ©ingen mit wenig ©ewiffenr/aftigfeit 
»erfahren ifl. «3ene Unterfucr)ung nun ju förbern 
unb im $inbticf auf ben Scfonbercn ©egenflanb eint 
P^ere förücfe jwifdjen SomponiPcn unb AuSfüfyrens 
ben bürde) ben $inweiS auf bie einfadjften ©runbfäfce 
ju Bauen : baS ifl ber 3*w& biefer Äbfyanblung ge: 
»efen. 

2BaS nun fpeeieß j. 83. bie Seiben ©afce ber 
ßsSMott ©tpmpr)onie tton Seei^ot?en unb bie »cm 
(Scmvoniflen gewählten $actaTten berfelben anbelangt, 
fo r)at il)n öieöeie^t bie 9lücfpd)t auf ben fluchtigen 
6t)arafter einiger 4?auytrr)$tr;men biefer ©äfce öeran; 
laßt, bie fürjeren £actarten ben längeren tjorjujies 
r)en. SS ifl bieS biefelbe 9*«cfftdr>t , welche öermutfc 
Iicty — wie fd)on früher erwähnt worben ifl — üiete 
(Somponiflen jur SBafyt r)ier breiter, bort Meiner $act* 
arten beflimmt. 

933er nun aber t)iernacr) &on ber 9ticr)tigfcit meis 
ner ^Behauptungen r)inpcr)tlict) jener beiben ftonfäge 
Seet^ocen'S noer) nie^t überjeugt — ber bürfte gar 
nic^t ju uberjeugen fein. 

ce$ruf folgt.) 



21«* Soti^om 

9tyü$armomf<$e (Soneette« 

9Bir eroffnen unfern Stricht über bie ac^t Sons 
eerte, inbem wir biefelben SWiggriffe beflagen, über 
toclfye wir fcr)on fo oft fcwofyt in biefer alS au^ in 
^ifpB fn 3fitfc^riften unfere Älagelieber t)oren liefen, 
nict)t o§ne bie Hoffnung, ba§ eine Sefferung na^e fei. 
§atte Sofias größere 9ftacr)t über ba« Drc^efler einen 
Srfolg gejeigt, ju welchem eS bie früheren buxd) oXU 
mobifc^e, fopflofe 25ebingungen eingefc^ränften ©i- 
rigenten nimmer bringen fonnten, unb gab er pdf 
felbfl, flol^ auf bie ©teüung, tveläje er ftdt) bur<^ 
gleiß unb S3cr)arrlte^feit erworben (er fam uor $af)* 
ren als unbefannter ©anger nad^ fionbon), mit ber 
Sluffü^rung elafpfc^er SBerfe große 9Jiiit)e : fo fct)eint 
eS, alS ob gegenwärtig bie unantaflbare ©id^crl)eit 
unb SRu^e feiner ©teflung i^n uiel weniger forgfäl* 
tig machten. 5lußer ben p()ilf?armonifct)cn C^oneerten 
^at er noer) bie italienifcr/e Dper unb jegt audj bie 
großen, pc^ immer noer) fct)r l)ebenben ^oneerte ber 
(Sreterfyall $)arm. ©oeict^ ju birigiren^ ba mag eS 
iv)m allerbingS bisweilen unmöglich fein, auf SltlcS 
bie gehörige 5lufmerffamfeit ju oerwenben. Oft fe^lt 
eS an ben nötigen groben, ein jweiter Uebeipanb. 
©ann bringt man Werte o^nc ^ntrrcffe ^ur 5luffü^ 
rung, f^errt ben engtifcfyen ^omponiPeu alle ©elegen- 
t;eit ah, il;re äßerfe, wenn aufy nur oon 3fit ju 3'»'*/ 
ju ©epr ju bringen, unb läßt ncä)' immer anfäfpge 
Antiquitäten auftreten, beren ÄeiPungen wo^l früher 
einmal lobenswert^ waren, bie aber burcr; ^ac^läfpg^ 
feit ober Sllter i^rem JRufe nic^t gewacr;fen blieben 
unb burcr) i^r fortwä^renbeS ©ableiben jungen, fccr= 
bienPüoüen 5lünPleru ben SBeg jum emporfommen 
abfd^neiben, — lebiglicr) auS ber eigennügigen 5lbs 
Pct)t, ju ter^üten, baß wo pe felbfl feinen ©rfolg 
metyr ^aben fönnen, wenigPenS auc^ Rubere feinen 
t)aben. — 

3m erPen goncerte Ratten wir SWenbelSfo^n'S 
äflupf ju Slt^alia : ein ©tücf nacr) bem anberen o^ne 
erläutembe SBorte, bie QluSfü^rung o^ne ©djatten 
unb üicx)t, bie 3}Jefftngin|lrumcnte im treuen Sßerein 
ber Raufen einen 4?eibenlärm mad^enb, auS bem man 
nichts üerPe^en, nod^ behalten fonnte. ^m jweiten 
Soncerte würbe auf @rfucr)en ber Königin *) bal 
9Berf wieber^olt aufgeführt, bieSmat mit 93orlefung 
beS üerbinbenben, uon Wir. 93artt;olemew überfeftten 
©ebic^teS, welches ber ©cr;aufpieler ©artle^ vortrug. 



*) @fft ber jefeigen JRec^ierunq wirb nur auf „desire", 
niiftt mit früher auf „command" eine JBorPcHung bc< ^ofel 
»egeii «er&nbett. 



69 



©tefe Sluffu^rung gewährte eine toiel Harere 93orflcls 
hing Dom ©anjen, berjufolge wir ju ber 5lnftc$t ges 
langten, bajj baS SBerf ben Sr)araftcr einer ©clegen« 
r)eitSeompojttion an ftc$ trägt, trag wir fclbfl in 83cs 
jug auf bie 3nft™*nentation behaupten. SBicle 2ln; 
Hänge unb eine gewiffe rajllofe ^>a(l geben bem 
SBerf e biefen Slnfltic^ 5 eS r;at ettcaö Sr;catralifd)eS 
(im niebercn (Sinne), unb als rcligiöfe äNuftf bietet 
eS nid)t bie 9tur)e, reelle eine üollfcmmcnc Ucberjeus 
gung unb finblid)e Eingebung bebingen. ©a§ ein 
fo langes SBerf cincS fo geübten 2?icifterS toiele fd)cnc 
©teilen enthalte, erleibet feinen 3iucifrf> bed; galten 
wir eS für rcd)t unb billig, an eine fo üiel Slnfprud) 
mad)enbe Schöpfung eincS fo becr)gcflettten SfteiflciS 
er)er einen genau prüfenben Sftaafjftab mit moglid)fl 
grofjer 33cwctSfraft anjulegcn, alö auS blinber Söers 
efyrung gleich jcbcö uon tytn ^eroorgebra^te mit 
„SJtirafclrufcn" ju begrüben. @S ifl r)iet nidr)t ber 
3^ei, in' 8 Gnnjelnc einjugcfycn, aud) möchten wir 
bcfonberS in ßeipjig für fold;cS beginnen fclbfl feis 
nen Slntlag finben (?), ba bie licbeuöwürbigc Sperföns 
lid)fcit unb weltliche (Stcöung SDienbelSfotyn'S wot)l 
mcfyr als bei irgenb einem anberen tSomponiflcn feine 
Umgebung ju einem fafl blinben (Sntt)uftaSmuö fytns 
reiben mußte. Sftöge man inbejj und nicfyt falfd) ters 
flehen : wir glauben ben äfteifler nur um fo l}ö(;er 31t 
bereden, je |lrcngcr unb gcwiffenfyaftcr wir unS oen 
feinem SBertfye 9icc^cnfdt)aft geben. SBir fyörtcn bie 
2ltl;alia jum britten 9Jtalc in @rctcrtyatt unb mußten 
baruacr) bei unferem ilrtfycil verbleiben. 

«Bon <Spcb/r Porten wir eine für bie $pt)ilt)armos 
nie gefdjricbene Symphonie historique. ©er erflc 
%f)cil ifl r;inftd;tlidb ber «Sbentität am cntfprccfyenbs 
fleit 5 man erfennt im ßaufe beS (StüdcS überall baS 
33cfhebcn, burd) -Snftrumentirung unb ^nittcition ber 
Sluäfiityrmtg ber 3been ben (Sfyaraftcr ber t>erfd)icbcnen 
6pod)cn aufjuprägen, aucr) femmt bieS fyier unb ba bem 
jjiele nar)e, bod; überall l;ört mau ben „@pot)t" burd;. 
2Bir bemerfen bieS efyne SBorwurf gegen ©en, ber fo 
fiel ©ro§eS unb <Sd)öncS geleifiet t;at : bem mag fo 
dtwaS, baS bod) nidjt ganj über eine muftfa(ifd)e 
(Spielerei r)inauSfommt, immerhin mißlingen. — S3ccts 
^ouen'S 9te (Stympt/onie mit (Sr)or würbe auS äftan* 
gel an ben gehörigen groben fcfyr unüoflfommen auSs 
geführt. ©ie (Sfyöre waren fel;r unfict)er, bie (Soli 
einmal fafl ganj tjerauö; eö ging im ©anjen toieli 
lei<^t fo gut ober f(*)lecr)t, als man nae^ einer 
$robe erwarten burfte. 3ft fö aber nid)t ^öe^fl las 
^crlie^, ba§ man, um ein fold)eS SSerf ooüfommen 
ju geben, ntdt)t ben alten (Sdjlenbrian hergebrachten 
Sraudt)eS ju unterbre^en ftet) bequemt? SBarum nicr)t 
gerabe fo viel groben, alö nöt^ig (tub, ein folc^eS 
Stiefentoerf auf würbige SBeife auszuführen? greili^ 



wirb babur^i webex baS erfle $orn fdr)tofrltdr) ertrag? 
lid) werben, noct) ber fe^neibenb unangenehme %cn 
beS Dboiften ©. Soofe, welcher au§erbem nie rein 
ftimmt. ©olct)c (Srbübel Ratten längft fe^ou befeitigt 
werben foöen! ©a§ ein (Sänger wie SßfyillipS, Wels 
e^er toor 3^iten eine fcr)öne (Stimme fyatte unb 93olfSs. 
baHaben angenehm fang, ber jcbeet) nie eine (Spur 
oon ©efangmet^obe in ftd; trug unb noeJ; immer cor 
jebem ^cn einen unjiem(tcr)en 9?orfc^lag t)erauSgur= 
gelt, — $a$ biefer neer) in ber ^ßr)ilr;ariiionie aufs 
trat unb in JBeetfjctoen'S (S^mp^onie (Solo fang, ifl 
baS ju ent|"d;ulbigen? (So hätte man aucr) bebenden 
foöen, bafj bie beiben SJiiffeS SBiöiamS, bie jwar, bes 
fcnberS bie 3lltiftin, immer i^r SöefteS t^un unb 
©netten letzterer 5lrt rein unb lieblici) fingen, t)ier 
bod) gar nicr}t am $ßla§e waren, ba i^nen jeglid)eS 
Sßerftänbnijj eineS 93eetl;ooen'fd)en 9^ei(ierwerfeS ab* 
geljt. 

^m ftebenten ©oncerte Ratten wir gar eine (Schü- 
lerin beS (Sir ©eorge (Smart anjul;ören. ©aS $Bers 
bienft beS (Sir ©eorge war aber oon je^er fein ans 
bereS, als ba§ er gerabe ein burd) 3ufaU geabelter 
SDiiififer iflj feine ©c^üleriu §D^i§ 5lnbrewS jeigte, 
ba^ fte oon Statur eine l;übfd)e (Stimme, oon @ir 
©eorge ©mart aber eine abfc6eulicr)e Lanier ju ftns 
gen r)abe. ©ie peeuniären 83ert?ältnifTe ber ©efeös 
fd)aft finb blü^enb unb eS ifl ba(;er nict)t ju entfct)uls 
bigen, bag nid)t einjig bie beflen ©änger in Sonbon 
bleibenb engagirt ftnb. — 3oacr)im, welkem ein 5lns 
trag gemacht war, baS a^enbelSfo^n'fdje 93iolineons 
eert ju fpielen, fjatte bieS ber (Steöung beffclben im 
Programme wegen abgcfdjlagcn , waS unS ni<t)t ges 
rechtfertigt fd)ien, ba SHofique aud) im jweiten ^eile 
ju fpielen ^atte. ©ieS führte gleichfalls baS ^ieftge 
Journal „baS 3ltr)aneum" an, weld)eS ftd) mit unS 
au^erbem gegen ben ©ebrauci) auflehnt, ba§ bie als 
ten anfäfftgen Äünfller ben jungen flrebenben ben 
2öeg terfperren. ©aS war niemals treffenber als 
gerabe im fiebenten (Soneerte ju erfc^en. 9Wab. ©uls 
efen fpielte SBeber'S eoncertflücf : ifl'« SUter, Vlafy 
Täffigfeit ober aucr) baS ©efü^l beS immerwä^renben 
DbenanflerjcnwoöcnS, ober finb'S aöe jufammen, — 
wie ifl eS mögltd), bafj eine fonfl fo tüd)tige Äünfb 
lerin, oon welker wir oft baS 9tür)mlicr)(le ju hexify 
ten \)Men, i\)x (Spiel auf bergleid)eu SBcife, als fle 
t^at, oernadjläfftgen fonnte? Äaun fie burd) ju oiel 
Unterric^tert^eilen nid)t me^r jum (Stubium fommen, 
fo mag fte bod) getrSIllid) baS öffentliche (Spielen aufs 
geben. 2öaS fonfl Energie im ©piel war, ifl jefct 
ju fdüler^after 4>afl geworben, unb bieS bringt eine 
unerträgliche Unbcutlid)feit unb 9lufd)elei l;er»or. gür 
ben Äunfltiebenben ifl'S gar traurig, fo etwaS anjus 
^orenj wir t)aben fletS ber gertigfeit, önergie unb 



70 



bem mujifaliföen »ortrage ber 2Kab. ©. auf« 806 
aejottt unb oft unb frei toirlen ©etegentjeiten ju&or ibr 
Wßcffäreiten beobachtet, elje wir gegen tyr ferneres 
auftreten un8 511 erftaren toerantafjt fanben unb ityre 
fefcfge tabe(t)afte (Spietweife aU bie regelmäßig roie? 
berfe^renbe fyinnafymen. — -3m eierten (Soncert trug 
Sät«-. Stnberfon 3Henbe(8fotyn'3 ©*2tfott (Soneert üor. 
©ie fpiette rein unb mit muftfatifebem SSerftanbnifj, 



bodj ju gemadjtidj, tvit eä i$r überhaupt fcen je$ei 
an geuer fehlte. Wild) jte fottte nunmehr auf tyteti 
Sorbeern rufjen! ©a§ fte Seherin ber ÄBnigtn unb 
ber jungen fyeranrt?ac$fenben ^tinjeffin, \mb ba§ SWr. 
Qlnberfon (ityr £err wnb ®emafy{) SHitbirector bei 
«Philharmonie ift, foflte feine Urfadje fein, ben jüns 
geren, fc^on anerfannten jtunfllern ben 2öeg ju »er* 
fperren. 

(®<ttu| folgt.) 



£?rtttfcf>er 3lti$etger* 

Ueberft^t ber neuejten (§rf<$einungen auf bem ©ebiete ber SRupf* 



%üt ^Jtaticforte. 

®a(0tt* unb (Hjatafterftücfe. 

€♦ S» 0$etblet, ©p. 7. Collection de Transcrip- 
tions en forme de Fantaisies elegantes sur des 
airs favoris. furkljarbt. Hr. 1—6. tlr, 1, 5 u. 6, 
jeb* 10 Sgr.5 Hr. 2, 15 ßgr.j Ilr. 3, 12£ gjr.j 
flr. 4, 7* ß 8 r. 
Die Änfere 9(n6f)attutig ber £efte ift gut, bo$ fommen 
dfter« flörenbe @>t(d)feljler »or. Die übertragenen „Airs fa- 
voris" ftnb : 1. 2ob ber S^r&nen (weniger anneljmlid) al« bie 
Sifjffdje ^Bearbeitung), 2, gliege <5$ifflefn aon dürfen, 3. 
Warne nnb $ilb von «bt, 4. (Staubten von (S. ®. Weifftger, 
5. £tebe«wfinfdje ton SCbt, 6. «Don meinem Serge muß i$ 

s 

(Reiben k. (cf.g|a.egf|ed — gga|c.hbde|f elc.) 

ffife man fiebt: ©ute« unb 6d}madjtlappige« frfeblid) neben 
einanber, bemnadj eine „Colleclion" gern ifdjter Art. DerSSerf. 
bat an bie Arbeit faft gu grofjen gleif uerftbwenbet, fie ba* 
burd) ettoa« ftbwerfällig gemalt. Die (Sadjen Woflen fdjon 
9efpielt fein. Der gute SKuftfer bllcft übrigen« barau« \\tx* 
»or. 

©♦ Sof , ®p. 99. Trois Fleurs. Nr. 1 , la Rose. 

Nr. 2, la Violette. Nr. 3, l'Amaranthe. Jprter«. 

Uollft. 25 ITjr., jebe Hummer 10 Hjr. 
Die brei benannten ÜBlnmen befinben |t<$ in einen Strang 
gewnnben auf bem Xftelblatt abgebilbet. ©ei Kr. 1 mag ber 
9tyantafte be« «&rn.$Bofj eine tflatfdjrofe »orgefdjwebt ^aben; 
Wa« tyr bei Wr. 2 unb 3 »orgefäwebt, Idgt ftefe nic^t entjif* 
fern, »ermut^H — nid^tö. Die« wratfjen »enigflen« bie 
$öne. grennbe Sßog'fdjer SWufif mögen ft(^ jebo$ nic^t ab* 
galten laffen, oon bem ©ebotenen Äcnntnig ju nebmen unb 



ben in i^m enthaltenen Düften mit eigenen toert^en 9iafen 
»etter na^^uf^üren. 

2. b. SKe^er, flDp. 60. tltagara-^alL Cljarakterirtifcljr 
Jptjantafte. flaelinger. 1 J\. 15 Ar. 

Der S3erf. giebt bie«mal fein leere« 3ÖirtnofenpüdP , fon* 
bem ein ©erf, ba« einem fünfllerifdjen 3ntercffe ^ulbigt nnb 
be«^alb auc^ weniger geringen Slnftrüdjen ©enüge (eiftet. 
ö« »ermöcfite/ nic^t fo lang au«gefVonnen, nodj einen frifd^e* 
ren (Sinbrucf \\x binterlaffen, al« e« in gegenwärtiger ©eftalt 
t^nt. 3ebenfaU« beweiß e«, wie au<^ einige früher t)on i^m 
erfc^ienene (Sachen, ba§ ber Sßerf. bie 93efdbigung f)at, etwa« 
SÖertfyvofle« ju ©tanbe gn bringen, unb bezeugt ben ©rab 
»on dinR^t, welker n\$t bie £edjnif be« Glatjierfpiel« al« 
bie Ijerrfdjenbe Wlafit be« 9Wufifalif(^en anerfennt. Der Warne 
„Wiagara^all" b«t feinen 23ejug gum Sn^alt. (Sr erfdjelut 
eben fo al« bie Slbbilbung auf bem Titelblatt mit ber f(^ö* 
nen (Sifenba^n^lleberbrücfung nebfi Dampfwagen al« — *pu(f. 
Wodj ift gu bemerfen, ba§ ber 93erf. feinem Warnen ba« 9ln* 
Ijfingfel gegeben: // SD f 2eiftcr ber penfvlvanifc^en greimaurer* 
8oge". Da« iß im ©tunbe nfdjt anber«, al« wenn Semanb 
g. 93. beifügte: „gamilienoater üon fteben lebenben Äinbern". 

& $ai[tttger, (Dp. 55. Äilitärircljes Älbum. Öerlj« 
c^arakteriitifclje ftonCtücke. ^aelinger. 1 ^1. 15 Ar. 

33ilb(^en auf bem Titelblatt, Ueberfdäriften unb ITerte«^ 
Worte gleidjfam al« ©ebrau4«anweifung — 5ll(e« gang wie 
bei bem „Sugenbalbum" be« SSerfaffer«. *Dlit gutem ©rnnb 
i(t angunebmen, ba§ berfelbe burd[} bie gegenwärtige @olba^ 
tenbenfebaft gu gertigung biefer „(barafterijiifcben" @tü(fe 
begeifhrt würbe. (Sie finb übertrieben: „Weoüe, itrfeger« 
©efu^le cor ber <S<$la<$t, ©d^lacbt, ©legeÄmarfc^, Trauer» 
marfc^, ©ebet". 93on ben beigegebenen 3:erte«worten tljetlett 
Wir wieberum einige groben mit: ,,3n langen Weisen i(t ba« 



71 



$eer aufgeteilt. fCnf feurigem 9lo§ fvrengt ber «elb^err t)er* 
an nnb mit ®tol$ unb grenbe begrüjt et b{e rei<$geruffeten 
Ärieger, toeldbe unter flingenbem Stiele mutrjbefeelt an i&m 
wuberjfeljen." — „$er $on«er ber ©efäüfce bur^brö^nt 
bte ©egenb ; $elotonfeuer frad^t an« tanfenb Otogen, bie 9tti* 
teref bricht in be« geinbe« SKeiben unb vertreibt it)n trofc be« 
heftigen 0Btberftanbe« au« feiner vortrjeiiljaften €telfung. 
Salb ift ber ©ieg errungen." — „3ubelgefdjrei tönt bur$ 
ba« £eer. (Sin veflfiänbiger ©ieg lor)nt ben unerfäütter« 
liefen 9Rutt) unb bie £obe«verad)tung ber flrieger, bie ftdj be* 
geiftert um bie ruhmvollen gähnen ifjrer gütjrer fammeln." 
— SRan fletjt, bie Voetiföe 2(ber ift no<$ ergiebig. 2Rit fo 
grofjem Unredjte man ben £rn. ÄÖerf. ftadjmuftter nennen 
tofirbe, mit fo großem IRed&te bürfie er batjer vfefleidjt gadj* 
bitter feigen. Segen ber Hone c . d . es, »et*e er ju ver* 
fdjfebenen SNalen bem (Bebore gleld&jeitig anvertraut (®. 12 
unb 13), verfehlen toir nf$t, tym ein Kompliment ju 
matten. 

SDtobeartif el, ftabtilatbtit. 

§. ©^Öttdieit, ©p. 5. Morceaux de salon. Chan- 
sons allemands favoris transcrits. Hr. 1. Äau- 
rifdjes Stänfccijen. fiefc von J. Bücken. AiM. 

124. n 8 r. 

35er neue Sranfcribent Henri Schönchen lägt ftdj leibli^ 
an. (Sr fertigt mit ©efdjicf. 3n (Sncögung be« ©orte«: 
„9teue S3efen fefjren gut" togt ftdj vor ber $anb niefct« 2ßei* 
tere« fagen. 

Ä. fßfytt, La Promenade musicale. 6 Morceaux 
elegante sur des airs allemands favoris. 2Ubl. 
Hr. 1 u. 2, je*e 45 fir. 5 nr. 3, 54 fir. 

£)afj ein neuer £r. 93ever aufgetaudjt, fyat ber Ärit.Slnj. 
(53b. 30, <§. 20T) bereit« berietet. $>ie vorltegenben brei 
«Rummern enthalten: „3n ben Slugen liegt ba« $cr$" von 
©umbert, „ffienn b(e ©djlvalben ic." von 9lbt, ,,2Ba« ift be« 
$)eutfd)en iBaterlanb" von 9Retd)arM. Srtngenben SBebürfnif* 
en fi alfo abgeholfen. Die 3utfjat be« 93f«. ift na* guten 
©djabloneumuftern gefertigt. 

$£♦ £5(let, L'oiseau d'or. Petit Album aux jeunes 
Pianistes. Älbnfcl*, Amol*. 224- ®8*. 

Snljalt : Nr. 1. Le Faucon. Rondino sur la Festa della 
Rosa de Coppola. Nr. 2. Le Pinson. Rondino sur les Som- 
nambules de Strauss. Nr. 3. La Fauvelte. Fantaisie sur l'Eli- 
sir d'amore de Donizetli. Nr. 4. La Caille. Petite Fantaisie sur 
Beatrice di Tenda de Bellini. 2>cbe Kummer einjeln für 10 @gr. 
verfäuflid). .Raufe man ben tfinbern bed) lieber einen Segel 
au« einem Nürnberger ©vicltvaarcnlager, ber fdjreit, »enn 
man auf« JBret brücft. Da« ma$t iljnen fidler benfelben 
6baf. 



ftut SJHanoforte ju t>iet *$änbtn< 

9tb. SBetgt, ©p. 8. 2me Capriccio. $eUt*. 1 ffylr. 

SBirb befvrcdjen. 

Xtio für tyianofovte, SBtoltne unb 
aStolonccll, 

<£fj. be 93ertOt / ©p. 64. Second grand Trio pour 
Piano , Violon et Violoncelle. Ädjott. 4 Jl. 
12 fir. 

<Da« Srfo befielt nur au« brei @4fcen : Moderato, Adagio, 
Finale. Son bem ^eiligen (Srnfte unb ber foliben Äunfl/ »eHe 
ber JDeutf<6e bei Sffierfen ber tfammermufif aufjuivenben vfiegt, 
finben flc$ ^ler freilieft toenige ©vuren. 53effere Momente ent* 
^ilt ber erfte ©aft, ber jtoette ift in bem ©efeftmaefe ber be* 
fanuten Duo« gefdjrieben, obglei(ft mir au$ bier noeft eine 
grö§ere 5tufmerffamfeit auf bie 5lrbeit gefunben Ijaben; aber 
ber britte, ber fäon in ber ©ejei^nuug „ginale" feinen »afc 
ren Sn^alt anbeutet, leibet in faum ertriglidjer Seife an 
©ebanfenleere nnb Trivialität. Un« fielen unfcillfuljrltd} 93ftr* 
ger'« Sorte ein: 

Unb ^urre, ^urre, ^urre tyo^v, 

©ing'« fort im faufenben ©atovv. 
IDa« mifcftt unb fegt, rote mit bem ftetyrbefen. (Sin wenig 
franjöfifdjer 2eicfttfinn, untermifeftt mit einer geringen 2)ofl« 
Qfvrit, mie e« eben immer unfere cetveglidjen ^aeftbarn Jen* 
feit be« JR^eine« ju tl;un vflegcn! 9lm (5nbe muf man ge* 
rabe be«balb na$ftd)tig fein: i« ift fdjon (Sljre genug, wenn 
ein ©elfter ben (Sifer befifct, Äammermufif ju fd&reiben. 
Äeunt i^r fonft ein $rio ober Ouartett von «galevij, 9lbam, 
Sluber? Dber, um meiter jurücfjugeben, von ©oielbien, ÜW6* 
^ul unb Sefueur? (Sagt niebt jtönig 9ti(ftarb: (Sin Äbnig« 
reieft für ein $ferb? SWad^t eu<ft fclbft bie Stufcantoenbnng. 

gut SBtolonceK« 

g« S3attattd)Ött, ©p. 4. 24 Etudes pour le Violon- 
celle. Liv. II. (jofmetftfr. 15 Rgr. 
JDfefe gtveite gieferung entölt mieberum feeft« (Stuben, 
bie jum praftifeften ©ebraueft gut unb enivfe^len«tt>ertb flnb. 
©ie enthalten 3)aumeneinfit^e unb bebingen einen leeren 
©rab te^nifefter gertigfeit, al« bie (Stuben ber erfreu giefe* 
rung. 9U. 1 baoen ift für £erjen unb Cctaoen, 9^r. 3 eine 
jrvecfmÄJige Xriflerübung; jur Uebung be« ©elenfe« ift befcn= 
ber« Str. 2 geeignet. 

SB ü <f> e t. 

(£♦ %* Steiltljarbt, 5er paukenfcrjlaj. €im 3VnUi- 
tung, wie man o\\m flitfe eines ffcrjrers t>u pauken 
(ct)lagcn lernen kann. ttrrCurljsroeife rjerauegegeben. 
4. 43 ö. gel). Äutograprjie von Crjr. Sx. Remljartt 
in ifleljli«. (Ärfurt, fiörner.) 15 Hgr. 



72 



3)er SÖerf. begrünbet bie 9tbfaffung unb £erau«gabe bc« 
©djtiftdjen« baburdj, bafc im SÖudjijanbel uidjt« etf$ienen Ui, 
Wo man ftd) 9Ratf)« über ten fraglichen ©egenftanb erholen 
Jonne, ba§ ba«, n?aÄ man in verfdjiebencn mufifalifdjen unb 
anberen SBerfen veiäjfcntlicr)t t)abe, nidjt au«reicr)e. ,,©ute 
$aufenfd)läger, bemerft er im iBorwort, ftnb befanntlid) fei« 
ten, unb barum mochte id) wcbl behaupten, eine Zuleitung 
über $aufenfd)lag in bie £änbe foldjer «perfonen gu legen, bie 
fceabfidjilgen ben $aufenfd)lag lernen gu wollen, bürfte wcbl 
»on erfvrie§nc^en golgen fein." gür wen er alfo fdjueb, 
erhellt Ijicrau«, wie gu^leic^/ ba§ fein $eutfdj nidjt ba« befte 
ift. 3una$fi liefert er eine furge 93efc$reibung ber $aufe, 
Wie biefelbe jefct gebraudjlid^, bann gefyt er auf ?lbfiainmung 
be« tarnen* unb bie ©efd}id)te be« Sntfrumenie« au«fül)tlid) 
ein. 5)avib« unb Salomo« 3*l*cn werben erwähnt, (Sitate 
au« ber Bibel folgen. S. 8 wirb ber r)iflürifc§e gaben »er? 
Iaffen, bie ftotfywenbigfelt be« ©ebraurt« gweier Raufen 
nadjgcwiefen, bie gewöhnliche Stimmung berfelben angegeben; 
33orfi$t«maf;regeln ftnb beigemerft. S. 9 wirb von feiten 
vorfommenben galten begüglfd) ber Stimmung gefvrccfcen. 
S. 10 enthält al« £auptfafc: „Oft wcdjfeln bie Raufen in 
einem unb bemfelben Safce il)re Stimmung, bann mufj ber 
(Somponljt bfe nötigen Raufen, welche gum Umftimmen no* 
ityig flnb, geben." ©lumrober'« 93onid)tung gum fcfcnellen 
Stimmen roitb belobt, bed) nidjt betrieben, 6« gfebtgälle, 
Wo brei Raufen flnb (S. 12). ü*age unb Stellung ber Rau- 
fen gegen ben Schläger, SReiterflellung be« legieren, öine 
£auvtbebingung Ui bem *ßaufenfdjlag iji: Sid)crf;ett im Xact 
(S. 13). 33efd)reibung folgt von verfdjiebcnen 9frten von 
Schlägeln ober Älötofcln. ©ebrand) von ©afd)fc§wamm Patt 
be« gilge«, £™ in ber 2Hitte ber $aufe (S. 14). »Bon Ijier 
ab wirb ber fyiftorifdje gaben roteber aufgenommen, ber 93er* 
wenbung ber Raufen im .Krieg, be« $aufenwagen« unb *ßau* 
fenyfevbe«, ber £tomVeter; unb $aufergunft im löten 3al)r* 
tyunbert, ber fünf gelbflücfe, eublicr) ,,be« traurigen ©nbe« ber 
Gamerabfdjaft" gebaut, wobei ber ißerf. fidj feljr in'« ©in* 
gelne verliert. 2öir (inb babei bii S. 24 vorgerücft, von wo 
an ba« gecjWnbe ber 93erf. nod) nadjguljolen fudr)t. (5« folgt: 
Örfter Unterricht im ^aufenfdjlag, Slnfaffung ber tflövjel, $e* 
wegung ber $anb beim Schlagen, normal« bie SReiteißel* 



lung, »nfdjlaa, na$ ben Strauben gu, SWittel, bie verfehle* 
benen Stfyagmanieren ftdj gu eigen gu madjen , SRoberirung 
be« ißortiag« nac^ Umjtänben , ©ebrauc^ bei großen SRufif' 
fiücfen guweilcn von trei bi« vier unb ncd) me^r Raufen, 
Stellung berfelben in foldjen gallen (S. 24—30). hierauf 
erfc^fint bie Angabe von rieben verriebenen Sd^lagmauieren 
mit 53eifvielen in 9loten i:nb Sefdjreibung j ber ^vcujf^lag, 
aßiibel u. f. tu. finbet (5rwäl;nung (S. 30 — 43). S*lie§li(5 
bittet ber $crf., bei iöeuitr)eilung be« Sd^riftcften« ba« im? 
mer feft im Sluge gu galten: rva« von ir;m gefc^ar), fei ver* 
fu*«»eife gefc^e^en, 93iele« fönne beffer gegeigt, al« bef^rie* 
ben »erben. 

2>a§ ber 03crf. ©ute« erftrebte, ift ungiveifel^aft. 3n 
fofern ba« iöcbürfntjj nac^ einer $aufenfc^ule, wie Wir e« 
furg auebrücfen wollen, in neuerer 3*it immer fühlbarer ge« 
worben, iji bie vcrlic^enbe Arbeit eine banfen«wert^e gu nen- 
nen, tro^bem fie s ^icle« in ber Slnorbnung be« Stoffe«, wie 
in btr S)arftellung gu wünfeten übrig Idjt. Diamentlic^ l;ätte 
ber üßerf. vor allem unb al« erfie Jöebingung eine« Raufen* 
f$läger« geltenb machen follen, baß berfelbe gelernter unb 
burc^gebilteter «Kupfer fein muffe, — ein fel;r wichtiger $unft, 
ber no<$ nieftt bie gehörige 93eaet)tung finbet. Seffer war fo* 
bann, ber ißerf. fürgte bie weitfdjwetfigen QrgÄ^lungen von 
ber £romveters unb 5}auFergunft, unb gab bafür ©inige« von 
bem, xt>ai über bie 3>aufe in mufifalifc^en Sdjriften, fo in«« 
befonbere in ©erlieg 1 Snfhumentaticn, enthalten ifr. SBBe«« 
^alb e« „volle« Unrecht" fei, bag manche Seifiger eine 2lu«« 
naljme von ber vom üöerf. vorgefefcriebenen Stdlung ber $au» 
fen machen (S. 12), bürfte fc^wer gu beweifen fein. 2)ie em« 
vfoblene Haltung ber Schlägel gwifc^en 3eige* unb Mittel- 
finger (S.25) taugt nidjt«, ba fie ber dntwicfelung ber flraft 
nierjt günfiig ifi. S)ie Benennungen ber Sc^lagweifen S. 30 
gehören meifr ber 3upfg<it an unb finb gang unWefentlicJ. 
2)a« üBoranfdjlagen be« Xo^ne« mit bem einen Sdjlägel 
(S. 31), fo voit bie *-ßorfdjläge von einer 5>aufe herüber gut 
anberen (S.41), barf ber S^läger nic^t na* Sßillfütjr, fon? 
bem nur nac^ 93orf$iift bc« Xonfe^er« au«fül;icn. 2)ie« 
WU ben betreffenben Steflen au«brü(flic^ beigemerft werben 
follen. 



3 n t c U i *) c ii j b i a 1 1 

Von tJ. Xd» Hrebtf Orgel -CoitipOSitionen erschienen bis jetzt in der Gesammt- 
Ausgabe bei Hemrichshqfen in Magdeburg 7 Helle (3 von Ablh. 1 und 2 von Abth. 2 u. 3) ä 10 Sgr. 



rS- Qingelne Hummern b. 3^. 3tfc^r. f. 2Kuf. werben gu 1^ 91gr. beregnet. 
iOcuct oon 9 c R Cd mann. 



tt c u e 




iitf$tkft fit 



SJtranttoüttUiJtr RebacUnt: 

Sran; äSrenbel. 

(Smunbbreifißfier 33ant>. 



Jtf 14. 




Billiget: 
01o&ert grfefc in Seidig* 

£en 15. Mugiifi 1849, 



©<nt tiefet 3ci*W- erföchten roSdjeiUUa> 
2 Kümmern üun 1 oter l'/i öügen. 



greift be« ©ante* »on 52 Ern. «'/■ S^lr. 
3itfertiüH6fle6ü{jrfn He $ctitje([e 2 Wflt. 



«ttcnnetmiit nt^men oJfe^cWmter, ft*4*# 
2Jiuftf f unb fliuifUjanfclungen an« 



3n^0lh £>» SBaiji bfc Xactatttn (S*Iu*>. — gfcr ©foline mit Qrifccllrrtfatiitung. — j&tutföt Original >D|prn( neue«* £<tt« 
Sag r S g f f <fc i * f o , iß t imifötti. 



©te 233at>i ber Sactarten. 

Aomme itfy fcjjliffjli^ auf meine SJeremfadjungS- 
tfjfDrie gtcrüc£ unb faffc id? jene früfjer augrbattctcii 
fceiben äBege jtit SSrteirtfad?» n 8 bes Xactartcnftpftfinfl 
burdj ©efeitigung ber abgeleiteten Sadarlrn ober 
burdj Slefcuciiou ber 3tttfr, unb tic fpäier anf^c= 
ivoifcnt ßrage übet bie 3^ftfmä'jjigfeit ber jfbedma- 
Itgm aujjarn ffiatfteUuitg tfö rfjvtbmifcfren ©aueä in 
Squg auf beffe» f tcijiftc ©Uefca jufammcu: fo er* 
fttytiiü mit nodj ßolgenbee ju cru>aimen — ttyeilrorifc 
ju loieberfyoleu — uotljiuenbig. 

Söcmt in ben Sactartcn £, |, 3 unb J im 
©runbe nui tic ^MH^huun beä getaben unb unge= 
taben %attt§ tepräfaitirt finb ^ unb ber £ £aet eben 
fo atä bie bügelte uiiyerabe 5lae£art etfdjcint, ivii 
ber l Sact ucii jd;cr alts bie boppelte getabe gcgoU 
ten fyat, (»er alfo ber § £ael eine anbete unb jrcai 
naturtidjete 3lfc(eitung er|dli alS im früher aiifgfflfU« 
trn fünfUi^en Sgjirm«: fo mitb eine auftfö(ir&(id}t 
Slnrcenbung ber einfachen Sactartm $ uub £ überaß 
mo^tid?, mit ifjnen allein tedjt roefyl auäjutomiurn 
fein, fo fange nur bie mctrifdje @e|taltung beä %ons 
a|r3 in'ä Siug* gffaft it?irt, metc^e eben immer auf 
ber ^awptbeicegnug cnUvebrr jmeiet ober breier gtei; 
i^er Saeft^cile bmifyh Srrnrfftc^tigt man bagegen 
)ttglei(^ bie rfj^tfjmif^e ©eflaltung beö ^cnfage^^ fo 
peilt fidj bie Qlnioenbntig ber eiufaa^en ^aetaiteu afd 
unbebingt nüt^menbig bann ^trouö, totnn ein £üedj* 



fri g«abs unb uugerabtactiget SR^t^men flattfinbet. 
©ie jufammengefejätfn ^aetarten £ unb J fönn*n im 
teueren gatte gar nic^t benugt nurben, iwi confequens 
ter gortfe^uug ber gtrabtaettgm Slbglieberung mag 
jetoc^ bie 3lmucnbung brrfetben mit brm uämlia^en 
JHf«^te flattffnbfrt , - wit bie ber einfachen Saetarten, 
unb nut ba erf^eiut bie ^Oor^ei^nun^ ber jufamnifit* 
grfe(}ten a(S uubebingt not^centig^ lco bet gerab* 
taetiger *21fcgUeberung im cinfa^cit %attt ber erfie 
^aet öon je jrcrien ber minber betonte, gteic^fam ein 
Stuftact &itm ^weiten, me^r betonten Xacte ifi. 

Kun fonute ber (Sonuponifi baö mafre Söer^tt; 
ntf; ber itt?tbtnif(%cn ©liebet auc^ fcci alieiniger 3(ti» 
iveubuug teä einfachen ^aetee tec^t Juofct but^ be? 
fonbere 3"4 ni * lt? ^ f c * lüa ^^ e u% ^ tx ©i^tung üblis 
e^en aSctonuug^jeicijen — unb ^ anbenten, er fmmte 
fcnr^ zeitweilige ^uioenbuug fo(^ei 3^i^ftt jebeu 
äOi^fet gerab^ unb ungerabtaetiget W^t^mcii fofort 
unb fe^t jliiu 93ürt^fit fceä S^iefetö bem ^(uge bcf= 
felben batflctten / mie eö bie folgeubeti Sfi^icte jet= 
gen: 

6Äe rjü au« btm DuatUtt in %«§dx, Op> 18. tfir. l ** ©ect^oütn. 






—»rrrzrrr 



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ir" - ^!: 



2 






74 



Sefcter ©afc au« fcer (5 - £nr ^m^cnie t. ©fftboüen. 



[^«zE^^rör^S U nb bann crfc^cint ein ^~ 



ßänjlicr)cä aufgeben ber jufammengefegten Sactaiten 
i unb J gerechtfertigt, ünb bte ^Imocntung neer) an* 
beier, alö ber einfachen Sactarten | unb | töllig übei? 
flüfftg, meil bet alleinige 3roeef fcft erfleren r;ier burcr) 
ein anbereä SJlittd erreicht wirb ; ber (Sompcnift fann 
jeboef) auef; auf eine frühere — bamalö freilief) nur 
einfeitig üblicf)e — @cr)rcibroeife in üefler Gonfcquenj 
jurücfferjren , unb unter alleiniger 93orjcicr)nung cni= 
roeber beö % ober beä | Sactcö fcen einer 3ut"ammen= 
$ier)ung jtüeier ober breier einfachen Sacte jur ©ar= 
ftettung beö 2 = ober 3tactigcn 9tyt;tt)mud in einem 
einzigen %actc ©ebrauer) machen, roeburer) — ba alle 
mcfyrtactigcn SKr/tytt;men P^ auf 3">wt unb ©reier 
eben fo juriicffiifyren laffen, tvie alle me^r^a^ligen 
Saetarten auf bie einfache gcrabe unb ungerabe — 
ein Sfiittet an bie Jpanb gegeben ifl, bie $lrt ber 
JRr^tfymcn, fo irie bie 5trt ifyreö SDPed^felö, überhaupt 
ben ganjen rb;r;tr;mifer)en S3au cincö SoufliicfeS in fei: 
nen #aupt$ügen bem Sluge beä ©pielcrö auf ben er= 
flen ©lief unb in »oflfter Älarfyeit barjuftcHcn ©a= 
Bei fonnten einzelne einfache Sacte in befonberen gak 
Ien immer noer) angen?enbet »reiben. 

©ie fofgenben 83eifpiele jeigen nun eine folcf)e 
Brt bei SWeberförift : 

&'Ctt: tt— — — -^-ö t-t—t:-K-^s: — 1 

t^w — k— K-£"p -E — ^it~ fiiEzr:_i: E2 z^^zzzTj: Jr — i~ # ~ 

£)on 3uan. 
3anbfT|iatc. 



^z:rrirn*^j 






@d)erio au« fcet 9ten (Sljmpljcuie ton SBcftbcDen. 






i&ö 



_r- 



: — « — •— P— s — P-#-*— •— « — » — « — i 



©ieö nun ijt jene alö rabifatfte bezeichnete S3ereins 
fac^ung nicr;t nur beö Xaetartenf^fiemö, fonbern übers 
c)aupt ber 9iieberfcr;rift in Se^ug auf 2^etrif unb 
fR^t^mit. $n if^r giebt eö nur einen geraben %ad 
(mit 2), nur einen ungeraben (mit 3), unb nur einen 
Basier (baß Viertel) -, fte benu^t jeboef) innerhalb eis 
neö Saeteö nict)t nur bie einfachen metrifcf;en §Öerc;ält= 
niffe üon 2 unb 5, fonbern auet) btejenigen ^ufam^ 
mengefe^ten, toelc^e fid? in näc^fler ^Heit>e — aber 
bloö in näc^ftei — auö biffem ergeben, nämlier): 
2X2 = 4, 2X3 = 6, 3X2 = 6, 3X5 
= 9j bal;er fte aufcer ben genannten ©o^pel^a^len 
4,6 (in 2facr;er ©int^eilung) unb 9 feine anbereit 
aufnimmt. $cne rr;r/tr/mifcf)en 3ufanimenfegungen ju 
einzelnen gTO^en $actcn fiimmen mit unferen ^aets 
arten J/ 1/ t un ^ t üollfommen ubercin unb finb 
bem Qlu^fü^renben bereitö vertraut y bem ßernenben 
aber würben fte ftcr) leichter alä bie je^igen ^aetüer* 
^ältniffe bcefyalb einprägen, roeil fte einfacher, gerin: 
ger an Slnjatyl, übetftcrjttid^er unb einem $>auptprins 
cip in toller Konfequenj entfprungen finb-, beim eine 
S3erroecf;fclung , roie fte j. S). in S3e^ug auf bie ßin? 
Reifung ber 6 Viertel be^ ^ unb | Saetce, ber 6 
5lct)tel beö £ uub 4 %actis jegt n?or;l üorfommen 
fann, iji bann unmöglict;, roeil jener -J %act folgen? 

berma§en: */ 4 T * * * \ \ I / i enfr t ^ nct ater xn 



nact)fte^enber 5lrt: 2 / 4 ( 



mm • • • # 

INI 



ftcr; barfrcUt. 



©er gcrabe $act roirb bemnact) nact; llmfldnben 2, 4 
unb 6, ber ungerabe 3, 6 unb 9 Xacttfyeilc enthalten, 
unb auger ben fef)on angeführten §öort^eilen ifl aucr; 
bie @rfparni§ unnötiger ^aetflricr)e in 5lnfct)lag ju 
bringen, beren SBegfall bau richtige ©erflänbni§ bes 
förbern, feineöioegö etioa e8 ftören lüirbj benn fo 
geroi§ nict)t alte %actc eineö ionflücfe« in einfacher 
Sactart oon gleichem ©en3ict)te ftnb, fo getoi§ foöte 
aucr) in ber äugeren ©arflellung jener ilnterfcr;ieb im 
@euMcr)te ber einzelnen %actt ftcr)tbar fein: unb biei 
i(i b;ier ber gatt. 

DS nun bie gemalten ©orfc^lage, welche boc^ 
minbefienö an$ rationellen ^Jrineipien hervorgegangen 
finb, an beren ©teile in ber Sonioiffenfdjaft biä^er 
immer nur baä ^eifommen gegolten r)at, ber Beates 
tung ireitt; gefunben weiben, ob e8 übei^auft bem 



75 



(Stnjelnen im jefcigen 3ufianb* möglicr) fein bürfte, 
auf bie grofje Slnjatyl ber (Stnjelnen, in welche ibiä 
dato bie SenfünfHerwelt noct) jerfäUt, mit einer Sßres 
bigt ber reinften Vernunft allein frudjtbringenb eins 
juwirfen : baö mu§ erjt bie 3"fnnft geigen, ^m §in» 
Mief auf ben gänjli^en 2Kangel etneö cberften (Sem 
tralpunfteö für bie runßlerifctyen Sntereffen in unfe* 
rem gro§en 33aterlanbe t?erft;recr)e icr; mir für ben $ 21u= 
genblirf gar feinen unmittelbaren Erfolg &on meiner 
aufricr)tigenüBemüfyung, einen, wenn auä) untergeorbs 
rieten, &fyeil ber mufifalifdjen Secfyuif auf bie einfach 
jten unb toernünftigflen ©runblagen jurütfjufür)reii, 
unb begnüge mict) gern bamit, trenn in ben Äunjb 
genoffen baö eigene Sftacfybenfen über eine SWenge 
yraftifdjer gragen in 2)ejug auf ben ttortiegenben 
©egenflanb anjuregen mir gelungen ift. 83eftgen wir 
erjt ein oberfhö Äunftinftitut, gefyt bie ©efeggebung 
im gelbe ber mufifalifctjen SÖiffenfctjaft bann uon bie; 
fem r;öcr)ften SOereinigungöpunfte aller fünftlerifcr)en 
-Sntereffen auö, fo wirb eö fc(;r leicht fein, ein in 
allen feilen nacr) toernünftigen ©runbfägen bearbeis 
tetcö Äe^rbucr; ber Stjeorie alä Sticht fei) nur für bie ges 
fammte ßünfUererjiefyung allgemein jur 5lnnat)me unb 
©eltung ju bringen. Sann toielleidjt wirb oon bem 
in biefer tybtyanblung aufgeheiterten ättateriale fo 
Sftancr)e8 jum allgemeinen Sftufcen üerwenbet werben 
tonnen. 

©reSben. £t;eobor Ut) li g. 



gut Stoline mit ßrcbcficibcglcitung 

gerb. ©attib, ©p. 23. Wertes Concert für Ine üia- 
line, mit öegl. U* ©retjeftrrs ol(V *es |)ftr. — 
Ceipjij, ©reitkopf u. Jjärtel. preis mit ©uljefter 
4 fttjtr. 20 llgr., mit $)fte. 2 fcljlr. 10 tlgr. 

SBorliegenbeS Soneert beanfprud)t nicr)t bloö eine 
t)olje ©teile unter ben 83irtuofität unb brillante 21u3« 
für/ruug erfyeifct)enben äl;nlid;en (Soneertftürfen, fon* 
bem lafjt auef), waö eä &or üielen anberen öorauS 
$at, ben Äünftlcr fattfam erfennen, ber einen tiefe; 
ren, ibeeUen ^M* * u ^ entfprect)enbe gorm in ge; 
roofynter, geiflrei^er Söeife nieberjulegen weig. (lä 
tt?e^t barin eine feine, mit SMumenbuft getränfte ©a* 
lonluftj icr) meine bamit ben ©alon im eblen ©inne 
beö SBotteS, wofelbfl 2111c« in gefcr)marfüoüer, anjies 
t/enber gorm geboten wirb, wofelbfl neben bem 83e= 
beutenben, ^nM^oHen au $ ^ aö f^einbar ©erins 
gere, bie leidet Eingeworfenen 51nfpielungen unb 83es 
jungen burd^ bie Stellung unb ba8 ©etoanb uns 
fer Sntereffe erregen. 5Der er|le ©ag biefe« (Eoncer? 



tefi (@s©ur) ^ebt fe^r f^roungüoü an unb freut un« 
ein S^otiü toor, baö SSebeutung genug $at, um im 
©erlaufe be§ ©anjen nacr) feinen ö ergebenen Slic^s 
tungen r)in , bie e8 in fhtfemteifer 51 broectj feiung ent* 
faltet, unfere Wufmerffamfcit rege 311 galten, tym 
ift beigegeben eine anmutige ßantileue, bie anfangt 
fe^r fliH auftritt, aber weiterhin ton bem erfleren 
5D?ctiüc ju r)öt)crcr Äraft fortgeriffen wirb, \:\& wie- 
ber burc^ toirtuofeö, auöfc^müclenbeS S3eiwerf ^inburc^ 
ba8 erflere nacr) bem ©ct)luffe t)in $u bebeutungötols 
(erer ©eltun^^frct) entwirffit. ©aö Adagio canta- 
bile lä§t unö einen fanften ©efang uerne^men, ber 
mer)r einen elegtfc^cn ßl;arafter l?at — gleict)fam ein 
ftnnenber SRürftlirf in bie Vergangenheit, ber (im 
appassionato) einem burrf)lebten ©c^merje begegnet 
unb baö ^erj bangüoll wieber Hopfen lägt, b\$ 
(in ber ©teile 21s£>ur) bie fliüere 28ec>mutc) ^ßlag 
gewinnt unb nac^ mehrmaligem ^(ufflarfern be6 als 
ten, brennenben geuetö langfam unb flill fragenb 
(21ös©ur u. f.w. ^act 15 toom ©c^lu§ ab) ter^aucr)t. 
©c^r cr)araftertftifcr) babei ifl ber SRürffaö au« As 
nact) C. ©aö ginale, Allegretto grazioso, fpenbet 
un8 in feiner anmutig fer^er^enben Söeife tn'el beö 
©crjßnen. ©aö ^eitere, bunte £cben lact)t unö bars 
auS überall entgegen 5 balb fluttet eö einen Äelrf) 
buftenber SStumen au8, balb nerft eö wieber fcr)elmif4 
in joüialer fiaune unb überlägt ftdc) forgloö bem füs 
gen ©icr)ge^enlaffen in ben mannigfaltigen gormen 
liebenäwürbiger ^)eiter!eit f ©ie 21uSfü^rung biefe« 
©afee« erfordert tiel geintyeit unb ©elieateffe. 

(Sm. Älifefc^. 



£cutfd)e ©riöitial«©pern neuerer 3eit. 

Äitgetljeilt von Carl ttoUmick. 

rtertfefeur^] von 5lr. 48 u. 50 (m 3uni 1ft45, von 9lr. 14 im 

9luau(l 1846, »on 9lr. 50 im 3uni 1847, nnb 9fr. 36 

im JWai 1848. 

3um ©tofabmiral, von 91. ?orJing. 
»oftenötin, ton 5Ri*atb Magnet, (^a* ber ©raalfage.) 
(Die granjofen \)ot 5lfH a / » on &' M - ®fÖ e&en in $rag. 
Don föobrfgo Diabe ©ioat, ber (5ib, grofce ieroifcje 

Oper. %ü$ »on @$mibt, SRulif »on (Smil 3Wa\jer. @e* 

geb. in Sin). 
Snart^a, won glotow. ©egeb. in ffiien n.f.rt. 
Die J&oc^länberin, von Sonrabin ifrenfrer. ©egeb. in 

S3re«lau. 
Da« ©olbatenleben. Qffac^ oen befannten <r)adl&nber» 

föen (Sfijjen. SKupf von <£*log (G^orifl) unb @tein^ 

^arbt (ißioUniP). ®egcb. in Stuttgart. 
Die »iet $aimon«f inber, ober Vit vier »eiter anf ei» 



S2 

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76 



nem ©djimmel, Xratcftie ton 23alfe'« £aimon«finber, 

Ben £affner. ©egeb. im 3of.*£()eattr gu ffiien. 
«Der gefährliche »Sprung, Operette ton <prod>. ©egeb. 

in Sien. 
JDie SBergfnappen, na$ Xfyeooor .Körner, ton Armin 

grüfj. (3m (Sonceitfaal gu 53evlin aufgeführt.) 
$rotingialnnruf)en, ißaubctflle in 3 Slcten. 9lrrangirt 

unb componlrt ton g. Sflapcr, SWuftfbir. am Äönigftäbt. 

S&eater in Berlin. 
$)ie geljn glütfliefcen Sage, tom ßapellmflr. Sdjfnbet* 

meifjer. ©egeb. in ©räfc. 
3)ie »Diarquife von S3rtntilliei«, tom jtapeflmftr. 

Sefcinbelmcffjer. ©egeb. in $efrl). 
SÄ al toi na, tom ßapcllmflr. Sdjintelmeiger. ©egeb. in 

9e«. 
JDie Vergeltung, ton bem Jperiog ton Coburg. ©egeb. 

in Goburg. 
Sclia, oon J&errmann. ©egeb. in Sa ftcdjclle. 
<D e r SR o t ^ m c n t c 1 , von SRiefcarb ©ütft. ©egeb. in Berlin. 
Unfer 3ot)ann, S3olf«cper tom SNujifMr. $ab|t. ©egeb. 

in .Königsberg, 
(ifctiftopty Golumbu«, ton barbiert, ©egeb. in Serlüt. 
$obot«fa, tom SWuftfbir. g. 9t. Succo. ©egeb. in 2anb«* 

berg. 
<Dte £eiratfj am (Somerfee. 93udj ton Stnberfon, 2Hu* 

<tf ton grang ©läfer. ©egeb. in tfopenljagen. 
SDie luftigen Söeiber ton SBinbfor. 93u$ ton SMofen* 

tyat, SRnftf ton Nicolai, ©egeb. in SBerlln. 
Sftofamunbe, ton 8ur. ©egeb. in Deffau. 
«Der neue Dberft, ton $ille. ©egeb. in ^annoter. 
SWarieUe, ober (Sergeant unb (Sommanbant, fomifie Oper. 

S3ud) ton Sternau, 2flufif ton 3- Offenbart}, ©egeb. in 

(5öln. 
<Die beiben Sejiamente, fomifc&e Oper ton Sdjramecf. 

©egeb. in Sfciga. 



SageSgeftiic&te* 

Steifen, (Soncette, ©nöagemen« ic* grl. galtet 
an« SBeimar ifi in 2Jlnndjen engagirt. 

$r. fBiebemann au« Sefpgig gaftirte mit großem Sei* 
fall tn £re«ben, al« StrabeHa gum erfien SWale ; am Sßluffe 
tourbe fogar „hierbleiben" gerufen. 



äktmifcbteö. 

3n Sonbon trnrbe am 24ften 3uli „ber $ropf;et" ton 
SJit^trbccr mit ungeheuerer 5>radjt gum cvflen SRale aufge* 
fübrt. 5Kab. $<iarbot-©arcia fang bie Partie Ur gibe«, unb 
itar au« $ari« ba*u berufen Sorben. SKeqetbeer feierte bie» 
fen 9lbenb eimn Sriumyl), wie ev woty feiten ttitber vor* 
fomiucii Wirr». 

3)a« tinie Auftreten ra Ölab. ©Otttttg (©räjin Dioffl) 
in Sonbon irar im Q3atlMcr ton Sctilla, tto fie noc$ meljr 
begaub.rtc als turber, ttie überhaupt bei ©ntt;ufia«mu« für 
fte na^ jeber ffiorfiellung fieigt. 

3n jCarmftabt ti-irb ba« X^eater mit £alett'« Dper: 
,,bj« X^al ton Slnbona" eröffnet ttorben. 

J&r. WoQUeplan, SWit-lDirector ber Dper ju $ari«, toirb 
nadf Jonbon reifen, um ÜDtab. (Sontag jum auftreten in $a* 
ri«, unb jtrar ju Slnfanrj be« QBinter«, ju bitten. 

(L ©. GatUÖ in feiner ton un« fdjon öfter erttälmten 
©4tift „aWnemoftne" fagt über SWojatt tieffenb (@. 80) : 
„(§« lebt in ^cjart 1 « Seele unb feiner Äunfltteife itie in 
attem «feö^eren unb ©öttlid^en ein unnennbar f^öne«, ba« 
©eringe er^efcenbe«, ba« £rübe tetflärenbe« , ba« @(^merg* 
lidje befe^n)i(5tigenbc« $rincip, — benn itenn ©öt^e einmal 
fagt: „Unb ba« Sllter wie bie 3ugenb unb ber geiler toie 
bie Xugenb nimmt ftd) gut in Siebern au«!" fo finbet gerabe 
ba« in 3Jio^art feine tode ©etljätigung, 9Bie baljer im 
gigaro bie iei^tfertigfle ©eftnnung uub im £on 3uan bie 
terworrenfte Seibenfc^aft fid) terflärt Ijinaufge^oben geigen in 
einig ^eitere ät^erif^e Legionen, fo in £itu« ba« ginfrere 
be« 23erratlj« unb bie ißerjtteifJung eine« in SReue gerriffenen 
©enjiffen«. JDajfelbe, itorau« neuere (Somponiften eine ^eftf^ 
anfgeregte, mit allen Heilmitteln bi« jum Üam^tam au«ge* 
(iattete iDiupf gemalt Ratten, ba« fü^rt SWojart hinüber auf 
ba« ©cbiet be« tiefen Seelenleben«, unb mit ebler &ul?e nnb 
immer in grofjcn ©cjkltcn lägt er bie 3uftänbe be« ©emütfy« 
an un« torüber geljen. ö« lie^t tta^r^aftig etn?a« redjt Son* 
nen^afte« in biefer ©irfung ! 2)enn ifi e« nic^t auc^ bie 
SBirfung eine« frönen farbigen Sonnenli^te«, 91lle« gu ter? 
Haren, »a« c« beleuchtet? äBer n>ar nit^t manchmal fd^on 
ent^üeft ton ber ffiirfung eine« farbigen 5tbenbfonnenfira^l«, 
wenn er auf einen f$li$ten SRafen^ügel ober ein alte« SRauer* 
fiücf fiel?" 



&ttiä)tiQmiQ. 9fr. n, ©. 59, @. l, 3. 15 im Sttit. 
Sing, lie«: in ben erfien Hummern, flatt: in ber erfien 
Plummer. 



Dtud pon 9r. Küdntann. 



tl e u e 




<itf$riff f$r 




Äranj Streitbe l. 

(SinuntbreipLgfteT 39anb. 



^ 15. 



£ er leg e t: 
Robert Briefe in Seipjtg. 

3>«i 1«. Kugufi 18M. 



ffi<m bfefer 3eüf*. erflehten n>c<JjeriÜidE> 
9 Kummen »oh l über V/ t Scßtti* 



sßteU &e* Nantes vert 52 ühn. 2'/, Xfilr, 
Snfertioneaebäbren tfe $etiijeile 2 SRor. 



Ktaancmtiit nehmen afte^S oft Ämter, Sud}', 
üJiufiE- u nr JrunftJjaitbhingen an. 



3n(mit; Komanti! in ber SÄuftt. — tfu* Bonbon E®$lu|). — Xeitff^te Xnidfler, — StitrÜißrnaMatt. 



9t0Utdittie in bev OTuflf 

Don Dulms frtjäffrr. 



Unter tiefem Sitel etfdjien in bet „9c*uen 3*i^ 
Hilft fix SWupr (©b. XXIX. Mr. 1 u. 2) ein ttuft 
fafc a«^ Sftagbeburg, k« bei bem Menben fßublifum 
fdjen barum BtiffffcN fliegen mugte, feofil er einen 

©egenflanb berührte, bei — fobiet tt?ii laifien — in 
ben Spalten berSPtufifififcungen noc^ nief/t äur©(ptaä)e 
gefommen war, 5Die Erganr ber muftfalifdjen Äritit 
frifleten t^etlS i&r ©afein in t/etbet Unbefangenheit 
utib fritiflofem ©eforedjen ber @rfr$einungen im gelbe 
bei SRufIKittiatut, i|li(t etgxtffrn fie auSfdjliefSlict/ 
baä fßaniei für baä neue spriueip, roel^eö ftdj unter 
bem Stamm ber romantifc§en 9Jl«fif gewaltig an'ä 
8icr;t (jertiorarbeiteie. ©aS (Srflete ^at ©djreiber bie= 
[er ^tilm am anbeten Dtte ju fcefam^jfen i»t|ur$t, 
fcaö Sediere freubig ju einer 3^"t begrüfjt, tue efl 
batauf anfam, baß ^iliftert^um, jenrn ütrfnodjer^ 
ten Muäum($fc bei Glaffirität, mit Stumpf unb Stiel 
anzureiten, ©ie tomantifdjen Reiben (jaben taufet 
brein gef^tagen j — ringä um!jrr fa$ man unter it)* 
ren ftfiftigeii ©treidln bie alten fnortigen Stämme 
fallen, biete frembartigr ©turnen mit fha^lenben gar* 
ben unfc narfetifdjem ©ufte auf bem gefauberten gelbe 
^erbOtfprüjfen unb in ber rafUoä fortfdjreitenbeii, jejjt 
jwmal fo ftu<$t&aren 3^* h uz f4 nf tt cn 9Wfe g<beii 
|en. @ct/on (Int f» votit geworben, unb ityre STCaaV 
fenfet $aben 91it$tä uon bem ®Unje unb bei greift* 



bet erfreu €5profjlinge bewat/tt. @<$on burd?jier;t mit 
9Ka<^t bie Söelt eine neue SKa^nung: in bem ©ar* 
ten büß buftenbet Ölwmcn bie ^IpüÜDf (Statue uidjt 
jü tiergeffen! SKit Se^nfuc^t ^atrte i<% ber 3*it, ba 
biefe ma^uenbe ©timme au^ in ben äRuftfjeitungtn 
laut luate, in bem feften Sßerttauen/ ba§ n?enn fle 
einmal n[d?atü fei, au<§ bei Äün|Ha für jene 3ratue 
nic^t fern bleiben werbe. S^on r)atte i^ mir uor± 
genommen, im gafle bet Mot^ felbfl meine Stimme 
ju erbeten j ja, mer »ei§/ i^ ^atte biefleia^t baä SßctJ 
bienfl teo (5r)len ge^att, n>enn uic^t eben jener oben 
genannte ffluffafc mir jueorgefornmen, SEÖmn i(^ nac^ 
einem fo ftäftia/n SSorgäiiger beffenungea^tet jegt 
mit bcmfelbai ©egenfianbc mi^ an bie SMupfer tn«; 
fcefonbrrc ju menben wage, fo gefdjiejjt e3 tii(^t, um 
baffelfce uo^ einmal ju fagert — obit?o(j( au* bieS 
nidjt nngere^tfertigt erf^cinen mo^te — fonbern mein 
3werf i)^ ein anberer. 3Äau ifl nämli^ ^mar aüge* 
mein bet 81nfirf;i, ba§ man 6ei ber jegt |errf^enben 
SHidjiung bei KRnfif nid|t flecken bleiben bürfe, man 
fü^tt, üa% Shuaä ger(;an werben muffe, attrin übet 
bau SQad ifl man nodj feine^njegS im Älaren. (Seit 
-3fa^ren — unb gerate jegt bürnet;tnlidj laut — 
brennt uuä baä ©efc^rei gläubiger ©emeinben unb 
ifyn-i ^rirfier in bie D|ltn: anflatt bet (Statue be8 
^etbrngotteä bielme^r ben Xcmpef ber c^tiflti^en 
©reieini^feit toieber aufzubauen, „©iefm abg^tries 
fernen §eerben glaubiger ©c^aafe — fagte mii einft 
ein S^fwnb — mn§ ein (Stüef geuerf^njamtn unter 
ben @$ioaii) gelegt merben, ta§ fte möglich he^ 
fpringen^' 3^ berforae^ bamalS, biefeS meniger ge= 



78 



fäl;rlic$e alö unerfreuliche ©efc^aft ju unternehmen, 
unb erlaube nur jcgt, bie 5luöfw^tung mcincö 33er- 
fprccfycnö alö einen bie Sta^ftc^t fcl;t in Slnfyrucfy 
netymenben SJcrfuc^ bem Sßublifum »or^legen. @t?c 
iety jcbcdj jum ©efcfyä'ftc fclfcer fcfyrcite, fdjcint eö 
jwccfmäfjig , etwaö weiter auöju^olcn unb ben ®c; 
fic^töpunft ff fljuflcllen , nic^t nur, weil biefer Ijöcfjfl 
irtd^ttße ©cgcnjlanb eine reine Spriueipicnfrage auös 
macfyt, fonbern auch, weil ich mic$ gcrabc l;inftcfytlid) 
beö Stanbpuuftcö mit bem 93crfaffcr oben genannten 
5luffagcö in einigem 2£iberfptuc§ befinbe, unb fiefy 
fyier bie befle ©clcgcnfyeit, biefe tfycorctifdjcn ©ifferens 
jen 3U befarecr)en unb wo mcglicfy auszugleiten, bar= 
tietet. — 

1. 2)ie (Stimmung a(« ©egenftanb ber 3Wufif. 

Sw* ^Xitffag nennt alö ©egcnflanb ber 9}?ufif 
bie Stimmung, unb be^eic^net fte näfyer „alö jenen 
innerlichen *ßrcccfj ber Sßcrfönlid&feit, ber nodj nicfyt 
begriff, nod; nidfjt (5ntfc^Iu§ , fonbern baö ©cmütfy 
in fetner Unmittel 6 arf ei t ifl; alö bie reine ©äfys 
rung beö ©emütfyö für ftc§, ncdj nidjt ^uin conereten 
Qnfyaltc ober Stefultate gebieten; alö baö unmitteU 
bare Siegen beö ©eiflcö toor ber beflimmten 3lnfd;au- 
ung, ücr ber tyat] alö ein ewigeö fingen nadj bem 
Sluöbrucfe beö ©cbanfcnö, c^ne eö je mit eigenen 
Sftitteln 6iö ju biefem 3»^f $u bringen." — SBcrfus 
c$cn wir eö einmal, unö in ben S3egriff biefer Stüns 
mung ju vertiefen, unb fet)en wir ju, itaö wir an 
ü)r tjaben. 

©ie Stimmung — fo toiel ifl flar — folt ^icr 
nur ganj für ftc$, in ifyrcr reinen Unmittclbarfeit ge« 
nommen werben; nacr) einem weiteren 3 n ^ fl l^ faß 
man öergcbenö fuetyen, ber irrenbe ©cbanfe nirgenbö 
einen 9lnfyaltc£unft finbenj aller concreto ^»n^alt ifl 
— nicfyt alö ein überwundener, aufgehobener öorfyans 
ben, fonbern — ber Stimmung einfach entnommen. 
Söenn bafyer weiterhin gefagt wirb, bajj berfelbe am 
fjer^alb il;rer falle, mit ifyr ©ren^c an ©renje liege, 
fo tnttg man l;ier nicfyt an bie quantitative ©renje 
benfen, uermöge welker bie beiben 93cflimmungcn in 
einanber übergeben, fonbern eö ift üielmefyr fo $u üer= 
flehen, bafj bie ©renje fcwofyl, alö baö 23efle(;eu beö 
conereten ^nf;altö für baö SBalten ber unmittelbaren 
Stimmung burcfyauö gleichgültig ift, biefclbe gar nidjt 
berührt. $m SUlgcmcincn alfo i^ jloar bie Stim; 
mung ^ßroccg, b. \). (gntiuitfelung ju einem conereten 
^nr)a(tc (;inj allein baö SBefen ber muftfalifc^en 
Stimmung fott den baö fein, biefen ^3roee§ nic^t 
einjuge^en, fonbern ftc§ in i^rer erflen Unmittelbar^ 
feit rein ^u erhalten. So ift fte procc§ s unb refuf; 
tatloö, einfache S3ejiel>ung auf fiel) felbfl, ©leic^^eit 
mit ftet), faum einfache Negation, ba eö ja öielme^t 



bie 5lnna^me eineö ©ritten ift/ welche ben befiimm; 
ten ^nr)alt ^innjeggenemmen unb alö nidjt üor^nns 
benen gefegt ^at. Slüeö, iraö unö Ucibt , ift bie 
Tautologie: bie muftfalife^e Stimmung ift bie Stirn* 
mung; unb QlUcö, n?aö man ^iu^ufügen fann, ifl 
mit anberen SBorten nur baffelbe : bie Stimmung ift 
baö fiecre, 3«^ltölcfe. Äurj, man n?ei§ nie^t, wit 
biefer Stimmung beijitfommen. Unfer Vertiefen in 
biefclbe ergiebt fidj nur alö ein unenblic^eö 93crfla5 
e^en, unb bie Unternehmung einer ©efinitien t;at nur 
baö Stefultat, ba^ tvegen Mangel an beftimmtem $m 
^alte eben Sfticfytö ju befiniren ift. 3^iau mag eö ans 
fangen wie man toill, i(;r eine nähere ^öeftiinmung 511 
geben, jebeemal ifl man genötigt, bure^ ein „aber" 
bie S3eftimmung eben fo irieber l;inn?egjunel;nien. So 
fann man fagcu: bie Stimmung ifl eine Söctucgung, 
aber nie^t ^u einem 5lnberem (benn biefcö ifl nic^t 
toorfyanbcn, ober boc^ fe^lec6t(;in gleichgültig), fonbern 
eine fletö bei ftc^) felbfl bleibenbe, immer nur fte^ felbfl, 
fomit ^ic^tö, probucirenbe refultatlofe &cn?egung. 
5lue^ in jenem ^luffagc bemüht fic§ ber ^öerfaffer, bie 
Stimmung tocrfdjiebcn ju befiniren, fte^t fid) jeboc^ in 
biefelbcn Tautologien certricfelt. ^r nennt fte baö 
unmittelbare SRcgcn beö ©eifleö aber uor ber bes 
flimmten 5lnfc^auung, üor ber Zfyat, negirt alfo lüics 
ber ben Uebergang 311 bem beflinunten ^n^attc unb 
fomit bie 93cn?egung, bie mit bem Söorfe „Stegen" 
angenommen war. gerner nennt er bie Stimmung 
baö etm'ge fingen nac^ bem Sluöbrucfe beö ©cban; 
fenö, aber ein Stingen, baö eö nie ju biefem 3»*l* 
bringt, ©aö 9tingen, locldjcö nur nad; bem fingen 
ringt, bie Ser)nfucbt, bie nur bie Se(;nfuc$t fuSjt, 
ftnb — dlutye (ein Sag, ber in ber Äritif ber 9lo= 
mantif eine grofje 9tolte fpielt)j furj unb gut, alle 
näheren ©eflimmungen, bie man ber Stimmung ges 
hen njifl, ^fben fte^ t?on felbfl toieber aufj tia^ ©es 
fpenfl, avle^eö man ju niffen glaubt, jerrinnt in leere 
fiüfte. ©aö 4?ö$fle, ioaö man uou ber Stimmung 
fagen fann, ^ei§t : Sie ifl Cnuö ; aber biefeö (ginö 
ifl baö ^n^ltlofe, ßeerc felber. — 

Son biefer Stimmung tuirb nun ber)auptet, jte 
fei ©egenflanb ber ä^ufifj ober, loaö baffelbe ifl, fie 
werbe burc^ bie äfiufif jum 5luöbruel gebraut. 6ö 
»erfleht fte^ uon felbfl, bag bie 3?iuftf, wenn fte ents 
ffree^enber ^luöbruef ber Stimmung fein fott, bafc 
felbe fieere, -3«^aTtIofc fein mu§, alö biefe. ©a nun 
aber bie ©iuftf weiter beftnirt wirb — alö „eine ber 
grcfjen gormen beö ©cwufjtfcinö, in welche ber ©eifl 
fein SBefen unb feine Süeltanfc^auung fo lange nies 
berlegt, bi^ er im reinen ©tnfen fie^ in feiner SBafyrs 
^ett erfaßt", fo ifl t?or aßen ©ingen flar, ba§ ^iers 
mit ber SWuftf ein eoncreter 3»^l^ gegeben ifl, gfs 
gen befffn 5lufna^me bie infyaltlefe unb wefentlic^ 



79 



Sfic^tö aufnehmende ©timiming ftc§ nott;wenbig flräiu 
ben mu§. greiliefy brürft fidj ber $3erf. an einer ans 
bereu ©teile fiater fo auö, ba§ bie ©timmung „felbft 
©eift fei, wiewotjl noefy nidjt felbflbewujjter, erfmnen- 
ber"$ bann aber fyaben it»tr ben ©eift, ber eben 311 
feinem SBcfen unb jur SBeltaufdjauung nodj nid;t ge* 
langt ifl, melmefyr auf ber erften ©tnfe ber reinen 
Unmittelbarfeit fid^ fcefuibetj ber an fid? wofyl bie 
iöeflimmung l;at, 311m reinen ©ebanfen ficr) 31t ent; 
wirfei n , tu ber SJiiiftf aber nur alö jeneö llnmittel= 
bare, ^nfyaltlofe 311111 Sluöbrurf gebracht werben feil. 
Snbem fo für bie ©pljä're ber äKufif tiefe uunuttel= 
bare (Stufe beö ©eifteö firirt, il;r (Eingang in ib/ren 
^ßreeefS abgefcfynitten wirb, ift eö u\\& — wir muffen 
eö gefielen — fd)wer einjufe^cn, wie bie (Stimmung 
ni dt) t SBegetiren fein feil. älMdjer ilnterfdjieb ifl 
beim jratfdjen bem ©eifle, ber ncd) nitfit felbflfcewujjt, 
uodj tiic^t erfennenb ifl, unb bem Söegetiren? Unb 
b;at imö nicfyt ber Söerf. felber belehrt, baß in ber 
SKomantif, welche biefe abftraete (Stimmung 311m $priu= 
eip fyat, ,,baö pflai^lidje Söegetiren" alö d)arafterifli= 
fclje (Sonfcquenj jeueö fatfcfyen $)3rineipeö erfdeint? 
Söaö fangen wir nun mit ber Äunft an, bie ii?ir alö 
ßrfc^einung ber Sbee, näfyer beö .Qbeatö, in finnlis 
djen ©ubftan^en begreifen gelernt, unb wie fcüen wir 
unö baö ©djajfeu erflären, baö unö fietö alö ein 
>2let beö felbflbewufjten ©eifteö erfd)ienen ifl? baö 
ftnb ©djmierigfeiten , über bie man mit 2lufflellung 
jener abflraeten (Stimmung nid)t t;iuauötommt. — 

-Qu ber Zljat ijt ber Sluöbrurf ber Stimmung, 
welche fid) nid;t burd; ben ©ebanfen vermittelt, welche 
bie Bewegung bafyin fein feil, aber »ielmeljr fleteö 
2lufl?eben biefer Bewegung ift, nid)t bie SUtuftf alö 
Äunfl-, für ben entfpred;en£en 2luöbrurf jener genügt 
im ©egentt)eil \>ie ^nterjeetiou auf ber einen 
(Seite, ber einfache Son auf ber anbereit — beibe 
fallen mit bem S3egriffe ber (Stimmung, wie er ftdj 
fyer erwiefen, jufanunen, berfen ilm tellfoinmen. Sie 
Qntcrjeetien ift eben jeneö unmittelbare biegen beö 
©emütfyeö, weldjeö bie SUermittelung mit ber beflimm; 
ten 2lnfc§auung, mit bem ©ebanfen nod) nidjt an ftdj 
fyat — ein Ol?! unb 21er;! baö ncdj niebt weiß, wie 
unb warum. ®er £011 ferner alö fold)er ift nur baö 
einfache drittem unb (Srflingen ber Materie, eine 
SSewegung berfelben, bie ftd) jebeu Wugenblirf wieber 
aufgebt (man benfe uur an eine fdjwingeube (Saite) 5 
ein ewigeä Stingen auö ftdj r)erauö, baö eben fo ewu 
geö klingen in ftd) jurürf ifl. 93on einer llnterfdjei; 
bung beö Xoneö in üiele $öne, Den ben S3err)ältnif* 
fen unter benfelben, von %act, 9t^t^muö, Harmonie 
nnb S^Jelöbie fann natürli^ feine SRcbe fein — wir 
$aben eö l;ier mit bem noc^ ganj undcfiimmtrn %bi 
»en ju t^un. ©aö ^oc^fle, waö man il^tn mnbiei: 



reu fann, i(t bie ^nteiiftüitä't, baö forte unb piano; 
nidjt einmal »en einem freubigeu unb fc^merjlic^en 
Xönen barf man tuer reben, ba biefe näheren 33eftim* 
mungeu fd;on alö ©ebanfenüermittelungen erfc^einen, 
i?on beneu bie rein unmittelbare «Stimmung nicfytö 
wci§. 5llfo baö ^önen alö folc^eö, nic^tö me^t 
unb nic^tö weniger, wäre ber entfprec^enbe s 2luöbrurf 
ber abjlraeten ^Stimmung, ein %oncn, wie etwa üa% 
ber llufen im %e\&e ober beö ftufufä im Söalbe. 
^m Ü3ereid;e biefeö Xfinenö ifl man no^ himmelweit 
tcu ber Äunji entfernt — man will am fdjönen, öolls 
enteten ®eme fid; ergogen, unb wanbelt boc^ erft 
auf bem nod) unbehauenen ©efieine. 5ln ben Win» 
fiter bie gerberung (teilen, jene (Stimmung jum 
s 2luöbrurf 511 bringen un^ — nota bene — f\d) ju= 
gleict) unmittelbar 511 terl;alten, ^eifjt nidr)t bebens 
fen, wa^ man forbevt, fyeijjt it)m jene ungeheuere 
unb nnuatürlid;e (Energie ber ^ibftraetion jumut^en, 
toermöge wetd;er bie inbifd)en S3ra^niineH eö fo weit 
bringen, fidj mit (Srtöbtung il;reö (Selbftbewu§tfcinö 
in ben begriff ber felbftlofen ©ubjtaiij 511 vertiefen, 
ftd; in bie halber begeben, uur Cm fagen, unb auf 
biefen fiaut alö ein$igen ^luöbrurf il;reö äBefenö res 
bueirt, fid; enbticr) mit ben Älöfcen , toer weleben ftc 
fnien, ibentifieireu, für welche fic beim and) wirflidj 
von et)ri(tticf)en äMffionaireit gebatten werben finb. 
SBirb nun gar jeneö Moment betont, bafj bie (Stimr 
inung ewigeö ^Hingen, ewigeö uubeftimmteö Älingen, 
ewige ungefüllte (Ser;nfuc^t nadj bem ^beale fein foH, 
wer möchte bann nod) lic 2antaluö = Suualen, 311 be^ 
nen ber 9?hiftfet verbammt wäre, ertragen, wer flc^ 
il;nen wibmrii wollen? — 

S)ie (Stimmung für fidj — fo viel teuftet ein 
— fann ntdjt ber ©egenflanb ber SDlufif alö Äunfl 
fein. ® er geiler, welcher begangen werben, ifl ber: 
fte im s 2iagemeiuen alö sprocefc ber ^erfönlic^fcit ju 
erflären, gleid) barauf aber biefen Sßroeefj auf feiner 
unmittelbarflen (Stufe 311 firireu unb baburd) 31t ne* 
giren. (So i|1 bie (Stimmung eine logifdjc 5lbflraes 
tion, bie iljr realeö ©afeiu vielmehr nid)t in ber 
©p^äre ber $j$crfönlid;feit, fonbem in ber beö bemm§t= 
lofen 53egetirenö ^at. — 

9tur ber ä>i c n f d? befi^t bie jtunfr. ©a§ 
wir eö t)ier nic^t mit Unfen unb 5la^tigaaen, foiu 
bem mit bem auögcbitbeten felbftbewnjjten tl^enfcr)en, 
b. f). berjenigen Realität beö ©eifteö 311 t^un hahen, 
in wel^e berfelbe an unb für ftdj fd)on an^ ber 
(Sphäre ber unbewußten, bloö üegetirenben <Stimmung 
b)erauö ifl unb 311m ©ebanfen alö 311 feiner wahren 
(Srifleii3 fic^ erhoben ^at, baö nidjt 311 überfein war 
fyier äußerft wichtig, wo eö ja barauf anfam, ben 
©egenflanb einer Äunflfpeeieö, alfo einer ^ßrariö beä 
fetbjtbewußtcu ©eifteö ai^ngeben. ^lllerbingö 3eigt 



80 



flcf) aucr) im äJtenfct)en — bem ja baö ©rfc^rnf ber 
abfoluten ftreit;eit ni<r)t in ber SBiege befc^ccrt roirb, 
ber oielmefyr in einem toiel fyülfloferem 3"fi an °c fl l8 
jcbeö Styer baö Äic^t ber SBelt erblieft — baö Spal- 
ten ber abflracten (Stimmung ; eö treibt fein SBefen 
oefonberö im Äinbe, reo bie ©emütt/ön?elt ifyre Sau* 
fcer entfaltet, ifyte ©olbpaläfle auftaut unb bem noer; 
fcr)lummernben ©ebanfen „buftenbe 3?tär;rcr;rn in'ö 
jbljr fingt"; mächtig fyettfdjt eö nceb; im Jünglinge, 
beffen gewaltig tobenbc ßeibenfdjaften bie fcr;on oer; 
nefjmlici) tebenbe Stimme beö ©ebanfenö nur $u oft 
übertönen 3 befänftigt unb gebänbigt roirb eö erfl nact; 
»ielen, fdjroeren kämpfen; erfl nadjbem bie geenpa^ 
Iäfle in ©unfl jerronnen, mancher £raum alö Schaum, 
manche ©egeiflerung alö 2öat;n, manche glüb/enbe 
ßiebe alö Soweit, mancher angebetete ©Ott alö ©öfce 
ficr) erroiefen b/at — furj erfl über ben Krümmern ber 
abflracten ©efüb/lötuelt baut ftcr; ber läJlann ben %cnu 
pel ber greifyeit auf. Selbflflänbige Realität barf im 
2Nenfcr;en bie (Stimmung alö fclcr)e nicr;t mefyr ^ 
Ben; ifyr einfeitigeö äüalten ifl Unfreiheit unb b;at 
jebeömal bie notfytoenbigc 53eflimmung, negirt, roill 
fagen, Dorn begriffe gebänbigt ju »werben. 2Bem eö 
mit bem ©efc^äfte feiner Befreiung rechter (Srnfl ifl, 
ber bulbet aud) feine unbeflimmten ©efüb/le, feine blins 
ben fieibenfdjaftcn, reellen Siamen fte aucr; tragen 
mögen, in ftcr; 5 lotrb er ifyre unmittelbaren SRegungen 
getraut, fo ferbert er fte fogleieb; i?or baö Tribunal 
beö ©ebanfenö, ftcr) auöautreifen, irer fte ftnb unb 
mit welchem SRedjte fte ir)r gßrfrn treiben; unb efyc 
jene« Tribunal nid?t feinen Stier; terfyrudj gefällt unb 
burd) Sluöfütjrung beffelben ben grieten im 9lcid)t 
roieber b;ergeflellt b;at, fann er ftcr; aucr) eineö geiuifs 
fen ©efüfylö ton Unftcfyerb/eit unb Unbeb;aglicr;fcit nicr)t 
entheben. 2Baö roirb nun auö ber Stimmung? äöelcfye 
(Stellung werben roir it)r im Seiche unb unter ber 
4jerrfcr;aft beö ©ebanfenö anjuroeifen fyaben? tyc; 
rigte 2Nenfcr)en meinen toor/l, baburef), ba§ fte auö 
ber ©efüfjlöfüfjäre ftcr) jum reinen ©ebanfen ergeben, 
mit einem (Schlage alleö unb jebeö ©efüt/lö baar ju 
werben; fentimentalen Seelen erteilten wol;l anbere 
Seute, roeldje oon ber «p^ilofoüt;ie ib;re ^rineiüieu beö 
fiebenö unb ^)anbelö gelernt r;aben, unb beö^alb nicr)t 
bei jeber geringfügigen ©elegenb)eit jum (Sd^ärrnen, 
Sntjücfen ober 93erjtreifeln geneigt finb, falt, gefü^ts 
loö, ^artl;erjtg, ^erjloö, apat^tfc^ u.f.f. (So fci;limm 
jeboer; fle^t'ö mit bem ©efü^le nicr)t. 5luct; roir ftnb 
roeit entfernt, baffelbe in ben ©ebanfen alö folgen, 
in ben reinen ffiegriff ftcr; »erlieren ju (äffen unb ba= 
mit fein ^obcöurt^eit ju unterjeicr)nen j toir n?ürben 
unö alöbann eine eben fo gro§e 2lbfhacticn ju fc^uU 
ben fommen laffen, alö roir ben 5ln^ä'ngern ber ab; 
ftraeten Stimmung »orgetoorfen tyabenj man roürbe 



unö bann mit 9tecr)t entgegnen fönnen, ba§ aucr; roir 
auf biefe SBeife nimmermehr jur 2^uftf gelangten, um 
bie eö unö fet; liefe lief) boct; ju t^un ifl. Unb — bei 
fiteste befe^en — roaö ifl benn ber abflracte ©eban» 
fe? Ö'ragt ©eutfe^lanb, unb eö roirb euer) antioors 
ten: ein SKeicr;öüern?efer o^ne Steic^, ber feine ©efefce 
gleicr; 93li^en in bie Suft fcr)leubert, um nac^^er baö 
traurige Äooö beö ^icr;ts gehört 5 unb 9?icr/t = befolgte 
njerbenö 511 erleben, ©er legte ©runb unb bie Triebs 
feber alleö ^anbetnö ifl am dnbc boeb; baö ©cftl^l 
mit feinen (Stimmugen, trieben unb ßeibenfdjaften, 
nur ba§ man erfl bann baö £>anbeln ein freieö nen= 
neu fann, roenn baö ©efüb;l fic^ liebenb bem ©eban^ 
fen untcrorbnet, ftc^ jum unt?erfälfc^ten ftuöbruet feis 
ner ©efege mae^t, ober — ton ber anbern Seite be; 
trautet — »renn ber ©ebanfe, üon feiner einfamen 
$öt;e b;erabfleigenb, ftcr; alö leitenbeö *ßrineip 
in baö ©efü^l fegt — fur$, »renn nic^t jebc Seite 
in it;rer ^tbflraction, fonbevn baö tton tl^nen ^ugleict) 
erfüllte ©anje tperrfc^t. ©aö ©efüb;l mu§ ©ebanfen: 
fülle, ber ©ebanfe gleifcr; unb SSlut (;aben ! 5lnflatt 
ba^er in biefer gegenfeitigen ^Jermittelung verloren ju 
gelten, get;t baö ©efü^l — um mter) eineö hei 4?egel 
beliebten ^luöbrucfeö ju bebienen — melmefjr ju ©runs 
bej eö nnrb e»rig »om ©ebanfen »erfe^lungen, aber 
nur, um gleicr; fPitnertttn mit feinen Stoffen üerfeb;en 
auö itym üon feuern geboren ju toerben. Unb bie? 
feö fo probueirte ©efül;l, baö nic^t nur fo tapfer, 
fonbern auc^ fo feb/ön alö 9?iinerea, beffen leifefler 
4?aucr/ ^rariö ber grei^eit ifl, baö SRtdjtö gemein 
t;at mit jener unbeflimmten Set;nfuc^t, jenem unbes 
mußten Umb/ertappen in Sentimentalitäten, jenem 
fangen unb fangen in fc^n>ebenber $pein — baö ifl 
erfl ber rechte unb äc^te 93oHgenu§ bcö fiebenö. §m 
gefüllten ©ebanfen, in bem betou&ten © e.- 
füt;l fct)eint erfl bie ^bee beö Slbfoluten, ber %xcu 
\)dt mit Sftotfyrrenbigfeit, flar unb ^cfle 3 in ib;m erfl 
t]aben rutr einen für fünfllerifcv;e ©arflellung nrürbu 
gen ©egenflanb. — 

(gottf^ung forgt.) 



2luö £ottbom 

(®<tlu|.) 

SBenn toir aucr) nic^t roie bie ^arifer bem (Styars 
leö ^alle unbebingt baö «ßrimlegium einräumen, bet 
einzige mürbige 5luöfüt;renbe ber SSeet^ooen'fc^en ^5ias 
nofortemuftf ju fein, fo muffen roir boer), nac^bem 
roir benfelben in «ßariö fomob;l alö in fionbon b;öra 
ten, anerfennen, bafe er fle auf fünfllerifcr)e SBeife aufs 
fafjt, fte rein unb ftct)er roiebergiebt. ßö ifl fc^on ein 



81 



Süerbienfi 4?aüe'8, baß er nur gute äflufif fpictt. 
Sfteißt und fein SBortrag auä) nict)t mit fort, wie eö 
bei äftenbelöfofm'ä unvergleichlichem ©m'ele ber gatt 
war, fo bietet er boct) verfct)iebene ©rabe von $3or= 
t reff liet) fei t •, frei ber .Qugenb uub bem unaudgefegten 
©treten beö Äünfllerö läßt ftet) übrigen^ noct) febr 
viel ©uteö erwarten. ©aß berfelbe in ber $piji'lt)ars 
menie nict)t jum auftreten fam, gereicht if;r, oer le§= 
teren, jur ©ct)anbc. — 'Unflatt .So^im fptelte bic 
Heine. äöitr)e(minc Sfteruba ein (Senccrtino von SBeriot 
unb jwar mit vieler ©id;er(jeit nnb mit ©efcr)macf, 
boct) paßte eö nid)t in ein (Scneert, welct)eö fiel) auf 
fcer §ö(je ber $ßr)ilt)armontc behaupten will. — Krnfl 
trat (im britten) mit einem großen Allegro patlie- 
tique unb Varialions hongroises auf, — 6onipcft= 
tiouen eigener £>anb, gefcfyricben, feine (5"igentl;ümlict); 
feit unb gertigfeit 511 geigen. s 2ltö mir felbigeu im 
^a^re 1844 fyier t;örten, war er fefyr fränflict) unb 
würbe fogar im ßoneerte or)nmäd)tig. ©arnalö ent; 
fct)ulbigten wir bie Unftct)erl)eit feiner Intonation mit 
biefem Umflanbc unb wünfct)ten beiben 33ef[erung. 
SSon feinem ©efunbtyeitöjujianb fyörten wir bieämal 
nict)tö JDeffentlict)eö, jebenfallä aber ifl baö Sftidjtrein* 
greifen eljer ärger unb fctjlimmer geworben. 51uct) 
giebt fidt) Krnjt eine unbefct)reiblict)e 2Hüf;e, *ßaffagen 
hervorzubringen, weld;e unmöglich) finb unb, wenn 
auet) vollfommen auägefüfyrt, boct) ftcfyerlict) ber Äunfl 
feinen SBortljeil bringen, inbem bie Äunjtflücfwutfy f;of; 
fentlict) nun alö befeitigt anzufeilen. — ©ainton 
fpieltc ©yor)r'8 © = Sftoll Koncert, fo baß eö eine 
war)re greube war. ©ct)arfe Älarfyeit ber 3"tona* 
tion, feelenvolleö 2luffd;wingen , 3artl;eit unb ©e; 
fct)macf, 2Uleö ifl ba, um einen genußreichen ©e* 
fammteinbruef hervorzubringen. ^abei bepgt ber 
waefere Äünflfer eine perfönlid;e 23efct)eibenljeit, wetdje 
bie Sßerbienfle beffetben um fo fyöfjer flellen. (£r möge 
alö SHufier bienen. — Sölagrove fpiclte ein iSoncer» 
tino von Sflar/febcr. Ob bie 2öaf)l ber (Sompefttiou 
für einen ©ct)üler ©pot)r'8 ju rechtfertigen ifl, be; 
jweifetn wir. ©aö ©piel war rein unb ftd;er, boct) 
ofyne ©eele, unb ließ falt. 

9Jtit vieler Äraft unb gertigfeit trug SDir. tyaU 
terton (ein t)ier 3lnfaf(iger) ein ^arfeneoneert von ^ßa^ 
rifr)s?Uwar8 in Sä:©ur vor. äKolique fpiclte fein 9ls 
Sftoti Soneertj (Sompofttton wie Vortrag waren meis 
flerfyaft, tooü ^ugenbfraft unb Begeiferung. 9Wiß 
Äate fiober gab ©erenabe unb 5lüegro giejofo »on 
2^enbe(öfor)n mit ber an itjr gewohnten ©icr)er^eit 
unb eingebrungeu in ben ©eifl ber (Sompofttion. Qm 
legten (Eoneerte mußten wir ein enblofeö, (angweilis 
geö ©tüef für 93ioloncctt andren, gefpiett tjom Dr= 
c^ejtermitgtiebe ^auecef, ber eö eben wie ein Drd)eflers 



fpiefer. fpielte, ber jum ©otofpiel nidjt berufen ifi. — 
Qlin %xio üon S^c^art für ^piauoforte, Klarinette unb 
SBratfct^e, auögefü^rt üon £inbfar> = ©toper, SSi(liam§ 
unb ^pitl, gewann burcr) bie 93olifommen^eit ber Qluös 
füt;rung einen eigenen Sicbrcij. ©(ov)fr ifl toon unö 
fct;cn früher rütjmlic^jl erwähnt werben. §\\l ifl cu 
ner ber beften *öratfd;iflen, bie wir je fyörten j voller, 
frä'ftiger 3:on, ^arte SJe^anblung beö Sujirumciitcö 
unb fünfllerifcr)e Öilbung 3cid;uen i(;n a\\$. 

%Qa& nun bie fdjwäcfyfle (Bcitc ber (Soneertc be; 
trifft, bie ©efangjlücfe unb ©änger, fo war außer 
$)laxio unb grf. t. Xreff^ (auü Söien) nid)tö bcfon= 
berö ^u loben. ©c(b|l iKeeoeö, welcher eiufl t)ie( üer= 
fprad;, hinterließ feinen angenehmen (Siiibrucf 5 er fang 
italienifc^e ä^uftf, foreirte feine ©timme, b. v). er 
fcl;rie, unb jeigte im Vortrage eine äBill(ül;r, welche 
einen augenfcr)einlicr)cn Beweiö feiner 511 großen ©elbfl= 
f^äßung giebt. dUtyt anfpruc^öloö fang grl. $$abz 
nigg eine s 21rie von ^)ai;bn unb „©löcflein" auö (Su; 
r^ant^e, weld;' (e^tereö befonberö gefiel. — @in SJJonf. 
Söartel con ^3ariö, burd) mehrere großnamige ütutc 
auf'ö alierwärmjte rjcrempfo^Icn, fang 9lue SD^aria von 
©cr)ubert unb ein geifllid;eö 8ieb „Penitence" j bie 
Sßenitcnj war unwillfütjrlic^ auf ©eite ber 3»^ö^^/ 
benn er fang wie ein (Sfyorifl, ber einen (Sfyor mit 
voller Stimme einflubirt, unb würbe gerabeju aud= 
gelad;t. Söir möd;ten SBe^e rufen über folet)e am 
maßeube 8oealberül}mt^eiten. 2öa8 für ßeutct)en ade 
\)at unö bod; ber beivegte 3"^»b von Spariö, weis 
cr)er alle SWuflfer forttrieb, naef) ßuglaub beförbert! 
93ioliuf^ieler, t)ic l;öc^flenö burd) eine befannt gewor? 
bene ßit^ograpljie alö foldje beglaubigt finb, welct)e 
aber fein JDtjr je l;örtej $öirtuofen, bie wegen ifyrer 
Talente 511 „bunmots" ober iljrer Intimität mit ben 
einflußreichen ^cumaliflen „rü^mlicfefl befannt'' ges 
werben. ^3on SDe'bome 3. B. erwarteten wir (Stwaö. 
©iefer genießt in Sßariö , wo er alö C^nglänber bei 
allen euglifer/en gamilien Unterricht giebt, wegen ber 
„(Staffteitä't" feiner Klavierwerfe einen gewiffen SRuf. 
äöir Ijörten von il;m ein ©ertett für ^ßianoforte mit 
Söfaöinflrumenten, bnö, xvaü bie muftfaÜfcr)en ©eban^ 
fen anlangt, fc^on alö baö SBcrf eineö ©ct)ülerö ju 
tabeln wäre, unb überbieö Unbefyolfenfyeit in ber 51uös 
fü^rung jur ©ct)au trägt, dben fo wenig entfpricr)t 
fein ©piel billigen gorberungen; e§ i(i ol;nc ^on unb 
©ct)wung, wie wir bieö bei bem SBortrag einer ©Os 
nate von Seet^oven wal;rjune^men ®e(egenr)eit \)aU 
ten. ffiaß bergleie^en ßeute, benen wir einen rur)igen 
Seftg ifyrer buret) befonberö günflige Umflänbe ober 
woljl gar buret) 3»triguen errungenen ©tellungen gc= 
wüufct)t x)&Ue\\, ber Äunfl buret) it)r Urteil unb it;r 
anmaßtict)eö auftreten nid;tö nufcen, liegt auf ber 



82 



£anb. ©te <Wi<Etfennet Kammern fldj an Ruf unb 
Warnen, unb fo femmt eS, baf monier üerbifnfbefi« 
Äunfllet bäumtet leibet. -— Ko^ ifl 311 erwaEnen, 
ba§ SßifcEef im testen ^il^atmonif^eit (Söncerte fang. 
SS tl?«t un£ leib, aud? über i^n flogen ju muffen. 
Slufjerbem ba§ er feine (Stimme öerloren, E at er ft<$ 
einer I^Bc^fl unangenehmen Spanier Eingegeben, nänu 
liä) nur pp (eltooö winfelnb) ober ff ju fingen, 
welcE' lefctereä flarf an'8 <Sd)reien grenjt. ©aju bie 
SButE gerechnet, überall SBcrjierungen anzubringen, fo 
ifl ber Äenner woEt 311 ber SInnafyme berechtigt, bog 
ber fonfl fo bratoe, muftfalifeE gcbilbete $ßifd)cf ans 
fangt, ben jöeifatt ber ©aflcrie jebem anberen »or^us 
jteEen. 

SDeutföe £)per. ©crföf ebene«. 

SSie üorauöjufcl;en war, 1)at bie beutfäe Dperns 
gtffettfcEaft fyex lau traurigfle Cnibe genommen. ©af} 
ber ©irector bcrfclbcn, ein #r. SWöbcr, bet?cr er feine 
©efeUfdjaft in'ö (£lenb brachte, nic^t ben woElgcmein; 
ten SHatE ber fac^funbigen 5lnfäfftgcn be^erjigte, bie 
fämmtlidj baä bebauerlicEe (?nbc cineö fo gesagten 
llnterne^menö toorauSfagtcn unb baöor warnten, ifl 
if;m um fo metjr jur Sa(l ju legen, als gerabe bie 
Slermflcn bauen, bie ßljoriflen unb OrcEeflcrmitglies 
ber, am mciflen babei $u erteiben Eabeu. Süit wifs 
fen a\\% juterlafftger BueKe, bafjj arme (SEoriflinnen 
im ©rurtylanetEcatcr mehrere 9Jäd?te auf ber S3ü^ne 
auf <3tü(;len unb S3anfen Einbringen mußten, ba man 
fte auö iEren SBoljniingen »erjagt unb nocE baju iE= 
neu wegen ber mehrere SBodjen in Stüctflanb öerblics 
benen 3^lw»g ber 9#ietEc i^r wenigeö §ab' unb 
®ut abgenommen ^attc. 2Bä wiffen, bafj fte §un» 
ger litten unb um einige Sßence bettelten, um ftcE 
S3rob bafür ju faufen. äödre benfclfccn foldjeö Tlifc 
gcfcEid waErenb ber joggen für' 3 ^^ ati ' r f° trauris 
gen 3citen im Söaterlanbc felbfl begegnet, fo Ratten 
fte ftcE jum %xo\i bocE wenigflenö mit cinanber t?ers 
flänbigcit fönnen. 68 war Ef^erreigenb, i^r 6lenb 
Eier mit anjufcEen. 

©ie Urfac^e, ba§ ba8 UntcrncEmen mißlang, war 
mdjt allein baö ScflcEen breier anberen Dpern fyex, 
fonbern aueE bau fdjfecEte Snfcmble, wclcEcä bei ben 
früEfrcu SDperngefeüfcEaften nocE inimer gut tuar, 



wenn aueE bie (Sfoliflen ntc^t mit benen ber ttalienb 
f^en SDpetn »retteifern fönnten. ©aß DteEefler toat 
abfcEeuticE unb ber 6Eör fcEledEt einflubirt. ©ie glos 
tow'fcEe „SWartEa" (ein jammerlteEe« SWaeEwerf) unb 
„ba$ S^acEtlager'' macEten ben ^aupttEeil beä 9tt: 
pertoire biefer ©efeüfcEaft an%. 9lxix ber 83afft|l gor^ 
meä mit feiner üoflfrdftigen, ecEten 83a&flimme unb 
feinem regen <&piei war feEr brau, meErere 2!enoriflen 
bagegen waren oEne Stimme, furj SUleS war @türf= 
werf unb erinnerte nur ju feEr an wanbernbe £rups 
pen. ©iefeö UnterncEmen ^at nid^t adein für biele 
fommenbc 3a$xe ade SWöglicEfeit einer beutfcEen SDper 
in Äonbon toemicEtet, fonbern aueE au^erbem einen 
EöcEfl üblen ©inbruef ^urücfgelaffen , unb ben feflen 
©lauben beö ^iefigen 0ublifum8 an bie UnfeElbarfeit 
ber beutfcEen CtEörc unb ben muftfalifcEen esprit de 
corps beö (Snfemble einer beutfcEen Dpcr ganjlicE jers 
flört. — 

— ©cftulEoff ga6 ein feEr tootteö Goncert unb 
fpielte meErere grajtöfe Kompofttionen auf fel)r pu 
fante unb gefällige SBcife. — ätiaefarren ifl tjon Firnes 
rifa jurücfgcfommcn unb $at eine Oper mitgebracEt, 
für welcEe aber jegt feine 5luöftcEt jur 5luffüErung 
ifl, ba feine englifcEe Dper ejciflirtj aueE eine neue 
©^mpE^nie unb Ouüertüre Brachte er, bocE war bie 
fytjityaxmonie nic^t ju bewegen, fie aueE nur in ben 
jur s 2tuöwaEl uon aufjufüErenben (Sompofitionen bes 
flimmten groben burcEjugei;en. — ©traufj gab mit 
feinem OrcEejler meErere ^oneerte im ßaufe ber <Sais 
fon, unb fanb $war eben fo üiel s 2(nerfennung, alä 
früEer, aber bebeutenb weniger ©elb. ©ie «SiiHint 5 
fcEen Goneertc fyaben feitbem bie @acEe berborben, 
baä E c ^§ t: P c f?n^ woElfeiler, benn fte foflen nur 
1 (ScEiUtng, bie üon @trau§ bagegen 5 ©cEiflinge, 
unb baö jiegige 3^itattcr wiß §ßiel für wenig (Selb. 
— Suflien E^tt gegenwartig Concerts monstres ober 
musical Congress mit 400 SNuftfern in ©jceterEall 
unb im (Surret? Tiergarten. — Unter ber Unmaffe 
frember Äünfller, lie tEeilö famen, um ©utuern ober 
(SrfaErungen ju fammetn, ober aueE beibeö jugleicE, 
befanb ftcE n.%. aueE ber Äotncr SWcf. biefer SÖlätter 
&. JRaEleö, üon welcEem wir einige tnuftfalifcE feEr 
wertl;üoÜe Arrangements E^ rten - 

Sferbinanb ^rdger. 



83 



Uebetficf)t ber neuefien erfdjeinunßen auf bem ©ebiete ber Sttuftf* 



gilt ^Jtdiiofptte. 

Sftofceartifel, fiabtitavbtit. 

§*9töfcHcn, ©p. 112. La Rosee. Valse brill. Scljott. 
1 Jl. 12 fir. 

Un« erfd)eint ftofellen ftet« einigermaßen genießbar, wenn 
er von feinem gewöhnlichen gadje, nämlidj ^(jantafien $u »er» 
fertigen, abtreibt unb Heinere Stütfe flu fdjrelben ftdj fjerab* 
lägt, tiefer fflaljer ift un« von feuern ein 93eleg ju nnfe* 
rer eben au«gefproc$cnen 9tnfid)t. 

@* ^rübetlt, ©p. 33. Farandole. Sdjott. 1 Jl. 
12 fir. 

Einförmig unb geljaltlo«. 

?♦ Se^et, ©P- 10 °. Lcs Perles du Nord. 12 Fan- 
taisies elegantes sur des Airs russes et bohe- 
miens. öcljott. rir. 1—6, ä 45 fir. 

Dem SRef. finb feit 3abr unb £ag 33et)er'« Serfertigun* 
gen nie$t ju ®cficf>t gefommen, befto metjr fiel iljm ein gort? 
fdjritt auf. 03. fdjreibt eleganter al« früher. Die vorliegen* 
ben 5tyantafien Hingen, finb nid^t ju fdjwer unb tyaben Ijüb* 
fdje Xfyema«. 

$üt SBtoItite unb v }>tanoforte, 

®b : SBcIff u. (£$♦ be »etiot, ©p. 65. Duo pour 
Violon et Piano sur Haydee ou le secret, opera 
de D. F. E. Auber. Schott. 2 Jfl. 

Da« einzige 9?eue an biefem Duo waren un« b(e Sföelo» 
bten au« ber neuen Cper, £atybee, von 9luber. 5(ber audj 
biefe Ijaben unfercr Neugier nidjt ©enüge geleiftet, benn 9ßa* 
ter 9(uber fjat fdjon feit längeren Safyren nidjt meljr ba« 93er* 
gnügen genoffen, un« mit wirflid) neu örfunbenem ju erlaben. 
Die 3ufanimenfh(lung unb $3el)anDlung ber fernen ift bie 
befannte unb gewohnte, wir untcrlaffen e« be«l)alb, näljer bar- 
auf einjugefyen. 

% SB* Äattifooba, ©p. 157. Fantaisie brillante sur 
la Bobemienne de Balfe pour Violon avec Piano. 
Peters. 25 Hgr. 

2Öal)renb in bem vorhergegangenen Duo iBioline unb 
^ianoforte beibe al« obligate 3nfirumente erfdjicnen, tritt r)ier 
ba« $ianofotte in ben £lntergrunb , unb Pellt ftdj nur alt 
begleitenb unb tnttifpielenb bar. Die ißiolinfiimme ift redjt 
witffam gefefct, unb bietet bem SÖiclinfpieler, welket rein 
tedjnifdje 3irecfe verfclgenb in feinen mufifalifdjen Sorberun- 
gen ©eringere« beanfprudjt, genügenbe 3lu«beute. Die ge- 



wählten Xfyemen finb gwar getyaltlo« , abet anfpredjenb , unb 
mit biefer öigenfdjaft au«gerüfiet finb fie im «Salon gewifj 
am willfommenften. Die 3ufammen|tellung ber einjelncn 
Xtjeile ift eine redjt gefdjicfte, wie fid^ bie« von bem erfahre- 
nen ^elfter nidjt anber« erwarten lieQ. 

3ut StofoitccU mit tyianofortc. 

% 2Dlctf f ©p. 30. Aux amateurs (Nr. 7), Capriccio 
pour Violoncelle avec aecompagnement de Piano. 
JJUctjettt. 1 Jl 15 fir. 

(Sine befonbere, weitere Q3efpre$ung verlangt ba« 2Derf* 
d)en ni^t. @« ift flie§enb unb fauber getrieben, unb bie^ 
Ut, bei ni(^t allju grogcr (5rfinbung«fraft, benno^ eine SJcenge 
angenehmer unb burdjgeifleter SKomente, welche un« manche« 
@ewol)nli^ere vergejfen ma^cn. Die (Selloftimme ift forgfat^ 
tig unb infkumentgerecfyt getrieben ; fie erforbert weniger 
gertlgfeit vom Spieler, al« vielmehr öleganj unb, man mö^te 
fagen, SRaffinement im Vortrage. 

(Jlaotcrau^jiigc. 

<£. §. Sämann, ©p. 10. iPas Can^ Itv fleimatl), 
für 4 Öolo- untr 4 (Eljorititnmcn mit ffircljrfttr. 
Pftcrg. 15 n^r. 

2Dirb befproc^en. 

3)?cbr({iiiimt^c <3efän$e. 

31. Schümann, ©p. 65. Ritornrlle von Jv. Rücbrt 
in fanomfcljfr tDeife für mcljrftimmigen iJlänntr- 
gefang. ßrritkopf u. jjärttl. 1 2l)lr. 

5ßirb bcfprorfjcn. 

f8 ü cb e r. 

3. (Sotnet, ©ic ©per in ©eutfcljlan*. ^omburj, 
JReif|ner u. Scturges, 1849. Jö5 0. 

9lad)bem ber Sßerf. in ber (Einleitung bie @rünbe ange- 
geben, Welche ibn jur 3lbfaffung tcr Schrift beftimmten, giebt 
er in ben junadjft folgenden Slbfcjnitten eine Ueberfi^t über 
ben ©ang ber beulten Cper feit i^rem «uffd)Wung in ber 
Wlittt bc« vorigen Sa^r^unbert«. IS« fdjltefjt fi(^ hieran eine 
intereffante ^ufammenfteflung ber wic^tigften Cpern eine« je* 
ben Safyrjeljenb«, worau« $ugleicf) fowol)l ber wed^felnbe balb 
größere balb geringere ömffu§ Italien« unb granfreidj«, al« 
au^ ba« aUmälige Veralten fo vieler ffierfe, ifyr iöerf^win-- 
ben von bem <Sdjaupla£ erf^eUt. Seiter^in ift e« fobann bie 



84 



Hauptaufgabe bc« ©f«., vom ptaftifäen ©tanfcpunft au«, nn* 
tetfhifct burdj eine lansjaljrige örfafriw«, He 2K6n 9 el unfe* 
re* ©ü^nentoefen« unt> bie Mittel jur SBefcitigung tcrfelbcn 
jut (Spradje gu bringen. Sic« ift ura fo toidjtiger, al« ge* 
rabe unter btefen ©cfidjtöpunftcn ber OJegenftant» nur feiten 
betrautet würbe. — (53 vrürbe un* ju teeit führen, herauf 
fpecicHer einzugeben, nur fo viel bemerfen wir, bog oicle« 
«Be^erjigen«roert^e jur Spraye gebraut wirb, unb bie Schrift 
bar)er ber öufmerffamfeit be« beteiligten «PublifumS fetjr an* 
gelegentlich ju empfehlen tft. 

©ttlft $auf$ilb, 0UA« « *« «Kcl)icl)tr Urr neue- 
ren fconkunft. €tne akatrmibbr AntnttBrrte. JRityl- 
Ijaufcn, KiCfler, 1849. 
$>er $r. 93erf. ber vorliegenben ©djrift, berfelbe, von 
toel*em vor Äurjem fäon einige Sieber^efte im tfrit. 2Uj. 
(9fr. 9, <S. 47) angezeigt würben, tft 2)ocent ber Wlofopljie 
an ber Uniwfttat gu SBafcl. 3n ?eipjig »iffcnfc^aftüci) unb 
mufttalif« gebilbet, [daliegt er ftö) jefrt ber ftcüje ber Männer 



an, welche ftdj in bie (Sefcroeij übergefiebeU r)aben, unb bort 
ein tiefered 93erftÄnbni§ unferer Xonfunft ju roeefrn fnd)en. 
(56 war und erfreulich, biefen 93efirebungen $u begegnen, unb 
von boit eine Stimme gu vernebmen, Welche mit bem, wad 
wir Wollen, fid) übereinfHinmenb auäfpridjt. Die 6d>rift 
fclbft ift ein Sludgug au« einer gvogeren muftfgcfdjtdjtüdjen 
Arbeit, wie foldjen eine afabemifdjc ißeranlaffung beroorge* 
rufen. Der ÜÖerf. giebt auf 32 ©eilen eine lleberüdjt über 
bie $auptpunfte ber ©efdjidjte unferer iWuftf indbefonbere feit 
bem äuifc^wunge berfelben jur ^oberen fluni* im 15ten unb 
löten 3aljr^unbert. 3)a§ bei fo befdjranftem 3fcaam weber 
auf Unterfudjungen eingegangen, noefi neue (Srgebniffe miige 
tbeilt werben fonnten, bebatf feiner ©emerfung. Der 2Bert(j 
ber Slrbeit befielt in ber $a§lid>fcit unb Älar^eit ber lieber 
fid)t über ba*, tea« bie legten 3abr^unberte errungen fjaben. 
Da e« an berartigen <S(fcr<ften gur Orientirung für Anfänger 
fefylt, empft'bien wir biefelbe für biefen 3weef, unb machen 
barauf aufmerffam. 



3ittellt3ett|&latt 



Heu bei J. Andre in Offenbach: 

San Jffersaal , für 4 Männerstimmen. Heft 4. 
(Chöre von Abt, Möhring, Speyer u. s. w.) Part 
1 fl., jede einzelne Nummer 27 xi. Heft 1 — 4 
zus. ' Part. 3 fl. , jede einzelne St. 1 fl. 12 xr. 
(in Parthien für Vereine hilliger.) 

Clement! , Sonaten f. Pfte. 1-4. Lfg. (vollst.) 
7 fl. 12 xr. 

Havdn, J., 6 Sinfonien f. Pfte. zu 4 Händen 
(vollst.) 7 fl. 12 xr. 

VOSS, C, Op. 97. Fantasie f. Plte. Sonnamhula. 

1 fl 12 xr. 

Op 100. do. do. Martha. 1 fl. 30 xr. 

Cramer, H., Op.57. 6 Fantaisies elegantes f. 

Pfte. Nr. 1. Die Fahnenwacht, 45 xr. INr. Z. 

The last rose of summer, 54 xr. Nr. 3. An 

Adelheid: „Liebend gedenk' ich dein 44 , 54 xr. 

Nr. 4. Agathe, von Abt, 54 xr. 

"B^TcTZ KLEMM in LEIPZIG 

erschien so eben : 

Hälfe, M. W., Die einsame Rose. Lied für 
eine Stimme mit Pfte. 5 Ngr. 

Beethoven, luVan, Op.25. Serenata (per 

Fl V et A.) aggiustata p. Pfte. a 4 m. da J. 

Moscheies. Parte 1. 25 Ngr. 

do. do. Parte II. 1 Thlr. 5 Ngr. 



Chernbini, Wj. 9 Ouv. zu Medea arr. f. 2 Pftes. 
auf 8 Hände. 1 Thlr. 

Durrner, J«, Aus Op. 5. Der Sommer. Lied 
f. eine St. m. Pfte. 5 Ngr. 

Scheller. G M Op. 2. Sechs Lieder f. Sopran 
(od. Tenor) m. Pfte. 20 Ngr. 

, Op. 3. Vier Lieder f. Alt (od. Bariton) 

m. Pfte. 15 Ngr. 

Schumann, Hob., Aus Op. 35. Wanderung. 
Lied f. eine St. m. Pfte. 5 Ngr. 

— , Aus Op. 35. Frage, do. do. do. 5 Ngr. 

Stahlknecht, A. H., Op. 14. Des Berg- 
manns Kind. Ballade. 10 Ngr. 

Hiermit beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, 
dass ich die bisher von Hrn. G. Beyer hierselbst 
betriebene 

Musikal. Notenstich- und Druck -Anstalt 

käuflich übernommen habe und unter meiner Firma 
fortführen werde. 

Indem ich bitte, hiervon gelalligst Notiz neh- 
men zu wollen, verfehle ich nicht, meine Ofßcin 
allen Herren Collegen bestens zu empfehlen, da ich 
in den Stand gesetzt bin, alle vorkommenden Ar- 
beiten auf das Beste und Billigste herzustellen. 
Cassel, im August 1849. Q Jj U CkhaV&t 9 

Musikalienhandlung. 



t5=> (Sinjclne Olwnmetn b. 9t. 3tffr- f. afluf. n?ci&cn $u 1-j Mjt. beregnet. 



"Oiutf ü»n %t. 9t üd mann. 



Ileue 




titfättft fSr l|§«fiß. 




Ö fcqtitiwof Üidjer SRebacttntr 
Jvtanj SBrenbef* 

ginunbbrrijjigfter Eanb- 



M 16. 



S et f c g er : 
Stöbert J^rtefc in £ci#jig> 

Den 22. Stuguft 1840. 



2 Hummern t>cn 1 ober lVa 99cg*a. 



$teie be* ©ani>c6 **n 52 9friL 2'/i £l)ir. 
3tifertionägebn*)ten Me *Uetitjcile S Stfgr. 



Abonnement nehmen äffe ^aflimter, ©iu$f, 
Ülujif - unb JtunfltjantJiutißftt an. 



3n6ttlt: Stomantt! In bu ffliufü (gortf.) — JUtint ^tttuns, 3aet5ß«f$i($tf, iöermffötf*. 



Sflpmantif ttt bet SBfttfif* 

(Bföctff«unö,) 

©ie bebe SJebeutung bei Srage, mrfdjr miä fci6= 
tri befd^äftigt Int, beraten n?ir und uidjt. ©ie ifl 
ju fefyt metap^fif^er Statur, fr reift ju nat)e an bte 
©rage Öfen baä Söffen beä atfefuten (BeifteS, ftlf 
bajj roir ni^i einiges ffiangat cor bem öoruc(unen 
Säbeln mit bem verächtlichen gic^fcljurfcii ba gelrijrs 
ten ©enen ^ßfjilcfoptjeu t)abcu fottten , benen unfrre 
©arfieflung nctfytDenbig einrä fcldjni ©egenftanbeä 
mimörbig erföemen tnufj, ©cd} barauf niüffcn trir 
t0 nun fäjcn anfommm faffrn. Utn iljnen ju geniu 
gen, (jätie man ja am (fnbe bie ganje öogtt citiren 
muffen; bie abftracte ©ttmminig tjatte ftcr) rcctjl fd?itf= 
lidj al§ fcte Kategorie beä @tnä üüe* beö Ürctcu be= 
jiimmrn (äffen; man Ijatte ifjre SBeiterciitroieMung 
nier)t gehemmt, fonbmt ir)ren flufenmeifüi gorfgang 
fciä jum Segriffc t)in baigett}an; fobann ba"tte man 
bie S&fßimmung bei ÄreieCaiifeö nirfjt tjcrfömeigcn 
bürfen, na<^ melier ber ©egriff eift babiud; fein* 
SBnfUdjrVit eirridjt, bafj bie jn Momenten gftüDtto^ 
neu ©eflaltungen ftäj itueber &on bleuem, ahn in 
ifcrem neuen ßfementc unb in bem geworbenen ©inne 
entroitfetn unb ©efiattuug geben; — fe (jaüe man 
bit © (immun g tüieber erlangt, — flttdj fine Setre= 
gung, aber eine folaje burdj ben ©cbanfen biuburdj; 
auc| ein ERingen y luflc&ei aber rotfentlidj ©neigen bet 
3^)« iftj — roit waren juiti Hnfang )itrudgefc(it # 
fett nun aber nic^t me^t reine, fenbetn «fteetirte Uns 
miMflbarfeit, tiiajfc me^r pxoct^lo^ t fonbern lucfeittliä) 



8tefnttat »Sie, $d) ^afee mit Sbft^t eine folt^e 
rein lügifd)e ©arfleöiinjj tiermicben; mcju aud^? -3« 
ben bidffeibigen fiogifen befaßter $^i(ofof)^n ftitbet 
fict) ja baä s 2itteö viel trifft unb au^fiiljrtidjer, aU 
es bfr mir fna^it ^ngemejfrne Maitin miebrrgfben 
t&nnte, um eine n*n* f^itofo^^if^e Sntbeiung ^ans 
tttt eis fid? ^ier and? ni^t, mit cubliiv fmb eß ja 
ntdjt bie ^J^ilofü^ni, für bie idj ju f^reifcen untets 
nommen, fonbern firnte, metä^t mir für eine menfä^ 
tiefere, tritt biet fagen: itnnUe^ru S)arfießung jeben; 
faa§ ©anf iriffen. 

Wber au<^ fo — ^offc ic^ — mirb bie SDifferenj 
gkuifd^rii meiner 5tnft^t über ben ©egenfianb ber 9Kus 
ftf mib ber in bem oft genannten $(uffage auäge; 
f^roc^enen ^tntangtid) Plar geworben unb genugfam 
mßtim'rt fein. ©ie befielt — um e8 ne^ einmal 
turj jnfammenjufaffen — in nic^tö Ruberem at§ bar; 
in, bag in jenem Staffage bie ©timmung ben ©eban* 
ten no(^ toi ft(^ / &ier bagrgen ftc benfefben bielme^r 
tjiutet ft£^ ^at, 3^ faffc bie muftfaiifd^e ©tim= 
mung als *ßt ebnet au% bcin ©ebanfen. — 
Stn einer ©teile jeneS Stitff«6«3 f^eiut bet SBer- 
faffer brffetbeu bannt jtf eince weiteren SÖeftim^ 
mutig fd)reiten ju trotten, baf' er bie ©timmung aueft 
afe Gfrictuijj, alä geiftigeä yaetmn betrautet — 
aUrin bie glei^ baiauf hinzugefügte öiftarung: biefe 
©timmung fei „bei mieublidje Uebeif^up beS 3u= 
^alträ bei ©ituation über ba6 ©efonbere, S3eflimm= 
te, tvel^eS ft^ in Sßoiflefliing unb 3öoite f äffen 
läjjt} bte trflimmtc X^at, SJitr^auung unb öntf^lie; 
fung faflr auger^alb bei SRuftt" — ^ebt biffen ttn« 



2 






s 



86 



fag eben fo wieber auf. gßcnn baö ©eflimmte aur 
fjerb/alb bct äflufif fällt, wenn man, um baö nutfifcu 
lifdj ©arflcübare einer Situation ju ermatten, 9lücö 
h)aÄ fte 83eflimmteö in ftd) enthält, abgießen mug, 
wo tyaben wir ba ein geifligeö gactum? SP j f "ft 
Ueberfäug ober SRefl, ber unö naef; bem Slb^uge 
"bleibt, nietyt toiclmefyr lieber nur bie gan$ einfache 
Stimmung, bie wir 311m Äunflgegenflanbe für uns 
tauglich befunben fyaben? SDhig man nidjt im ©es 
genttjeil fagen, bag erft bie SBcrflcflung unb baö 53e* 
wugtfein über bie Situation unb über baö 6rlebnig 
jene Stimmung probueire, meldte ju einer fünfb 
lerifäen ©arflellung geeignet fei? SSenn ©retten 
im Baufl ftngt : „SJieine SRufy' ifl Ijin, mein §er$ ifl 
fcf)wcr :e." — fo ifl eö ein ©ebanfe, ber fte quält; 
neb/mt it;r btefen ©ebanfen unb if)r ner/mt ir;r audj 
bie qualvolle Stimmung — ir/r t/abt bann baö un; 
befangene, naiüe ©retten wieber. Ober: wenn 61= 
toira ftet) ton ©cn ^uan üerlaffen fier/t, fo ifl cö nur 
baö ©ewugtfein über bie Untreue beö ©eliebten 
unb über ifyre eigene %icbc , bie trog jener nidjt ju 
erlcfcr)en »ermag, weldje ben 5luöbrucf unb (Sfjarafs 
ter jener burcr) tyreSlrie: „9fti$ »erlägt ber Unbanf* 
bare" bargejleflten Stimmung bebingt. ©onna Slnna 
enblicb;, jwar öon Anfang an eutfdjlcffcn, ben SJicrb 
itjreö 93aterö ju rächen, gewinnt boc$ für biefeö iljr 
9tad)egefüb/l erfl ba eine beflimmte {Richtung, giebt 
erjl ba auger itjrem Sc$mer$e aucr) noer) einer unenbs 
litten ßmporung Staum, alö fie bie tocflflänbigfle 
©ewigr)eit über bie näheren Umflänbe ber Örebeltfyat 
unb über ©en, ber fte terübte, erlangt t)at. — Äurj 
nur baö fflewugtfein über eine Situation erjeugt eine 
innerliche (Smpftnbung öon berfelben; — fo lange 
man &on tem Schwerte über feinem Raupte üftidjtö 
weig, fo lange jittert man aucr) nicr)t bor ber ©es 
fat)r. 9?ur ber ber Stimmung immanente ©ebans 
fe, nicr)t ber augert/alb it)rer faOenbe, fnmt beflimmenb 
auf fte etnwirfen. ©ie gebanfenlofe Stimmung ifl 
baö ewige (Einerlei, bringt eö nicr)t jum Unterfdjiebe 
mannigfaltiger Stimmungen, unb bie äJiuftf, welche 
nur Sluöbruct beö ©ebanfen« unb ©eflaltenlofen fein 
fofl, fann confequentermagen j. S3. im ©rama, wo 
fte eö mit ©eflalten unb gebanfentoüen (Sfyarafteren 
ju tt)un, feine Stelle pnben. 

3nbem ber SBerfaffer jene« Stitffageö biefe gebatu 
fentofe Stimmung jum Stanbpunfte erwählt, ton 
bem au% eine Äritif ber JRomantif an^ufleÜen fei, fo 
pafftrt eö i^m, bog in ber QluSfüfyrung btefer Äritif 
jener Stanbpunft feinen ßügen unbemerft entgleitet, 
unb bie fonfl fo tTefflie^en unb treffenben 2lufieinans 
berfe^ungen in concreto beö nBt^igen $alteö entbet)s 
ten. So -- um nur (Sineö ^ier anjufü^ren — toei* 
fet er im „romantif$en $umor y/ ben Stritt auö ber 



geflaltenlofen ^nncrlic^frtt l;erauö jur ©egenflänbs 
lid;feit naef), einen Stritt, ber na(^ ber (Eonfes 
quenj feiner im Qlnfange aufgeflellten ^rineipien jus 
gleid; ein Stritt a\\% ber SDiuftf fyerauß wäre, ba 
biefe ja nur ber Sluöbtucf eben jener $nn erlief feit 
fein fo«, bie noer; feine ©eflalt unb @egenflänblt(fjs 
feit gewonnen ^at. $a eö fann gefagt werben, unb 
wirb ftcr) unten bei ber SKomantif nod; näljer erweis 
fen, bag baö Äapitel mit feinen ben Stanbpunft rr.ts 
^altenben Sägen eben fo üiele Stügpunfte für bie 
Ötomantif gegen ben fonfl fo glücflicfyrn ©efämpfet 
brrfelben liefert. — 

©ie war;re Katur ber muftfaltfdjen Stimmung, 
baö 83er^ältnig jwifc^en unmittelbarem ©efütjle n\\t> 
bem ©ebanfen, beren gegenfeitige Sejie(;ung unb notl;s 
wenbigeö tlebergeb/en in einanber ju begreifen, ifl feine 
leiste Sac^e, jumal für baö nur tJorflctlenbe Sewugts 
fein, ©iefeö ^egt — wie wir fcr)on oben einmal bes 
rührten, — gewö^nli(t) bie irrtr)ümlicr)e Meinung, bag 
eine S3efc^äftigung mit ber SBiffenfc^aft bem SWuftfet 
nict)t nur f«i^tö nüge, fonbern itjn bem SSoben beö 
reinen ©emütljeö entreige unb ©efa^r laufen laffe, bie 
fe^öne Unmittelbarfeit, baö „Sflaturwüa^fige" feineö 
ai^efenö ^u verlieren. Selbfl ^»egel fagt einmal in 
feiner Sleftyettf, bag eö fa^eine, alö ob für ben 2Kus 
ftfer bie wiffenfe^aftlict;e 5luöbilbung nic^t not^ig fei, 
weil baö mufifalifa^e Talent häufig fa^on in ben 
Sauren, wo ber ©eifl bie Steife beö ©ebanfenö noa^ 
ni^t erreicht fyake , ftcr; in ber r;öcr;flen ober boer) in 
einer fefcr ^c^en 5luöbilbung jeige. ^eboer) baö ifl 
eben nur Schein. $egel, welker felbfl unumwunben 
befennt, bag ex öon ber SKuftf 9?ict;tö terfler^e, ifl 
^ier not^wenbig befangen. 2Baö toon ben SEBunbers 
finbern ju galten, barüber ifl man längfl im Ria* 
renj unb glücf lieber Sßeife ifi aucr) unfer 3fitbewugts 
fein fo weit gebieten, bag man baö ©eniale beö 2Wu; 
ftferö nia^t me^r in baö ungefcr;lac§te SBefcn unb ben 
b/albrailben 3»flflnb fegt, bag ja bie fogenannten 
Stocfmuftfcr (bie man eben wie einen Stocf in bie 
däc flellt) fcr;on längfl ein ©egenflanb beö fc^Os 
nungölofeflen Sfotteö unb ^eiterflen ©eläcr)terö ges 
worben finb. eingenommen aber, bie Stimmung, 
welche ben ©ebanfen noer) bor ftdr) $at , wäre wirf* 
lid? ber ©egenflanb ber äflufif, warum eomponiren 
beim nicfyt bie Säuglinge in ber SSiege? Söarum 
ifl gerabe bie SWtiftf me^r alö jebe anbere Äunfl 
Sigent^um beö 9??anneö, in welkem ber ©ebanfe 
tor^errfeit, unb nicfyt öielme^r beö SBeibeö, wo bedj 
ba« ©rfü^t biel unmittelbarer waltet? @nbtid& — 
um aucr) bieö nia^t unerwähnt ju laffen — ifl ber 
3let beö Ecmponirenö felbfl nicr;t ein 9let beö »es 
wugtfeinö? ©ie erfte Anregung mag immerhin Dorn 
©efü^te unmittelbar gegeben fein; eö mag auA wotyl 



87 



watyrenb ber 9lrbeit monier 3luöbrucf bemjenigen, 
waö man unmittelbar gefüllt $at, nic$t entfprectyenb 
erföeinen : fletö mug baö, n?aÖ man mufifalifcr)e &tt 
ju nennen pflegt, ftc$ boct) jum ©ewugtfein r)erauös 
arbeiten, b. (;. ganj einfach : man mug eö eben wifs 
fen um eö j. 85. auftreiben ju fönnen; unb man 
fann ftc§ nur bann türmen, ein £cnflücf öollenbet 
$u t/aben, wenn man ftet) audj über baö fleinfte ©es 
tail bie flarfle Sted)enfct)aft 31t geben im Staube ifl. 
*Het)nlict) ifl eö mit bem %a etg cfü r;le. ©teilt einen 
2Jtenfct)en, ber eö unmittelbar, aber unbewugt beftjjt, 
mit bem ©irigentenflabe an bie ©pi§e eineö Drctyes 
flerö, unb it)r werbet fet)en — mir fpred;en a\\% @rs 
faljrung — wie er j. ©. bei ben ©önfopeu ber ©s 
©ur ©vmpr)onie auet; ganj unmittelbar „gemüttyliay 
biefen gegen ben %aet anflrebenben Stfyptfymcn ftet) 
tyingiebt. Unerfct)ütterlict)eö $aetgefüt)l ijl nur ba 
cort/anben, tue eö unmittelbar auet) ©ewugtfein ifl. — 
3ct) fann biefen ©egenflanb nict)t toerlaffen, ot)ne 
noct) einen flüchtigen ©tief auf ben erjlen ©anb üon 
Stuge'ö Söerfen geworfen ju ijaben, in welkem ber 
93erfaffer jeneö 9luffa§cö offenbar bie Anregung baju 
gefunben t;at. ®ag er felbfl barauö fein £el;l madjt, 
bereifen t(;eilö bie häufigen (Stationen, tbeilö bie 
(Smpfefylung , biefeö treffliche SBerf nad^ulefen. (So 
ftnbet ftet) barin allerbingö 9}tanct)eö , \va$ $ur 21ufs 
fteöung eineö Sßrineipeö ber gebanfeulofen ©timmung 
©runb unb ©eranlaffung geboten traten mag. ©er 
9?ame Stuge'ö $at einen fo bebeutenben Älang, feine 
Autorität ifl eine fo fct)wer wiegenbe, bag eö fldj 
fcl)on ber SJtitye oerlor)nf, mit SBenigem t;ier auf bie 
Quelle, auö ber jeneö ^ßrinci» gefloffen, jurücfjus 
ge^en. 

©eite 358 ff. feineö SBerfeö fvvtct)t Stuge oon 
ber 2ief'fct)en Stomantif, welct)e /7 aUe §errlict/feit beö 
poetifct)en Sebenö in baö Werfer) w omni eite, geenblaue, 
Stebulöfe, bie bloge ©timmung fege, unb baffelbe 
bann auöbrücflicr) an bie SHufif abtrete in ber be* 
fannten ©tropt)e: %iebc benft in fügen Sönen 20." — 
,,©00 Söunberbare unb Unbegreifliche ber Sßoefte — 
fälprt er bann fort — toerfct)wimmt in Unbeflimmts 
tyeit, bie nict)tö weiter auöjubrücfen oermag, a(ö im 
allgemeinen bie ©timmung, wie bieö bie SJiuftf 
t^ut, welche barum bie wafyre Unmittelcarfeit ber 
Sljrif ifl." — „(So wäre nict)t ungefct)icft für bie 
rmjflifct)sromantifct)e Siebe, alfo für bie unbeflimmte, 
nebulöfe, füge ©elbft s (Smpftnbung, bie eigentlich nur 
it)re eigene, innere £errlicfyfeit unb ©ewegung, nic$t 
ben ©eliebten jum ©egenflanbe t)at, nur ju tonen. 
©0 braucht fle nur egoiflifet) in ft<$ r)inein $u fum* 
men, toie ber SWaifäfer; an bem ^Bnen r)at fte als 
lerbingö bie unbeflimmte, unbeutlicr)e, oielbeutige, 
nur empfunbent, nic^tö fagenbe unb alfo au$ nic^tö 



profanirenbe ©ewegung 5 ifyre 3nnetttdt)fcU , bie flc$ 
felbfl nic^t faffen fann unb mag, wirb im SWuftfatü 
fcr)en nic^t beutlic^er, unb boer) auögebrücft, boc^ t^er* 
auegetönt, unb in ber £r)at, baö ifl baö SDityfli: 
fd^e unb bie Stoma 11 tif ber SNufif, bag fo 
lange fte nid?t auöbrücflicr) SBort unb $anblung bes 
gleitet, bie ©ebanfeu il;r aücrbingö ju fern jlefyen, 
um fie jum beflimmten ©ttct)l)alten ju bringen, ©ie 
^uftf wirft alle (Energie in bie ©timmung , biefe 
regt ftej ben bunflen romantifct)en ©emüt^ögvunb, 
bie ©äfyrung alö folc^e, in ben oerfc^iebenflen 5lb|1us 
fungen unb Stiftungen 00m 3*fflie§en in ©c^iuer= 
mut^ biö jur 3ufammennal;me ber ©eele in'ö tapferflc 
©elbfl s unb ©iegeögefül;!, baö weify fte auöjubrüs 
efen." — ^n biefer ©teile ftnben wir in ber S!i;at 
alle jene $luöbrücfe wieber, alö: bloge ©timmung — 
©äfyrung alö folc^e — ^tnnerlic^feit, bie ftd^ nic^t 
faffen fann unb mag u.f.w. ^)ier tritt nur ber Uns 
terfdjieb ein, la% Sftuge auf eine r/öcr)f! naiüe Söeife 
fo confequnit ifl, btefe gebanfenlofe ©timmung auf 
baö £önen alö fote^eö, etwa auf baö ©ummen 
beö Söiaifäferö ju befc^ränfen, etne ßonfequenj, bie 
ftet) bei unö alö eine notfywenbige erwiefen ^at. ©as 
gegen liege ftet) nict)tö einwenben. greilict; ifl alö? 
bann bie gan^e äftuftf romautifer), unb Stuge burfte 
Äieb unb SDper uicr;t auöne^men. ©enn ba§ ein 
ä u§ erlief eö Einzutreten (bti bem aufgehellten ^ßrins 
eipe fann man nur oon einem äußerlichen fpredjen) 
t?on SBort unb ^anblung ber 3Jhiftf il;r romantifc^cö 
ßlement noety nict)t raubt, baö ifl in uuferem oielbes 
fproct)euen Sluffage bei Gelegenheit beö „romantiferjen 
ßiebeö" genugfam barget^an worben. ©erabe biefe 
©teile beweifl, bag felbfl Stuge über baö Söertjältnig 
oon SWuftf unb ©ebanfen, wenigflenö l?ier, ftet) nid?t 
rect)t flar ifl — meliert ifl er auet) ju wenig Sftus 
ftfer ba^u. $)ören wir il;n jeboct) noct) etwaö weiter: 
„(So ifl nun aUerbingö ein s #erDienfl, im ^5oetifc^en 
aucr) baö 9Jiufifalifcr)e, auet) bie ©timmung unb ben 
^on ju galten, unb eö gehört jur ^3oefte ein eigener 
©inu für biefen unfagbaren ©uft; aber biefer 2!on 
unb biefe gä'rbung befriebigt fogleict) bie Siebe j. ©. 
nic^t. %)lan würbe ein Vßaax fiicbenbe nict)t ärger 
ennu^iren fönneu, alö wenn man fte auf bie 9luös 
brueföform ber 5Racr)tigad rebueirte, unb ifynen ©es 
banfen unb Söort fo fern rücfte, alö $ief eö ftngirl. 
Unb wenn bie füge Siebe oielmer/r in Äüffen u. f. w. 
benft, fo r)at biefe ^olbe ^rariö all' ir/ren SBert^ 
nur in ben ooraufgegangenen unb in ben 
fie begleitenben ©ebanfen, bie baö ©es 
wugtfein beö geg enfeitigen ©eftfceö unb 
feineö SBert^eö finb, unb weit tiefer in bie 
@ac$e ge^en, alö alle Xöne ber beflen ä^ujlf unb 
ber innerlichen ©timmung vermöchten, wenn 



88 



bte Stimmung nidjt tbtn ein Sßrobuct b i es 
fer ©ebanfen wate." — 2JNt tiefen Söorten fyaU 
ten teir benn boö 9Bat)re: bte (Stimmung, tuenn fie 
$attbar unb ger)altüctt fein fofl, mu§ bte ©ebanfen 
tytnter ftd? fyaben, Sßrobuct au« benfef ben fein, irä^ 
renb cd bte blofje (Stimmung immer nur ju Sflafy 
tigaflenfauten bringt. Söeiterfyin fycifjt e3 : ,,©a8 
©etone unb ©eflingfe, n?e(ct)e§ nidjt einmal muftfa« 
tifety iß, erreicht ben ^n^alt nicfyt" — unb gerabe 
fet)r üiele im SHidje jerfheute (Steuer, fyanbeln über 
baö Sfjema: bafj tute in ber 3Biffcnfcr)aft bie Sbee, 
fo in ber Äunft (affo auet) tu ber äNuftf) la$ Qbeat 
erteilt roerbe. ©oct) iß eä nidt)t nötfyig, lange 
barnadj ju fliegen — gleich im anfange feineö Söers 
feö läßt und SHuge über feine irafjre Meinung nic^t 
mefyr im 3ro"frf- 91 anbeut er (<S. 12) ba3 ©es 
mütt) für fict) aU baö ungebänbigte, naturtoüdj- 
ftge SBefen beö ©eifieö erffart, feine Sfyätigfeit in ber 
Äunfi a(ö mftonär unb excentrifdj bejeidjnet unb bie 
fjirirung btefer einfeitigen ©emütr)öfe(igfi\t au§fcr)lie§= 
Üdr) ber SRomanttt $ugefcr;tieben ijat, fäfyrt er alfo 
fort: „91uber8 ift eö, roenn baö ©emütr) in feiner 
ÜBeroegung burefy ben befonnenen ©eift gebogen, 
gebilbet unb beljerrfdjt »wirb. ©er Söattung, ber 
Sßljantaftes unb ^erjenöbeiregung giebt bie SBett unb 
ber einzelne ättenfcfy ficr) r)in gerabe in ben Eugens 
bltcfen, n?o er in ber Slneignung feined ©egenflanbeä 
arbeitet \ orme tiefe Söegeiflerung gäbe eö feine ©es 
friste, unb Weber Äunfl, noefy SBifienfäaft, nodj 
JKeligionj ja bie Religion ift gan§ eigentlich bie 5lufs 
nafyme bed «3b™I™ in taö intimfle, perfönlidje «3»" 5 
tereffe-, aber tie ©emütfySgäbrung , tie SSegeiftetung, 
tie perfönftdje 5öet(;eitigung gewinnt erjl ifyren SSertr) 
unb ii;re Söafyrfjeit fcurcr) bte iöä'nbigung, bie fte com 
felbfibetuujjten ©eifie erfährt: „ber ©Ott im 
JBufen" mufj ftcr) ntc^t bloä füllen unb mit aufa'ttu 
gen SDrafeln offenbaren, er mujj ftc$ um f fett unb ber 
befonnenc §err beä 83ttfen3 fein, ben er bes 
ttegt." — 

Saffü. 3- (Sdjaeffer. 

Snbe be* erflen tfrtüel*. 



Äleinc Bettung* 

9lu$ 3Retfebutfl föreibt man un«: Unfer SWuftfbir. 
(Sn gel, feit 9lptil vorigen SaljreS in unferet aKitte, bemüht 
ben ©inn für ernfte 2ftuftf mefyr unb mebt ju toeefen, unb 
auf bem ©raube fortjubaueu, ben fein Vorgänger bitter 



gelegt Ijatte, üetanflaltetc im Saufe tiefer 3eit mehrere be* 
merfen«roertfye Aufführungen. 3n ber Äirdje Rotten nir an« 
§er eigenen (Sompojttionen beffelben bte SKotette »on SWenbeU* 
fo^n Dp. 69 ^^aua^jet bem ^>errn", ferner jroei $iecen au« 
$aului5 u. f. f. 3n t>ier ^ira^euioncerffn im Saufe bc0 veri? 
gen 2Binter6 famen mehrere ältere SBBerfe gu ©ef)br: fflhytf)* 
mifd^er (5l;oral /( (5in' fefle 33urg" naa) Sut^er'e Original* 
»eife; ferner: Domine Jesu Christe von $ale(irtna; „3<J 
lrei§, ba§ mein (Srlöfer lebt" au0 bem 3Reffta«; Regina 
coeli t?on (ialbara, u. f. f. §lud) unfer (Stabimuftfbiiector 
©raun »eranftaltete vorigen ©intet brei (Soncerte, in roelj 
<§en nur clafflfdfee ffierfe für Ord)efter j^ur Sluffübrung famen, 
bie Soli vorgetragen ven Jtünfilem au« $al(e unb ßeipjig. 
2)ie rf 53urfd)enfat>rten" von 3. £>tto rourben vom (Santor 
Hippel in ber SRitte vorigen iWonat« gtoei SWal aufgeführt. 



Sagefegefdndrte* 

Reifen , (Soncette, (gngagententö :c. *r. (gilbet» 
get bat in ßönig^berg eine mujt!alif4e @oiree veianftaltet, 
bie fia^ vielen JBeifall* erfreute; er felbft trug einige Sieber 
unb Strien vor, unb ^t. Seen fpielte einige 33iolincompo(t# 
tionen. 

Sri. gueüe ©tafcn gaflirt in 23re«lau mit gro§em 
©eifall. 

SWuftffefte, Aufführungen, CDic ©ingafabemie in 
ÄontgÖbetg bat in ber Somfir^e „bie (Sdjöpfung" »on 
J&a\)bn aufgeführt. 

Auöjeic^nungen, S3eforberungen» §eetor 23erlioj 
i)at von einem herein für Äuuft unb S©iffenfdjaft in $ari3 
eine golbene SWebaille, bura) aJUperbeer, Zahlst unb @ar 
überreizt, befommen. 

2)em Dirigenten ber Stympbonteconcerte in Äönig^berg, 
§rn. SDtatpUTfl, fyat ber Komitee etne golbene Übt al« Sei- 
ten ber Slneifennung überreicht. 



38crmifd)te6. 

©er Senoriit ÄOget von «pari« i(i bereit« gtveimal mit 
augerorbentiie^em 93eifafl in granffurt a.SK. aufgetreten; afle 
Sournale tu ftranffuvt ergiegen fi* in Sobeöerljebungen über 
ifyn. 

3enn9 IBtnb if» je^t in (Smd, um ba« S3ab jur ^erftel* 
lung tbret angegriffenen ©efunbbeit ju gebrauten. (Sie fod 
fta) nun feil entfajlcifen baben r ber ffiübne in entfagen, aber 
femer in ßoncerten unb £)ratorien ju (Ingen. 

Älejc» ©re^fdjoeJ i|l von Sonbon roieber jutücfgefebtt 
unb bält fta^ je^t in $rag auf. 



X>ro<f oon 9 t. »K ü & ni a n iu 



H(«e 




titf$tifi füt 




Jvranj 33r<MibeI. 
gtnunDbreifigßer Banb« 



^ ir. 



B c f C 1 9 1 1 : 
Robert ft tiefe in Seipjig* 

$ett M. «uguft IM». 



Statt Hefer 3*iff4. crFdS einen ttä$entti<$ 
9 Kümmern tton 1 ober 1'/, Jüchen. 



3J«i« bes ©ante* Don 52 St™, 2'/, Ifctr. : 
3nfertien^tb&(jTeir bie $eCitjeiU 2 Vt$x] 



Abonnement nehmen alte SPofUmtee, gfr^f, 
SBtujif* unb Änn^anMnngfii an« 



3tÜ?alt: fffe* yiftrt»fott< ju fti« Wintert, — tfu* frantfutt A # 3)t, — Jtritfföcr Xnjdafr. — gnttUfatnaMatt, 



3tl)b- Sdjumatm, ffip. 66. ßtlbrr aus ©Arn. Sictjs 
Oatjprcmjitu*. — fripfig, $- fliftner. 2 fleftr. 
P t\ fints jeDen 22^ Hijr. , poUft. 1 tl)U. 10 flgt. 

Saut ©orbemerlung beä ©erfaffeeS »rtbanfen bie 
»orliegenben ©tütfe einer befonberen ^nre^ung fy« 
<3ntflel;ung, ,,©ic ftnb namtidj mäfjrenb bei Sefenä 
bei Sftüdert'fc^en SRafamen ((krjd^tungrn uadj bem 
31rafcifc$en be€ §ariri) gefdjriebrn} bed ©ndjeä touiu 
berliner ^ctb, Stfcu ©eib, — ben man unfetem beut* 
ifyn Sitlenfpiegel tjergletc^en fönnie, nur ba§ jener 
bei tteftem poetiföer, ebler gehalten ift, — ime aut$ 
bie Grigur fnitfä eijrenmert^en ßreunbeä $aret§ motU 
ten bem SEonfeßer tuä^renb beB (SompcnirenS ntdjt 
auö bem Sinne femmen, roaä benit ben frembarttgen 
etjataftet einzelner ber SKufttfiütfe erklären mag. 
SBeftimmie Situationen ^aben ubrigenä bem Gorn^c; 
nifhn Bei ben fünf erfreu ©tücfen nic^t borgefc^iuebt, 
unb nur baä legte (ännie uidUidjt alä ein äüibeitjall 
ber legten SOiatame gelten, in ber ipir ben gelben in 
Steue unb S5u§e fein ttiftigeä Acten befdjliefjen fefcn," 
— @o tteit bie eigenen £8erte beä Ximfegera, burtt) 
toetdje ba8 9Serftanbni§ ber bargebotenen ©tüc!e ter* 
mittrff / bte Söeget^nung berfclben alä „Silber auä 
JDfien" gere<$fertigt mirb. 

Bei näherer Betrachtung beS 3nljalte3 laffen flt$ 
bie betben *perfßnliäjfeiten, t?on benen oben bie 9tebe 
ift, fet)r beutlia) ttnebeterfennen, S)ie eine boit i^nen, 
tü^n, nntexne^menb, feurig, ^eigt ft^ uarjugäroeife 



in ber erflen, btitten unb fünften, bie anbete, fanft, 
^ingebenb, finblt^, Dorjugimeife in bei jtweireu unb 
vierten Kummer» ©oc^ erf^einert f!e beibe fietä aU 
treue, unjevtrennti^e S3unbeSgenoffen, bte in unb für 
einanber leben, fic^ gegenfeittg bur^briugen, @te finb 
nic^t o^ne @i$Mtyit f aber gängig fern bei; uneblet 
©eftnnung unb büfer Sibft^t, @o jte^en fle froren 
Wut^eö auä in bie weite SBelt unb ftthen fi^ einem 
luftigen, abenteuerlit^en Sretben ^(n, femtnen bei ©c= 
legen^ett unter anbevem au^ einmal ju einem SJolffis 
feft (»i.S # „im »oltflton"), mo fle fl^ tei^tblütig 
unb be^enbe btudj bie SWaffen belegen. Dft ifl eä, 
al® fuu?e ber vertragliche gteunb beS gelben benfeU 
ben t>cn ber Sluäfü^rung feiner tollen (Stnfäfle abju? 
bringen, beffen Soöflürmen bur^ befSnftigenbeö Bus 
teben ju tcrljiiibern. @o namentlich in ben SOtittef; 
fägen ber erflen unb fünften Ütummer (beibe in SDur, 
nac^ ^eifominli^em SCuSbrucfe bie Srtoä), bort me^r 
in bittenber unb ma^nenber (®.7), ^ier me^r in iros 
ntfc| neefenber SSJeife (@ t 55)s aua) in ber @te((e 
„ettwaS fangfamer" in ber 3ten Stummer (€L ib) 
t^ut ftc^ bte bebenHid?e SKiene beS Sfreunbeä funb, 
@S ftnb jene SSittelfage ^oc^fl teijcnb unb eigen* 
tt)ümti^, gewi§ ößn grofer Sieben^icürbigfeit, WU 
befonberS äjarafterifltfdjen 3»8 **«* bem ber Sten 
Stummer, n?o ber Saf nidjt utn^in fann, feine fceu 
fdßige Bufttmmung j« erfennen gti geben, I)e6e ic^ 
bie beiben Sacte (@. 22) ^ier ^ertior: 



SSjÖS^fe , meldte \oon trefFenber Söir= 



90 



fung ftnb. — ©ie 2tc unb 4te Stummer in längs 
fernerer Sewegung ger)enb, ftnb fet)r ftnnige ©tücfe. 
Steten brt innigen (Empftnbung, bie fte in gleichem 
SWaafje burel)r)auel)t, jei^net flel) Jene eben fo burel) 
gcifltolle (Sombination, alä biefc burel) Ginfael)r)eit 
unb „Äinbliel)feit ber Stimmung" auü. — 3n ber 
@^Iu§nummfr, beren Ueberfdjrift „reuig anbäer)tig" 
lautet, ifl bie (Er)arafteriflif beö flerbenben gelben fo 
fein unb treffliel), bafj bem §örer felbfl baö SBeinen 
nax)e fommen möchte. ©ö beginnt bie ernfle (Seite 
beö ßebenö ftä) ju offenbaten unb — mit ber ©id^ 
tung wirb'S torbei. (Sine (Erinnerung, ba§ fein %u 
ben niel)t ot)ne eble %\)at torübergegangen, ifl bem 
4?infel)eibenben geblieben j ber Slnflag an 9?r. 4 (legte 
©eite) fur$ fcor bem ert)ebenben (Schlug, unb biefer 
felbfl, ber unä an baö „£ell flrafylt baö borgen* 
rott)!" erinnert, »erteilen bem ©anjen ncä) eine 
SBeifje, burel) n?etcr)e c8 lange nadjbem bie Söne toer; 
flungen, in un8 fortflingt unb feinen terebelnben dins 
flufj betätigt. 

©afj baö Söerf beS 2Jieifler3 tarnen tobt, barf 
idj nier)t toerftd^ern. 2öaö bie8 fagen will, werben 
©iejenigen, meiere gteicr) mir in ©ct/umann ben gröfj; 
ten Sonfdjcpfer ber Start) ; SSeetfyotJen'fd^en Sßeriobe 
&erel)ren, ju ermeffen wiffen. 6ö ifl meine fefle Ue» 
berjeugung, unb id) fpreä)c fie au8, felbfl auf bie 
®efat)r l)in, bafj man miet) für „toerbleubet" unb in 
traurigem ,3>rrtt)um befangen fyä'lt : Söenn fein 
anberer ber gegenwärtigen (§poel)e ange; 
l)örenbcr SDI et ft er , fo wirb boct) (Schumann 
et nfl neben £arjbn, SWojart unb83eetl)o&en 
genannt werben, ©ic 3*tt wirb fommen, ba 
man e8 eben fo unbegreiflid) finben wirb, ©el)umann 
mer)t erfannt ju t)aben, alö Söiele jegt, bie it;m nict)t 
Slnerfennung jotten, *8 unbegreiflich) finben, bafc e8 
unferem großen 9Wo$art unb Seenöten tr)rer 3*it eben 
fo ergangen ifl, niä)t erfannt worben ju fein *). greis 
liä) aber, bie (£rfenntni§ mufj ton innen t)erauö fom? 
men unb fann ben Seilten nidt)t einftltrirt werben. 
©ie8 mögen bie SKufifer, reelle bei 23eurit;eilung 
eine« SBerfeg toor aUem bie teel)nifcl)e (Seite Traufe 
gefel)rt wiffen wollen, rt3ot)t bebenfen. ©ie 3«* »P 
glüefliä) vorüber, wo bergteicr)en S3efcr)reibungen unb 
3«glieberungen eineS SBerfeS, aU fte »erlangen, noer) 
Sntereffe erregen, ^egt gilt eö, ben ©eifl, ben 3»- 



t)alt beö Äunfl»verfeö ju erfnffen unb burd) bie ©^prae^e 
fo weit alö moglicr) wieberjugeben. 9Jiögen fie nur 
baö torliegcnbc SBetf fhibiren unb baran — lernen, 
©ern greife ict; il;nen üfcrigenc babei unter bie Sirme, 
inbem \d) fte ju tiefem ©el;uf 3. 58. barauf aufmcifs 
fam inacr)e, ta^ bie eigent(;iimlicr)e gärbung beö ©an= 
jen jumeifl in ten d)romatifct)en gortfd;reitungen be^ 
ru^t, bie überall anzutreffen. [Sütan tergleict)e bie 
©teilen: ©cite 4 unb 5, Zact 21— 27 j ©. 6 u. 7, 
fcon S. 24 an j ©. 9, S. 26- 28 (ges . i, f . e, e . 
es) 5 ©. 12, £. 1 (^l;ema)5 ©. 12 u. 13, S. 19— 
22j baf v S. 7 — 9 ücm ©c^lug ^ereinj ©. 14 u. 15, 
$. 24—26 (fluftact nict)t mitgejä^lt) u. in. a.] ^n'« 
(Stnjelne jeboe^ einjuge^en, bafür ifl t)ier ber Ott 
nie^t, fonbern in ber ©tubirflnbe. 

©aö ©anjc fc^lie§licl) noc^ einmal üfcerbtiefcnb, 
fo ift ju 6emert*en, baf$ ton einem „^erfud^e", mic 
e§ ber §ßerf. fetbft nennt, nicr)t bie 9Ube fein fann. 
5ln bie früheren dlaüierwerfe beö SDieiflere tüitb man 
lebhaft erinnert. glorefian unb ßufebtuS ftnb toies 
bergefet)rt, luentgflenö feit langer 3^t nicr)t mebr fo 
erfennbar (;ertoorgetreten. ©ie erjäl;len SEitelcö ton 
ir)ren (Srlebniffen, lau ju ernfler Setracbtung jiimmt; 
mancl)eS ^aljr l;aben pe an ftd) torüberjie^en feben. 
©oer) ftnb fie bie reinen, eblen (Sfyaraftere geblieben, 
bie pe waren, ©ie leben noct) in unb buret) einans 
ber: fte ftnb eine Sßerfen unb werben — fortleben. 
(®(tiuf folßt.) 



•) 2Bie weit man an$ je^t no4 gurücf ift, Seet^oten'« 
©rö§e hht gu o^nen, betoetft u. 21. 4&r. @. Jt. @./ tnrem er 
ben ffloTfälag ma*t (f. 93b. 30, @. 226 b. 531.), ba« g nale 
ber 9ten ©pm^^onie „jum Wu^ unb frommen Sßieler ttxx>a6 
abjufürgen". IDerfeibe ift babei nod) fo unbefangen, feine in 
biefer $infiö)t t^m angctyötenben ©ebanfen für feiert fa) 
)n balten! 



5luö Jyröitf futt a. 3». 

O V e r. 

@ö ijl natiirlici), ba§ ftcr) jegt alleö um ^rn. 
Sieger brel;t, ber ncd; einmal ben (Ebgar gefungen 
l;at, unb ben Stacul in bfutfd;er ©praebe ebenfalls 
tvieberbclenb alö le^te ©aflrollc geben wirb. 5lm 
lOten Slugufl fang er ben Glca^ar, in welcher ^par^ 
tic unö aber mancher beut fei) c ©änger, unter biefen 
SBurba unb ^iel)atfcr;ef , weit lieber waren, unb ges 
(lern am 13teu 5lug. len ©eorg in ber wetgen grau. 
3)l\t dledjt würbe itmt bier wieber ein enormer Skis 
fall 311 ^l^eii, beim l;ier ifl $r. di. offenbar in feiner 
eigentlichen ©pl;äre, unb felbfl SJiomud, ber Labels 
fücr)tige, würbe barin feine ©d)attenfeite entbeefeu fons 
nen, toranögefegt, ba§ er ben frait3. ©enre refpeetirt, 
ber immer mel;r ober weniger übertreibt, ©en Sfeas 
jar unb ©eorg fang er in fran$öftfel)er ©prael)e, tt>ai 
aüerbmgö jur 6l>arafteriflif feiner ©arfleflung ein 
©ro§eö beitrug 5 unb wenn er als beutfcr)er SRaout 
ebenfailö gnrore gemacht t)at, fo t)at*e bie ©eltent)eit 
ber ©rfcr)einung xuxl bie ^aitetat ber 3luSfprael)e ges 



91 



wig feinen geringen 9tntc)eit baran. Sftan mar auger 
per) tor SBerwunberung, unb man würbe fetbft grobe 
Sßerfcoge gegen sßronuneiation unter folgen 5lufpicien 
tiebenöwürbig gefunbeu traten. Slbgefefyen ton bem 
Unrecf)t, bie ofynetjin an pfyantaftifd)eu 3luäiuud)fen fo 
überreiche Oper noct) ju einem babt;tcnifct)en <Sprael)* 
faat $u mad)en , fo möchte ict) wofyt iviffen , ob ein 
©eutfdjer pet) in ßranfreict) ein s 2teljnlict;eö erlauben 
bürfte, ofmc außgelact)t 511 werben. >2lber fo pnb wir 
©eutfer/e; niemals einiger alö wenn eö gilt a\\fc 
Iänbifet/e Söerbienfle ju belohnen, frembe Abnormität 
jum ©efeg 3U ergeben, bijarre SNoben nact)jumacr)en. 
Soffen wir bem großen fßubttfum immerhin biefen \u\* 
bebingten 6ntr)upa8mu5, benn eö wirb wie ein Äiub 
immer 00m erften (ginbruefe beberrfdjt. Söenn per) 
aber ber Äünfifer, befien Urtfyeit auf (Stufcieu bafirt 
fein foü, wenn per) biefer fo weit »ergibt, bag er ben 
fran^öftfct}en ©afl über ade langer ©eutfdjtanbö er* 
r)ebt — wie fner bereitö tielfeitig gcfd)er)en, — fo 
weig man nid)t, wa& man mel;r bebauem foll; ©es 
bäd)tnigfcr)ti?äcr)e , Uiibanf ober fanget an ^ßatrios 
tiemu$. %d) felbft war ton ben feltenen (§:igenfef)afs 
ten &toger'3 fyingeriffen, aber baö wirb mict) Weber 
für bic ©auer oerblenben, noct; ju fagen tyinbern: 
bag £r. dt. in allen einzelnen ©in gen fet)r 
wcr)t ton beutfdjen Gängern übertroffen werben fann, 
bag e$ aber bie ^Bereinigung fo tieler einjels 
neu Söorjüge ifl, bie, ein fotcr)eS ßnfembte bits 
benb, und beflecken, unb am (gnbe ungerecht gegen 
unfere beutfct)en Talente machen. 

Stoger'ö ©arftelfung alö ©eorg S3rown terans 
lagt mieb ju ber 23nnerfung , ob er feinen ©eniuS 
niet)t terfennt, wenn er per) auöfct)tieg(ict) nur ber 
gregen Oper wibmet, bie am (Snbe boer) einen gröges 
ren (Stimmen s ßonb, unb mit bemfelben eine größere 
Sluäbauer im gorte ber t/ör/eren Sorben erforbert, aU 
4?r. 9t. biö dato ju entwickeln termocr)te. ©ie ©es 
fangeöfraft in ber fcmifefyen Oper gtebt pet) ofyue 
Slnftrengung leicfyt in einzelnen Momenten funb, war):: 
tenb ftc fiel) in ber großen Oper — worin bie orgas 
nifet)e Äraft mit ber Seifcenfcfyaft £anb in §aub gefyt, 
unb nicr)t fetten ton berfelben aufge^e^rt wirb — für 
permanent erflä'ren mug. 83ietleicr)t ging ict), tom 
anfietfenben (©trübet fo fanatifetjen SöeifaüS ergriffen, 
ju weit, wenn ict) früher fagte, bag 91. atö tgrifdjer 
unb bramatifct)er (Sänger auf gteict) (?ol;cr (Stufe fierje, 
unb fann ict) bar)er nact; fpaterer SRefleriou biefeö Urs 
tt/eit ot)ne 93cfct)amung jurücf nehmen, inbem ict) aber 



jugteict) eingeftet}c, bag er in ber (SontcrfationSs 
Oper, wobei (Spiet unb ^ßerfönti(t)feit fo bebeutenbe 
©uct)Paben ftnb, wo^t fc^werticr) feineä ©leiten in 
©cutfcr)lanb pnben möchte. 

i^an ifi eö r)ier fdjon gewohnt worben, ben 
tarnen ©life 5lnfc^ü| mit bem JRogcr'ö in einem 
5tt()em ju nennen, weil fte in allen Opern immer feine 
jweite ^älfte bilbet, unb bann jcben Beifall mit ir;m 
t^eilt. Söenn fte nun auc^ ju befc^eiben war, bie 
Äranje au% feinen $anben anjune^meu, wetdje i^nen 
baö entjücftc ^Jublifum juwarf, fo terbteut fte 
biefetben boct). 51ucr) bürfen wir unferer waeferen 
Slltiflin Tlai. Sng niet)t unerwähnt taffen, bic aU 
$tnnt) ganj allerliebft war, obgteici) bie (Stimmtage 
ber Partie tttvaü auger ir)rer (Sphäre liegt, gut 
unferen Sßafftften ©ettmer, ber in ber legten Seit 
immer öfter teibenb ifl, mugte SHeic^ct ton ©arms 
flabt ben 3^areeQ fingen. 9leicr)el'ö Sßerbienfte ftnb 
in ber Dpemwett ju befannt, um fte t)icr noct) eins 
mal anjufii^ren. ^ic ££. ßefer unb Clement fans 
gen bie Partien beö ©atefion (Söeigc grau) unb 
beö fiorb 5lftt)on (ßueia ton Sammermoor) mit 51u3s 
jeic^nung. 

©er Rubel beö ^ubtifumö über 9loget frct)t nocl} 
in tollfier 931ütr)c , unb fd)on bereitet per) ber ^eno> 
rifl ©itt a\\% Hamburg tcr in bie Mirena ju fteigen, 
unb jwar wieber atö 9iaout in ben Hugenotten, ©ie* 
fer Sftaout in feinem flereot^pen braunen ßoflüm bes 
ginnt für und untermeiblict) 31t werben, unb ed ifr 
ein 3fi^f» öon über^anbner;menber ^nbotenj ober 
Ueberfättigung , bag baö ju ©ajte getabene ^ßuttis 
fum pet) immer mit bemfelben ©eric^t — toujours 
perdrix, toujours Raoul — abfpeifen tagt. (So giebt 
boct) feinen grögeren ©cSpotiömuS, at8 ben einer 
S^eaterbureaueratie! 

©ie beiben Sieberfpiete: „®a3 93erfprect)en r)ins 
term ^eerbe" (eine öfrerreicr)ifcr)c 51fpenfeene ton 5Ites 
ranber ©aumann), unb ^^ie Äunp geliebt 31t wers 
ben" (mit 97tupf ton ©umbert), fpreet)en r)ier fer)r 
an. ©ie 4?auptperfonen barin pnb bie beiben Äomis 
fer Raffet unb ^eiu^olb, £r. Sefer, unb bie ©amen 
Sufc unb ßrt. ^offmann, welche tegtere — eine fer)r 
beliebte unb tateuttotte (Scr)aufpielerin — Per) auet) 
atd auSbrucfötoüe Sieberfdugerin jeigt. 

9luf bem 5tmbog liegen : bie %cä)tex Suciferd, 
ein 9Jtafct)inenPücf mit ©efangj bie Äronbiamantev; 
ton Stuber j unb (Sdjinbetmetger'ä 9tact)er. 



i 

2 



5 

1 

i 

r 



92 



Uebcrft^t ber neuefkn @rfdf)einungen auf bem ®ebidc ber SKufif. 



fitcbrr mit SPtanpfotrte. 

% Stefcet , ®p. 21. Die ßcljifferin, 0alla*r oon 3. 

E. XX>r}% für Sopran rt>*r Äcnor. |Mcu. 12 ngr. 
ffienn bie Sompofition matt unb faftlo« blieb, fo trägt 
einen gregen 3$etl ber Sdjulb ber 0>i*ter, »el*er ein $ro* 
bnet lieferte, tote et an SriviaUtät be« SluÄbrud« unb be« 
©ebanfen« lanm ein jtoeite« geben bärfte. JDie «erlag«t>anb< 
lunfl x)at ba« ffierf^en fdjön au«gejtattet. 
®. ©fettet, ©p. 2. Öectjß titln für Sopran o**f 

Stenor. fllemm. 20 IXgr. 
_ _ — , ©p. 3. flirr f irtrr für Alt <ftrr ©an- 

ton. Äbcn*. 15 Hgr. 
JDer <§omponifi begegnet un* ba« erfte 9Hal al« Sieben 
componift. Mir rufen ipm einen freunblic$en ®rnfj entgegen 
unb Reffen tn fünftiger 3eit no$ »lel ©eifere« »on tym ju 
fefjen. Dp. 3 erfäeint abgerunbeter unb fertiger al« Cp. 2, 
in meldjem ber Gomponifi r>ier nnb ba na* 3ntereffantem 
$afa}t, unb fo burd) gefügte« OBefen inrucfftöft. 
2t, §♦ ©ta&ttttedjt, ©p. 14. (Des öerfltnanns flirrt, 

öallafce *on JRitlWr, für Öefang un* pfte. fiUmm. 

10 Hgr. 
2)a« 3Derf*en if* *um Sefien be« in ber *8ergftabt Wen* 
fläbtel ju begrünbenben ffiaifenljaufe« herausgegeben. JDer 
gute 3»ecf lägt un« t>cn jeber flrengen flritif abfegen; im 
©egentljeil forbern wir milbe £erjen auf, bei&ufteuern, um 
ber 2lrmut$ ju Reifen unb ben unmünbigen flinbern ba« 2>a* 



fein ju friften. Ueberbie« wirb 9tiemanb ba« ffierfcfcen oljne 
93efriebigung au« ber $anb legen. 

21. ©djäffet , ©p. 25. JD*r rrCte ßall, «jeUne von 
©rlean». 3wei fieser, fiiftner. 17^- flgr. 
„£er erfle 23all" fd?ilbert in fdjerjrjafter Sffitife bie felf* 
gen ©efüljle, roeldje ben 93ufen eine« jungen SNabdjcn« burd)* 
toogen, bem ba« erfle SDUl ber Eintritt in eine g v ö§ere ©e* 
fellfdjaft gemattet tturbe. ,, Helene fcon Drleanö" iji ein 
(Stürfdjen in franjöjifc^er (Souplet* unb Utomanjenfcrm. 

9>. t>. 2tntyaintncr, ©p. 135. Sdjnwtlirt, ©eDtcljt 
von 3. £. üjartmann, für 1 öingftimme mit piano 
(un* ©rcrjffter). Roftock, Ijagcntann unb Zopp. 
10 Hgr. 

©in Sieb, tveldje« fangbar unb barauf beregnet ifl, bem 
(Sänger (Ä^nli* toie in ber ga^nentra^t) (Gelegenheit *ur 
93rat?cur ju geben. (5« brüfht fi* getraltig unb »ifl viel 
an« fid? nia^en, »o aber fein Snbalt if*, ba ift eine berartige 
58ravour fel>r lä<$erlld), e« bleibt bei ben leeren trafen, 
nic^t einmal ber metobifdje SReij fann in Setra^t fommen. 
iDa« ©ebid)t ^ätte ein beffere« 2oo« »erbient. Q« i(i eine 
eigene <5ad?e um bie Popularität, reit im ?eben, fo in ber 
äunft; mx barna* Ijafd^ ben fliegt fie. SBiele unferer $eu* 
tigen (5omponißen möchten fid? gern ein $lä^en im «feerjen 
be« iBolfe« erfingen; meint e« aber nur sor allem er)rlidj ; 
trer ben ä^ten gunfen nic^t in pd^ trägt, ber toirb i^n nim< 
nier par force gewinnen. 



3itt elltgctt $f> ia tt. 



UTeue Musikalien im Verlage von Wr. Mof- 

meister in Leipzig: 

KittL Op. 30. Trois Impromptus p. Pfle. 15 Ngr. 

Labiizku Op. 163. Ber Morgenstern, Walzer f. Pfle., zweihän- 
dig 15'Ngr., vierhändig 20 Ngr., im leichten Arr. 10 Ngr., 
f Violine m. Pfle 15 ISgr., f. Orchester 1 Thlr. 20 Ngr. 

_ - Op. 164. Rococo. 3 Polka (Clarissa-, Rosamunda- und 
Sylvia-Polka), f. Pfle. zweihändig 12^ Ngr., vierhändig 20 Ngr, 
im Ipirhten Ar* 10 Nßr , f. Orchester 2 Thlr. 

Afä'J, et OP 55. Nr?!! Vivace (E.ude) f. Pf.e. T 4 Ngr. 



Mayer, CA., Op. 55. Nr. 6. Souvenir ä Thalberg (Etüde) für 

Pfle. 7£ Ngr. 
Reichet, Op. 15. Trois Mazurkas p. Piano. 10 Ngr. 
Weber (C. M. de), Op. 10. Nr. 4. Mazurka f. Pfte. 7£ Ngr. 
Weber (Fr.AnL), Op.20. Variationen über ein Original-Thema 

f. Pfle. 22£ Ngr. 

— — , Op. 21. Variations sur un Themc favori de Bellini, f. 
Pfte. 22£ Ngr. 

— — , Herzensland, mein Heimathland, Lied f. Sopran m. 
Pfte. oder Guitarre. 7£ Ngr. 



Ö= Qinielne «Hummern b. 9c. 3tf#r. f. 3Wuf. werben ju 1-i ^gr. beregnet. 



Vzud oon % t, fRüdman u. 



Heuf 




itfätift fit 



OcTftotmprtÜ^tr tftebaeteur: 

©nunbbreifi igfier fflant. 



Jtf 18. 




Verleger: 

Stöbert Briefe in £ei>jtg, 
Ben 29. Stugufi 1849. 



Sott tiefer Sefifdj- etF^efnen toödjenflidj ' $tef« be* Eanbeö *<m &2 0lrn. 2 1 /» £Wr. 
I SRwnmern *>pn I ober l'/i SSogen, 3nfettionea* büßten He $*ii(jeüe 8 9tgt. 



Abonnement nehmen alft 5MU mier, ®n$** 
Sfflufft * unb Jtunf^anblunj]CH an. 



3lt(alf: Bffie ^ianofotC* &u frier ^änton <©$Iuf), — fiS<&tt>tiÄer »rief*, — ÄlrJnc Rettung, S3*rmif$t«*, 



gut ^tattoforte 31t »ict Jpänbcm 
(MfafcJ 

Sctbirtanb tu Stoba, fflp. 9. Är<iffe Sonate. — 

Ijamtoirj, ®. tD. nimtjet. |Jr. J * Jlplr. 
— — — , ®|>. 10. ftcflto. — Cbenbat 

i»t. * eyr. 

äBerfe DDit einem tn bet mitfi(alif<$en SBelt no<$ 
wenig gefannten Warnen, bie toün Xafeni fleug en, loeis 
ben ftete bie 9(netfennung bet ÄritiP für fler) tjaben, 
Biefer Salt liegt üor. Steten ber Sefat/lgung be8 
5£onfeger3, rcelcfje ftdj in finnigen S^gen unb frU 
fdjem 'fluffdjipmgen funbt^itt # laffcii bie SBetfe baä 
ifiijmtidjfh ©treten ertenneu. $n fofern barf man 
fte imttfommrn Reifen, Biefet Sigenfctjaftrn jebodj 
tmgeadjlet tterm&gen fte ni^t einen entfcijeibenbert 
einbturf rjettoctjubiiiigen. Sä mangelt irrten bie 
rnergiföc ©eftattung« Bie muftfalifctjen ©ebanfen 
flnb, 06 audj nidjt tum eigentfjfimlict) inbifibuettem 
©eprage, fo boc$ feinctiivegä bedeutungslos j an unb 
für ftdf r)afeen fte feine @d?ulb an jenem SKangeL 
%Lhtt feftfi fie nirfr/t alö gegenfeitig ftet) brbingenb, 
ntc^t innerer SWottjiueubtgfeit gema| auä emanber 
felbfl entwitfeft, fonbetn nur at3 einaubex angereiht 
rrfd?einen, ba§ ifl e§, it>a0 iljnen in bet ©efammU 
^eit bie jünbenbe SBirtung benimmt. Sftadj ©pradjs 
gebraut^ bet tedjnifdjen SRuptet unb Xt}eorfttrVf, fot- 
djef meine it$, benen $♦ 93. ©t. ^eüer „nic^t fflhifU 



fet genug" ijl *), müfte man fagen: e$ ift in ben 
SSetfen (eine 9U6rit obet feine tt)ematifi^e 3trbeit. 
SBte eä fo gefommen, bafj bei So n feg et bei bet {fo; 
genannt ^Ijö^eren") Sitbnng t bie tii^täbefiomeniget 
in ben SSJetfen bnt^teut^tet, nic^t MTmQäftt, feine 
©ebanfen in ein befriebigenbe^ @anje ju einigen, 
mag baiin feinen @tunb ^aben, ba§ et ntc^t jum 
©iege übet ferne 9tefterion gelangen, nidjt ba6, ma9 
in i^m ft^ regte f ju unmittelbarem ©emut^au3* 
btwie bringen tonnte, ©ein ©Raffen ifl erftc^tlict} 
bure^ bie ootVnf^tnbe St;ättgffit beÄ HJerftanbeä be? 
eintra'djtigt, babur^ bie (Sntäu§erung beffen, kvftl in 
i^m mar, gehemmt unb grfc^mäc^t motben. ©o tue; 
nigflend etftärt fic6 mit baö in ben SBerten nteber* 
gelegt* Ktgebmfj, bem^ufetge it^ aber nic^t für rcitt>s 
li^ erachte, baä Uit^eit übet ben Sonfeßcr im $UU 
gemeinen alfi enbgitttig fcfl)ufteQen. Beim tto fein 
rntfe^eibenbet (Sinbtud ju geminnen ijl, Taft ft^ aur^ 
ntc^td (Snif^eibenbeS taranä abnehmen. 

Bie ©onate befielt auö brei Sagen: Allegro, 
La m (Mi tu so (Stomanje) ttnb ALlegru assai (gfitale)- 
Bie auöfü^timg mirb bur^ mantlje, bem 3fnfltu= 



*) <S* bitten tiefe eine qqhj «igene (Slaff« ber menftfi* 
lujeit ©cfeltfdjaft Der @(banfe hm' mir fe&r oft, ea muffe 
911t fein, wenn gegen fie ein OppcfttEcn^blatt in'# ßcbtn 
trete. 5)te* müfte für) aber p^ne SRäcffjalt at# ein Organ 
ber 3) t m f t a t i f für bie 3ftnftfer anFüntif 
aei nnb betoa^ten. SÖieffeicbt birgt bie 3nfitnft ein fol^e* 
in iiiteiu €^CDfel ^ ^ 



94 



tnente nict)t jufagenben ©teilen erfer)wert. ©ie, wie 
baä Sionbo, ftnb Srf er) einungen, bie ©eacr)tung »er* 
bienen, unb mögen in biefem (Sinne »on ben ßefern 
aufgenommen werben. ^ ©orffei. 



Sd^toetjet »refe. 

Nr. I. 
©aben im »arejau, 20. 3ul. 1849. 
@et}r er)rwürbige Stebaction! 

3n bet trBftlict)en Hoffnung, ba§ fiet) in S^er 
grinnerung noct) einige mefyr ober minber flare SBor; 
Rettungen fcon einer gewiffen q3crfönlicr)feit erhalten 
i)aben, welche mit bem obengenannten ibentifer) ift, 
erlaube icr) mir, ©ie burci) eine (Spiftel $u erfreuen, 
ober gu behelligen; unb je nacr) JDiaafjgabe beö erftc- 
ten ober legteren SrfolgeS follen Sftacfyfclger ju Bet- 
ten erfcr)einen, ober nicr)t erfct)einen. SBenn ©ie übri; 
genS an% ber ©atirung gegenwärtiger 3»f^tift uon 
einem Sabeort au8 etwa bie nict)t ferntiegenbe SJlut^s 
mafcung faffen wollen, ba§ ic3t> rüfc;mlicr)er Söeife uns 
ter bie deos vel cives reipublicae honoratiores, i. e. 
opulentiores werfest fei, fo will icr) 3ty\cn bie mir 
fcr)meic$elr)afte Sluffajfung ber ©inge burcr)auö nicr}t 
toerfümmern, fonbern mict) mit bem ftiUcn ©cfüljl 
beß ©efferwiffenö begnügen SBaS 3^nen ju wiffen 
frommt, ift, bafj mein ©ein unb SBirfen allmälig fict) 
fo weit feftiget unb bemittelpunftet (ober wiffen ©ie 
ein beffere« 2Bcrt für „eoncentriren"?), bafj icr; aucr) 
etroaS 3eit unb Sufr gewinne, t/in unb wieber einen 
©lief auä meinen uier ^fät;lcr)en fyinauö, unb in bie 
beö #errn «Kacr)bar8 r)inein 511 tfjun, um ju „lue* 
gen" *), waä er feinerfeitä wirft unb fertig bringt. 
9l\ä)t fo gar toiet, wie ic6 merfe. ©a8 tröftet mict) 
Teiblict); benn biefetbe ©eobaer)tung r)abe icr) längft 
an mir fetter gemacht, ©oer) barüber wirb mir ^öf- 
fentlich meine ©ef<t)eibenr;eit erlauben, in einem nädj* 
pen »riefe nät;er einjuger)en, ober einzutreten", wie 
ber ©er)weijer bie burcr)greifenbe ©rünblicr)feit einer 
Berr)anblung üiel energifcr)er bejeidjnet. gür jefct 
follen ©ie }unacr)fi erfahren, wa$ micr) nacr) Saben 
brachte. (Sine 9tetourfutfct;e war'8$ benn bie 5lt?ants 
futfe^e fjatte micr) nacr; ©olot^urm gebraut jum 
etbgenoffifcr)en Sflufiffeft, weter)e8 bafelbft ben 
17ten unb 18ten $uli abgehalten würbe, unb t)ier 
bin icr) auf *em Wücfwege nur ftfcen geblieben, um 
mit 9tur)e baS @nbe ber aflbefannten Steife - „neces- 



*) 8U ben ©efcer: ©ertoedjfeln (Sie bat ne bei Selbe ntd)t 
mit *! 



saires" unb ber fronen Sage toon 51ranguej (bet 
fogen. Serien) abzuwarten. $n ©olotr)urn, baö ©i« 
auü ber befannten ^Belagerung noer) (ennen muffen, 
fanb icr) aud) eine, aber in, nidfet öor ber ©tabt; 
unb jwar eine bop^elte. S3on Ättuftfanten unb beut= 
fcr)en Slücr)ttingen war bie ©tabt boUftdnbig befe|t. 
ign ber %\)at fyakc icr) wenig anbere £eute alö rott)= 
becorirte Äunftmänner unb bartreict)c SJtoufenmanner 
gefcfyen. ©a§ bie neueren 81'eltjufianbe auf bie ganje 
©eflattung beö gefteö einen bebeutenben ®influ§, unb 
feinen günjtigen, üben mu§ten, werben ©ie begreifen, 
©ewifj wäre bie Sr/cifnafyme, üon 51uöübenben wie 
^örenben, eine weit umfaffenbere gewefen, alö eö in 
ber naljen 53orauöfic^t unb 511111 ^(;cil fcl)on unter bem 
unmittelbaren Gtnfluf? ber (Sonflicte mit ben glorreis 
ct)en ©eru^igern ©cutfcfytanbS ber gatt fein fonnte. 
%üx bie erfte 2luffilr)rung fyattc man bie 90io$art'fcr;c 
6*©ur ©^mpt;onie mit bem fugirten giualc unb $äns 
berö ^ubaö 9?Mffabäuö gewählt, ©aö Oratorium 
betreffenb, will icr) fcornljerein nur ben Hantel dr)rifl- 
licr)en ©ct)weigenc< auf bie ©arfteßung ber Sitetpar: 
tie werfen, um baä Uebrige beflo uugefiorter loben ju 
fönnen. $n ber tyat war bie 8luffür)rung eine rül;s 
menöwertl;e j toor allem mact)te ber fhrfbefefctc, weniges 
übte (S^or eine frifcr)c, lebenbigeSBirfung, unb ber Sin« 
brui beö ©anjen war ein ber befonberen, bie ^flnfprüdc)e 
fteigernben, ©elegenV^ würbtger. Äegtereö fann icr) 
nicr)t im gleichen SDlaafy »on ber oorauöge^enben©^m5 
p^onie fagen. 9?icr)t alö ob bie 9(udfür)rung an ficr) 
irgenb wie mangelhaft gewefen wäre -, im ©egent^eil 
war fte jcbcnfaüä wo^berbereitet unb gelungen $u 
nennen. ^Iber offenbar (tanb bie ©tärfe beö SDrcl)es 
fhrS mit ber ©röge be8 SHaumeS nict)t im rechten 
93err)ältni§, obwohl bie ©omfirc^c (wol;l eineö ber 
fct)onfien $Bauwerfe neueren ©t^lö unb nicr)t bloö in 
ber ©cbwcij) nic^t fo gewaltig grog unb iljr ©au 
aucr) in afuflifcr/er ^inflc^t ein günftiger ifi. 3n 
©c^weijer^fitungen laß icr) üon 140 ober 450 ba; 
bei tätigen 3«|ltumentifien. 3^ $*bt fte nict)t ges 
jäbltj nur fo üiel x)ahe idt) gct)crt unb gefüllt, ba\j 
tr)ret nict)t genug waren, um in biefer Äirct)e bies 
jenige granbiofe SEBirfung rjecüor^ubringen, auf welche 
namentlich) ber erfie unb lefcte ©ag biefer ©i;m<3r)o« 
nie auSgetjt, unb welchen baffclbe SDrd)efter in eis 
nem Soneertfaale {ebenfalls aucr) l?erttürgebract)t r)aben 
würbe, ©en 93eranftaltern wie bem ©irigenten be3 
©anjen fann barauS um fo weniger ein SJorwurf 
erwacr)fen, aU bie 3eitereigniffe r)icr am meiflen ir)ren 
naer)t^eiligen Sinflug geltei\b machen mufjtrn. ©ie 
auöfü^rung an ftet) maer)t, wie gefagt, ben SWitwirs 
fenben, wie bem ©irigenten, 3JI©. Weiter auö ©as 
fei, alle (8^re. 



95 



£ier fei mir eine 9luöfc$meifung (^jean ^Jautifc^ 
ju reben) erlaubt. Sin einem mir fremden Orte fann 
ic§ einem ^er&orragenben (Sreignifj, einem .^ubttäitm, 
einer ©äeularprocefften, einem äRuftffeft, einer iiRatio; 
nalfunftauöftellung in einer $prot>injialftabt, einer 
$oc§nottypeinlic$en ^atdgeric^täejrecution m( §* ^ofyl 
beiwohnen, ofyne baö S3eobac$tungöcorpö (Spublifum 
genannt) meinerfeitö ju beobachten. 5^ enthielt mic$ 
ba^er aud) Ijier ber Söofylttyat eineö ©petrftgeö , bcö 
ungeflorten glanfirenö falber. Sdj f fl "k S^et |ÜC2 
[entließ unb fdjrcff gefcfyiebene Spublifa. ©aö eine 
$attt eben bie ©perrfige eingenommen 5 ju il;m fyatz 
ten offenbar bie (Soncertpublifa ber toerfetytebenen JDrt= 
fctyaften, bie Ärä'nje^en unb äRufifgefeQfd^aften ifjre 
Kontingente geliefert, acute, bie ju fyoren, jebenfaüö 
flc§ concertmäfjig ju terfyalten mufjten. ©ieö mar 
baö SRufif s $pub(ifum. ©aö anbere in ben ©ei- 
tenräumen mar baö eigentliche gefi sSßublifum, mofyls 
angejogene Äeute, beneu baö Sefl, nic^t bie Sttufif, 
bie £>auptfadje mar, meiere ifynen nur atö eine Be- 
gäbe, ober alö etmaö Unöermeiblic^eö öorjufommen 
freien, ^m teueren ©inne Ratten bie ©a<$e eine 
jiemlidje *21njal?l geiftlic^er Ferren (bafür mujjte ic$ 
fie menigftenö bem äußeren 5lnfc$eine naety galten) aufs 
gefaxt, bie ftdj burefy ©efprä'ctj entfe^äbigenb, mafc 
renb ber ©tymptjonie, im ffrengfhn ©inne, bie ©predfjs 
merfjeuge nit, mä'fyrenb beö Öratoriumö feiten jus 
traten. SBenn \A} mir nun unter biefen Ferren bie 
$aupttra'ger unb Vertreter ber 3"teöigen$ i^rer ©es 
meinben toorfhtle, fo — bod> idj fann mic§ irren. — 
lieber baö CSoncer! beö jmeiten Sageö fann idj fürs 
jer fein, ©ö mar ein gemofynticfyeö ©alon s (Soncertj 
nur ben Seidiger SRaafjfiab bürfen fte nic^t anlegen, 
mo man in jebem orbentlic^cn (Soncert feine ©tyms 
ptyonie, ober ein ityr entfprec^enbeö grofjereö Söofals 
merf Ijaben mifl. (So fyatte tyier nur jmei ©uüertüs 
ren (gibelio in E unb $3eflalin), eine 5lnjafyt ©olos 
fachen für ©efang unb ^nflrumente, ein SDrgetfhii 
mit Sßofaunenbegleitung, unb baö legte (b. §. aflers 
legte) ftinate an& ©on 3uan. Unter ben ©efangs 
»ortragen: 5lrie au% Xituö, »afjarie au« ber @$ös 
pfung, ©uett auö ^effonba, ©opramSlrie au% grei- 
föüg, (Saüattne ton SRofftni, mar ber ber £ttuö:5(rie 
burdj grau «Reiter ber $ert>orragenb|le j auc$ in ber 
{Reihenfolge ber übrigen ©tücfe tyat irgenb ein fritis 
fa^er ©e^icffalöfobotb jugleidj bie fünfUertfc^e SRangs 
orbnung bejeic^net; ober mär'« fein 3ufaK? ©aö 
Orgelflücf »on §. ^urfer a\i* ©afel machte menig 
SBirfung, motoon bie 6om]pofttion titn fo oiel al« 
bie Drgel 5lnt^eit ju ^aben fd^eint. Sin prüfenber 
33tirf auf bie SRegijler ber legteren fd^ien mir menigs 
pen« ju bemeifen, ba§ ein flatttic^eS 2leufjere nic^t 



immer auf ein ftattlidfyeö ^nn^re fa^tiegen lä§t. 93on 

ben brei ,3»ft*umentalfolofHicfen für (Slartnettc (£r. 

©abon auü ©enf), Violine (£r. (Sfc^mann a\\$ Söa= 

berfc^mcil) unb Süioloncctt (^)r. Änop au$ S3afcl) 

maren bie jmei erflcreu rrc^t gute (Eonccrtüortrdge tu 

üblicher Söcife. Ucbcr ben legten aber, ©pofyr'ö 8te8 

93iolin s Koneert auf bem 93ioloneelt gefpielt, 

flögt ein Safeler QBlatt bod§ etmaö aU^uuntoorftc^tig 

in bie fiobpofaune. SBa^r ifl, ba^ §x. R. bebeutenbe 

gertigfeit befigt, bafj er auc^ baö ©tücf in feinem 

inneren Söefen aufjufaffen beffrebt mar, ba§ naments 

lie^ feine 83el;anblung beö eantablen unb recitatiüen 

ßlementö fel)r üorjüalic^ marj nidjt meniger ma^r 

i(l aber aud) , ba§ tjon bem für bie ©eige berechne? 

ten «ßaffagenmerf gar SiUianc^eö unflar, ftangloö, ^um 

%{]e\l ganj unüernel;mlid§ üorüber^ufc^te, bag bie 

©c^lu§fabenj, ober baö, maö $r. Ä. baüon mitt^eis 

te, bod) etmaö meit ah ttoin Originale lag, ba§ burc^ 

bie Söerfegung ber Söielobie in bie niebere SDctatoe 

Gonfliete mit ber ^Begleitung entflanben, bie in ber 

£fyat ein abge^arteteö O^r üorauöfegen, htrj ba§ bie 

SKa^l biefeö ©tücfeö ein mo^lgemeinter fül;ncr ©riff, 

aber gleich manchem anberen meltgefcfjtc^tlidjen — ein 

2Riggriff mar. Snblicfy fann tc^ nic^t um^in über 

baö äftojart'fdje ginale noc^ einige Ija'retifdje 5lnftc^s 

ten ju äugern. SBie tiel fyabc ic^ nicfyt Äamentatios 

nen barüber ^Bren unb lefen muffen, ba§ bie IDperns 

birectionen bem ©on ^uan biefen ctafftfdjen 3opf nic^t 

anju^ängeu pflogen unb pflegen. £immet ! menn ity 

mir benfe, nac^ jener SDper, unb gar nac^ jenem 

Sinale, morin noc^ ganj anbere ©amonen, alö bie 

auf ber 93ü^ne, bie Seuetgeigct fc^mingen, biefe 

SRoratpfyilofopfyie, biefen gefungenen Äagenjammer 

anhören ju muffen! baö mürbe mir munben mie nac^ 

einer an §upofrenc'ö 5let^erflut^ terpragten ©öttcr^ 

fiunbe ein ©poppen fe^r guten, feljr Haren SBafferö. 

©ag bie ÜRuftf gut, mer leugnet'ö! ©ag fte l;ier 

nic^t gut ausgeführt fei, mer befyauptet'ö? 3^ «»« 

menigpen. 5lber fonberlic^ ergriffen mar \<fy auc^ 

nie^t. 

5Run fyakt ic§ noc^ jmei ßrfc^einungen $ty\en 
toorjufüfyren, meiere — 

©ura^ Sinquartirung unterbrochen . . . 

(2fortfe$une folgt.) 



Äleine 3ritttng, 

3n golge ber an ben Söetliner SonfünfUet'SBetritt 
öertä^teten, in Wr. 10 bief. 531. mitgeteilten 9lufforberung be« 
£rn. ©. glügel, feine „neuen Nachtfalter" £)p.24 ju prn« 



96 



fen r unb ba« (frgebnffj befannt gn madjeu, um gwifdjen ben 
Beiben giemlid? entgegengefefcten ^Bfnrt^eilungen ber $$. 
Dorffei (in bief. 331.) unb äofjmaty (in ber 93erl. SRufifjeit.) 
gu entfdjeiben, giebt genannter 93eretn jefct folgenbe« offene 
Hefte Urteil: 

„Nadjbem ber nntergefd)nete 93ere(n, mit SBejugualjme 
auf §. 3. feine« Statut« bur* £rn. @. glügel in (Stettin 
aufgeforbert, ein Urteil über beffen „neue Nachtfalter Dp. 24" 
abzugeben, in ber Sffcung vom 12ten 3ull b.3- auf ben gall 
einguge^e* befc^loffen, fo eröffnet berfelbe, oljne Nücffidjt auf 
anbete bereit« baräber veröffen tilgte Äritifen, wie folgt: 
„SBenn ber 2Ruftfer ftdj überhaupt bei einem abgugebenben 
Urteile baljin beftimmen wirb, ftd) an bie Sa$e felber gu 
galten, fo wirb audj ber Xonfünftler;93erein, a(« eine 9Ber* 
fammlung von SWufifern, mit gernrjaltung irgenb wel* 
djer fubjeetiven (trgüffe in allerrjanb bidjteri* 
f $ e n Umfdjreibungen über bie gur93eurtr)eilung 
eingefanbten 9Berfe genau eben fo verfahren muffen, 
bafj er prüft: ob3n!jaltunbgorm im©lei$getoid)te 
gu einanber flehen unb fomit ein fcarmonifcfce« ©ange 
erreicht worben ift. (5« Fommt hierbei gunädjft ber Name be« 
fraglichen ©erfe« : „Nachtfalter" gar nldjt in Setradjt, 
weil eine befonbere gorm unter biefer ©egeid^nung nid)t be* 
fannt ift, unb, ben 3nr)alt anlangend einem 3eben überlaffen 
bleiben Tann, wa« er auf bem ©ebiete ber £onfunft barunter 
verftanben wiffen will. #infic$t« ber gorm, fo ift biefe bei 
ben brei legten Stücfen übetwiegenb bie ^rälubien* ober (Stü* 
benform, wätjrenb ba« erfte SiüeT febr geeignet ift, in einer 
Sonate bie Stelle be« Slnbantc au«gufullen. Den 3nl>alt be- 
treffenb, namentlich in melobiöfer Segietyung, ift baffelbe Siücf 
ben übrigen weit überlegen, inbem ber melobifcfce gaben burdj* 
weg mit ©ragie gefponnen ift : burd)ftd)tig babei in ber £ar* 
monic, unb bennod) ber Xedjnif be« 3uftrumente« entfpre* 
d)enb, geugt e« offenbar »on bidjterifdjer Slnlage unb von bem 
geläuterten ©efcfcmacfe be« ffierfaffer«. 5Öenn bie« Stücf fo* 
mit aUen 9lnforberungen genügt, fo fommt e« bei ben übri* 
gen breien barauf an, bevor ba« Urteil gegeben Wirb, gu 
beftimmen, wie weit bie greirjeit biefer gorm, bie fo eben 
begeidjnet würbe, bie 93ebingung einer einheitlichen Sftelobfe* 
Durchführung gu locfern vermag. (Erlaubt man ber gorm 
eine feiere greiljeii, fo ift natürliit) jeglidje Schärfe be« Ur* 
tfjeilc« ungerechtfertigt, dagegen mu§ biefe rjeruorireien, fo? 
balb man ber gorm nidjt« gu ©ute Ijält. Der Sonfünftler* 
herein erfennt brmgemäfj in biefrn Stücfen im allgemeinen 
bie tedjnifdje 33er)anblung be« 3nftrumente« an, ftnbet eine 
feurige Anlage, eine beftimmte Haltung barin, unb rvürbigt 
ba« dbaraftervolle geftt)altcn ber SKotive. Sngwifdjen ifl ber 
melobifdje .Kern von fo bitter r)armonifc$er Schale umgeben, 
ba§ buret) biefe fcfcwer gu ifym burdjjubringen ift. ©ebadjte 
brei Stücfe ftnb, um ein fummorifd)e« Urteil gu geben, über* 



toiegenb ba« örgebntf; ^armonifefter giguration unb dombi 
nation, in biefer ffieife aber mit anetfennnng«»ert^er ©elin* 
figfeit im Sa^e unb mit ber Stbftcfct, ba« ©rö§efie erreichen 
ju wollen, niebergefc^rieben ; bie melobifcfte Entfaltung fteljt 
inbeffen mit ber gormanftrengung in feinem (Sbenmaa§e." 
JBerlin, ben 5ten Sluguft 1849. Der Jonfünftler^erein." 
Unfere ?efer entnehmen ^ierou«, wie ba« Urt^eil im ffie* 
fentlicften mit bem be« £rn. Dorffei (diu 46 be« 30ften 33b«.) 
übereinftimmt. Slucft wir fcftliefcn un« berfelben Slnftdjt an, 
inbem wir noeft Dir. 4 al« bie relatio gelungenfte Nummer l)er* 
oorr)eben, näcftft biefer Nr. 1, im Uebrigen aber ber Meinung 
finb, baf ber (Somponift in biefem SBerfe nieftt ba« glücflicfte 
©elingen geigt, welche« oiele feiner üort)er erfeftieneneu Jon* 
biefttungen au«jei*nete. 5). dt eb. 



Set^jig. 9(n Dneifer'« Stelle al« Dirigent beim $ie* 
ftgen Stattmuftfcftor, welche ^rn. (Sant^al proüiforifcft an* 
»ertraut war, ift $r. ©. äunje, frut)er in Xeipjig, gegen* 
Bärtig SWuftfbir. beim ^inieninfanterieregiment ju Dre«ben, 
berufen worben. ffiie verlautet, verliert ba« St)or fieben fei* 
ner tüchtigen SWitgliebet bureft Einrncfung in ba« ^iefige Zfyta* 
terordjefter , welche« bureft ©efe^ung ber Stellen be« brüten 
unb vierten «§orne«, ber brei $ofaunen unb noeft eine« (Sei* 
liften unb ©affiften, bie bi«l)er nur erforberlicften gall« bureft 
ba« Stabtmuftfcftor verwaltet würben, fid) vervollftänbigt. — 
§r. S3artt), fefton feit längerer 3eit al« Dirigent be« Stabt* 
muftfeftor« penfionirt, ift am 22ften 9luguft, 74 3ar)re alt, 
geftorben. Seine öerbienftc um ba« (51}cr, wie überhaupt um 
görberuug be« Stabtmujlfwefen«, werben fcljr gerühmt. 

geipjig. Ölm 22ften Sluguft fpielte #r. (5b. ölvart, 
J&arfenvirtuo« au« ©ent, im Ijiefigen Xljeatcr einen (Soncert* 
fafe von $ariflj Sllvar« unb eine Nomanje eigener (Sompo* 
fition beifällig. 

SKab. Montag f)at im *Najeftv*2:i)eater in ?onbon ein 
kontert gegeben, in welkem fie vier ©efangüücfe in franjö* 
ftfefter, beutfefter, italienifcfter unb englifdjer Spraye fang. 
J^alberg fpielte meljrmal«, unb Salfe birigirte. 

(Sin (Slavierau«iug von grtanj (5ldfet*^ neuefter Cper: 
,,bie ^eiratl) am (Somerfee" ift in ber £ofmuftfalicnr)blg. von 
3. % Dlfen in ^openl)agen fo eben erfdjienen. 

3m September b. 3- fcirb In ©raunfe^weig bie bjnter* 
laffene muftfalifc^e 93ibiiotr)ef be« verftorbenen $vof. 8f. Ä. 
©tiepenfetl ($erau«geber ber neuen 9la«gabe vonS.53ac§'« 
SBerfen) öffentlich verfteigert. Sie befielt t)auptfäcfclic& au« 
au«gejeic^neten unb feltenen ©erfen ber älteren claffifc^en 
Äirc^enmuflf in Partituren, wovon viele nur in SJbfdjiiften 
eriftiren, worauf Äenner unb Sammler aufmerffam gemadjt 
werben. Der Katalog ift von ber £ofbud>t)anblung von (5. 
?eibrocf bafelbft ju bejie^en. 



totud oon Jr. ftüctmann« 



tl e u e 




tiff^riff fär 




Statt) Sörenbel* 

ginunDbreifiigft« SBanb. 



Jtf 19. 



93 er t c g e r: 

OTobert griffe in fieipjtg, 
3>cn 2, September 1840. 



Seit tiefer 3fÜfa>. erfdjetneu njöd)enitia) 
2 dummem üon 1 &ltt l 1 /* Segen. 



$tel« bei Sotibe* tson 52 Qflrn. 2'/, Eblr, 



gtbonncmrnt nehmen alle ^0 jlamftr, Ü3tn$'/ 
Sflnftf; unb JTunfi^anbiungcn an. 



Snfjalt; Ble a*>iit6afHet'E**famralunfl ju Seidig, — Zitltx unb ®*fanfle. — Ätitifdj« Xn4*fgf r. 



Sie Soiif iinfHet * SQerfammliing 
ju ttcfpjifl, 

am 26(ltü 3 n U 1849. 
üon .ix. JBrntbd. 



$n gofge ber SSefanntmacfjung beä SÖctjranbeS 
be§ aügemftnfn ScnfunfUrrsSüfrciriä, ba£ jum Sofien 
«3ufi eine SÖnfauttnfung ber SPEitgttcber beä Seidiger 
%onfunft£ets93freinä flattfinbm ruerbe, ju ber au$ 
fluSiuärtige ftfnifll« imb Äunftfrcunbe 3"^*lt t/abeu 
fo 11t fit, tcaren uadjfhfjenb rjcrjei^ncte grembe an= 
itjefenb: 

Vngrr (bd "fi^la.), $r> SR. Sajaab, £f$m. 
©effau, #r. S. Jtinbfdjtt, ©eminatfeljm. 

— — r £r, (f, ggertKbotf, SRirffUfcm. 
fcifena<$, $r, B,£übmftW r 3J?nfiFbärector. 
CifttC&eil, fr. g, @. fllqntt, Dtganlft, 

— — £c g. a. 3ipprl^ (SRitaUebet bt* SMMBeteln* 
fcafelbp)- 

SltetUtlt (im Grjflebfrg*), £t. (Stuft ©oftfäalb, wad, jur. 
§atte, £r. ©. Eauenbura., ®rfang0lefjfeT, 
Hamburg, &r, (5. £. *Bltnr»lrt?!, SJlufifle^m. 
Mtfen, ftr. CS. S^ele, HKnflfbirfftor. 
Säae&utg, *r. £. Ängcr # aHuftfbfreetot, 
fcttcea, £r< ©dde, Äammirmufifa«. 
SRaßbe&tttg, £r. <5£>rl(a>, 9Rnfifbtreeter (fflHIalieb be« Xon- 
fänfllcc* üBerefn* bafelW). 

— — — , $t. «. ©, EHtfter, mnfffbfvcctor. 
»eiStn, St!, «duife Otto, e^vtriflcKcTin* 



SÄetfeSwtg, $t. 3). £. (finget SNnfiftirertor. 

— — — P *t. «. Sei«. TOsPHeSrn, 

— — — , $*. $fypcL, Saitot. 
Vttna, §r. ©törfer, Dtganffr 

©tettin, £t. 0). Stößel, Rufirfc|pwr (SKitglteb bfö £*ntuttft* 
Let^erem* fcafdbjt), 

©i* §3erfa»tmlung f)aüe, mit fäon in ber din= 
labung bewerft, btrömal ine^r nur ben Sfttü ein« 
gef fürten äufammentunft. ©a man fidj ftü^ei in 
ben ^a^teii 1847 unb 1848 emflimmig für 5löieber= 
Ölungen rn 3a^te3fti|i fntf^tfbfn $ft(te, fo leitete 
un§ bft SBttnfö, eine Untertifo^ung, »enn itgenb 
mDflti^ y ä w ^ermeiben/ fetbfl für ben gaü, ba§ nut 
gefettigefl Sitfammenfein baö cinjige Btffttltfti toa T te* 
3itglei^ mat eä jebo^ uon ffii^tigfeit in bet Drga^ 
nifaücn bft ffifreiitf einfn ©^ritt bormattö §w t^nn^ 
unb ba bie6 auf anbete SBeife ni^t fiigli^ gefäje^fn 
tonnte , atö butt^ münblitfini -Stuötauf^ ber Stufte^? 
tm # fo mu§tf auaj bieö für bif ^It^alhtng einet §ßet; 
famtntung tueftnttid} feffiimmenb friit, 3^ §aüt ges 
^offt y ba§ btefe 5(rtgflegen^citfu ftdj tu ben nflett 
^otgfuflunben crlcbigcn mütben, unb fobantt ju n?eu 
teten in ©etfttfd^aft gehaltenen ©egenfianben mürbe 
übergegangen werben tonnen. (Sine unangenehme Uns 
terbrea^ung butc^ in bet Stabt entftf^enben geuer; 
lärm raubte un§ jeboa) eine fofibare &tunit, unb ed 
Hieb für bte Jcit ucr Mittag nur uodj Staunt alö 
(tuen !Büelfu6üget einige (^rätterungen über moberne 
^nfirumentirung alter er dafftf^cr Söerfe einjitf^ie? 
feen. 



98 



9?ae$mittagS 3 iiljr fanb eine muftfalifc$e Unten 
Haltung (Statt. 3um Vortrag famen folgenbe SBcrfe : 
2tf Sonate für ^Jfte. unb Vcell. ton 2KonbelSfotyn, 
©*©ur, vorgetragen ton ben $$• (Snfe unb 3*auU 
mann 5 ©rei Sieber ton 91. ©Bttger, comp, ton 6m. 
Ätifcfö (2Kfcpt.), gefungen ton grl. <$. Äiefc; SKeue 
!Rad?tfalter, 9fr. 4, ©lumentefe 9fr. 2 (äfifept.*) ton 
®. ©lüget, unb 9Karfö auS Dp. 76 (unter ber treffe) 
ton 9t. ©c^umann, torgetr. ton grau Gf. ©renbel; 
©eene unb 9lrie auS „Dberon" ton SBebcr (urfprüng= 
liä) für ©rafyain componirt unb auf beutfd^en ©üfy; 
nen geioitynlidj nie$t ausgeführt), gefungen ton $rn. 
t. Rainer; ^oeeata ton ©. ©ad), torgetr. ton £rn. 
Drganifl SSerferj 3*tei Sieber ton Norbert ©urgmüts 
Ier (Dp. 3, $eft l), gefungen ton grt. Äiefcj 6$ros 
matifc^e ^^antafte ton ©eb. ©aefy, torgetr. ton #rn. 
SKuftfbir. (Sfyrtt^ «w* Sflagbeburg; enbtie$ Quartett 
für ©treic^inflrumente ton ©.glügel (9flfcpt.**), tor* 
getr. ton ben $$. t. SöaftelewSfi, 2Bilfe$au, ©e§r 
unb SteimerS. — 

©ie weiteren 9lbenbfhtnben waren befiimmt ju 
einem ton mir ausgearbeiteten Vortrage „über baS 
Verfyättnifj beS ÄritiferS unb ÄünfUerS", ber jugleidj 
ju einer längeren unb intereffanten öefpree^ung Vers 
anlafiung gafej jum ©c$lu§ fanb, wie bisfjer immer, 
ein gemeinfc§aftlie$eS9lbenbeffen ©tatt; grl.Äieg ^atte 
bie ©üte, bafielbe burdj ben Vortrag einiger ^eiteren 
Sieber ju terfe^ßnern. 

9lai) biefer überfie§tlie$en 5tngabe wenbe iä) mie$ 
ju bem ©pcciellrren. $r. ©Srffel gab , nac^bem iä) 
mit wenigen SBorten bie oben fdjon angegebenen 
©rünbe, welche unS auc§ biefeS 3afyr eine Verfamms 
tung wünfdjenSwertfy erfc^einen liegen, bejeic^net §aU 
te, einen ausführlichen 9tec$enfe$aftSberie$t über bie 
Bisherige ^atigfeit fowoljt hei ben Verfammlungen, 
als audfj innerhalb ber Vereine, $ur Dricntirung über 
9WeS biS jefct Srreid^te unb noc§ $u Gfrfhrebenbe. 
Steine Vorlagen in ©etreff ber $onfünfllers Vereine 
waren fyauptfäe$lidj auf golgcnbeS gerietet: 1) SBaljl 
eineö neuen ßentraltorfianbeS 5 2) ©ilbung einer (Safie 
bur<$ Seitrage ber Vereine für ben 3^erf, ade ben 
fämmtlie^en ©ereinen gern ein fc^aftlidje 9IuSgaben, fo 
wie bie Äoflen ber jätyrlidjen Verfammlungen unb bei 
babei balbmögtidjft }u teranflattenben JDrc§efhrauf= 
fütyrungen barauS ju beflreiten ; 3) (Srteid^terung unb 
SSelebungbeä gef^aftlid^en ffierfe^rS unter ben SBer* 
einen. SBeitere äüitt^eilungen betrafen fobann bie 
Srflarfung unb innere S^atigfeit ber Vereine, bie 



•) dxfätiut ni^flen« bei 8. aSD^ißling. 

•♦) (BrfdjeM n«5(^Pfn« im ©etlag ber ^ofmeißet'fAen 
^anblnng. 



SBirffamfeit berfelben an bem Drte beä Sefle^enS unb 
na<§ 5(u§en, *2luötauf(^ ton in ben Vereinen entftan* 
benen (Sompofttionen unb wec^felfeitige 5(uffü^rung 
berfelben, enblidj bie Verbinbung ber Vereine, gemein* 
fc^aftlic^eS arbeiten berfelben, unb Uebertragung ton 
Aufgaben. 3^e^rere unferer ©afle, bie §§. 'ilnger, 
©riefe, (Sngef, Äinbfe^er, ermatteten ©eric^t, warum 
eö biß j|egt an if?ren Drten noc^ nic^t gelungen fei, 
3tteigtereine ju errieten, ©ö famen bie äftittel unb 
Söege jur ©prac^e, bie am paffenbflen ju biefem 3*^f 
führen möchten. 

©a bie 3i*figtH'mne nic^t officiett tertreten was 
ren, fo fonnten nur torläufige ©efdjlüffe gefaxt wers 
ben, unb eö würbe feflgefleüt, benfelben ab fc$riftlid?e 
372itt§eilungen barüber juge^en ju laffen, unb i^re 
Slnft^t ju terncfymen. Qluö biefern ©runbe befc^ränfe 
ijfy mid) auä) ^ier nur auf allgemeine eingaben, baS 
Stä^ere biö bal;in terfparenb, wo bie ©efdjlüffe ©üls 
tigfeit erlangt ^aben. (£ö würbe ein Vorflanb ge- 
wählt, bie notfywenbigcn Seflimmungen für bie Sik 
bung einer gemeinf^aftlid^en (Saffe getroffen, über ben 
wec^felfcitigen Verfeljr ä^e^rereö feflgefiedt , enblic^ 
bie wichtige (Einrichtung torläufig genehmigt, baf 
lebiglic^ ber ßentraltorflanb ben SKittelpunft aller 
Vereine bilben, ber Seipjiger Verein aber $u bemfels 
ben in baffelbe Ver^ältni§ alö 3>teigtercin, wie je* 
ber anbere Verein treten fülle. 5113 ton ber Verbtn* 
bung ber Vereine unb ton wecfyfelfeitiger Uebertra* 
gung ton Aufgaben bie Siebe war, machte ie§ %Jlety 
rereö namhaft, wa8 auf fold)e Steife ber 'iHuöfü^rung 
uä^er gebraut werben fönne. $r. ©örffet t^atte in 
feinem Sec^enfe^aftöberic^t beö Verjeid^niffeS ton 
^Bianofortewerfen gebaut, tvaü tri ber erflen Vers 
fammlung angeregt, burc§ eine ßommif|ton unfereö 
Verein« aufgearbeitet, jejt jiemlic^ beenbet nod) im 
Saufe biefeö ^a^reS im ©ruef erfc^einen foll. $ä) 
beutete barauf bin, wie eS wünfe^enöwert^ fei, aue$ 
für anbere gäc^er ber Xonfunfl 5lebnlic^eö ^u unters 
nehmen, unb gebaute beö elenben SlepertoirS unferer 
©änger unb ©ängerinnen in ben (Soncerten : einige 
wenige Slrien werben abgeleiirt, bie man jum lieber» 
bru§ $af)x a\\$ $a1)x ein ^&ren mufj. ©änger unb 
©ängerinnen fennen bie Siteratur am wenigften. SS 
ifl not^wenbig, einmal grünbtie^ ju unterfudjen, »«• 
auS alter unb neuer 3*it ^ur 2IuSfü^rung in Goncer* 
ten ©eeigneteS tor^anben ifl, unb wenn bie SluSbeute 
ergiebig ausfällt, bann mit ßntfdjiebemVit auf gr&» 
§ere ^lannic^faltigfeit beS 9leperto(rS ju bringen. 
^)r. ©. Neuenbürg ber jugleidj feineS früher in bief. 
831. gemalten Vorfc^lagS für baS tor^anbene S9e« 
bürfni§ bure^ Sompoption ton Soneertarien me^i ju 
forgen gebaute, übernahm eS, in näe^ffrr 3«* einige 
Vorlagen ju machen. 3n bemfelben Sinne Um bie 



99 



SBafyf fird&ticfcer fflßerfc beim ©otteöbienfle jur Spraye. 
»trteö SSorjiigltc^e bleibt unbeachtet, tvett ed von 
ben ©etreffenben ntc^t gefannt ifl. Stuf ben Antrag 
Wittert übernahm eö Sflufffbir. ®f)xti$ , bcm SWags 
beburger herein barüber ju Seric^tm ^ unb biefen $ur 
^Begutachtung, fo wie jur Aufarbeitung von ©erla- 
gen &u veranlagen. 

(gortff^ung folgt.) 



Siebet unb (Befättge. 

JDttc Steffen, ©J>. 28. Secljs ©ebicljte von fenau, 
Reiniek, ßurns, Prutf für eine Sopran-Stimme mit 
Öegkitung bes J)fte. — ßerlin, ßote u. Öack. 
flr. 25 Sjr. 

SEBaö im ungemeinen ben ©eifl biefer Sieber ans 
langt, fo lä§t ftc§ einerfeitö nidjt verfennen, ba§ er 
auf einem guten ©runbe rufyt unb ben 2lu8brucf einer 
muftfalifc^ befähigten 9?atur an ftdj trägt j anbers 
feitö vermifjt man freiließ bie Selbjlflänbigfeit, bic 
(Energie ber ©ebanfenj baö hinneigen ju vielbeliebs 
ten unb verbrauchten Beübungen, baö häufige SBies 
berfeljren ber Scfylujjfäöe unb geiviffe Sieblingögänge 
bringen eine Monotonie tyervorj in ber 9luffaffung 
mad)t ftdj ein ju tveidjeö Clement, eine 9Jiattfyett bes 
merfbar, bie aud) in anbenveiten Sieberirerfeu beö 
(Somponifleu beutlidj fjervortritt, unb vielleicht in bem 
fortträfyrenb fränflidben 3uflanbc beä ©atyingefc^iebes 
nen il;ren (Srflärungdgrunb finbet. Sefctereö trifft 
namentlich bie beiben Senau'fcfyen ©efänge, 9lx. 1 „An 
ben SBtnb" unb 9h. 4 „Äommen unb ©efyen", bie 
nic$t ben ©eifl beö ©idf)terö fattfam erfaffen. $n 
9lx. 4 flört aud) nebenbei noefy baö häufige SRenbeläs 
fotjniftren. flm beften gelungen ftnb 9h. 2 „Sonn? 
tagö griifye" von SReinicf, unb 9?r. 5 „Sieb" von 
$rufc. ©aö erftere baten ivegen feineö entfcfyiebenen 
Söärmegrabeö, bnö legterc tynftctytlidj ber anmutfyis 
gen greunblictyfeit, ebne SXnf^rüc^e jebodj auf Drigi* 
nalität machen ju fönnen. ^flx. 3 „Sieb" von 
93urnö, entbehrt beö nationalen (Slementeöj überbieS 
jeigen ftc$ barin (namentlich in ber jtoeiten #älfte) 
beutlic^c ©puren ton Trivialität. 9h. 6 „Stäub* 
c$en" von Steinicf; baö ©uftige, 3«**/ nimmt ftc§ 
in bem *ßolonaifenrtyt;tfymuö unb in feiner opernmä* 
fjigen, fafl feefen unb mit bem neueren Söelfc^tfcum 
liebäugelnben SWelobie *vie eine $xcnit au8 auf bie 
JRomantif biefeö ©ebid&teö. 2Bet Sufl f)at, vergleiche 
bie ßompofttion beffelben von ®. SBityler ,,©ic$ters 
liebe'' 9h. i. 



Slug. fttibnet, ©p. 10. %u\p Ciebrr für eine Sinj- 
(timme mit ißrgi. be« pfU. — ^annot>er, A. Ha- 
jd. |)r. 22 g«r. 

©iefe fiieber ftnb auc^ einjeln ju befommeu in 
ben greifen uou 4, 5 unb 6 g©r. ©er ©e^alt ber* 
felben ifl t?on einem ^b^eren 33eurtfycilungefianbpunfte 
au$ oöllig unbebeutenb. ©er (Somponift fle^t auf 
frembem SÖobeu, unb jn?ar in folc^er Sßeife, bafj tjers 
fc^iebene ©cfii(;lötoeifen unb Sftanieren tu einanber ges 
mengt erfreuten — ein ©etoeiö, ba§ er ncdj nic^t 
jur Älar^eit mit ftd? felbfl gefommen, feiii eigeneä 
©elbfl noc^ nic^t ju geben loeijj, fonbern frembe ©es 
füfyte in ftc^) aufnimmt unb, ofync biefelben mittel)! 
beö Selbjlbefriebigungöproeeffeö ju verarbeiten, bloö 
aU teo^Igelungene (So&ien lieber von ftc^ giebt. ©ie8 
bie Sc^attenfeite berfetben. ^rogbem lä&t ftc^ jeboc^ 
eine nic^t unbefäfjigte Statur barauö erfennen, bie isci 
ber formeüen Silbung, bie ftc$ burc^ aöe ^in jeigt, 
unb hei bem fühlbaren <&txebcn, bic ©ebidjtc ftnuents 
fprec^enb wieber^ugebeu, gewiß noc^ ju bem fünfte 
gelangen tvtrb , wo baö fyofyere, felbflflänbige Schafs 
fen feinen Qlnfang nimmt. ©ie 93orbilber, bie ber 
(Sompcnift in biefen fiebern, fcicfleidjt unben?u§t unb 
abfid;tö(cö, turc^Ieuc^ten Iä§t, ftnb nic^t gerabe bie 
nadjafymungöiucrtfyeften. Sluf biefem Stanbpunfte 
länger 51t toenvcilcn, bürfte feinem ferneren Schaffen 
©efa^r bringen. So begegnet man $u ^äuftg jenen 
»erbrausten ©ängen, SBenbungen unb ^S^rafen, 
bie man aöentfyalben ba ftnbet, ivo ©ebanfen fehlen. 
$m legten biefer Sieber jeigen fic^ fegar beutlic^e 
Spuren von ©onijetti unb anbereu i^m nac^tretetu 
ben (Somponiflen. ©aö Sieb fyalte man \a fern von 
jenen vielgefyörten, trivialen Opernflingeleien ins unb 
auelänbifdjer ^onfabrifanten. Qlle ein ©eifpiel, n?ie 
trivial bie SDMobie im legten Siebe flingt unb tvie 
ftnnloö bie ^e^teönjorte baju ftc^ auene^men, mögen 
folgenbe Xacte bienen: 



)?fef^35ES^fe^i 



u. f. »v. 



3d) ?ö§te bei s nen rotten SWunb. 

5llfo Selbflfritif fei alS ein rabifaleö Mittel gegen 
berartige, vergiftenbe (Sinflüffe aufrichtig empfohlen. 

granj 2öbmann f ©|). 13. 3w« Cieb« für Äejja- 
Sopran mit ßegl. lies pfte. — Cripfifl, IDIjiftling. 
Ctnfeln ;u ljaben. {preis ä ^ Cljlr. 

3»vei Sieber, beren ?ß^flognomie jtemltd^ gleid^ 
ifl. 9h. 1 „9?ac^tö // von Urlaub, anfprec^enb j»at 
in ber Sorm, boc^ bem ©ehalte nac^ ctivaö fe^t atts 
gemein, oberpäc^lic^. 9h. 2 „Sd^ottifäe« ßieb'O 



100 



aber o$ne fäottiföc SBeife, feine«weg« ergreifenb, im 
©cgrnt^etl Uog ber „melen SfjrSnen" re$t be^ag- 
Ii<§, munbredjt für »iele, benen bif Siebe feine 
<3d?mer$en bereiten barf. 

DttO ®erfe, ©p. 31. Sedjs firber für *ine ging- 
ftimme mit ßrgt. b*s i>ft«. — Älmben, Ji(\mtx. 
f)r. 174. 8gr. 

Sludj in biefen ©efangen begegnet man feiner 
©elbjlfiänbigfeit. @ie ftnb wotyl geföicft gemalt, 
ba« «eujjerti^e ber Arbeit »errat^ muftfaliföe %iU 
hing; allein ber ^n^alt giebt un« ni<$t« weiter al« 
eine allgemeine (Smpfinbung«fyrac$e, bie ni^t me^r 
feffttt j fie ift bur$ ben 83erbrau<$ bebeutungSlo« ge* 



werben, ginbet ft<$ aud) ljier unb ba Sinjetne«, 
waö an ba« »effere greift unb ba« ©ebiet be« 5fns 
empfunbenen ju toerlaffen föeint, fo flub bie« nut 
wenige ©tetten; ba« Statte unb Sage, roa« im gans 
jen Gtyarafter biefer Sieber liegt, wirb baburdj nic$t 
aufgehoben. 9tx. 2 5. 58. enthalt in ber erften $ä(fte 
einen guten 2lnfauf, bie SWelobie gewinnt bure§ ben 
ebteren, freieren 3«g föon etyer an Sntereffej allem 
baß Srolgenbe parattyjtrt fte wieber. (So wirft benn 
audj bie Monotonie, ba« immer Söieberfe^renbe in 
©ängen unb Sßenbungen ber älfrtobie, ber SWanget 
an SKannic^faltigfeit toerflimmenb ; fie getyen wirfung«* 
lo« am ©emütbe öorüber. 

<Sm. ÄU|f<$. 



It*ttifd!>er 3itt$etaer+ 

Ucbetft^t ber neueften erfdjeinungen auf t>em ©ebtete ber SÄuftf* 



gtefcer mit SPianofotte. 

9totbbeutföc& Äiebct-aUfamt für 1 ömgftimm«. 
flogemann u. Äopp. 
«Bon biefet «Sammlung liefen vor: 9fr. 2, 4, 5, 7, 8, 10, 
jebe einjeln ju faben jii ben greifen von 7h 10 u. 15 9*gr* 
3rgenb wie 93emerfen«tt)ertbe« bieten fie in feinerlei ©eife; 
fle Balten fl<b auf bem SBoben jener allbefannten ?la<b^eit, 
bie ieiber nc<b in weiten Greifen i^rc Anbeter finbet. $ag 
man aber biefelbe no<b red)t gejliffentlicb forbert, inbem man 
»lellei*t abft<btli(b au« bereit« crfdjienenen fiebern gerabe bie 
fcfcalften 1jerau«fud>t unb barauö ein fogenannte« Sllbum fa* 
bricirt, uerbient eine nadjbrürflic^c 9tüge. ©cn ben genann* 
ten Siebern ftnb 9fr. 4, 5, 8 von <Sponf>olfr, einem q3rei«com< 
jjoniften. fletn« von biefen enthalt ©puren eine« «obere« 
anftrebenben ®eifle«, überall jene trioiede Stimmung, bie, 
»eil fie re*t öiel unb abblieb auf ba« ©efüljl wirfen will, 
eben ni<bt« fagt al« wa« man f*cn überfatt gehört bat. 
(Sponbülfc bat aflerbing« f$on Seffere« gegeben; »arum ftrebt 
er ni*t »eiter, fonbern gefattt ft$ in ber 9lu«fpracbc WUx 
Stytafcu? 9lr. 2 »on »tnbpatntner (au« Dp. 136) ifi um ein 
SDenige« beffer, »enigPen« berrf^t ein gefunberer 3ug ber 



SWelobie barin. 9fr. 7 unb 10 fteljen be«gl. auf bem öfröean 
mufifalifdjer ^mpotenj, — nic^t« al« $öne, fein Snfalt. 

£iebcrftanj. Sammlung auwrlrfmer fieber unb ©e- 
fängr. fuckljarbt. 

S(u(b biefe ©efange ftnb einzeln ju baben ju 5 u. 7{ @gr. 
Die Sammlung geigt fdjon eine gang anbere $^ftognomie; 
fte verbient Qmpfeblung nnb ©eadjtung, wenigfien« fann bie« 
von ben «orliegenben fecb« ©efängen (9>Zr. 19, 20, 21, 22, 23, 
24) mit tittdit gefagt »erben. 9fr. 19 „SReftgnation" unb 
9lr.20 „be«@üben«$eil(ben" von Äübmfiebt ^aben ein fdjö* 
ne«, finnige« SDöefen, namentlicb ifi ,,be« ©üben« 33eiHen" 
tin reebt lieblidje« 53lümlein. De«glei(ben liegt in ben äbri* 
gen ein tieferer, peetifdjer ©runb, bem fte entforcjfen: 9^r.21 
„SRa(bt" üon (5. 91. (Sdjetbler, 9lr.23 „D^ne Sieb' feine Sufi" 
von bemfeiben, 9ir. 22 u. 24 „S^ränen" unb „Jüngling« Slb^ 
f(bieb" von ^enri Stoenbell. 2)a« Spo^r'f^e 3Befen maebt 
fid) barin fc^r beutiieb bemerfbar; allenthalben begegnet man 
jeboeb einem gefunben ©efuble, obfäon freilieb bie @elbftftän* 
bigfeit noeb bem ©vobr'fcben ©infTuffe erliegt. — ©ämmt* 
liebe Sieber ftnb bereit« erfebienenen Sieberwerfen ber genannt 
ten (5om))onißen entnommen. 



Ö- öinjelne öhimmern b. 91. 3tf<$r. f. 3)tof. »erben gu l-J 9lgr, beregnet. 



^Drutf oen 9c ftfidmann. 



Heue 




Htf$tkft fit lJS§®fik 




(Sinunbbreifigflet Santo, 



.40 20. 



i8 e r l e a er : 

Robert grifft in £ft>jffl. 
2)en 5. September 1S49. 



Soft Mefet 3eitfdj. tTfä>cfnen mijdjeiitndj 
2 iÄummttn von 1 cltv l'/i Sogen. 



! $«!* te* Sanbe« von 52 «Rrn. 2'/, £(jlr, 
! 3nfet;ti«ti#geb ü t>ten bie $tt[t|tile 2 Oigr. 



Dtboniicmeiit nefjmen alle ^üfUmter, ©uä>* 
STCufih unb JtutiflEJanbUittijfn an. 



3n6ttlt: 8fü* ©^ulftefang* — Eul qp*flj|. — Jtlrtnr 3fitung, SiTinfftyrä. 



3 



gut Scfttiißefanfl. 

Stttölig ®tf unD atuflUp 3acüfe, JÜufikaiifrijer 3u- 

genfcfrfunfc. Sammlung von Gefangen mit CUniir- 
begleitung für bie itutUty lugrnb aller Stünde. 
CrClee Ijeft, 79 für baa pariere Jugendalter geeig- 
nete Cieber mtljüUenD. — Äffen, ßätotktt, 1848, 
©Ijn if Preisangabe. 

©aä SBerfdjcn ifi auf brei $efi« ober Slfrtfrt- 
fangen bere^nc^ b** I. Sifrol, für Äinbec Ben 6 — 9/ 
U.V6ti>I. fiVä SUter t>on 9—12, unb III.'jLbtfcf. für 
bte ^ugenb ton 12—15 <3^ren. ^nbern bie §ers 
ausgebet tocn richtigen ©runbfä|en hierbei auägegans 
gen fmb, Ijaben fir in tiefem erfien ^efte, luelajeä 
öurliegt, nidjiö aufgenommen, maS nid?* bem (Sinne 
beS garten Sttt«3 angemeffen tüäre. Tlit dttd}t be* 
werfen fle, baf? eine neue berartige@ammluug notfn'g 
fei, ba in ben öfteren üiefeö na^ %txt unb SERuftf 
Ungenießbare ftdj fiube. — ©ie 5luäfiattung ifi fet)r 
gut, 6e(jtentoen unb äernrnben fei baä SU crimen $ur 
9)eac$tung empfohlen. 

SD. §« Sngel, ^ausfetjatf beutfe^er tiolksltrHrr. Xür 
ben Ocfangunterrirfyt in SrljuUn unb jum priöat- 
gebrauet) tjt }»ri- unb breiftimmiger Bearbeitung. — 
Ijaüe, Ekljiiitot, 1849. ©tjne Preisangabe. 

©tjne bie OTfifcttdjfeit unb Ötaudjbarfeit biefefi 
äBerfdjenä überhaupt in 5lbtcbe fletten ju motten, mujj 
bod? Steferent befennen, bafj eS uicf>t bura? gängig eine 



jmerfentfpte^enbe SluSroa^f entsafte, barunter aud) 
SDiandjeS, tuaS feineämegä ben Kamen „UeUMieb" 
tf^invr vidi cn taiui. SÖenn tiefe Sieber gunadjfl für 
bie (Sdjuljugenb beflimmt finb y fo mufjte audj bem 
3n(jalie eine gr öftere 5hifmerffamfeit gtroibmei tuer= 
ben. ©er ffierfaffrr fdjeini bur<$ fein $r(ncip in eine 
fdjiefe (Stellung geraden ju fein. (Sr ttettte nämfia^ 
eine Sammlung öon fiiebern geben, bie jiuar juncicfjfr 
für bie ©djuljugenb beflimmt feien f bodj aber aud£ 
im miinbigen Filter noa) gern gefungen mürben, £ners 
an9 folgte baö §?JifjIiG$e, tag 93ieleä barin entsaften 
ifl, itjaä roo^f für bie ©djitfe ^a|t, aber bem tnü«; 
bigen Wtet ni^t mc^r giifagt, unb umgefetjrt. ©a3 
münbige Sltlr^ greift , njenn e8 ©mgfujl beflgt unb 
ju mufifatif^er Stu^ttbung überhaupt gefangen fann, 
bann na% bem, föaf feiner Steigung jufag*, unb toirb 
f^medic^ bei biefer (Sammlung flehen bleiben. 3iu<*>fn 
Herten lägt fid? fa>n?er gut bienen. — SBenn ber 
ffierfaffer „bie Öoref^" tun §. ^eine (naä) ber (Sit* 
djer'f4* n SJlclobie, jJüeiflimmig) mit aufgenommen Ijat, 
fo ^agt bied am attermenigflen für bie (S^nte beut 
^fn^atte nae|, unb bem müubigen Stfter wirb bie 
fluferfi ta^ie 3?Jelobie nit^t jttfagen. 2Be&er'3„{Sc$nmti 
lieb", „öii^oiü^ tuilbc 5[agb" K,f,tt. burften eben fo 
menig in ben ÄreiS ber ©ajufjugenb paffen, SBenn 
ferner für unöaffenbere, altere Xerte neuere, beffere 
ben äftefabim angepa§t toorbeu (tub, wie aue§ in 
anberen berartigen SBerf^cn, fo fann «van bagegen 
ni^tö eintuenbenj allein est modus — „©ent^lanb 
über 5tÜeS" uon ^. tj.SaQeräteben jur Wefobie ,,©ott 
erhalte ffranj ben Äaifer" won $a^bu, fc^eint benn 



i 



102 



boc$ tttoat fehlgegriffen, unb nact) bei JOTenuett im 
©on Suan bie ,,»icr 2Bünfd)e" »on $. ». gaflerSs 
IeBen unterjulegen, möchte faum »or ber »erbammcns 
ben ©ünbenrictyterin ©egnabtgung finbcn. ©a$ legte 
ber Sammlung, Wr. 107, „ber ®ottc8acfcr", wirb 
noc$ na$ bem früheren 3"ty ut n e a ^ & on G.®. Werfe 
eomponirt angeführt, e$ ift aber »on g. 83. ©enefen, 
bei e8 auf ben Xob feiner üiclgetieBtcn ©ct)n?efler 
componirtcj man »ergleict)e beffen größere ©ammlung 
»on „Siebern unb @efdngrn für fütylenbe ©eelcn" 
($anno»er, 1787), unb (L g. Jöetfcr, „Sieber unb 
SGBeifen »ergangener S^r^unberte'" (Seipjig, Äöjjling, 
1840). 8m. Älifcfdfr. 

(®<&iuf ftigt) 



9Itt< ^Jtag. 



Slugnfl 1849. 



Soffen ©ie mic§ meine Berichte mit einem ges 
brängten UeBerBticfe unferer gefammten muftfalifct)cn 
.gnfiitute: 2lf abernten, $t)eater, &ir<t)rnmuftf , äKili; 
tairmuftf u. f. f. Beginnen, ©icfer #auptüBerftct)t fols 
Ten bann bie periobifd)en Senate üBer bie mufifalis 
föcn 3 u ^ä n ^ f un ^ Seiflungen in Sßrag nachfolgen. 

21 f ab ernten, ©ie großen ^oIttifdt>cn (Srcigniffr 
ber 3a^re 1848 unb 1849- ftnb nict)t ot)nc (ginwir* 
!ung auf biefe ^[nflitute »orüBcrgegangen. ©o t)as 
Ben Jle und ben ®rünber ber ©o»t)ienafabemie, 
Selen, entfuhrt, welcher au& einem populären Sie= 
ber 5 unb (S^orcomponiflrn , unb trefflidpen SRuftfbiris 

fenten, ein SRitgtieb be$ SReid^taaS, Drbnrr beffel- 
en, unb enbltct) 9r$i»qr ber jufunftigen fltei<$6- 
tage geworben ift, unb bemgemif? — feaS <* »or 
jroci 3at)ren noct) nict)t geträumt fyattt, fein ©omis 
ritium in fßrag mit SBien »ertaufct)t t)at. ©ie »on 
it)m gegrünbete ©opfycnafabemie, beren Seitung it)m, 
roie Befannt, f<t)on feit einigen 3a$ren burd) niebrige 
(SaBaten entjogrn toorbrn mar, fyattc ftct) unter ber 
Seitung Soij. ©fraup'ä nie über bie SJlittctmäfjig; 
feit in it)ren Seiflungen ju ergeben »erme<x)t; in brr 
legten Qtit war ba6 3ntere{fe ber $r)eilmt/mer unb 
bie peruniare Untrrflt'igung fo frt)r gefunfeu, bafj bie 
Slfabemie nur noct) burct) bie Opfer unb 93orfc$üffe 
einjelner ct)renwrrtt)er SWitglieber tt)re (Sriftcnj friflen 
fonnte. Bon ©rite ber oBerften @ct)uhfrau unb be8 
|$rotcctor«, gürft Slogan, gcfd&at) aua? leiber nict)t$ 
SBerftr)ätige* jur Unterjtüfcung biefer Slnftalt, wrtdfre 
einft fo »iet»erfpreet)enb Begonnen t)atte. §x. ©fraup 
refignirte enbttdr). 5ln feine ©teile würbe #r. Set). 
SWa^r jurn SWuPfbireetor erroat)It. ©iefe SBa^I fann 
nur gelofct reerben. $ä) tou|te, Brfonbrrö feit $r. 
Crnft SWafc^ef und »ertaffen t)at, feinen Saftigeren. 



Muct) gieBt fte^ SWa^r fett ben »ier Bi« fünf SWona= 
ten feiner (Ernennung aöe äHütye, um baö Snftitut 
toieber gu t)eBen. S3ei ben jtoei Srtuftfprobuetionen, 
meiere er feitbem »eranflaltet 1^at , t;atte man ©eles 
gent/eit, i^n nict)t nur aU trefflichen ©irigenten ans 
guerfennen, fonbern auet) ju Bemerfen, ba§ bie 3^* 
unb ber (Sifrr brr SKitglirbrr roieber im 2Bacr)fen Brs 
griffen fri. 9?ur bir SBa^l einjelner Sonflücfe au« 
ber SReujeit »rar mifjglücft, unb beö elaffif(t)en 
83obenö, auf bem ftd; bie 5(fabrmir ju Bemegen »er» 
fproet)en t)at, nict)t toürbig. ©od bie 9lf abernte ge= 
beiden, fo tft tt)r eine regere St;eilna^me »on ©eite 
beä fet)Bnen ®efc^lecr)tS (n?a8 überhaupt »on atten uns 
feren größeren muftfalifc^en ^robuettonen gilt), bann 
eine neue ^uöfdt)ugtüat)l, unb ^auptfäct)licr) eine ergies 
Btgere ^eeuniäre Unterftü^ung notyroenbtg. $r. 9^at;r 
ifl gegentoärtig auc^ Bemüht, für bie 5Ifa»emie tin 
Drc|e(ler auö ©ilettanten unb gratiö roirfenben Äünfts 
lern jufammm ju fleUen. — ©ie Säeilienafabemie, 
unter Seitung ber ##. %$& unb 83ofH ($r. ©eutfet) 
ifi fc^on feit lange auögefc^ieben), i|t in biefem 3af)Tt 
etrraö farg mit ifyren «probuetionen, roitt aBer bafür, 
roie ict) t)öre, jeitig im #eTftc Beginnen, ©iefem 
Vereine fBmmt njefenttict) bie SEBot;tr)obenr)ett feiner 
©trectoren ju <&tattm, n?etd)e im SJerein mit it;ret 
niet)t ju Beflreitenben S^atigfeit fletö mit ßrfotg Bes 
mü^t flnb, Koöitäten bem SpuBlifum »orjufüt)ren. ©oe^ 
auet; t>ier ftnb BfterS fet)on Bebeutenbe SWi^griffe in 
ber 2Ba§( gefet^e^en, unb ict) glauBe, ber herein t)atte 
mit ben &räften, bie i^m ju ®eBote flehen, fd^on 
®rü§ereö leiflen fönnen, aU er geleiflet t)at. äWit 
©olofängern ftnb roir leiber nict)t gefegnet, unb e« 
BlieB in ben legten Sagten foiootyl ber ©o^t;ienafas 
bemie aU bem 6äcilien»ereine oft nict)tö 2Inbered 
üBrig, alö ftet) bie SDIttioirfung ber ßpernfanger für 
bie ©oloö ju etBitten. Qu'en dites vous? — ©er 
afabemife^e ®efang »rrein, ben bie ©tubirem 
ben im »or. %. gegrünbet t)aBen, tt?ar unter ber ums 
Antigen unb energif(t)en Seitung be$ SWuftfbir. Srnfl 
{Pfafe^ef roaefer »orgefct)ritten, unb t^itte ju großen 
Hoffnungen Berechtigt. Seiber aBer »ertaufct)te Se^s 
terrr feine t;teftge, in peeuniarer Bejie^ung allju un; 
genügenbe ©teOung mit ber i^nt angeBotenen fet)r 
et)rcn»eflen eine« WufifbireetorS ju ®enf, unb ba» ; 
traö wir feiger »on bem afabemifet)en SSeretnc get)6rt 
t)aBen, Beioeift wenigflenö ni^t, ba§ er unter feinem 
neuen ©irector, ^)rn. Äoflef^etoöfr;, einen &ortfct)ritt 
gemalt t)aBe. ©ennod^ troCien wir t)offen, ba§ bie* 
fer ©ereilt, bem fc^on bie S«g^"b unb ba8 natürliche 
geuer feiner SWtt^lieber einen SJorfprung gegenflBer 
aHberen Vereinen gieBt, in feinen ©eflrrBungrn rfiflig 
fortfat)reu unb eine Bebeutenbe ©tufe in ber @ebfc» 
gent;eit feiner Seifhingen erreichen »erbe. 21« »artner 



103 



Z$cilna$me fetylt e« itym nict)t. — ©er Xonfünfl- 
terüercin $at $u feinen Reiben großen Sßrobuctios 
nen ju SBeitynactyten tot. $. unb ju Dflern bief. $. 
äDtenbelSfor/n'« Sita« gewählt, »cibc Aufführungen 
Waren gelungen unb boten bcfonbcr« ber grau ge§s 
ringer unb bem Hrn. SSerfing ©elcgcnfyett jur Auä* 
jeidjnung. ©opt)ienafabemie unb ßäcilienberein tvixU 
ten bcibe Sflalc mit. Auc§ gab ber £onfünfllers 
öerein üor Äurjem ba« jä^rl. Requiem für feine fcers 
jlorbenen äflitgliebcr. ©ieämal war cö äNojart'« 
Stequicm , welche« unter £rn. gran$ ©fraup'ä Seis 
tung toortrefflidt) ausgeführt würbe. 

Unfere Dp er f)at ftc§, ben Safjicn 1845— 
1847 gegenüber, im ©anjen gehoben, loaö bei ber 
Ungunfl ber 3^^er^ä(tniffe um fo anerfenncnewcrs 
tfyer ifl. ©ie Ueberjeugung, baß nur burct) ein euer- 
giföe« 3ufammenwirfen unb burdj Aufbietung aller 
Äräfte ba« ^nflitut üor feinem gänjltct/en Söerfaöe, 
bem c« im »or. $. nat)e war, gerettet werben fons 
ne, r)at ben Eifer ber ättitglieber ju rüljmcnäwcrs 
t$en Anjlrcngungen angefpornt. Söäre nidt)t bie ©u 
rection — »on ber allgemeinen ©elbnott) unb bem 
toerminberten $\\tc reffe an bloß un terfyal t enben 
SJefdjäfttguugen gebrängt — in bie Stfotljwenbigfeit 
toerfeßt wotbcn, bebrücfenbc ©agcntocrminbcrtingen eins 
treten }it laffcn, bie immer auf ben Eifer ber Setzeis 
ligten läfymcnb einwürfen, fo würben wir wofyt auc§ 
me$r Urfadje t)aben, bie ßeiflungen ber Dper ju rütys 
men. Am Empftnblicfyflcn traf biefc ©agenrebuetion 
manche SHitglieber beä ot)ncbem toerglcidjäweife fer)r 
magig bejahten Drdjeflerö. — ©ic meinen gäcfycr 
ber Dper ftnb boppelt, ja breifaefy befefct, unb bie 
ad)t bramatifdjen ßeiflungen ber trefflichen geringer 
§akcn in bie Dper öfter« eine ßebcnäwärmc fyineins 
gebracht, bie wir lange fdjmerjlie^ »ermißt fyatten $ 
aber leiber reicht ba« Drgan biefer trefflichen Äünfls 
lerin für (Sopranpartien nic^t mcftr auü , unb ifyre 
fernere SBenujjbarfeit in biefem gadje wirb nac§ ges 
rabe feljr problematifö. 2Ba« und nodj immer fctjlt, 
ifl eine Eoloraturfäugerin. grl. ©oufup, an welche 
man bei iljrem Eintritt »orn Eonfertoatorium $um 
2r)catcr uor toter Sauren fo große Hoffnungen fnüpfs 
te, unb jwar nac§ ityrem bamaligen ©tanbpunftc mit 
Siecht — wirb mit lflem ®ept. fte$ ganj tjon ber 
Sütyne jurücfjier)en — in'« ^riöatleben ber Et)e. 
©er SJerlufl ifl jit üerfd^merjen, beim fte war feit 
ber ganjen 3*»* um Sticht« »orgefdjritteu j ob auö 
Unfa^igfeit, ob atö @ufpfanee — gTeie^ütel! wir 
Ratten fe^on feit geraumer 3«* nic^tö me^r uon i^r 
gehofft. — SBaö unferer Dper üor Höem ju wüns 
fe^en Ware, ja unferem Sweater überhaupt, ba8 ifl: 
ein Umbau, bei bem ben gorberungen ber Afuflif, 
wie auä) jener ber Sequemlie^feit unb ber ®u$er$ctt 



Ui geuerögefa^ren befiere Slec^nung getragen würbe. 
— lieber tie bßtymifc^e Dper, att integrirenber 
SBeflanbt^eit beö projeetirten, eigentlich fdjon befc^lofs 
fenen unb bewiüigten bitymifdjen 2:^eaterö behalte ic^ 
mir einen abgefonberten S3cric^t i)or. — - 3" bemers 
fen ifl in biefer furjen Ucberfic^t noc^, baß im ©an* 
jen bte italicnifd&c, namentlich ©oni^etti'fc^c Dper mit 
ber bcutfcfycn fo jiemlic^ gleichen (Stritt tyält, bie 
franjöftfd^e Dper aber fcljr fc^wac^ vertreten wirb # 
woran wcfentlict) ber SWanget an einer ©otoraturfäns 
gerin, unb bie (Sc^wterigfeit für bie meiflen beutfe^en 
Dpernmitglieber, fldj in bem leisten franjöfc^en 6on« 
»erfationöjl^I ju bewegen, Urfac^e ifl. (Sntfc^i ebene« 
©lücf ^at feit lange fdt)on feine neue Dper tjier ges 
mac^t — glotow'S SWartlja etwa aufgenommen, bie 
ber ©irection mehrere uoße Käufer üerfc^afft §at. 

lieber ben @tanb unferer JUrc$cnmufi£ ters 
flatten ©ie mir, mic$ fe^r !urj ju faffen. <£g ifl 
bieö fein erfreuliche^ Styema. Selten ^ort man eine 
gute, gehörig befe^te unb practö aufgeführte Äirc^ens 
muftf, unb nur bie fyocfyfien gefltage machen in ben 
wenigen beffer botirten Äirdt;en, alö: bei @t. SJeit, 
<St. ÜKiflaö, am Xeir, am ©tra^ow, fyiertoon eine Auös 
na^mej üiel öfter fann man ^ören, wie bem lieben 
Herrgott eine Äa^enmufif bargebrac^t wirb. 9l\iä) 
^ört man leiber feiten einen guten Drgelfpieler. ©ie 
Hauptfc^ulb an jenem Uebelflanbe tragt bie fafl burc^s 
ge^enbö fdjledjtc ©otirung ber (S^orregenten, unb bie 
©eringfügigfeit ber peeuniären Mittel jur Seifc^afs 
fung »on tüä)t\$en ättitwirfenben unb üon gebieges 
nen (Sompofttionen. 9Wan barf ba^er auc^ ben fc^lectys 
ten ©tanb ber ©inge in ben wenigflen gäHen ben 
(Styorrcgenten jur ßafl legen, welche, wenn auc^ mtu 
flenö nur t toon mittelmaßiger S3efa^igung, boc^ fafl 
bure^gefyenbä Scanner ftnb, benen gleiß unb Hiebt für 
ifyr ga4 nietyt abgefproe^en werben fann, bie batycr 
bti nur einigermaßen beffer gefletlten peeuniären H^U^ S 
mittein wenigflen« GLtivaS Erträgliche« teiflen würs 
ben*, wofyl aber fßnntc man mit Stecht fragen, war» 
um beim unfere fyofjcn Äirc^enfürflen unb ^ralaten, 
bie fo falbungöreicfy toon ber Hebung religiöfer An» 
bac^t, uon ber ©lorie beö ^erjerwärmenben fat^olis 
fc^en 6ultu8 ju fprec^en wiffen, nic§t Stwa« 9t e eis 
le« für bie Söcrbefferung ber Äirc^enmuftf t^un, müßs 
ten fte audj babei in i^ren ©äcfel greifen. — H°ff en 
Wir, baß unfere fünftige conflitutioneüe ©efe^gebung 
äftittel finben werbe, biefe« grelle, buret) 9?i(|t« mo» 
titirte „ju 83iel unb ju 9Senig /y etntgermaßen au«s 
jugleic^en. 

SEBa« aWilitatrmufif betrifft, fo werben wir 
freiließ nic^t fo leicht einen »oUflanbigen Erfolg für 
bie ganj au«gejeic^netc ÄapeKe be« Regiment« ^}os 
lombini finben , welker auc^ $tt\t bc« 9tegiment« 



2 
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C 




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104 



SBettington in ben meiflen, unb Qtne be« ^Regiments 
Satour in öielen 83ejier)ungen gleich fam; inbeffcn 
tnu§ jugeftanben werben, ba§ bie SKuflf beö tyier 
frationirten lflen Slrtiüerie* Regiment«, wetdjeö gegen* 
wattig ben tarnen @r. aWajcflat unferS Äaiferö fityrt, 
fid^ feit ben rwflofienen jnjei S^ren bebeutenb getjo* 
ben unb und unter bet fieitung feineö fleißigen Äa* 
yettmetfierS (Swcboba fct)on öfter« fel)r gute Äeifhmgen 
»orgefuljrt c)at. »uet) ba8 SWuftfcor^ö be* 9tegü 
tnentS SBetben, welct)e8 gegenwärtig r;tcc liegt, jeicr)s 
net fict) burc$ geuer unb «praeifton auä. ©ewölml"§ 
finb jebodj bei ben Drc^efierpiecen biefer äWlitairs 
fapeUen bie (Streict)infhumente toerljältnifjmä&ig ju 
fc$wac§ gegen bie S3la8infhumente befefct, tva« um 
fo fühlbarer hervortritt, alä bie 93ef^affcnt>eit biefer 
<Streic$infhumente an ficr) fetbfl meifien* fcr)lec§t ift, 
inbem wenig Sofien auf biefe SRubrif fcerwenbet 
werben. 

Ueber bie Slenberungen, wel^e unferem (Sonfer* 
»atorium rt>ar)tfc^einlidr)er SBeife befcorfte^en, behalte 
iä) mir einen eigenen S3crtdt)t vor. £> __^ 



Äleine 3*ttung* 

geiziger XoittfiitfHet * Setein» 3n bet 9lbenbunter* 
baltung für ünitglieber am 20tfen Sluguft famen gum «ortrag: 
$rio für $fte., SBiol. unb (Sello von (5. (5. £or«lep, £>p. 13, 
bureb bie $$. Äublau, SReier unb Weimer« ; $rälubium unb 
guge für $fte. (g*2Roll) von Seb. 93acb, Smpromptu von g. 
(Säubert, Dp. 90, burd) gtl. S. Samfon j Capriccio für $fte. 
öon *. ©. (Ritter, £)p. IT, bureb £rn. 6. giebler; 3»ei 
Sdjergi (SWfcpt.) von ö. 93ern«borf au« Deffau, bureb ben* 
felben; Sonate von (Sm. 3Jacb für $fte., bureb £rn. $apir. 

Da« £or«leV/fcbe £rio fanb, fcwoljl wa« ba« Streben 
be« (Sompontfien , al« aueb bie barin enthaltenen unb butdj* 
geführten Sbeen anlangt, alle Slnerfcnnung , nur würbe gum 
©efien be« SÖBerfe« gewünfdjt, bag e« vor Sßeröffentlic^ung 
einige äürgungen erfahren ^aben möcbte. ©« fei beffen otyn* 
geartet aber empfohlen. 9lu«nafym«weife erfreute un« grl. 
Samfon, bie Seipgig nun ©erlagt, wo fte tbte am Ijlefigen 
(Soufervatorium unb fpater unter Debn in ©erlin begonnenen 
Stubfen fortfefete, bureb ben Vortrag ber oben genannten 
(Sompofttionen. Sie geigte barin ein bei einer Dame feltene« 
Streben uaeb (Srfenntnig bee clafftfd)en SWeiPer«, unb be* 
jeugte baburdj, bag baffelbe f^on f^öne grüßte getragen 
^abe, inbem bie Sluffaffung unb bie ffiiebergabe ber 5Ba4* 
f^en €tfi(!e ftd^ ungeteilten ©eifall* gu erfreuen Ratten. 
3n fllütev'i uniangfl erf^ienenem (Sopriccio matten bie Sin* 
»efenben eine intereffante $efanntf$aft. SDic au6erft faubere 



©^reibojeife unb bie anfpredjenben , funftlerif^ abgernnbet 
bureftgefü^rten Sbeen be« Sonftücfeö würben laut gelobt. SRöge 
baffelbe überall eine gleite X^eilna^me erfahren. $r. Q3ern«* 
boef befunbet in feiuen (Sompofttionen ein ^übfct>c« Talent 
unb würben biefelben gern gehört, fo wie ber lefcte Vortrag 
von $rn. ^apir willfommen war. 

Wadj ©eenbigung ber mujifalifcben Vorträge fanb no4 
bie Eröffnung ber Srimmgrttel unb aufnähme neuer SWitglie» 
ber Statt. $. ©Wellenberg, Schriftführer. 

fcetyjifl. ^aebbem Xag« guoor ©ötbe'« ©ebac^t* 
ni§ bureb Vorträge in ber Slula ber Univerfttät, unb 9lbenb6 
bureb Stuffü^rung be« (Sgmont gefeiert worben war, fanb am 
29ften Slugufl im Saale be« ©ewanbtjaufe« ein Moniert 
<&tatt, worin nur (Sompojxtionen ©öt^e'fcr)er Xerte gur 9luf* 
füljrung famen; gunaebft uub gum erften SÄale bie ©eblug* 
feene au« bem 2ten ^^eil be« gauft, von JRob. Scbumann; 
fobann Sieber: ba« 33eild)en von SRogart, örlfönig von JRei* 
cbarbt, ber Äönig in J^ulc von 3elter, 9lene %itbt, neue« 2e* 
ben von $eet()oven, ©reteben am Spinnrabe von gr. Scbu* 
burt, enblicb SfDanbrer« Wacbtlieb für vierfiimmigen (Sfjor von 
Hauptmann. IDen 3ten Xljeil bilbete 2Wenbel«fobn'« ©alpur* 
gi«nacbt. 2>ie 9lu«fübrenben waren : grl. SRatyer, grl. ÄieJ, 
eine Scbülerin be« Gonfervatorium« grl. 93ucf, unb einige 
Dilettantinnen, fo wie bie £«&. 93e^r r $ögner, (galomon unb 
SBibemann. fDie Siebet würben von grl. SWatyer unb ben 
^^. Jöeljr, ©ibemann unb $ögner gefungen; ben (Sljor bil* 
beten bie Sttitglieber ber Singafabemfe, unb ba« ^^omanet* 
cbor> bie Snfirumentalpartie War burdj ba« (JoncertorcbePer, 
bie ^arfenpartie in ber gau^SWufif bureb grl. (StjH) ««^ 
Äarl«ru^e, bie feit «Kargem in Seipgig anwefenb ifi, vertre* 
ten. Die 9lu«fü^rung ber febwierigen Scbumann'fcben 2Jiu* 
jxf verbiente, al« eine erfh, alle 5lnerfennnng. Der Vortrag 
ber Sieber erfreute ftcb vielen Beifall«; JÄeiebarbt'« (Srlfonig, 
obfebon in ber Sluffaffung trefflicb, erfebeint für bie ©egen* 
wart boeb allgu bürftig; 3elter'« tief aufgefaßte« Sieb verlor 
etwa« bureb ba« gu febnelfe ^empo, in bem e« vorgetragen 
würbe. 2Ba« Hauptmann'« an (tcb feböne @ompofition be* 
trifft, fo l)alte leb biefen Xert burebau« niebt für folebe 93e* 
banblung geeiget. SWenbeldfobn'« ffialpurgi«nacbt gelingt r)ier 
befonber« treffiieb, unb bereitet babureb immer neuen ©enuß. 
Ueber Scbumann'« grogartige Scböpfung in n&cbfler Kummer 
Slu«fü^rlicbere«. gr. 93 r. 

äJenmfdjteft, 

(5« ^eigt, Äbol^b ^enfelt würbe eine Steife naeb $a* 
ri« antreten, glüdlicber SDeife betätigt ftcb alfo eine frühere 
2obe«nacbticbt niebt. 

&ttid>tiautiQ. 9lt. 18, s. 93, Sp. l, 3 n *. «. 
lie« organifebe ftatt energifd)e ©eßaltung. 



JDratf 99R fr. «ödmann. 



tl e u t 




*iff4riff f#r <H§«fi8. 




$frantn>0Ttlf4er ftebarltur: 

S?ranj 33rent>f I# 

ginuntbrnfigfifT Sanb. 



^ 21. 



Verleget: 

SHobett ^ticfc in JUctpjig. 
S>en ö. €rpiemfor IBM« 



SJöb bi«fcr Seftfö. rtfdjefnen ttwfceutlidj 
Ä fRummern von l ob« l 1 /» Sbotfen. 



*4ke<« bcfl Santt* von 52 *Htn, 2'/i Xtjtr, 



Slbüiiiif nif nt nehmen alle ^ujUint«, 93u<$*, 
SPiuFlf = unt Ann ftlj anbüken an. 



3n&aü: 33U lontünlUfr^erratjimlurtg ju fifipjifl (3ntf) — JUitifa)« *nj<fft«. — 3nteUia*njf?latt. 



3?ie Xoitf ünftlcr * ©frfaminliinft 

am 26flen 3«ü 184». 
(fertffttMs) 

8tne ©trfle in bet ©c^tift üüii ©iebenfrlb: bie 
fotniför Dpa ber ^tattmer, ffinitf^cii unb Braujüi 
fen, bie i^ audj [djou in ber SKeeriifion brrfelben 
(»b. XXX SKr. 58, C, 211) erwarte, gab mir »itr* 
aniaffung, birfrn <#egcufUnb, mit fd?on int Umgänge 
bemrrft, um eine freie fyatbe Srmibc vor Su^ noe£ 
jU beengen, jur <gprad;c ju bringe», 5Die am ritir; 
tot Ort nur im Slufyug mitgeteilt* ©teil* ift v c tu 
(laubig fofgenbc: 

„3n b£ti Sirtljum ber Pöbemifhung großer älter« 
£EQcrfc ftnb fogar gro|e SWeifler unt benftnte Jcunftniiinner, 
mit äftojatt, ©poijr, aflofrl M'f** »«fallen! aber in gtb* 
fere Sftci^t^um an Snihumentatton fonnte einzelnen Skifcn 
»01t täubet unb ©lud feinen modernen (Seift cinljitudjcn unb 
Me $üfaumnjaf5fce im Don 3u:in frinen freien ®a>t>ung 
beriefen. 3ebe Seit [leitet iljren ©eift tu eigfntljümlt^e 
gönnen unb ©ereant«, nötige niefrntlj^ ßric P mit iinn ein 
fyurmimifdjeÄ ©anjr bitten: bie meticcifdjc #enu* toirb turt^ 
einen gdjnütkib nnb buntgeftürffen Unterrurf nidjt ferner, 
nnb ®üfc von SGerli^in^rLi toürbt mit &4fdfdjnur unt> (Spau* 
leiten icabrFdjelnlid» feine poctif^ aufvrcdjejitere 0tMf* 
JDiefe ©u$t ber SHubetniurung üU«er Äiuifhu«fe äljnclt je? 
•ttfiiig ber neternea ©ättneTet, olle SÖIüdjen *t* Watue ^n 
gefüllten jn tna^en unb fie in eine tunte ©efialt flniujivans 
gen: buvdj bie Onduna, ge^t bte grudjtbaeftit verloren unb 



in ber allgemeinen £Ranbung jener JHdj ber eiflentJjümlir^e« 
gurmfp unt il^rer Dianni^faU^fcit , mit beiben Ut irunber* 
Witt 3jnüfT ber 92alur. ©ol^e üKübctnifirung alterer HBerfe 
fd)abrt üb^roit« gnare^n ter Äuperen Sirffamfeit nnb bet 
föcjdHnoffiJtJiltuns] be« ^tiblifume, r u n n bic moderne 3at^at 
ben JülU jeijjt brn urfuinnglid^rn Qbtfalt nur um fo auffal« 
Unbev in cini-m Statine von Slunutl) unb Sbtbfa, lveltfte eine 
Itbrnti^e <£rfa{Tung nnb Sljcilnahme gar niefct auffommea 
l^it r unb grivöL)Hl anteifeflfl bie ÜDlenge an bm unglü^j'eli* 
gen ^-iti^ f nur in ber äüiaffe änB«rr Mittel Jtunftgenufi ju 
fut^nt unt Jtunfl ;u ctfennen, fo altmalig tm ewigen <Siner* 
Ui für QUafjr^eit unb S^on^eU jlumrf ^u ktctbrn, unb ft<$ 
nur tutd; materdlle ÜBitfu}igeu nua) momentan anregen ja 
laffen, ofyne mebr für bat $octifc^e in ber Anaß uii^rljaft 
envarmen jn fönnen/' 

3^ tntterfte ^imlfcci juuai$fi, \vlt 9b\tbmfttt'$ 
SSJorte lüoljt geeignet feien, uiteTcffante fragen ftnjllJ 
regen, nxmi fd^ou bicfetbeii ni^t aiö listig ftuertittmi 
merteji FBuiitenj beifcc Süeif^iefe feien unpaffenb ges 
Fallit j ber Niebt^eif^/Li SJeiuiä JUtibtr an.^ijiei^n, fei 
eine folofftile (Scf^marflejigtrit, fei eint UingejlaU 
tuug jencö alten äöcrfeö , mit melier bie motane 
Snftnuiieutiriuig fciueäiuege in ^JatfllUle gefiellt ivtu 
bett föiuici bie uiobenu 1 ^ 11 fl c it in cn t b i r i c ti enthalte 
roirflidjc gortfi^ritte, Äleiber fßt bie Statue ber Üe* 
nni bagegnt fonutat nur aU eine lä^erHc^e gJlcbe 
betrautet tu erben. 6ben fo fei tu beut äßciffiel tjett 
($'6§ von ^crlt^iitgeii uergeffeit, ba§ ber fRitter jtoar 
eine altcrt^iiiuli^r Vertäu fei, aber fei ©öt^e, a(fo 
in einciit bur^iinä niobetiien äSerfe auftrete, unfern 
3«t bemitae^ frfjen na^e genug geiiirft fei. — £mS 



106 



2Befentlic$e meiner Stuftest fa§tc idj in folgenbe <Säj}e 
gufammen: 

1) (Swige SBcrfe, fotd^e, bie wirflidj bem 2Bans 
bei ber 3^'^" unerreichbar baßcljcr., muffen flctö ifyre 
urfprünglic^e ©cflalt begatten. #ierfjcr gehört bie 
antife (gfulptur, gehört *ßalefhina, geljört @l;afcö« 
peare, biefer aber mit einzelnen 3luönafymcu. Bei ttofls 
rnbeten Söerfen biefer 5lrt änbern 511 wollen, fei eine 
Starrheit, (Sben fo muffe 2) baö eigentümliche ber 
jebcömaligen Äunflflufc, fo wie baö Rationelle ge= 
fdjont werben, ©ie Sttagerfcit ber ©cflaltcn j. 33. 
bei ber alten nicbcrlänbifcfycn unb bcutfcfycn Sfialcrei 
gehöre wcfcntlidj jum ©anjen beö Äunflwcrfö, unb 
tonne nic^t befeitigt »erben, ofyne bie Äunflfd;öpfuns 
gen felbfl ju ganj anberen ju machen j eben fo wenig 
feien j. B. bie eigentümlichen, ber ©tngflimmc hei 
ipänbcl «nb Bac§ ^uert^eilten giguren ju änbern. 
©agegen biirfe 3) baö, ipaö entfdjiebcn äftobe einer 
früheren 3^* ^ar, ober roaä auö unjureictyenben %)i\U 
teln fyercorging, umgeflaltet werben, ^ebe 3?»* $at 
baö ^ee^t, ju »erlangen, baß baö, iraö ifyr geboten 
wirb, in ber itjr gemäßen gorm erfd^eine. (So ifl 
falfcfy, bie ättobe einer früheren &eit einer fpätcren 
aufbrängen ju »öden, ober ju verlangen, baß fte fic§ 
burc§ Untergeorbneteö, einem überwunbenen (Stanbs 
fünfte Slngcfyörigcö befriebigt pnbe. #icrfu'n gehört 
bie gorm unb bie SJienge ber s 2(rien in ben alten 
SBerfen, ^icrl;in gehört bie Suftnuncntation. %$ 
Bemcrfte, wie audj ijin große SBorftc^t unb äfiäßigung 
^errfe^en muffe -, falfcfy aber fei eö meiner s 2lnft$t 
nac§, in folgen ftällcn bie in ©eutfdjfanb heliehte 
sßictät für baö Slltc hiä 311m ©jetrem ju flcigcru, unb 
mit offenbar Sßcraltctcm unb leicht 311 Bcfeitigcnbcm 
baö spublifum ju behelligen. 3» folgern flarrcn gefts 
galten liege ber ©runb, »üeö(;a(b ftdj baö Severe fo 
oft ton bebeutenben Ann Pfropfungen ber früheren 
3eit abwenbe. ©ie ©elenden, bie Äunflfcnncr bens 
fen bei unö nur an fte$, nid^t aber an bie Sflaffe beö 
93olfÖ, toe(d;e and) iljrc Berechtigung §at. (Sin aU 
teö SBerf in feiner Ortginalgcflalt 311 genießen, ifl 
jebenfaüö baö tQ'cijexe, unb mag (Sigcntfyum beö ©e- 
lehrten, beö Äunflfcnnerö bleiben. Bei öffentlichen 
©arflcflungcn bagegen bilben bie lederen nur einen 
fleincn Sfycil, unb bie SRcc^te ber ©cfammtfjcit ftnb 
ju beriiefftc^tigen. <So bin id) entfe^ieben für Umges 
jlaltung unter ben oben angegebenen ©cftdjtöpunften, 
unb glaube auf biefe Söcife btc wichtige grage gclöfl 
ju ^aben. ©er Äunflfenner mag ftd) frioatim an ber 
Criginalgeflalt evgögcn; hei öffentlicher 5luffü^rung 
ifl cö burdjauö me^r alö eine aöenfaüö 311 bulbenbe 
äeeommobation, ifl eö not^iuenbig, im ©innc ber ©es 
geniuart Qlenberungen fic^ ju erlauben. 



9laty biefen 23emerfungen ergriff juerfl §x. 
Äü^mflebt baö 2ßort, inDem er ftc^ ©iebenfelb'ö 
«nfi(^tfn ausließe. S33aö S3renbel angeführt $aU, 
fagte er, fc^eine i^m ntc^t geniigenb motiüirt, beim 
crfllic^ fei jnrifc^en Qlbfc^neiben unb Umarbeiten ein 
Untrrfc^ieb, unb bann fei auc^ bie SRücfftcfyt auf'ö 
^ublifum nic^t ftic^altig. 933iefem foüe hei tyixien 
im SRcffiad 3. fö. Ilmänbcrung flattfinben o^ne ben 
83erlufl i^rer (Sigentfyümlidjfeit? S^oUe man bie Xril^ 
ler unb löerjierungen »i>egfc^neiben, bann Ijabe man 
ehen feine Slric ton £änbcl me(;r. $)lan gebe bafjer 
enttreber bie <&aü)e wie \ic auö beut ^oüfe beö 60ms 
poniflcn l;crt)orgegangen unb burc^ ben 3^tgcifl be= 
bingt gemefen fei, ober man laffe fie ganj n?eg, benn 
trenn man fc^neibe, fo fei eö ja nidjt mc^v ber ©es 
banfe beö Gomponiflcn unb ber 3cit. ©te ^nflrus 
mentation betreffenb, fo fönne man j»uar ^ier änbemb 
unb beffernb eingreifen \ boc^ roijfe man auti), baß bie 
älteren SPtcijlcr mit großer 53orftc^t unb Söeiöl;eit bas 
hei 31t SBerfe gingen, unb baß hei aller lliioollfonu 
menl;eit unb ©eringfügigfeit ber Mittel fie fo oors 
trefflidj inflrumentirt l;aben, baß eö fcftflcfyc: \vix 51(le 
machen eö nic^t beffer, unb auc^ ^Jiojart fyahe eö 
nie^t beffer gemacht alö §änbel. — SDrg. 23ecfer 
flimmt bem üöllig hei. (Sollen bie ©emälbc unbes 
tüf?rt bleiben, fo mögen and) bie clafjtfd)en Söerfe 
unberührt bleiben. 9lid)t -- elaffifc^e Söerfe mit gor« 
men, lic unö gegenwärtig nicfyt me^r jufagen föns 
nen, wie bie D^ern uon ^affe, ©raun u. f. f., laffc 
man beö^alb ganj ru^en unb fül;rc fte nur in ^iflos 
rifc^eu (Soneerten tor. Stolle man aber (£ttt>aö auö 
bem i8ten ^a^^unbert oon einem ^änbel, üon einem 
93ac^ bieten, fo gebe man bieö rein unb unoerfälfc^t. 
^[ebeö, voaö baran geinäfelt werbe, fei eine 93erfünbis 
gung gegen bie äfleiflcr. — gl ü gel befannte fle^ 
ju berfelben 51nftc^t. 

hierauf entgegnetetc Stttter, eö muffe junäc^fl 
ein 5DJtßoerflänbniß befeitigt werben: eö fei nidjt bie 
Webe oon ums, fonberu oon bearbeiten. <Sage 
man, ^ojart fyahe unö ben SPtcfftaö nic^t nä^er ges 
hxacfjt, fo muffe er wiberf^rec^en. Qldcrbingö fei bieö 
ber gall, ba SJiojart burd^ bie ^«ftnimentation §äns 
bel'ö fDlufit für ^oneertauffü^ruitgen möglich machte, 
inbem berfelbe bie Orgel burefy ©laöinflrumente ers 
fe^te. <Set bie äöa^l, ob ber ©amfon 3. ©., mels 
c^er feine Äirdjenmuftf ifl, ganj unberührt unb unges 
^ört bleiben, ober inflruinentirt unb gehört werben 
folle, fo entfe^eibe er ftd; für Sejjtcreö: beffer bems 
nac^, bie SBerfe werben aufgeführt, alö nic^t aufges 
fül;rt. — ©eefer erwiberte, äNofel'ö Bearbeitungen 
ber $)änberf^fn Oratorien, fiinbpaintnct'ö S3earbeis 
tungen oon ^areeUo'ö «ßfafmen laffen la^ Original 



107 



ni<$t wiebererfenncn, fte ftnb SBerballfyorniftruugen. — 
glittet: ba8 flnb Umarbeitungen. — Äütymftebt: 
göir (d^cincn oon ben Stteitpunften abjugeljen. (So 
fragt flc$ fegt, ift unä baö 28erf geiftig ober mate? 
tiell näijet gebracht werben? 9Befentli$ ocrfcfyieben 
iji, ob baä Söerf auä ^Jrincip ober auö praftifd}en 
©tünben 2lenbetungen erleibet, ©aö wat aber nicfyt 
ber fheitige ^3unft. glittet felbfl fjat auggefproe^en, 
eä fei beffer, trenn baä äöerf in feiner urfprünglidjen 
gorm toorgefü&rt werbe. 3<U 3utyat in &er mobers 
nen SBeife iji bem ©eifle ber bamaligen 3«* im $ob 
juwiber. SBenn wir biefe Stütfe nidjt in urfprüngz 
lieber SBeife wiebergeben fönnen mib wenn nidjt 
toirflic^ 9teue8 fnnjugetfyan wirb, bann flimme ie$ 
fc f j # — SJtitter: Söenn aber gefagt wirb, itnr Ijören 
bie SBerfe lieber nic$t, bann will id) bie S3(adinflriis 
mente. — Strubel: SRcine 5lnftc$t ifl nid)t fo weit 
entfernt, t$ will baö Söerf in ber SDriginalgeflalt, 
e8 gewinnt fetten bei Bearbeitungen, fonbern oerliert 
meiftenäj boc$ wünfeije id? bie 9lceommobation, bamit 
bie äBerfe im Seben bleiben. 9Nan fod bie ^ßietät 
nidjt fo weit treiben, biefetben lieber ju begraben, alä 
pe mit wenigen Umgeflaltungen brm Sßublifum jus 
jufityren. — gl ü gel macfyt auf baö §tterfü()rerifc$e 
ber $lceommobation aufmerffam; ©ernäborf ers 
wäfynt ^änbel'ä trompeten, welche gegenwärtig nidjt 
mefyr uorfyanben feien j bitter bemerft in Q3e$ug auf 
bie 5lrien, er madje ftdj nichts barauö fte wegjulaf; 
fen, gefleht jebodj, 2Ko$art fei fdjou ju weit gegans 
g fn . — Efyrlidj bejietyt ftd) auf Slnbaufö „Steins 
tjeit ber Sonfunfl" unb erflärt fidj benimmt bafür, 
ein wafyrljaft clafftfdjeö SBerf bürfc gar nidjt oerän- 
bert werben; eö fdjeine il;m, wir feien im ©eifle ber 
3«t befangen, wenn wir bearbeiten, baä ßolorit als 
lein madjc eö nidjt. — JRitter entgegnet bem, bie 
Sftoten tonnen nie^t burc^auö btoö gefpielt werben, 
Wie fte in ber Partitur ftefjen, auc§ bie 3»ff^n (beä 
©enetalbaffeä) i)abe man fyören ju laffen. ©ie burdj 
biefetbe bezeichnete ^Begleitung wolle er burdj ffilaö« 
infhumente erfegt Ijaben, bie Streidjinfhumente feilen 
bleiben. — grl. Otto bemerfte, eö feien biö jegt 
meifi nur bie Stimmen ber ÄünfHer gehört worben, 
bie Siechte unb gorberungen ber Saien fyabt man ju 
Wenig beamtet, ©ie Äünfller würben bie 5öerfe lies 
ber in ifyrer Urgewalt, baö sßublifum lieber in einem 
bem ©eifle ber S^ entfprec^enben ©ewanbe l)Bren. 
ffiarum muffe man S3ac^ unb Raubet, bereu Söerfe 
wic^t bloö für einige Äcnner ba feien, populär machen. 
— Srenbcl wieä no^ auf S^afeöpcare l)in , bei 
toeldjem ber oorlicgenbe gaQ 5lnwenbung finbe. — 
©eefer äugerte, eö gebe genug fföerfe, bie auf \u\ü 
noc^ wirfen wie ju ifyrer 3fit j anbere SBerfe, bie bieä 
nic^t t^un, lege man ad acta. 



9?ac$bem ftd) auf biefe äBeife bie 5lnfle^t bc« 
©erfammlung in i^rer S^ajorität baljin feflgeflettt 
fyatti, \>a% bie elaffifc^en SBcrfe in i^tet 
Urgewalt 311 belaffen feien, fo wuxbe bie 
©iöeuffion aud SWaugel an &cit abgebrochen, unb lit 
Uormittagofiguug gefdjloffen, ol;ne ba§ jeboe^ bie 
entgegeuflebcuben 3lnftd^teu ftc^ wefentlie^ genähert 
Ratten. 

3n ben fpäteren ^Ibenb^unben, nae^bem baö bei 
ber muftfalifc^en Unterhaltung anwefeube ^ublifum 
ftc^ entfernt tyattc, eröffnete ic^ bie 8efpred|ungen mit 
folgenbem Vortrag : 

3$ glaube ein &eitgemäße$ X^ema ju be(?an* 
beln, wenn ie^ Sinigeö über ftritif, über bie gtage, 
wer oor$ug8weife ftc^ bä ber ßritif betl;eili^eu fott, 
über baö 93erl)ältnifj bed Äritiferd unb Äünfllerö 
fage, bieömat me^r toaü baö SßerfBnlic^e , weniger 
wad bie ®ac^e betrifft. 

©ie muftfalifc^e Äritif in rein fadjlidjer $inft(^t 
unb abgefetjen oon perfBnlic^en S3ejiel;ungen ifl fe^on 
oielfacfy ©egenflanb ber Erörterung gewefen. üßaä 
bie ältere betrifft, fo Ijabe ia^ mic^ früher (SJb- 22) 
bemüht, ben ßntwieflungdgang berfelben in einem 
eigenen 3lrtifet ju djarafterijtren. Später ergab fte^ 
in ben Streitigfciten mit 3- Sf^äffcr ©elegen^eit ju 
weiteren SBeflimmungen unb Erläuterungen. ©a8 
^Jerfönlic^e ifl feiten in ben Äreiö ber ©efprec^ungen 
gebogen worben. SHoc^lig fc^rieb einen trefflichen k 2lrs 
tifel über t>a$ Söcr(?ä(tui& beö Äritiferö 311m Aünfb 
ler, auf ben ic^ jurüdfommen werbe, wenn idj in bem 
Streit mit ßofjmatty bie firitif 511 befprec^en 1)abe. 
Sonfl ifl baö tßrrföntic$r nur wenig berührt, ^uc 
erfl neuerbingö fameit mehrere Slnrcgungen. $m 
oorigen Qatyx fa^rieb gl. ©e^cr über baö SJerbaltiup 
beö Ar. 5. ftiinflt. 83or Äurjem eutfpann fla^ ein 
Streit jwifc^en biefem unb Dr. Sauge. 3^ ne^me 
bie Säge 511m '2luägang3puuft, bie in bem Streit 
gwifctyen ben beiben le|tgenannten jur Spraye famen. 
Sauge, in einem: Äritif unb Humanität überfei^riebes 
neu Sluffage, (jatte behauptet, ,,er ^alte bie Stellung 
eineä Ätitiferö mit ber eineö Eomponijlen ober aufc 
übenben Äünfllerö für unvereinbar"; er arbeitete bars 
auf fyin, bag beibe ^^ätigfeiten ftreng gef^ieben WMr* 
ben, unb wollte bie ÄünfHer gan^ oon ber Äritif 
auSgcfc^foffen wiffen. ©em trat ©etjer gegenüber 
mit ber Semerfung: eä fei eben fo einfeitig 51t öer= 
langen, ein Äünfller folle feine Äritif üben, alä ju 
behaupten, nur ein HDluftfer folle Äritif üben. 6r 
faßte feine ?lu(ic^t in bem Sage jufammen : 9Wag 
Ätitif üben wer fann. Dr. Sänge lieg hierauf nod^ 
einen 5lrtifet folgen jur Erläuterung einiger Säge 
unb jur ©erflänbigung überhaupt. — Soll ^it gtage 



108 



im Slffgemetnen beantwortet werben, fo fann cö mei; 
tict 5lnftct)t nac$ auf feine anbete SBeife gefct)et)en, 
aU eö burc§ ©er/er gefcr)ct;en ifir- 3$ f^rnd^ mict) 
in ganj at;nlict)er SBeife frei anderer ©elegent/eit, bei 
ber grage, wer ben ßortfct)ritt mact)e, ber Äritifer 
©ber Äünfiter, bat)in ouö: ben gcrtfct)ritt mad;e, ber 
it)n mact)t. ©leict) toon 4>auö and eine Sd;eibung 
fcorjuncfjmcn, lüie eö £ange tt)ut, t)alte ict; für uiu 
jweefmäßig. ©ieö fct)ließt jebedj feineöwegö au*, 
baß tdt) im Verlauf feiner SrBrtcruiigeu einzelne S3e= 
merfungen fetjr richtig ftnbe, nnb biefen bcipflicbte. 

SBetradjteu wir bie Sact)e etwaö näl;er, nnb jn 
biefem 3*^ M* Aufgaben ber Äritif. ©ie Äritif 
fann ftet) mit ber tect)nifct)en (Sorrcctfyeit beö uorliegeiu 
ben Sßerfcö befet)äftigeh, fte fann bie trdr)nifd?cn dii 
gentt;ümlicr)feiten beö betreffenben (Sompouifleu tterfol^ 
gen, bie 2irt, wie er feine ©cbanfen jur ©arfhllung 
getraut r/at u. f. f. 5 eö ifl bicö bte unterfle Stufe ber 
Äritifj fte begann bannt im toerigen ^fl^l;nnbert. 
23ei weiteren gortfct)ritten wirb fie 31t allgemeineren 
Sägen, bie fle a\\$ ber S3etract)tung Victor Äuufb 
Werfe abflrat)irt, fortgeben, fte wirb Siegeln, 2MajrU 
men jur Befolgung aufflelten. Sie tritt bamit fdjon 
ber Sfyeorie ber Äunfl, fo wie ber allgemeinen Äunfl: 
toiffenfct)aft när)er. ^xe Aufgabe ifl bamit aber uidjt 
abgefct)loffen. «3* mffc hei fortfcfyreitcnber 23ilbung 
bie geiflige Seite ber Äunfl jum SJewußtfein femmt, 
um fo entfct)iebener mact)t ftet) bie ßerberung geltenb, 
biefe Seite ju erfaffeii unb in ben peetifdjen 3»Ö a ^ 
beö Äunflwerfö einjubriugen. 2Bir t/aben tner bie 
Stufe ber pft/ct)ofogifct)en 58efcr)rcibung beö S»t;altö 
tineö Äunflwerfö, bie Ueberfegung beffelben in ein 
poetifct)eö ©egenbilb. (Snblict) im weiteren gorrgange 
füt)rt bie Äritif, bie Betrachtung ber Äunftwcrfe über; 
t)aupt, jur 21eflr)etif, jur t)Bt;eren Äunfigefct)icl)te, nnb 
^at biefe ju it;rer Ktarauöfegung. Sie crblicfen fyier 
eine große 3)iannict)faltigfett ber Aufgaben, obfct)on 
bamit biefelben noct) feineöwegö erfet)Bpft ftnb. 91uö 
bem ©efagten aber get;t wenigflenö bie ffiielfeitigfcit 
beffen r)ertoor, xvaQ bie Äritif ju erflreben l;at. ©en 
(Somponiflen , ben praftifdjen äftufifer wirb in ber 
Siegel mer)r bie tedt)nifct)e Seite iuterefftren , er wirb 
bei feinem Sottegen junäct)ft unb toorjüglict) bie 51rt 
beö Sflac^enö betrachten, ©er gebilbete Äunfifreuub 
^att ftet) me^r an bie poetifct)e Seite, ©er Äritifer 
Don ^ßrofeffton wirb mer)r eine wiffenfcr)aftlicr/e 9tict); 
tung in feinen arbeiten erftreben, ber J 2lefil;etifer mc(;r 
baö rein 9Jeftr)etifct)e. Äein (Finjelner aber wirb ber 
Aufgabe üoflflänbig geniigen, fein ßinjelner wirb aU 
lein bie Äritif tooüjtänbig reprafentiren tonnen j er 
wirb immer metjr bie eine ober bie anbere Seite x)cn 
»ortreten laffen; bie Aufgabe ifl fo umfaffnib, bag 
baö 3Mfammrnwtrffn ber ÄunfJIer, 9?iufifgelef;rten 



unb aller Vertreter brr t?erfct)iebenen gäct)er not^wens 
tig ift, unb eö ifl baniin meineö ßrac^tenö baö eiiu 
jig 8^at;ve, baß 2Ule fic^ bie ^)anb reichen unb ge; 
meinfc^aftlict) arbeiten 5 ber (Somponifl fowo^l wie ber 
©elel;rte, ber praftifdjc SDhtftfer \mc ber 5(efl^etifer 
muffen jtet) beteiligen. 5lUerbingö bin icr) ber %Jici: 
nung, bafj auf bem ©ebiet ber Äritif ber Äritifer üon 
5profeffton an ber Spige jle(;en miiffc, wie auf bem 
ber Gompcfttiou ber Äünflter. %iuj bem ©ebiet ber 
Äritif nimmt ber ÄünfUer, ber ftet) babei bet(;ei(igt, 
nur eine uutergeerbnete Stelle ein, auf bem ber (Souu 
pofttion flel;t ber Äünfller obenan unb ber Äritifer in 
^weiter fiinte. ©er ÄünfUer wirb auf bem ©ebiet 
ber Äritif immer nur 23aufleine, einzelne 5lureguugen 
geben fBunenj ju einer 33eb;errfcr)ung beö ganzen ©e- 
bietö wirb er nie gelangen, weil ir)m alö ÄünfUer 
bie wiffenfdjaftlicfye ©ewaubtl;eit nict;t in bem ©rabe 
eigen ifl, wie bem Äritifer } auf bem Gebiet ber 6om= 
pofttion ifl ber Äritifer untergeorbnet, weil er ftd; fel= 
ten ober nie in baö 9Wcr) ber ^ßt;antaftc fo üodflän; 
big wirb ergeben fonneu, wie eö tiie freie fünfUerifdje 
Sprobueticu forbert \ aucr) c\u^ beut allgemeineren 
©ruube ftnb beibe ©ebietc gefonbert, ba§ ein ä*?enfcr) 
nicr)t jugtetcr) in tfvci terfc^i ebenen geifligen Sphären 
feinen 9Jiittelpunft ^aben, in beiben mit gleicher 
Energie tfyätig fein fann. 

9ioct; mancher Umjlanb toon S^icr)tigfeit fommt 
außerbem r)in$u , geeignet meinen Sägen alö 33eleg 
311 bienen. Dr. %an$c \i\ijxt bie befanntc Stelle üon 
$ean ^aul an, wo biefet i?on pafftoen ©euieö mit 
mel;r empfangenber alö fcr)affenber s ^antafte fpricr)t, 
benen im Schaffen jene geniale S3cfonuent)cit abgebt, 
bie nur ber 3 n f anunfn ^ a »g a ^ ( x unb großer Äräfte 
hervorbringt. Sol^c ^enfcijen, meint er feb)r trefs 
fenb, feien mit r)B(;erem Sinn alö t)AÜ fräftige %a* 
lent, aber mit fctywact)erer Äraft auögerüflet; wä^- 
renb fte im @rftnben »on einer 9?cbenfraft umfcr)lttns 
gen wären, t)errfd)ten fte im dmpfinben mit befons 
neuer Spfyantafte unb faxten bie SSelt unb Sct)Bn^eit 
p^ilofop^* unb poetifd) -- frei an unb auf. ©ie 33es 
founen^eit, welct)e auf frembe Schöpfungen fo ^ett 
fct)eine, werbe über ber eigenen jur IWadjt. — 3« ^w 
£t;at, ber Sct)affenbe ifl auf einen engeren Äreiö be; 
fct)ränft, aber fyier mit cr(?ö(>tcr Äraft begabt 5 ber 
wafyre 5öeurtl;eiler ifl uniüerfcller, beftgt aber ntdr)t bie 
eoncentrirte Äraft. ©er Äünfller üermag barum nidr)t 
fo wie ber Äritifer, ftet) an bie toerfct)iebenflen 3nVn 
m'bualitäten ^in^ugeben unb in fte einzubringen, unb 
bie 8*olge bauen finb bie t3ie(en falfct)en Urtfyeife bet 
Äünfller über it)rc ©enoffen. 3lber auet) abgefeiert 
toon alle bem, fo let)ren unö mannict)fact)e 6rfar)runs 
gen, ba§ ber Äünfller nict)t allein bie Äritif uerwal« 
ten barf. 3^ ^«n ber Meinung, baß ber Ärittfet 



109 



fcon ^ßrofefflon neiget, unbefangener, unpartetifdjet 
wt&eilen n?irb alö ber Äünfller. gl. ©etyer bemerft, 
ber Äünjlfer felje ftet) boci) root)l oon Äeinem liebet 
beurteilt al8 uom Äünfller, birfer fletye ifym am näci)* 
flen. Steine (Srfafyrungen betoeifen baö ©egenttyeil. 
3$ fiube, bog Äeincr Rätter urtl;eilt, alä bet äRufl* 
fer über feinen (Sofiegen, bafj baö ruhige «nb ferg; 
faltige 9lbn?ägen nict)t allein, fonbern and} baä nadjs 
jicr)tigete 3Uifnec)men mefyt bei bem Ätitifer alö bei 
bem ÄiinfHet 31t «§aufe ifl. Ucbtigenö bebaif e3 trctyl 
faum erfl einet SSemerfung, bafj bet gute (Somponift 
batum noct) lange fein guter SHecenfeut ifl, eben fo 
roie bet festere, Neil et guten SHatt; $u ettl;cifen weift, 
batum feineercrgö im ©tanbe ifl, *2lUcö fo mufletfyaft 
ju ooQfüfyten, roie et angiebt. $lucr) beö Umflanbeö 
fei nur im Söctübetgefyen gebaut, t>a§ bet SUiuftfer 
ju teicr)t geneigt fein wirb, übet bem £ecr)nifcr)en bie 
$auptfaci)e, bie pcetifct)e (Seite ju überfeinen, 5lu8s 
nahmen rüie überall, fo natürlict) aucr) t)tcr $uges 
flanben. 

©ie Äritif roitb jejjt oftmals fo tücfftcr)töloö ans 
gegriffen, bafj eö notl;n?enbig ifl, and) auf ©inigeö, 
itaö fie alö fyetootflecfyenbeö (Sigentfjum beftjjt, fyins 
jubeuten. grüner luat bie ©eiranbtfyeit beö vgdjteU 
benö mir feiten ben SRuftfcrn in bem ©tabe eigen, 
bafj fie alö <3c£;tiftfieUer auftreten fonnten ; bie Äri= 
tif n>at fct;on batum ein gefonbertcö gad). ©ie er; 
r)öf)te Söilbung bet SReujeit macr)t tiefen Unterfdjieb 
toetf^ioinben. %bcx eö giebt anbete Unterfcr)iebe, bie 
noct) feineöioegö ausgeglichen finb. 3er; forbete fcou 
bem jhitifet eine oollftänbige ßitrraturfenntnifj, ict) 
verlange, bajj et mit allen tarnen oertraut ifl, ba§ 
et in bem gact), auf iuelcr)eö et feine 33licfc gerichtet 



r)ält, bie (Somponiflen, bie ©efcr)icr)te betfelben, ifyre 
Sntroicflung fennt. ©ad ift feine Äleinigfeit; baö 
ift feineötoegö ein Söiffen, tüelct)eö man ftet), ctroaö 
in bie Äritif r)ineinpfufct)enb, erroirbt, unb roir fyaben 
baturn fo oft t>a% Beifpiel, wenn äRujtfer fritiftten, 
ba§ fie nict)t otientitt finb, bafj fte tarnen öettoecr)s 
fein, obet ifynen mit Dp. 50 ein (Somponifi jum etflen 
9)iale begegnet, «3>ct) üetlange, bafj bet Ätitifet, ber 
@cr)tiftjieUer übet ättufif überhaupt fenne, loaö in fei» 
nem gac^e geleiflet werben ifl. ©aö i(l hiebet ein 
befonbeteö ^tubium, waö bem ptaftifdjen 3?htftfer 
nic^t batum, weil et (Somponifi ifl, fo o^ne Söeiteteö 
jufäöt. Söit t)aben batum baS ttofllofe ©eifpiel, 
ba§ eö bei unö fo langfam »otwättö gefyt, ba§ man 
wiebetbtingt, waö fct)on langfl gut gefagt ifl, unb 
man per) über gragen fheitet, bie »or jwanjig 3ar)s 
ren t?ot trefft ict) gelöfl ftnb. 

Wlcin SHefuttat ifl, laft wit bie SKitwitfung ber 
Äünfllet bei bet Ätitif nidt)t bloö wünföen, ba§ wir 
eö für Sßffidjt eineö Beben galten, wenn er eö oers 
mag, ftet) ju beteiligen. 21Ue muffen arbeiten an bem 
83au o^ne tätigte ©tteitigfeiten, unb ftet) in wecr)s 
felfeitiget Sefct)eiben^eit bie ^)anb reichen, ©ie Sets 
hing bet ftitifdjen Angelegenheiten übet^aupt aber 
mu§ bem Ätitifer oon ^3rofeffton, b. ^. bem, ber in 
folcl)en ©eflrebungen ben innerflen 2??ittelpunft feineö 
S3ewu^tfeinö ftnbet, überlaffen werben; biefer mug 
^ier, fo ju fagen, ben 2!on angeben, wäljrenb umge? 
fet)rt auf bem (Gebiet ber (Sompofition natürtidt) ber 
Ätitifet bem (Eompontflen ben SBotttitt lägt. 5(ber 
beibe, Äritifer unb ßünftfer, müjTen ftet) möglicr)fl nat)c 
treten, unb eine fct)roffe Trennung ifl ein Unbing. 

(gottfe^ung folgt.) 



u 

t 
t 

c 



Ueberfi^t ber neueflen @rfd;einunöen auf bem ©ebtete bst 2Äuji!* 



Jut SPianofotte* 

@aloit * unb (^!)araftcrftücfc. 

St* SBaHetfteÜl, ©p. 43. «in iTräljlinjetaj. |)ljan- 
tafit. llagel. 12 g©r. 
M @ont* im gcüt)(iitg ieft allein f4tt»ere« @fnn« unb trau* 
riß fein?" 35ie« ba« SWotto, welche« ber ißerf. beigefügt fytt. 
$)ai @tücf fietyt in F, unb bcflebt gunäcbfl an« einem lang* 
famen* einleitenbcn ©oft mit Slblrec^felung nac^ Des, fobann 



an6 einem Allegro grazioso im 3h)ei\3iertet / juk^t au« Stad^ 
Hängen vorn Anfang. ?llfo früb, mittag«, abenb« — »enn 
toir ben ,,grüt;llng«tag" reefet ju beuten oetfter>en- 2)er 3Bor* 
jng ber tflänge ifl, bag fte nlc^t gefugt finb unb ganj jtoang» 
lo« am ©ebör »orüberflie^en. Gin bidjterlfdjet Oe^alt ober 
etwa« ©efonbere« ifl nic^t in unb an üjnen. 

©♦ X^a^erg, ©p. 57. nr. 7. Fantaisie sur des 
themes de l'opera : la Cenerenlola de G. Rossini. 



HO 



[Decameron par S. Th. Dix Morceaux p. P., ser- 
vants d'ecole preparatoire ä Tetude de ses grands 
morceaux.] ßreithopf u. Sjörtel. 25 Jtgr 

%üx ben SKußfer ofyne JReig, für bcn Sedjnifer obne 3u* 
tereffe, obfebon ein Heiner (Stimmer au« Styalberg 1 « ©lang« 
periobe ßd) baruber breitet. £a« ©tief fommt, wie bie gange 
(Sammlung, gu fpai unb vermag nid)t gn ^ie^en. 

©. 6t>et&, ©p. 13. Chansons d'amour. Nr. 16. Da- 
nemarc. Äjaslinger. I JT1. C.JH. 

(Sin Xfcfma mit uierfadjer 93eränberung bilbet ben 3n* 
(alt. 2>a« CWanne iß anfang« giemlicj anfpreefjenb, »erßadji 
fid> jebodj im treueren ©erlauf. 

$♦ 2tfjt, 3 Etudes de concert. Äiftner. Hr. 2 u. 3, 
jft>e J5 llgr. 

IDic erße ber ©tüben Ijaben roir unlängß angegeigt. 2Bie 
in biefer, fo giebt aud) ber ©crf. in ben toorliegenben (Stuben 
pfiffe gum Sluffnatfen, bie gar feine, ober feljr üettroefnete 
Äerne enthalten, (Selbß in tedinif^er £inßdjt geljt bte«mat 
ber ©vieler faß Irer au«, ba er faum meljr al« nid)i« vor« 
finbet, ba« iljm lleberrafdjung bereitet 

91, SBühnetS, flocbjeit-ÄlarfcI) aus Der Ülufik ju 

Öljakcfpfare's Öcunmernacijtetraum von Jelxx Äen- 

Delsfobn-ßartbfllbi) für las pftc. frei übertragen. 

ßrritliopf u. .«järtrl. 20 llgr. 

2)er iöerf. bietet 9Ifle« auf, au« bem 3nßrument ein £)r* 

<^cfrrr gu madjen. £er in Slntrrnbung gebrachte ^aupteffeet 

betul/t barin, ba§ bie linfe «£>anb in mcglidjß fefjnefler 9luf* 

einanberfolge, ßete von ber Xiefe naß ber $ölje fprfngenb, 

toerfd)iet>ene Stceorblagen gu greifen f)at. ©eidjrointigfeit i&ut'« 

$ier allein, fo gut al« bei bem £afd?cnfpieler; fcer baburdj 

»crblüfft trirb, l>at ficf> ben §d)aten felbß gugufdjrefben. 3)en 

fWarfd) in frer uoniefdjriebenen SQeife gefpielt gu Ijöten, 

toitb neniger $i'irfung tljun, al« ifjn gefpielt gu feigen. 

6. 9tetttecfe, Acht CirDer aus Robert BdjumaniTs 
Ätjrtjjen (©p. 25) für las pfte. übertragen, fiift- 
ncr. 224- llgr. 

2)ie übertiagenen Sieber finb folgenbe: ffiibmung, bie 
2ctc«blumf, JDu biß roie eine 53lnme. 9lu« ben ößlieben Sfto* 
fen , SMeb ber 93raut, be«g!. , £odjlünbifd)e« 5Biegenlieb, ber 
Nußbaum. 3Me $ertf«tvorte finb cen gelobten beigebrurft. 
2)ie Bearbeitung iß mit gro§er (Sorgfalt, guter 33et)anMung 
be« Snßrumcnte* unb Demjenigen inneren *8erßänbnijj ber Sie* 
ber iiefd)ff)en, roie man bie« bei Sfteinerfe ucrauflfefcen barf. 
Stilen »43ere!)rern (Schümann'« unb gunÄdjß benen, treibe bie 
2ierer in ifyter CrUmalgeßalt auszuführen ni^t in @tanb 
gefegt finb, emvfel;fen wir ba« fet)r fauber au«geßattete «&eft 
ganj angeiegentlid). 

2. tt. S5eet^0t)en'fi Cieber, für Das pfte. übertragen 
von Jv. ti(|t. ßreitkopf u. J)ärtet. 1 Stljlr. 



©^ 3Äaper r <E)p. ll 6. Sixieme Valse-Etude. Siegel 

un^) dtull. 25 tlgr. 
©♦ ^)rubent, ©p. 32. Air et Marche arabe varies- 

Örljott. 1 Jl. 12 Ar. 

OTpbeartiFel, JabriFarbeit. 

! ©. £. 95nutner, ffip. 129. Les petites Danseuses, 
12Danses tres-laciles et doigtees. peter«. 16 Ogr. 
5)a« 3f«fl iß ^er „Jeunesse joyeuse" getoibmet. £) 9laU 
»etat ! 

Sdnje nnb ÜÄdrfc^e, 

3* &♦ SJö^nct, ©er Sieg bei €ckcrnförDe in flal- 
Ctein. ©eutf^er Äarfcl). fangenfolja, ßornDrück. 

2)er SWarfcft beginnt mit gre^artigem Xtemolo unb (rote 
babei ße^t) oerfc^iebenen ,,tfanenenfd)üfjen", Wiit bem 14ten 
Xact gefyt ber eigentliche ,,©ieg" an, b. 1). ber 2ftarfd) felbß # 
unb mit bem 4oßen 3!act roirb eingebogen ju einem ,,$ofau^ 
nenc^or ber ^immlifc^en «^eerfd^aaren", ber bi« gum 50|1en 
^act anbauert. 3)arnacfc roirb rüefgebogen gum Eintritt be« 
SWarfcfte« Xact 14 unb gef^loffen bei ber Klette, tüo ber £eer* 
fc^aarenefjor roieber fommt. (So iß ber Verlauf be« ©anjen, 
ba« etroa« 9caturfräftige« an ß(^ ^at. 

Sät tyianofotte gu vier $?änbett< 

JB. 21. 3Jiojatt, Six grandes Sinfonies, arrangees 
par Fr.Mockwitz etA.Hültner. ^agemann u. Kopp, 
nr. 2, H«l)lr.; Hr. 3, 1| Äljlr. 

2)ie beiben Borliegenben Stympljonien ßnb bie befannten 
in D : d_| d^. d | eis eis eic. unb bie ofyne SWenuett. U)ie Str^ 

rangement« fyat «&r. SDioefroi^ beforgt. (Sie ßnb jroar niä^t 
gang fe^led)t gemacht, erfüllen aber feine«n?ege« bie 2lnfprü(Jje, 
welche man gegenroärtig mit gutem SKecfete an bergleic^en Sir* 
beiten ßellen Fann. 33 tele« in benfelben iß nidjt getreu nadj 
ber Partitur rolebergegeben (oon roem fyat J&r. s iJioefroi^ j.ö. 
bie nacftfcftlagenben Siebtel in ber regten ^>anb Xact 27 unb 
29 auf ©.6 ber brüten Kummer?) unb beroeiß, ba§ bem 
93erf. ba« rechte 93etßänbni§ fremb geblieben. (5« ßnb be* 
reit« beffere 2(u«jüge vor^anben unb bürften baljer bie obigen 
überßüfßg fein. (Sinnßörenbe geiler befommt ber Äaufer 
mitunter al« 3«gabe. 

ftür Stoltne mit SScQlcitunq. 

^ 2öbmattlt f ©p. ll. Trennung unD tDirbrrfrljn. 

AnDante unD ^Vllegro für Violtne mit ßeglritung 

Des pianoforte. tDI)iflltng. T V 2b l r. 

JDer ictit. 5ln^. l)at fc^on früher bie Gelegenheit roaljr* 

genommen, auf einige (Jlaoietßücfe be« 33 f«. aufmerffam gu 

matten. iDa« t>orliegenbe ÜBerf oerbient gleie^fafl« Gmpfelj* 



11 11 



111 



hing. <5« befunbet ben gut gebilbeten, finnigen S^nfifer nnb 
tetrft erfrifdjenb auf ben $örer. 3)a« $fanoforte ift, toie 
fdjon ber Xitel befagt, nur begleltenb, ble SBiolinftimme er» 
forbert einen gutgefd)ulten ©vieler mit vcftm, gefangreicfcem 
$on. 3Me ©ertenftefle Furj vor bem ©d)lu§ Rotten mir al« 
eine *u fiereotype Strafe jutn 93eften be« ©anjen in anterer 
@eflalt getoünf($t. 

&pero im (?lat>ierau3ju<v 

3t. ©tifat, 5>as TOunterwaffer. ßomifcbe Qtytr in 2 
Acten, narl) fcem ,/ran|öfifcl)en *es IL. Öauoagr, von 
Äarckwort. ßcljott. 10 Jl. 

Siebet mit ^ßtanoforte. 

<£♦ SRaumatttt, ©p. 4. Äcljt f iefcer für 1 Singftimmr. 
flmtkopf u. Mörtel. 20 ngr. 

SEBtrb befprodjen. 

§r* Sadjnet, ©p. 84. Sieben ficfcer für ffioff ober 
Alt. Scljott. 7 fjrfte, ä 27 flr. 

3ttgetiMteber« 

SB* SWe&efi, 32 fiefcer für Ixe 3ugenb, «in- un* meljr- 
flimmig mit ßrglrit. *es |)ftf. ßrhtkopf u. gärtet, 
1849. Crftc Sammlung. 

— — , 18 fia>er für aie reifere 3ugcnfc. 3»fite 

Sammlung. €b*n*. 1849. 
^Derben befpredjen. 

<£. §äfct, ©p. 10. Watolirt von 3. IT. Üogl. fuck- 
IjorDt. 10 £»gr. 

(tinefreunbli(fce!£ilfttantcnarbeit, leidjt ausführbar, Flingt 
aber freflidj fo, al« foenn man fte fd)on oft gehört fyätte. 
©ollte Sßereine, bie ji$ oer fedj« 93een fürdjten, bie $on* 
art geniren, fo verfidjere idj, bajj fte biefelbe getroft in eine 
anbere beliebige tran«ponircn fennen of)ne ißerluft am ®e* 
I>aU. 

9leue ©autmlmtg von Ciffcern im Dolkston nerfafft 
non naterläntoiCcIjen Äonfetjcrn. I. fleft, enthalten* 
15 Compofitionen von Dr. Ij. 45. flögclt, % nägeli, 
3. tlater un* J. ßctjntper pon IDartenfee. Partitur. 
3üricl), Hägeli. Hetto-Preis 8 öatjen. 
©o matte / langweilige, aller SMuftf bare lieber ald oor* 

Iiegenbe fann id) mldj lange nidjt beftnnen gehört ju tyaben. 



Unb bfefe lieber fotlen Sieber im 23olf«ton fein! 3nm ©!fi(f 
toeig ba« üßclf am befhn, n?a« feinem mufifallf<fjen©ef<f}macfe 
munbet, nid)t aber bie (5onipofition«toei«f)eit jener Unfertiger, 
bie bcmfelbcn i&re reijlofen Präparate in feltfamer Ulatoetät 
aufgutifäen ftdj nidjt entbiöben, nudjbem be« trefflichen fdjon 
fo oiel oorbanben. Äein 3ug ber freien, frifeften ^ergluft 
toeljt batii, niä)t ein $au(^ oon SKelobie, ber bem ©inne be« 
93olfe« jufagen mö^te. 

SB. ©teef, jnänn*rlirt>*r, alte unt> n^ue, für JFremrte 
lies meljrftimmijrn Ülännergefanges Ijerausgegeben. 
6tes ^eft. (Öterroti)p-3Vu0flab^.) Cffen, ßäöeker, 
1849. 3 0gr. 

JDiefe ©ammlung gebort unter bie fcefieren, freilief) bür* 
fen bie Slnfptücte nic^t ju ^oc^ gebellt »etbenj meipen« ftn« 
bet fi^ no^ barin bie aUbefannte üWfinnergefang«p^ficgno» 
mie in Harmonie unb SJ^elobie, bod^ werben angefjeute 03er? 
eine, beren SWitqlieber eift Ijerangebilbet »erben feilen, bie^ 
felbe mit Stufen gebrauten fönnen. 9Kr. 1 („Sin baö ißater* 
lanb" oon U^lanb unb Äreu^er), % 7, 10, 17 bürften ber* 
»orgeljoben ju »erben am meifien »erbienen; fie n5l)ern {t^ 
(oor alten ba« Äreu^er'fc^e 2ieb) um einige (Stufen ben bef* 
feren Seiftungen. 

Quttt fut itoei Stttgfltmntetu 

9t. ©Raffer, ffip. 26. Ehe Örpattuinnen, komifeljes 
Duett für |wei ^raurnftimmen mit pftr. fiiftner. 
17| H 9 r. 

2)ie ©eoatterinnen treffen fidj an ber Äir^t^nr, um ba« 
^Brautpaar au«fleigen ju feben, ba« eben getränt Kerben folf. 
©ie oerneinen im ©efprac^ bie 2lb|id)tli<f)Feit t^re« JCervoei* 
len« an bem £)rtc; nur ber 3ufall Isabt (te ^ier^er oerfdfela* 
gen , unb beugter fei i^nen ferne. — £)er ©toff ift fer)r er* 
baulich bebanbelt, unb toir ratzen 3ebem, beffen «^erj ber 
«Seiterfeit noc^ ni(fct abgeworben, fidE) bie« Duett oorfingen jn 
laffen. 2)ie SWujif (le^t in sollfommenfter Uebereinfiimmung 
mit ben fcöer^aften ffiorten. 

@efangfd)ulem 

3* ©Ottccne, CUmentargefangfcljuU. ßcljott. 4 /l. 

12 fir. 
— — — ,15 Vocalises pour Contralto. 8rl)ott. 

2 ^rfte. (ttompl. 3 Ji. 12 fir. 
3o$(Uma Ätnfcl, ©p. 20. Anleitung fum Singen. 

Hebungen unu Cirtcljen für Ämter oon 3 — 7 3al)rin. 

Brljott. 2 Jl. 24 fir. 
©erben befproc$en. 



112 



3itteIItgeit$f»J<ttt. 



Robert Schumann 

Op. 67. 

Hörnern} e»t imtr ßaüaütn 

für Chor* 

Heft 1. Partitur und Stimmen. Pr. l£ Thlr. 

Der König von Tbulc, von Göthe. 
Schön-Rohtraut, von Mörike. 
Heidenroslein, ton Gothe. 
Ungewitier, von Chamisso. 
John Anderson, von Burns. 

Verlag von JP. WMstling in Leipzig. 

Srhllberth 4jf Co., Hamburg u. New- York. 
Verlagsbericht, Monat August, 

enlliallend Neuigkeiten , welche sich durch Gebalt und 
Ausstattung auszeichnen. 

Fesca, A., ,,Das Herz ein Garten 44 , Op.55. Nr.6, 

f. Sopran. 10 Sgr. 

Gross, «f., Serenade f, Violoncelle. Op. 32. 2te 

Auflage. 20 Sgr. 

Krebs. C, Norma-Fantasie, f. Piano. Op. 126. 

1 Thlr. 5 Sgr. 
•, „Süsse Bell 44 , f. Sopran oder Tenor und 

Violoncelle od. Violine. 15 Sgr. 

Krilg?, D. , 12 melod. Studien f. Anfänger am 

Piano. 2tes Heft. 10 Sgr. 
, Transcriptionen über Spohr's Rose und 

Polon. aus Faust. Op. 10. 20 Sgr. 

LiSZt, Franz, Fest-Album zu Göthe's lOOjäh- 

rigem Geburtstage. Instrumental- u. Vocalcomp. 

Vollständ. Clav.-Ausz. 2te Aufl. 1 Thlr. 15 Sgr. 
IjOinbye, Champagner-Galopp f. Piano. 3te Aufl. 

5 Sgr. 
Schnberth. C, Elegie von Ernst, mit Introd. 

von Spohr, I. Cello transcribirt. 15 Sgr. 



Sponholtz, A.H., Gondoliera, Op.23. Nr. 3, 
f. Sopran. 10 Sgr. 

, Höchstes Glück, Op. 23. Nr. 4, f. Sopran. 

7± Sgr. 
Durch alle Buch- u. Musikhandlungen zu erhalten. 

In meinem Verlage ist erschienen: 

Bereits, C, Polka nach Motiven aus der Oper 
„der Alte vom Berge 44 von Benedict, f. Pfte. 5 Ngr. 

, Galopp do. do. do. do. 5 Ngr. 

Clinze, L., Üas Coldinger Treffen. Ein musi- 
kalisches Schlachtgemälde f. Pfte. 15 Ngr. 

Graden er, C. P. f 4 Lieder, Op. 6 (Trüber 
Herbst — Herz wohin — Mährchenwelt — Ich 
hab' im Traum geweinet), lür 1 Singstimme mit 
Pfte. 15 Ngr. 

, Fliegende Blätter für dasPianoforte. Op.5. 

17 T Ngr. 

Grnntzdorff, Jugendfeier Polka f. Pfte. 5 Ngr. 

Krug*, !>., Ländler nach Motiven aus der Oper 
„der Alte vom Berge 44 f. Pfte. 5 Ngr. 

, 3 leichte Duetten f. Pfte. und Violine. 

Op. 31. Nr. 1, 12J- Ngr. Nr. 2, 15 Ngr. Nr. 3, 

12| Ngr. 

, Dieselben für Pfte. und Flöte. 

, Dieselben für Pfte. und Violoncell oder 

Fagott. 

, Sehnsucht nach der Heimath. Fantasie 

über Keller's Lied : „Land meiner seligsten Ge- 
fühle 44 f. Pfte. Op. 34. 15 Ngr. 

ITIannsfeldt, E., Marie. Lied für eine Sing- 
st imme mit Pfte. 5 Ngr. 

Röhrig?, Clara-Walzer f. Pfte. 2| Ngr 

, ßertha-Galopp f. Pfte. 2| Ngr. 

Hamburg, 18. Aug. 1849. Milh. Jowien. 



Conservatorium der Musik zu Leipzig. 

Am 2. October dieses Jahres findet eine regelmässige Aufnahmeprüfung und Tags darauf eine Aufnahme neuer Schüler 
und Schülerinnen in das Conservatoriura Statt; Diejenigen, welche einzutreten wünschen, haben sich in frankirlen Briefen oder 
persönlich hei dem Directorium zu melden und am Tage der Prüfung, am 2. Octbr. , Vormittags 10 Uhr vor der Prüfungs-Cora- 
mission im Conseivatorium einzufinden. Zur Aufnahme sind erforderlich: Talent und eine wenigstens die musikalischen Anfangs- 
gründe überschreitende Vorbildung. 

Der ausführliche Prospeclus über die innere Einrichtung des Instituts wird von dem Directorium und den Musikalien- 
handlungen Breitkopf <$' Märtel und Fr. Klstner zu Leipzig unentgeldlich ausgegeben, kann auch durch alle Buch- 
end Kunsthandlungen des In- und Auslandes bezogen werden. 

Leipzig, im August 1849. 

Das Directorinm am Conservatorinm der Musik. 

t3F (Sinjelne Hummern t>. W. 3t|djr. f. iKuf. rcerfren *u 1£ 9^r. bfrfdjnef. 



T)ru<£ von %x. Rüdmann. 



n tu t 




iitfätift fit 



SrraititoortUQet Sftebacttut: 
^tatij SJren&el. 

©inuntbreif igflcr 35anb. 



M 22. 




33 e r l r g e r ; 

9to&ett griefc in fietyjift* 
©en 12. September 18«. 



9cr tiefer 3*i*fd)- er[d)eiHcn teüäjentfi$ 
2 fflnmmerti vom 1 ober l 1 /, Siegen. 



$rrtä bc* Eanbe* b<m 52 9ha, 2'/> £&Ir. 
3nfertiofl*gebiil}rcit He %%\\i\i\\t 2 9i£*. 



atjonnemc nt nehmen off« ^pjttmfcr, S9udjv 
äHufif; unb Äunfitjanblürt^K an. 



3n&0lt: ÖL 84umaim>* SRufil ju b*r ©djlupfttiir U€ <8ötGeTtf<n flfauff. — *u« JDanjffl. — £aftrSßrfaM<$t*, Äkrmifefctf*. 



9t. Schumann ä iOiuftf 

fu irr Ödjlufrfefne U& Ö atmetet) m ^uuft 

©ie geier beä ^unbertjd^ti^rn ©efcurtäiageS 
©ottje'ä tot eine güuftige Sötraulaffung für ben (£em= 
$ onifien, mit einem $a§te taug gehegten Söerfe eub^ 
lia) fcerborjutreten. ©er 3eirpuuft mar gluefti^ 3t; 
mä'ljft, beun wenn bei ugenb einer SSerautaffung, flfl 
burftc jegt ber (Soinpornjl ttün ©fiten bcS tyiubtihimä 
am mtifleu Öereitmißigfeit ermatten, auf eine &$fo 
(fung einjugefjen, meldte meit lifret laß ©eiuöljnlidje 
$mauSget)fnbe <3a?mierigfritrn bei Söerfiättbuiffeä tie* 
tet. lluä aber gemährte bie (Srinuerung an bni gro= 
§en ©idjtei fo ju^lri^ cineä ber Jjcr&orragcubjlen 
Söettc ber neueren äcnfunfi. 

-Od? lami naä) einem erftcu Mutjoren nur fum= 
marifdj berieten , aber iä) bin bei erflen SinbrucEed 
ftd?er, 3u»ädj|i einige SBürte über ben Eejrt. di ift 
*$, loeldjjift bie ©cljimertgfeiten bietet. $<fy tuiirbe e3 
für 311 fruij Ratten, §i*r fdjon rdäuternb auf baß 6in= 
jefne beffeffcen etujugetjen, unb toerfpate bieS, tiä 
@djiimnmi'ä Weit gebnieft ift Siuigeä aber ifi tüf* 
fent(ic) 311 ermähnen, unb eä mürbe ftdj, ol?ue bajj 
bie* gef^ieljt , ber Oejtdjrtfiuntt m$t fejljidlcn 
lafien. 

©er bidjterifc§e SSfitlj ber einzelnen Partien bc$ 
Rauf! ift ein fdjr fcerfdjicbtnartigeT j nur burrfj bie 
©rnnbibee be3 @anjen finb btefdben uerbunbeti, bte 
Uttßffftf^l (SejlaftUHg aber ifi Vit ^etfrognt(le , unb 
fo fe^cn mit ©enfmale brr gro§arti^jlen ^Joejle unb 



rein £)tbaftifcf?r3, SHatteö unb StcijlofeÄ in brmftfc 
fcen SEBcrte terbunben. ©ie (Sntjtefyungdgcfcfyi^t* et* 
Wort biefe Sftatfac^r. gaufl ifi bai 3Brrf beö ge* 
fainmten ©öt^'f^en fiebrnö. ^fn frityefirr ^ugcnb 
Begonnen , tuutbe eß ein ^albeS 3a^t tot bem Snbe 
beö ©i^mä beenbet* s JIÜc bie Stufen, meiere er im 
fiaitfe feiner giofartigeu unb uitifaffntbru Quttoitt« 
litng biiTC^lirf/ pnben ft$ baruin ^iet auägepi^gt, 
3Bit Ijabfii in bem alten Stagment, in ben Seenen 
mit ©retc|en, bem erften fPJonolcg brä gaufl u.f. n\ 
bie ^errtia^flen 3c"9«ifff fduer urfprungli^eu biegte; 
rife^cn Äraft. 93ieleä Rubere, b« ^tclog im ^im* 
mel, bie ©eenen , monn SPteprjifUpljefcS gnerfl auf» 
tritt, ftnb fjjäier ^in^ugebie^tet. @ie gelten et 11 et 
3eit an, mo ber ©ie^ter f^on über baö SBerf feinet 
^ugenb refleetirte unb @Tf(atung#üfrfua^f aufteilte j 
mir (jafcen tyti fa^on entfe^ieben StrjTrjtioiiBpAr-jte. ©er 
2tc Xljfil enblia^ ifi jum grofieu IhnL baä äDer! ted 
beljereu ©reifrnatterä. §ier tarn eä bem ©ie^ter nur 
iiüdj barauf an, feine ©ebaufeu nieber^ufegeu, unb 
eine bie^terifc^e ©cflaltung j» uerfu^en, mie fie einem 
bem tSn(H«tf(^en ©a^affni nie^t mebt angeiueffenrn 
äeteuSattec gemäß man ©aruiu (jirr baS Ueberges 
lpta^t be§ ©ibaftifa^en, ber ^tilegürie. 2öir t}abrn 
auä? f;ier großartige, ^crtifdK o^c'nfjriten, abci eben 
fo oft auc^ S^iDcrfflUij)eä, Öangtueifige^. ©er von 
©c^umanu eompouirte (Spifog inae^t eine ^luönaljme} 
biefe legte Sccne rechne tdj tu Irgtgruaiuiter Öe.^e? 
l;ung vi bem Srfcmimgpeflflfn, 511 tetn ^3egeifiertfieu 
beä ©anjeiu ^it ben Stimmungen y bie Hrr ait^ge: 
fptoa^en fnib, ifi ein matjrl?after Mtfc^IiiJ gegeben. 



114 



$ier Bffnet fle$ ber $immel na% all* bem irbifr$rn 

Ringen unb Äämpfen, wa« vorausgegangen ifl, unb 

wir treten ein in bie »fgion be« ewigen grirbenS. 

(86 ge$8rt nid&t blo8 eine tiefere ßrfaffung ber ga« 5 

jen gawflbid&tung, e$ gft^rt eine tiefere Äenntm'f 

©Bt$e'6 baj«, um biefen @^ru§ wirflid& ju erfaffen, 

unb e$ erflärt fle$ ^ierauS ber minber bebeutenbe @in= 

bruef, ben bie Sluffü&rung auf baä üerfammelte *pu= 

fclifum in Beipjig junäd&fl machte. §ier fc^eiben fidj 

bie SBege, tyer ifl ber ^hinft, wo, tüte bei S3eetf?0; 

toen'8 9ter @$mp^onie, ein (Soneertpublifum in feiner 

©efammt^eit nie$t me^r folgen fann. 2lber aud) für 

ben $5f;er ©mpfanglte^en bieten ftety <Se$wierigfeiton, 

unb ber (Seljwung unb bie S3egeiflerung biefer <Sc^Tu§5 

feene erfe$liefjen ftc§ nie$t im erflen Slugenblief. ©öt(;e 

Hebte eS im tyotyeren Sitter me^r unb me^r, baö Sirffle 

unb 4?errlid(jfle in fte$ ju »erSergen. Wlit tyiÜQCi 

<Se$eu »or bem ©eniuä in fte$, mit ber Äeufe$l;eit 

eine« ©ottbegeiflerten umfüllte er biefe innere Söelt, 

lie§ fte burd? 9lnbeutungen erfennen, o^ne ein unmife 

telbareä, abaquateS 5luöf^rfc^cn. ©al)er bie <5ud)t 

jum ©e^eimnijj bei i$m, bie Umflänblid^feit, bie Um; 

fäweife, weldje er madjte. ©puren baten jetgt auc§ 

biefer Spilog. @r erfc^eint bem §flie$teingeweif)ten, 

abgefe^en nodfj »on bem g3erflänbni§ beö Gnnjelnen, 

treden, tyer unb ba fpielenb, fcielleic^t finbifdfc. 9?ur 

wer mit bem fpateren ©iitlje fe$on uertraut ijl, wirb 

$ier ba8 unter ber 9lfe$e lobernbe geuer, wirb bie 

er^abenbfle ©egeifterung ^erauSempftnben, wirb erfens 

nen, bag biefe <3e$lufjfeene einjig in ityrer 2lrt bas 

jleljt, unb in aller $oefte siedetet nur mit ©ante'ä 

Sßarabieä Derglie^en werben fann. 63 iß ein unbe* 

fd§reiblie$ ferner ©ebanfe, unb bieg alö ber WitteU 

punft be8 ©anjen 511 faffen, wie e$ bie toerflärte &iebe 

©retten« ifl, welche bem großen gaufl, bem #ero8 

ber Sftenfd^eit entgegenfommt unb if)ti in bie &o(je* 

ren ©paaren ber SBottenbung einführt. 3**«* ifi bie 

irbifdje Qlrbeit unb ber irbifdje Äampf nie$t gering ju 

achten 5 fte finb eine wefentlidje Sebingung, um°für 

baö 4?immlifc§e SSefä^igung ju erlangen, 

(Selige Jtnabfit :) dx fiberträa^f) un« f<$on 

9In mSd^t'gen ©Kibern, 

©irb trener Pflege ?c^n 

5Reid)lH ertoiibcm. 

ffilt tritrben ftü( entfernt 

93cb Sebed^ören, 

2)o4 biefer f)at gelernt, 

Gr toitb nn* lehren. 

aber boc§ ifl e8 ber burc^gearbeiteten männlichen Ära ft 7 
ber güfle be« SBiffen« gegenüber bie reine SKeiblid^- 
Uit, bie Siebe — ba8 @wig = 2Beibtic$e jic^t un6 
^inan — , welche ben Wbfc^lug aller ©eftrebungen 



bringt. @o ifl biefe ©eligfeit ber ßiebe ber ©runb. 
ton beä ©anjen. 

5luö bem ©efagten erhellt, wie ie^ e« als bie 
^oe^fte fyat bt« 3:onffinpier8 bejrie^nen tnu$, wenn 
er flc$ einer folgen 5lnfgabe in eiser bem bi^terife^en 
SBert^ entfpre^enbm föetfe unteTjie^t. ^e^ fege ba- 
f;er auc^ bie ©ebeutung ber SNuftf, ba« ^o^e 83er s 
bienfl beö ßomponiflen ^auptfäc^lic^ barein, ba§ er 
bem ßfuge ©ötlje'ö gefolgt ifl. SBie unö biefer au8 
ber tieferen Legion ber ^eiligen Slnad&oreten, beö pa- 
ter profundus in bie $ö^en beS Jg)immel8 fü^rt, fo 
axiä) jerreipen hei ber 2tfuftf me^r unb me^r bie SBol- 
fenfc^leier unb eö ifl un8 ber ©lief erfc^loffcn für baö 
^oc^ifle ©e(;cimni§ ber 2Belt. 5(ue^ ^ier ftnb eS, o$n: 
geartet aüeö (©c^merjeS, ber als //f in Srbenrefl' 7 ^in- 
burc^flingt, biefe Stimmungen feiigen griebenö, welche 
une> foglete^ erfaffen. 

3* fann na<§ einmaligem $)6ren ba8 Urteil 
nie$t abfc^liegen, bie Ueber^eugung aber $at fte^ mir 
feflgefleüt, t>a% wir, inöbefonberc nae^ ©eite beö geu 
fligeu Sn^alteö, eine ber bebeutenbflen muftfalife|en 
@e^öpfungen üor unö §aben. (So« ie^ einiger (Sins 
jetyeiten befonberö gebenfen, fo würbe ie$ ben (S^ot 
ber jüngeren (Sngel bei ber SBieber^olung ber SBorte 
^Webelnb um gelfen^B^ ie., bie Partie be« Doctor 
marianus, bie ßrfc^einung ber mater gloriosa, bie 
Partie ©retten« unb ben Slnfang beö @e^lu§c^or« 
bi8 jum bewegteren Sempo namentlich erwähnen. 95Ja3 
ben weiteren gortgang in biefem g^ore betrifft, fo bes 
finbe ii) miä) mit bem ßomponiflen in aBiberfprue$, 
unb glaube auc^ be3 ©inbruefö jiemlic^ fieser gu fein, 
fo bafj ie^ iljn üor bem ©ruef ju einer Slenberung 
aufforbern mßc^te. ©ie Betrachtung fann irren j bie 
©mppnbung, welche bem Äunftwirf mit Eingebung 
folgt, ifl in ftc§ frlbfl ftar unb gewig. !Wae^bem aber 
alleä Vorausgegangene mic^ tief ergriffen, füllte ic^ 
mie^ bei biefem ©d;lu§c§or erfattet unb jum ©leie^s 
gültigen gewenbet. ©iefer 6^or erfc^eint mir, felbfl 
bei befc^leunigtem ^empo, 311 lang, jii materiell in 
feiner SBirfung, ju fe^r baö garte ©e$eimni§ 
ber Deffentlie^feit ^3rei« gebenb. 

9loü) fei bemerft, wie bei bem fetyr muftfalife^en 
ß^arafter beö ©ebic^teö baffelbe boc^ nie^t unmittel* 
Bar für bie Gompefition gefdjrieben iflj eS bieten ftdj 
grojje ©e^wierigfeitcu für bie S3ef;anbfung burelj bie 
langen SWonotogc ber einjetnen ber c^rifllie^en (Sage 
entnommenen Sßerfonen. (Schumann ifl biefen ©erwies 
rigfeiten au& bem SBege gegangen, inbem er ftc^ nid^t 
ju dngfllietj an ben %ext banb, mit b ergebenen 
(Stimmen wedjfeln, biefe l;ier unb ba burc^ ben S$ot 
unterbrechen ließ ; er erlangte babur<$ juglei^ eine 
flare unb überftc§tlic§e ©lieberung beö ©anjen. ©ie* 



1 1 1 i ii ml i ii ii i i 



115 



frfbe Älar^ett gilt au<$ bon bem inneren Straftet 
ferS SBerfeö; eö tfl bon günbenberer unb unmittelbar 
fälagenberer SBirfung, alö mand&eö anbere beö (Sern; 
yoniften, borauögefefct, baß ber ^örcr ben richtigen 
©tanbpunft für bie 5luffaffung beö ©anjen mitbringt 5 
ifi bie« nic$t ber goß, fo fyaben mir baö fRefultat, 
toaö bei einjelnen SDJupfrrn beobachtet werben fonnte, 
baß biefelben jur 3n't noc§ nic^t biel bamit anjufan; 
gen wußten. >Üuö biefem ©runbe legte idt) ein befon» 
bereö ®ewic$t auf ben Sejrt. ©er Söeg jum 33er; 
flanbniß ber Sfluftf füljrt juna$fi 31t biefem, unb auö 
tijtn erflaren ftc$ bie Intentionen beö Sonfefcerö. 

Sftodj 93ielcö, waö ju fagen wäre, berfpare i<$ 
für eine anbere ®elegenr)eit$ gum ©d;luß nur noc§ 
ein offenes SBort. 3^ tin ber SHeimuig, baß wir 
tyer Elemente ber Äirdjenmuftf ber 3"frmft bor unö 
^aben. äftöge man enblidj einfer)en, baß ber 5ireiö 
ber früheren firc^lictyen (Stimmungen »Böig erfööpft, 
baß r)ier nic^tö IWeueö, nictytö S^enfc^^eit^e^üingen» 
beö unb 93cß(iirfcnbcd mefyr 51t erlangen ift. SDttt bem 
weltgefc§idjtlic§ berechtigten SBerfdjwinben beö ©laiu 
benö im alt ;firdjlic$en (Sinne muß aud) bie Äunfi 
biefen ©oben berlaffen, unb an$ ber neuen Stiftung 
ber ©eifhr neue Segeifterung fäöpfen. 

gr. 85 r. 



4?r. 9tebaeteur, 

$luö meinem langen ©djweigen fonnten ©ie ben 
©djluß gier/en, ©anjig fcfyliefc ben muftfalifcfyen £0= 
beöfd^laf , ober bie bänifcfye SMofabe, weldje unfern 
eigentlichen Sebenöpulö, ben Raubet, vernichtete, r)ättc 
aud) allen ©efhebungen auf bem ©ebiete ber Äunfl 
ben ©arauö gemacht. $rübe genug waren bie Qlu; 
fpteien beim beginne beö SSinterö 5 aller Sebenömutr) 
fcfyien bafyin, ade SSötfen brotyten fic$ für angefün; 
bigte Goneert = Unternehmungen fließen 311 wollen. 
Sflit genauer üftotlj, unb nadj wieberr)oltein 5tuffor; 
bem unb ©rängen fanben fidt) für bie ©tympfyonie; 
ßoneerte fo biel Abonnenten, um bie Äofhn 311 beefen. 
Wlarx mußte aber ben großen foftfpieligen 5lpollofaal 
beö ^ötel bu SKorb aufgeben unb ftc$ mit bem flei; 
nen Soeal beö ®ewerbet)aufeö begnügen, beffen 9taum 
bei bebeutenb berminberter 3wbörerja^l übrigenö boll; 
tommen ausreichte, ©ad (Somite Ijat redjt getrau, 
bie Goneerte auc§ unter wenig günfh'gen Umfiänben 
fortjufegen, benn mer weiß, ob nic^t, loenn man ein; 
mal paujirt ^atte, baö Unternehmen tortäuftg ganj 
in'S ©torfen geraden iräre. ©aö Programm ber 
Goneerte befc^ranfte ftc^ auf 8Biebert)olungen fd?on 



fröret gehörter Drc^efierhjerfe. ©aö finjige SBerf, 
iuelc^eö ^anc^em noc^ neu fein mochte, ©c^ubert'6 
6s©ur ©tympfyonie, würbe ^ier bereit« üor mehreren 
^a^ren burc^ ben bamaligen Sweater «äHufifbirectet 
Soui« ©d^ubert^, wenn auc^ mit geringeren Mitteln, 
jur 3(uffü^rung gebraut. — ©aö ^3rineip beS „gorts 
fc^rittö" ifl unfern ©t;m^onie* (Soncerten fremb. 93on 
neuen bebeutenben 6r Meinungen auf bem gelbe bet 
reinen ^nflrumentalmufif , loefcfye felbft tu Heineren 
©täbten ©eutfc^Ianb« langfl fanetionirt ftnb, fennt 
man (;ier fo gut wie Sflicfytö. Stöbert ©c^umann 
— nun, ben n>ia ic^ unferem SDrc^efler fc^on gern 
eilaffen, benn feine SBerfe bebingen eine mufifalifdjc 
Steife, bie man mit Unrecht oon einem jum %^cii a\\& 
©ilettanten befle^enben Drc(;efler-53erein beanfpruc^en 
würbe, — aber bie flare, faßliche aJJujtf ©abe'S 
j. 23. ließe ftety hei Sleiß unb gutem Saiden wo^l in 
entfprec^enber SBeife ^u ©e^ör bringen, unb SBerfe, 
wie bie iS^S^oß ©^mp^onie ober fcie beiben überall 
befannten Duüertüren liegen für unfere Äräfte nic^t 
fo fern, baß fte nidjt überwunben werben Ifönnten. 
©ie jünbenbe Äraft, bie ©abe'ö erjle ©mnpfyonie übers 
all auf ba« Spublifum wie auf bie s iluöfü^renben au«; 
geübt ^at, müßte für jebeö Soneert s Somite eine brin* 
genbe §öeranlaffung fein, baö SBerf an^ufc^affen unb 
baburc^ ben muftfalifc^en Sefirebungen ber SJeujeit 
geregt ju werben, fo wie baö Söerflänbniß i^rer 
wa^rl;aft bebeutenben äöerfe hei SJtufifern unb fiaien 
an^uba^nen. 6ö mu^ einmal ein „Anfang" mit bem 
//ftottfcfyritt" gemacht werben, fonfi gelangt man burc$ 
ben „©tia^aub" jum „SKütffcljritt". — ©erfelbe 93or» 
wurf trifft aud) bie Quartett; Unterhaltungen be« 
^^eater^htftfbir. ©enefe, beren Programm flereos 
t^p auö ben Hainen £atybn, äJtojart, Öeet^otjen unb 
SDnölow befielet. ©aö g. ©d^ubert'f^e © ; 97Joll 
Quartett, welc^eö, »011 ben ©ebrübern SWüller ^ier 
eingeführt, feitbem mehrere Steprifen erfuhr, fd^eint 
man noc§ immer alö 9?euigfeit betrauten 31t wol= 
len. ©ß bertrat aud) im »ergangenen SBinter wie; 
ber, alö fogenannter rara ovis, bie neu;romantifdje 
©c^ule. ©ie fpatereu Seet^onen'fc^en Quartette 
fc^einen gleid^fallö unbefannte ©rößen bleiben gu 
wollen; fte ftnb biö jegt nur fertigen Slabierfpielem 
auö ben bierr;änbigen Slrrangementö befannt. ^ic 
Seiflungen ber Quartettijlen übrigenö, benen ^)r. ©e; 
nefe alö gewanbter unb feiner ffiiolinfpieler »orfle^t, 
ftnb im ©angen lobenöwertl). ßrreic^en auc^ bie bor; 
geführten SBerfe in ber 2luöfül;rung nic^t überall ben 
4?ör)epunft beö geizigen Sluöbiucfö, fo muß man boc§ 
ber genügenben Xec^nif ber bier ©pieler unb ber 
©lätte ber ©arftellung ©eredjtigfeit wiberfat)ren laf; 
fen. 3n ben Quartett ; Unterhaltungen beö legten 



116 



SBinterö würbe ba8 3"fßmmwfptrf juweilen beeins 
träc^tigt burc$ ein 9}a$laffen ber «ufmetffamfeit, 
burdj eine gewiffe Sftcndjalanee, welche einen S3ergleie$ 
gegen frühere ßeifhingen jiun 9la$ttyeil ber bieömas 
ligen auffallen ließ, ©ie SfyeHnafyme be8 *ßublifnm3 
War nur eine geringe. SBftnfc^en wir, baß ber nädjfie 
gßinter ben 3ul?örern wie ben Qttartettfpielern eine 
ertyöfjte fiebenbigfeit Bringen möge, ben (Srfteren na* 
mentlidj auc$ einige neue SÖerte , welche bem baiu 
?en$wertfyen Unternehmen ftc^erlicty einen erfreulichen 
21uffd)wung geben würben. — ©ie einjige QJiiifif* 
(Srfd&einung beö legten SBinterä, welche ein großes 
spuMifum l?erbei$og unb toor etwa 600 3"b&rem 
flattfanb, war SRenbeläfoljn't Oratorium „ßliaö", 
welche« ber SJiuftfbir. SMarfnll im typoOofaate beö 
$ötet bn Sftorb, am Karfreitage jur Shiffitynmg 
Braute. §ier wirfte ber 9leij ber Sfteufyeit mit, benn 
baö SBerf war in ©anjig noc$ nidjt gehört werben, 
wenn man fcon einer früheren 5iuffüf)rung burefy ben 
©efangt?erein, i?or cingetabeuen Sumerern, unb unter 
fcfoßer ^pianofortebegfeitung, abfielt, ©aä an fdjwungs 
tootlen, großartigen Stören, wie an anfpreetyenben, 
tief empfundenen (Solopartien reiche Söerf toerfetytte 
ntd^t, einen lebenbigen unb nachhaltigen Sinbruct auf 
unfer sßublifum 51t machen, weldjeä , trog ber tyier 
tyerrfdjenben SBorliebe für ben öfter gehörten „^Saiu 
lu8", bem brei Stimben wäfyrenben Oratorium mit 
ber größten 51ufmerffamfeit unb Spannung folgte, 
©ie 6^öre waren &en bem ©efaugt?erein fefyr grunbs 
lidj unb mit großer Siebe einjhtbirt morben, unb bie 
Solopartien famen burdj bie erjten SDiitglieber ber 
©anjiger SDper in ausgezeichneter SBeife gu ©efoör. 
©a8 JDrdjejler war natürlich bie fdjiuädjere Seite ber 
9lu8fii(jrung, leiftete aber mein atä man naelj jwei 
toorfyergegangenen groben 31t einem ben 9))ufiferu *bU 
lig fremben, jum £fyeil fel;r fcfywierigen Söerfe erwars 
ten burfte. — $m Verlaufe beö üerfloffenen hinter« 
traute ber ©efangüerein, unter SnarfuU'ö SeU 
tung am ^Jianoforte, unb toor eingelabenen 3"fyörern, 
^a^bn'8 „3ar)reöjeiten", Sdjnriber'ö „SSeltgeric^t" 
unb $änbefö „Scvijtci" ju ©efjör; außerbem wurs 
ben S3eet()0fcen'ö „brei §t)mmn", bie große SJJeffe in 
D toon Sljerubini, unb 9Jienbel8fofyir8 „Sauba Sion" 
eingeübt. 

©aö Sweater §nt wunberbarer SBeife unter bem 
fdjweren ©ruef ber 3'«* nidjt gelitten; eö erfreute 
ftdj fortwäbrenb ber lebenbigfren Sljeifnafyme, unb 
namentlich fat? bie SDper fafl niemals ein teereö 
$auö. grl. Qlngelifa Ä öl; ler ifl eine treffliche, 



toielfeitig geHlbete unb fyer fe^r beliebte Sängerin, 
welche allein fd;on eine bebeutenbe önjiefyungäfraft 
ausübte. QMci ©lud machte außerbem ber ^enorifl 
ßurti burc^ feine weiche, wo^lflingenbe Stimme, 
unb an bem Sartytoniften Se^wemer fyabtn wir 
einen funftgeübten unb fe^r tterftanbigen, wenn aue§ 
nic^t met;r ganj iugenbfrife^en Sänger. ©ireetot 
©enee mad)t gegenwärtig bie JHunbe bei feinen Soms 
merfiationen : ©romberg, ©raubenj, äHarienwerbet 
unb (flbing. SL^tt bem Stnfangc beö Dctober rücft 
er wieber in fein ergiebiges Winterquartier ©an^ig. 
©ie erfte neue SDper wirb wafyrfc^einlidj SnarfuU'd 
„ber Äöuig ton 3ion" fein, eine 4actige große 
SDper, welche in fofern ein Seitenfiücf ju SWrperbeer'ö 
„^rop^et" ifl, alä fie gleie^faüö bie Schief fale be« 
^o^ann uon fiepben jiun ©runbfloff ^at. $m Uebris 
gen aber weichen bie beiben Süj[et8 gänjlie^ ton 



cinanber ab. 



— f — 



Sage6gefd)i4te» 

Seifen, ^oncette, (?ngagement§ ic. 4>r. 3leet an« 
GFoburg gaftittc nur f|ro§em 93eifa(l in «Hamburg, ©eine frif^ 
tifle unt> xid)tift ^ebilbcte Stimme, fo teie fein braaiatifd^er 
iöertrat] UMtben gelobt. 

Sri. $artmann von 9(mf}crbam, fo toie $r. Sieget au« 
93re*lau gaftittin fürjlid) in ^raunfd^türig in ber Oper, ,$cfT'. 
^rl. «fcartmann «ab bie 9Watf)[lbe mit a,ro§cm Q3eifa((, fie ^at 
eine ljübfdje jugenbllcöe Stimme unb ift eine angenehme dr< 
fd>einunc). ^r. SRievjer l)at eine fd^cne 53arttonpimme unb leb* 
^afte« ©piel. 

Der £enorift U. Sainer, ber neuerbincj« mehrere SWale 
in bief. 1BL in Bolge feiner SDJittrirfung bei 9tuffüljruncjen 
be« I> icf- XonfünlUer i herein« genannt nmrbe, tfl in 33re«^ 
lau engagirf. 



Sermifc^teS. 

9lnd> in £ reiben n?utbe ©ctumann'« ffauflsSKu(if auf* 
geführt. üJJan fe^reibt un« barüber: 3)ie r)ieüge S(uffiir)rung 
toar eine fe^r gelungene. 3)ie Gr)öre gingen vcrtrefflicft unb 
fangen mit ber größten ^uft ; aud) bie «Solopartien ftjare« 
au«ge jfiä^nft, neben ^rl. Sc^»arjbaö} unb #vn. ©eirel«tor» 
fer namentlia) £r. äRittcnrurjrr, ber al« Dr. 3Jlarianu« in 
ber Slrie mit £arfe trunbcric^ön fang unb 9lile« entjnefte. 
2)a« ^ublifum trotte mit b<r gefpannteften «ufmerffamfeit. 



Xtud von §r. Ä Cd m an in 



U t u t 




$\\\$§K%\\ \Wt 



$etantttOTtU4(t iKebacteur: 

tfrartj Sörenft? 1* 

giminDbreijHgfier Sanb* 



^ 23. 




33 e t l e a e r : 

mobett gticfe in £cipjtß, 

2)m 10. September 1640. 



9Jön blefer 3eüf$. eröffnen toädjentlid) 
2 SRummern von 1 ober l'/i ^o^tn* 



qjtei« t)f 6 ©ante« büu 52 Ern. 1% £ft(r. 
3nfrrtton*gebfil>nii tote ^JctitjeLle 2 ftgt. 



?l&ünnc mtnt nehmen afle fßoßamtei, Stall'/ 
Sftujtf * unb Äuttfl^anblungfn an. 



3lt(alt: ®\* 3on!iinfllft-©(rfanim[unfl ju Cnfrjifl (Sottf.) — gut ®^alg«faag (©$lu£j. 



Qteflnfle für Sftamtetßtmmen. — 



©ie Sottf ünftlet * 93crfamnitutta 

am 26ften 3 u H 1849. 

@fi frlt>at$fl nnö inbejj auä trtu eben auSgefprfls 
ebenen Sage, eine frfjniffe Sicriimng beä Äritifcrä unb 
Jtftnftfai fei ein Unbing, eine neue @rf} tu i eng feit, 
toAä)t auc^ g(, ©cqer in bem Hrtifrl: über baS ffien 
^äftnifj beä Ktitifetä juiu jtimfller, üor einiget ijcit 
befprüdjen (jat. $e nafcet ber (Srjtere bem ttegteren 
tritt, je me&r et prrföntic^c Scfanutföaftcn fölirft, 
je inefjt fceibe jtifamiitctt arbeiten, beflo met/t geljt bie 
gTeitjeit bei SBeiptedjungen, bie Uuabljangigfeit, bie 
Unbefangenheit beS Urteils ticrloreuj bei Äritifet 
tüitb eingeengt, et roirb genötigt, SHürfftc^ten 311 uefc 
mtn f «iib fdjon rourbe privatim einmal fcieS Ü3ebcn= 
fen gegen midj tütfji<$rii<$ unfeter Sonfiitifitcr^SJrt= 
eine auägtfprodjrn. gt ©e^et in bem ermahnten v Kts 
tiM temerft, roenn idj mi$ rcdjt erinnere: »uetjt fei 
eä müufrfjenäroertfj, wenn bei Äritifet bem ÄiinjMer 
na^e trete, ahn et fügt bie SSariutiig ^itijii: uittjt 
ju nalje, eben auä bern ©tunbe, um feine Unabljaiu 
gigfeit 31t tuatjieu. 3dj fanti eine fotrfjc Söotfdjrift 
nui all eine Sieget ber Ätugtyeit, nie^t aÜ eine umf* 
Ü^e fi&fung ber Brage betrauten. Reibet ivirt nodj 
oft ba8 a3ttr;aElnijj be3 ftritihi? jum ÄwnfHrt, bai 
Scb unb bet Xatet beä Gr|leren, atö bie fteufetung 
etneä perf&nlidjen 2Büf}£ ■ ober Urbehootteuä aufge= 
fajjtj bte Äiinfiter glauben bem Ärrtifer, ber i^re Öci= 



fiungeu ftu$jet{$net, ©auf fc^ulbtg ju fetn, f{e Raffen 
\\}t\ im urngefel;rteit gatte 7 nja^renb et in ieibeu bodj 
nu[ feine S^ulbigfeit t^nt* 34 ^be ini^ fcefltebt, 
ben §au§ auö eine ^o^cte fittli^e SBürbe in bteö 
fBnr^Ktnif }u bringen, inbem mir, o^ne gtütffi^t auf 
pctföntidje ©cfanntf^aM, mir laim unferer llfteijciu 
gung geleitet, buö tvaö ivir für u*nfer fetten, auäs 
fprac^cn. Süit ^aben grennbe gctabcÜ, Segnet ge* 
Tobt; — bie fiefet bei 3fitf^rift merben bfeti uft ge; 
funben ^aben, — udii ber Uebe^eugung an^gc^enb, 
ba^ baö, roaB mit xebti^eni, vom -^ntrrrffe an bei 
©nc^e geleitetem S treten auägef^roc^en wirb, nii$t 
beteitigen biirfe, jugleit^ uon ben SScfptDäjencn bies 
fetbe $ö^e bet ®e(tn:iung forbettib. SBeibe, Äritifer 
unb Äünfiter, utbneu ft^ ben gorbentngen ber flunfl/ 
orbnen pc^ bem 3beal unter, unb aud bem SSnnfdfje 
ber Serjtirfli^ung beffe^brn eutfpnngt bie Strenge, 
entfptingt juglci^ bie Offenheit unb greimüt^igfeit 
beä Ihtljeilä. Söci fß(^e ^efinuung ui^t anrrfennt, 
tuet einen folgen %aUl übet nimmt, bem tfl uiä;t 
ju telfni, ben uiufj man taufen [äffen, beffeu 33er? 
Infi ifl in ber Zl^at fein Beriufl. Reihen flc^ alfo 
ÄuufKer unb Äritifer immerhin bie §anb ^u gemein* 
)d) aültdtjctix Söirfeuj eä ifl nctliiuentig, menn eine 
attffttige Siäfung bet Aufgabe flattfinbeu fott, eä ifl 
aulfu^rbai, fobatb bie Untercrbnuiig unter bie ©a^e 
atte pexfSti(i(^eit Slürfil^ten überniinbeL 

Öticfeu mit jegt ^ulegt auf ben bisherigen @ang 
bet Äritif jueüi, fo uurbeu mir auc^ feier bnrt^ bies 
feit 511 bem eben auSgefptc dienen @a|e ^ingefu^rt 
werben. Unter £Ho<$liß mar baä 33et^ältni^ jmif^en 



118 



Äünfller unb Äritifcr, fo ju fagen, ein patriard)alis 
fdjeö. (£ö war baö w cd} fei feit igen SBertraucnö, it?c^s 
felfeitiger 3«"«Ö un 0/ un ^ ©iffetenjen flotten feiten 
biefen ruhigen gottgang. ©ie Ätitif fyatte in bet 
%$at eine ganj anbete Slufgabc. ©er großrn Äunfb 
epoc^e nfi^et jler)cnb, mußte eö i$r $auptfädjli«$ bots 
auf aufommen, baö Söetflanbniß betfclben ju fcermits 
teln, unb ein gegnerif($eö $erauötretcn würbe burdj 
bie Umflänbe nur feiten frouccirt. später alö $\nf 
wirfte, »erfaßte ftä) bie Äritif, unb tau alte fatru 
arä;alifc$e 83err;ältniß ging feinet Sluflcfung entgegen, 
ginf war ferfönlicfy nidjt bloö ein liebenöwürbigcr, 
er war auefy ein äußerfl ad?tenöwcrtr;er, trefflicher 
Sftenfcty, bet auö Ucbcrjcugungötrcue j. f&. feine frib 
$ete t^cologifctye fiaufbalm aufgab. 9?id)t prulofc; 
yc)if<$ gebilbet jcboc§, n?ie 9tcer;lif}, fehlte feinet Äunjl? 
auffaffung jebwebe £iefe. ©ie geifiige (Schlaffheit 
bet -Satyte jwifdjen 1820 unb 50 fam t)inju, unb 
äußerte and) auf bie muftfalifd^e Äritif i^ten Einfluß. 
$n feinen Beurteilungen bringt unö ßinf nut ein 
fortwäljrenbeö ^etüfcet s unb £>inübcrf$wanfen jwis 
fc$cn ben toerfcr)icbcnen {Richtungen, eine beflänbige 
Unftc$crr)eit unb ^altungöloftgfeit, bie eö mit feiner 
©eite fcerberben will, jut 5lnfd?auung, unb wir fet)cn 
aUmälig ben ßinfluß bet Äritif fc^winben. (So ents 
jianb jene ntebtige Slnfid^t fcen berfelben untet ben 
&ünfllern, bie wir lange Ipaben befämpfen muffen, unb 
eine ©tufe bet (Sntjweiung folgte enblic$, bie Ärttis 
fer unb Äünfllcr alö feinblidje SWäcr)te gegenüber 
flellte, eine ©tufe, bie in JQ\T\d)f>ad)'ü SRcpertorium 
ir)re ©pifce erreichte. 3c$ faff* bie Aufgabe in bem 
©inne, baß wir nac$ Einigung fiteben muffen, abet 
nad) vermittelter, betüußtet Einigung, wctdje JRefuls 
tat ber vorangegangenen (Sntjweiung ifl. SBir Hm 
nen unter ganj anberen 3"ttoet^ättniffen nic$t met)r 
jene jartc ©c^onung in 5lnwenbung btingen, jene 
frühere @cmütr;lid?feit betrauten , abet eben fo wenig 
fleflen wir unö feinblic§ unb wollen ben Äünfller 
fortwät)rcnb alö unfeten ©egner befrachten. Unfet 
83erfyältniß ifi baö von gteunben, benen eö abet um 
bie <&ad)e (Ernfl ifl, unb bie beöl)alb and) im 5Dienfl 
betfelben einanbet übctn?ac$cu unb bie ©trenge nic^t 
freuen. 

Um abet biefe angefltebte ßinfjeit immet me^t 
jh toetwitflic^en, um bie jum X^eil noc^ ttotljanbcne 
Äluft in libetbauen, ifl eö etfotbetlidj, ba§ ©eibe 
manche SBotuttfyeite, manche üble 2lngenjo^n^eiten, bie 
auö bet biöljetigen ifolitten ©teflung fyetfcotgingen, 
befeitigen. (^tlauben ©ie mit jum ©c^lu§, einigeö 
^ier^et ©e^ötige anjubeuten. 

^äuftg begegnet unö von ©eiten bet ÄünfUet 
bie ©ntfc^ulbigung , ber Äritifer $abt t^n unb fein 
SSctf nic^t »etflanben. D^ne nun in 51btebe fiellen 



311 trollen, ba% folc^e gäUe öovfcmmen föunen, tfl 
boc^ 51t bemetfen, baf? bie ÄunjHer toiel ju baufig 
üon biefer ©ntfc^ulbigung ©ebtauc^ machen, inbem 
ftc nic^t bebenfen, ba§ eö in bet metifc^lic^en Sftatut 
liegt, ben 5lnbeten immet nut bi$ auf einen gewiffen 
Sßunft etfaffen ju fonnen. ßö tfl baö inbitibuelle, 
njelc^eö übetatt eine ©djtanfc entgegenjiettt, junäc^fl 
nic^t befonbete geiflige iiefe, benn bet SJiinbcflbcgabs 
te, bet unö gegenübettritt, ifl für unö eine toerfc^lofs 
fene Unenblic^fcit. 9iic^t jwei S^enfc^en üon ganj 
gleicher (Eigent^ümlic^feit werben totr ftnben , nieftt 
3tt?et, bie ifyre ^been ganj auf biefelbc Steife üetfntu 
^fen. ©er Ätitifet fönnte ba^et mit bemfelben SRec^te 
fagen, bet Äünfllet fyakc feine Stecenfton ntc^t üets 
flanben. ^n ben mciflen Säuen ifl eö nut ein ©c^ein 
beö Sftidjttoctftetjenö, bet ftc^ butd; bie abrocidjcnbc 
51uffaffung etflätt. ©tatt bie SHecenfton nun alö 
einen ©Riegel ju bettac^ten, um fi^ felbfl ju etfen= 
nen, flatt bie ©elegen^eit §u benugen, au^ fic^ fyet; 
au^ ju treten unb baö eigene SBcrf mit fremben 51us 
gen 31t betrachten, üerfenft ftdb bet ^ünfller oftmalö 
nur noc§ tiefer in feine 23cfonberl;ett, ftdj abfc^lie§enb 
gegen bie ^luffaffung untet abiucicfyenbcn ©eftc^tös 
fünften. Siegt intejj ein offenbareö 9?Ji§üerflänbni§ 
üot, ifl ein ungetec^tet ^abel auögefptoc^en, fo jlcfyt 
eö bem Äünfilet ftei, ben Stccenfcnt, fei eö in eiges 
net ^etfon übet butdj 5lnbcte, 3U befämpfen. gft^tt 
baö auc$ ju ©tteitigfeiten, fo ifl eö immet beffet, 
alö ftc§ in üorne^met 5lbgefc^loffen^cit übet ben &as 
bei ^inwegjufegcn, unb i^n fc^einbat ju ignotiten. 
ßö ift anjuetfennen, wie bie Seiflung beö ÄünfUctö, 
wenn aud) ton untergeotbnetet Sdcbcutuug, immer 
eine %$at ifl, unb ein gerec^teö ©elbflgefü^t i^m 
barum geflattet fein mu§. Unwahr aber wirb btcfeö 
©elbftgefü^l, fobalb ber Äiinflfcr ftc^ ^oc^ ergaben 
bünft über jebe Äritif, unb au^ bem Umflanbe, ba§ 
große ©enieö feine Äunfl »er^errlic^t fyahen, in fofern 
©ewinu jie^en will, alö er bie gtcifyeit, ^, c mcm ^[ Ci 
fen jugeflc^t, auf jebwebc geringere ßeiflung auöges 
be^nt wiffen wiö. — SBeiter erinnere id) an einen 
Umflanb, für welchem bie (Srfa^rung gleic^fattö 23es 
lege aufzeigt: eö ifl bie Berufung auf 2Jhiflcr einem 
in einer Stecenftcn auögefprocr)cnen Xabel gegenüber; 
fo j. B. tva^ $ertwicberl;olungen im Siebe betrifft; 
bie großen Sfteifler l;aben eö getljan, warum follen 
wir eö nidjt and) t^ttn. S^ ^«n ^'^ ,n,r an ka% 
oft ©efagte erinnern, baß auet) unfere äftciflcr nic^t 
frei ftnb toon geilem, baß eö nic^t me^t batauf am 
fommen fann, blinb na$juar)men, fonbetn ^u felbfls 
fläubiget, butd) ftitifc^e Bilbung üermittelter (Sinpc^t 
fortjufdfjreitcn. 3" meinen, baß nic^t aud) bte Äritif 
einem SWeifler gegenüber $ktd)t r)aben fonnt, ifl eine 
51nftc^t, bie fün^lerifc^e ©elbflüberfc^ä^ung etngege* 



119 



fcen i)at unb burdj bie Srfafyrung ^inlängli^ wtbets 
legt tfh ©ine grofje 3a(?t &*n Vctfpielen fönntc ans 
geführt werben, idj befd&rdnfe midj auf folgcnbe: 
S3ectljot>fn , 8 <S$lac$tfympfyonie i(l ein äKifjgriff. 
©ottfr. SBeber iqat il)m bieö trcffcnb in ein« Wccens 
Pon in ber Seipj. ßiteratnrjeitung »em Qa^xe 1816 
nac^gcwiefcn. $n ber unPerbfidjen (ggmont * SNupf 
finb bie bcibcn ftcinen ©cfdnge ein SNifcgriff 5 pe pafs 
fen nic^t in« ©e^aufptcl, pe pnb toiet ju opermdfjig, 
unb bie ganj einfache SBeifr M alteren Siebe* wäre 
$icr einzig am 5pia£e gewefen. SRocfclifc l?at t)i<$ fo* 
gleid? auägcfproaVn. 

SBar jc(}t Dorjugöwcife mein Stic! auf bie Vor= 

fommniffc in ber Äünftlerwclt gerichtet, fo bürfen 

auc$ anberfc'itö bie getyler auf (Seite ber SRecenfenten 

nic^t tocrfdjwicgen »werben. %$ fprec^e uon ber eble* 

ren Äritif, nic$t »on jener feilen, bie baä 21mt ber 

Äritif entwürbigt, uidjt toon jener, bie nadj perfönlU 

r$cr 3ns unb 5lbncigung urteilt, ©iefe ©rfc^cinuns 

gen, alä gauj(i$ unwürbig, gehören r.ic$t fyierfycr. 

3$ fprec^e audj nic^t üon ber Äritif in nictytmußtas 

lifc^cn Sldttcrn, bie jum $l)eil wunberlicty genug bes 

föaffen tP, häufig inbe§ mc&r auü Unwiffen^eit, alö 

aus <Scf>tcc$tigfeit. (So begegnet audj bem (SbleS 

SBottenben juwcilcn, ba§ er ju fd?ncll eine (Srfc$ci= 

nung abfertigt, unb baburdj beu Verbaut einer fcer* 

Werken, borncfymen SMifjac^tung auf pcfy labet. Sftie^t 

immer unb 311 jeber 3eit jwar iP eö möglich, au$* 

füfyrlicfy ba$ Urtbeil ju motimren, aber eö tft Vors 

pc§t nötfyig, nic^t in baö eben gerügte ßjrtrcm 51t 

terfaften, unb e§ wirb juweifen beffer fein, lieber ganj 

ju fdjwcigcn, alä bem ©cgcnflanb nur eine pücfytige 

©rmd^nung angebeiljen ju taffen. ©ie Äünftter pnb 

im Steckte, wenn fte ber Äritif in biefem galle ben 

Vorwurf machen, t?on i(?r nicfytö 51t Urnen, nic^t wirfs 

lirf) ju erfahren, tuaö pe förbern fann, unb eö fdja* 

ben berartige Vorfommuijfe bem StnffiifTe ber Äritif. 

Snöbefonbere t;abcn bie (Sorrcfponbentcn barauf ju 

aalten, ba biefe in ffetnerem SHaum eine gro§e S^ienge 

toon ©rfe^einungen bem Äefer tor^ufii^ren fyaben. 3^5 

neu iP inÄbefonbere SBorpcfyt au^uratl;en, bng pe ntc^t 

burdj bie gebotene Äür5e ben ©cfyein üon Seic^tfertigs 

feit auf pdj (aben. (Soll ferner eine unbefangene 

®eIbPprüfung beö Äünfllerö möglich fein, fo mufj ber 

Äritifer eine fotdje in ber ^^at möglid? machen, unb 

nic^t rücfjte^töloö bareinfafyren, fobalt it^m nic^t offene 

fcare unb mit S3eiuu§tfein verfolgte fcfyledjte ^enbens 

^eu vorliegen, ©ieö füfyrt mic^ auf ben ^ßunft ber 

Humanität im Urteil. 3^ fpredje ^ier nic^t toon 

jenen roiberficfyen (Srf^einungcn, bie p4 »on 3 f it ju 

3^it immer auf« Sfteue bemerfbar machen, wo ber 

Äritifer m&gliet}P aüeö ©ute ^u toerfc^wrigen fue^t, 

«nb burc^ §erauöfe^ren be3 Sfangel^aften lax Se* 



fproc^enen fyerabfegt, too ber Äritifer, inbem er 5lttrf 
heruntermacht, pc^ felbp eine (Stellung toerfc^affen 
wiß; ic^ meine, ber @ifer für bie gute (Sac^e fann 
auty ben ©bleö Söoflenben verleiten, unb i^n toeran* 
laffen, feine 5tu§fprü^e in eine unpaffenbe {Jorm ju 
tTeiben. ©er Äritifer fcfl nic^t glauben, bafj er ims 
mer breinfal;ren, brauffoäfdjtagen muffe, eben fo we= 
nig, aU i^n bie ©ewo^n^eit häufigen ^abelö ba^in 
führen barf, pdj in Poljem @elbflben?u§tfein ju fons 
nen, pc^ ah benjenigen ju betrachten, ber mit feinet 
einfielt 51öe« überragt. 

©eel?rte Verfamml., Äritifer unb ÄünPler x)abcn 
©c^ulb. 3?lögen beibe baju beitragen, ba§ pdj bie 
93er^altniffe immer günPiger geftatten. ©ie wec^fels 
feitige 5lnnä^erung, wie wir pe im <Sinne tyaben, unb 
burc^ unfere Verfammlungen unb Vereine realipren, 
bte greunbfe^aft jwifc^en Äünpler unb Äritifer, unb 
ber UrnPanb , ba§ mel^r unb me^r ein gemeinfc^aftli? 
e^eö 5Banb v 2llle umfc^lingt, wirb jum SRefuItat ^aben, 
ba§ SSo^lwoHen, ba§ Humanität immer me^r jur 
©eltung gelangen, ©er ©rnp unfereö (Strebend ba* 
gegen mu§ und fc^ügen toor einem Uebergewic^t pers 
fönlic^er (Stympatfyien über bie <&aä)f y ber Söunfdj, 
biefe jur ©eltung ju bringen, eine rücfftc^tötofe SSa^rs 
^eitölicbe wirb unö bePimmen, bie ©trenge nidjt ju 
freuen, unb unö wectyfclfeitig jur Slec^enfc^aft ju 
jie^en. 

(<3$luf folflt) 



(®*iuf.) 

C« 2oteilj r ßeljulgefangburl), ^unäcljCt für bie Ötabt 
Ccljulen oon lDintrrtt)ur. I. Stjril : CUmmtarübun- 
gen; ein-, fwei- unb treiCtimmige Cicbet. II. Äljeil: 
Cie^er unb C9efänge für brei unb pier »eibliclje ober 
ungebrochene finabenftimmen. — 2üvic\\ t ffireü, /üfjlt 
u. Comp., 1849. 

Obgleich einem localen S3ebürfniffe junac^P mefyt 
ab^elfenb, iP jeboc^ biefcö SBcrf fowot;! ^infic^tltc^ 
feine« mit gro&er Umjtc^t unb praftifc^em Ölide ans 
georbneten $ni;attcÖ, alö inöbefonbere wegen feineS 
reichhaltigen Umfanget auc^ für weitere Ärcife t>on 
größerer 2öid?tigfcit, aU alle btö^erigen, bie einem 
mcfyrfadj gefüllten Mangel rücfftc^tlic| einer organis 
fatorifc^ eingreifenben ©efangöüerbePerung in nnferen 
fßolfö faulen ^ü(fe ju f Raffen bepimmt gewefen pnb. 
3undc^P pnb torau6gefd6iclt ©lementarübungen, ft;Pes 
matifc^ georbnet, Sactfibungen, Vorübungen für ®e= 
^ör unb ©timme, Sreffübungen in ben <3>nteroallen 



120 



bet Tonleiter, ©en einftimmigen ßiebern gefyen §öor= 
Übungen i>orr)er, fobaun folgen bie Tonleitern in ify 
ren Tonarten, ©en britten 9lbfct)nitt bilbet ber mefyrs 
ftimmige ©efang, nac$ ber golge ber Xonarten mit 
83orauöfct)icfung »on SBorübungen. ©aö 3wecfmä'ßigc 
unb wat;rfyaft,£>eilbringenbe ber erflen9lbfct)nitte befielt 
namentlich barin, baß bem Xr;eoretifcr)en (ben (Siemens 
tarübungen nacr) jeber Stiftung t)in) bie praftifct)e 
9tnwenbnng auf bem %u$c folgt, unb ber (Schüler 
fcon einer (Stufe jur anbeten mit größerer £eict;tigfeit 
unb <Sict)ert;eit gehoben werben !ann. $m 3tcn 51bs 
fcf)nitte ftnben ftet) fobann noct) lieber gemifdjten $\u 
$altö unb breiftimmige lieber. — ©en ^weiten £tyeil 
Bitben adc)t 9lbfct)nitte: (Sr)oralgefänge, ftefilieber, aus 
gemeine Äobgcfänge, £ageö s unb $ar;reö$eiten , 9laz 
turgenuß unb gefeflige greube, beö Sebenö fiufl unb 
Seib, £urnlieber, baö Söaterlanb, alle in fo jwea% 
tnäßiger unb wor)lberect)neter SBeife unb 51uöwar;l, 
baß biefem Söerfe eine allgemeinere Verbreitung unb 
aufmerffame 93eadjtung (Seiten ber ©efanglefyrenben 
an größeren (Sdjulanfialten $u %t)e\l werben möge. 

6m. Älifcfcr). 



(Sefänge für 3W änn er tft muten, 

DttO ©etfe, ©J>. 33. Die tDeiije bes Öcfanjeö, von 
p. jjcrU. 3n Äufik jefetjt für merftimmigen Jltän- 
nerrljor mit Soli. — iflinben, Stimmet. |)r. ber 
Partitur u. Stimmen 17£ Sjr. , Stimmen allein 
10 fl r. 

Eine Eompofition, bie ftet) über bie ©ewötjnlidjs 
feit ergebt, unb burcr) einen gewiffen <Sct)wung, buret) 
©ett?är)ttfein ber Harmonien, fotibe 5luöfü^rung unb 
t)öl;ere 9luffaffung überhaupt ^ntereffe $u erregen toers 
mag. @ie t;at (St)arafter. ©er (Sdjiußfag enthält 
außer bem gugentt/ema, welct)eö ettvaä matt unb ha 
beutungöleö iß, gegen baö Enbe t)in leiber mehrere 
%actc, bie in abgenu^ten gormein ftct) bewegen, an 
baö iriüiale grenjen unb gegen baö grünere um fo 
mer/r coutraftiren. 

Stt 2Ä* ©tordj, Sängerfaljrtfn. ffirijinalcompofitio- 
nen für Äännerftimmw. I. ©anb, 5 üjeftr. — 
Wien, JFranf ©löflgl. J)r. ber Part, ä Hjeft 10 fir., 
ber Stimmen ä fleft 16 fir. 

©iefe (Sammlung enthält in ben btö jefct ers 
fcr)ienenen fünf $eften meifl ßom^ofltionen toout §ers 
auögeber, 91. 2K. (Stord), 6r;ormeifler beö SBiener 
Sflannergefangüereinö. 93ebeutenbere Seiftungen, bie 
einen 9Jnfprud? auf friere fünfUerifcr)e ©eltung machen 



tonnten, ftnb allerbingö ntc^t barin enthalten > bages 
gen finb üiele redjt fräftige Eompojttionen barunter, 
bie manche Äreife mit Öuft fingen werben, fru 
fdje, einfache Harmonien, meijt auet) SMelobien, bie 
ftd) buret) (Sangbarfeit unb äußerlichen, fmnlict)en SReij 
greunbe gewinnen werben, ©ie SSafyn, bie biö^er in 
taufenb unb abertaufenb SJiänncrgefängen gleict;fam 
trabitionell geworben, ifl bemnact) nic^t üerlaffen, 
wenn gleict) l;icr unb ba, wie in anberen dfynlidjen 
(Sammlungen, Abweichungen jum ^ö(;eren unb 93efs 
feren, obwohl fpärlicr), üorfommen mögen. £ert?ors 
ju^eben bürften fein ^>cft 5, „Sßiratengefang" uon 
©toret), unb £eft ^/ //ber äöal^er'' tjon bemfelben, 
t)ie, wenn gleict; auf bem Sftiüeau ber mittleren ©p^are 
ftefjenb, boct) buret; i(;re gefct)iefte unb wirfungörcict)e 
©el;anblung Vereinen empfohlen $u werben »erbienen. 

@m. Ätifefct}. 



3ur %va$e übet bie Reform bei SDhtftf' 
unterrichtet. 

ßö würben im üor.3^^8- bief.^eitfcr). (93b. 29, 
9^r. 5 u. 7) eine 9lnjal;l 2;^cfen unb S3orfc^ldge ^ur 
Sieform beö 9Jiuftfuutcrrtct)teö mitgeteilt, bie aücr= 
bingö 93eact)tung gefunben unb eine weitere Sefpre^ 
ct}ung jum 2:t;eil auet) in biefen 93lättern heranlaßt 
^aben. 5"^ß iß & ^^n §ßerf. fo erfdjienen, alö ob 
er noct) nidt)t mit Tillen, bie feinen Sßorfdjlägen ©es 
act)tuug gefct)enft, ^u uoller 93er(tänbigung gefommen 
fei, wie bieö bei ber uotr)wenbtgen Äür^e jener %fyc: 
fen unb hei mangclnber münblid;er ^luefprac^e unb 
Erörterung auet) um fo üiel fct;werer möglich war. 
3ngleict) liegt i^m aber bie <Sact)e 511 fel;r am §ers 
jen, alö la^ er nict)t wünfc{;en füllte, feinerfeitö alleö 
in t^un, um eine folct)e §ßerflänbigung berbeijufü^ren, 
unb er bebauert nur, la^ feine Entfernung vom beuts 
fc^en 83erfcr)r unb anberweitige 83eruföbefe§a'ftigungen 
i^n nic^t früher baju l;aben fommen laffen. 

©er Söerf. batte barauf ^ingewiefen, wie man 
ben 3Ruftfuuterrict)t ju einem Söilbungömittel üon üief 
allgemeinerer unb t;ör)ercr 23ebeutung machen fönne 
unb muffe, alö wie bte gewöhnliche Söeife beö Un» 
terrict)teö folct)eö julaffe, unb l;atte ^öorfct)läge ju eis 
ner berartigen ^Reform beö 9Jtuftfunterrict)teö gemacht. 
©aö 2Befentlicr)e ber $Borfd)lcigc lief barauf i)inau^, 
baß man ben ^ernenben entfct)ieben me^r uon (Seiten 
feineö muftfalifct}en 93ewußtfeinö anf äffen, il;n ju me^r 
innerer (Selbfttfyätigfeit erweefen muffe \ eö fei bat;et 
3. 93. wefentlie^ mit ©efyörbtlbung ber 9lnfang ju 
machen, 9luöbilbung ber tect)nifct)en gertigfeit bürfe 



121 



fic§ jener crfl @<$ritt cor Schritt auffliegen. So ijl 
nun ber 3»weifel erboten werben, ob auf biefem SBegc 
bcö Untcrricfyteö grünblidje Slaticrfpieler fönnten ges 
bilbet »erben, eö ifl ber Söorfctylag jum Sfyeil alö 
eine einfeitige, ejrtrcmc 4?erfcorfyetung ber aflcrbingö in 
ber bisherigen Untcrriefytöwcifc ocrnacfyläffigtcn inneren 
©eite ber mufifalifetycn SBilbung tyingc|lcllt werben. 
Qn tbtn biefem fünfte nun aber, meine icfy, hin id) 
nicfyt ganj, wie icfy wünfdjtc, ücrflanbcu werben j man 
erlaube mir bafyer, meine 5lnftc§t naefy biefer (Seite 
tyn noc§ ausführlicher auöeinanbcrjufegcn unb ju hu 
grünbeu. 

Srflticfy liegt eö in ber Sftatur aller Sßolcinif ges 
gen eine einfeitige SRicfytung (wie alfo bie bcö SDles 
ctyaniömuö im 9}iuftfuntcrric|te), ba§ bie entgegenges 
fegte ©eite fycrcorgcfyoben werben mujj. $&) füllte 
mithin Weber baö üöebürfnifj nodj bie ^öerpflic^tung, 
noefy etwaö ju ©unflen ber inccfyanifc^cn 9lbrid)tung 
fo tüie barüber $u fagen, auf welchem SBcge bie gers 
tigfeit bcö ©piclcö am 5Wcefmä§ig(lcn ju erreichen fei 
— in ber üöe^ieljung i)ahcn bie (Slaoierfcfyulcn unb 
Stübcnfammlungen wirfliefy fcfyon baö SDiöglidje ges 
teiflct. 3$ rcieö nur auf baöjcnigc fyin, ivaö bisher 
oernadjläffigt werben, auf bie innere mufifalifcfyc S3iU 
bung, unb auf bie 9lrt, wie folcfye im Unterrichte am 
jwccfmäfjigflen Spiag finben fönne. 3^ oerwaljTe mk§ 
auf ö ©cflimmtcflc gegen bie etwaige 3nmutt)ung, alö 
ob icfy tedmifäe gertigfeit im allgemeinen gering ad)s 
tete. 93ei aufmerffamem ßefen ber oou mir aufgcflclls 
ten Sfjefcn unb Söorfdjläge fann man oicfmcljr auf 
jebem ©djritte beö oen mir üorgcfdjlagcucn Unters 
ricfytögangeö bie 2lnfnüpfung für bie aflcrbingö auc§ 
notfywenbige medt}anifd;e Uebung finben. 

3n?ar fegte icf; alö bie crfle notfywcnbige Uebung 
bie ber ©timme unb fomit bcö ©cljörcö, aber icfy gab 
jugleic^ an, bafj ber ßemenbe, fobalb er äJMobien 
mit bem ©ebäefytniffe aufgefaßt, baju angeleitet wer* 
ben muffe, biefelben auf bem klarier, crfl mit einer 
$anb, bann nnifono mit beibeu Rauben nadkjufpics 
len. 3c§ wüjjtc fein beffereö Mittel, im unabljängis 
gen ©ebrane^c ber g" i « 8 e r / » m 8i»9^fage, in ber 
rechten Haltung ber $)anb, im gleichmäßigen ©es 
brauche beiber £änbe u. f. w. ju üben, otjne bafj eö 
boe$ troefene gingerübungen ber gewöhnlichen 51rt 
wären. SBill man noc§ anbere mec^anifc^e Uebungcn, 
namentlich Saufer nebenhergehen laffen, fo bleibt baö 
ja natürlich unbenommen, unb idj l;abe bergfeidpen 
auc§ immer fclbfl im Unterrichte angewanbt. — Sine 
anbere unb fe^r wefentlidjc 5lrt ber Fingerübungen 
eröffnet ftc§ aber mit bem Uebcrgange jur 61;orals 
flufe, nä'mlic^ lic Uebung im gleichzeitigen, gleic^s 
mafjigen ©ebrauc^e mehrerer ßinger berfelben ^£>anb. 
SS ergiebt fle^ fomit auef) für bie mec^anifc^en Ue- 



bungen ein natürlicher gortfe^ritt, unb berfelbe fegt 
ftc$ burc^ bie folgenben Unterric^tsPufen überall gleic^s 
mä§ig fort, fo bafc über Mangel an Uebung ber 
§anb alfo eigentlich ntc^t ju flagen wäre. 

9hm bebarf eö für einen fertigen ©pieler freiließ 
nic^t allein ber Uebung ber £anb, fonbern auefy ber 
beö5lugeö, er mu§ baSjenige, rcaö er oon ben 
üftoten aufü (Slaoier ju übertragen fyat, fc^nell erfens 
neu unb überfein fßnuen, er mu§ eine ßertigfeit ers 
langen, vom S3latte ju fielen, ©iefe gertigfeit lüid 
idj aber auc^ unb auf'ö 93cflimmtcfte beim ©c^üler 
erreicht njiffen, ic^ itill fie nur nic^t allein auf me* 
c^anifc^eS ^nfd^auen beö ^otenblatteö, fonbern \va 
fentlic^ mit auf Sßerfiänbnijj ber ^onoerbinbungen ge? 
grünbet ^aben. — öin 91nbere8, ii?aS bie gertigfeit 
oom Statte ju fpielen ^inbert, luenn man auefy fc^on 
bie bezeichneten Söne leicht auf bem ßlaoier aufju- 
finben n?ei§, ifl noc^, bafj ber ©pieler ftc^ nic^t alfo; 
balb in ben 9t^v^" l "ö tjincinjufinbcn mei§. ©erabe 
}ii welcher ©idjerfyeit im S3crpänbniffe beS 9l^t^mu3 
aber ber Semenbe auf bem oon mir oorgefc^lagenen 
Unterric^tömege fommen fann, nämlidj burcf> baS ^Ita 
tenfe^reiben (nic^t baö mec^anifc^e 5lbfc^reiben, fon* 
bem baö 5luffegen beö in baö ©ebädjtnifj 5lufgenoms 
menen), baö ifl eine fo in bie Qlugen fpringenbc 
©ac^e, ba^ eö mir nidjt nöt^ig fc^eiut, barüber nodj 
ettuaö SBeitereö ju fagen. 

2öelct;eö ©tücf ber mec^anifc^en gertigfeit würbe 
alfo etwa burcl; bie oon mir oorgefc^lagene Unters 
ricjjtöweife beeinträchtigt? $$ n?ü|tc feineö. ©odj 
oielleic^t ber fogenannte gute Vortrag? 3löein 
wenn biefer in feinem ©ruube auf einer fcelenooüen 
Sluffaffung ber S^uftf überhaupt beruht, unb nidjt 
auf ber Slbric^tung jum Vortrage einzelner ©iuftfs 
Pücfe, voa^> ijl bann bec^ e^er baju gefc^ieft, ben 
©c^üler ju folc^er 5(uffaffung l;injuleiten, bie toon 
mir oorgefcfytagcne Unternc^tö weife, bie eine innere 
muftfalifdje löilbung , ober bie gewöhnliche, bie nur 
eine äufjere med§anifc^e Silbung bejwecft? 

S)ieö ber crjle ^Junft ber a>er(länbigung, inbem 
ic$ bitte, barauö, bag iü) oon einer <§ad)c nic^t aufc 
brürflic^ gef^roc^en fyabc , nidjt ben ©d)lu§ ju mas 
djen, alö ob iü) fie gering adjtete unb unberüclftd)tigt 
gelaffen wijfen wollte. 5Coc^ ja, id) will eö befeiu 
nen, in einer gewiffen S3ejie^ung wirb bie Sluöbil* 
bung ber med)anifc^en gertigfeit burd) meine Unters 
ridjtöweife befeftränftj aber tvtit entfernt, baö für 
eine (ginfeitigfeit meineö ©tanbfunfteö ju galten, ha 
{jaulte id) fielme^r, bafj ifl mit baö 5l ; efle an meis 
nen 93orfd,lägeu. 3d) (;alte eö nämlictj für werfest, 
ba§ man alö baö »on einem (Slaoierfoieler ju erreis 
d)enbe 3» f l üc ^ medjanifeten gertigfeit im J 2IUgemeis 
nen ein foldjeö fegt, weldpeö ju bem fpäteren fiebenös 



122 



jtele, ber fväteren 83eruf8t$ätigfeit ber SDlcfacity in 
feinem »erteil tniffe flr^t. Qebermann »üci§, bafj gers 
tigfeit etwaö ifl, waä nur burc§ feine gortbaiter einen 
Söertl) fyat. 2Die fott aber bod) bie 3JM)r$ar/l berer, 
bie 9Jhiftfunterrid)t erhalten, in i()rem fpäteren Seben 
baran benfen, ftd) auf ber erreichten (Stufe ber gers 
tigfeit ju erhalten, wenn biefe fo b;ccr) t/inaufges 
fdjraubt wirb, wie gewöfynfict; gefct)ier/t? 2öo feilen 
fte eben nur bie 3nt l)ernel;men $u anljaltenb fortges 
fegten Uebungen, unb fei eä aw$ nur eine (Stunbe 
beä Sageö, abgefefyen nod) bavon, bafj ber reOjte 
Slavierfpieler feine ginger, feine £anb auf eine be: 
fonbere Qtrt äugfllid) fdjonen muß, um nid)t allen 
(Srfolg ber Uebungöflunben immer lieber ju (Sd)ans 
ben 31t machen, a»f cijic >Hrt fdjonen, wie man fte 
fd)on nid)t bem lebhaften, nad) tüchtigen Seibeöübuns 
gen Verlangenben Änaben jumutfyen fann, gefd^weige 
ber $aub/ bie im fpäteren Seren irgenb ein £anbs 
werfäjeug, bie bie Stfabel ber £au§frau unb Äinbers 
mutter, ja bie aucr) nur bie unfe^einbare, aber bie 
£anb unb ginger bod) fo fleif madjenbe geber füh- 
ren mu§! 3d) behaupte batjer, für bie grofje SÄeljr- 
jat/t berer, bie (Slavierfpiel (erneu unb nid)t gcrabe 
auäfebliefjlid) ftd) biefer ftiuifi wibmen motten, ifl baS 
9Jlaa% ber ju erjielenben gertigfeit bebeutenb t)erabs 
juflimmen. SBotlen foldjc einmal fdjwerere (Sadjen 
ju työren befominen, fo mögen fte ftd) biefelben von 
fertigeren Spielern unb eigentlichen SJirtuofen vortras 
gen (äffen, für ben eigenen täglichen §auögebraud) 
aber \\t eö bainit nidbtö. Unb »vir fyaben, ©Ott fei 
©auf, aud) von ben beflen, nament(id) älteren SWcis 
{lern (Sompofttionen genug , bie ber ©ilettant fidt) 31t 
eigenem unb allenfalls auet; nod) Slnberer Vergnügen 
felbfl »ortragen fann-, unb wenn erfl wieber me^r 
9?ad)frage nact) Sonfliicfen biefer 9lrt fein wirb, fo 
werben ftcr) auet) *)ie (Somponiflen bereit ftnben (äffen, 
mel;r bergleidjen ju fdjreiben, woran, beiläufig gefagt, 
am ßnbe aud) mel;r JRufcm 511 embten märe, inbent 
mit weniger Sffectmitteln bod) etwaä, burd) feinen 
inneren (S^cr^att Sttefricbigenbeö ju leiflen offenbar baö 
©dnvierigere ifl. 

©ied vorauSgefegt, *a% für bie Öiebrjal;! ber 
©itettanteu baS Wlcia^ ber mecf;anifd)en gertigfeit 
a(fo bebeutenb von ber gewöhnlichen £öl?e ber gors 
berung muffe r)erabgeflimmt werben, ifl \nu\ aber bd 
bem »on mir t>orgefc^(agenen Untcrrid)t^ange nod) 
eine bebeutenbe 6r(eicf;tcrung baburc^ gefdjafft loor- 
ben, bag öerfd)iebene 3«e(e ber gertigfeit gefegt ftnb, 
bei beren jebem ber ©d)ü(er |W)eu bleiben fann, wenn 
3eit unb £Wtte( nid)t »veiter reiben, freien bleiben, 
wa^renb er boc^ fdjon immer ein ©anjeö unb 93o0= 
mbeted in feiner ?(rt erreid)t ^at. 3P ber Unterricht 
auf ber <5t/oralftufc üoüenbet , fo ifl ber Semenbe in 



ben <Stanb gefegt, Jeben 6(;ora( naeft 9loUn unb o^ne 
Koten, nad> aufgefegter Begleitung unb auc^ naefc 
ber b(ogcu ^e(obie regelrecht ju begleiten, unb wirb 
baran nid?t allein für feine ^erfon f?inlänglid) 93er? 
gnügen ftnben, fonbern aucr) einen ©ewinn b;aben für 
lic t)äuö(id)e 5(nbad)t, unb wo er etwa in ©djulen 
unb Äirdpen 51t fpielen veranlagt ift. SBerftänbe 3.8. 
jeber Sanbpfarrer nur fo viel von ÄNuftf, fo würbe 
eä an manchen Orten wab/rlid) beffer um ben Äirct)en: 
gefang flehen. — ©teiefeer SBeifc bei ber Söoflenbung 
bcö Unterrid)tec3 auf ber Äiebcrjhife ifl ber öernenbe 
in ben (Stanb gefegt, nicr}t allein j[ebe, nur nid)t 51t 
fünfllicr)e ßieberbegleitung ju fpielen unb ftd) felbfl 
}iim ©efange 511 aeeomvagniren, fonbern aucr; ju 3)U; 
lobien ol;ne Begleitung ein einfaches ^leeompagnement 
felbfl ju ftnben, foniit aud) ben ©efang im fyäuäli; 
c^en unb gefelligen Äreife felbfl ju leiten, am (inbe 
felber einfache SÜJclobien ju erfinbeu. SBeiter fann 
unb will Vielleicht äNancfyer, ber baö (Slavierfpiel ers 
lernt, nid)* ge^en, unb wer will leugnen, ba§ er nic^t 
bainit auet) fdjon wieberum eine Söefriebtgung feineS 
muftfalifd)en ffiebürfnijfeö ftnben fönne, eine 3öefries 
bigung, bie im (sinflauge fle^t mit ben 2lnfpriidjen 
feineö übrigen Serufölebenö. — £)ieö bie beiben ßles 
mentarflufeu beö für ©ilettanten beregneten WlufiU 
unterrichte j weiter fül)rt biefelben nun nod) t>\e %vn 
genflufe unb enbüd) bie (Sonaten flufe. 3luf jeber 
(Stufe fann ber Unterriebt abgefcfcloffen werben, unb 
jebc fegt ein gewiffeö $)laci\$ von notf;wenbig 511 ers 
reidjenber gertigfeit j alfo allerbingö verf(t)iebene Wacn 
ge, aber boct) nirgenbö ein Mangel an S3erücfftd)tU 
gung beö mecr)anifcben ^l;eileö ber muftfalifcr)en 23its 
bung. 51uf jeber <&tn\t fann mithin, gemäg it)rem 
ßiele, ein fertiger, grünblicl)er (Spieler (res 
fveetive (Sl?oralfpieler, gugenfpicler u. f. w.) gebilbet 
werben, b. i). ein fold;er, ber ftd) neben bem $)laa$t 
ber für feinen 3^ecf notl;wenbigen gertigfeit ber 
4?anb unb beö 5lugeö aud), \va$ baö Söefentlict)fle 
ifl, vcUeä S3ewu§tfein beffen angeeignet r)at, toa& er 
innerhalb beö Äreifeö feiner muftfalifcfyen i^ätigfeit 
vornimmt, ein grünb lieber £iebl;aber, b. ^>. ein 
foleber, bem eä nie in ben (Sinn fommen wirb, bie 
S3efd)äftigung mit ber ätfitftf, fo weit er ir)rer nun 
eben mächtig ifl, aufzugeben. 5löerbing^ muffen für 
einen folgen llnterrid)t^gang bie vom (Sdjüler 3« 
fvielenben Stücfe gum %tytil nad) einem anberen ^rins 
eipe georbnet werben, al6 wie man eö in ben gewobns 
lict)en (Slavierfd;ulen ftnbet, weld)e aber nur ben fer)t 
unbeflimmten unb fcfjwanfenben 23egriff beS gortfcr)rits 
teö vom Seichteren jum (Schwereren fennen; (Slürfe, 
in benen SWobulationen, ©iffonan^en, überhaupt Sons 
verbinbungen t>orfommen, welcbe flcr) ber (Sdjüler noe^ 
n«!r)t erflareu fawn, bürfen bemfelben nact; meiner 51ns 



i ii i i i ii i II 



123 



{?<$*, unbcfdjabet brr ©rünblidjf eit, auä) no<$ ni<$t 
öorgelegt roerben. 

jDbglcic§ nun aber ber mcd)anifd?en Ucbung bers 
gcfiatt immer ein ©hlcf $r)eorie oorauögcr)cn mu§, 
fo meine ic$ bod) bic 5lnftd?t entfd)iebcn jitriicfoetfen 
ju bürfcn, alö 06 bcr 2Bcg baburct) ungebüfyrlicr) ocrs 
längert u?ürbe. ©aö ©tücfcr)cu $t;cotie ifi »uatjrs 
lid) feinem Umfange nad) fo gering, feinem SBerfiänbs 
niffe nacr) fo fa&ticf), fo elcmcntarifety, ba§ von ir)m 
alö einem £inberniffe, einem ilmtvege gar nicfyt bie 
9tebe fein bürfte, ivenn äfiandjer bei bem Söorte 
$r)corie nid)t ehen ju tuet an bie alte n?eitfd)tveiftge 
unb verroictelte ©cncralbafj = unb (Som&ofttionölc(;re 
bad)te; ju gefd}n?eigen, ba§ biefe Qlrt von t^eoreti fdjem 
SBerfianbnifj baä gortfd)reiten beö ©pielerö nid)t t)in; 
bert, fonbern vielmehr förbert unb befeftigt. Unb man 
gewinnt für biefen tr)corctifcf)cn Unterricht bie nott)ige 
3?it ooflfiänbig baburd), ba§ man ftdt) auf {eber 
©tufe auf baö nad) ir/rem 3M* gerabe nötr)ige Sflaafj 
ined)anifd)cr Uebungen befdjränft ; nur etiva ein 3af)T 
ifi j. ©. bei jtrei @tunbrn itödjentlicfycm Unterrichts 
für jebc bcr beiben ßlcmcntarfiufen nßtfyig. 5(1 fo nicr)t 
fpäter Fommt man auf bem von mir vorgefd)lagenen 
Söege beim &\tU an, fonbern gerabe früher, weil baö 



3iri nt(t)t al§ tin unenbliefjeä faum abfer)bat Ijinauäs 
liegt, fonbern ftdj audj fdjon nähere >$\cU a ^ & fs 
flimmt erfennbar unb in näherer 3cit erreichbar t/er« 
auöficllen. greilid) wirb ftd) bie r)errfcr)cnbe Meinung 
erfi baran gewönnen muffen, auefy ein anbercö 3' c l 
mit biefem Sluäbrucfe benennen ju fyörcn, al£ ba8 
beö balbigen SOcrfoiclcuö moberner, in bie ©r)rcn fals 
lenber Sonfiücfc, aber bie von mir vorgefetylagene 
9ftetl?obe ifi ja auet) gar nid)t auf bie grojje SJtcnge, 
ifi ni(t)t jiinä'ct)fi auf 3»fyörer, ifi «ict>t auf bies 
jenigen kelteren berechnet, lucldje von einer yäbcn 
gogifdjen S3ebeutung ber mufifalifdjen Söilbung 
nidjtö iviffcn unb treffen n?oüenj auä) »werben fold>e 
mit it)r fd)Ied)te ©efdjäfte machen, bic von QJhtftfs 
Unterricht leben unb bat)er ben t)errfd)enben SBorurs 
teilen nachgeben muffen, ^ct) tjabe meine 33orfcr)läge 
$unäcr/fl an fold)e Sttuftfverfianbige gerichtet, roeldje 
(Gelegenheit t)abcn, frei von allem äufjeren 3^angc 
(am beflen bie eigenen Äinber) ju achter muftfalifdjer 
söilbung 31t führen, unb folcfye ftnb eS awty nad) mei- 
ner bisherigen (Srfa^rung oorjüglict), bie, wenn ftc 
nur baö ©ing recr)t anfingen, meinen ©orfctyia'gen 
biöt)er ©eifad unb 93efiätigung auö eigener ^rariS 
gegeben (jaben. 

©orpat. Sr). Sr)rämer. 



Uebcrfid)t bcr neueren @tfd)einunöen auf bem ©ebtete ber SRuftf* 



Jur ^taitofottc. 
Qalon 9 unk (Sljarafterfiücfe. 

SWarie SWocb^ ©^. 3. 3wei Ciebrr oijne Worte. 
Öcljott. pr. nieljt angegeben. 
3m erften Siebe jeigt pa^ viel guter SBiilt, eine gigur 
burc^'« ©anje »ortoaltenb bura^^ufü^ren. (Bine geroiffe Un* 
geübtljeit in ber J&anbbabung ber Harmonie ifi inbe§ bemerf* 
bar. Keffer Besagt nn« ba« imiU, bie 2Wclobie fommt me^r 
jur (Entfaltung, ©ie ©eflrebungeu ber SBerf. gehören gu be^ 
neu, bie in ben €alon« 2lnerfennung ftnben roerben. 

S. Ätllfl, ©p. 34. ßeljnfoc l)t nacl) Der «jtimatl). pijan- 

tafie über fielUr'« jfteb „f anb mtintr CrliaCtrn ©f- 

ful)U". 3owirit. | «tjlr. 

(Sin »erfeljlte« 6alonPücf; ein ©emifä^ veralteter nnb 

moberner gignren; troefen unb roirfungGlo«. IDem [Ref. toar 

beim Eurdjlefeu unb ©urö^fvielen be6 3Berfe«, al« fär)e er 

einen SKenf^en, ber nac$ ber 5«rfa)enben SWobe ber jtoanji^ 



ger Safjre mit einem ftraef j. ö. mit langen (Särgen, foge* 
nannten @pifefd)Uj5njen, befleibet ifi, unb baju einen (Salabre* 
fer trägt. 

SR* SBiffmetS, ©p. G3. ^rüblingöklänge. Jp^antafie- 
ltü(k. jnecljetti. 1 jfl. 30 fir. CHI. 
3Bir ^aben un« viele Sftülje gegeben, ben Sn^alt biefer 
(Scmfcofltion mit i^rem 3!itel ju vereinbaren. Slber ver* 
geben«! Uufere (5inbilbung«fraft ifi niö)t fJarf genug, ba 
grübliitgaflänge ju finben, roo teir b(o§e ©alonconver« 
fation vernebmeu. £>a« Söcrf leibet an bem getoöfnilidjen 
geiler be« (Jomponifien, an aflju groger Sänge, boa^ bietet 
e« geringere @^roierigfeiten, ift mägig geübten Dilettanten 
jngängli^, unb nid^t ofme Jtfangmitfung. 

SE^ ÄttHaf, ©p. 50. Rotljkäppcljen. 3bijllr. edjUfin- 
jer. 4 eijlr. 

@ut gefvielt fann bad 2DerF eine geroiffe, roenn au$ 
burd^au6 nid)t tief gebenbe SBirfung machen, obfd^on e« gu 



124 



ben fdjwddjeren Stiftungen be« Slutcr« flc^ort. Den (Spielern 
äberlaffen toir e«, P* 3Rot$faw$en, ben SBolf u. f. tt>. $er* 
au«jufud)en. 

gRobcartifel, ftabrifarbcit, 
9ß> §ettel f ©p. 3. Fantaisie brillante pour Piano. 

ßcl)Ufinflfr. | ai)lr. 
3t* SMttct, ©p. 36. J)l)aniüftt über «fernen aus 

„Oraji e Curia}i" oon .flWrrafcant*. SdjUfinfler. 

20 ngr. 
3\vcl ©erf^en gleicher S3ef*affc n^eit , bie ifjren SBerfaf« 
fern feine 21pot&eofe verleiben werben. <5ie toerben unter ben 
«i&änben einiger Dilettanten verbluten unb ifyrer toirb nid^t 
mcl)r gebadet »erben. 
§♦ Statmta, <ß>V- 20 - Rondo -Polka pour Piano. 

ßcljott. 45 flr. 

Xritt ofjne Prätention auf, fotooljl in 93e$ug auf ©ebanf* 

liefce«, aU auf STf c^nifdt>c*. Der lieben ÜRama $um ©e* 

fcurtstage »orgefpielt, wirb e« n»ot)l bem lieben, talentvollen 

Äinbe verriebene Äüffe unb Umarmungen ju 2Bege bringen. 

3#r tyianofovte ju t>ter Spänben. 

©♦ SBolff, ®p. 158. Duo brillant sur l'opera: le 
Prophete. öcljott. 1 Sl. 48 Ar. 

©in« jener ffierfe, »on benen jwölf auf** Dufcenb gefyen. - 
SBebeutenbe (Sdjtoierigfeitcn finben ft# nidjt «or — fomit be* 
beefen \t»ir ba« ©anje mit bem Hantel ber tfrifUicfyen Siebe. 

GlatmraiiSjüge. 

Sgtt. 2admer, „Hfcr 3u-ßri)roa", län^)iicr)es fflljarok- 

terbilfc mit Örfaitfl in lvt\ Abteilungen von X JP. 

Centner. ClaDieraustujj mit Dor$et>rucktem Äextbucl). 

Äibl. 2 JFt. 15 fir. = 1 aijlr. 7^ llgr. 

(Sin armer 93utf$, ftlorian, liebt feine Sena, unb befWlt 

ftc jum $an$ auf ben brüten Xa$. Um ft$ nun ©elb ju 



»erfdjaffen, geljt er mit nod? jweien ©enoffen auf bie ©em** 
jagb, vertiert aber babel, burdj eine ßawine, bie fidj bur<$ 
einen 3u*©$roa (fröfylidje* Sauden) lodldß r ba« Seben. 
Da* 3)iäbd)en flirbt au« ©ram. Die« ber ungefähre, ober? 
fla<4lic$e Sn^alt be* Seite«. Die SWufif, bie $r.£a$ner ba* 
gu gemalt t)at, befhfyt in (Einleitungen gu ben serfdjlebenen 
Abteilungen, einem SWelobram am (Sdjluffe ber jroeften unb 
einem am «Sdjluffe ber britten, unb au* ein» unb mefyrfiim* 
migen fiebern. Diefe lefcteren nun besagen un« bejfer, aU 
bie felbftßänbigeu 3nfhumentalfafce ; fte ftnb natürlich unb 
frifd), namentlich ein breißimmigeä 3agblieb, wenn gleid) fie 
au$ niefct über ben Ductus ber 0eit)ör;nlidr)en Styroler* unb 
©tetyermärferlieber fyinauägefyen. Sollen u>ir nun auf bie oor* 
ermahnten tnfkumentalen Partien noc^ einmal gurneffommen, 
fo muffen »ir gefielen, ba§ un« namentlich bie Einleitung 
jur erflen Stbt^etlung gar ju matt unb unbebeutenb üorfommt, 
twenn wir auef) ^ugeben, ba§ bie 3nfirumcntirung Ijier ^eben 
fann. Uebrigen« mag baö ©anje auf bet 2}üfyne oen gutem 
(Sffect fein. Die ^erfonalbefefcung am aKünc^ner Xljeater ifl 
beigefügt. 

Sipevn im (Slatneraiidjug* 

2lmbr. S^omaS , Wtx ßafci, komiCflje ©per in jwei 
2Utcn, nacl) ^em iTranföfifcljen Ues JH. 4. Öaupaje 
Don €. ©oUmick. Ödjott. 10 Ji. 48 fir. 

Hiebet mit ^Jtanofotte. 

6. ß. gifefter, ©p.6. Itr.l. JTrüljUngßtoartc. Srtjott. 

27 fir. 
— — — ©p. 7. Hr. 2. Die perfunkrne firone, 

uon llljlant», für Ißaff oDer 3llt. €bentJ. 3G fir. 
Diefe lieber flehen burdjauä nieftt auf ber §cf)t einer 
bebeutenben (Srfintung ober (Sigcntljümli^feit, aber fie finb 
toirffam für bie «Stimme, unb audj hergebrachte«, trenn e« 
nur gut ju ©efyör gebraut toitb, mac^t ja einen getoiffen (Sin« 
bruef. 



3ntelii$enzbi*tt. 



Bei JHT. SchlOMS in Cöln erschien: 

Hiller, 3 Lieder iür ßass od. Bariton mit Pfte. 

Op. 42. 25 Sgr. 

Koch 9 Liebchens Auge. Lied für Sopr. od. Tenor 

m. Pfte. 74 Sgr. 

, Dasselbe für Alt oder Bariton mit Pfte 

74 Sgr. 



Offen b ach, Bleib bei mir. Lied im Volkstone 
für Sopr. od. Tenor m. i*fte. 74 Sgr. 

, Dasselbe iür Alt od. Bariton m.Pfte. 7^ Sgr. 

Kinkel, Johanna, 6 Lieder für Alt oder 

Bariton m. Pfte. Op. 19. 20 Sgr. 

Auf diese schönen Lieder erlaube ich mir ganz besonders 

aufmerksam zu machen. 



rS=- (Steine Wummern b. dl. 3tf«r. f. ättuf, »erben &u 1» Mgr- beregnet. 



"Dtutf oon 9 t. Äü & mann. 



tUuf 




ajiitfätift ffit 



titrantteotiH^er 9tefcaer*ir: 
^rati) SBrenbcI* 

(SinunbbreijMgfter SSanb. 



M 24. 




BtfttgtTi 
SRobert griefc in £cij>t.i<j, 

2)en 19. «September 1849. 



Ben bkfer 3dtf4- erfdjeUen to£d)tntli# 
2 Hummern üütt 1 Ol?» 1 Vi SBtfgen. 



Stet« fcc* ©ante* tum &2 «Bin. 2 1 /* £$lt- 
SufatioitSnebüijr«! bif $eiilje ile 2 Kgr* 



Si&tmneinent nehmen aUc$«fKimfrr r ©«($*, 
Sttujth unb Jtun^anbiuitQcn an. 



3tl(alt : 2M* 2on!urifH*r*83rrfammIiijiB *" Eet^tQ (®ä)luf). — Ätfin* dettang. 



£)ie Xoitfürtflfrr • Sctfatnmlung 

am Soften Suli 18*». 
(***»!.) 

9fa^ ©eenbigung biefeä ÄJortragä tiarjm |uerfi 
$r. Äutjmfleb t baä äöert Äritifiren, reeenfireu 
Ijeijje nte^tä weiter, als ben SÖertt; eined jtimfimcrfö 
beftimmen. ßÖ fet nic$t ju jitKifetn, bajj foiuo^t ber 
ÄünfUer, als ber Äritifer ale fetdjet jnr Äritif be* 
U^tigt fei. ©ie örnge , mie fidj beibe ju ciuanber. 
«erhalten fetten, werbe p(^ ergeben, fobalb man bie 
fciät/er gemachten (Srfatjrungen in ©e^iig auf tic fiaitfs 
Bat)n fceiber gegen einauber (teile, ©er Äiinfiffr , tu 
ff in« -Sugeub burr§ irgrnfe Einen Süleifter angelegt, 
filmte ben ©rang in ftc| , tu be|fen SÖeife etroaä ju 
fdj äffen, ber SReij, ben ein SÖerf auf i(m auätlbt, er* 
rege it/n ju ät)nlitf)eii @d}Dpfungen. 2Ba£ er rrjeus 
gr, geije aber nicr/t anä S5rivu§tfcin über tic Sadijf, 
fon&eru ani Mejjem SRnturt riebe Ijcrüor. ©atm foiiim« 
er ju einem SKriffcr, lerne eine SJlaffe Siegeln, feie er 
nidjt trauern fänne, bte eutiueber nur (?fllb wat/r 
ober gar nidjt u?aljt feien; er njerbe von ftemben ®e; 
bunten gemäftet, oijne geiftig felbftttjätig ju fein. ffiun 
fa^reibe er nnefr/ bei«, )uae in Um ^iucin gepfropft 
werben; eingeben! beä guten $Ratt)eä, er muff' f° r * 
unb fort bie alten 9Meifhr fhibiren, beftei&ige et fid?, 
fte nadjjuatjmen, unb gebe fo frentbe ©ebanfeu iuie* 
ber. ©a fomme bie Ärttif unb madje bem ÄünfUer 
ben Äopf t^erbte^t; fte forberc tl;n auf, ctiva^ Stube* 



reo, 'maS ^eueö ju geben. ^e|t frage er ft^, n)ie 
er feieS anfangen foCIe. ©c(^ \}t§t er üertaffen ba, 
benn feinen äüin! ^afre t^n bie Ätttt gegeben , um 
au§ fic| felfcft ettuaä ju f Raffen, lieber jeugt nun, 
ba§ er baS ntc^t ma^eu folle, rcaö bte ^elfter t)or 
i^nt gcuiadjt, flubire er ^cgel, ©c^etting, SJif^er, 
SRuge unb mte bie @ei|ter aUf ^eipen. ©a erfaßte 
er, bie Äitufi foöe baö HBefentlt^e barfietfen, cber 
baä ©ottlit^e in einer bestimmten S^tm, ober bte 
göiir/rrjeü; ^eber ber ^|ibfo|»t)en antuxnie i^m du* 
ber^ iiber baä SBefen fcer ©e|6ji^dt. 5iber er erfahre 
nict/t/ rpie er biefe ©ejttenjen auf bie befoubere Äitnfl 
anjuipenbcii ^abe, wnb bleibe ^iufti^tü^ feincä ©c^afj 
fenö fc ttug mte tfürt)er. — Sßie fle^e eS mit bem 
Äritif er? ©er feeufe 7 menn bu nur Sßfjrafen machen 
faunfl unb aüenfaltö ettoaä $eget fiubirfl, fr> bifl bu 
ein gemalter äJJauu; tun ber ®a$t, llmi bem Dr- 
gaiiiGiiiuö eineö ÄuiiflmtrH terfte^e er uie^tä. ©a 
fe^e eö fe^r ffr)(imnt au^j lauter ^J(;rafni begegne 
man, ber Eritifer n?iffe nie^t^, tueit er bie ^ec^nif 
indjx feune. — 5ff|t# ba tritt $u biefem SBemugtfein 
über bie Sae^e gefommen, miijfe ber com 83crfl|en3 
ben angegebene ffiieg eingefc^Iagen irerbeu, ber Äru 
titer muffe $anb in $iinb mit bem ÄünfUrr unb in 
bte ©ac^c felbfl eingeben* 

©örffet fragt, tco bie Äritifer feien, ton benen 
man fo beflimrut bet)nujjten fonnr, ba§ fte tad?* 
ten, mit biegen fßfyraftu fei StQeS abgetan? SBotte 
man, ba§ ber Äünfiter mit bem Äritifer ^anb in 
$aub ger)r , tooöe man ein gemetuf^aftli^eä SSirten 
brtbrT, fo muffe man vor ^lüein bergfet^eu 93or± 



126 



urteile, alö fei ber Äritifcr jcber 23eftrebung, baö 
4?Bd&fie ju erfaffen, oerluftig, befeitigen lernen, unb 
biefem nicr)t fo ot/ne SBeitereö eine ßinbilbung «nb 
83efcr)ränftt)cit unterfdjiebcn, bie glcict) ton fcorntyerein 
jebe (Einigung unmöglich macr)e... — Äüfymftebt: 
©ie t)abcn mict) mijjüerftanben ... — ©örffcl: 
Kein, nein, iet) fyalte mict) an ^^rc ÖBorte ... — 
Äütjmfiebt: $df gebe ju, t>ci% bie jefcige Äritif ein 
neueö unb fdjöncö Streben offenbart - y boct; üerfdjmcU 
t)cn e8 bie Äritifcr, in bie $ccr)nif, in ben Drganiö* 
muö be8 ÄunftwerfeÖ cinjugefyen unb laffen cd bei 
l?r;itofopr)ifd? s afl^rtifc^en 9taifonncment8 bewenben. 
©aö ift gröfjtcntr/eilö b\$ jc£t neer) bet gatt. SBir 
fetten bc8t;alb, ba§ ftet) bie ÄünfHcr toon ber Äritif 
abwenben. Unb watjr tft'8, bie meiften Äritifcr, mit 
wenigen achtbaren 5lu8nar)mcn, r)aben niefjt tie ©tiu 
bien gemalt, bie ber Äünftler gemacht r;at. — 
SStenbel: SWan fann ba8 in gewiffem ©inne jus 
geben; ba aber noct) Äeiner eriftirt r;at, ber beibe 
©eiten, £cnbicr)tung unb ^ilofcpljie, in gleicher 
SBeife toottftänbig umfafjte, fo folgt efcen barauö, ba§ 
Äünflfer unb Äritifcr fict) einigen, einanber in bie 
4?änbc arbeiten muffen. — Äüfymfiebt: ©iefen 
©tanbpunft ber Äritif erreichen wir nid)t et)er, alö 
wir fo weit ftnb, bafj ber £raftifcr)e Äünftler aucr) 
*Pr)itofopr) , unb ber Äritifcr ntdjt bloS Sßr/itofopr;, 
fonbern aucr) praftifcr)cr Äünftler ift. 

9ticciu8 fyridjt ftet) r)ierauf bat/in auü, ba§ bie 
üon Äür)mftebt gemalte ©cr)ilberung beö ÄünftlerS 
ju r)crabfe{}enb unb troflloä, bie Weiterungen über 
ben Äritifex eben fo T;erb unb t)art gewefen feien. ©a8 
$reunbe8öerbaltni§ $wifct)en beiben werbe eine üörüefc 
bauen, burcr) welche bie ganzen 9Ki§Dcrr;ältniffc auös 
geglichen werben fönnten. ©ie Sorberungen, welche 
©renbel an ben Äritifcr flctte, feien ju ungenügenb, 
e8 muffe noct; fcicl mer)r Don ib/m verlangt werben, 
©er Äritifcr muffe ftet) fo toiel M möglich in ber 
gormtcr)re, in bem Slsb^c ber Xecfynif betoegt tyabcn; 
ftnbe er ein SBcrf tabclr)aft, fo muffe er vermögen, 
bie ßcr)ler genau ju rügen unb ju fcerbeffern. Slaments 
licr) bei Anfängern fei bie Äritif in biefer Sßeife au$s 
juüben; nidjt bloö ©afcfebfcr, fonbern aucr) äftr;etifcr)e 
93erftö§e, beim fiiebe j. 83., feien nam(;aft 3U machen. 
Äurj, miffe ber Ärttifer nicr)t felbfl ein Si^ema genau 
contrapunftifer) auü ; unb burc^jufür)ren, fo fei er aucr) 
nidjt im ©tanbe, eine gnte Äritif ju üben. — 
©renbet: ©em fei juerfl ju entgegnen, ba§ eö in 
bem Vortrage nid)t barauf anfam, ein umfaffenbeö 
Silb beö Äritiferä ju geben, fonbern nur i>a$ 93er^ 
^ättni§ jroifcr)en ir)m unb bem ÄünfHer, baö Unters 
fcr)eibenbe jtoifct)en beiben, an ein paar ©eifpielen bar^ 
gufteflen. $Qa% nun bie bisherige ©ebatte betreffe, 
fo fei e8 wegen ber 93efc$ränFtfyeit ber 3'^ "ify mög= 



lidj, auf aüeö @injelnc ein^ugeijen. Kur ein 5htös 
fpruc^ muffe fjerüorgefyoben unb entfe^iebeu jurücfge* 
wiefen roerfcen. äßaö namtict) ben Vorwurf beö ^rn. 
Äül)mftebt betreffe, bie Äritif unterweife ben Äünjtter 
nic^t u.f. w., fo muffe gefagt werben, ba§ bie Äritif 
nier)t Unterricht ju erteilen ijahe, baö 3»reeJ)t weifen 
gehöre in'ö ^ßriüatteben. Söoüe man bieö, fo würbe 
bie Äritif nur eine Äectürc für ben betreffenben Äünfts 
ler, aber nidjt für bie SDeffentlic^feit fein. $Jlan ger)e 
ju weit, folc^e ganj unpraftifcr)e Sorberungen an bie 
Äritif ju jteflenj berartige weitläufige Sluöeinanber= 
feßungen würbe ein Unbeteiligter gar nid;t lefeu 
motten. — Äür)mftebt nimmt ju einer perfönlict)en 
Semerfung baö SBort. (Sr fyabe nur einen SSinf ge= 
ben motten, wie c8 bisher gegangen fei, nur anbeut 
ten 7 ba§ bie grofjc 3ai)l ber Äün|l(er ju feinem flas 
ren 23ewu§tfeiu fommc, wonacl) ber SUert^ beö Äunfh 
werfeö beftimmt werben fönne, nur fagen, ba§ bie 
gro§c 3^1 ber Äritifcr fic^ nic^t um baö ^ect)nifct}e 
befümmert fyabe. ©ie Äluft jwtfcr)en beiben fei ge= 
wefen, beibc foüen fiel) bie £anb reichen. — So ren* 
bei: $r. Äü^mftebt lege fo grogeö ©ewict)t auf ba8 
Ginge^en beö Äritiferö in bie ^ect)nif. Söer $abt 
aber auf bem ©ebiet ber Äritif baö 2??eifle geleiftet, 
praftifc^e 3}hiftfer ober ^ilofop(;ifcr;e Äöpfe? ^ic 
SJiuftfer fyaben i^ren tedjnifdjen S^eif jwar vertreten, 
boer) bie ÄKa'nner, bie jugleidt) in anberen ©ebieten 
^ctuitfdr) waren, brachten erfl Anregung in bie Äunfl. 
«Scber möge flreben, fo tiiel ©eiten ju erfaffen alö 
möglict), baä ifl eine Jpauptfac^e. — Äinbffi)er: ©et 
©runb jener Äluft liegt in ber ©cr)ule. 933ir r)aben 
Harmonie 5 unb ßompofttionöle^re, boct) baö ©ct)af» 
fen fann nicr)t gelehrt werben j eö bebarf einer Sorts 
fe^ung bed bie^erigen Unterricr/tö, eö bebarf $)lan* 
ner, bie Anleitung geben, biefe unb jene (Sompofts 
tionöart ju r;anbt;aben. ©0 lange bieä nicr;t ifl, mu% 
bie Äritif bau traurige 3leä)t ^aben, bem unmünbigen 
Ölnfänger entfet/ieben entgegen ju treten. — S3 erf et: 
(Sineö fe^ieft ftc^ nid)* für »2itte, fcl;e Setter, wie er'8 
treibe, fage ©öt^e. grüfyer fyahe Seiet nur ba6 be« 
fprocr)en, bem er gewact;fen gewefen, unfere Seit fct)eine 
fict) barin anberö gefatten ju wollen. Unter Stodjttfc 
hiü gegen 1820 fei eä üblier) gewefen, ba§ Äeiner 
über eine &a$c fr?ract), bie er nid)t ööllig in feiner 
©ewalt ^atte. ©aö ^)auptjiel ber Äritif war, fort: 
Wafyrenb bie Humanität walten ju laffen. feilte fpte- 
d)en fe^r 93iele, bie ben ©egenflanb gar nic^t in ftc$ 
aufgenommen (;aben. ©ie golge war, ba§ bie Ärü 
ttf bem Äünftler unb ^ßubltfum entfrembet worben. 
^)a^n fomme, ba§ neben ber mangelhaften Äenntntf 
aucr) bie Humanität unb ©ittigfeit gefunfen fei. SBaö 
^)r. Äü^mflebt über bie ©ilbung$gefcr)ict)te be6 SWufls 
ferö gefagt, bem fei mit Slouffeau ju entgegnen: 



127 



4?afct nur Ocnie, baä Ucbrigc finbct ftc§ oon felbfi. 
©ß§ i u 3f»tcn SDiijjurtr)cile gcfdjcfyen, fei richtig. 
9J?an erinnere ftdj an baö , iva8 über bie ©s©ur 
©tymptjonie con Scetfyoücn gefagt luorben fei, fo auc$ 
an bie Ucriucrfung (Styopin'ö burd) {Rctlflab. $n 
neuefter 3«* l;abcn mir baö SScifpicl an SBcrlioj-, er 
(83edfcr) fei nodj fein Skrcfyrer t?on ifym, boef; möge 
er ben &tab nidjt über tyn brechen: er »erflehe ibn 
noctj nidjt. — ©renbel: ©ie $auptfaer)e fei, bafj 
alle Steile in rocdjfelfcitigcr S3efcr)eibcnr;cit fid) gegen; 
übertreten, ba§ fie fier) ergänzen 1111b burcrjbringcn. 
©er praftifdjc SDluftfer möge nirfjt alle übrigen ©es 
jhebungen uerfennen, ftd) nicfyt felbfi überfragen, ©er 
Sleccnfent fei in biefem §aQe, wenn er bie SUinfc beä 
$onfcger8 nid^t berütfftdjtige. «£>r. Äii&infrcbt fei um 
geregt, intern er gar nicr)t ber oerbicnfUid^cn Seifhins 
gen ber Äritif gebaut l;abe. — Äüfymficbt: «3^ 
%abe ba8 SSebcutcnbc nietyt in v 2lbrcbe gcfictlt. — 
©djaab: ©ie ©ebatte jcige unbebingt, ba§ cä allen 
SRcbncrn um ben ßortfcfyritt ju tbun fei. ©ie feien 
im tßtineipe geiui§ einig, aber ju einem 9iefultate 
über bie S$ervoirflicr)ung beö Sßrincipö ueer; nidjt ges 
fommen. „äJJadjcu @te ffiiänncr auöfinbig, bie <5ad): 
fenntnijjj mit ^3^itofopf?ie vereinigen !" — üöiers 
nnrtfy: ©aö fei eine facti fc^e Unmöglidjfcit, taruin 
fei bie notfyiucnbige SBee^felbejieljuug janfe^rn Äritis 
fer wnb Äünfllcr ganj crroeielid). ©er Äritifcr faffe 
ben allgemeinen 3nl;alt bf* 3iit in abjtractcr, ber 
ÄünfUer in concreter Steife auf} bie »Jluffaffung (Uns 
rur)e in ber S3erfammlung) beö Äuuflibealö fei cers 
fetyiebeu. Tlan fage, ber Äritifer muffe über ben Sßars 
teien flehen-, baö fei unmeglid). Äünfller mit Äritis 
fer muffe gartet nehmen , bie Äritif muffe ein *ßrins 
cip t)abcn. Giner Der parteilos, fei djaraftcrloö. ©ie 
frühere Äritif fei blo§ referirent gciucfcn, tie jcjjigc 
fei felbftftänbig geworben. (9tuf nad) ©c^lu^.) @3 
fonne tic rabieale Äritif auc§ fyuman fein ... — 
JKicciuä: 2öir fommen ju leeit ; trollte man bem 
Stebncr in alle (Sinjclfycitcn folgen, fo ivürten loir 
fyeut' gar nidjt fertig werben. SJian möge fiety mit 
bem ©efagten begnügen. 3^ hrage «wf ©c^luf ber 
©ebatte an. 

©er Stntrag fanb Untcrfhtgung, ber ©$Iu§ ber 
©ebatte roarb angenommen. 5llö drgebnijj ber ©iös 
eufpon ftellte ftc§ bie altfeitig übereinfiimmenbe 5ln= 
ftc§t ^erauö, ba§ baö SBirfen be8 Äünfllerö wnb Äris 
tiferö tin gemeinfc^aftlic^eö fein, bajj beibe £anb in 
^anb bem einen grofjen 3\cU ber Äunfl entgegen 
ge^en muffen. 9Kan n?ar erfreut, bafc biefer ©egen= 
flanb in Anregung gefommen, unb ^offte bauon ers 
fprie§lie^e Kefultate. 

So »rarb nun ju Eröffnung ber eingegangenen 
©timmjettel bejügli^ beö (Sentralöorftaubeö gefe^rit* 



ten, baö 6rgebni§ berfelben bure$ bie ^Jrotofollfül?rer 
(©örffel unb ü. ©üloto) befannt gemalt unb bie 
©ifcung, ba eö fc^on fpd't am 5lbenb mar, gefc^lofs 
fen. — ©cfylicfjlidj fei ermähnt , teie bie öefiimmuns 
gen über bie weitere SDrganifation ber Vereine bei ber 
tieSjdl;rigen SJerfammlung ben £auptgcgenftanb bils 
beten } ber geneigte fiefer möge bieö bei ber $öcurtr)cis 
hing ber übrigen 33efprcd;ungcn im 3luge ^abenj eben 
fo, bafj bie SJerfammlung ntdc)t alä eine £auptüers 
fammlung gelten loollte, fonbem nur eine gortfü^s 
rung beö ^Begonnenen ^um 3n?ecf r)atte. £aben ftc^ 
bie allgemeinen SJerl;ältniffe günfliger gehaltet, fo 
n?irb ftc^ ©elegent)eit ju auöfüt;rlic^eren ©ebatten fins 
benj baju ifl überhaupt bie 3cit eineö Xageö, ber 
nod) baju jur ^älfte burc^ eine QJtuftfauffütyrung in 
s 2lnfpruc^ genommen n?irb, unjureic^enb-, cd ftnb, fott 
tiefer eingegangen werben, jroet biö brei £agc in 3" 5 
fünft unbebingt crforbcrlidj. ^ x gj r 



ÄUine Leitung* 

£>it ^pmotte tcr Xl)icvvotU. 
£ine jFabel, 

ex^lt »on Sari © oll m id. 
5n ber $(>tenrett toar e« fe^r unruhig geworben. Q3iene 
unb Slmeife plouberten mit verfdjrJinftcn ^orberfügen unb tya* 
ten nia^t«; ber (Slfp^ant mad)te iöcrfäfprünge vor 3orn, ber 
(Stodfifa} frafj jid; in IDeffcffart'e Crimes de Robespierre ein, 
bie mit einem <£$iffe untergegangen traren, unb ber £afe 
würbe roibetfvenflig; bet 9lbler lieg bie giügel Rängen unb bie 
©d)nede beflügelte t^ren <5%\itt\ bie ^acfttigaU braute vor 
Aränfung feinen Xon au« ber Jtetyle unb bie Xaube fpie ©alle; 
ber <5fel flaute gebanfenoolt in bie SÖolfen unb felbfi ba« 
?amm fa^lug ungebulbig au«. £em einfamen ©anberer mußte 
ba^er biefe ungeirobnlidje 53en;igung unter ben Xlneren auf- 
fallen. Jtam er an einen glu§, \v wax barin ein foHe« 
SBüljlen unb Stufrü&ren, ein fold)e« Traufen nnb 6prifcen, 
bag i^m angfi unb bange teurbe; ging er in ben ©alb, fo 
fonnte er fid) x>cx ©efttoirren, glattem, @aefern unb Sdjnar* 
tern, vor SRennen, ©runden unb 93rüllen nid^t retten, unb 
wollte er im greien au«rul)cn, fo hielten ©^meififliege unb 
2De«pe eine völlige ^onoerfation auf feiner 9iafe. 

SWit einem ©ort, e« mußte im Sieidjc ber Xbiere etwa« 
0uferortentli(^e« rorgefallen fein, unb fo war e« au$. 

©ine ber 5lntillen-3nfcln war baju erwaljit, bie »erfa^ie* 
benen XlMerijcid'Iedjter aufzunehmen, cie cu« allen 3cnen \)tx* 
beifamen, um rort eine bemcfratiidje *43olf«verfammlung ab* 
gu^alten. 25ie fliatur felbfi fe^irn biefen «plaf gu feigem 
3wecfe gefä^affen ju l;aben, benn ber Üljron eine« romanti* 



128 



fdjen ©ebirgc« fenfte fi<$ attmälig ftu einer (Bbene Ijerab, be« 
ren mit üBlumen getiefter @ammetteppi$ ring« von brn ©o* 
gm be« unermefjlid)en SWeere« umfpüljlt muroe, unb bie SBfnbe 
Von ©üb* unb JHorbamerifa wetteiferten mit einanber, ben 
t)od) unb nfebtig geborenen @äften SBärme unb flütyle mn* 
fuhren. 

®« müfjte fntereffant getvefen fein, am ißetfammlung«* 
tage ba« ©etvimmel auf btr (5rre, in ben lüften unb 3Daf* 
fern ju belauften, ba« bei bem erften 2i$tfheif im Dfhn, 
Vom ©igantengefdjledjt be« UHammutl; an, bi« $um @efe$wa* 
ber ber 3nfeeten, biefer 3nfel guflrömte; wie Ärofobfl nnb 
Delphin bie ©efdjledjter be« fceßlanbe« auf ityrem 9tütfen über 
bie SWeere führten; wie Äopf an Äopf gebrängt ba« $eer ber 
SBafferbewofjner bie Ufer umfreiften, unb wie bann ein in« 
fiinctmäfjfger .ftaftengeift all' bie verf^iebenartigen Gattungen 
wieber von einanber abgefonbert Ijielt. 

mit ürijrofratifdjem (Stolpe brängten fidj «panier, <Sdja* 
fal unb Düffel, 9lbler unb $fa«, ber £)rang*Utang, bie SHic* 
fenfefclnngc Slnaconba unb Der <5trau§ an ben Sljron ; bie 
93ögel fenften fid> auf 33äume unb 93ufdjwerf ^erab ; im jifdj* 
bebeeften SWeere bildeten fid^ lebenbe 3nfeln, unb felbfl bie 
Sewobner be6 ©flamme« froren ju greulichen Jtlumpen tyer* 
an, um iljre gerechte .ffljge ju fuhren. 

Sil« femit alle $läfce befefct waren, unb, in ber (Srwar* 
tung ber Dinge bie ba fommen füllten, eine beflemmenbe 
(Stille ^errfd^te r getragne bie sßerfammlung erfi, bafj ber 
$f;ron leer war, unb e« itjr folglidj an einem Oberhaupt 
fehlte. 3n biefer 9iott> fefynopperte ber (Slepljant mit feinem 
Düffel Ijod} in ber 2ujt berum unb begann mit einer Stürbe, 
Die nur innere« Sewufitfnn verleiben fann, feine Seine mit 
vieler 9lnmutfy in Bewegung ju fefcen, al« plöfclid) ein ge* 
Wütiger £öwe über feinen dürfen tyinwegvoltigirte, uut fdjon 
ben £l)rcn ufurpirt Ijatte, cr)e ncd) bie Sbtere merften, ba§ 
fte fid) veiwunberten. ,,2£er wagt e«," brüllte Der JDiäljnen* 
f^ültler, „mir ein SHecfct fheitig ju ma^en, ba« mir «ttatur 
unt> £erfommen, ja felbfl Die Götter eingeräumt Ijaben? 3d> 
bin Der Jfenig ber $l;ievwelt, unb wer mir feine Stimme 
verfagt, ben jerreifje id) auf Der ©teile!" — ,,ör lebe 
r/cd)!" grunze augenblirfü$ barauf, ^lüernb vor 9lngft, ein 
SWeerf^wein^cn, nadj welkem Stid^worte alle übrigen Hfjicre 
ben ßljoru« fo taetmäfjig anftimmten, al« Ratten fle e« bei 
bem Dlrectcr irgenb einer Deutfd^en Siebertafel eingelernt. 
Der Qlepbant breljte fid> iut>ig wieber um, unb bie übrigen 
©rofjen be« SHeidjc« gleiten fid) verwunberung«voll an. ©o* 
mit war bie groge ftragc enlfc^iebrn. 

ytüti erbob fi(^ ber ?öirc unb fprae^ : „Cbgletc^ id) red^t 
gnt weif, roa« un« l)ier |ufammenfür)tt, fo er^eifd)t e« bod? 
bie <&ittt, mid> nod) einmal barna^ ju erfunbigen. 2)e«ljalb 



alfo, toer eine Sef^toerbe !jat, ber bringe fte an." Slber tro^ 
biefer 3«tebe blieb 9lfle« pumm unb verleaen, benn obgleich 
in SWaffe ein Seber feine ©timme ergeben unb gftoaltig 
fdjrcien Fonnte, je^t, too e« galt, einjeln unb mit Kae^bruef 
fein ©ort ju führen, Jejt fattt deiner ba« J&erj. Wur ein 
j^ä^en, bie SÖic^tigfeit biefe« Momente« tief füblenb, lieg 
ein feufjenbe« SWiau boren, \rorauf, au« biefem Dilemma 
geriffen, bie Umftebenben b)odj erfreut laut au«rirfen : ,,1)ie 
Äafce bittet um'« aDort!" 

,,@ie fyat e«/' fpratft brr jfönfg, „benn obgleich in nie« 
beren Sßer^ältniffen lebenb unb vertagt, fo ift fie bodi meine 
ißertoanbte, unb al« foldje gebührt i^r gu fpred^en." 

51ber — fo »unberbar berühren fie^ bie (5ontraf!e — 
fonfi immer ein verlegene« SRaubtljier, bem Xbrone gegen* 
über fing bie arme Statut am ganjen Seibe an ju gittern, fie 
fanf in Ot)nmad)t, unb am Gnbe fielen i^r fogar bie ^)aare 
au«; tro^er roo^l au$ bie Steben«art entftanben fein mag, 
roenn Semanb in ber JNemme ff ^t unb fte% niäjt mer)r ju bei« 
fen weig. 9lu« biefer Sßerlegenbeit fonnte nur ©eiffr«gegen* 
roart retten, roe«!»alb foglcic^ ber Sud)« r)en?orfprang, fid^ be* 
mütljig verbeugte unb au«rief: M £) grefjer Äönig, runjle nid>t 
bie ©Urne ob ber geigbeit biefer Jta&e, benn fie iü nit^t au« 
beinern erhabenen ®efd)led)te entfpreffen. SHefn Obeim, ber 
S?u!lenbei§cr unb ber gröfjre Genealoge unferer 3eit, fann bir 
beueifen, ba§ biefe« £ljier ein 33afiarb, au« bem gemeinen 
©efd)lcd)te beiner geinbe, ber «fctyäne unb be« ?u(fcfe«, ent* 
fprungen — unb bafj iljre fteigljeit bir mithin jum größten 
JEriump&e gereichen mu§." 

Dutci biefe SRetc gefd)meidbelt reichte ber Jlönig bem 
(Sprangen bie Älaue jum £anbfuffe bar, tvclcter fi(^ barauf 
mit einem 33li(f ^um Fimmel ivierer er^cb unb gu reben fort* 
fufyr: ,,9Ba« un« in biefer iBdfäverfammlung vor beinen 
X()ron füfyrf, ifl eine ©eneral»9lnflage gegen bie SWenfdjen, 
bie mit ibren Prahlereien immer unerträglid>er trerben. 3(J 
rebe bier nic^t bavon, ba§ fie un« auf Xritt unb Schritt ver* 
folgen , baf fie un« martern, ermorben, effen unb au«fiopfen, 
bag fie un« auf -ifjren mörberifc^en 3agbrn ju Xobe ^ejen, 
un« von unferen Altern, Stauten unb Äinbern rei§en unb 
IebeniMänglid) einfptrien, al« tvenn nur ^u ni(^t« Ruberem 
gefc^affen ivären, al« nur i^rem fielen Urbermutl) ju fctenen? 
al« tvenn mir nid)t auc^ ®cttd ©efe^opfe, ni(^t au* jur 
2ufi gefd^affen mären? Dfer ifl ein %t)\cx in biefer ©er* 
fammlung, ba« in feiner tiefften $öljle, auf feinem ljöd)fUn 
©ipfel, in ben Slb^rünben be« Weere«, ober im bunfelfien Ur* 
roaU vor i^ren aNorterjinbungen fieser u>äre? Sift bu e« 
felbft, erhabener ö«rft/ in beinern unterirr if^en ^allafie?" 

(^ertfegung folgt.) 



JDrutf hm 9 t. it fid mann» 



tl e u e 




<iff4?tff för 



äJeTanttoottHö)er fRebatteur: 

i?r anj SBrentel* 
(giitunöbreipiefier Sank 



^ 25. 




©erleget; 

0l*bert Stiefc in £etpjtg* 

3)en 23. September 1810. 



fflou fcfefet 3ntffr etfä*inrn to&$trxü\$ 
2 JKnmmcni von 1 aber l r /i ^ort tn - ' 



Vtei* oe* ©ante* ton 52 9fru. 2'/,2;&lr< 
3nfertion#flebü$r*n &le $eÜtjeik 2 Sttar 



JibLttnemetif nehmen afle^oflamtrr, 39uö}*, 
Ifaiftf« unb £tmflljaiibfona.*B an. 



3n|0ltl fcfrt« utib «eßns*. — 8fus tlt 0*a*E. — 2U* &*m fatfcfifoen dqfleftieg*. — JUitifäjt* Vn^fgcr, — 3nt*ttiß*ti4Hatt, 



Hiebet nnt> W c fang e. 

3< 3tÜ& ©p* 26 > 3»Mf ©t Cangt für eine Singflimnu 
un* Piano, ijrft 11. — ßirliit, Jßett untr fifork. 
1 ek)lr. 

<Si tfl faum nöttjig, birfe Äieberfamwilung mit 

bet lliiafufpili^tfit ju fcrfprrdjen, mit mit bteä fonfl 
bei ftii Li [Htm ju tijnn ^fi^cn , bte 110$ mit ten rr= 
jicn, uufidjtrcn Stritten in baö öffentliche teebeu (jins 
antreten- Sei foltern gitt eÖ ju ratzen unb 311 ijrt* 
fen, ju tu amen unb awfjuinuutetn, bemi Die ©ecle bei 
^Lignib ift ttwi^ imb biegfauis ben enua^iVnen unb 
gefragten äflaun afcet in fctu^ii Sab neu auftauen 311 
wollen, u?äte fafl $(?CTt)ctt unb ctiuitftc cfjet ©rfjaben 
flW SRitgeit. ©arum t^ut audj bie Aritif befiTer, eis 
itet butdj lange 3afjte gereiften UcbtT&rugititg t>U Stiii 
erfenuung ju Jollen, bie fie terbirni, beim lueim tiefe 
Ucbcrjeugung mit cowfequenter £tewe hitytx ©ntcS 
fdj äffte, fü liegt fötfit in bet SÜJoglidjfeit bet (Senfe* 
quruj eiiu ©atautte bet leitrnbeu tehuubfajje. ®a§ 
eben $UiSgef|>tocfyene Idjjt ftäj auf Stirß im tjoßjlni 
SWaftße annjtnben, beim nur tuende Äünfller ftnb 
gleidj ifym ber freiwillig enuafylteu Salme mit fo fes 
ftem Sdjtitt nachfolgt, aU gerate er» Unb taä 
looflen luit toten! allein wir erlauben iiuS aurfj üoe 
bem „tyQsjiistiiet" ju luatneu, üüt bet £aitn adlig feit, 
in njcldje leicht bie Uefrcrtreibung ber (Souffqucnj \>ii* 
fättt, jititial iDcnn fie, einem anerfatint auSgr {eigneten 
SRuftri folgenb, nur bicä aflciu Jllt ^tidjtf^nur nimmt, 
unb fo mt^t alt ein taö findet uvene, f outern iiudi taä 



anberfl tco^er gebotene ®ute jururfwelfl. SBer 9lie| 
in feinen ticEjevigeu SBetfen teuuen getetnt bat, tuirb 
beu Ginn unfcier Meinung erfaßt Ijaben, mx\> tiefe 
menigeu Üüerti 1 mögen tann als (5ljaraftfnrtif teö 
ttcrlif gruben fiieter^cfteö genügen, äüaö bie fünflle^ 
Tif^r ^rcue unb ^o^gfatt anbelangt, loett^e ber 60ms 
fjonifl beint ©Raffen biefer Siebet aufmeutete, fo ftnb 
tiefe mit 3te^t ju pretfeu wnb j« t*tm t unk alä 
nnbebingt noti)Lüentig Uüiau8jufc|en i^ti einem Äiinjls 
kr, bei fein Örben lang bie fotibcflcn Sßfabe bet eblcrt 
SHufica »anbette. ©ic SBa^[ bet Xctft i(l gut jit 
Reifen, unb menu ber längere Umfang berfclben beim 
erflen ffiur^lcfeu ©eforgniffe rege ma^t, u?ie bie ?Jtu= 
fiC biefetben )ii einet fuijeren gorm gefiatteu fönne, 
fo ifl bie greube beä ijetflänbtgcu ^oretä gemig eine 
nm fo gropere, menu et bilti$ ©ef^irfti^feit unb treffe 
ti(^ togif^e ^Inorbnuug bie S^ioierigfeiten gehoben 
fteljt, ©ie engere Öicbform utugte ain not^ioentiget 
SÖeift itb erfc^it ttrn mtrbcn, wnb fo iffc bie SSe^i^nnug 
„Oefange", toit fie ber (Somponifl tudijtte y geioiy bie 
listige. 

©aä §;ft entfjdft ffnif ©efange : 9^r; i. üon § 
grille, SCuö aften Ü?ta(jr^eu lyiuft e^; $tx, % SRdU 
lu(l, won (Si^enborfi 3ir. 3. (Subito, lofer, eigeufiiu 
niger Snabe, oen ©otfje; 91e, 4. äöie fid^ Subcutan* 
feu fdjmingen, tioii $0 ff mann ü, gaaerelcben; 9?r,5, 
^agtlieb, ton Si^nifcorff. ©ie Xt'tte brr 9litmittertt 
1, 2 unb 5 fatyeu mit f^on üen anbeten Weiftent tu 
SPtufif grff^/ »ä^tenb 3 unb 4 baä erfle SHöl und 
fo begegnen, ^iiele Söcnc^tung urrbirut „ßupito, (os 
fet, eigenftnuiger Anabe", g^ trifft i\x feiner leisten 



130 



©etyanblung bad ©ebic$t red&t gut, nur irtbrrfircitrn 
bie in ifym angebrachten SBieberljotungen burc$ bie 
ttotywenbiger SBeife aud tynen entfpringenbe ©c^wer* 
fätttgfcit bem lofen unb fofcttrn fcljarafter, wetzen 
ber SDi<^tnr iu bie 83erfe legte. SBenn mir bei ben 
übrigen ©efängen in bem §efte recfyt gern bem ©om* 
jjoniflen bie 23erec§tigung jugefletyen, feine ^ryte »reis 
ter audjufpinnen , fo bürfen n?ir ed fyier nict>t, wo er 
burd) foldje 33et;anblung ben leic^tgeflügelten ©cfcerj 
auf einer 99at)n mit £inberniffen aufhält. SBir würs 
ben fe$weigen, entfprängen bie gerügten 2Bicberf?oIuns 
gen ald eine unbebingte Siotljwenbigfeit bem (Sinne 
bed ©ebtdjted, aber auä) Ijier ifl ber ©omponifl nur 
burej) bad muftfatifdje ©ebürfniß oerleitet worben. 
©ie auä ber 3»Rtumcnta(compo(ttion in ben ©efang 
übertragene Verlängerung unb SBieberfyolung ber 
©c^lußptyrafe in ber muftfalifdjen ^eriobe bebingt 
folgerichtig bie 2Bieberfet)r ber legten Söerdjeile in ber 
(Strome, ©iefe wirb burety ben überlangen ©ebrandt) 
eben fo läflig ald ungehörig, wäljrenb bie erflen SBerfe 
ber ©tropfe fänell oorüberfliegen, nic^t weil fte bes 
beutungdlod ftnb, fonbern weil fte für bie alttyerges 
braute SDefonomie bed Siebed nidtjt paffenb erföeinen. 
©a« Sagblieb oon ©idjenborff (Vir. 5) : „©urdfc 
fc^wanfenbe SBipfel" pnbet fte§ in ber britten @amms 
lung für gemixten 6l;or oon 97}enbeldfot;n. %m 5lßs 
gemeinen wer;t burd) heitie Sieber berfclbe ©eijl, bodt) 
geben wir ber Sfieg'föen Raffung ben SBorjug, weil 
ed eineättyeitd ueruünftiger ifl ben Sejrt ald Präger 
einer inbioibuetten Stimmung anjufe^en, anberntljeitd, 
weit burdj bie bem Sßianoforte juflefyeuben SJlittel bie 
©ituationäjeic^nung eine gelungenere werben mußte, 
aT8 burdt) bie gleichförmige SBirfung eined gemixten 
©$ored. Unb in ber %i)at ifl fltiej}*« Sonipofttion 
reic$ unb prächtig, unb fo toortrefflicfy für bie 3"^™- 
mentation gebaut, baß man jeben »Jlitgenblict bie 
trompeten unb ^[agb^örner ju t;ören bermeint. 3ns 
fhumentirt unb in ben Rauben eined guten Senord 
ifl bie ©ompofttion gewiß oon ber fdjtagenbflen SBirs 
fung , obglcid) fle audj am *ßianoforte S^ben treffen 
Wirb, ©eutfdje ©efänge biefer Slrt gehören in bad 
©oneertj fie werben einen trefflichen ©rfajj bilben für 
italienifdbe Dpernarien ober für bie immer wieberfetys 
renben ©efänge aud beutfdjen Opern. 3" gleicher 
SBeife würben ftc$ für biefen 3wecf eignen t)\e 9lnn\s 
tneru 1 unb 2. 

SBir empfehlen biefe (Sammlung Siebf;abern erns 
fler beutfefeer ©efangdeompofttionen; fte bieten eine 
reiche Quelle bed ©enuffed. 

%. SWefTct, ©p. 6- Öicr titbn für eine ßingCtimme 
mit öegl. it* pfte. — iWain), Öc^oU- 1 ^ 1 - 
12fir. 



©aö ©eft enthält fotgenbe Sieber: $n ber gerne, 
toon (Sie^enborff j 2Bic ifl bie @rbe fo fc^ön, von »ei- 
nif; 93erftuugene Sieber, oon ^. ^offmannj bie Soc^s 
ter Sty&ta'S, na«^ ^orb S^ron. SBir empfehlen baö 
^eft mit großem Vergnügen. S8 fle^t jwar bem oor» 
^er angezeigten an fünfUeriföer Siefe unb Srnfl nae^, 
bafür ergoßt eS und burc^ leichten Stuß, gelenfige 
Bierlic^feit, unb fetyr günflige Se^anblung ber ©ings 
(limine. SBir gießen biefed $eft beö^alb ten anberen 
©ammlungen üon äfleffer uor, hei benen bie erwähn* 
ten guten (Sigenfc^aften feinedwegd fo üorfyerrföenb 
waren, tjieluie^r einem ängfilic$en ©treben nac^ ^Us 
ßerorbentlic^em weisen mußten. 5ltd befonberö ^ers 
oorflec^enb erfc^einen und bie ^^Berflungenen Sieber" 
unb bie „Sodjter Qep^ta'd", weldjeä legtere und in 
feiner Haltung unb ^luffaffung oor^ügtic^ gelungen 
erfc^eint. 

©♦ SBicrttict^ öecljs fieber mit pianofortebejleitung. 
— flamburg, ßöljmr. 20 Hgr. 

©d ftnb bie erften (Sompofttionen, welche un^ 
oon bem jungen Äünfller 311 ©eftc^t fommen. ©ie 
nötigen und ^le^tung ab uno leiten und in ber golge 
bad Sefle oon ii)\n erwarten. SBenn etwa^ unbefrie« 
bigenb and i^nen auf und einwirft, fo ifl ed bie nodt) 
unaudgcfprocfyenc ^nbiüibuatität, bad unfe^tüffige 
©c^wanfen jwifc^en 3ltt unb 9lcn in ber Äunft, wos 
burc^ bie (3rfc$einung möglich, baß einjelne Sieber 
oor anberen ein ättered 5lufe^en gewinnen, wie anä) 
im Äleinen wieber im einjelnen Siebe gewiffc %actc 
burc^ bie*"e ©igenfe^afteu fidj oor einanber an^^ei^: 
neu. ©ie tedjnifdj 5 mufifalifc^e 5ludfüt)rung jeigt 
oon guter ©c^ule, unb \va^ nodj bejfer ifl, oon bem 
ernjlen SBitlen unb ber fcfyon jur moralifc^en 9?ot^s 
wenbigfeit geworbenen ©ewo(;n(?eit, immer auf bem 
SBege ber ©auberfeit iu\X> ^Iceurateffe ju »erharren. 

©ie meiflen ber gebrauchten %extc ftnb fdt)on 
burc^ bie £>äube auberer ©oinponiflen gegangen, unb 
jwar mit größerem ©lücf ald hei bem ©omponiflen 
ber oorliegeuben Sieber. ©oc^ fommt ed weniger auf 
biefen Umflaub an-> bebeutungdfe^werer unb einer 
emfllic^en SSarmtng bebürftig erfc^eint und bie 9lad): 
läfftflfeit in ber Söa(;t ber Sejrte, in fofem jüngere 
Äünfller immer üon Steuern bie längfl abgebrausten 
©ebic^te ^eroorfuc^eii. U ufere Siteratur hietet noc§ 
manche treffliche l^rifc^e ^3robuete, bie auf eine mu» 
flfatifdje lliufleibung fc^on läng^ gewartet §aben. 
SBenigflend füllte bie ©equemlic^feit ber @dc)Iauljeit 
weichen, beim ed bürfte ftc^ faum ereignen, baß neue 
©ompofttiouen, unb feien fte uon ber beflen §anb, 
bie einmal anerfannten SWelobien biefed ober jened 
©ebic^ted ju befeitigen im ©taube ftnb. SBer wagt 



131 



cd no<$ eine äKupf ju erpnben ju ©djubert'ä „©tdnbs 
$en" ober „am Speere"} ju Söwe'S „©olbfdjmibt« 
Södjterlein; ju SWenbeläfoi/n'S „Seife jietyt burety »nein 
©emüt$"; ju ©djumann'ä „©onnenfdjein"? ober, 
um aud^ ber leichtfertigen ÄünPler ju errechnen, tuet 
würbe ©umberfö „üBlauaugtein", jtiicfcn'd „mauru 
fc$e8 ©tänbdjen" ober „Siebenb geben? idj bein" von 
Ärebd ju verbrängen wagen? 

SBir Sitten biefe Keine Qlbweidjung nadj ber 
praftifdjen Seite nict)t unberütfpctytigt ju laffen. ©er 
gerügte geiler ifl leibet in ben legten Reiten atlju 
oft jum ^öorfcr)cin gefownuen, unb wir pnb überzeugt, 
bafj maudjeö junge latent eben wegen biefer Joes 
quemtidjfeitäfünbc bi$ jegt von bem 3ßubtifitm mit 
©leict)gültigfeit übergangen worben ifl. — ©ie s 21ufs 
faffung ber Serte von (Seite bed (Somponiflen ifl, ba8 
einjige 5te Sieb aufgenommen, eine richtige, unb jeigt 
von Sftaefjbenfen. ©aö erwähnte Sieb „ s 2Bcnn bu ju 
mein* ©djaget femmp" flingt in ber blaffen, fenti« 
mentalen 51uffaffung, wie pe t)iet vorliegt, tmiüa^rj 
fo fingt ein blaprter, monbfdjeinfarbiger ©tabtjunge, 
nidjt aber ber trogige, leidjtpnnig unb gegen fein 
Sieb gleichgültig geworbene ©auernburfer). ©ad 9lad)i 
fyiel beö legten Siebeö, in feinem p ober pp, ifl wie* 
ber unwal;r. „©ad Mang, unb fort Hingen mein 
Seben lang!" 2Sol;fan, fo rül;re bie (Saiten rüpig, 
unb laffe eö Weithin flingen, ba§ bie füfje Siebe in 
ber 33rufl figt! — ©egen bie 53et)anHimg ber Sing? 
flimme läfct per) nid;tö Söefentlidjeä einwenbenj ju 
Vermeiben finb ä'l;n(icr)c Stellen wie biefe: 



Eft£i=|=^ 



?=:ö 



-* — 

3« 



J — * — • — * — 

n?iinfd)te icf) 



vrare ein ÜK^lein 

fca bie fo fc^nett fict) folgenben ©r/lbeu in biefem 
r)o(;en Stegifler per) fd;wer auöfprecfyen laffen. 

(£. ?P- ©. ©tdbener, 6tes iDerk. Bier Cieber für 
fine SingCtimme mit ßegl. brs jßfte. — Hamburg, 
XDill). 3owien. -£- SLIjtr. 

©iefe Sieberfammlung birgt unter allen in bie; 
fem 5lrtifel erwähnten bie grejjtc -Qfmiißf ci t unb ^Joe= 
fte in per). Sieben ü;neu wirft uoefy ber überlegte 
6rnp beä reifen iUianneö, \\\\^ wir legen biefe Sieber 
auä ben Rauben mit bem ©efüljfe ber jQefriebigung 
unb bem üßunfdje, bem (SomponiPeu reet/t balb wies 
ber auf g(eier) angenehmem 2öegc begegnen ju bürfen. 
©ie vier Sieber beö ^eftcö pnb: Sriiber £erbP, von 
©. %xen\ £er$, wofyin? ton $. SMan*, icr; \jab y im 
Xrauin geweinet, von £. £eine-, ©ie Süfte regen bie 
Ölügef, von 51. SJbttger. ©ie b/ö$Pe ßrpnbuug legt 



ber Somponifl niebet in ben erflen Seiben Siebern, 
ba3 vierte ip auf pnnlicfye Äfangwirfung gegrünbet, 
bo$ nict)t fo, ba§ t^m bie gute, faubere mupfalifc^e 
Studffi^rung fehlte. $n 9lx. 3 „$% $ab' im Sraum 
geweinet'' ^at pc§ ber Somponi|t mit allju grofjet 
ffiorliebe auf bem ©ebietc ber Steflerion aufgehalten, 
©er verPdnbig ^rüfenbe wirb bie »ibpe^t beö 6oms 
poniPen in ber gebotenen £ertber)anblung ju würbu 
gen wiffen / unb fo fet)r er aue^ am anfange beÖ 
Siebed oou ber punigen ©ePaltung überraft^t fein 
wirb, tbcn fo fet)r wirb ir)m am @nbe ein Unbes 
t)agen über bie abfpannenbe ©leict)fi)rmigfeit ber S3es 
gleitungöpgur unb ber auf einem £one fePPe^ens 
ben ©ingPimme ergreifen. SBir machen ben 6oms 
ponipen auf bie ©er;uman!rfcr)e 83er)anbfung beffelben 
^erteö aufmerffam. — ©aö 33s&uabrat vor c am 
anfange beö 3ten 2!aeted im erpen Siebe würbe Seffet 
bei bem 3ten ober 4ten Viertel be8 2!aeteä eintreten $ 
fo aucr) bei ber eorrefponbirenben ©teile. 

§ugo Stalle, ©p. 5. geerjs Cicber für ©ariton ober 
öaff mit Öffll. Ues ffte. — CaCfel, Cuchljarbt 
20 0gr. 

93ei bem grofjen SKangel an beffereu S5a§tiebern 
iP biefe ©ammlung eine willfommene ju nennen, unb 
wir machen Siebfyaber barauf aufmerffam. ©ie tras 
gen bie löblid;e (Eigenfc^aft in pet), bag pe für mins 
ber gebilbetc £örer »on augenblicflie^ fd)lagenber 
SBirfung finb, wd^renb freilicr) ber tiefer bliefenbe 
ÄünPier nict)t in jebem galle feine 3ufrieben(;eit wirb 
auöfprrdjen fönnen. ©od; folleu biefe einzelnen S^d'ns 
gel fein ©runb fein, ben Siebern bie 6mpfel;lung ju 
entjie^en, bie pe ben fogenanuten „beliebten Siebern^ 
unferer 3fit gegenüber gewi§ verbieuen. ©er ©ans 
ger fann überzeugt fein, buret) ir}ren Vortrag SSeifaK 
ju erlangen, ber ä3egleitenbe wirb mit interefprt buret) 
eine gut getriebene (SlaiMerpirnmc. gür S3afppen 
tiefereu SHegiPerö pnb bie Sieber nie^t gefcr)riebeu, diu 
jelne verlangen fogar bo^e Saritonlage, unb ©teilen 
wie biefe, auö bem legten Siebe: 



3lzbziz(L—*- 



^--A~ £ 






=i:t#:I 



93aum unb ©traua^ beim mun ? tern ©^all 



pnb fafl für ^enor ©ac^e ber Unmöglicr)feit. Wlan 
tonnte biefe ©teile fo auberu : 

^. g. Sticciuö. 



132 



%üt bie Argel, 

6. $. ©ttttbe, Äljeoreiifrrj - praktifcl)* ©rjclfcljuU 
ofcer Prälirtünbud). 3ur Jörberung eines einfordert, 
kunftmäffigen unb rrligiöfrn ©rjelfpuU, vi< fum 
©cbrauclje beim öffentlichen ©oiteabienft*. 3n brri 
ßänbrn. I. ßanb. — ÜMfenbüttcl, «joüe'fcljc fiucl)-, 
fiunü - unb JHufikaürorjbl jj. 

Sollten £itel unb flüchtiger £)urct)blict befl vors 
ücgenben crflcn Söanbcö ungetuijj mact)en, ob l;ier mrfyr 
eine „Drgelfdjule" ober ein „Sßrälubienbucty" geboten 
rcurbe, fo Haren bie erften feilen ber mitgegebenen 
SBorerinncrung r)inlänglict) auf, lautenb : ,.2üenn ict) 
bem elften Steile meineö $prälubieubuct)3, ber tm 9lüs 
gemeinen für ange^enbe ßrgelfpicler beflimmt ift, eine 
Anleitung jur (Irlernung beö gebunbenen ©tglö auf 
bem SJianuale unb eine 5lmoeifung jur 83ct)anblung 
unb jutn Spiel beö Sßebalö voranfcr)iefe, fo gcfcfyiefyt 
bieä au$ befonberen ©rünben." 2Bir fyaben eä Ijier 
alfo mit einem, bem 2Bcfentlict)cn nact) praftifct)en 
SBerfe ju tfyun, mit 3"gabe VO" einigem $r)ccrctis 
fct)en, unb eö würbe bie Hauptaufgabe im ferro SRefe? 
ratö fein muffen, bie t)icr gegebenen sßrälubicn, be* 
ftimmt, auet) beim ©ottcöbicnfte gebraust ju wer« 
ben, im Setreff ifyreS SBcrttyeä alö (Scmpofitiouen ju 
betrauten, ^nteffen , unter mancherlei beengenben 
Wüc?ftct)ten erjeugt, unb ntcr)t *ßrobuete freien fiinft- 
lerifet)cn Sct)affcnä, (teilt ftc auet) ber Söerfaffer feineös 
wegä allein t)tn, fonbern in 3"fAnimenfyang niit SBci« 
terem, noct) ju (Srwartenbcm. (Srft wenn wir bicfeS 
in ^änben l;aben, ift un$ bie SJiöglict/fcit $u einem 
listigen Urttjcil in ber oben angegebenen ffiejicfyung, 
Vielleicht auet) ber (Srweiö gegeben, bajj ber Söerfaffer 
ein fRcfy t)at ju ber Seite 62 gefct)riebenen Sleufje* 
rung : „Söaö nun ben 3"Mt ober ben (Sfjarafter 
berfelben (ber ^rä(ubien) betrifft, fo f bunten manche 
ßrgelfyicler unb 2)?uftflet)rer, befonterä folct)e, bie 
noct) ju fcl;r an alten gormen unb Sflcinungcn t)a'n= 
gen — bie gugenjäger unb foldje, benen fein *ßra's 
lubium, wclct)c$ nict;t in 23act)'fct)er Steife gefct)ticben 
ift, (Stwaö gilt, — meinen, ict) fei eben fein Sücrcl^ 
rer ber ächten Crgclfpiclfunft. ©em ift aber nid;t 
fo. SDiefc sj3räfufcien finb brum nict)t in wenigen 
Sagen erfunben unb ju Rapier gebracht, fonbern fie 
gingen auö ber 6rtat)rung tjervor unb finb bie gruct;t 
eincö viclja(;rigcn Untcrrtc^tg u. f. n?." SEarten ivir 
alfo bie fclgenben beiben S5änbe ah, unb mögen bie 
//S'^g^U'ag"" unb eingef(eifdr)ten 33acr)ianer einfln?n's 
Ten noe^ auf i()rem einfeitigeu ©tanbfunfte \?erl;ar= 
reu , ba bie Sßra'lubien , an unb für fiet) geuemmen, 
loenig geeignet fein motten fie ju befer)reu ! 



3u ben t^eoretife^^raftife^en 3uga6en unä wen* 
benb, ftnben wix biefelben forgfam unb genau auös 
gearbeitet. Db bem „Söee^feln" ber Singer auf einer 
unb berfelben Safte mit fRcfy eine foler/ au$geber)nte 
»ebeutung beigelegt loirb, wie ftcr) biefetbe a\\% bem 
t)ier mitgeteilten Vorübungen ergiebt, bürfte ju Da 
jireifeln fein. SBeuigflenö möge ber ßefyrer ftreug 
barauf fe^en, ba§ biefe s )ixt ber Bingerfeßung nur ba, 
roo eö notl;t^ut, unb nicr)t Jteiter, angetoanbt roerbe, 
bamit bie einfache, loenn man fo fagen barf, logife^e 
51pplieatur nicr)t terloren ge^e. — ©ei ben jiemli<$ 
umfangreichen, jn?ecfma§igen ^ebalsUebungen tyat ber 
ffierfaffer jur Se^eie^nung ber Slpplieatur ftdj getoif- 
fer einfacher 3fid^n bebient, bie i^ren 3^ftf fcoUfoms 
men erfüüen. ^n «Ritter'ö „Äunfl beö CrgelfpielÖ 
u. f. 10." fommen biefelben aüerbingö in tr)ren ©runbs 
jügen fct)on t?or, ftc finb aber tyier vereinfacht unb 
roeiter auögebitbet. 



(®*luf folgt.) 



1716. 



2luö bem fadf)1ifd cn <$vi$ebitQt, 

Don Crnft ©ottfeljahi. 

83on ber 9\ebaetion bief. S31. aufgeforbert, einige 
aWitt^eilungen über bie uutftlalifct}en 3»Pänbe be8 
SDberer^gebirgeö ju machen, (;abe ict) <Solct)cö in gols 
genbem unternommen, unb jivar mit um fo größerem 
Vergnügen, al§ gerabe baö fäc^ftfct)e „&ibiT\ct\" in 
miiftfalifct)er §inficr)t in bief. Sl. nccr) »venig ober gar 
nic^t beleuchtet werben ifl. 5^ bemerfe, ba§ ict), 
loeil erfl feit Äurjem meiner $>cimatfy toieber auf läns 
gere 3'i* jurücfgegrbeu, viele (linjcl^eiten meineS S3es 
rid)teö ben gütigen SHittljeilimgen von greunben unb 
©eftnnung^genoffen verbanfe, unb, ba nöt^ig, S3erict)5 
tigungen unb @rganjungeu im ^ntcreffe ber <&aä)t 
offen toünfc^e. 

fflBer fid) von ben Sefern bief. ©f. burcr) bie Se* 
jeicr)nung „fä'djfifdjcö Sibirien" ju bem (Sd;luffe, ba§ 
ba auet) von mnfifalife^em treiben bie SHebe nicr)t 
fein fönne, verleiten laffen »vcUte, ber würbe ficr) eineS 
Srugfdjluffcö fctulbig niacben. einmal ifl'S mit bem 
„Sibirien" gar nid?t fo fd)linun, bann aber ift ges 
rabe in ber ^Jauptftabt biefeö „©ibirienö", in ^Os 
^aungeorgenftabt, fo viel iä) wei§, ber erfle oberer}? 
gebirgifd;e Slidnnergefangverein begrünbet unb baö 
erfle cbererjgebirgifd;e ©iäunergefangfefl gefeiert wors 
ben j entlief; befielt in bem „ftbirifd;" gelegenen 
©erfe S3reitenbrunn ein meift auö armen Bergleuten 
gebilbeteö 9)iupfeorp8, welct^eö in frember Ferren %fau 
ber jiel;t unb and) bie Seipjiger ©ieffc r)eimfuct)t; 



133 



Mlfo trog beö „Sibirien" SKufif. $\\ gleicher SBeifc 
rennte man ftc§ burd) bie Sljatfac^e, ta§ cincrfcitö 
bie 5lrmutl), anbcrfcitö baö pocftclofe Spießbürgers 
ttyum bei einem fefyr großen $l;cilc ber ©cbirgöbewofys 
ncr eingebürgert ftnb, 511 jenem Scfyluffe ücrfül/ren lafs 
fen, allein bie folgenden äJiittbeilungcn werben baö 
©cgcntfycif bartfyun, wenn audj foglciefy erwälmt wers 
ben muß, baß von waf;rl;aft nutfif alifd;cn £cbcu im 
tyefjeren Sinne nur Vereinzelte (Spuren z u cntbccfcn 
ftnb. 

©er Sd^wcrpunft beö Ijicftgcn mufifalifdjen Scs 
fcenö rufyt in ben zahlreichen SN ä nn er g c f a n g s 
vereinen, gafl jcbe, audj bie Hciuflc Statt, maus 
djeö ©orf niefyt auögcfdjlcffcn, fauu fid> eiueö fotdjen 
Sereincö rühmen, ©ie Scifhingen aller biefer &crs 
eine finb — bie Socals unb anbere SBcrfyältniffc in'ö 
5htge gefaßt — im ©anjen rcdjt erfreulich z u ncns 
nen. J3cfy r;atte ©clcgcnfycit, mid) fürjlic^ bat»on in 
Sc^warzenbcrg ju überzeugen, wo mehrere Vereine 
ber Umgegenb eine fßrtoatjufammeufunft fccranflaftcs 
ten, inbem baö altgemeine obcrcrzgcbirgifc^e SR ä im ex« 
gefangfcjl, »üetc^eö biefcö $a\)x in 83ud?f)ol$ flattfins 
ben füllte, verboten werben war — angeblich auü 
ftdjerf;eitöpoIizcilic§cn ©rünben. — (Eö muß anerfanut 
werben, bag burdj bie ©riinbung von ©(ännergefangs 
»ereinen ber fcfylafcn s gegangene SRufifftun mandjeö 
©ebirgerö wieber erweeft werben ifl, unb bicö für baö 
gefettige 3ufammentebcn reiche 55rüd;te getragen t;at 5 
bagegen ifl aber anberfeitö für böf;crc mufifalifcfye 
Silbung, für Läuterung beö ©cfdjmadö wenig ges 
Wonnen werben, fc(;r crHärlidj, ba bie SDJcCjr^a^t ber 
Sftänncrgefang s (Sompofttioncu nid;t in bie liefen beö 
©cmüt(;cö, wie etwa JDp. 62 von Sdjuuiaun, i;ii\ahs 
flcigen, fenbern ftdj auf ber Weiteren Oberfläche ber 
gewöhnlichen firbeneflimmungen galten -, unb bie et a f = 
ftfd?c SPiinbcrfycit werben fcfyr wenige Vereine auf ifc 
rem SKcpcrtoir fyabcnj man fcfywimmt chen mit bem 
allgemeinen (Strome, unb richtet ftcfy z u K^ r nac § ben 
Saunen beö spublifitmö. 

3e meljr SWänncrgefangvcrcinc aber baö obere 
(Srjgcbirgc jciljlt, um fo weniger 95 er eine für g es 
mifcfytcn Üfyer, feiere befleißen l;auptfäd)lidj nur in 
ben größeren Stäbten, in Slnnabcrg, Sd;nccbcrg, 
SJtarienbcrg, S3uc^t}olj. ©er Söorzügc beö gcinifdjtcn 
bor bem bleuen SHänncrdjere befenberö in fünflleris 
fc^er SJejie^ung, ifl in bief. Sl. cftirö gebaut wers 
ben. ©ie ©rünbung foldjer in jenen Stäbten tjat cö 
möglich gemacht, baß SBcrfe, wie „Gfyrifluö am &cU 
berge", in Sdmccbcrg, bie „(Schöpfung" unb bie 
/ ,S5>üfic // in Slnnabcrg, bie ^^n^reöjeiten" unb bie 
„©lede" ton 9lcmberg in SJiaricnbcrg, überhaupt 
größere SDpern unb Äird;cnfad;cn gel;ört würben. S3ei 
folgen Aufführungen, wenn fte oou Heineren Stabs 



ten öeranflaltet werben, pnbet in ber SReget gegem 
feitige $(uät?ülfe mit Sängern unb Sängerinnen Statt 5 
baburc^ ifl eö j. 23. bem ßantor äö. in ©., wo ein 
SBcrcin für gemifc^ten §1)Qx zur 3cit eine Unbenfbars 
feit ifl, gelungen, bie meiflen Siualeö ber SRozarts 
feften t)t)cx\\ in üerl)ältnij$mä&ig befriebigenber SBeife 
»orzufübren, freilid) nur mit Begleitung beö ^ianos 
forte, benn ten eigentlicher SD r cfycfl er mit fif ifl in 
ben Heineren JDrteu wenig z u früren. SBo^l v)at 
jebeö Stäbchen feine Stabtmufif, allein fte ifl fafl 
nur z" Sanjmiifif brauchbar, bläfl l;ier unb ba einen 
(Sl;oral etiuaö unrein, unb unterjlü^t ben ßantor leibs 
tidj bei 5luffül;rung einer leid;teu Airc^emmiftf, wos 
bei ber ©efang in ber Siegel baö ©efle ifl. Sei ben 
cigcntfyüinlid;en SJer^ältniffen fann man auä) ui^t 
meljr verlangen j bie Stabt 5 unb ©orfmufifer befier 
^en fafl nur a\iü bilettirenbeu 4>anbwerfern, Sauern 
unb mufifalifcfycn Anfängern ober beffer anfangenbeu 
SPhififem 5 erflere l;aben vermöge it;reö täglichen Ses 
rufeö wenig 3^it, ftc^ auf il;rem S^ftntmente auöjus 
bilben, legtere toerlaffen, wenn fte talentvoll ftnb, bals 
bigfl il;re ^)eimutl) unb jie(;en in ferne unb größere 
Drte, eö bleibt uirgeubö ein fefler Äern. ^ört man 
ba^er in ben Heineren Drten gnfättig eine leichte SDus 
oertüre erträglich oortragen, fo mu§ man zwf^ifben 
fein, nadj S^m^l;onien barf man nic^t begehren. Sefs 
fer finb bie 3»flänbe ber Drd;eflermuftf aüerbingö in 
ben größeren Stäbten, namentlich in Aunaberg unb 
Sc^nceberg, wenn aud) in erflerer Stabt, welche ges 
gen 7000 diuwoljucr l;aben mag, fo tief id? ivcify 
noc^ nie eine Stnupljcnie erflungen ifl-, anberö in 
Sd;neeberg, wo erfl tiefen Söinter eine S^mp^onie 
ton STiczart aufgeführt würbe, ,/^tro^ aliebem" fya* 
ben «ufere Serge unb Sfyäler febon baö Staufc^en ber 
Scctfyoücn'fcfycn unb neuerer S^m^onien vernommen, 
©er Stabtmuftfuö Sd;inibt in Äird;berg bei Sdjnec» 
berg ^at ftc^ — alö feltene Sluöua^me — burdj 
jal)rclaugeö Semü(;eit ein (5l)or fyeranbilbet, mit weis 
e^em er in Äiicfybcrg fclbfl unb auf bem Söergnüs 
gungöerte Stein bei jpartenflcin jene SBerfe bem ^>u« 
blihuu in befriebigenber Steife torfiil;vt. ^ant bem 
waderen SWanne ! Sftur burd) feine llnterflügnng ftnb 
in bem nafycn Sdmeeberg größere S?rd)cflerauffü^runs 
gen meglid) geworben, in wclcfy' legterem SDrtc ber 
Stabtnutfifuö nid;t im Staube fein foft, ein tüc^tigeö 
Quartett z» bilben. 

51 ir eben mu fi! ertönt zwar an geiertagen audj 
in ber armflen ©orffird)e, aber @ompofiticn unb 5luös 
füljrung entfyred;en ntd;t immer bem 3wede beö ©ot* 
teöbienfleöj Sebeutenbereö leiflet hierin namentlich 
5lnnaberg mit feinem tüd;tigeu Seininarfängerc^or. 

93en Stjeatermwfif ifl aucr) nur in ben gros 
^eren Stäbten z« fprec^en, wenn auc^ einzelne uers 



134 



loufrne Xruppen unb £rüppdjen bisweilen bie fteines 
ren Orte tyeimfuc^en, lote neulich ein toter äHann (Jos 
$e8 ^ßerfonal Glterlein 'fecglucttf^ aber fftuc Drc$e|lers 
tniiftf erlangen fonnte. ©aö Gnbe tjom Stete ftnb 
meifl — ©cfyulten. 9lnnaberg befifct ein gwediuafits 
ge$ £fyeatergebäube. {Dorthin unb nafy ©djneeberg 
fommen beffere Gruppen nnb geben audj wo^l bie 
3auberflBte jum beflen. 

Goncerte, uorjüglidj im Sommer im freien, 
finb im ©ebirge feljr beliebt unb locfen ein jafylreu 
djeä ^Jubtifum tyerbei; am willfommenflen ftnb freu 
tidj bie STtannergefangtoereine, biefen fyören bie fyuns 
grigen unb burfligen ©äfle — getrunfen unb gegefs 
fen mufj einmal bei jebem Goneerte werben — aufs 
merffam ju, wäfyrenb bie ^»Pnimentaliflen nur bann 
ungeteilte Sufmerf famfett erregen, wenn fte tit ge- 
wiffem ©rabc ©irtuofen ftnb. ©irtuofen aber Ijaben 
wir wenige, $ören audj wenig frembe, inbefj fyat loa) 
fc$on Sri. ^ortenfta 3i^geö unfer ©ebirge beglücft 
unb fott in ©u<$ljolj gurorc gemacht fjaben. ©eflo 
mefyr treiben jtcfy fogenannte „Söinfeleoneertgeber" im 
©ebirge tjerum, fte fpeeuliren auf bie Saferen unb 
leidjtbefledjfie^en SD^ren beä ^ublifumö. ©a fua^t 
unä jefct ein gewiffer Öüfyrig \)(\m f angeblich toor* 
maliger SDpernfänger oom ©onberöfyaufener Xl;eater j 
er war jüngfl in ©cf;war$enberg, fünbigte „grojjeä 
Borats unb 3uffrumeiitateoneert" an, unb fang „3^ 
fcin ba$ gaetotum", „(Schöne ©onna", fo tute einige 
fc$mad?tlappige Sieber, ftcfy unfäglidje SJiütye gebenb, 
baä spublifum ju befielen, allein beffen gefunber 
(Sinn trug bieömal ben ©ieg bauen ♦, alte unb junge 
$errn unl ©amen fanben mit SRedjt bie Seiflung n\u 
ter ber Stritif. ©er gute 9??ann mürbe balb nadj 
bem Goneerte unftdjtbar unb fttdjt nun ben ©orfern 
©anb in bie klugen ju flreuen. UebrigenS beflanb 
baö „gro§e .3nflruntentaIeoneert" einzig in ber leib= 
liefen *2luffu(jrung einer SHofftni'fc^cn SDuoertüre. 

5lu 9)iu fif leerem mangelt eö im ©ebirge 
feineöwegö, in t)cn fleincrcn ©täbteu übernehmen biefe 
SHolle meifl bie Gantoren, SDrgauiflen, bie ©cfyullefjs 
rer überhaupt, nur in ben größeren ftnb fn'er unb ba 
Scanner, auefy ©amen, bie biefem ©erttfe auöfäliejjs 
lidj ftc$ ergeben, Ginjetnc, wie in ©$neeberg, 5lns 
naberg, Sud^olj, folgen einer feljr guten mnftfalis 
fc^en Stiftung, Rubere, unb bieö bürfte bie 9Jlet)T: 
jatyl fein, ftnb, weil ju wenig befannt mit ben gorts 
fcfcritten, treibe bie Sedjnif gemacht tjat , unb übers 
tyaupt mit ber muftfalifcfyen Siteratur — bie SJJeiflen 
Ijaben gewifj nie längere Seit, etwa in Seipjig, gelebt, 
um bebetttenbe Secfyntfer ju l;Bren, mufifalif^e 33lat* 
ter lefen nur SBenige — tc§ fage, mit aUebcm ftnb 



fie ju menig oertraut, unb »erfatten bei bem 6eflen 
SBtUen not^oenbig in einen getoiffen ©d^Ienbrian, 
toele^er nun auf bie SThiftflernenben confequent ruefs 
toirft. Slüerbingd fann aue$ nic^t tn 5lbrebe gefieflt 
toerben, ba§ bie löeffereö tooöenben fie^rer burc^ bie 
befonberen SBiinföe unb Saunen bet Sltern t^ret 
3Bglinge in oieler 4>inftc^t gro§en SBiberflanb ftnben # 
©erl^ältniffe, trelc^e in bief. ©I. unb tn ben £on« 
ftlnfller s ©erfammlungen me^rfadj befpro^en njorben 
ftnb. 

(Sä bleibt mir noc§ übrig, ber ^auSmufif, 
beren JJelb ba8 (Statuier unb ber Sinjelgefang tfl, ju 
gebenfen. ©a§ im ©ebirge oer^ältni§mä§ig oiel 
S^iuftf getrieben toirb, bie8 toirb bereits meine bifyt: 
rige ©arfleOung anfc^aulic^ gemacht l;aben, bie *Dlu* 
ftf im ^)aufe ifl ein weiterer ©eleg bafür. SSBem 
bie ÜKatur nur ein biegen (Stimme »erliefen, wer 
gelenfe ginger Ijat, ber ober bie fingt lieber, fpieft 
^anje^en, «potpouriö, unb freut fta^ beö ©afein«. 
3n Gittern 3»f*nmiente mti§ SRatf) gef^afft roerben, unb 
toenu'd baö fc^lec^tefle Glaüier fein foflte, „tt?enn wir 
nur ein biödjen flimpern ober trällern fönnett". Söenn 
nun einerfeitö Sfyatfadje ifl, ba§ tec^nif^ gute &pie* 
Ter unb (Sänger männlichen wie weiblichen ©efc^led^t« 
nic^t in baöSteidj ber ^imgefpinnfle gehören, wenn audj 
eigentlich äfl^etifc^e ©ilbttng ^ier unb ba fcorfyanben, 
fo mu§ leibrr uon ber großen SMc^rja^I ber ©ilets 
tanten baö ©egentf;eil gefagt werben. SJon l^ö^erer 
muftfalifc^er ©itbung feine (Spur, ©eweiö t;ierton 
bie meiflcn ^auörcpertoire. %. ©e^er, ©runner, 
©urgmnller, Äürfen, ^3roc^, %ht, „wer fennt bie 9la* 
tuen?" l;aben il;re (Stätte aufgefc^lagen, bie „(Sc^wats 
ben", „öiebenb gebenf ic^ bein" ent^üefen bie jttn: 
gen ©amen unb Ferren 5 fyier unb ba ein biödjen 
SJJojart, aber ©eetf;oüen , 8*r. (Schubert, ooHenb« 
(Schumann: „wic'i waü? \va$ ftnb taö für Seilte?" 

3$ forbere meine gleid?geftnnten SanbSfeutf auf, 
in ifyren Äreifen anf befferen mufifalife^en ©ef^maefös 
ftnn beö ^ublifiimö ^injuwirfen; eö ifl jwar eine 
^)erfulföarbeit, aber fo gewig ber enblicfye (Sieg beä 
©uteu über baö ©öfe, fo gewi§ ber ©ieg beö (Se$Bs 
nen über baö SfticfytfcftBiie. GS ftnb bie guten Gles 
mente einer S^ietergebttrt noc^ nic^t auögejlorben j 
üerbiinnt baö <Sd;ledjte, mac^t rabifale 2öirt^fe^aft 
mit Sßrocfj unb Gonf., nnb mögen meine Söorte nic^t 
ungel;ört terl;atten , bannt eine 3nt fomme, in weis 
e^er bie ^er^en ber faeftfifcfyeit „Sibirier" t?on ben 
©onncnflral;(eii ber SWojarf fe^en , ©eetOouen'fc^en, 
©c^umanu'fe^en SBeifeu allfeitig erwärmt werben! 

Glterlein. 



135 



Ärittfchct ^Injctacr. 

Uebetftd[)t ber neuejten erfc^einungen auf bem ©ebiete ber STOuftf. 



gut *Pianoforte. 

(Salon s uttb (£ rjara Fte rft tiefe. 

(LSRapet, ©p. 114. Une Pensee variee. JRrcheiti. 

1 Jl. 
— — , ffip. 115. ßallalt. Cben*. 1 Jl. 

3»ef gut flingenbe ©tüefe »on ni$t er$ebii<$er @d}toie* 
rigfeit, bie, roenn fte aud> nidjt gerabe ben Stempel ber (5i* 
geutfcnmliäfeit an ber @tlrn tragen, bo# au$ ni$t in jene 
Äategorie be« $o$(en unb <S$tüfnbfu$ttgeu geboren. @ie 
$aben ein geroiffe« blftingnirte« SBefen, ba« fte »ort&eityaf* 
»or »ielen anberen SWobefaaVn au«gei$net. Da« (Eifigenanntc 
inbefj für Dilettanten bod) rooljl gu „fnaupeiig", für SWufifer 
ni$t tntereffant genug. 

Sefyrodjen werben: 
9t. ©djumatttt, ©p.76. üier JHärf^e, 1849. WJjift- 

linjj. 1£ «Ijir. 
©. $lügel, ©p. 25. nr. 1. „nach *rm *rft*n «lafe", 

Ijumomke. ßdjlefinjcr. £ 8l)lr. 
@t $cUer, ©p. 66. La Marguerite du Val d'An- 

dorre. Caprice brillant, ßoit u. ßock. 1 fcljlr. 

3itftructit>e$. 

£♦ CffCttttattS, ©p. 12. Souvenir de Topera „Hay- 
dee %t . Fantaisie instructive. Roitcröam, tt). C *e 
DUttrr. 1 Jl. 20 *r. 

Unf$abli$e ©Treiberei > gegen fr reiglofe Trivialität 
brauet nid)t gefärapft gu werben. 

Sänge unb SÄärfcJje. 
2R. SBiSptng , ©p. 3. Couifr n - U)al|er. Jifjtner. 
5 ßfl r - 

Xangmuftf ber gevoo$nlia)fien Slrt. 

8* Sßaaetftetn, ©p. 41 u. 42. Öolkeklänjr, Hr. 1. 
IDinjcr-folka. Hr- 2. Älarten-CänMcr. öcrjott. 

SBorliegenbe £irme«'$oifa unb SMarien'Sänbler tragen 
ba« SHetto : „3$ bin au« bem Sßclfe unb fdjreibe für ba« 
SJolf". <Da« finb fer)r löbliche bemefratifa^e ©runbfäfce! (Jon* 
fi«cirt roerben beibe ffierfd)en ttoM barum nod) nid^t werben, 
benn von Demagogie unb anarcfyifdjen öefirebungen tft nidjt« 
barin gu finben. @ie pnb gut »ctmärglie$, trofc be« SRotto. 

3nflrticttoeö ju t>ter jpänbem 

9Ä* SBtSpftfl, ©p. 2. Sffrjg Öariation*n, Iwrjt im* 



brillant, übet ritten fdjottifchen Waljer. ./ifniwr. 
10 ß B r. 

«löge gfngerubungen, al« Gompoftiion ni$t ber Bebe 
roertt). 

Siebet mit tyianvfotte. 

<£♦ SÄattSfclbt, Ätarir. Örticljt oon «fouart 3a- 

ninaki, für 1 ßinjft. Hamburg, 3owiriu £ 8r)lt. 

Söir motten bie« Sieb eine anfpru^Ävoüe Äleinigfeit 

nennen. 6« fat fo roenig ^djicf, «nb roifl burc^an« t»ergef* 

fen macten, ba§ e« eigentiia) OTicfct« ifl. 

6. SKet^feffel, ffip. 10. 0«l)s Ctrt>tr aus «uire 
fttnfcfrljritnatl), für 1 Öingft. Öcljott. 36 fir. 
Der 93erfaffer l)at fi<$, unlcrcr 5lnft*t na*, »ergeben« 
Umnty, ft* auf ben Stantpunft ber jtinbliäfeit gu freien. 
Die lieber tragen metyr ein altfiuge« (Sepräge; ber garte £ln< 
bermagen roirb fie eiroa« fd[)roer verbauli* ftnben. 3m ©an* 
gen ift jebo* ein gute« ©treben nicfet gn »erfennen. 

g. ©umbett, ©p. 24. Ctrf. I u. II. fieiter* öefäng*. 
ßrljUfinflfr. ä 4 aijlr. 

Den Qkreljrern ber ©umbert'f^en SJZufe fcr)t gu emtfer)* 
len. Diefe toerben in biefcn ©efängen SUle« ftnben, toobur* 
innen ber Serfaffer fc^on längft lieb unb treuer geworben Ifi. 
©ir geboren Uiter ntd>t gu biefen S5erel)rernj barum l)aben 
trir für §m. ®umbert nur fromme Sßünfäe ber 93efferung 
unb bc« »erebelten ©treben«. 

St. gud^S, ©p. 2. IDrei Cirter. ßott n. ffiock. 10 ggr. 

Diefe lieber geben un« eben feine 33eranlafTung, fernere 
©efanntfefiaft mit ben ©erfen br« genannten ißerfaffer« gu 
toünfd^en. @o lange er no* nief)t bie breitgetretene <Btta$t 
be« ©etoü6n)id)en rerlaffen, ber Trivialität ben SKücfen ge? 
Fe^rt l)Qt, fonnen wir feine Hoffnungen an fein ©treben 
fnäpfen. 

>♦ Sleit^atbt, JTrürjlingfiferjnen. ©e*. von Ä. f. fua. 
(firtnlrn} Hr. 4.) ßote u. ßoek. 5 0gr. 
@er)r ©eroöl^nlic^c«. 

©efprodjen roerben: 
3- 3- §• Setfjulj*, ©p. 29. 3es Cirtfrm poor ttnt 
3an0aem. ©. €. It Dlrtter. 1 ifl. 50 fir. 

(£. SSBifeneber, ©p. 15. üt>r tititx. öraunOhwaa, 
lürinljolt}. 15 fl r. 



136 



%üt üÄänncrfHtmtietn 

9. ©d)lOOJ, örummcrliefc, von ©rtlrpp. öcljott. 45 Ar. 

Part u. Stimmen. 
93on einem tätigen ©efangweln, launig unb flott ge* 
fangen, toirb bo« Sieb roirfen. $er rein mufifaliföe Sffierty 
ift ni$t gar bebeutenb. 
8f. gadjltet, ©p. 94. fl)rei ffefcicljtf oon Ijoffmann 

p. Jallerslrbrn. ßdjott l Jl. 48 flr. Partitur 

un) Stimmen. 
9u6 jeber 3eile fteljt bet gensiegte, ftatmeniegetoanbte 
SRufifer nemr. 9lber aud) bie Tffp. ©anget muffen eine ge* 
toiffe äenntnifj in ber Harmonielehre beulen, um ben enfjar* 
monif^en üßerroedffelnngfn u.f. ». il>r 8Red)t ju ü)un. Da« 
erfte Sieb teilt un* trentger gufaqfn, al6 bie briben anberen, 
namentlich aber bürfte ft* ba« gmeite viele fcreunbe er* 
toetben. 
21. Söffet, ©p. 21. tlr. 5. ©er Ältefrauen-lDalfer. 

Bfljlffinger. ± 8l)lr. 
3n ber ffleife ber früheren SBerfe be« Serfaffer«, im 



ttlebrig*fomifd)c« ®enre; anf &ir$toeil}fefien unb ©djenfen 
mit ©lücf ju verwenben. 

Sefprodjen werben: 

Dr. % 31. Sogt, öolbatenlirter, mit ßitoern un* 
ÖingwnCfn (oan Dertdjü&rnfn Componiftrn). Wien, 
©rroll», 1849. 

— — — , Aus fcer tiefe, bfrgmännifclje fl)icl)- 
tuitflcn, besjl. tosgl. €b*nfc., 1849. 

3fu* <jcmifd)tcn Gl;or, 

fit. ©dmmamt, ©p. 67. Romanen un* fiaüafctn. 

Ijeft 1. Partitur u. Stimmen. Häftling. J£Äl)lr. 
3. 3- §• Ser^Ulfi, ©p.32. Üijfmtwintia florrn poor 

grootrre rn kleinere äanflDereininjjen. U).C. teÖUt- 

ter. Compl. 6 £\. 
£. % tyaMlp, ©p. 13 (flr. 7 Der flircljenaürkr). 

«antäte: „Uebcr It* tDdtalls unenblid)cn Äreifcn" 

Partitur, fiörner. I£ fcljlr. 
ffierben befvredjen. 



3ittellt<jeti$f>l<ttt* 



IB e k a n tt t m a c\) u n g. 



So schätzbar es dem unterzeichneten Directorium in vielen Fallen ist, neue musikalische Compositionen auswärtiger 
Tonkünstler kennen zu lernen und nach Befinden in den Gewandhausconcerten zur Auffuhrung zu bringen, so sieht sich dasselbe 
doch, durch die häufigen unverlangten Zusendungen solcher Compositionen an den Herrn Musikdireclor des Concerls oder andere 
einzelne Personen zum Behuf der Aufführung, veranlasst, folgende frühere Bekanntmachung zu erneuern: 

1) Alle und jede nicht ausdrücklich verlangte Zusendungen musikalischer Compositionen können nur dann angenommen 
werden, wenn sie 

an das Directorium des Gewandhausconcerts 
gerichtet und bis Leipzig frankirt sind. 

2) Die Bestimmung, ob eine eingesendete Composition zur Aufführung kommen soll, hat sich das Directorium selbst 
ohne Ausnahme vorbehalten. 

Leipzig, den 4. Septbr. 1849. 

Das Directorium des Gewandhaus- Concerts. 
CORDE DA Kl OVO. 

Frische Sendung acht römischer Saiten (Mai -Fabrikat) 
in allen Stärken, 

angekommen in der Musikalien- und Inslrumentcn-Handliing 

von C. A« Klemm in Leipzig. 



f?* einzelne Dtummern b. 9?. 3tl'4r. f. s J)iui". werten *u 1£ Ulgr. berechnet. 
Tjcucf von %t. ftüdniaiui. 



tl e u e 




titfättft fit 




tJetantroertiHcr SRcbaettnr : 

Jvranj Sörenfrel» 

ginunbbreijjigjier 9anb* 



^ 26. 



33 t r leg er: 

Stöbert griffe in Seimig* 
2)en 20. September 18». 



ffiyit biefei 3eitf4* erföeiiwn tt*dE)enüicij 
2 UJummern von 1 obee l 1 /» Sc^fit. 



ffrett bei ©anbt* von 52 EFltti- 2 1 /, Xtylr. 
3nfcdion«gebüIfttn fcic Vctitjeile 9 $gt. 



fgoomtf menl neunte n alte $o fttmte r, Sudj*, 
SDinfih unb Äitnjt&anbUuigeii an. 



3lt^alt : 9» H< Drgri (C?4(4i|} k — Jtlthif Sri hing, 3aflt«a«f<$l$t*, Ht rmifötf t< 



Sät feie fifgel* 

5Ri*+ (Scttfj, giföet, CvangtLifc])» Choral- Jttrlo- 
Dienbud], virrftimmij) ausgeht |t mit Dar- unfc 3»U 
frrjenfnitlen Cur ^tr Orgel 3»ntr oenne|)rt* um> 
ütibfff, Ausgabe Crftrr illjril, f)rälut»irn, firft 2, 
3 weiter Cljfil oes Ct]Dralbuct}&. — Crfurt unb Can- 
genfalfa, *3. 0. ÄÖrncr. 

d3 ift eine jiemlidj lange Rtit jmifcljen beut 
Stnfang ber Sftccenfton übet gif^et'ä ®l)flralbin$, 
£>cft 1 , mit gegenwärtiger gortfeßung tterftric^rn» 
3u feiner (Intfrijulbigung Gemfi fta> Stff- A"f 3»fät- 
ligfeüen mausertet 2ttt , ive(d;e auf fcni unmittelbar 
ten gürtgang bei 2atf?c nur ftorcnb einreirften, rlie 
er nunmehr an ben afrgeriffwen gaben bic gülge 
Inüpft. — Sinen ©crociä, wie gifdjer audj baS Mein* 
fte, tinftehibarfir Srjema airögubeuteit unb trief feitig 
gu bearbeiten ucrftet;t, fo bafj *# immer roieber in 
neuer gorm erfa^cint, liefert qfr&lubium §Kr. 73 mit 
feinen }IHff Sergen (ciet fl$telnotcn) bg t as f. — 
oben fo roie Ckfc. fta$, mobulirt er gern unb fciet, 
itnb erlaubt fidj babei gleidjfaüä manage Ijarniümfdje 
gteiljeiten, bie oft fdjarf unb &erbe Hingen, fo n>ie 
aue$ SQuerftanbe. 3» einigen fralitbirn finbrt fic$ 
a«4 übrigenä ein rein fiinffiimmtger Sag , leerer 
nodj bie alte JReeUifcät jeigt, mit melier eS bie 
Steueren (andj (jiri) nierjt atl^u genau nehmen , eben 
ber ungleich größeren @<$u?ierig(eit brr ©limmfüfc 



rung falber. WIM ©emalt freilief) td§t fid) au$ ein 
©orbif^er Äneten jer^aueu. @o manche SomponU 
fien unb IDrgctfpieler geben un3 mofyt einen jer/nftims 
migen ©ng, inbem fte mit aßen jet)n gingern greis 
fen, i&aä fic^ irgenb auf betn ^[nflntment greifen lä^t. 
s )luefj bie fremben dom^üniflen gaben und fc^on einen 
leichteren SBeg, j, <J. Stuber, beffen günffiimmigffit 
(G^öre auä bei (Stummen ton fßortiei) meifl an% ber 
£rei|1im mig f et t tjertorgffct, inbem unterhalb jmet 
Senorfliminm ganj baä S^amltc^e fingen, iwaS bie 
beiben «Scprane cberrjalb. ©ai^ naturlta^ merben flft) 
beun anc^ in biefer ^oT^^nit unferer Xage bie i&s 
fügen, mit junetjmejiler ©timmenrne^rr}eit immer briU 
rfenber merbrnben geffrln, jene jopfigen {Quinten 
unb SD c lauen &u emaueipireu beginnen, ba man 
auc^ mot;l |ur @utfd?ulbigung bereu fc^on oftmals 
gebort t)at ; „e€ giebt ja audj Quinten » unb )Dctai 
toenregtfier in ber Drgcl!"' — 3ffber Äunflcerflfins 
bige, \a nur jeber Unbefangene ftebt auf ben erflen 
^liif, 51t loelc^ein 3n>f<f legtere (Quinten unb fDeta^ 
tien ba ftnb, unb bag biefe „äKütet" jut ^anueuies 
üerboppetung mie 3111 Souterfrarfung unb refp. gdr; 
buug jenem uralten Harmonie g rfeg e toebrr entges 
gen^utreten, gefa^toeige baffetbe aufzubeben termogeit. 
-3n bet erften Kut|aic beS gifa^fr'fc^en ßl^oral* 
bu^eä gingen bie ^ralubien unmittelbar aucr) ben 
S^orälcn ooran, Obgleich Wef* triebt geratrju tabeln 
mag, baß in btefer neuen -3^beö für fid? gefletlt ijl, 
fo finbrt berfetbe ei ted), unb namentlich jur regten 
Söürfcigmig beß Cßrätubiumä tjinfi^tlie^ ber t^einai 
tif^en Bearbeitung beffetbrn, geraten, ju^or bie 



138 



ctfir 3 f 1 1« brö (S^oralö, ber in ber 9lcgrl eben bafc 
X^rma entnommen wirb, in Slugcnfdjcin gu nehmen. 
@o wirb fiety fogtcictj eine Scgictmng fyerauöfieu'rn, 
Don welcher fonft bet ©picter, unb jiimal bei fo bie- 
ten ifym gänglicfy uubefaunten (Sfyorälcn, nidjt bie ges 
tingfle tttyiutng ^aten !ann. ^n baö frühere Sob 
bet (Sorrccttycit Dermag 9tef. bei biefem fortgefegten 
£cft 2 aber ntetyt rinjuflimmen. ©ie in Siebe ftcj)cn= 
brn ©ruef fehler erfreuten noc§, abgefeljen Don ber 
Sichtung gegen ben Söcrfaffcr unb fein Sßerf, um fo 
flöreuber fner wegen ber übrigen fo mancherlei fyars 
monifdj>cn Breitseiten, bie ftdfj Dicfteidjt manchem 
Dl;re fetyon alö wirffie^e geiler aufbrängen möchten. 
(Stwaö wuubcrlidj nehmen ftc$ auf ber Drgcl bie tiies 
Jen arpeggirten Harmonien Don 9?r. 187 auö. ©er 
funflftnuige SBcrfajfcr würbe wofyt, lebte er nodj jegt, 
baDon jurücfgcfommcu fein. Sftodj ifi jur Söcqucms 
lie^feit ober auc$ gur Erleichterung für ben Spieler 
bie naefy bem ©cmütl;öinf;altc ber refp. Gljoräle paf? 
fenbe Stegiftrirung, fo wie juglcidj bie $lpplica= 
tur für baö Sßebal — 83cibcö oon ber $anb eincö 
gewanbten unb erfahrenen ÄünfUerö, beö S^xn. ©etm 
JDrganificn 51. Stifter in äJfagbcburg — beigefügt 
werben. 2ltö befenbere 3»d a ^ fn f* 110 noc § ä u cu 
wähnen: 1) baö fauber littyogropfyirtc Portrait SU 
fc^er'ö, 2) bie 93orrebe beö §Bfö., getrieben ju ($x: 
fürt b. 15. Slprit 1821, unb cnbfid? von 21. JRitter 
ein 93orwort jur 2teu 5luflage, fo wie aufjerbem eine 
furje SMograpfyif gifc^cr'ö. 

(So unbebingt wie in bem erflen %ty\l bief. SB. 
(bie S3orfpielc enthaltene) fann 9tcf. mit eben bem 
geregten Sobc (eiber gfcicfyfaflö nietyt in biefen $wei= 
ten einflimmcn. ©ie Harmonie ifl jwar correet unb 
fliefjcnb, crfefycint aber bennoc$, unb inöbefonbere für 
ifyrcn 3*Dcct betrachtet, ju gefugt nnb pifannt, mit 
ßinem Stöorte ju frei, überhaupt mcfyr fünft te= 
rifefy at8 firc$lic$ ; Dofföt(?ümlic$, worauf cö bcfon= 
berö fyier anfam, gefc^affen, unb fomit anä) ber firc§= 
liefen <5infac$l)eit wiberfhebenb. ©onberbar i|Vö, ba§ 
man bei aücr biefer §armonicfüfle aud) ^armonifdjer 
SJtonotonie begegnet Qlucfy bürften ftdj manche @fyo= 
räle mcfyr für baö 3nflrumrnt allein, alö juglcicfy 
mit für ben ©cfang paffenb, eignen, ber meiertet 
©orfyalte, ©^ncopen u. f. u\ unb nod^ ber zuweilen 
iw tiefen Sage beö 83af[c8 »regen, allein ber größte 
Uebelfianb liegt offenbar in ben 3 wi fc^en fpielen. 
SBenn glcidj öielen berfelben jugeflanben werben fann, 
bag fte i(;rem oielfeitigen 3»?ccf entfprec^en, b. (;. ein: 
fac^, firc^engeruä5 unb refp. einteitenb finb, fo pnbet 
fle^ boc^ ton alle biefem auc^, unb öfter, baö gerabe 
©rgent^eil. 9?ic^t nur Ijäupgen melobie*, fonbern 
ouc^ mitunter ^armoniewibrigen Sinlcitungcn i(l 9lff. 
begegnet. 5lugerbem finb Diele biefer 3»>ifc§cnfpic(c 



in einem folgen ®rabe trioial unb gefc^macfloö, ba§ 
ber Drganifl, will er fte gebrauten, ober üieöeie^t 
gar gum S^hiflct nehmen, offenbar ©efa^r lauft, enU 
weber ben Ort ju profantreu ober am (Snbc fte^ felbfl 
ju proflituiren. Sin S3eifpiel für oiete: 



i 






-ß-m 



5ln oorliegenbem „blauen ©uiifl'' (bem alt = firdj(idj-, 
bogmatifc^ s ort(;obojcen vergleichbar) ftel;t man gar 
beutlic^, wie bte liebe ©emeiube, red;t mit Bürger ju 
reben, „im rafeuben ©alopp" it;r ^^eil erbält, obs 
gleich nebenbei im 3^cifel über ifyrcu Slnfaugeton, ba 
ber legte £ou beö 3ivifc^enfpie(ö in bie Mittel-, nic^t 
in bie Docrfitnimr leitet. &ier$u tritt nun noc§ 
ber ©ebraue^ oon Smgfc^luffeu anfiatt ber befann* 
ten wirflidjcn ober gewöhnlichen, ferner fogar (!) ber 
oon biff onirenb en Harmonien ju dnle unb gu 
Anfang ber 93erÖ5eilen. S33ie will benn j. @. tyier ein 
Drgantfl alö ein rechter ^)irt feine 3al;lreic^e (Sänger? 
fycerbe in bie anfangeube Heine (Septime ftdjcr ^in^ 
einführen? Stwa mit £ülfe ber wo^lbefannten c^ro? 
matifdjen (Efetöbrücfc, tie fo ä^anc^em ein (Stab in 
Slngfi unb 9?ctl; auf ber Orgelbanf, bei welker c^ros 
matifc^en ©lieberfette jeber $on Seitton fein fann, 
bi& cublicfy ber rechte foinmt, baö Qntbc aüeö ^ar« 
renö unten in ber gebulbigen Singefc^aar? (©egen 
gifdjer pel;t ^icr im 3wif4enfpiel üergleic^öweife 
9iinf oiel ^ö^tr, eben wegen feiner (Sinfad^cit, Äürjc 
unb NB. Äixdjlicljfcit', gtfe^cr überragt umgefe^rt leg= 
terrn bebeutenb im ©orfpiele, burdj bie grö§ere ©es 
walt feiner tßfyantafie.) 6tnfiimmigrn 3wifc^enfpies 
ten begegnet mau auc^, Don beueu joboefy manche rec^t 
teer Hingen unb unbefriebigt laffen, \va^ Qni)att unb 
jjotm betrifft. 2Benn gum <Sd;lufj biefcö uuangene^ 
men Slegifterö and) nod) Don etlichen öuerflä'nben, 
teeren Harmonien (o(;ne ^erg), fogar Don Quinten « 
unb DctaDeuparaüelen bie SKcoe fein fann, fo brängt 
ftc^ guDb"rberft lic grage auf: warum ifl nid;t @orge 
getragen werben, bei einer neuen Auflage biefe Wlaiu 
gel abgufieüen, unb überhaupt baö äöerf fowo(;l für 
bie 3cit alö für ben 3*Dedf paffenber eiii^tiric^ten? 
SBenn alö Stnforberung eö gilt, ba^ ein berarttgeö 
neu erfc^einenbeö SBerf nidjt nur bie gegenwärtige, 
fonbern weit barüber l;inauö auc^ eine jufünftige 3^it 
auöfülleu fotl, fo mu& 9t e f. frei behaupten, ba§ Dor* 
tiegenber gweiter %i)eii nid^t mel;r bem (Stanbs 
puuf te unferer 3f it en t fpric^t. 3» Ö'if^«^ 
3citcn ^ielt man wot;t baö pljautaflifdjc ^crumrafen, 
fogar in ber Äür^e bcö 3»Difc^enfpie(eö für etwad 
9tec^teö unb 3»Decfgemä|5eö — jegt lächelt man bar= 



139 



üfcti unb fcerweifl mit Stecht einem berartigen Sftyan* 
taften fein argeö, ungejicmenbeö ^anbt^irren. ©ic 
Berlagöljanblung tyätte einen Wann Beauftragen müf* 
fen, 9löeö baö weniger Äirc^lic^e, atleö minber 3«* 5 
gemäße $u entfernen unb etwaö ^affenbereS an bir 
©teile $u fegen. £r. ®- D. Stittet war fdpon ber 
äftann baju, obwohl er ftc§ felbfl in feinem 83orworte 
ttyeilö au8 sßietät, t^eilö au% befonberen ßunfhüefc 
flehten gegen irgenb eine Slenberung erffärt t)at. £efcs 
tere gelten mefyr auf bie f ü n (Ueri fc§e SBeijanblung 
ber 3^1'fc^cnfpicte, j. G?. auf ein in benfetten flabu 
Icö, burdjgefüljrteö Sfyema, woburd? ftc wieberum iiu 
tegrirenbc Steile beö ©an$en fein follen. hierauf 
Iie§e ftc§ jebodj jweierlei erwibern. @rfUic$ interefs 
ftrt ftc$ bie ©emeinbe ober baö Söolf nidjt für bers 
gleiten Weiterungen ber Äunft, eö begreift fte nie$t 
unb liebt ftc auty uicfyt, weil fein rechter 5fnflinct 
iljm biefe nur alö tobte gönnen, nie^t alö lebenbige 
(Sprache ju feinem ©emütfye fcorfüfyrt. Unb für baö 
SBolf foll bodj jiinäc^fl ein (Sfycralbudj getrieben 
fein unb in 5lnwenbung treten. .[»weitend wirb ber 
Äünfller, ben bie 3^ifc^enfpiete alö Äunftgegenftanb 
tntereffiren foUcn, ftify nae$ befferen SDhtften. biefer 
©attung, a!8 fte xx)m Ijier geboten weiOen, umfer)en, 
ofyne tooQenbö bie (Saprice nac§$uat)men, bie ©emeinbe 
in aßen 3wif<$enfpif(fn mit einem unb bemfelben 
%f)cma regaliren $u wollen. $r. SKitter giebt felbfl 
ju, ba§ bie tyier gebotenen 3^ifc^cnf)}irle für ben 
eigentlich praftifc^en ©ebrauefy nidjt gan$ geeignet 
flnb. 5"bem er aber jugleid; weniger auf bie 3?it, 
met)r auf bie funfHcrifcjfe Snbifeibualität Stücfftdjt 
nehmen \mü , enthebt er baö SSerf ber Qlllgemeintyeit 
unb mac$t eö $u einem befonberen. ©aö 6 fyor al* 
huä) ift nun nic^t mefyr für baö gefammte in unfe= 
rer 3ctt lebenbe 93otf , fonbern für (Sinen a\\8 bem« 
fetben, für ben Äünfller. ©er SKcf. pnbet fyier feine 
(Sonfequenj. SBä're ja nodj eine toorfyanben, fo wäre 
eö bie, baß ber ÄünfUer f t $ für baö Sßerf (baö tyc-- 
ralbuef?) alö für ein ber Vergangenheit angeljörigeö 
interefftrte, alö einer Äunfheliquie, bie er alö fclcfyc 
$oc$juac$ten unb feineö ©tubtumö l;alber in ben 3lr= 
Ritten ber Äunfl ju fue^en fyabt. ©arauf foll bann 
audj nidjtö weiter eingewenbet werben. — ©cfyliefjlidj 
nun noejj jwei fragen, bie ftd? unmittelbar ^ieran 
fnüpfen: Söoju bie ^weite Auflage eineö SSerfeö, 
baö feine 3fit >t?ie feinen allgemeinen ©ebraud) übers 
lebt %at1 — 2Bo^u ber auöbrücflic^e S3efe(?l beö 
Äonigt. ^Jreu§. 2Wini|leriumö (laut Qlnjeige beö SJer^ 
legerö) jur allgemeinen ßinfü^rung b. SB. in alle 
Äirc^en beö «preugifc^en ©taateö? 

©eflfau. ßouiö Äinbfe^er. 



Sieine Bettung. 

Sie Spmobte ber Sbiertoctt» 

€ine /abel, 

frj^lt ton Carl ©otlmidf. 

(Sortff^ung.) 

9tad) einer (eftfgen QSeu^e^ung aflgeniffner Cfntrüftaog 
fufjr ber dtrtntt fort: „Ditfe auf iljre Jugenb fo tyod)mntyf' 
gen SRenfa^en, fie nennen un« rei§cnbe £ljtere; fte fc^rclben 
e« auf Rapier unb malen e« auf Eeinwanb, irenn f}\tx unb 
ba einmal eine #ecrte SDötfc, ton junger getrieben, üoer 
einen mageren SReüer l;erfä((t. 5lber wo fottten »ir bie ge* 
bern alle auftreiben, n>tnn trir tljren barbatifa^en £ei§(nmget 
aufzeichnen tooKten, mit bem fie &u ^nnbetten über ein nn* 
fa^u^ig 8amm oöer einen £afen Verfallen, loela^e efelerregenbe 
©efrü§igfeit fie ein Diner feigen." ^Da« ifi eine alte ®e* 
fa^ic^te, an bie trir leiber fa>n feit 3af;rtaufenben gewinnt 
finb" fpracl) ber 2öme. „9lber toc«ftalb rül>ifi bu biefe uns 
»ermeibltd&en Dinge trieber auf? Du nnllfi nia)t bauen re* 
ben unb f^tra^efi bo$ von nfa^t« 2lnberem." „Der Gontrafi 
rig mfa^ ^in" ertoiberte ber %ud)9, „benn tra« ic^ jefct »or* 
bringe, greift nie^t unfere Äörper unb £eid^en, e« greift uu* 
fere CS^re an." 

Diefe« 51-ort tofrfte toie ein electrifdjer ©a^rag auf bie 
93crfammlung, benn Jebe« einzelne 2:l;ier glaubte p$ je^t per* 
fönliö) an ber öljre »erlebt, unb warf fid) bed^alb fe^r in bie 
33rufi. „3a bie (5^re ! " rief ber gu$«, intern er feinen 
©Streif bläljtc. „Ober ift eö fein Angriff auf unfere (5f)re, 
trenn fia^ biefe TOcnfc^cn mit unferen Jugenben brüflen unb — 
„Unb jtdj mit unferen grbern f^mfirfen" fielen $fau unb 
Steuer ein, inbem ber (Sifiete ein mäa^tige« Stab fa^lug. — 

„Silentium mit eurem @efreifd)e! ' brüllte ber £ö»e, 
unb ber Siefcner fuf)r fort: „Ooer trenn fie, um ftd) gu beleU 
bigen, fi c$> gerabeju unfere tarnen geben? Unb n?enn iÄ l;ier 
ba« 2Dort für>re / ljabe iü) aue^ ein 9ied)t baju, ba ia^ »Ott 
eue^ 5lllcn ber ©efianftifie bin. (Siftm« »iffrn biefe «Super* 
flugen ntc^t tra4 fie au« meinem fcf)lia^tcn tarnen machen 
follen, ob fie midj [Wegfnl;art, 9^cinr)art ober gar SReinecfe unb 
93o« nennen follen, unb jtueiten« baben fie mia) feit Sal^rljun* 
berten in ifjren ^üe^ern fo ^inttrliflig unb berrügerifd) hu 
geie^net, ba§ fein £unb ein ©tüefe^cn 93rob mefyr von mir 
nehmen ttlll. £aum glaubte ia> alle über mid? au«grfpreng* 
ten 33er(eumbungen ber alten üEolfabüefcer oerfa^ollen, unb 
trollte fcfcen neu aufatbmen, al« ein getviffer §err von ©ötlje, 
bura) neue, in'« #odjfceutf#e übertragene Sügen von mir, fid) 
unflerblia^ machte. (S* giebt ja feine €vracf>e meljr, in ber 
ie^ nid)t vrcfiituirt bin, unb tre«^alb? — toeil ia^ 7 wie biefe 
SKenfa^en, nur meinem Naturell folge. JTiun frage id), ba« 
mu§ ein rechter «&elb fein, ber be« SBalge« eine« veralteten 
!ll)iere« bebarf, um $u ben Sternen ju fahren!" 

9laa^ einem 93raoiffimo, tvovon bie Wolfen gerftoben unb 
bie Söellen fit^ türmten, begann bie Wad)tigall ju gurlen: 



140 



„Der ftndj« ^at ffiecfct, benn trenn mir im allgemeinen 
bie 2Wenf<$«n aud) ben $of machen, fo ärgert e« mid) b°d), 
wenn fie von irgenb einer gefdjminften (Sängerin, bie nur and 
(Sftelfeit um irbifdje ®üter fingt, gleld) bei ber $anb flnb ju 
fagen: fie flötet wie eine ScadjtlgaH, ober wenn fie biefe eine 
fd)Webifdje, jene gar eine mceflenburgifdje ober pommeriföc 
SRadjtigall nennen." ,,Oi>er" feufjte ber @djwan, „wenn ftc 
irgenb einen von ber Tarantel geflogenen (Somponifien ben 
§<$wan von $efaro ober von (Satanien feigen, ober nadj 
mir ein <$au* taufen, ba« von ber Sfjorljett befugt unb von 
ber £ollr)elt wieber verlaffen wirb." 

„Da« lefctere pafftrt nn« alle Sage!" riefen in feljr be> 
leibigtem $one eine Sftenge X()iere. „3$ will," fubr ber 
Sud)« mit (Smpbafe fort, „idj will um foldje flörenbe Untere 
bredjungen ju r)emmen, für meine gefränften (Sollegen ba« 
2Bort fnbren, ba mir fämmtli$e ömpfinbungen befannt finb. 
SBifl man einen biefer unbefieberten 3»eibeine al« fdjön be* 
jeidjnen, fogleid) muß er eine Slblernafe fjaben; ober giebt 
t« einen Vornan, ein ©ebi^t, ober nur eine blür)enbe JRe« 
benfart, worin nidjt Slblerf Zwingen fiorireu? Srieb e« «in 
gewiffer <5d)Wabe nidjt nodj arger, ber e« wagte, felbft un« 
XJjiere mit einanber in 2Urgleid)ung ju bringen, inbem er 
ben £alfifdj be« iKeere« £tyäne nannte? kennen bie 2flen* 
fd)en überbaupt nur leben, ofyne und al« SWufier ibrer Safter 
auf&ufteflen ; benn gleidj Ijeigt e«: grimmig wie ein Xiger, 
glatt wie Hat, nafdjtyaft wie bie tfafce, gefragig wit ber 
©eier, falfd) wie ba« Ärofobil, Vofftilid^ wie ber Äffe, furcht» 
fam Wie ein $aafe, flatterhaft wie ein (Schmetterling, incon* 
fequrnt )xit ba« (Sbamäleon, fdjmujig wie ein ©djioein . . . 
nnb bumm wie ein (Sfel," feuf jtc ©ruber £angcr)r bajwifdjen. 
„J&aben mir überbaupt bie 2Wenfdjcn nid)t iljre fubiimjien 
SBifte ju verbanfen?" 

,,2ftid) nldjt ju vergeben, lieber greunb," fdjnatterie bie 
©an«. 

„Dann," fubr ber Diebner fort, ,.fdjift man böfe ffiei« 
ber nidjt alte Dradjen? ober junge 9ßerfü()terifc&e nid)t glatte 
(Schlangen? pnb SWolcJ, 5kfili«f, OJanipJjr, OJielfrag, SRbf« 
nojero« unb .ftameel nidjt bie gebrau($lid)fhn ©<$impf* 
namen? 

„Unb wie ^auft man auf miefj allein bie €f$mad) von 
taufenb Saflern," fprad) ber Socf unb fHeg mit ben ^ör? 
nern. 

„9Ridj nennt man 3fegrimm," beulte ber ffiolf. 

„9Widj 93raun," brummte ber 93är. 

„Unb bann weig ld) nl$t," fu()r ber Obige fort, „ob 
ibr ?ob nie^t noej beleioigenber tfl , ai« iijr Xa^el; benn 
Wel4' unqebeuere Ironie liegt barin, wenn fie bem, ber jufl 
feine S3rii(e braucht, ben Salfenbiicf, jenem, ber lange naefc 
Sonnenaufgang fic^ au« ben ftebern ergebt, ber Quie üBa^« 



famfeit verleiben ; nnb ben, ber nur um ju eften feine Sc^nt* 
bigfeit tr)ut , fogleic^ mit ©iene unb Slmeife vergießen; 
wenn fie ber gezwungenen ^ugenb bie Unfc^nlb be« Samme« 
beilegen, ober wenn fie von einem ÜWenfc^en, ber einem au* 
b ren au« öigennu^ anfängt, fagen: er ifi tren wie ein 
^unb . . . aber — wo ift benn ba« £unbegefd)led)t?'' fragte 
ber 5u4«/ inbem er fid? üflig umfebante, ,,\d) fer)e e« nic^t 
in biefer ÜBerfammlung?" 

,,^m!" f^nurrte bie flafce mit einem fcurrüen Jac^eln, 
„Wo fud)t man ben ^unb anber«, al« r)inter bem Cfen, ober 
al« 3agbgei)ülfe gegen un« alle!" . . ♦ 

,.3ßerrat^! SÖerrate)!" f^rien barauf alle Xbiere, unb 
matten einen fürcbterlicben (Spcctafci, „jerreigt ben Diene* 

Ö alenI " (»ortfe^ung folfit.) 



Sage*8cf4ifitc. 

»eifen, ßoncette, engagementö it. Ä. SBaffet- 
ftein in Hannover braute im Sbaiia « Srjeater in Hamburg 
on brei &benben feine neueften fieintren ^ompofitionen jur 
Sluffübrung. Einige erhielten befonberen 93eifali, unb mugten 
auf 53egebren Wieberljolt werben. 

8rt. §aubolb au« Seipjig fat ein (Engagement in 2Bei* 
mar angetreten. 

grl. SBabntgg, fo wie $r. SffieijceUtotfet werben jn 
einem ©aOfpiel in ©rc«lau erwartet. 

$rau 9Jlarra*?ßoirmet wirb iljren jweiten ©aflfptet* 
(5t)flu« in 9iiga bt« 2Hitte Cciober fortje^en. 

«&r. SRojjer bat ben Slnerbictungen von Hamburg au« 
®ebör geleiflet unb gafiirt bort. (5r wirb auc^ in 2Bien er^ 
Waltet. 

Steue D^etn. Der (Sompeniji ©aloman i)at eine neue 
!omifcf)c Oper vollenbct unter bem Xitel: ,,ba« (5(wr ber 
9?acbe"; er wirb fie näcfcflcn« auf ber föniglicfcen JBü^ne ja 
93erlin jur 9luffür)rung bringen. 

3ofepJ Sieger, je^t in iWainj engagirt, fjat feine jweite 
Oper: „bie .Königin von (Safiilien" vollenbet. 



SScrmifc^teS. 

3n £) reiben fam bie neue Dper „®ibbp ber Dübeln 
farfpfeifer" von (Slappifon jur 51uffü(|iung, unb fiel glän* 
jenb butc^. 

3)ie neue fomifdje Oper „berÄabi" von 3t. £&Otna$ ifl 
in ber Op6ra comiqne in $ari« mit Qrfof;i aufgeführt Wor^ 
ben, fie eilebte bi« (5nbe 3uii bie 50jU ißorfteilung. 

Die Sängerin Sri. SDttnrta Ö^Mljr früi;er in ©remen, 
iß für ben na^ften SGÖintcr in (SJöttingen engagirt. 



Dratf ttn %t. Äüdmann. 



U e u e 




titfätift füt 




Simmtbreigigftet iBanb. 



^ 27. 



A3 er leg e tt 
Stöbert ffrtefr in £tipjtfj* 

25en »0. September 184». 



93 öh bitfer Bfttfdj. er fd) euren »c dsrnriitf} 
2 Kümmern van 1 ober l s /i ^egtn* 



q?rei* tta ©ante* sott 52 9ha. S'/iX^lr, 
3nf*TiioH*gebübv«t toie $ctft}tile *2 Kgr, 



\He cn nctnctit nehmen ad« fpofUmttr, £8u$' t 
SRujih utit tfuujiljaiifcliuige« an. 



3n(alt: <Btfanßf<$ulen. — JDIf ffltuflliufl&jrtt in #anjowr. — Jtritiftic« Ynjcigrr. — 3nttnfg«njM*tt, 



BS 



(Sefangfcfculen, 

3o$mma ftinfct, ©p. 20. Anleitung ]um Singen für 

flinfcer von *m bie fieben 3atjren. — Älainj, ö. 
Betjott'* Ööjjnt. fr, 2 Ji. 24 fir. 

^o^anna Äiirfel ifr feie ©attin jeneä äfldrtymS 
för bie greiljeit, beffeu fo wie! bebauerteä ©efdjicf 
in ben ©efängniffen von Stafiatt noefy uuentfd^ie&en 
iß, ©ie SBittroe be3 unglücflidjcn ©id?ierä, benn fo 
barf man fte nennen, wirb mm bie alleinige (Srna^ 
mm ifjrer gamilic bleiben, tvet($eö f^cn att*in ein 
tyinrei$enber ©runb märe, btcfeS ^Bt-rf ju empfehlen, 
SDo*$ abgefe^en toon biefem traurigen §att, fo ifl tiefe 
©d)ule an unb für fldj fine M ( empfe^enBinttt^e 
<Babe im öcfcicte bet muflfafif^en Literatur, unb 
Ätetnanb mirb einen Ö ergriff ttjuu, bet feinem §m 
jen fetgenb ftdj biefetbe aufrafft, ©amit ba§ ©e= 
fß^l beut Utfc^eit aber nidjt ootgreife, fo motten mir 
nn« ba3 2öerf mit ben Singen bet unparteilichen 
Äritif betrauten, 

t ßt&$ aUe utufifalifdj begatten Äinber pflegen 
fdjon bor bem britteu Scbeuäfatjre bie 3Jtelobie y mridje 
fle öftren, na^uflngeu. ©a nun bie meifleu Sieb« 
üitt ben natürlichen Umfang ber ffitnberftimme (jin^ 
atiSgcfjen, fo verbetben biefe Äefhebungeu geio&fjntidj 
bie garte Stt§U. ©after mag metjl baä r)äufig au3* 
gefprodjene ffioritrt^cif ruhten, ba§ baS Singen in 
ber Äinbljeit bet Stimme fajabe. (Sin in brniiiuftb 
gen ©renjen geleitetet Singrn frfjabet bur$airö iüijt, 
int ©egent^eit, eö forbert bie ©efunb^cit bet Zungen 



gait| eben fü, wie ein mäfjigeä SEurnen bie Äraft be& 
iiörpfrä. ©aä fdjütti^e 9ta^|tngen ungemager, bt* 
foubcrS attju ^o^er aBu|tffliirfe lagt fi^ nur babuit^ 
tfrbiitcn, ba§ man bem triebe beö Ätntcö na£^gie6t^ 
inbem man i^m Uebungen unb Siebten üor|ingt, bie 
feinen Äraften angemeffen finb/' SDlit biefen SSortett 
ffifjrt unö 3o£?anua Ainfcl i^re (S^nle ein, unb pt 
^at SS ort gehalten, ©er Umfang fammttii^et Sieb* 
dt)cu erftueft ftc| 00m eingetriebenen c biö ^oc^ilenÄ 
jum jLoeigefiri^enen d fjimufs unb baä et(l nat| ge> 
matter ^ßrogrefjton jutti S^tuffe ^in, ©rc^tent^eit« 
fcewegt fic^ ber Umfang innerhalb einer ©ejrte, atfo 
innerhalb bet natürii^en örufiftimme beÄ ÄinbeS. 
-3*bem tiefet Siebten ge|cn ©otmifationen unb @ots 
feggien toorauä, unb aütn biefen Stüden ifl tint ins 
tereffante unb baS ^atmonifi^e ©effl^I bit&enbe Sias 
ttietbrglcituiig untergelegt, ©ie Sflctcbien tiefet £ieb? 
i^cn fiiib grcjjtent^'iiö Mannten Opern unb Siolfä« 
liebern entlehnt, mobei SKo^art unb SBeber ^etoots 
fielen, unb bie richtig untergelegten ^ette fyanbem tiom 
guten S3ater unb oon bet lieben ÜJtwtttx, vom ß^rijlj 
fiub^en, Dem $afr(nft|d|rit # vom ©rogüater, com 
biefen SHopä unb biaoen ^Jubcl iL f. m, S)a&e[ ver* 
taugt bie SJerfaiferin ntc^t etwa bauernbe Stubien, 
foubern nur ein 2Jiertefftuu5c§en taglic^, ivouadj lvo^f 
alle k)i«je^n Xage ein feuerfreie* Siebten gu Staube 
fommeu tvihbe* ©iefeä 37 Sotiofeite« fiatPe, f^fies 
mattf^ georbnete unb gcf^inaetuoß awSgeftattete SBetf 
ifl fl^tbar auf vielfältige ©rfa^rung gegrüubet, unb 
um fo erfolgreicher au% In Spulen uub sßenfionaten 
chL^iifü^ten. 



142 



©if SJcrfafimn fc^ticßt ir)re Söorrcbe mit folgens 
ben SBorten: „9??Bgr bic$ SQSctfcfeen rcc$t ticten Ätns 
kern unb Splittern eine t)armtofe greube bereiten." 
SKBge für biefen frommen SBunfd) baS nüfclid&e ©ei 
fiteben biefer unglüeMidjcn grau, bie felbfl Butter ifl, 
einen Meinen Srofl in ber öffentlichen 5lnerfennung 
finben. <S. @. 



©te Sttujtfjuflänbe in ^annooer. 



1. 2Die 
a) Die S3ertoaltnng ^erfclben. 
©ie Sefer bief. 3n*fc§. r;aben in berfclben unfe* 
te8 SBiffcnö feit 3a$ren f«ne 5Radr)ridt)tcn über uns 
fere Sftufifgufla'nbe gefunben. (Sine genauere ©arles 
gung ber betreffenben Söerfyältniffe bürfte beöl;alb nuö 
biefem ©runbe gerechtfertigt crfd)eincn unb um fo 
tner)r ton ^ntereffe fein, alö 4?annoüer b)inftcr;tlicr) ber 
jnufifalifd)cn Ära'fte unb äWittcl anberen ©täbten bef* 
felben Stangeö burd)auä nid)tö nad}gicbt, ja eö cini; 
gen berfelben wol;t gar barin gutortl;ut. 2öir wcl; 
Jen nun bie terfdjiebcnen SBrandjcn cingcln bcfprcct)cn 
unb r)cute mit ber SBcrwaltung ber Oper beginnen. 

Seiber ifl aud) fjier, wie in ben meifien beutfer)en 
Stefibenjen, bie cberfle ficitung bcö Sfycatcrö einem 
^ofmanne, einem fönigl. Äammcrfyerrn übertragen. 
SBaö berfelbc für begriffe ton Äunfl Ijat unb leie 
e8 mit feiner gär)igfcit auöfkfyt, baö jeigt am beut; 
Iidt)flen feine bisherige mcr)rjal;rige Söcrwaltung. 2öir 
rootten etwaö nafyer barauf eingeben, weil bieö e\\\& 
ber ©runbübel ifl, an benen unferc Oper laberirt. 
SJieleö baton möd)te guglcid) auet) auf anbere £ c f- 
bür)nen unD ib/rc ßeiter paffen. 

Ur.fer fam m err) er r lieber ^»tenbant nun bcfyanbett 
ba8 Sweater nid)t alö Äunfl = , fonbem tncr)r alö 
©elb|>eeutation8 s^nPitHt; bccfyalb Mißgriffe unb 
83erfcb;rtr;eitcn in Sftaffe. 2öa8 fott man 511 ber, meU 
flenö mit ©cig glcid)flcr)enben, übergroßen ©parfanu 
feit bei s 2lnfd£affung neuer bcutfdjcr Opern, bei Qlufc 
für)rung unb 9lu3flattung berfelben, bei ©alarirung 
ber (Somponiflen, bei Untcrflügung junger mittellos 
fen Salcnte, g. 85. buret) freien 3« tritt gum Sweater 
u. bgt.m. fagen? 2Ba8 gu ben ^Mißgriffen bei C?nga= 
gementä, wobei bie fünfHerifd)e gä'fyigfcit nid)t feiten 
gang außer 5lcr)t gelaffen wirb? (Sin paar, noci) bagu 
ungcfdjulte $one in ber Äcr)le, ein paar müfyfam eins 
gepaufte Dpcrnparticn im ©cbäcr)tniß, ob)ne ©eift unb 
ßeben, ol;ne jebeö SBcrfiänbniß abgefungen, fonnen bie 
ber Äunfl gum ©egen gereichen unb ber (Saffe SBor; 
Ujfil bringen? — @ä ifl bicö ein Spunft, ber ton ben 
S3ür}nenfcorftä'nbcn tor allen ©ingen ber)ergigt »werben 



foüte. Sftan foüte, um nie^t bem £anbroerf$majjigen 
in ber Äunfl iBorfe^ub gu leiflen unb Äunflioerfe t>er^ 
r)uugen gu laffen, feine Opemfänger - unb ©änges 
rinnen engagiren, bie nict;t in einer fcflgufegenben 
^Jrobegeit bie notfu'ge 93orbilbung unb ^efäl^igung 
genügenb bart^un, babei aber bad itrtfyeil beö Äapefls 
meiflerö ober fonfl bagu befähigter Äuufirie^ter refpees 
tiren, unb nic^t bem eigenen fefyivacben ©utbünfen fo(= 
gen unb in'ä 23faue hinein engagiren. gerner fcr)eint 
unfer 3»tenbant l;inftc^tlicr) ber Äunflprobuetc felbfl 
ton ber 51nftc^t auögugrl;en, ba§ 5Uleö, jlmö weit 
r)erfcmme, auet) gut unb \cijcn fein muffe, n?elcfyc Mei- 
nung in ben l;öbcren, (;öe^flen unb aUerböd;|len Ärei= 
fen l;ier ebenfallö tie ^errfcl;eube gu fein fc^eint. Unb 
ba n>ri§ man bann wie eö gcl;t — ein freunblicr)er 
^änbebrue!, ein gnäbiged 3«fnfben^eitöläcr)eln , ein 
lieblict) lifpelnbeö S3ittrn um 9luffür)rung biefer ober 
jener italicnifd;en Oper terfe(;lt feine 2*3irfung nict)t. 
©0 befommen irir benn auälänbifdje, befonberö itas 
lienife^e Opern leiber hi& gum Ueberbrug, neuere 
beutfefje Opern aber ^6er)fl feiten ober gar nic£;t, am 
afletirenigflen aber eine neue Oper (;irr guerfl gu 
^ören. Wlan mag allerbingö biö gu einem geiuiffen 
©rabe aud) bie auölänbtfc^en Opern betücffic^tigen, 
bagegen trollen ii?ir nicfjtö cinroenben; aber gegen 
biefc rürfficljtelofe ©etorgugung berfelben unb bie 
prineivmäßige 3urürf»e^uug beutfd;er Opern muffen 
toir aud toller ©eele protefliren. ©a fagen benn bie 
Ferren ^ntenbanten: „mit ben bcutfcfyeu Opern ma= 
djen n?ir niAtö, bie ^ertc finb fd;lecr)t uub bie 9Jlxi; 
fif ifl langweilig unb fdjirüfflig/' Seiber ifl baö oft 
\va\)x' y aber wer ifl grcfjtenttjeilö ©c^ulb baran, ba§ 
eö fo ifl? 3l;r Ferren felbfl. Jöiuntcrt junge biet); 
terife^e unb nuififali|"d;e Talente burcr) anfänglich fleis 
nere Aufträge auf, bringt biefe gu ©e(;ör, r;cnorirt 
entfpreer)enb unb bilbet fo jene gu größeren arbeiten 
r)cran. Verjagt fje aber nicr;t buvd; euer beSpotifcr)e3 
„fliein" unb terfperrt i(;nen nid)t ben SSBeg gu il;ret 
weiteren 51uebilbung ! ©0 würbe eure 2Bi rffamf eit, 
ftatt wie biel;er eine terberblicr)e, eine fegenäreidje 
fein; i(;r würbet balb beutfd;e Äunfl in üppiger Süöc 
aufblühen unb grünen unb fte unb unferc Äünflfer 
mel;r im Qnnflange mit bem 23clfe fefycu! 

SBcnn man aber, wie l;ier, bie ueuefle Oper bed 
eigenen ÄapeflmeiflerS beöatouirt, wenn man ffiaxfäz 
ner'ö ;/ 5lboIpl; ton ^affau'', welct)eö SBerf guerfl ober 
bod) fofort aufgufüi;ren, nad)bem eö anberwdrtö ges 
geben, eine ©brenppiett unfereö 3ntenbanten l)dtte 
fein foHenj wenn mau biefe Oper biü jeßt, unb gwat 
a\\S ©elbrüdficrjten, noer) nid)t gegeben ijat, wenn 
man, wie baö bei jeber anberen Oper gefcr)ier)t, bie 
t;ier aufgeführt werben fcU, lange tyn uub l)er t)ore$t 
unb forfd)t, ob bie Oper b;ier unb bort etwaQ „gc* 



143 



tnac$t" unb fte, weil baö nictyt ber gall iji, unkt» 
rücffie$tigt lä§t, obgleich ft)re Aufführung beffen uns 
geartet tyier vielleicht bcr (Saffe von grofjcm $ttortl;cil 
fein fönnte j — wenn man fo mit beut eigenen Äa* 
jjetlmeifter »erfährt, fo fann bcr fiefer fidj leicht bens 
fen, lote c8 einem mit bem $r)eater in feinerlet ©e= 
gietjung fteljenben jungen (Somponiften ergebt, ber ftc§ 
mit einer Oper heranwagt, einem folgen fegt man 
entweber gleid? ben @tul;l vor bie $fyür ober rennet 
ifym bor, »oie viel &eit »"* bem Siufhibircn, wie viel 
©elb mit bem Auöfdjreiben ber (Stimmen, mit b^r 
Auöftattung ber Oper verloren gegangen , wenn fie 
nicfyt gefaQe, weites SRifteo man übernehme u.bgl.m., 
nimmt bie Oper freiließ wot;l, um ftcfy einen <£ci)cin 
von Humanität gu geben, jur Begutachtung an, fcfyicft 
fte aber bem (Somponiftcn mit einem, allgemeine, 
freunblie^ abler)nenbe gloöfeln entfyaltenben Begleite 
fcf)reiben wieber jurüef, in bem auefy wofyl gefagt wirb, 
ber (Somponiffc tr)ue wot)l, feine Oper erft an einer 
Heineren Büljne aufführen ju laffen. SBenn aber ein 
mit reiben Mitteln auägeftatteteö §oftr)eater nidjt 
fo viel riSfireu will, tvie fann man bann bergleic^en 
einem *ßrovingialtr;eater ober gar einer wanberuben 
Gruppe jumutr/en? — Aber nein! riöfiren will man 
nun einmal gar nichts, man geigt nic^t einmal ben 
guten SBillen, fonbern lä§t bie allerbcfcfyeibenften Ans 
fprüdje eineö jungen Gomponiften unbeachtet unb füf;rt 
jlatt beffen lieber, unb oft mit bebeutenben Äoflen, 
italienifc^e Opern von Söerbi unb (Sonf. auf, ober fudjt 
längft abgetane, mit Siecht bem Söermobern anfyeim 
gegebene ©adjen fyervor, D,f fl&nr natürlich balb wie; 
ber ad acta gelegt werben muffen, ©ie einige Au8s 
natjme, bie unfere <3ntf»bang feit .^afyren gemacht, ifl 
bie, ba^ fte vorigen SBinter eine einaetige Oper: 
„ber neue Oberfl" von einem Hannoveraner, Qr. £iüe, 
guerft, fage guerft, aufführte j inbefe fcU ifyr SBers 
bienft bei ben Opfern, bie ber (Sempcnifl bringen 
mußte, eben nidjt gar groß fein unb ftc§ manche ers 
göfclidje ©efdjidjte bavon ergäben laffen. 

©aß ber S»tf»bant bei ber 20af;l ber neu aufs 
gufüfyrenben Opern ftdj guweilen nact) ben ööünfcfyeu 
beö £ofeö richten muß, baä wollen wir nidjt verfen« 
neu; unfer $of würbe aber hei energifdjen SöorfieU 
hingen von einem für bie görberung ber Äunfl aufs 
richtig unb t)iugebenb wirfenben äftanne bie Stüefs 
fldjtönafymen nicfyt verlangen, bie unfer jefciger %m 
tenbant btäfyer unb in ben meiflen Baden für ftd? ges 
nommen. ©eöfyatb fallt bie ©e^ulb lieber auf ifyn 
jurücf. @r ifi ftdjer ein getreuer ©iener feineö &errn, 
für ben er an allen defen unb Guben, freiließ auf 
unverantwortliche SBeife, fpart unb geigt, aber cheix 
beäfyalb ein fetjr fdjlee^ter fieiter einer Äunf!anftalt. 
SBir wünfe^en ihn bee^alb gum 4>eite ber Äunfl rec^t 



balb burc$ einen erfahrenen, funflgebilbeten unb uns 
abhängigeren ä^iaun erfegt ju feijen, ber eine folc^e 
©tcüc iiidpt wie ein ^ofmann nebenbei befleibet, fons 
bem ber fie^ tiic götberung ber Äunft, befonberö »a* 
terlänbifc^er Äunfl unb Äünfller, jur alleinigen ße* 
beneaufgabe gemalt. 

©ajj unfer ÄapeUmeifler S^arfc^ner ju folcr)er 
^anblungötoetfe beö ^ntenbanten nid^t bie &anb bie-. 
tet, ba§ er ben ewigen italienife^eu ©ubeleien unb 
ben franjöftfc^en galanten Trivialitäten nicr)t ba8 
SBort rebet, t>a$ barf man woljl ftc^er annehmen. 
Aber, wa8 l?ilftö? — er mu§ ftd; fügen. Ueber. 
l;aupt mug fein Q3er^ältni§ jur ^nteubanj ein für 
i^n fel;r fatale« unb fränfenbeö fein, gaettfc^ tfl, 
ba& er auf baö Repertoire ber Oper fe(;r geringen 
<£ii\fiu$ aueübt. Ob er tyn bure^ eigene ober bure^ 
Anberer ©c^ulb verloren, ba$ fönnen wir ntdr>t ges 
nau angeben 5 vielleicht pnb aber auf feine Gmpfe^s 
lung L? i 11 ein paar Opern beutfe^en Urfprungö jur 
Aufführung gefommen, bie ber (Safie nic^t ben 93ors 
tyctl gebraut, ben ber ^ntenbant ftc^ bavon verfpros 
e^en, unb baburc$ ifl 3?ii§trauen entflanben. hieran 
möchte etwa« Süa^reö fein, unb watyrfc^etnliclj tycit 
ber ^ntenbant folc^e Vorfälle benugt, um bie abfo- 
lute ©ewalt allein auf ftc^ ju übertragen, mit ber 
er fogar in ber nac^märglic^en confütutioneßen $ße« 
riobe unbefümmert fort regierte, unb nac§ Belieben 
annahm unb verwarf. ©ergleic^en, anä) wo^l bie 
Söal;rnet;mung, ba§ unfer $of ©Urfc^ner'fc^er äNuftf 
nicr;t eben ^olb ifl, worüber äftarfcfyner ftc^ freiließ 
leidjt tröjtcn fann, ftc^er aber am meiften ä^nlic^c 
äurücffeßungen, wie bie vorhin angeführte, mögen in 
!tUiarfcl;ner eine äNifjftimmuug unb S3itterfeit t^ervors 
gerufen Ijaben, bie er, vielleicht unbewußt, ^duftg auf 
feine gad;genoffen unb il;re ^rebuetionen überträgt 
unb baburdj gurücffd;reeft. Sl>ir fönnen fte unö wa 
nigftenö nic^t anberö erflären , wiffen freiließ nic^t, 
ob fte ftd; nidr>t fd)on vor feiner Berufung l;ierl;er bei 
il;m gegeigt l;at. ©em mag nun fein wie il;m wolle, 
wir glauben, bafj ^arfc^ner bei feiner immer nodj 
einflu^reidjen Stellung fte^ bod; allgu pafftv vers 
^ält, ba§ er für beutfe^e ^unft, befouberö auc^ für 
junge Aünftler unb i^re S23erfe, me^r t\)i\n fönnte al« 
er bißlang getl;an, bafj er il;nen freunblic^er mit Siatf) 
unb Sl;at jur ©eite flehen unb il;rc 3»tereffni, btc 
ja auc^ feine eigenen flnb, mit mer)r aufopfernber 
Siehe vertreten fönnte, ol;ne fic^ etwaö gu vergeben. 
SBie wir fpäter feine äJerbienfte gu würbigen wiffen 
werben, fo fyaben wir auc^ biefen wunben glecf nic^t 
unberührt laffen fönnen, unb tfjn um fo mefyr mit 
fc^merjlic^em ©efü^l berührt, alä wir fonft in ä)]arfe^s 
ner einen wahren beutfe^en Äünftler von achtem @e^rot 
unb Äorn fyodjadjtcn unb verehren. SBir hoffen von 



144 



bet &tit, bafj fit biefcn 3n?iefpaU in i$m $e6en unb bem «Jerfpredjen, i$m fcatb unfet Ordjeftet s unb 

fein innere« unb au§ere8 SBirfen unb ©Raffen in ©angerperfonal »orjufhacn, worüber nrir im (Sanjea 

ttoßfommenen einflang bringen tuerbe. erfreulichere* ju fagen Reiben werben. 

(So toertafien wir beim für ^eute ben fiefer mit £annoüer, im @ept. 1849. 9Jt. $. 



ürttifdfter 3ln*etflct% 

Ucbctftd)t fcet neueftett etf^cinutiflcn auf t>em ©etoetc t>er SRuftf* 

4£irrftenimifi£* kran f- ftrünbrrg, St. TOfifj. lfte« Ijrft. lft* unft 

W ^ 2t* Stimmt 2 0gr., 3tr ettmnu 5 fl r. 

9ft. ©Ollimet, Collectio operum music. batav. sae- mM befptod j en# 

culi XVI. Sfbott. Tom. VIII. #> 

SBitb btfotodjett. ?ö U Ol « t. 

_,«.„., 9t. SEBttfltUt, Wie fiunft un> *i* lUoolution. ©tt* 

gär @*ulocf«tn0. m^, 1849. 

g. ©. ®. Stitföe, mutikolifcb« Äftrbm-firter- 3BM> 6efero$eit. 



Snttlii&enzblatt. 



Dnrch mich sind zu beziehen: 

12 neu komponirte Entreacts 

von 

Ä. Bochmann, 

Dircctor der Militairmusik des kurhe>s. Armeecorps, 
Mitglied des Hoflhealerorchesters. 

Partitur und Stimmen. 
Ca s sei, den IT. September 1849. 

C. JjiicKhardt, Musikhandlung. 



Verlag von V. JThiStUng in Leipzig: 

Gustav Vlügel 

Op. 27. 

Blumenlese filr Pianoforte. 

Heftl. Pr. 15Ngr. 
Op. 14, 16. Nachtfalter für Pianoforte. 

Heft 1,2, jedes 20 Ngr. 



In meinem Verlage erscheint demnächst: 

KExiohtynt £ tcbe. 

Gedicht von H. Heine, 

in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung 

des Pianoforte 

von 

Mortier de Fontaine. 

Pr. 12| Sgr. 
Cassel, den 20. September 1849. 

C. Ituckhardt, Musikhandlung. 



Eine Sammlung guter Gt eigen von Amati, 
Steiner, Klotz, Ernst u. A. wird entweder im 
Ganzen oder im Einzelnen sofort billig verkauft 

Wer hierüber Auskunft wünscht, möge sich in 
frankirten Briefen an den Organist Stade zu Arn- 
stadt wenden. 



CS- ötnjelne Wummern b. 9t. 3tf($r. f. 2Ruf. »erben gu 1J 9tgr. beregnet. 
$rud oen 9c Rücfmann. 



IX t u e 




<itf$ttft f*r «B«ftf. 



Sranj JBrcitbel* 
©nunbbreifHgfter 99anb. 



Jtf 28. 



8} t?l e 9 tt; 
Robert Briefe in Seidig* 

Den 3. Dctober 1849. 



fljüa tiefet 3ettfd). erfajetaen to&djeMii($ 
2 Hummern Von 1 et er l'/i S^cn. 



$rel3 be* ©anbei *on 52 !Krn, 2 1 /* £J?It. 
3nfertion*gebüi)rcit bit $etitjeite 2 9igr. 



atbonnement nehmen atte $oftamter, $n$*, 
äftuftf* unb ÄunfUjanb Jungen an» 



3Tl&alt: 83 tief« fiter Äunft unt £f&m. — Alrfne 3<itung, £aß**flffaii$ti?, Sermiföttl. 



»riefe über fiunfl unb £ebcrt> 



63 ift flifl gehörten in bet SBelt. ©ie ©#tat$* 
fefber liefen ebe unb müji ba, baä Gdfjmcrtergeflirt 
t/at ftdj in ein miberlidjeö (Sett^et t? ertöten, baä au3 
bm Kabinetten tec gutflen fcerauätünt, unb auf eine 
mg mogtict) no$ miberlia>re Söeife bie Sftunbe burdj 
bit Sntungeu maefjt. @in ötef etffiCU bie eioilifirte 
SBelt, bei ßfet über btc eigene Od?roä$e unb bic &r= 
bdrmli^fcit, man möchte pdf felbft jetfleten, um nur 
auä fcem fdjlammigen Äot^e bet Wandelt, be3 ffiiin= 
felS unb rineä f^ewfli^en Sgciämuä tjcrauäjufoms 
weit. D moljf bem, btr in biefem Stugenbliet baS 
tief gefattigte duropa uet(affen unb in brn SBatbern 
tttn ämerifa bet SRenfäen uitb it)ter 2tjctt?eiten ucr* 
geffeu tann; tf o^t bem, bet ni^t n£tt)ig t/at, mit 
Unberfitebenbem §crjen ben „®rei griffen" «nb QnftU 
ttttienen tcS eitulijirten (Suropa Shrilnafjmc gu fi;cri= 
leu*, txns\)i bem, ber burdj bie {Re&alution unb eine 
tätige SnittvirVuiig bei berfelben nidjt gejtvungen 
toirb, übet beutle 3uftanbt unb für <£>eutft$e ju 
fd?rei ben! SDcutfct) ! mem fleigt nia^t bnö ©tut in 
bie EBangeu, mrnn et biefen tarnen auöfpridjt, unb 
Alt bie legttoetfloffene 3"* benft? ©eutftfj! baß fjeijjt 
Sktirf) unb Ltriebet Sdjmadj, bcutfdj! baä ifl bet 
Inbegriff ber Äfeintiä)feit unb eineä flud>U5urbigen 
*Partieutntiämu8, bet SBieltcbetei unb bei ^eiltcfeflen 
SBinrmattö, ben bie ©efdjidjte aufjumeifcii ^at # ©es 
geiftexung, Aufopferung, Unterorbnung, JKft$it$ttt bet 
Styat, unb nic^t fctoS be3 @eb nutend, tieft nott/men; 



bigen Stttrifcutt ber Stetiolutlon ftitb mit btm Stamm 
„beutfeb" untjetrüibar; ja tuo^t/ mit fiitb fecgtiflert, 
aber übet unä fetbfl, mit opfern un3 auf, ab« nur 
für unfet eigene^ ^ntecefft # mit otbneit un^ unter, 
aber gemtfj nut unter un€ fetfcjl, mit ftub titf}\\ mit 
ber S(^at, ahn fielet nut im äufterfitn äRoment ber 
aSetimriftungi jebodj menn e3 baö gro§e dSanje gilt^ 
menu ei (jeijjt: (Ulli dua^ in Sftcii? 1 unb ©lieb, um 
bet Siei^dt mert^ }tt fein, — bann femme n mit mit 
unferet famofen Ätiti! jum Sorfc^cin, bann finb mit 
mieber gan^ beutf^, b, f). mit jupfni unb tupfen fo 
lange an ben Sfienfdjen, bie um unä finb, üom §6^? 
flrn 6iä jum Sßiebtigflen Ijctum, mit iiitgetn, mitfetit 
unb jetfe^en fo lauge, ^i@ bit grei^eit trauernb t^r 
Stntli^ te^ilat, unb auf^ SReue in unabfe^barc gerne 
enttürft t% ©a6 ift bit ®efc^id)ie ber beutfa^en {Res 
üolution uom $a§u 1848. — 

Sine trautige ©ef^icr/te — menn man fle nut 
toetgeffen tonnte! 

3* mitt^ tjerfudjrn. f ,iEurj ifl ba@ Seftn, lang 
ifl bie jtunft/' b. ^ bie Seibenf*aften bet SKcuf^en, 
unb menn fle aud? in imfjctiirenber SBnfe jum ^Jcr= 
fc^ein femmen, merbcu gar batb in ft^j fetbfl i^t 
©tab ftnbcn^ abet bet Orittiil biefer SOlenfa^eu, ber 
ifl eiüig, bet tebt fort tn i^ren SBerfen, ^^ mar 
uor menigen SBor^en in ©trafjfcurg. ©ie ©tabt mar 
boIK toüJt ^(iid^tliitgrn, ton ^etäuf^ten Hoffnungen, 
öon JRa^fgefü^fm, furj üon ßeibenfa)aften aller Strf- 
SPZan t)attc fic^ flutten muJTen Vüi lern gemeinfe^afU 
lid?cn Srinbe; aber aU menn bit 27fmfd?en ber geinb* 
f^aft bebürften, fegten fit fie unter jia) fortj man 



146 



fhüt f?d>, man ftagte ftd) gegenfeitig an, man beneis 
bete flc$ grgcnffitig ^ man lieg noc§ im Unglütf ben 
Untrrfd^tcb bed WangeS unb beö SBermögenS gelten. 
Unb u6rr bem 21flen tagte bet ©om in feinet alten, 
tounberbaren SBBetfr $ertor, eine lebenbige 2lnflage 
geg*n bie Sflenfdjen, unb bod) ein r)errlic$e$, unter- 
gangtic^eö ©enfmal menfd)lic$et ©röfje. £)ie Äunfl 
tagte $oä) «Set bie SJJenfäen unb ifyte £r;orr)etten 
^ertcr — ja wotyl, furj ifl baä fieben, (ang ifl bie 
Jtunfl! 

SBenn wir SlfleS im ßeben erfdjopft t)aben, wenn 
Wir tcbtmübe ftnb ton bem, tt?aö un8 bie ©cfctlfdjaft 
ju bieten termag, bann \)at bcc$ neety bie Äunfi it)s 
ten teilen Quell für unö bereit, bann wirb ftc un8 
no<§ am elften erquiefrn unb aufrichten fonnen. 3$ 
etnpfanb baö noch tot wenigen 5lbenben. -3d) war 
im $t)rater, Woger fang ben (Sbgarbo in fiueia ton 
Sammermcre. Sßaö $at bie Äunfl au$ biefem Wcs 
get gemacht! SJor einigen Sauren §*** »<*) ty" oft 
getyott, e8 wat ein ©enufj, lüie eö beten fo tiefe im 
fieben giebt : idt) terliefj bamalö baö $r)eater in bets 
felben ©timmung, mit bet id) auö einem ©alon fam, 
krt mit ben neueren SDingerdjen bet mobetnen 3" s 
bufftie au8gefd;mücft war-, abet jefct! Woget ifl ein 
Snbetet geworben, bet fünfllerifdje genbö, bet in 
tym war, r)at ftd) auf eine mächtige SBeife entwicfelt, 
e8 tfl nic^t met)r bet franjoftfäe Wcmanjenfänger, 
ben Wir tot un$ ^aben, nein, e$ ifl bet Xragifer, 
ber $)e(b, bet fynrri§en, bet begeißetn fann, unb Wos 
ger'8 latent ifl erfl jefct auf bie S3ar)n getenft wor: 
ben, für bie e« urftnüngli* benimmt trat, fc^limm 
imt, bafj feine natürlichen bittet faum nod) jureis 
$en, bUfe neue Saufbafyn ju terfolgen. ©ie frans 
jöftfdjc <5d)\\U, bie fomifäe Dper tjaben feiner ©tim= 
nie ©äö genommen, woran wir ©eutfe^e in tragts 
föen Opern tor allen ©ingen gewBt)nt ftnb 3 bie notfc 
Wenbigcn Eugenben eine« ©augerö ber Opera co- 
mique , bie gertigfeit tm Wculaben«, (Sabenjens, 
Srifler*, ja fogat im ©raeiöSftngen, a(T biefe %\\s 
genben, bie Woget in fo (jotjem Orabe beftgt, finb 
für feinen neuen ffißirfungefreiä S'c^tcr , an bene« et 
in ben meiflen föällen Reitern fann. 3n IDpern, 
Wie 2ucia, wirb bieg weniger Ijertcrtreten, abet in 
ben Hugenotten bürfte c8 wot^t feine ©eltung beans 
fprudjen. 3^^^ ^iö *$ n«*t torgretfen, er wirb 
nod) alö JRacul auftreten unb tielteic^t meine ©es 
fürcf)tung ju @e^anben mad;en. ©ein (SbgaTbo wat 
eine ^eiflerleiPung, er wufjte in feiner ©arjiellung 
eine fef?r glücflic^e SHifc^ung ber fiiebcnäwürbigfeit 
unb tieften fieibenf^aftlictfeit geltenb ju machen, bte 
mir im Sweater in biefer Wolle nod^ nidjt gegenüber* 
getreten ifl. — ©ein ®eorge Srown bürfte in bet 
Sbatflcffung ben Hamburgern weniger gefallen ^aben, 



unb jwat au« bem einfachen ©runbe, weil et au* 
biefem Untetlieutenant ni^t einen Waturburfdjen mac^s 
te, bet mit H<t n k™ unb gügen auöfc^lägt, fonbem 
einen mit ben ßormen ber $Mlbung, unb jwat ber 
ftanjoftfe^en gefenf($aftlicfyen ©ilbung, au^geflatteten 
Eataliet. 2Ba§ ben ®efang anbetrifft, fo tljut Wos 
ger in biefer Wolle tiel 311 tief, er femmt aud beut 
Salfett unb ben Woulaben faum ^erauö. 5Cieö ifl 
eine (Srföcinung, bie ftc^ fet;r leicht erfldren lagt. 
SBenn man eine Wolle jwei:, brei^unbert 2)cal ge* 
fungen i)at, wirb eö eineä ganj anbeten Söirfunges 
fteifeö ale ben beö X^eatetö bebürfen, um ftO> tot 
bem 3"»ifl J" bewahren. Uebrigend wei§ Woger ges 
rabe in biefer Wolle eine gtau^enbe ^e^nif geltenb 
^u machen, unb wenn unfere beutfe^en Äritifer unb 
©änger bie Wafe rümpfen über bie „SBerunjlaltung" 
bet SBoielbieu'fc^en 2?iufif, fo mögen ftc nic^t tetgefs 
fen, ba§ biefe Söerunflaltung Satjxt lange ©tubien 
torauöfe^t, bie fowofyl ben H^r«* ©ängern, alä auc^ 
ben Äritifern ntc^t fdjaben fßnnten. — 

S^^eobot $agen. 



Aleine 3*ütmg* 

Sie (Sotttöbte ber S^ieripelt» 

€ine Säbel, 

erji^t Don Gatt öollmicf. 

(ßortfe^ung.) 

JDa er^ob ji$ ber ?on?e unb brüllte mit SBfirbe: „5Bo^b 
toÄren keir ßroBmüt^ig, trenn to(r eine üuqrnb befhafrn troll« 
U* f ton roclcfcer ber SJcenf* nic^t« »eiß. 34 meine bie 
Xtcue. güffet ben £nnb ruljig ju ben Ruften frlne« $tuu 
lUgen." 2)ann fnl;r er fort, tnbem er ftoij um fiefc blicfte: 

,,(&uu Älaflen finb geregt, btnn »ir felbfl ftnb Ja ni$t 
einmal tetf4)ont geblieben von ben ^njurirn ber WenWen. 
©a< nn^t eö, boj fte nn* Äönig 9?cbel ober 9cufanu6 iitu? 
Kren, »renn fte un6 auf ber anbeten ©eite trieber iörevel nen« 
«en, ober mit bem ©fei auf ffirannttr-einfdjilbern parallciifl« 
ten, roenn fte unferen angeborenen Sloel au<^ Liliputanern bei« 
legen, bie bodjftcn« nur ©c^aafnaturen Ijaben, ober jene» <&t* 
toalt«r)erTf4ern , bie »ofjl ben rttSenben ®rimm, aber nic^t 
bie ®rogmutr) mit und gemein r)aben. 3)ie <§d)mad>, bie 
und bi^ 9Wenf(^en antfjun, überwiest taufenbrnal ibre jroei* 
beutigen ©l^renbejefgungen. Unb toir, bie Attribute t;or)ec 
®ötter, foflen biefen \>on Seibcnf^aften bnrd)fur<tten »WenfAet 
Wnget mit unferen (fi^enfd^ften an^belfen, \oir f bie roir fie 
an Efla$i$Uit unb on ©«rec^tigfeit beftbSmen .... 

„91m$ an ©erecfttijjfeit?" f^naubte bie ^5nf unb geigt« 
itjr fui<btbar«d ®eb*§. 

„3a, bu gemeiner »at^eri^ «rwlbfrte btr 8o»e-, ,,*tm 



147 



Wann tyaben wir jemal« mit ben digenfdjaften ber $ienf4en 
ßc^ra^lt? 3Bann r)aben wir gcfagt: gu4«, ©omtofaff ober 
33linbf4lef4e fei ein 3efuit, ber Siger ein S^rann, bie Äafcc 
verliebt wfe ei« 3)iäb4en ober ber ©elbf4nabel ein $rofeffor 
ber Sflr)etorif ?" „<So wollen nur 9ta<$e nehmen an biefen 
glatten 53efiien," grlngte ein fetter *Pavinn, „bie immer fa. 
gen, Wir §lffen feien ber Uebergang gum 2flenfd)engef4le4t, 
toäljrenb biefe bod> nur ber Uebergang gu und 2lffen ffnb." — 

„34 will riify mefjr auf mir herumreiten laffen," wie- 
herte ba« JRog. 

„SWir feil man nid&t meljr bie £aut über bie Öftren gie; 
!>en," feufgte ber #aafe. 

„34 will ni(^t mefyr trommeln laffen auf meinem gell," 
blöcfte ba« Stalb. 

„Unb wir wollen nidjt meljr ben gewaltigen #al« unter 
iftre 3o4e beugen," brüllte ein mächtiger Stier. , gammelt 
cud) um meine $erfon, ir)r Cdjfen, wir wollen frei fein wie 
nnfere Säter waren, unb un« ni4t fügten vor ber 3Ha4t 
be« 9flenf4en. 2Bir wollen unfere furchtbaren Gräfte ge* 
Brauchen." 

„2Bir wollen Sllle glei4 fein/' pfiff eine <5vifcmau«. 
z,3a, ba« Wollen wir!" f<$rien afie Spiere. /; 9tacr)e an ben 
$r/rannen! 3u ben flauen! SBefcet eure ©4näbel, entfaltet 
eure 3äljne!" 

„Unb f4on broftte bie fur4tbarße Devolution ber SBelt* 
geliebte lo«gubre4eu, bie ber ro^en Gräfte gegen civilifirte 
2fta4t, fdjen wollten bie Spiere na4 allen SBeltgegenben ger* 
Sieben, al« ß4 ber 8öwe err)ob unb gleich bem Bonner auf 
bie SNenge berabbrüllte: „hiergeblieben, ifjr Unftnnigen! 
2Bogu bin i$ euer $räfibent, wenn ifjr tr)un Wollt, wa« eu4 
beliebt? 2Ba«? 3t>r Wollt gleidj fein? b. I). mit anberen 
SBorten: iljr Wollt (Siner fo viel beftycn wie ber Slnbere? unb 
Vergegt bc4, baß bie Statur un« ?llle ungleich gef4affen l;at. 
3f* benn ein 33fatt be« 2Daibe«, ein Xrcpfen Gaffer bem an* 
beren gleid)? ffienn ber (5)eier bem Samm bie Hälfte feiner 
2Bclle nimmt, l)at er bann auet) bie Hälfte feiner Unf4ulb? 
©« giebt auf örben Feine ©lei4bcit, benn ber (Sfcl wirb im* 
nur (Sfel bleiben, auet) wenn er geljnmal meine «feaut über 
ft4 ^öße. Uebrigen« feftt iljr mir gang barna4 au«, bog ir)r 
bie £f;eilung nur gum 33orwanbe gebraust, um alle« gu fref* 
fen. 34 verbitte mir aber fünftig Derartige *protoüfüionen. 
£>ie einige ®leidftr)eit wäre eure Dummheit, wenn felbfi bar« 
in nic^t wieber (Siner ben Slnberen überträfe. Dixi! „9lber 
Wer blocft ba? wer bükt um'« fflort?" 

Unb ein gutmütige« ©4aaf Heiterte auf ben Dörfer eü 
ne«Äameel«: „(Srlaubt, bag auet) ein frtebH4 geftunter 33ür* 
ger fein Sßotum abgiebt," unb ber neue 33olf«rebner fptaej: 
„3r)r wollt eure 9taturre4*e mit S3lut wiebergewinnen, unb 
überfeftt in eurem blinben Gifer bie geuermafd)inen unfern 
Seinbe. ©oKen wir iftnen üxoa freiwillig ein Xreibjagen er- 
öffnen unb gerabeju in ir)rc .Rüdjen unb 93ratfpiefje renneu? 
ffiäre biefen geinfdjmecfern ein Xigerbraten, eine (Sle^anten* 



Feule, ober gar ein Söwenragout nic^t gerabe fer)r toillfom/ 
men? *abt i^r niejt fc^on taufenDmal gehört, ba§ wir f«r 
bie greifteit noeft nic^t reif feien? De«^alb Wartet, bit man 
e« un« gefälligß mitteilt. €eftt mic$ an. (gd)on feftr oft 
Ijabe i^ meine SDolle bergegeben, unb immer \vi<b$ fle mit 
wieber auf« «Neue. 93in id; nidjt gu beneiben? 2)e«^alb 
noefi ®ebulb, meine ©xüter; benn ©ebulb überwinbet 9Ule«, 
unb Olulje ift bie erfle S3ürgerpflid;t." 

2)a« gute <Sd)aaf Wellte noct) mc^r reben, aber jum Un^ 
glücf überpel e« ein Ärampfljufien, unb e« mu§te abtreten. 

,,«6Ätte id) bo4 bem bummen 33ief> feinen folgen ©djarf* 
ftnn gugetraut," fprac^ ber £öwe, „aber wa« fagt unfer 
guc§« bagu?" 

„34 nieine,'' entgegnete biefer, „Sifi ge^t über ©eWalt, 
unb wir rächen un«, inbem wir un« fielien, al« waren wir 
fröftlid} unb jufrieben. Unb lci;rt bie ürfaljrung nic^t, baf 
bie gewohnte ©elbtftaufcbung am (Snbe gur wirfli^en ©a^r* 
tyit wirb? <&o wollen wir verguügt fein, wollen un« amü* 
jiren auf Soften ber men|'4lict)tn X^orl^eiten, bann ärgern fte 
fi4, unb Slerger tobtet mcl?r al« Jtlaue unb ©ebi&. 3^r 
toift e« 5llle, am meiften mißbrauchen un« Jene Seute, bie 
au« !laufct)ungen eine ^rofeffion machen unb fic^, glaubMdJ, 
$riefier X^aiien« nennen. iDiefe gerabe pnb unfere größten 
93eleibiger, inbem ftcfc jeber ©aufler einen göwen be« Sage« 
ober einen $f;önir nennt. Unb gerabe i&re GomöWen finb 
e«, Worin fie am meificn mit un« prallen, äßoblan ! fo lagt 
un« au4 einmal eine fold)e gomöbie aufführen, unb gerabe 
mit jenen (5igenfd)a;ten, weldje bie *Kenf4en von un« bor« 
gen, felbßfiätiDig auftreten. 3u iljrem Slerger gefeilt ff4 i>ann 
bie ©4aam; wir vernieten ffc moralifdj/ unb . . ." 

Slber ber $Rebner fonnte nid^t enbeu, ba ftd^ ein fold^er 
S3eifall«fluim crl;ob, ber jebe« feiner folgenben Sffiotte ver* 
fcblang; 5llle« fetyrie bravijftmo , flieg unb febtug um fidj, 
bäumte, wälgte (14 vor ©ntjücfcn, unb felbp ber 2öwe flatfc^te 
in feine flauen. 

„§ein SRatt) ifi vortrefflicr)," brüllte berfelbe, „unb jum 
2obn bafür wollen wir beinen <5d)weif in ben Slbelftanb er« 
^eben. gortan l;eiße 3ebcr, ber un« fc^meic^elt: gud)« 5 
febwänger." Unb alle 3:t)iere fyulbigtcn ^ cni giücfiic^en 5Jar* 
venue, am meiften aber bie Jtafee, bie (14 fc^nurtent» an t^n 
f4miegte, weeljalb au4 ber 91ame ^c^meicf)elfa^e entfianben 
fein mag. JDer gu4« aber verwerte Sllle feiner gang be* 
fonberen (Sunfi. 

„Unb nun au4 foglei4 an'« 2Berf, unb an bie Stollen* 
Verteilung," fpra4 ber £öae. „Da aber unfer groge« $er* 
fonal bef4äjtigt fein muß, unb bie Sbu^ne fetyr au«gebe^nt 
ift, fo müjfen wir vor allen Diugcn eine Over t)aben, bie für 
biefe coloffalcn 93erl)äitniffe )pa$t, benn Wo giebt'« einen 
pra4tvollcren -profpectu«, al« biefe 93ergfette ober biefe« 
SWeer? wo ein reigenbere« 5>obium mit feinen SDalbcouliffen, 
al« biefe SBiefe, unb wo ein flarere« $immel«blau? Unb fofl? 
ten wir JDonner unb 33U& gebrau4en, fo wirb ©ruber 9tar, 



148 



ber Slebliug Softer«, f<$on bofüt forgen. $ofcomponlp foll 
greunb üRaufer au« bcm #ämmerling«gefd}lc<$t werben. (5t 
muß und in aller (Site eine große Opera au« befannten fflel« 
fen gufammenfefren, wobei itjm ble 3Meb«vö>*el Spafc unb (51* 
ßer beljuipid) fein fönnen. JDic ginale« übergeben wir ber 
Xarantel. SDfd), geliebter ©cfclangenabler, ma$en wir, beiner 
au«gegefc$neten §c$wungfeber wegen, gu unferem Vureaufra* 
ien; bn veibienP biefe« 9lmt, ba man bi$ ja am Vorgebirge 
ber guten Hoffnung ©ecretair- Vogel nennt; bu, ©el§el*Scor* 
^ion, FannP ir)m al« Mecenfent afppiren, unb bu, grbnlänbi* 
f$er 2)elpr)in, von ben grangofen (Souffleur genannt, foüft 
an$ biefen (Hamen in ber $t)at führen. 3«m JtapellmetPer 
ift ber (Slepbant, feine« grofjen Düffel«, feiner breiten Otyreu 
nnb feiner biefen £aut wegen, wie geboren, bod) fann ibm 
ba« (Einhorn al« Vice>3)irector gur (Seite fielen. 2)amlt 
tt)r aber in eurem (Sifer ni$t nadjlafjt, fo foll euefi ber Vüf« 
fei £ag unb Madt)t in bie kippen flogen; biefe unau«gefefcte 
$r)ätigfelt foll bann ftinfüro „büffeln" feigen. — 2Be«fjalb 
aber richtet ber Strang an« Slfrifa fein «fcaupt no$ rjöljer 
empor V 

„ffieil bu mi$ »ergeffen t)aP," freiste unwiHig ber 
©trutrjto. 

„$m," fpraej ber Söwe, „fo ernennen wir bid> gum 
SBalgerfabrifanten unferer £ofbälle unb gugleicty gum SMrector 
ber italienifcfcen Oper." 

()ortfe(un0 folgt.) 

ütipliütt Zontünftltts&txtin. 3n ber 9(benbunter* 
Haltung für 2ttifglieber am lTten (Sept. machte ber Verein 
in einem Duartett für (StreidMnPrumcnte tton (S. Jllifcfd) 
(SRfcpt), au«gefüljrt von ben SDWgiiebern 2Herjer, 2Bilf*au, 
Mübner unb Xaulmann, eine intereffante Vefanntfdjaft. «fta< 
mentlfd) War e« ber erfte <Safc be« 2Ber?e«, welcher bie 2U* 
wefenben burd) 9Reid()tt)um unb (Sigenil)ümlid?feit ber SWelo* 
bien, wie burd) fernige £armonif feffelte. Mäd?ft tiefem 
machte ber brüte <Safc (Slnbante) burd) ba« iljm entPrömenbe 
innige ®emütt)«leben nachhaltigen (Sinbrucf. (Sdjergo unb %i* 
nale, in«befonbere ba« £rfo be« erperen, fanb man weniger 
Wirfungdvofl, ein Umftanb, ber tt)eil« in ber Sompofttion an 
pd), tfjeil« audj in ber $u4füt)rung, welche wegen SRangel« 
an 3eit niebt gehörig unb bem 2Dunfdje ber Vortragenben 
felbft enifpredjenb vorbereitet werben fonnte, feinen ©runb 
Ijatfe. 8)lan fprad? ba« Verlangen au«, ba« Söerf nod} ein 
SWal gu fjören, unb wirb be«!)alb baffelbe in einer ber nä$< 
Pen Unterhaltungen normal« gum Vortrag gelangen. 



Singer bem Ouartett famen burety bie Verein«mitgliebet 
Älbredjt unb $apir bie (S*2Ho(l (Sonate für $ianoforte gu 
vier £änben von On«low, ferner ourd) eine €>d)ülerln be« 
$rn. QWftjer Slrie für SUtpimme au« bem ,,<8lia«", enblicfc 
burdj &rn. SRrtyer Slrie von ©lucf unb ein Sieb eigener (Som« 
VoPtion (SWfcpt.) gur 9lu«ffi^rung. (Sämmtli^e Äu«fül)renbe 
erwarben p<^ bie beifällige 3uPimmung nnb ben JDanf ber 
Verfammlung. ^ ^^^ ^ M @d)riftf ^ r<rd : 

91. 5)örffel. 



Sagrtflefd)tc6te. 

Vu$iti$mn&tn t 83efotbetungttu 2)em Äapellmei* 
Per be« (Stabttycater« gu granffurt a. SW., $xn- 2out$ 
®$inbelmeiffec f würbe biefer Xage von bem $ergog gu 
©a^fen Coburg * ©ott^a bie bem «ftergogl. ©a^fen (Srne^ 
Pinifcfeen «&au«orben affüiirte golbene VerbienPmebaille ver* 
lieben, unb biefelbe nebP ber 2)ecoration unb einem (Sremplat 
ber JDrbcn«Patuten bur$ ba« ©äd^pf^e (Staat«miniperium 
gugefanbt. 



Setmif$te&. 

IDie vom ^oforgelbauer ffl. SWetyer jun. au« Hannover 
neu erbaute Drgel in ber reformirten £ir<§e in ©eile würbe 
am 26fUn 5lug. b. % fird^lid» eingeweiht. JDer je^ige *Pa^ 
Por £ugue« t)ielt eine fc^öne ffiet^rebe unb $rebigt, unb ber 
(Stabt« unb (Scblog* Organ iP ©tolge, ber guvor bie JHevipon 
vorgenommen, unb ba« ffierf (von 12 flingenben Stimmen 
auf 2 Manualen unb $ebal) für gut unb bauert)aft befunben 
t)atte, fpielte gur ©rbauung ber gar)lrei(^ verfammelten ©e^ 
meinbe bie Orgel. 

Sri. Antonie Swqecf , <S$weper ber ^ofopernfdnge* 
rin, wagte na<$ ben ©afifpielcn i^rer gefeierten <S<$wePer 
ben erPen tt)eatralifa)en Verfug in „guefa" auf ber Vüt)ue 
gu Vre«Iau, unb erntete überrafäenben Vcifall. 3^re wol)U 
Flingenbe reine jugenbli^e Stimme, il)re vorteilhafte ©ePalt, 
fo wie ii)x fa^one« unb angenehme« 2teufiere, werben i^r eine 
glücflige 2aufbar)n verfpre^en. 



»edcftttömiö. Mr. 17, S. 90, @p. l, 3. 22 beliebe 
man ba« „ni$t" gu Preisen. 



©efcf)dft^nptUen» fceipgia, Sluffafc Mr. 20 betr. ffiir bürfen einer (Speciafirät, wie bie angeregte, nfd&t fo viel 
Sflaum wibmen. Soll 3br Slrtifel aufnähme pnben, fo muffen wir ©ie erfud)en, benfelben beträchtlich gu fürgen, unb (Sie 
Fönnen benfeiben gu biefem 3wecf in ber griefe'fdjen ^anblung in ömpfang nel;ntfn. 2(ngener)m wäre e« un«, 3t)re fdt* 
Fanntf^aft gu maäen, wobei wir 3^nen, wenn (Sie e« wünföen, Verzweigung 3t)re« Manien« gupd^ern. 

JD. 5Reb. 



!Dru(f oon %t. 0(C(fraann k 



U tu e 




titfätifi fit 




Statt) &renbel* 

©inunbbretfngfler 2Janb. 



M 29. 



$<r(egert 

Stöbert Briefe in Sefpjfg* 
2>rn r D r tober 184», 



$*a bfefer 3rCtf^>* et feinen tooetyeittKdj 
2 flftnmmtto ucn 1 ober I'/t ®ogtn* 



^ret* bt« öante« MW 52 ftta. 2'/ s $6ir, 
3nferii(m*gebü$ren bie $etftgciU 2 «Kgt. 



Abonnement nehmen alle ^oflämter, gtaityr, 
SRitjih unb ituttfifjanbiungen an* 



3>t&aU: $ac ^ianohtU ju biet ^inben. — %U %trtiit> — Bixiftt über tic in bee &wntft$e $u ©t, ^Pttri in Bttmtn nrtt 
«baute Dtgtl. — JSritifa« Xnjde*r, — 3nUUfg«i)4bIatt. 



$üt spiaitofotte ja Ute? ^änbem 

Äbolp^ SBetgt, ©p. 6. Capriccio. — €«#5, <E* «*- 

Peters, pr. 1 ZSjlr- 5 Hgr. 
— — , ©p. 8, 2me Capriccio. — Cbenb. 

pr. 1 tljlr. 

3fl ©incr untet beu jüngeren SonfünfHern, auf 
roeldjeu man gtojje Hoffnungen gtuuben batf, fo ift 
e# SSergt. Wit fein Sinteret tton i&uen t;at er eine 
3«funft oor fl^. Sie urfpnmglicrje Äraft feinet Sa* 
leiitcä treibt ftf gefnube, öotlc £Mütl?fn, bafj bie ^eru 
li^flrn grumte uie(t aufenbld beu filmen* SBir fpras 
<$cn und \d)cn t>ot einiger 3^t tu tiefem Sinne aiiä, 
wnb fmb jejjt bereit, nafyer hierauf einjugeljeti. fERan 
tonnte namlic^, (jiufelictenb auf bie Seirfjtigfeit, mit 
melier unfec ÄJiufHet bie mufifa(ife$en gönnen be* 
^rrrfc^t, fjinblictVub auf bie griffe feinte ättelobien, 
auf bie Aernigteit feiner Harmonien, auf bie gauje 
bnrdj uiib butdj ütganifdje @eflaftmig feiner Jßetfe, 
jit bet gtagc geneigt fein, U)e3tyalb mir juiiad}|1 nur 
Bon Blütijrti unb nidjt fe^on tirm Stuften fyredjen, 
toeöljalb ii3 ir nidjt fo fcljt auf baä Uicten, Lt*aä er 
fceteitä tJDtltra^t (jtii, a{3 metnuljr auf baö, mafl et 
iicdj ttoflbringen [oft unb wirb, ©ie Stntiüütt luirb 
bem nidji Brtbotgen bleiben, welker mit jtdj über brn 
eigentlichen unb ipafjmi Beruf bet Äuufr unb be3 
JtinfKeii im ftlareu ift, 

©er fjoije, gotclid^e Beruf bet ftunft fattt ganj 
mit beut fcet Stfligton unb SSiffeuf^aft jufammcit. 



3fl eö rna^r, bafj tiefet Seruf bann 6efic^t, bie 
SJtrofdjfjrit ju befreien # ju erlofen, b. ^, pe frei ju 
machen tjßn betn y luaä p L - in fdnbfefige Parteien jet* 
tiiiftet, toa€ i^r Stenb unb 5Bevberfam ferittgt , alfo 
frei ^u machen öon ber Söurjet atteä Uefcetä, bet 
©rtfcfifut^t, fo erajefct fict} für btn AiinfHet ganj eins 
fac^ bie Qolgeruitg : er mug tor aüem fe(6|i frei, 
mit anbeten Motten : er mu§ ein jltffi^ ijcija, gutet 
SWetifc^ f«"* Bn P* ff^ft ^t cet Äunfilet, meldet 
treu ftinem SDerufe leten föiü, ben Kttfang jtt machen; 
er uui§ fein ^unei-eä lauter n von bem Üntauteren, 
unb nur, n>enn er flc^ über feine ^erfßnfi^en Qititu 
effen j« er^cfctn, Kenn er ftc§ felbfr gu verleugneit oet= 
mag, iwirb er burdj fein SBirfeit einen fegnenben (siiu 
fing auf Stnbere auöütcn füuuen. ©iffet ßduterun^ös 
proeeg tfl bie innere Sntmieteluiig jebeä flrebenben 
aBenf^en. ©wfe Snlmie(e(ung aber ^at iljre Sefotu 
beten spijafen, Sifö 3"ugting fie^t ber SÄenf^ be ? 
getjhrt in bie SSett ^inauä, et ttettiett fte^ in fbeas 
let 9itfd|attitii| bfffen, loaö um ifjn ijl; sßldite but^; 
freujen manm$fae$ feinen ©eifi: er mitt» jjott* 
fe^reitenb im ßcben famuiett er fe^merjUc^e Srfa^ruiu 
gen, bettübenbe Stfebnifff; aßmatig gewinnt et eine 
Mufajauuna, beö ÖetenS, wie eö in bet SBirffic^feit 
ifi, unb — er leibet* ©oe$ eö bringt i^i, bie 
©egeufa^e, lüefe^e fcabe SSflten, bie SBett ber ^fbeale 
unb bie Sßelt ber Söirftt^feit, it)tn uor Sugen (egeu, 
in Siutfang ju Bringen \ er greift öennittrtnb ein: 
er fjanbeU. 'Durd; fofct)c3 ^anbrlu rhtr et dhoad 
für bie SIRenf^^eit: er befreit, et ettcfl fte. ©iefe 
t}'6$\lt 21ufgak bcö SiiiijHerä Limb abet nur ein )lar> 



150 



fer, burdjauö Preng in flcr) abgcf<$lojfcner 6r)arafs 
iet erfüllen f antun. 

23cTgt, abgefct)cn jegt Don ber Begabung, bie 
ald ©efcr)enf beö §immclö ir)m ju Xljcil geworben, 
$at Per) in feinen SBerfen Pctö alö ein folget St)as 
tafter offenbart, — ein (Straftet freilier), ber nitfyt 
jebem oberflächlichen ©lief ftdr) crfcfclicjjt, i(;m ©ins 
ftdr)t in fein innerPeö SBefen gcflatter. (So fcr>t 
Sergt ein r)ert?orrageubeö Talent, fo frl)t ip er aucr) 
eine r)erborragcnbe $perfönlid;fcit, bie per) (wie bie 
gtyifefor^en fagen) fityn auf per) fclbfl Pellt, gap 
iiö jur Starrheit jeigt per) biefe Icfctcre Sigenföaft 
in bem erPen ber beiben üorliegenbcn (£aprieeioö auös 
geprägt. 4?armonifcr)e gärten (wie bie Tupfer feigen) 
flnben Per) in groger äNcnge, unb er meibet pe fclbfl 
nidjt bei Siegungen milberer (Stimmung. $n feinen 
neulier) angejeigten Sr/arafterfiiicfcn (Dp. 7) bagegen, 
Wie in bem jweitcu ßapriceio, erfci)licfct er pdj fcr)on 
mcr;t unb metjr. 3n biefen SBerfen pnb fya'upgcr lichte 
(Stellen, ber ÄünPler jeigt per) weiter, fyinacbcnber, 
toermittelnber, alö früher. 2Baö er it)ut r tljnt er nicfyt 
junäcr)P feinetwegen : er tt;ut cd für baö ©anje. Sr 
get)t über per) Innauö, feine (Stimmungen erweitern 
Per). 68 fann nicr)t anberö fein, alö bafj bie brei 
SBcrfe, toon benen tycr bie Siebe, in berfelbcn Weinens 
folge entpanben pnb, alö bie 3fl^cn anjeigen. ©ie 
Anfänge ber weiteren Sutwicfclung pnb ba : eö flc^t 
noer) feiet öon S3ergt jit erwarten, unb ber 5luöfprud) 
rechtfertigt pet), ba§ er wie fein anberer jüngerer 
Äünplet eine 3"fu»ft öor per) tjabe. 

Sin ©lief nunmehr auf unfere toorjügtidt)flcn 
ÄünPter, auf <Sd)umann, fetter, ©abc. ©djumann 
Ijat Srlöfenbeö t?ollbrad)t, er tjat feine ©enbung ers 
füllt unb erfüllt pe tagliet); tet) erinnere nur an feine 
jweite @^mpr)onie unb fein £rio (cergl. 931). 50, 
@. 52 unb (S.187 b. ©I.). ^peQer ip in Pctcm JHin- 
gen, per) fclbfl ju befreien j aucr) er f)at Qlugenbtiefe 
fcr)on gehabt, wo er „bem SBcltgciP näfycr Panb alö 
fonP" unb eine grage an'ö <Scr)ieffal ju tfyun bereis 
tigt war. ©abe t;at bi8 jefct nod) gebietet (©b.30, 
<S. 227). 9Mc brei ÄünfHcr pnb in ööfung ber f)os 
r)cn Aufgabe bereit« Weiter tJOrgcfcr)rittcn, alö ©ergt. 
©a§ btefer nidr)t nachbleibe, gebe fein guter ©es 
niuö! 

9lacr) ad* biefem bürfen, jenen r)Bcr)Pcn ©cruf 
bed Äünfttcrö im ^luge begatten, bie toorliegcubcn 
SBcrfe nicr)t alö Brückte, fonbern alö ©lütfycn, aber 
alö frifer)ePe, tooflPe ©lütfycn eincö Sünpicrlebcnö be* 
jeidjnct werben, unb jwar eincö Äünplerlcbcnö, bnö 
nod? nid)t burer) innert (Stürme crfdjüitcrt, nod) nicr)t 
burcr) einen gewaltigen 9(ufru(;r feiner (Elemente in 
Äampf mit per) felber gebracht werben ip. — S3aö 
baö äflupfaltfcr)e, bie ©earbeitung beö ©toffeö u.f.w. 



anlangt, fo reiben Pe p<$ ben trefflic^Pen ßrjeugnifs 
fen ber ©egenwart an. Sluöfü^reuben wie §örcnbtn 
werben pe, wenn nietjt bei erPer Äenntnigna^me, fo 
boer) bei näherem Singe^en tin freuubtief/cö Entgegen; 
fommen reter)licr) lohnen. £)ie Sluöfü^rung ip nier)t 
leiert, bietet aber auet) nic^t @cr)wierigfeiten, bie nur 
buret) üirtuofe gertigfeit ju überwinben pnb. -- Sin« 
t(;ut mir an ben heften leib : bie fran$öpfcr)en Sitel. 

21. ffi&rffel. 



Sind Serlttt. 



«uöfajroetfenbe 93efra$tungen über bie Jtonigl. Cper. 

©ie großen politifc^en fragen beeinträchtigen 
nod) immer baö 3"tcrcffe an ber äflupf. 2?iöge Ut 
trübe ^immel pelj enblier) erweitern, unb bie grofjc 
Sriebenöfonne 21Mffenfc^aft unb Äunfr neuen 5luf^ 
fet)wung geben! SBir wollen unö gern barüber be* 
ruhigen, ba§ wir ben „sßropfyctcn" nidt)t ju r)ören 
befommen foöen. ©em 6omponiPen follen bie Ärafte 
ber ©erliner Oper nicr)t genügen. prüfen wir pe 
beö^alb einmal unb fcfycn wir junad)P nacr) Qlugen. 
6ö treten \\nü ba brei grcfje 6rfcr)einungen entgegen: 
grau 83iarbot.-@arcia, grl. Sinb, unb bie neu aufs 
getauchte grau (Sontag. grau 53iarbot = ©areia 
iP eine SUtipin mit einigen paffablcn %cnm in bet 
3:iefc unb ber SWttcllage. $i)xc ÄuuP erregt l)aupts 
fäetjlid) barum fo grogcö SrPaunen, weil pe unters 
nimmt, mit fo bürftigen äftittcln Partien wie bie 
83alentinr, 3lliee, ©onna 5lnna, üftorma u. f. w. ju 
pngen. So la'fjt per; aber bie Sftatur burcr) alle Äunft 
nidjt erfegen, unb gr. S3iarbots©arcia fann pd) burer) 
bergleic^en bloßen nur „burcfylügen" (wie bie (Sänget 
eö be^eie^nen) 5 ifyr ganzer ÄunPs unb Äraftaufwanb 
fann nur ben 3weef l>aben, ©ebreer)en unb SJlängel 
ju toerbeefen. 9htr wenn pe alö SHtiPin wirfen fann, 
wie j. ©. in frei gewählten Soneertliebern, fler)t tt)re 
ÄeiPung l;ö^er. ©ieö bie wat)re Sr)araften'Pif it)reö 
©efangeö. Wlit il)rcr ©arpeaungöfunP tier^ält e« 
per) ätynlicr). ©enn wie tiolteubet tC;re ©efangöteer)s 
nif, fo i(;re STlimif. 2lber leiber r)aben bie fc^affens 
ben ©eiPer bie ÄüuPlerin l)inpc^tlicr) ir)rrr ^erfßulie^j 
feit auf fo ab fcr)recfcnbe SBeife ucrnac^läfpgt, wie mir 
nur noer) bei grau Uu^etmann üorgefommen ip. SBäre 
biefe le^tere übrigenö in geipiger 4?inpct)t nier)t eben 
fo gtänjenb auögePattet alö grau ©areia, fo würbe 
icr) ifyrcr in biefer SBeife nicr)t Srwä^nung gett)a« 
r)aben. grau ©areta wirft buret) ©efang unb SJlimtf 
nur in ber tragifetycn Cper, unb 3 war um fo mef;r, 
je ftaffer bie (Situation ifl. ©teilen wir baneben 



151 



gr. ÄBflet, fo fetyrn wir wot)l eine Heinere Äünfb 
lerin, aber eine mit auögejeic^neten Mitteln begatte, 
bie ftetö ivo^lt^attß auf SD()r unb @emüt$ wirft, bie 
na$ erfetyüttcrnbcu ©dementen ju öerfBfynen weiß, t>ie 
überhaupt ber Äunfl (in obigem (Sinne) weniger alö 
ber einfachen ©arbeit bebarf. — grl. fiinb $at 
nic§t bie 9?ac$tigatlenflarr;eit ber grl. Siiejcf unb ber 
gr. Äofler, aber außerorbentlidje anbere Söorjügc öor 
brnfelben. 3n ben Partien, bie iljrer ^nbiui^uatirät 
anpaffen, ifl fie meiflertjaft unb unübertrefflich. So 
in ber Sfladjtwanblerin, im greif^üg, ober in ber 
»eflalin (wo fte mic§ in ber Scene an ir)rem ©rabe 
am tieften ergriffen f;at). gür äNeverbeer'ö Opern, 
83ielfa aufgenommen, r/aben aber ifyre bittet nie auös 
gereift; eben fo wenig für öiele anbere, befonberö 
beutfe^e Dpetn. ßnblidj ftnb il;re Äräfte flarf im 
abnehmen begriffen. — ©ie brittc ©efangögröße ifl 
bie wiebcrerflanbene grau Sontag. 3% t?abe fte 
nie gehört unb will meine 3weife( wegen bor Setups 
tung, baß ifyre Stimme wo möglich noer) fct)Buer unb 
flangreic^er alö früher Wh »oc^ unterbrücfen; aber 
bafj, wie man ebenfaflö bet)auptet x , auc$ it/rc gigur 
majeflätifci)er unb angenehmer u. bergt, geworben fei, 
baö Witt mir burdjauö nicr)t in ben ftopf. Wlan benfe 
ftc§ eine Saide, wogegen bie 23irct) = Pfeiffer' fdje (jödjfl 
fct)Ianf ifl, unb paffe ber zugehörigen ^crföu(iti;feit 
bann bie üerfcfyiebenen fiiebfyaber = stoßen an. 9luc§ 
bezweifle idj, baß man in ©eutfdjtanb l;eut juSaqe ftdj 
mit ben 9tofjtui'fcr)en unb ©onijettrf^en (Sabenjcn 
jufriebenfleften wirb. <£)ic ©areia unb bie fiinb ter* 
banfen iljren diwf ganj tyauptfa$ti$ il;ren Stiftungen 
in ber beutfe^en Oper. Äönnte man übrigenö ben 
JRu^m biefer brei Sängerinnen Don it)ren fieiflungen 
immer abjieljen , eö würbe ftet) oft ba Sfticfytbes 
friebigung finben, wo fonfl nur lauter Sntr)ufiaömuö 
tebet. — 

ßfye idr) bie ^Berliner Sänger nun nätjer in 2(us 
genfcfyein nefyme, ertaube ic§ mir eine 5lbfcfyweifung. 
Söerlin l)at bie 83eritr)mtt)eit beiber Sängerinnen, ber 
©areia unb ber fiinb, üor einigen 3«^en gef^affen. 
3d? fürchtete bamalö feljr, bag baö Urteil, ber (£n- 
tfyufiaömuö 93erliuö anberu SDrtö fiügen gefiraft wer* 
ben würbe. 5lber im ©egentl^eit. SBätyrenb in 23er; 
lin ftetö eine ^artei war, bie baö 9tict;tige erfannte, 
b. t). bie ben großen SBor^ügen biefer Sängerinnen 
©eredjtigfeit wieberfafyren ließ, aber nicfjt blinb gegen 
tyre SJtäugef war, l)at man in anberen SDrten ©eutfetjs 
lanbö, in granfreiety uub Csuglanb fein Sflaafj in 
it)ren fiobpreifungen gefunben. Um ben ^Berlinern 
unb iljvein ^imflurt(;ei( injwife^en noc^ weiter ©enug= 
t^uung ju geben, erinnere idj, ba§ bie überfe^weng; 
lic^e *J$artei bamald bie üon 9leU|"lab geleitete war. 
SKan wei§, wetzen mächtigen (Siufluy bie 83offifc^e 



3eitung auöübte. ©er 18te SWarj ^at biefe Wlafy 
fo jiemlic^ gebrechen. Unb bad i^ in ber XQat ein 
gio§ed ©tücf für bie Äunfl. «ÄeüPab'ö öinflu§ mar 
wirflie^f üon ber gefä^rlic^ften Sebeutung. Seilt 
SBiHe ifl bi« t;eute nodj für bie ^[ntenbantur ©efe^f. 
Sr flanb bem X^eater nic^t gegenüber a(d Aunfb 
fritifer, ber'ö eben nur mit ber Äunfl ju t$un f)at, 
fonbem er flellte fic^ ju ben Sängern unb Sänge* 
rinnen in baö SBerfyättnifj eineö ^Jrotectorö, bem jlc 
gewiffermafjen fio^u unb SSrob üerbanften, unb bet 
beö^alb il;re größte ©eootion beanfpruc^te. ©ie 
Äunfl trat beöljatb hinter bie ^erfon jurücfj ba8 
Äunflurt^eif Würbe bejlimmt oou perfön(ic^e:i 9lüefs 
ftd^ten. Unb fo ifl ed gefc^e^en, ba§ tüchtige Sans 
ger, bie fic§ biefem angemaßten §Ber(;äftniß nic^t füs 
gen wollten, auö SJ erlin wegfritifirt würben; baß 
anberen oon ber ^nteubantur Sc^wierigfeitcu in ben 
SBeg gelegt würben, ba§, um einen aKißtiebigen fort* 
jubringen, bie unfuinigflen (Engagements gemalt 
würben, ba§ bie, gegen welche glimpflicher »erfahren 
würbe, nie in ben Referaten erwähnt würben u. f. w. 
2luf ä^ulic^c SBeife würbe gegen (Somponijlen unb 
33irtuofeu »erfahren. 3^ fönnte baö SllleS faetife^ 
beweifen, aber leiber wirb'ö gar nid§t erforbertic^ fcm- 
SBeiter unten werbe ie^ ein paar fpeeielle gälle bes 
rül;rcn. 3c§t jtel;t ftc^ «Helljlab aümälig juriic*. @t 
fte^t ein, \>a% feine 3eit ootüber i^, unb überläßt eS 
feinem Soeiuö, Dr. fiange, fritifct)e Saucen ju bes 
reiten, fieserem ifl eö babet freigeflellt, beliebig ba3 
äfl^etifc^e Stecfeupferb ju reiten, wenn bie mufifalb 
fct;e Äenntniß aufhört, beegleicr)en nac^ 93elieben ju 
unterzeichnen: Dr. fi., ober SD. Sänge, ober D. SS. 
fiange, ober Dr. D. Sfö. fiange, ober Dr. SDtto fiange, 
ober Otto fiange. ©ie legte 5lrt ber Unterjeic^nung 
r)at ber Mitarbeiter ber eblen SJofftfc^en in ber jüngs 
flen 3^it erwählt, war)rf^einlicl) auö einer gewiffen 
6iferfucr)t. glob. ©et;er bat i^n nämlidj trog feiner 
einfachen ^amendunterfc^rift alä Äritifer läugfl über« 
r;ott, unb baö wirb $r, Dr. fiange jegt einfer)en 
obgleich baö eigentlich) feiner s 2lrroganj oiel jumutben 
t)ei§t. Xröfleu Sie fic^, $)r. Dr. Dtto ^an^cl S'ifl 
freiließ i?iel Uuglücf auf ein 9Wal. ©er projeetirte 
SUhiftts Statt) i(l sprojeet geblieben, baß Sie eigentlich 
ber einzige befähigte unb berechtigte muftfaf. Äritifer 
ftub, will SWiemanb glaube^, bie SBofftfilje flirbt alls 
mälig an ©eifleöfct)wäcr)e, ben batb erlebigten Stufyl 
SRelljlab'ö will man nui)t wieber befegen, unb waö 
beö Unt;eilö met;r ifl! — 

Slber jurücf ju meiner eigentlichen 2lbftcr)t, bie 
barin beflanb, bie berliner Oper in it)rem bermaligen 
3uflanbc ju betrauten. 2öir ijaben gefeiten, waö bie 
großen auöwärtigen Sängerinnen ju bebeuten t;aben. 
Se^en wir, waö in Berlin ifl. grau ÄSflcr würbe 



152 



f<$on erwähnt. Sie ifl (ine (Sängerin mit einer treu 
c$en, biegfamen, metall; unb umfangreichen Stimme, 
einer großen $ecr)nif, angenehmer $perfönlicr)feit, unb 
einem Spiel, baö flctö burd)bacr;t ifl. Sftod) mangels 
t)aft ifl il;r ©ialog. gür bie bcutfdje £per ifl fte 
unenblid) wichtiger, alö jene brei 50 er ü t) in t (; c i t cn, unb 
tonnte burdjauö nid)t burd) biefe erfegt werben, grl. 
Siuejef ifl, wie befannt, in it/rem gadje unübertrof; 
fen. ©ie ftlfcerflarfle (Stimme bereinigt fieb bei i(;r 
mit großer £ed)nif, mit Slnmutt) unb ©rajie. gür 
fte wäre ticfleidjt nod) weniger ßrfag 311 ftnben. grl. 
Sflarjr ifl «ufere gcnialfle Spielerin, (So ifl ewig 
©ct)abe, baß burd) einen gefyler bei iljrer Stimmlil; 
bung tt)te £c()c verloren gegangen unb fte baturd) 
für bie großen tragifdjen SHoÜen unbrauchbar gewor; 
ben ijl. SBeldje &>ielfeitigfeit r)at fte aber fettbem 
entfaltet! Sie ifl im Soubrettcnfad) aufgetreten unb 
t)atte ben größten (Erfolg. Sie l;at baö 3lenucr)rii 
unb bie 9tegimentötoei)tcr trog ber Suejef gefungen. 
{Die fomifcr)e Oper braute il;r bicfelben (Erfolge. So 
ifl aucr) fte für tic berliner S3iit)ne ein t;od)$ufd)ägen; 
beö SWtglieb. 5lußerbem befigen wir nod) bie grfö. 
JBrerenborf, Äellberg, ©er;, bie für it)re Siebenfacher 
meifl uoöfommen genügen. 5ln Senoren t;aben wir 
außer einigen britten unb m'erten (§einrid), griefe) 
bie brei erflen: äftantiuö, Spfifler unb oratio. Tr- 
atten tiuö r)at bie grifdje feiner Stimme tterlcren, 
unb feine ©efangefeiflungen ftnb beöl;alb mitunter 
unbefriebigenb, fein Spiel ifl bagegen fletö fccrtrcff; 
lief), in ber fran$öftfd;eu Spiels unb beutfd;en fomi; 
fdjen Oper leiflet er ©tänjcnbcö unb gehört in bie; 
fem gadjc ju ben Unerfeglidjcn. £r. spfifler läßt 
bagegen im Spiel, namentlich in #iebl;aberrollen, ju 
wünfdjen, wäfyrenb feine Stimme jugenbfrifü) unb 
fräftig unb uor^üglidr) gebilbet erflingt. £elbenrettcn 
fingt er am liebjlen unb beflen, bod) weifl bie SBeiet); 
r)eit feiner Stimme ir)n eigeutlicr) ton biefem gad) 
jurüef. £ r - Ar au 8 würbe burer) Stellflab'ö 83eran- 
lafiung anfangö fel)r überfdjägt. Ticin fud)te einen 
4?elbentcnor, unb ließ auö ganj ©eutfdjlaub bie ©äflc 
femmen. ©er 3"tenbant featte außerbem mit Jpm. 
Sßfifler Streit gehabt, unb fyätte gern, wcnn'ö mög; 
lief) gewefen wäre, benfelfccn entbcfyrlid) gemalt. So 
fam nun Iqx. Ärauö unb fang £>rn. fRcllflab etwaü 
Der. ©iefer erflärte it)u für einen bölmtifdjen QlcU 
flein, unb $*• Ärauö ließ fid) mit 4500 Stylr. jät;r; 
lieber ©age engagiren. Sftan l;atte biö bat)in Weber 
einem Sänger ncd) Sdjaufpieler eine fo t)cbe ©age 
gejault. ,pinterl?er erwieö fid) nun, baß ber (Sbelflein 
tjon wenig ©lanj war. # r - Ärauö war für fet)r we; 
nig Wollen ju gebrauchen, and} bermodjten bie ange; 
flrengteflen S3emü^ungen feiner fritifcr)eu Sreunbe i^n 



nid^t in ber ©unfl beö Sßublifum8 $u erhalten. Seine 
gigur macr)t tyit jum gelben gänj(icir) unfähig, feine 
Stimme tyat ben (Sl?arafter beö Bariton, aber feine 
Siefe, unb in ber £ölje fe(;lt iljr baö ^ßortament. So 
mußten feine SBerfudje alö 6ortej, 9iaoul, SHobert, 
3ampa gän^lid) mißlingen. Sein ©efang ifl außer; 
bnn ^öc^fl manierirt unb fein ©ialeet fo abfd)eulicr), 
ta^ nur S3erb(enbung bergleidjen überfein fann. 3c$t 
ia\)U bie 3"teubantiir $ru. Ärauö ungefähr bie $>d(fte 
ber oben angegebenen Summe. — 5ln Senören r)aben 
wir alfo feinen Uefcerfluß. äöir fönnen nod) einen 
ganj t;o(;en, einen jweiten unb aucr) erflen (Reibens) 
^enor gebraueben. 3ln S3äffen beftgen wir bie £$. 
23öttid)cr, Äraufe, 3f^iff^e, gifcr)er unb einige an= 
bere untergeorbneten Slangeö. ©ie brei crjlen ftnb 
Sänger, \me fte feiten 511 treffen ftnb \ beer) wirb bie 
Sntenbantur bebaut fein muffen, neue S3aß Gräfte 
mit ber 3eit jujujieljen. 33etract;ten wir nun biefe 
Sänger in i-^rer gefcUfcr)aft(ier)en ^Bereinigung, fo i(l 
baö gewiß flar, baß wir lange 311 fliegen ^aben, e^e 
wir eine ät;nlid?e finben. ©ie berliner wünfcr)en frei; 
lid) nod) ^Bieleö, unb ftnb babei t(;eilweifc ganj im 
9ied;t. »Über wo ntd;tö a3ollfommeneö ifl, wirb man 
fiel) bod) mit 23eflem jufriebenfleUen fönnen. 5licr;at; 
fct)ef wäre unö auf einige $ci\)xc gewiß noe^ redjt 
nüglie^ gewefen, iubeß t;at fid; fein Engagement nidtpt 
bewerfflelligen laffen. 3iu^ ifl wol;l flar, baß bie 
83efegung beö sprcpl;eten mit unferen Äräften fdjwer 
fallen wirb. 5lber wo wirb baö nid;t ber %a\l fein? 
SBo giebt eö 5Utifliunen, bie eine fo ungewöhnliche 
Aufgabe, wie fte bort in ber 9ßaxt\c ber gibeö gefleöt 
ifl, 31t löfen vermögen? S33ic fciel beutfd;e ^enöre 
ftnb im Staube, bie franjöfifcfee Sd)reibweife 9?kr;er5 
becr'ö auö^ufül;ren? ©ie Olotte ber gibeö mag alter; 
bingö jur 3 f it feinen befferen ^Hepräfeutanten ftnben, 
alö bie grau ©areia. 9Jie^erbeer r/at inbeß 3Kittet 
genug, feine spinne burdjjufegen. fiaffen wir il;n alfo 
forgen. ilnö ifl eö genug, wenn unfer Xl;eater bie 
bcutfd;en 9}ceifleropern würbig bar^ufleflen üermag. 
Unb baö ifl fafl immer ber gafl. $d) erinnere nur 
baran, baß unfer Wcpertoir in ber legten 3*it ge; 
bracht l;at — unb jwar außer ben JDpern ber jihis 
geren beutfeben (^ompouiflen, ber Stafieuer, ber gran; 
jofen unb ^e^erbeer'ö : ©on $j\\an, j&aubcxflote, gi; 
garo'ö ^pod^eit, Cosi lan tutte, greifd;üg, SDberon, 
(Furt/nntte, (^reeiofa), 5p&'gf"»f/ Sllccfle, (5lrmibe 
wirb eiuflutirr), SBafferträger, ^ofept) in Sleg^pten, 
gibelio, Beflalin, 6ortej, ^effonba. 

(&Maf folgt.) 



153 



SBericf>t über bie in bet T cmfir d*c ju 
@t. ^cttt in 23 rc tuen neu erbaute 

5lufö 9?fue iß t?om ^rn. Orgelbauer griebr. 
@^«(je auö ^Jautinjcflc ein Orgctwcrf fcoUcutct, 
toclcr)eö fowor)f wegen feiner ungewöhnlichen ©reße, 
alö auet) ber mannicr)facr)cn inneren SOorjügc fyalber 
bic 83caer)tung ber Äuiifitüdt üerbient. (£ö ifl bie 
©omorgcl 31t ©remen mit 59 flingcnbcn (Stimmen, 
©et Unterzeichnete, welcher in ©cinciufct)aft mit bem 
4?rn. äJiufifbir. SRiem ju Bremen bic SKct>iftoti bcö 
SBcrfö befe^affte, nimmt bcöfyalb SBcranlaffung, alle 
Drgcffrcunbe mit bcmfclbcn in bem SMaafje näfyer fcer? 
tränt 31t machen, alö feine (Entfernung toon bem be= 
regten ©egcnflanbe eö julaffcn wirb. — 

<Sct)on im 9J?ai 1847 tu ä t) 1 1 e ber S3aueomite 
in S3remen jn?ei SUiänucr auö ifyrcr äftitte, welche, 
fcom bcflen (Sifer befcelt unb mit fcr;ä§cnöwertl;cr (Sact)* 
fenntniß auögerüflct, eine Äunftreife machen mußten, 
um buret) eigene $lufcr)auung größerer SBcrfe fcon ges 
fcr)ieften ättci|lcrn auf bem (Gebiete ber Jtunfi fict) mer)r 
ju orientiren, unb ftcr) namentlich mit ben gortfct)rit* 
ten berfelben in neuefter $cit üertrauter 311 machen, 
bamit bie 33augcfcttfdpaft beim fpätcren S3cratr)cn unb 
ßutwurf bcö 33aup(anö an ben r)icrauö r)crücrgcr)cn3 
ben JRcfultatcn einen teitenben ^paltpuuft gewinnen 
möchte. — Qtttf ir)rer 9lci[e betnfyrten gebaute Ferren 
Hamburg, Söiömar, Berlin, §a\lc, Seidig, ©rcöben, 
^albcrflabt, Qucblinburg, 33raunfcr;weig u. f. w., wo 
bicfclbcn Orgeln fcou (Sdjulje unb anberen lebenben 
Orgelbauern, fo wie auet) einige ton (Silbermann in 
8(ugenfct}cin nahmen. (So fcfjcint, alö wenn bie 
©cr)uf$e'fcr)cn SBerfe ir/nen am bejten gefaden fyätten, 
wcnigftcnö fcfycn mir, baß fct)on im $lugufl beffefs 
ben -3^™$ ber (Sontract mit «£)rn. (S. abgcfctyloffcn 
warb. 

Soor allem ifl §x. <S. fccrpfUcttct werben, baö 
SBerf „im (Sinn unb ©cifle ^öpfcr'fdjcr Sljcoricn unb 
naefy ben eigenen bewährten Erfahrungen barjuftetten." 
©ie ©iepefttion ifl unter ©crücfftct)tigung bcö Saus 
plagcö, fo wie mehrerer auö bem alten Söerfe ent* 
Xer^ntcr, noer) für brauchbar erachteter (Stimmen, cnt= 
Würfen $ jeboer) finb auet) biefe, f^ätcrer Vereinbarung 
jufotge, bfö auf jn?ei biö brei (Stimmen ganj neu 
lergcfleflt. Sftamcntlicr) finb fämmtlic^c jur Söcibetyal; 
tung beflimmten alten JRo^riüerfe mit auffdjlagcnbcn 
3ungen nicr)t benugt, fonbern flatt berfelben ganj 
neue mit freifcr)n?ingcnbcn B»"8f» ll "b (Sd?afltricr;tern 
ton !&\r\t gefegt, maö überhaupt toon allen 3»n3f" s 
flimmen ber Orgel gilt. — ©ie ©timmung bet lejs 
teten ifl Äammetton. 



A. $ e b a l. 

©a8 ^Jebal erhielt bie rocitefle SJlenfut unb 
flärffle Intonation tet 38 ©rab SBinb, unb entmin 
cfelt in feiner ©efammtioirfung bei bet Stenge unb 
©röjjc feiner (Sl)örc eine Äraft unb gülle, bie ir)re8 
©leiten ücrgcblicr} fuct)en bürfte. ©er Umfang beö 
^ßebalö ge^t uon C btö Tj bie ^aflatur ift in gebos 
gener gönn gearbeitet, um bie (Snbtafhn ben güßen 
nd'ljer 31t bringen. 

i) «Prinzipat 32 gu§ 0011^)0(3, fer)r n?eit. — 
SEBcnn gfeicr) ber Zon biefcö Sßri^ipalö, 3umal in 
ber Sicfc, feiner 9?atur nacr) jlct) nur langfam enb 
roicfelt, fo ift biefe (Stimme beer) als fel;r gelungen 
31t bc3cicr)ncn, unb in i^rer SBirfung fo mächtig, öoö, 
ja fo erfc^ütternb, wie ein Sflcgifter gleicher 5lrt uon 
Sinn fte nie geioä^ren fann. 2lucr) ^brt man r;ier 
einen lvirttictjcn ©runbton, roä^renb 3inneme ^ßrins 
3t'pale von 52' oft nur bic SDctatte geben. 

2) Qu inten baß 21-J' toon ^013, gebeeft unb 
fcr)u?act) intonirt, uerlei^t ber uolleu ^ebatregiftrirung 
aücrbingö einen crt)öt)tcn ©rab üon g»öe; allein eö 
ift, nac^ ber inbiüibuellen Sluffaffung btö Unte^cict): 
neten, bieö nict)t mer)r jene bunfle, loürbebolle unb 
ba^er tuofyltfyucnbc , fonbern eine — man möchte fas 
gen — fraffe, aufgebunfene unb ba^er unangenehm 
lüirfenbe glitte. ©iefe Quinte fefct übrigenö einen 
64:guß uorauö. 

3) sptt n 5 ipat 16' üon $ot3, flarf unb fräftig. 

4) Quinte 10 f ' üon $013, gebeeft, fct)n)act). 

5) SDctaüe 8' üon $013, flarf unb mit fcr)arfcm 
5lnflrict) ber Octaüe. 

6) (Superocta&e 4' üon 3»""/ ü" flarf et r;cls 
ler Slon. 

7) SCTirtur 5facl), n?ie ^r. 6. 

8) ffiiolon 16' ton ^olj, Eon mäßig flarf unb 
flreidjcnb loie ber eineö ^ontrabaffeö, befonberö in 
Sßcrbinbung mit (Subbaß 16' ton guter SBirfung. 

9) Violoncello 8' n?ie 9k. 8. — 2Siinfcr)en8- 
roertt) wäre eö gewefen, biefe (Stimme fcom fleinen c 
an a\\8 3«"» 3« macr)en, ba mit bem 93eginn be8 
Vicrfußcö bet gambenartige ß^araftet burcr) ättetatt 
beffet alö burcr) ^013 ausgeprägt wirb. 

10) 3?^ajorbaß 16' »on £013, auö bem Untet-- 
fag 32' ber alten Orgel t)ergcPettt. ©aö «ßebal ges 
roiunt buret) biefe fet/r weit menfurirte, üotte unb fräfs 
tige ©runbflimme außerorbentlict) an ©raüität. 

11) glotcnbaß 8' üon ^0(3, auö bem alttn 
SJiolon 8' gearbeitet. 

12) (Subbaß 16' üon ^)otj. (Sanfte glitte, 
©cuttidjfcit unb ?ßractfton aucr) in bet Sicfe finb bie 
Sigcnfcr)aften biefet (Stimme. 

13) ©ebact 8' wie 9ct. 12. 



154 



14) (Sontrapofaune 52'. — SBcnn ftc§ bem 
Unterjcidjnctcn beim SBcrgtcidje ber 93rcmcr SDrgct mit 
ber 2Biömarfc§cn, welche £r. (Sc§ulj, wie befannt, 
üor adjt 3ö^f» tollcnbcte, bic Ueberjcugung auf: 
bringt, rote legterer auf bem 223cge feiner Äunjl in 
fo mannigfacher 93c^ic(;ung fortgefc^tttten ifl, fo fielet 
berfelbe fic§ veranlaßt, bicö namentlich unb torjugös 
weife ton beu 3unge» flimmen aitd&ttfprcctyen. ©ics 
fclbcn fyaben nämlidj einen fo ftarfen, glanjtoflcn, 
unb juglcid; in §öi)e unb £iefe fo gleichmäßigen unb 
präeifen $on, baß man gefielen muß, l;ier fei mcfyr 
erreicht unb bargeboten, alö bie fü(;nflcn 5(nforbcruns 
gen $u entarten berechtigt ftnb. ^uc^ barf man an= 
nehmen, baß biefe SKofyrwcrfe in i^rer (Stimmung — 
in foweit nämlic^ eine ^eränberung ber (enteren nidjt 
tten einem &cmperaturwcc$fcl herzuleiten ifl — fid? 
alä faltbarer bewähren werben, ba bicfclben fcflfle; 
fyenbe Äriicfeu erhalten Ijaben , unb bie (Stimmung 
burc§ SJerfdjicbuug ber Stammen mit ben 3"»= 
gen bewirft wirb, ©ie Sien ber 3u»genflügcl ftnb 
abgerunbet. 

2öaö nun bie (Sontrapofaunc infonberljcit ans 
langt, fo untcrfdjcibct ftdj biefelbe ton ber (Stimme 
gteidjcä üftaincnö in ber SBiömarfdjcn SDrgel baburdj 
toortfyeilljaft, baß audj iljrc tiefen Sönc naclj £cl)e unb 
%iefc beuttic^ untcrföcibbar erftingen. ©iefen 33or; 
jug fyat $r. <S. burdj Anbringung eineö nac§ aufycn 
abgefe^toffenen , mit ben cntfprccfycnbcn Ganccllcn in 
Söerbinbung flcfycnbcn 9taum tcrurfac^t. £icrburdj 
ifl \iic f in golge ber gro§en fc^wiugcnbcn 3»»g^ tyet« 
beigefügte, ju flarfe Söcrbicfytung ber 8uft in ben 
(Sanccücn tcrfyütet, ber SRücffdjfag ber 3"nge frei ge= 
worben, unb überhaupt eine ungcl;inberte unb batycr 
gleichmäßige unb jlarfe (Schwingung berfelben erhielt 
worbeu. 

15) *ßofaunc *6' ton prächtigem Sone. 

16) trompete 8' beögl. 

17) 9ticm 8', eine tom £rn. äluftfbir. SRiem 
in üöremen erfunbene SRofyrflimme mit 3""gen fcon 
$olj. ©ie Klangfarbe ifl fagottartig. — Söci §er= 
flclhtng berfelben l;at ftc§ ergeben, baß fte fedjjcfyns 
fügig, wie cö bcabftdjtigt war, nicfyt burcfyfiifyrbar 
fei, \vtä juglcidj ber ©runb ifl, njeöbalb ber SDrgel 
ber Söorttycil einer fanften fcd^cfynfüßigcn 3nngcns 
genflimme abgebt. Sftod; mcfyr aber alö bieö ifl $u 
bebauern, baß man neben \enen großen 3nngcnflim; 
men nic^t auefj eine bergt, ton 4' ((Slarinc) biSpo* 
nirte, ganj abgefeljen ton ben großen Söorttjcifcn, 
Welche eine foldje Stimme in SBcrbinbung mit ber 
torljanbcncn (Superoctate 4' jur 8ü(;rung eineö Can- 
tus tirmus unb £ii ä^ulic^en Vorträgen an bie £anb 
gegeben f)ab<n würbe. 



B. § a u \> t to e r f . 

©ie Stimmen beä ^)auptit»erf8 Ijaben weite SKens 
für unb flarfe 3»tonation bei 34° SBinb. ©er $on 
bejfelbeu bewirft burc^ feine enorme Äraft unb güüe, 
burc^ ben ^errlic^en ©lanj feiner t?orjüa,licfycn 3«ns 
genflimmen, terbiinben mit ber burefy bie gemifc^ten 
©timmen terliet;ene Älar(;eit unb Sriftbe, einen er: 
tyabcncn unb großartigen ßinbruef. ©er Umfang ber 

äftanualtaftaturen ge^t ton C biö T 

18) Sßrinjipal 16' beginnt wegen Mangel an 
?piag teiber er^ mit bem fleinen c. — Äleine JDctate 
ton ^olj, 8'ortfegung 3inu ; Scn fräftig. 

19) ^rinjipal 8', tiefe SDctate ton ^otj, unb 
jwar jur ©ambe 8' übergeführt, Sortfe^ung 3inn; 
ber ^on flarf unb ftngenb. 

20) äuinte 5^' ton 4?oTj, bic beiben oberen 
Dctaten uon 3«nn, %cn ton mittlerer (Stärfc. 

21) Dctate 4' l?on 3»»". 

22) SHaufc^quinte 2} unb 2' ton 3inn. 

23) ä^ijrtur 2' — 5fadj, ton 3i»n. 

24) Kornett 2 7 — 3fac^, ücn 3»nn, beginnt 
mit bem fleinen c. 

25) Stymfecl 2' — 3fac^, üon 3»nn. 

26) ©ambe 8', große SDctate ton £otj, gort« 
fe|ung 3inn. ©er £on nähert ftc§ bem beö Sprint 
jipalö 8'. 

27) ^o^Iftöte 8' ton ^)oTj, tiefe ^)ctate jum 
©cbaet 8' übergeleitet, ©er £on runb unb toll. 

28) ftlöte 4' ton $olj. 

29) Soibnn 32' ton ^otj, beginnt mit g. 
9)lenfur eng, Intonation fc$wac§. ©iefe (Stimme ters 
Ieil?t bem tollen SBerfe einen wo^ft^uenben, fc^attigen 
^intergrunb. 

30) Sotbun 16' fcon ^ot^, Doli unb bunfet. 

31) ©ebaet 8' Don ^)olj, legte SDctate &on 
3in». 

32) Ztompcte 16', ftcf;e oben. 

33) trompete 8', fte^e oben. 

C. © t u fi n> t r f. 

hieben terjüngter STZcufur unb gcfcfywadjter $m 
tonation erhielt baö 33 ruft werf nur 50° S33iub. ©cm? 
gemäß fuibcn wir ^ier einen fcfyr anmutbigen 2on, 
welker bei feeuubärer Äraft jeboc^ immer noc^ eine 
gewiffe griffe behauptet. 

34) Sptinjipat 8", tiefe SDctate ton ^dj^ 
gortfrgung ton 3'nn, giebt einen fdjön ftngenben %on. 

35) SDctate 4' ton 3inn. 

36) (Spigflöte 4' ton 3««». 

37) 9taufc$quinte 2| unb 2 X ton 3inn. 

38) 3?ci|:tur 2' — 5fac$, ton 3inn. 

39) ©c^arf 2' — 3fac^, Don 3»»«. 



155 



40) ©alictonat 8', tiefe Detatt ton $otj, 
gortf. 3»nn j ber Son ifl flott fhei^enb unb ton fe^r 
angenehmer SBirfung. 

41) gißte 8' ton $ofj> bie tiefe Dctate jum 
©ebact übergeführt. 

42) Sorbit n 32' ton $olj, wie 9tr. 29. 

43) öorbun 16' ton #olj. 

44) ©ebaet 8' ton #olj, obere Dctate ton 
3inn. 

45) fp$tj$$armoniea 8', eine angenehme, mits 
telßarte 3ungcuflimme ton Äeolinenmenfur. 

D. O b e r » e r f. 

SBir gewahren tyier bie engfte SWenfnr unb 
f^wo^fle Intonation bei nur 24° SBinb. ©erÄlang 
ber einjetnen ßlBtcnfh'inmen ift Iiebüd) unb jart im 
$öc$flcn ®rabe, wafyrenb bie ©cigenprinjipale, baö 
Serpobion unb bie Proline bem ©anjen einen ftrefcfc 
bogenortigen ßljaraftcr »erleiden. 

46) ©etgenpriujipat 8', bie tiefe Dctaue ton 
$oIj, Srortf. ton 3«""/ ftf&t tyinfic$ttic§ feiner Ätangs 
färbe jwifäen ^rinjipal unb ©ainbe. @e$r ges 
(ungen. 

47) ©eigenprinjipat 4' ton3inn/ Wie9tr.46. 

48) Quinte 2?' ton 3»nn. 

49) Dctate 2' Don 3inn. 

50) ©c^arf 2' — 3 fad}, ton 3inn. 

51) Serpobion 8', bie tiefe Dctate ton ^otj, 
gortf. ton 3in«> ifl bie engfle ©ambe ber Drgcf, 



unb f)at einen jart f$neibenben, $8djfl angenehmen 
Xon. 

52) 3a*tfl3te 4' ton &ii\n, eine fhtmpf in* 
tonirte ©ambe ton weiter 2Wenfur. 

55) glauto traterfo 8' ton ^otj, gebohrt 
unb polirtj bie tiefe Dctate jum Sicblic^gebact 8' 
übergeführt. 

54) gtauto traterfo 4', wie bie torige ge« 
arbeitet. — ©iefe beiben glöten finb bie föBnftcn ber 
Drgclj bie Sonfärper berfetben fyaben bie Sänge ton 
refp. fec^je^ns unb ad&tfufjigen pfeifen, erhalten aber 
fo tiet SBinbjuflufj, ba§ pe in bie Dctate überbtas 
fen, woburc$ ber $on fcfyr fyett unb Sc^t querflötens 
artig wirb. 

55) $armoniea 8' ton ^otj. 

56) glagcoletto 8', gebohrt, ton Sujrbaum- 
$olj. — ©ie beiben legteren (Stimmen ftetjen in ifc 
rer Älangfarbe einanber fe^r na§e, unterföeiben fidj 
a\\% tom Sieblicfjgcbact 8' nur burd) einen ctwaS 
^efleren Äfang. 3« ©unflen ber 9Wannic§faltigfeit 
Ware flatt einer biefer beiben gtBten ein ©emfi^orn 8' 
unftreitig geeigneter gewefen, eine ©timme, bie ityreS 
fdjönen, li$pelnben <3ilberf(angeä wegen in feiner gros 
jjeren Drget fehlen fottte. 

57) »tebli^gebaet 16' ton #otj, fcljr fanft, 
bunfet. 

58) Steblidjg ebact 8' ton §otj, tefcte Dctate 
ton 3i""> Teifeflc Stimme ber Drget. 

59) Sleotine 8', föwädjfle 3un8*nflimme. 

(©^luf folgt) 



&rtttf#cr $ltt$etger< 

Ucbetfic^t ber neuejkn Cn:f$einunaen auf bem ©ebiete bet fRujtf* 



gut tyianvfvttt. 
®alott * unb <£l>arafterftfi<f c. 

©♦ Slüßel, 27ftes Xßtxk. ölumenüfr. Utes flett. 
IDIjiaitng. i «Ijlr. 
ffiirb befprodjen. 

gttt tyianofotte ju $>iet Spanben* 

§. 2emotttf [©p. 49] u. g. ©Ot [®p. 22], Ecole 
de la Mesure et de la Ponctuation musicale. 48 
Pieces k 4 ms. Örljott. ÖolKt. 6 Jl-, in 4 flef- 
Jrn, jebw 1 ^l. 48 flr. 

(Sin fc^r bruudjbare«, mit glelfj unb ©orgfalt geatbeite* 
ttt Hntenfd)t6»erf, fo giemlid) auf einer £inie mit ben be* 



fannten „(Stuben gut 9ln«bi(bung be« Jlacte« nnb be« R^t^* 
mu« nnb gut Sluffaffung ber muftfalifd^en Signren" ton 93er« 
ttni (Dp. 97) jle^enb. Seite ©timmen finb in gleicher 2Beife 
infhueti» gehalten unb gut jur Uebuna für Anfänger, ^ort, 
fort tynfüiro mit 93iunner unb (fonforten! (56 fe^It burd)« 
oud nidbt meljr an Unterrld^t^fiürfen, bie neben ber ted^ni* 
fä^en guglelä^ bie mufttalifdje Jöilbung beförbern, nnb bie Hn« 
lagen bc« ©4filer6 fo ju enttoidfeln vermögen, al« bie« Jebem 
getoiffen^aften Se^rer toünfä^en«toert^ erfd^cinen mufj. gort 
mit ad' ienen p^tlißetljaften 8Wa$trerfen, bie ben (Schulet 
abßumpfen unb bie guten iteime in i$m ertobten, fort mit 
Jenen $fuf$ereitn au« ben beräd^tigten gabrifen, bie immer 
unb etoig baju tetbammt finb, nur Unrat^ ja erzeugen! ©er* 
bannt fle, iljr 2e$rer, unb behaltet ba« totliegenbe HDerf im 
©ebadjtuif , ba« in feiner Krt gang treffii^ iß ! 



156 



giefcct mit tyianofottt. 

fft. ÄÜtfen, ©p. 51. 3»fi Ctrtfr für 1 Bingflimme 

mit WU. Öirgrl u. Ötoll. 20 ttjr. 3ro<* aUnit, 

124- njr. J>u(flbcn für pionoforte aUrin, 124-iljjr. 

Sflr. 1. CS« liegt ber t)ef§e (Sommer jc, »on £. -Seine. 

«Rr.2. SBögleln im 2Balbe, »on «.8orcc. JDle Äücfen'föe Dtou* 

tine mangelt au« tiefen beiben fiebern ni*t, unb bie« würbe 

ba« einjige $er\>orju$ebenbe an t^nen fein. 5>a« jwelte ifl 

ba« beffere, »eil fi* in il;m eine Uebeteinfllmmung jwif«en 

Seit unb SRußf wirfli« »orfinbet. 5DIe 9Relooie *u bem Seine* 

Wen S*erje Wr. 1 lagt fi* oljne ©djwicrigfeft icbem ante* 

wn ©cbl^te »on gleichem iöertmaage unterlegen. 

gut gRämtetc&or« 

(£. ©emtia, ©p. 23. mret ©rfäitge für Jtitx *f« 
CrnMcffä«. öifflel u. Atoll. 3 «jefte, |.M tn 
|)ttititur unb Stimmen 7j. lljjr. 
5)ie ©efänge ftnb einfad) unb ernfl gehalten, unb ent* 

fore^en ben ©ebürfniffen Heiner ©labte unb fianbgenuinben. 

«Die 8lu*fü§rung ift bur«au« eine leiste. ®le feien em< 

Pforten. 

$♦ »♦ SBif , ®P- ^ nr - *• »wi^ Ärifc für 4 



.fllannerftimmen mit ©rjrlbfjlritunj. Schott. 1 Jl. 
12 fir. 

2)ie einzelnen <S5fce finb furj ; e« fdjelnt, als ob fi* ber 
(Somponift vor längeren (gafcen geforstet tyabe. 3m Uebrt* 
gen trollen wir unfer 80b nidjt jurütftjalten : bie aRuftf ijt 
jwar febt leidjt unb einfad) gehalten, aber e* leuchtet überatt 
ein tüdjtiger muftfalifc^er ®inn Werter, unb ber (5om}>onlft 
Tann gewig ©tö§ere« liefern, Wenn er fonft wollte. 

$♦ aKenbelSfo^n-SJart^olbp, ©p. 75. Pier einer 

für Dirritimmtgcn JUanncrctjor. fitftner. Partitur 

un* ßtimmen. I Äljlr. 

Die gewählten Xerte finb: ©em ©ott will red&te ®unft 

erweifen, Den (Sidjenbotff ; Stbenbftänbdjen; ©<$laf Siebdjen; 

Srinflieb: @o lang' man nüdjtern ifl, gefällt ba« ©djledjte; 

81bfd)Ub«tafel: ©0 rürft benn in bie SRunbe. JDle Bieter ge* 

Ijören unter bie nadjgelaffcnen 3Berfe, bod) waren einige »ob 

itynm fdjon in fhineicn Äieifen befannt, unb galten fcort alt 

2iebÜng«tfefänge, fo befonber* ba« erftgenannte. <£« ifl ni<$t 

nötljig, Y>ti 1 ©mpfeblenre« ben Siebern nadjjurufen; bie %t* 

ber, weldjer fle enlfloffcn, Ifl berühmt genug, um au* ^ter 

wieber 23oraügll*e« erwarten ju bürfen. <Sie werben balb 

greunbe finben. 



3ittelUöettjf>I<ttt< 



Verlaffrtericbt, Monat September, von 

SrJlUherth 4" C0.3 Hamburg u. JSew-York, 

enthaltend Neuigkeiten, welche durch Gehalt und Ausstattung 

das Interesse der Musikfreunde besonders in Anspruch 

nehmen. 

BereilS, H.* 3 Rondeaux p. Piano. Op. 11, 
Nr. 1. Rondo aus Gitana. 7| Sgr. 

f do. do. Nr. 2. Rondo aus dem Waf 

fenschmidt. 7t S S r - 

Onrlitt. C, n Weinbüchlein tc . Lieder f. Bass 
oder Bariton mit Pfte. Op. 7, Hel*t 2. 20 Sgr. 

HrebS, C, „Weiss ich dich in meiner Nahe 4 '. 
Lied f. Sopr. in. Pfte. 5 Sgr. 

, „Vom Berge". Lied f. Sopr. m. Pfte. 5 Sgr. 

Kniff, D., „Souvenir de Bellini". Divertisse- 
ment p. Piano ä 4 ms. Op. 11. 10 Sgr. 



-/„Hommage ä Jenny Lind". Fantaisie p. 



Piano. Op. 26. 

, Mode -Bibliothek f. Piano. 

„die Schwalben". Fantasie. 



22i- Sgr. 
Nr. 1. Abt, 
10 Sgr. 



Krn£, D., Mode - Bibliothek f. Piano. Nr. 4. 

„Carneval von Venedig". Variationen. 10 Sgr. 
Liedertafel, norddeutsche. Bibliothek 

mehrstimmiger Gesänge. 6 Helle in einem Bande. 

Stimmen 

— , do. do. do. Partitur 

Iiindpaintner, P, v., „Roland". 



1 Thlr. 
20 Sgr. 



Lied f. 
10 Sgr. 
15 Sgr. 



Tenor od. Bariton 

Jjiszt, F., Göthe-Marsch f. Pfte. 

l.iilllbye, H. C, Roland-Marsch f. Pfte. 7|Sgr. 

{Schmitt, «I«, 4 leichte Sonalinen f. Pfte. zu 4 
Händen. Op. 208, Nr. 1 u. 3. ä 12i- Sgr. 

Schllberth, J», Musikal. Handbuchlein. 3te 
Aufl. Carl. 10 Sgr. In engl. Leinen 15 Sgr. 

Schnmann, R«, „Album für die Jugend". 
43 Ciavierslücke. Op.68, Erste Abth. für Klei- 
nere. 1| Thlr. 

Xhorbecke, 91«, Maretschek Rondo -Valse 
transcr. p. Piano. 7^ Sgr. 

Durch alle Buch- und Musikalienhandlungen des In- und Aus- 
landes zu beziehen. 



Ö~ Qinselne Wummern b. VI. 3tf*r. f. «Kuf. werben gu 1^ S^r. beregnet. 



JDrucf o«n %t. Küdmanu. 



Heue 




<iff4?iff f#c 




Q<rantt»orHf4er CRebaetiir: 

Stan) SBreitbel* 

(Simmbbreijj igfter ©anfc. 



M 30. 



Bf ? ff %%%i 
fTCobert gricfc in Setpiift* 

3>m 10. Detobet 18». 



Hon bfefcr 3*KW- etfötUen tobtyntUä) 
S Kammern &on 1 ober l ] /i ©0öen. 



$ui# bc* Sanbe* oon 69 9hn. 2 1 /» I^t- 
3nf«tien*gebn&ren bie BetitpUe 2 gtgr. 



fltbonnement nehmen äfft $ofttmtcr, 99 a^ 
SRuftf* nnb Äunfl&anbliMAe« an. 



3nljalt : 8f&* Qrfang um» Dnfrcff« . — flu* t Et Orgel. — Alf Inf 3*1 tan & , Bf emifat**. 



gßr (Sefana iw& ßrd)efier. 

6, 9, SSartfiClb, ®p. 30, 0» ij t rm anliefet) lad] t. 
Cm päan in jmri Abteilungen, ©r&trfjt cort 0. 
fojau. €tamcrau&jug üom «ompaniftrn. — ■ Main}, 
ßcljott ©Ijrtf Prnsangabe. *) 

(Befunden von G mannet Ättfcfd)«) 

SRit biefrm 89Bctfr # lüeldjeä $ einriß 9« @a* 
gern getoibmet ift, fibergiebt ber Koinpoutfi bem beut; 
fcfi-en feolfe frin rfflci grojjerrä SBert, baä mitten 

aus beut fflogenbrange ttnfcrct 3eit Ijrrauä rrflaubm 
ijrj tno&t aue$ ba8 erfh gr&jjete *I8crf tiefer ftrt Mc& 
%aupt, baö unfeten gdfyrenbrn $3err)a(tuiifeu feine Önt- 
ftrfjung orrbauft, ^uiijidjtlicrj ber formellen sBearbru 
tung |at ber ©id?ter beffe£6en, £. Sogau, bei unft 
frf?ou bur^ rill Stauerfpiet ttott^eil^aft beCanut ift, 
einen neuen Söeg ju betreten gefugt/ inbem et ba3 
9Relobram jw @ititflcn bet Steigerung ber Sttufton 
in biefe neue Sorm öerwefete unb mit beut Grnft unb 
ber ffiBurbe beS Oratorium** bad bramatif^e Se6en 
ber Oper jn uerbinben fitste, Sie öe^ei^itung 
„tyfan" t ft natürli^ eine LuiUfityrti4)f. S)nui ^3an 
$iefj bei beu ©rieben urfprihigtieb, nidjfc mie bei 
©listet angirbt, „ein t>en liefen jugteitr) gefangene* 
2ob * ober ©djiadjtlieb'', foubern ein $y*titii3 auf 
brn Apollo. SBitt man nun batau3 eine ÖerljettlU 



•) Efe qtarrHut fS in &bf$rtft ja (aien nnb in oejU* 
*rn Vom (Somponiften. 



djung itgenb einet grcfjen Sbce überhaupt ableiten, 
toie j. SO. bet JJreiijeit, lua3 auf baö üotliegeitbe @ex 
biä?t Stiupenbmig pnbet, fo mag ber Sßaine ^ierburnj 
getect/tfertigt erf^eium unb feiner weiter mafeinbert 
ÄcitiC unterwerfen to erben. 

3Sa# )ititäd)fr ben ©etil, bie Stnfag* unb Ktfl« 
fujjrung be3 ® eti^ teS betrifft^ fo ntu§ tetn £)i^ter 
bie 'Jtucrfeniittng ^u 3;^ei( merben, ba5 (r ben <2>toff 
ju einem ff^fiu abgenmbrten (Sanken üerarteite^ bnrd^ 
äöcdjfi'l uno jmeetinagige Anlegung ber @cenen, na* 
turgeinäge unb Icgifd^e (Sutmicfeluug ber gefrier) Ilu 
$t\\ Momente fo mit ber ^^ataftere, butcr) eble unb 
Iraftooße @pracfte, bie jugleio) ben Älorjug einet ge- 
brängten, feenifd? mtrffamen Äurje ^at / in fot^et 
SBeife feinen 93crn?urf in einen 1idt)ren S3orbergrunb 
gehoben ^at, ba(j ein njo^fgera^mte^ tebenSvoUcä 
Bilk bem $orer unb Äefet p* a«fw(H, ©et S3et; 
lauf ber ^aubfuiig ift folgeuber* 

Saä Cöaii^e beginnt mit einem äJMobrarn, weis 
cfteS bie vom ©Jutmioinbe aufgeregte Statur f^itbect. 
©et greife ©igmar^ gnrfl ber S^eruäfer, ffgt auf 
einein $ügef y flnnenb ufaer bie Den beu EftBmeru ans 
getane @4>mad&. Seiner gepre§teii ©ruft entfteigt 
ein Sie», baä ei, uon ^^merj jerriffeu über bie ge* 
raubte gtetyrit, in bie Slatfct (inauS fingt. SSon fern» 
^et (hafjU aud bem Seite be3 SÖaruS ber geflrif 
gtanj ber jufcetnben MÖmer* ©ort erftingt ein &nc* 
cr^iiörfjor unb ein anaereontif^efl Xriuflieb uoit ben 
T&iuif^en ©olbaten, unter beuen au et) ©eutf^e a!3 
Oäfle auf Catti§ Sintabuug fiit fceftiibeu. ©en 3iu 
bei utiterbrid^t tin jtte&enber Sl&mer, ber ben Oenof* 



158 



fen terfünbet, ba§ ein SBolf im fernen Sterben, bet 
fremben ^atf^aft mübe, bie Werner ternidtet ijabe. 
©ie JRcmer ruften ftd) jum iTta^ejuge} bie ©eutfdjen 
cttnut^tgt biefe Äunbej fte terlaffen baö 3<lt unb 
gefjen ju einer fernen $ütte, n?o § ermann fdfjluttu 
tneii, unb geloben fid), nod) in fettiger 9?ad)t im l;eils 
gen §ain J« tagen. ©eö «Sünglingö §erj erbebt 
tor SHJonne. 6r gürtet ftd) fein ©dnvertj ba ers 
f^eint SJaruö. Gr rtiö ^ermann abtrünnig mad;en. 
6r n?ei§, ba§ Hermann £t;uönelbe liebt, bie %cä)* 
iet beö reiben ©egefteö. ©iejer aber fielet auf 
©eiten ber 9\ömer. Ä3aruö fteflt Hermann tor, baji 
Xr;uönelbe für ifyn auf immer tarieren fei, trenn er 
gegen bie {Homer fampfe. ^ermann aber bleibt feji 
unb tt?iberfier;t bem ©erfud)er. ©einen ©d)merj über 
ben bretyenben ©erluft Sfyuönelbenö ergießt er in einer 
Slriej bed) bie Srinnernng an baö £teb feineö 83as 
terö, baö er in ber SWadjt ternemmen, ermutigt ifyn 
lieber. ßr eilt ju ir)m unb tfyeilt i^m feinen QnU 
fälufy mit. ©eibe geloben fiel) (in einem Duette) beö 
83aterlanbeö ©et)ma(t) ju rächen, ©ie eilen mit einer 
©d)aar in ben r/eü'gen £>ain jnr 5llrunia, ber 
Sprieflerin ber $ertr)a. ©iefe, entrüflet über bie hi&* 
t)er gebulbete ©d)mad) unb baö Einbringen in baö 
$eitigtt;um bei ©Bttin, roet)rt ib/nen ben (Eingang, 
©eun $agö torl;er ijatten bie {Römer bie t)eirgen 
Stoffe ber ©öttin fortgetrieben. ^ermann gelobt mit 
feiner ©er)aar biefe ©djmad) ju reichen, unb bittet 
bie fprieflerin, ber ©iittin ©egen für fte 511 erfler)en. 
Sftit ben herbeigerufenen spriefterinnen beginnt fte bie 
t)eilige geier, unb n?at)rfagt auü ben terfdjlungenen 
geilen ber faßenben grüßte bie enbliet)e Befreiung 
beö ©atertanbeö, read bie Jünglinge ju feuriger %f)at 
6egeiflert. 

3»?eitf 9lbtb)eilung. STJorgenbammerung. faeuU 
fdje S""öftauen flogen in einem Gfyor, tag fte nid)t 
nadj geroor/ntem ©raud)c ber ©onne ben JDpferrauer) 
fpenben büifen, fonbern frembe ©Otter terefyren fols 
len. ©a fommt $r)uönelbe unb terfünbet ifynen, trag 
bie tapferen ©paaren ber Scanner ju beginnen fies 
t)en. Sfteue Hoffnung belebt fte. 9?ur $tyuönelbe ift 
erfüllt mit bangem ©orgen. Sinfam betet fte jum 
Sllltater, @cr/limmeö befürd)tenb für ifyren Sßater unb 
ben ©eliebten. ©a nal;t ^ermann, um ifyr ju ters 
fünben, bafj et in bie @er;lad)t eile. ^Dnctt. 3»wi 
ßüfyrer ern?ac)lt üon allen Scannen jie^t er in ben 
Äampf für baö 93aterlanb. ^eutoburger SBalb. ©ie 
©cr)lact)t. äWut^ig bringen bie ©eutfct)en auf bie 5RB» 
mer ein) nact) fer)ioerem Äampf enblicfy ftnft ber legte 
Slbler ber SRöuter, üernicr)tet 1(1 ber getnte *DlaO)t, 
unb 93aru8 ; »on ©et)macr) erfüllt, burdibot^rt mit bem 
ungetreuen ©cf;u?ertc fein ^erj. äJiit ©iegeSjubet 
fe^ren bie ©eutfcr)en jurürf, bod) ©igmar, ber ^elb, 



tragt auf ber ©ruft eine fcobeGrounbe. ©er Ctyot 
ber ^riflerinnen (;ei§t bie .guMttänge f(J)tt?eigen, bi« 
©igmarn SBal^alla fid^ öffnet, (©iefe 6pifobe ifl 
ein fd;öner ©ebnnfe be« ©id;tere.) 9?cd; einmal 
fd^lägt ©igmar bie klugen auf unb öffnet feine fiips 
fenj freubig fci;etbet er toem fieben, umraufcl)t »on 
©irgeefreuben. Giften. ftöall;aflaö X^ore öffnen 
fiel; \ ^uiefo felbfi fül;rt il;n 311m ^elbenfaale. ©e^lufs 
feene, allgemeiner ISfyor ber ©eutfdr)en, bie fiel) gelos 
ben, bie fel)tüer errungene greifyeit ju beiua^ren unb 
fte mit ®\\t unb ©Int ju fdjügen. — 

2luö biefem furjen Entautrfe trirb man fd)on 
fet)en, bei§ ber ©icl)ter bem ßomponifhn fel;r in bie 
^äube gearbeitet t>at. Eine weitere ©etraet)tung füljrt 
nun ^u ber S^age, roie ber (Scmponifl feine Slufgabe 
gelöfl? 3""'P mögen einige allgemeine S3emeifun* 
gen über ben ©eifl ber muftfalifd;eu Se^anblung tors 
auögel;en. 

(©Cfclttf folgt.) 



©♦ SS« ÄÖniet, Ülufikalifelje ÄeljrenlrCf. Äugwaljl 
ber beften unb effedrollften ©rjelfugen, ^um 0tu- 
biunt, Conerrtcortraej unb jum ©rbrauel) beim Öot- 
t«btenCte. 2 ßänbe. — €rfurt, Ö. tD. fiörncr. 

Sn biefer Sletjrenlefe puben fter) ßugen ton als 
ten unb neuen @cmpenifien. Köenn ton Erflgenanns 
ten Qiid) nidjt alle alö bie beflen unb effeettoUflcu ges 
nannt 3U roerben terbienen, fo mag eö immer brum 
fein, lvenn nur meljr bcö ebeln ©etreibeö torb;ans 
ben iflj mal)et beer) bie ©enfe bie tolle SBaijena^te 
mit bem SBinbfycpfer jugleiei}. 3« ben tollen unb 
bielen beö lpen ©anbeä gehören natürliel) ©eb. 23 ad), 
fßt)antafte unb guge ($,'*$DIqU granbicö auf ba& gro§e 
5|3ebal:6 baö ttyematifefje ©ebau mit feinen unents 
lid; bunten SJerf^lingungen fr|cnb. 5lu8 ber guge 
möge einer befonberen ©teile f;ier gebadet iterben: 






— fo rrtc ^anbel, guge in 9l--2J?ofl, bie torle|te 
ton ben fect;ö Sonboner, mit bem 9Wcffprunge ber 
großen ©eptime anfnngenbj aufjerbem ^ad^elbel, furje 
guge © = TOoll (borifc^), unb $. ©. SBaltb;eT, Prae- 
ludio con Fuga. — ^itfd;, ßuge §:9)lcü, lagt 



159 



jwar melobifdje gütjrung unb fleißige Mrbeit nic$t 
permiffen, giebt jebccfy (Finigeö auö}ufieUen in fyars 
monifdjer £inficx)t, fo wie Stimmführung. — 6. Ärüi 
ger, ^ßrcil. unb guge 6s {Cur, ifl fd;on frii(;er bes 
fproc^en. 

£änbel, guge giö s äfloll, auö bot ßlapiers 
Suiten, ©iefe breißimmige guge jeigt, luic fdjen bie 
Porfyerger)enbe, mancherlei greifyeiten unb ^neonöes 
nienjen in ber Stimmführung, worin bet ©e; 
ntuö eö »erfct;mät;te, ftet) an gorm unb ©efe^ 511 
binben. 3(u§er fteben f?ier anjufüfyrenben 93eweiefiels 
Ten, giebt 9tef. alö ad)te ^icvmtt bic Aufgabe, fcors 
liegenbe guge für brei 3"flrumente, j. (f. 83icline, 
83ratfci)e, S3ag ^u arrangiren. — 5Ubred)töberger, 
guge ©säftcÜ. SDtelobifcber Sdfywuug, gebiegene s 2irs 
beit, tote gewcfynlicr). Spielt fid; fel;r gut. ©ie am 
Sdjlufj ber brittcu Seile pom (snbe mit man. feejeidjs 
nete 5ld)telflettc mufj notfywenbig baö Sßebal übernefys 
men / für welct)eö biefe erfUicr) fefyr bequem liegt, unb 
wclct)eö fetbfl fd)on an biefem Orte, unb nidjt, rote 
in ber Schrift brei %acte fpäter, wie abgeriffen ers 
fdjeiut. — SHojart, guge © = 2Jcctt, nact) einer SBies 
ner $luögabe (wie bewerft flel)t) für jwei $änbe 
eingerichtet. ©ötlje fpricb)t: ü&incü fd)icft fid) nict)t 
für Sitte. SJcan laffe entweber bie guge fo wie fie 
SDco^art ju toier Rauben gefd;rieben, ober fpiele fle 
jweityänbig auf ber Orgel mit 3u}if$ung beö Qßa 
bald (f. Boeder, (Säeilia l.öanb, §eft 2). Sluf bem 
(Slaüier läfjt jtet) baö SfGerÜ nur uint Xl;eil jweityans 
big Pertragen. SJlan überzeuge ftet) oen ben unges 
fdjicften Slbauberungen biefer — mit Spoinp anges 
fünbigten — SBieuer Sluögabe. — ©. Siebecf, guge 
ßs©ur. Scheint eine ^ugenbarteit , ber man baö 
©emadjte, gormelle, Unbeholfene nod) ju fefyr anfielet. 
§ß3ie fam woljl ber ^erauögebcr ba$u , biefe guge, 
fo wie baö nad;folgenbe Srio pon 31. 93. 83olfmar- in 
biefe Sammlung unb refp. unter bie jweitc Äatego; 
rie beö obigen Sitelö jii flellen? — gr. Äityinflebt, 
guge Slsäftott. 3 m ©runbe weniger eine, toielmel;r 
eine fugirte Sßfyantafie über ben (Sfyoral: ^erjlidj tijut 
micr) verlangen, fowoljl l;infid;tlict) ber gorm alö ber 
mel;r freien Söefyanblung. — Sin tr)ematifd)er 
©urc^fütjrung fetjlt eö nic^t, uietteic^t ifl ber Arbeit 
etwaö in piel getl;an, wofür immer cttva^ meto bis 
fetye ?p(;antafte rec^t wobl am Spiafce gewefen fein 
würbe. ©0 Hingt namentlich bie ^älftc ber Porle|}= 
ten &c\U uic^t befouberö fc^ön, obgleich ^ier bem 
Xljema burd^ bie 93erfürjung ©enüge geleitet worben 
ifl. — gur, guge %z9Jloü, ein alteö Äunflbenfmal, 
worin eö awdj nic^t an Ehierftanben mangelt unb pon 
(Seite beö ©tee^erö an ge(;lern. — Ärebö, ^5rä'l. unb 
guge 6s3?lott (im SRamifeript). 6ine wolle 5te^re, 
bie ein ©ugenb leichte aufwiegt, fowofyl nae^ raums 



lieber 3lnöbe^nung (7 Seiten) wie r\ai) tee^nifc^er 
gütyrung großartig ju nennen, ©rei X^emaö agiren 
barin, leiber aber auä) mehrere unb arge S)ni(f fehler, 
©a porliegenbe A 2le()renlefe ber H frauö g c ^ er a »f 
feinem eigenen gelbe get^an, b. i). bie gugen anberen 
Pen i()m ^erauögegebenen äöerfen entnommen ijcit, fo 
Wirb man folglich $war oben in ben Seitenzahlen 
eine $lrt bab^lonifc^er Verwirrung, bagegen unten 
eine fortlaufenbe numerifc^e Drbnung finben. 

Stllß* g-tepet, ©rganift in Oarfeljau, ©p. 2; Coneert- 
türtütionrn über bas ruCCifrlje IlationaUir^ von 3V. 
füoff. — ßrrlin u. ßreslau, fioteu.ßack. Preis: 
i «|)lr. 

Einleitung, S^ema mit brei Variationen, ginate 
mit bem fugirter S^ema. ©aö ©an^e ifl nad) 5lrt 
ber Äö(;ler'fc^en Drgeloariatiouen ober $p§antaften 
eingerichtet, o^ne biefeu perbienten Drgelcomponiflen 
aber an Äunflwert^ 31t erreichen, ©oc^ fc^abet bieö 
alleö nic^tö, unb \va^ aufy oielleidjt bie Äritif irgenb 
auöjuflellen fänbe, i|l fc^on pon Pornl;erein tjon bem 
STcantet ber faiferlic^en ©nabe, an welche baö SBerf 
eine Captatio benevolentiae mac^t, bebeit, — eö ifl 
bem Äaifer pon JRujjlanb am 93erma(;fungötage beö 
©ro^fürfien ^l;ronfolger jugeeignet — benn alö (Urs 
innerung an eine greube im fieben ^at auc^ baö 
©eringfte einen relatiüeu, oft fel)r ^o^en SBert^. — 
9luc^ giebt eö unter ben Drgelfpielem woljl nod^ ©ts 
Iettanten, benen ber alte Sebaflian ju ern^* gewichtig 
ifl, unb bie piefleid&t ettvaü ^ntereffantered perlangen, 
©iefe werben ftdj amüftren, woju auc^ noe^ baö ^Ü6s 
fd)e aöbefannte ^ema baö Seinige beitragen wirb. 

ßouiö Äinbfdjer. 



Kleine 3"tung» 

Die ^pmöbte ktr S^ieru>elt« 

€ine ^abel, 

rrjatU üon Öatl ©ollmtcf. 
(Sortfe^ung.) 

HfladjUm fomit bie erften ©teilen verbeut waren, toutbe 
ju ben einzelnen gackern flefa^ritten. 

$rima*2)onna unb ^o(eratur*@ängerin tourbe ber Sana* 
rienvogrl, jnjeite ^ttma^onna bie Serd)e, I^rifa^e ©Sncjerln 
bie öiacjtigarr, Ijccbtragifclje ber $fau, Soubrette bie 93ad)* 
flelge nnb ber Sieraffc, ©efyfelin (5nte unb @an«. $rimo? 
Slmorofo würben ber Ürut^abn unb ber @tora^, ^Bariton ber 
$at)ian unb ba* Äalb; ju gelben toarb ^eul« unb Srüttaffe, 



160 



gu getjarnlföten Partien flrofobll unb ©djilbfröte ernannt. 
£Rr)inogero« unb Äameei tnu§ten bie gutmütigen Dnfel«, 
SEBolf, Siger, $t;äne unb JBlutfinf bie 93öfewf<$ter unb Hl}« 
rannen, ber 33är bie grämlichen Alten, ba« animal magnum 
aber, au« bem ®efd)ledjt ber Antilopen, bie (lurijantrjen* unb 
©elifar * Äönige übernehmen. Sidjtfdjeue $rieficr matten 
S3ltnbfd)leld}e, Solange unb SRol$; 3ntriguant« fpielte ber 
gu$«, jugenbll^e Vonvivant« ber lodere 3e»fig, unb in eifer* 
(nötige SEBeiber feilten fid) Sudj«, galfe unb ?Bafili*f. gür 
jugenblicfce Siebtjaberinnen würben ffttf) unb ©agelle, für un* 
fc&ulbtge ©efralinnen ba« 2amm unb bie Xaube, für feurige 
fciebtjaber ber ©alamanber, für äomlfer ber grafrenvogel, für 
@d)iff«capitaine ber @eer)unb, für SBebfenten ber «&aafe, für 
©entlemen« ba« eble Wog, für Waturburföe ©fei, Jtolpel« unb 
$infelvogef, für reidje 3uben 93amptyr, ©reif unb Slmfel, für 
gepufcte ©ranben gafan, £at)u unb $apagei, unb für flatter* 
l)afte ffiebtjaber ba« Chamäleon unb ber ©djineiterlfng enga* 
girt. (Slafflfcfce Partien erhielten SWammutr), 8mmcn unb 
@$afal, Uro*fe unb 3bi«. Der 2öwe felbft aber, al« 2)1' 
tector, fang unb fpielte, wa« er wollte. Da« $eer ber 3n* 
fecten unb Heiner Amphibien, Ääfer, gröfcfce, Äröten, 81* 
bed&fen u.f.w., bilbeten ben (Stjor. 911« Äalfant meierte fi<$ 
ber oflinblfdje Säufer, al« $erütfenmadjer bie Slfcel, al« @ar* 
berobiet ber bunte Äleiberaffe (Bernau«) unb al« Sweater* 
fd)neiber ber ®ei«bocf. Vefonberc (Sbarafterrollen würben 
ferner folgen Spieren gugetljeilt, bie fdjon in ©egug auf iljre 
tarnen — omen et nomen — bagu qualificirt waren. (Sie 
Riegen: ber ©renabier von €t. Helena, ber ofiinblföe 9lbju' 
tant, bie brünette, ber norbifdje alle« fieffenbe Vürgermeifler, 
ber Dlcf ', Dünn*, ©reit* unb gettfdjnabel, ber fredje tfrieg«* 
mann (man of war bird), ber capifc$e (Sarbinal, ber 2Hön<$ 
nnb ber ?abft, 9lcfermänn<$en unb SWüllerdjen, $infel<, 3icr*, 
Seen* unb SRegentenvogel, ber Svrannu«, ber Sölpel unb ber 
©onberling, unb unter ben giften ber SÄitter«, 3upiter*, ÄaU 
fcr' unb -perlfifcfc, ber Schwärmer unb ber Vagabunbu«. 

Slber aud) an an«gegeid>nete ©äfle würbe gebaut, we«? 
l)olb fogleid) ber $arabie«vogel unb bie $rad)tmeife, bic®ö|jen* 
fdjlange unb ber ©olbvogel Qacamar), ber ^runfbocf unb 
ba« 2eud)twürmd)en, unb au« bem üfteere ber &bgotlftf<$ ver* 
föricben würben. Vor allen aber madjte bie *üiona«mica 
Sluffeljen, bie, ein 3nfect, ba« nur im relnften SBaffer lebt, 
mit einem £i$tf$dn umgeben, folglich mit ber Aureole ge* 
boren würbe. Der ©eigd*<Scorplon nannte biefe« $t)ierci;en 
©enievogel; we«t;alb alle anbrren viel von iljrem ©lanj, 
$runf unb ©olb verloren, un& tf($ fc^r: barüber grämten. 
Unter ben ßoriptjäen bilbeten ftdj burdj Paarung and) manche 
Doppelnamen, bie i^rcr ©erül)mtl;eit wegen grofje« 9luffer;en 
erregten, benn man war oerfldjert, bei boppeltrn Warnen muffe 
au<$ bopprite« ißerbienfl fein, ©o gab'« benn eine Siger* 
©Klange unb einen <S(ftlangen*Slbler, einen ©reif* unb £ö* 



toen«9lffen, einen 9ia«fjorn<$ogef, einen SWau«^unb nnb eine 
<5$aaf*©an«, benen ba« Noli me längere auf ber ®tirn ge* 
f^rieben ßanb. 

SBie aber afte«, fo würbe auc^ biefe« Sßorre^t von ber 
ditelfeit migbrau^t, unb fogteid} batte man batb eine SWfftrefl 
S3ellerina»Droffel, eine (5olumba.-@pat, eine $t)ilomele*Ääu^ 
lein, eine ©rigri^Äornfcrfel, unb bur$ JDoppelpaarung no<^ 
wirerfinnigere Warnen, we«t)alb ber gu^« bie bo«tyafte 93e» 
merfung madjte, bog bur$ bergleic^en 3ufammenftel(ungeK 
Wobt auc^ ba« beutfdje ^räbicat ^wein^unb entßanben 
fein mag. (Wu| ^ t) 

Seift, am 14ten ©eptbr. 1849. Vergangenen @onn* 
tag. ben 9ten b. 2)?., von Wadpmittag« 4 Ul;t ab, braute Ux 
Jiefije 9Wufif herein, unter Leitung be« «fern. Santor jtlof, 
^ar^bn'« „(Scftöpfung" }ur S(uffür)rung, um bie 50jär)rige 3n* 
belfeier biefe« unfierbliien 3WeiPer werfe«, welche« befanntlig 
im 3at)re 1799 in ffiien jum erßen SWale ju ®el)ör gebraut 
Würbe, in entfpredt)enbfter Sffieife ju begeben. CDtc 5(uffur)rung 
War in jeber 33ejier)ung al« eine votlßänbig gelungene, be« 
befonberen 3tvecfe« wütbige, ju begegnen, unb lieg bie mu* 
fifalifAen Gräfte unferer <Staot, fo wie ben nnermüblicje» 
glefg be« $rn. (Santor Älog wieberum in einem rec^t erfreu* 
lidjen %\d)tt erf^einen. 3n ber Partie be« ©abriel borten 
Wir grl. (Smilfe Äieft au« Sefpjig, eine Sängerin, wel^e 
bei äugerft anmutsvoller, aflerbing« me^r für ba« @alon# 
Goncert qualificirter, (Stimme bie treffliche <Sct)ule geigte, 
unb namentli^ im mezza voce eine au«gejeid)nrte (Koloratur 
befi^t. Dabei weig fte i(;re SWlttel in vollfJänbfgfier 2Deife 
gu bcl)frrf(^en, unb blieb bi« gur legten Wote auf berfelben 
^raftr;ör)e, wa« um fo mer)r anerfannt werben mug, al« fle 
aue^ bie Partie ber (Sva übernommen chatte, grl. Wofa 
Henning nämlie^, ber urfprüngiicfc eine biefer beiben $ar« 
tien gugetac^t war, fjatte ft(^ leiber verr)inbert gefe^en, gu et* 
f(6einen. — 



SermiföteS. 



3n SWattt) t)at ber Verein für jtirdjenmufif im grogen 
©aale be« furfürfil. ©c^lojfe« ein (Soncert gum Q3efien ber 
Slrmen veranflaltet, unb barin ba« Oratorium von 2ö»e: 
„tie ©iebenfeftläfer" aufgeführt. 

3n ber Äatr>ebralfir^e gu formier) wirb auf Veranlag 
fung be« Vif^of« bafelbft eine SWarmorfiatue, 3ennt^ 2iub 
baiftillenb, gefegt. 

Der glötenoirtuo« $einbl ift in golge einer Sc^ug* 
Wunbe am I3ten 9lug. gefiorben. 

9lm 25iien Septbr. iWorjen« um 2 Ubr verfdjfeb gv 
SBIen ber adbefannte unb berühmte Xangcompontfi 3o6antt 
<etraug. 



JDrutf otn %t. 0t fi d m a n m 



tl eu e 




ittfätift f#r 




tfrartj SSretifeel, 



Jk? 31. 



Verleget: 
Stöbert $tieft in Seipjig, 

2)*n 14. Dctober 1840, 



Seit birfer 3nt^. erfüllten toedjerttlid) 
2 Stumm ern toon l Dt er l'/i ^k^en. 



^nfationa^cbübrfn bie $ftitjcile 2 STCgr. 



Abonnement nehmen alft$ optimier, 33ud>* p 
Wlüfüf unb J?unft|anblungeit uit. 



3nSalt: SÜe (Kefana utib DT$cft*r {©t^Tufj — tfui SBerli* (©$Luf), — äörtffct ubrr H* in tot Z)om!ir$t $it ©t, ^ftri in 



gut (Sefatifl unb Ötdietfct, 

6. 31, SÄaitflOlb, ©p, 30. 9u Jjermann&fci) 1 **')*- 

(<5<&tuf,) 

äRaitgctb ift eine burrfj unb burd? beutfije fßa? 
tut. @o biel id? bie ießt bort it)m (jabe tcniicii ges 
lernt, ^at bie* tnriti; Ueba&rugung »flu feinem ntufls 
(alifefren Sljarafter betätigt. 6§ nberraf^te rnid? 
ta$ct nic$t # ba§ et gerate tiefen ©teff jmu ßotwuff 
einet grEjjcren muftfalif^en (gdjejjfimg mit greuben 
«griffen ^atj fHimtitf bedj fein cigeneä innere mit 
beut (SSeifle beä ©ebidjtcö fo giifammcn, baf baä t>cm 
SDic^ter angefangene X|etnA # I9f($efl atte ©ruubs 
rene beuifdjer 3irt erffingen täjjt, iljin nur eruniiifcfct 
fei» tonnte in feiner SBeife mnjifflfifdj ju geftaüm, 
Würin batyet atidt) jener Umftanb feinen ßrflä'niugG* 
gtunb ftubet, bafj liebeuoftc Eingebung au ben ©tüff 
gleic^ beim erjieu, unmittelbaren (fiitbrucf enif^Ubm 
jprwrtritt. 3»"ae^|l fieflen ft^ alä bejenbere, c&araf= 
teriflifdje 6igcutfjüinfit$feiteu in biefem SSerfe ^er= 
cuS: Stxait f geuer , ©a^mung, SBaljrljeit beä ^uS* 
brurfä uub Mbcl ber Seflmumg *, einfache, natüclidje 
mib populäre Hutifpvad)c ber ©efütjte; in beu t^rU 
fefren fßiutint läjjt ber Sit n fiter hräbefontfic baä 
€.;;[ agilst auf bie innere Seite, baä ©eiuiitty fallen, 
unb fpicgeü in uugefömtttttft ©pra^e biefeä ci^t 
beutfrfje äebeu uitb Soeben treffenb- unb loirffain ab* 
©er Äeru ber 3?Mübieii i\k gefunb unb ftif(|# getra* 
gm Don einer reiben ^uinoiiic, bie nc^ tiir^ bie 
t^t^mife^e Sibmea^fcCuug unb ben -3 itflr umnit a ti0»3« 



reij gehoben roirb. UtbttaU Unstet bute^ feine Tlt* 
Ipbien ba# ©treben ^Luburc^, pe in «ine föc %Üt 
fettßlnbti$c unb fa^lie^e gotm ju giegtn unb i^nen 
bie Sc^icungfraft einer allgemeinen (&u(tigfeü gu ges 
ben* Söenn ba^er ^iu unb mieber meuiget baä Ort* 
ginette olö baä 83olfdi^»mii(^ - (^^araftcnflif^e tjets 
üortritt, baä Den 'JlUen feitet 311 gaffenbe, beut att= 
gemeinen ©efüfjlättfpu* beutf^er Strt ©ntfpre^enbe / 
fo mag bie§ tijeiB auö ber aQgemeinm dfeatafters 
färbnng beS ßßmpDnifren, tf)t\H anc^ auä bem Sprin* 
ctpi- beffeiben, äc^t bentfe^e, uaiudidjs einfache 5luBs 
fprae^e oer ©cbanfen unb (Srnpftubungen jnr ©ettuug 
jii bringen, tefultheil. Söir ftnbcn ba^et bd if^ni bes 
gtifterte ^fyatfraft, er^ebenb tüirfenbe^ geuer ber ©es 
taufen, nidjt aber Un ibealen ging ber sß^antafte, 
bie fütjn in neue ©at;ncn fia^ brdngt, bie auf ein 
noe^ niefji erfa^tojfeneä Qid führen, @r fndji ba3 
beutle (Sfemcnt auä ber dinfeitigfeit beö nnjS^Ufl 
oft unb manuicfyfaer) mobifteirt au^gefpro^cneu ^fnois 
bibucUen tjeranSjiuiefjeu unb i^m ben Stempel bed 
UnitjerfeKeu anfjntruiei^ in fötaler ^Beife ieboe^, bap 
baä ^djfaaJMjt me^r auf bie Dotf^t^üinlia) zdjatafte* 
ri)ltfe^r, beu Äern ber SöirfUcfyfrit bar|lelienbe , me^r 
auf bie reale alä auf bie ifceale §cili fallt. 

®ä gilt mm nodj, baä SpeeieUe einer Scten^: 
tung ju unfenuerfeu, um 0injlr$t ju gern innen, njie 
baS <Sin^e£ne fta^ nnü} beu eben gezeichneten (Uruub- 
riffeu gc paltet , in wtlfym Qt'mtim&t e^ jum ©eifle 
be^ ©aujeu flcfjc- 

3uerfi möge etmä^itt werben, baf bie söeljanb? 
tuug beä tnelobrattiatif^i'jt X^eilcä beut ISompouLJten 



162 



Vorguglicty gut gelungen ifl. Sr verfolgt bte intens 
tienrn bed ©idjterd fo, ba§ ft immer bie £aupts 
tnomente fcervorfyebt unb in c^arafteriflifc^er S33cife, 
fletd föarf unb prägnant begetdjnenb, bem §örer bad 
©ort bed ©ictyterd muftfalifd; veranfctyauli^t. 933er 
niger gut ftnb bie SReeitative bctyanbelt, pr leiben 
etwad an SHonotcnie unb werben ofterd matt unb 
fcebeutungölodj ed fel;lt ifynen bie verfefyiebeuartige 
©artung, ber Sd&wung, ben in t)öi;erer Steife gu ents 
toicfeln ber Siebter genug ©elegenfyeit barbietrt. 

©aö ©ange beginnt mit einer Einleitung, Sibenb* 
bämmerung unb ©türm barflellenb, woran ftdj ein 
SNelobram fdjliefjt. ©ie Qluflänge an bad fiieb bed 
©ifgmar ftnb in ber Einleitung finnig unb gefd&itft 
Verwebt $ man erteilt gleicfy bie richtige (Stimmung 
jum golgenben. 9lx. 2, Sieb bed ©igmar, welctyed 
namentlich im piü moto von guter SBtrfung ifl, ot)ne 
originell gu fein, bed) bad ©ewitynlictye vetmeibet. 
©er barauf folgenbe 33aedju£d(jor gehört gu ben beflen 
Stummem bed ©angen, wenn nic$t vielleicht nadj ber 
originellen (Seite \)\n bad genialfle Stiicf. ©aö fyeibs 
nifctye, frembe Element ifl in gang treffeuber Steife 
gur ©arfleflung gebracht, ©aö anaereontifc^e Sieb, 
welc^ed ben äJiittelfa£ biefed Er)ored bilbet, flefyt in 
ber Erftnbung auf einer tieferen (Stufe. SDl;ne frembs 
lanbifcfye Eigentfyümlicfyfcit \)at ed etwaü SNonotoned, 
Aalte« 5 man »ermißt bnrin baö ftuulicfce Element, 
bad füblic^e Schwelgen unb ©erlangen, ©er Römers 
<$or, burdj ein SKecitativ vermittelt (9h. 5 b), ifl äd)t 
friegerifc^er 9?aturj in marfigen 9U;9tt)men fd,reitet 
et einher wie ein §elb gum Siegen. 9Ji'angolb ifl ta 
in feinem Elemente. Er verfielt vornefymlid; bie 2Nän; 
nerflimmen mit »wenigen Mitteln fo ju bct)anbrln, bafj 
fte wirffam werben, cl;ne bad S3ereidt) iljrer ©rengen 
gu uberfc^reiten. $n bem barauf fclgenben SDielos 
bram ftnb feine Slnflänge a\\$ bem gclgenben antis 
eipirt, au$ bem Sc^lufjfage bed erflen $l)ei(d, iraS 
ben benfenben Äünfller verrät!), ©ie (Seene gwifdjen 
$ ermann unb Carito (9tecitat.) bietet ni^td pervers 
jlec^enbed, im ©egentr;eil macfyt ftc$ eine äWonotoute 
rec$t fühlbar, ©ie Slrie £ermannd, 9?r. 8, ifl lie- 
ber ein guted Stürf. -3fl auc§ bie Santilene nic^t 
ton überrafdjenber Steilheit, fo entfd;äbtgt bed? ber 
gefunbe 3"g berfelben, bie SBärme brö ©rfü(;(ö. ©aö 
f\d) baran fc^liefjenbe Allegro risoluto, fel;r fdjiuungs 
^aft unb feurig, bilbet baju einen burd; ein 9Jecitas 
tiv motivirten guten ©egenfa^. ©ie <Secne 3;oifd)cn 
^ermann unb ©igmar (9?r. 9 b u. c) ergebt fic^ nas 
mentlic^ im ©nett (£;9ftoll) ^u einer bemerfenös 
werten, c^arafteriflifcljen JBc^anblung. ©er ffliittels 
fag beffclben (baö Sc^ivert ber Efyre beraubt u. f. u\) 
1)at etioaö Sluffla^elnbeS , 5tobi§vera4tfnbeö. ©a« 
©uett gehört 51t ben glücflic^en ©riffen beö Eompo= 



niflen. ^n ber (elften @eene lenft ber 6^or bei 
^riefleriunen ber §cxt\)a (9h. 12) unfere 4lufmetfs 
famfeit aui fidj. Sr malt in einem eigent^umlidjen 
©äuge ber Gelobte bie ©efääfttgfeit ber ^rieflerin- 
nen. Srog ber »elebt^eit liegt bod^ eine geioiffe 
933r^mutl> barüber ausgebreitet, bie in ber Sebeutung 
ber religiöfeu geier il^ren ©runb unb bereu ©tinu 
mung ber (Sompoiüfl glücflid) loiebergegeben ^at. ©ad 
bie erfie »iibtbeilung befc^lie§enbe (Stiirf (9lr. 14), 
„#tymne", ifl l^inftc^tlic^ ber Erftnbung unb beö Volf«s 
t(?ümlid;en ^luöbrucfi-ö eine $ßerle, eine loa^r^aftc 
$9inne. Sfteben ber Äraft unb bem <Sd;ivung qmüt 
barauö eine frifdje Strömung ber ©egeifterung , 'dt, 
getragen von marfigen unb bewegt einfyerf&reitenben 
»äffen, ettcaö toon ^änbel'fdjer 2trt l;at. ^ianiffimo 
leiten bie S3äffe bie ä)ie(obie jur Hälfte ein-, hierauf 
beginnt Sllrunia ( s 2Ut) folo, Stenöre unb öaffe fols 
gen, b\% julrgt mit pgurirtem Drc^efler ber allges 
meine E^or einfällt, ©aä Unifono beö E^orö in bet 
jireiten ©telte tüirft gewaltig, unb bie $orimift in C 
evl;ol;en bie feierli^e, begeiferte Stimmung, ©a« 
ftc^ baran fdjlie^enbe $er$ett mit E(;or (5lbagio, ©eÖ5 
©ur) jeigt eine etioad gu büftere Seite, bo* ifl e« 
fetyr ebel gehalten. ©en S(^lu§ mac^t ein 5lüegro 
in C, feurig unb fräftig, bie 9?ielobie unifon briiu 
genb, iiu-ld;e wix fcfyon auü Sigmar'ö Sieb fennen 
(9?r. 2) j ba8 Drc^efler figurirt fe(;r belebt, wä^renb 
ber (Sl;or im Quart = Sejctaeeorb auo^ält. 

©ie giueite 2lbt(;eilung beginnt mit einer 3«fttu« 
mental «Einleitung, lie ^orgenbämmerung barftel* 
lenb. Sie beutet in leifen 3"gfn ben barauf folgen? 
ben 6(;or beutfe^er ^»nßfraueu an. Se(;r c^arafte? 
riflifc^ ^at ber (Somponifi ba8 3»ttcrn unb aümälige 
Ermaßen beö ©iorgeuö bargefleUt. ©er 6(?or felbfl, 
Es©ur, (9h. 15 b) gehört mit ju ben fünften 9?ums 
niern bcö ©angen. Er atfymet eine erquiefenbe SLVor* 
geufrifcfyc, unb rul;t auf einer Äeufc$l;eit unb Stein« 
l;rit ber Empftubting, bie und erl;ebt unb ba8 garte, 
jungfräuliche beutfdje ©emütl; in wenigen, aber ges 
lungenen 3»gc» abriegelt. 9?äc^flbem ifl bad ©es 
6et a&udnelfceiid (9?r.l7), gidsMoK, bemerfendwert^, 
wieber ein Stiicf äd)t beutfe^eu ©emüt()dau3bru<feä 
unb von tiefer religiöfer 3»brunfl. ©aö ©uett 
(9?r. 19) gwifdun ^ermann unb S^udnelbe, obwohl 
energifdv entbefcrt bod) (;inftc^tlic^ ber Erftnbung unb 
ber inelobifc^en Entfaltung beö Steiged unb bed l)h 
tyrren muftfalifc^en Sluebrudfed. S3ebeutenb bagegen 
ifl wirber bie geinte Seene, bie Sc^lae^t (9h. 21). 
?lbgefe(;en von ber tecfynifdjen Verarbeitung unb 93irs 
ivebuug bed verfc^iebenen Stcffeö, worin ber Eompo* 
nifl feine Sfteiflerfc^aft alö burc^gebilbeter SKuftfa 
(ewiefen l?at, nimmt biefe Seene a\id) ritcfftd&tlicfy ber 
muftfatifdien ©arfleflung unb ber barin fliirmifdj fi^ 



163 



hire^freuaenben ©ebanfen eine $ofye ©teuf im ©an- 
jrn ein. ©er ©cr)lacr;tgefang ber ©entfern (SU 
ätfoll), »eldjet baä ©anjc beginnt unb unifon Dem 
^gemeinen (Sfyor gefungen mirb , ip ein auögejei<fc 
*ete§ ©tüef. ©ie trogiQcn ©äffe, baruntrr üCrjüg* 
li$ baö tjöfynenbe gis , ergreifen gemaltig. 9)1 an 
glaubt in biefem marfigen ©efange bie Urfraft beuts 
föer äöeifen ju ternetymen. ©o mutfytocli and; bie 
Womer, ermutigt tjon 93aruö , ib/re ©cr;laer;tl;9mne 
fingen, fic muffen erliegen bem Ungefiiuii ber ©euU 
fdjen, bie mitten unter ba$ „mel; und!" ber SiBmcx 
tyt »ilb aufjaudjjenbeS „mir fommen jur SRafyc" 
tyneinrufen unb julefct aU ©ieger mit ihrem gemals 
tigen „sprriö bir, Senter ber ©djladjt!" bad ©anje 
fdjließeu. 3» ber elften ©eene i(t ber 6bor ber Sßrie* 
fterinnen (bem ftdt) ber aflgemrine (Et^ov anfliegt), bie 
»b ©igmar'ö gaü bie dubelgefänge fcr)meigen Reißen, 
*on ferner äöirfung burcr) feine jartc, elegifcbe ©tinu 
mung. ©te ©cene, mo ©igmar im ©erfct;eiben noer) 
fpridjt, tritt etmaä in ben ^intergrunbj bagegen ift 
ber ©efang «lltuma'« (©ipo"/ SÜatljaUaä Sb/ore öff- 
nen per)) »on entfeb/iebener ©cr;öntyeit; bie fcr)märmes 
Ttfdje ©egeiPerung, ber s 2lbel beä 5lu3brucf8 bürgen 
für bie fdjlagenbe äöirfung. Slucr) ba8 anbaute, morin 
i&ermann bem t?erfcr)iebenen gelben noer) nachruft : 
„@eifl be« gelben ! ©liefe fegnenb 
9luf bie Deinen milb ^ernieber. 
2)einer Xu^enb 9lng,ebenfen 
©trafyle eroig un« jum üßeibüb!" 
»oran ftdr) ber S()or fcr)ließt, »wirft burcr) feine %\v 
nigfeit, burcr) ben frommen §erjen§jug mo(;lt(?uenb 
unb erfycbenb. ©ic ©crjlußfcene bilbet ein begeiferter 
allgemeiner (S(;or, bie blutig erfämpfte ftreiljeit bepiu 
genb, bem gegen baö Sube baö Sr)ema ouö ©ig* 
tnar'ö Sieb mirfungöüott per) auffliegt. — 

SMögr biefe furje ©PrfreUung baju beitragen, 
bem SLßcrfc bie Slufmcrffamfeit aller ©einigen jus 
julenfeu, beren §er$ für beutfdje Äraft uno beutfdjen 
Sinn geöffnet ift, bamit in allen ©auen bie Älänge 
balb tyeimifct) »erben, bie ber ©rup eineö für beutfcfye 
gretyeit unb äct)te8 beutfcr)e$ 2Sefen begeiflerten ©ans 
ger« entquollen fin*. S in a n u e l Ä 1 1 fc f er). 



Sind Strltn. 

II. 

Hie, haec, hoc, . . . 
id) fomme mit bem ©toef. 

9Ui6 meinem 2eben. 

Äurj t>or bvm @e^lu§ ber Dper »urbe „%am)pa" 
ton ^erotb neu einftubirt gegeben. #r. ÄrauS mar 



niemals fomife^er alö in ber Sitetrotte — iftadj bet 
SSiebereröffnung ber Dper würbe „3°feptj in 6g^p- 
ten" üon 9)U\)\d ixaä) langer SKufje in neuer S3efegung 
gegeben. S3ei ber im ©anjen treffli^en 5luffü(jrung 
jete^neten ftet) bie $$. Stfantiuö, Äraufe unb Ärau8 
aiiü. — grl. 3 f c^ i e f dt) e \)at a\$ ©onna 5lnna unb 
alö 9?infa in g(ufret'6 „©Ott unb »ajabere" bebu* 
tirt. 3\)xe ©timme tfl redjt l)übf^ unb fd^cn treffe 
licr) gefault, i^r ©piel noci; unauägebilbet unb be« 
fangen. ^m Uebrigen ifl i^r ©efang fo falt, wit 
ber i^reö ^aterö. — grau ^ßalm s ©pa|er tfi 
ausgeblieben. $m äWonat ^ugufl märe fte und redjt 
angenehm gemefen j jegt banfen mir. SBir (ennen 
i^ren elafftfcfyen ©efang unb miffen auc^, maä ctaffl- 
fa^e Äälte unb fiangemeite ifi. 

©eit bem lfteu ©ept. finb fammtlic^e Dpern- 
äWitglieber üOn ir)ren 5luöpügen jurüe!gefel;rt. grL 
Äellberg trat öor länger alö einem falben ^ar)re 
alö 5lbalgife in Sftorma auf, gepel i^rcr fyübfaVn 
©timme megen, unb mürbe, ba pe eine ©cr)üleun 
Sitbmig SteÜftab'S mar, au genblietli er) engagirt. ©ie* 
fem (Engagement folgte auf bem gu&e eine Äranf^eit 
ber ©timme uacr) , unb man fcr)ob allgemein bit 
©c^ulb bauen 4)m. «Rellpab'S 50ictr>obe ju. %m 
5luguP r;at nun grl. Äellberg mieber einen fejjmaeben 
SJerfucr) alö ^Igat^e gemacht. 

Söelcr)en 8inflii§ ber 9J?onb auf bie ßrbe aufe 
üht, pefyt man befonberö beuttie^ beim meiblicr)en 
©ü^nenperfonaf. Sri. Xue^ef mar faum nacr) Ser^ 
tin jurücfgefel)rt, al3 pe per) aucr) fct)on unpäßlich 
metben ließ, — „^Irmibe'' oon ©lue! foll cinfiubirt 
»erben. ©ct)on »crber aber mtrb „baä <8erfprect)en 
^interm $)erb ;/ tjon Naumann über bie ©reter get)en. 
©a ie^ tied ©enrebilb berritö fennen gelernt fjabe, 
fo bemerfe ier), ta^ ed meber ^eueö, noct) 28i£tge8 
ober ©eiPreicr;eö enthält, bennoer) aber fct)r gefaßen 
fann. ©ie ©eene fpielt in @ter;ermarf. (Bin Sets 
liner ^ipVftor, ber über alle QJtaßen für aUcü natia 
nale ©te^erifcr)e eingenommen ip, Pößt t)icr mit ber 
naetten, profaifcr)eu 2Strflict)feit jufammen, oerfucr)t 
pet) in ben nationalen ©efängen unb Sänjen, unb 
erweitert natür(icr) baburci) 3»^Btcr unb 3irfct/aner. 
Sei einer Sefegung beS ©tücfö, mie pe t)icr anges 
orbnet ift (grl. ©tarr, bie §£>. ©cm, ©Bring, «ßp; 
Per), läßt pdj ein großer 6rfolg erwarten, ©ie ein* 
gelegten SftatifrnalUeber pnb ^öcf)P eiufact), aber cr)as 
tafteripifet), bie baju gehörigen Serte fomtnrn mit 
inbeß mitunter ju naiü eor. ©o lautet ber legte 
3»iegefang fotgenbermaßen : 

3a »eil ma nur beifamma fan 

3e|jt bat bie Siab ja a/wtg an 03'flanb, 

Denn »an fie j»a reifet liab'n t^an 



164 



©ringt« 9ieamß nit Donananb. 

Unb fdjau ben $crb ben baut ma $((16, 

©uufl toärn ma cj'ttifj t>alorn. 

©ei c^m fan nit bie Änöbl blofj 

9 b* $oc$jat g'fott'n toorn. 
©ie neue ita(ienifc$e Opern «©efeflfe^aft tyat ficf> 
conßituirt unb ifyre 93orflctlungcn mit fiuerejia Q3ors 
gia begonnen, ©a cd mit ber Spolera bcc$ eine fefyr 
bebenflie^e ©ewanbtnijj tyat, fo t^abe id) nodj nicfyt 
ben SDlutfy gehabt, mein £romme(fell bergleicfyen äftus 
flf barjubicten. 9ltfo ein anber äNal. 

£>r. ättuftfbir. SBieprcdjt Ijat im tocrfloffcnrn 
Sommer üiel Styätigfeit entiuicfclt. So leitete et am 
22fien Sluguft ein (Scneert im Siöoli, baä toon 300 
Saugern unb 452 äJlufiteru ausgeführt würbe, ©ie 
inftrumentale SBefegung war nadj ber äWttfyeilung 
ber R. S3er(. SNuftf^ntfl. folgenbe: 11 glöten, 14 
Oboen, 11 ©afferenter, 19 deine Starinetten, 63 
grope (Startnetten, 24 SornetS , 19 Senorljßrner, 6 
Xenorbäffc incl. ber beiben Senortubaä, 28 JBajjtiu 
ba8, 15 (Kontrafagotte, Serpentö unb anbere S3a{$? 
infhumente, 22 gagottö, 24 SBalbfyorner, 56 Sronu 
peten, 8 Älappenfycrner, 6 9lltpofaunen, 8 ^euorpo= 
faunen, 20 83afjpofanen, 10 Heine trommeln, 7 Qßaax 
JBecfen, 7 Triangeln, 2 gro&e trommeln, 60 SKegi* 
mentötrommelnj — 11 SWufttmeifier, 1 oberfter ©u 
rectot, in Summa 452 Sperfouen. 3u bemerfen ifl, 
bajj feine Kanonen mitfpielten. ffiaS ©an^e gab na= 
türlid) einen famofen ßärm, ber bie ©runbüeften beö 
Äreujbergcö erbitterte. Unb £r. SSicprec^t l;at nodj 
leinen preujjifc^en Orben! ©er ©cbaufe fdjlägt um 
fo meljr nieber, ivcnn man bebenft, ba§ fcfyon fo 
man^e anbere fcfyonc Hoffnung biefcö SJcanneö uners 
füllt geblieben tjh So rufyen feine Spiäne be^ugö 
einer ©eneral = ©irection fämmtlic^er 9Muftfc$orc ber 
beutfe^en SBürgerwefyren mit biefen SBürgerwefyreu in 
©Ott, fo rufjen feine SXuöfte^ten bei ßrridjtung cineS 
ßonfer&atorinmö nid)t tu ©Ott, aber in ben äRinifies 
rien, fo trotten feine tjerfc^iebenen Unternehmungen, 
wie bie Slfabemie für äJtännergefang, ber Drehers 
ffierein, nidjt tec$t gebeten. — grl- 9Jla rr ifl neu* 
lid) nadj Äüftrin gereift, fyat für bie bortige Sdjaus 
fpieler * ©efeüfc^aft unter SJiartorell im £l;eater unb 
in (Soneerten gefungen, tyat biefelbe ai\$ ifyren ©rang? 
falen erlofl, mit ©efc^enfen erfreut unb ifl, cl;ne 
©täten ober SReifefoflen anjunefjmen, nad) S3erlin jus 
tücfgefefytt. ©ie liebenöwürbige Sängerin l;at babei, 
glaube icf>, gar nie^t an einen Orben gebaut. 

§r. SDiuftf = ©irector ftranj Sommer gefjt 
bamit um, ein SBei^nac^töfpiel für iuufifalifc§e Äinj 
ber ju verfertigen. 6ö t)c\t auffoücnbe 5Ii^n(ict)feit 
mit ben befannten Äinber 2 SSaufaßen. ©ie gen?o^ns 
liefen 2(cccrbe finb eirtjeln aufgefd; rieben unb nume* 



ritt. 9Wit ^itfe bei SBürfel unb einiget Sbbitionf» 
unb 9Jhtlti^lication«s Siegeln (loeit j. ö. bet toniföe 
©reiflang unb ber ©ominanteuaeeorb ungleich öfter 
»erbraust werben alö bie übrigen) werben biefe Ses 
eorbe jufammeugefleUt, fo bafe am gnbe immer ein 
äJhiftf^ürf t;erauefommt. $r. (Sommer will in ber 
Viiroeifuug ju biefem Spiele bart^un, ba§ atte feine 
^errlic^en Sompofttionen auf biefe SBeife entflanben 
finb. — SKir fc^eintd übrigen^, atö ob ber SDratos 
Tien5 3»fo»»"nifeger unb jtaniiuerinuftfet ^)r. ©am 
enttoeber $rn. Sosumer feine Ättttfl abgefel^eu §abc, 
ober in ordentlicher SBeife oon iijm unterrichtet toot» 
ben fei. — #r. (£(;atleö §ö § ifl »out Äonigl. 
«ßreu^. ©ofsaHupfalienlyaiiMer ©ttflau S3ocf jurftunfk 
Mutabilität ernannt toorben, unb ßeipjig l;atte bad 
©lücf, i^n babei über bie ^attfe ju galten. ©Ott, 
wie rül;renb! — £r. X^eobor SDeflen wirb näcfc 
fleuß aud) jur Äunfl * 9iOtabilität abaneiren. 3"t 
3fit befc^äftigt er ftc^, wie gewö(;nlic^, mit Srfinbeit 
uon llebergangen ton einem Sl)ema \n& anbere. — 
3"Uuö ^popfe f)*t Hoffnung, fein legte«, fet)cn 
jweimal umgearbeitete^ unb uollfiänbig in Stimmen 
au^gefc^rtebeneö Oratorium biefen Sl^tnter ju l;öreti. 
6r l;at über 300Sttgen, 15 S^mpl^onien, etliche Opern 
unb Otatorien, eine unjä^lbare äJienge oou Ouöet* 
türen, eontrapunftifc^en Sänjen u. f. w. getrieben, 
unb i|l im Uebrigen ein gro^eö Original. 28er baä 
©lücf ijat, iijn einmal ju fpree^eu, wirb r.aty ©ar* 
legung feiner ^3robucttonö 5 Sicgifler unerhörte Keuigs 
feiten erfahren, j. S3. bag SUeber ein Spifcbube, SJios 
jart ein armer Scfylucfer, aJJenbelöfol;n o(;ne Talent, 
ä^c^erbeer ein (Efyarlatan, Spol;r ein bejammernös 
wertfyeö Subjcet unb üon allen lebenben 6ompcni|len 
er, $)r. ^ttltuö §opfe nämlic^, allein grof* fei. 3"* 
föefräftigung bietet er bann noc^ jebem feiner 3(n^3s 
rer eine 2B c 1 1 c barob an, bafj er in fo unb fo öiet 
Stunben eine Svmp(;onie fir unb fertig ju fet)rcibcn 
vermöge! — ©Ott fegne il;re Stubien, ^>r. ^»opfe, 
unö aber bewahre n uor il;rer Rapier sSöerbraudjungfc 
SHoutine. — $r. Karl Älo§ r)atte fc^on wieber 
einen Einfall tjou (Soneert 5 SButf;, unb fyat bem ju 
ßolge in $ßotäbam unD ^Berlin georgelt. (So wirb 
immer bebenflic^er mit bem SDtanne. ©a falte ©eueres 
bäber üieüeic^t fef;r l;etlfam fein föunten, fo rat^e idj 
il;m, nac^ ©täfenberg 51t gefyen. 

SBie verlautet, fett $r. (Sari (Sdfert Wtrflic^ 
Sluöfic^ten auf bie burefy ^ieolai'ö ^ob erlebigte Äas 
pellmciflirflellc ^aben. St^eilö foü er in f?oben Ärei: 
fen protegirt, t^etlö tom Äapellmeifler Zaubert ges 
flügt werben, ^e^tercr foll nämlid? baran arbeiten, 
fic^ felbfl an 9?icclai'ö Stelle unb ^)rn. (Scfert in bie 
Stelle beö jweiten Äapellmeifierö einfegen ^u (äffen. 
(So gefebeben ber SEunber unter ®otte§ ^o(;em ^im» 



165 



tritt viele. @o fenne i$ einen Sftufifleljret an einem 
ber Äönigt. ©eminare in ber ^ßreoin^ ©aefyfen, ber, 
mit einer roaljrfyaft unmufifalifd;en Statut begabt, fic$ 
jletö vor feinen ©c§ül/ru an ben pranget jleüt, ber, 
um ber graufamen $ßflid;t, tiefen «Schülern etwa ein 
GrgeffiiicC vorfielen 511 muffen, angeftdjtö berfelben 
fingirt fjat, ba§ er $u ©rgelvorträgen eine befonbere 
5lrt spebalfhefeln f;abc unb cljnc tiefe nidjt fielen 
fonnej ber fidj mit einem jungen SJlufifer barum ents 
jiveite, bajj er meinte, (ilarine bebeute in einer SDiOs 
jart'fc^en Partitur $öruer, iväl;renb jener behauptete, 
unter (Slarine feien bie (Klarinetten verflanbenj ber 
unjäfylige anbere ©tnge jur £eiterfeit feiner ©djüler 
unb Mitbürger votlfiil;rt tyat , bie idj jefct nicfyt mits 
feilen fann. Söarunt foll alfo §r. (Sari (Scfert nidjt 
Äapellmeifler werben? 2öaö tl^ut eö, bajj er ben 
Saetftab noefy nie geführt fyat, waö tfyut eö, bafj 
fein latent unter ©eutfcfelanbö großer 9lnjaf?l von 
latenten verfdjwiubet , wie ein SBaffcrtropfcn im 
Speere, waö tfyut eö , bajj eö ber Söütbigeren Söiele 
giebt? (Ernannte nicfyt ©peutini &rn. ^eunig ju f ci= 
nem erflen Aapeltmeifier, trogbem SWäunet von gro* 
fjem Stuf beffen Mitbewerber waren? (Eö laffen fid) 
fo viele fiauncnöwertlje ät;nlidje Gegebenheiten er$äfys 
len, bafj an §rn. ßcfert'ö Äapellmeiflerwutbc gar 
niefytö ©tauncnöwertfyeö mel;r 311 finben fein wirb. 

©ie SSerliner ©ewerbe s Slueflelluug ifl in aufs 
faßenber SBetfe bürftig mit mufifalifd;en ^nflrumeits 
ten verfemen, gabrifanten etfleu JKangeö, wie Äijh'ng, 
^ßerau, ©teefer, Slorfc^üg fmb cfyne vertretenbe gas 
brifate. Unter ben eingelieferten verbienen bie von 
83ogt unb SBeflermann (SBitlmannö) bie meiflc 93es 
adjtuug. Sind) finben fidj einige gute Spianeö, 3. S. 
von ©igmunb unb S3ergmaun, vor. 

©er berliner £onfünftIers8}erein berätlj bie (Srs 
ridjtung einer Unterfhigungöfaffe für bebürftige $)l\u 
tffer. 

9tie$arb Söürft, ber jur 3<*it feinen 9totl;* 
mantel bemäntelt, bie gabel vom befhaften Uebers 
mutfy beö Stäben auewenbig lernt unb übrigenö gar 
nie$t meljr geifheiefy ftgnalijirt, ift nicfyt ber Söerfaffer 
biefer 3^^"- 



fQcrid)t übet bie in bet SJouiFird)* ju 

@t ypttti in SBrcmcn neu erbaute 

ßrjjel. 

(64lu*.) 

SJon ben üftebenjiigen enra^nen h?ir au§er ben 
nötigen ©perrüentilen, ber Galcantenflinget unb ben 
(Scppeln juiii ©rujls unb Dberiuerf, noe^ freier $es 



baleoppeln, toelc^e nie^t aüein baö ^auptioerf, fon= 
bern auä) baö S3rufliuerf mit bem «ßebal »erbinben. 
— ©er ©etyranf ferner, in »reifem baö Dbernmf 
ru^t, fann mittelö eineö gufctrittö allmälig geöffnet 
unb gefdjlcffen werben, um baburc^ ein crescendo 
unb decrescendo $u erjeugen. @nb(id) ifl noc^ ein 
3ug üortpanben, burc^ anlegen bie gro§en unb ftar* 
ten S3äffe beö ^ebalö plßjjlic^ 511m ©d;nu'igen ge^ 
bracht werben, fo t)a% nur lie angebogenen fanften 
Stimmen beffelbeu ertönen, ©urd; einen jivctten 3ug 
nmb bie SBirffamfeit beö er^eren eben fo fd;ne(t n?ie^ 
ber aufgehoben, fo ba§ man bei abivecfyfelnbent ©e= 
bxaud) ber verriebenen 9Jianuale ftc^ fogleic^ auc^ 
einen ber fceifcfyiebeuen ©lärfe ber leiteten entfrre; 
c^euben Sag cerfc^affen fann. — - 2£eld;e ivic^tigen 
93ortl;cile bem SDrgelfyieler auQ biefer Vorrichtung 
erivad;fen, leuchtet ein. 

^eber ber fe(;r bauerl;aft gearbeiteten 8 S3älgc 
ber Drgel ifl 10' lang unb 5' breit, ©ie 4 2?älgc 
beö Spebalö geben 58, bie beö 2Kanualö 34° SBinb. 
^eboc^ befijjen S3rufi = unb Obenoerf befonbere 9ttas 
ga^iubälge mit Stegulatoren, unb jioar ber ßinric^s 
tung, bajj, ivä(;renb bie SDtanualbälge bem $aupts 
njerte SBinb von 34 u jiifityxen, baö »riiflwctt 28, 
unb la^ Dbenuert 24° äBinb auö bem refp. für bies 
felben beßtmmten äliaga^inbälgen entlegnen, njoburc^ 
eine ben einjelneu ßlauieren 31t verlei^enbe toerfe^ies 
bene ©tärfe unb Intonation begünfligt ifl. — 9^oc^ 
^at £r. ©• ^»rc^ fiunreic^e Anbringung jioeier 5luös 
glcidjungöbälgc unmittelbar unter bem Söinfcfaflen 
bewirft, bajj bie burefy ungleic^eö S3algtretcn, fo tt)ic 
burefy ungleie^eö ©piel (3. S. burefy ©taeeato^Sage 
in »erbcjjpelten Aeeorben unb bei voller Orgel) Vers 
äuberte Qualität beö Drgelnmibeö nic^t mefyr bemerft 
werben fann, mitl;in ein ©cfcivanfen teö ^oneö uns 
ter beregten llrnflänben gänjlic^ ivegfällt. 

©ie SBiublaben beö ^auptiverfö l;aben ivegen 
ber grofeen 5 2lnja^l von ©tinunen, bie auf benfelben 
rul;en, boypelte ©pielventilc erhalten, von benen la^ 
eine auf ber vorberen, baö anbere auf ber Hinteren 
©eitc fcer Söinblaben fic^ öffnet, um fomit ben Gans 
eellen reid;lid;en nnb aUfeitigen SBinbjupuß ju getvätjs 
reu. — ©ie ^raetur ifl von feljr einfacher unb aecus 
rater ßinric^tungj äBellenbreter finb uid;t Vorlauben, 
fonbem meiflenö SBinfef, bie in febräger Stic^tung ju 
ben Söeutilen führen, unb QuenveQen. 

©aö verivanbte Material ifl gut unb nac§ 93ors 
fe^rift. fWamentlicö pnb alle SDictaOpfeifen von aus 
§ergeivö^nlid;er ©tärfe unb befielen grö§tent(;eilö au^ 
14lött)igem 3\m\. — ©ie Anorbuung ber inneren 
SDrgeltijeile ifl alö fetyr jivecfmä§ig ju bejeic^nen. 
©äminttic^e SBiublaben liegen terraffenförmig ^inters 
eiuauber, vom 4?aupttverf, ivel^eö am ^rofpeet ffe^t, 



166 



auffteigenb MS jum Pberwerf, welc^eö ben §inters 
grunb bilbetj baö ^Jebal ergebt fidj ju beiben @ei* 
ten ber Sflanuale, fo bafj man 9llle3 mit einem SMii 
überfielt. 5iu<$ ftub bie SBinblaben ton alten ©eis 
ten jugänglidj, ba fie oon bequemen ©äugen umges 
ten finb. 8egtere§ ifl bei ben am Sßrofpeet liegen- 
ben SBinblaben baburety ermöglicht, ba§ bie au8 3inf 
fcefienben, fcr)ön polirten, aber flu mm gebliebenen 
Sprofpectpfeifen feinet (Eonbecten beburften. 3 u Mgc 
biefer (Sinrict)tung fonnte ba§ fleine Sßfeifenwerf ju 
©unflen ungehemmter Sontoerbreitung nad) Dorn ges 
fletCt , fo roie ben fonft im ^ßrofpcct fteijenben, je£t 
aber unmittelbar auf ber Sabe plaeirten sprinjipalen 
eine präeifere Slnfpradje erteilt werben. (Sollte eS 
fldj tnbe§ fyahen ermöglichen lajTen, baö 16 fugige 
Sßrinjtpat beö $)auptn?erfö in ben *ßrofpeet ju fiel: 
len, oljne auf ben Sßlan ber to ortrefft i et) cn inneren 
Slnorbnung ber einzelnen SDrgeltfyeile ftörenb ein^us 
Wirfen, fo wäre folct)eä, auefy felbfl mit bem Sftadjs 
tt)eile einer baburet) etwaS üer^ögerten 5lnfyrac$e, 
bennodj beffer gewefen, alö ba3 SB eg (äffen ber 
tiefen Dctaüe biefer (Stimme, für welche e8, wie fdjon 
eben gefagt, auf ber Söinblabe an Spfag mangelte, 
©cd? bürfte ein tönenbeö ^rinjipal 16' im ^rofpect 
wieber mit ber 3cicf)nunQ beffelben eoflibirt fyaben, bie 
in ber SWitte am niebrigflen gehalten werben mußte, 
um ein ©tebelfenfter mit ©laömaleret nicr)t }u tjers 
beefen. 

©ie fefte unb gleichmäßige Intonation eublic§, 
fo tüie bie reine (Stimmung unb präeife 9lnfpradje 
aller Stimmen fcerbient fammt ber äufjerfl (eichten 
(Spielart befonberS anerfannt ju merben. — ©er in 
altgott)ifct)em (St^( nacr) bem entwürfe beö §rn. 
83aumeifter8 Sßenjjef aufgeführte eichene ^ßrofpcct fyat 
ein würbeöoöeä 5lnfeljen, unb fielet in feinen Söerjies 
rungen mit benen ber Gt/Bre, (Stühle u. f. tu. in enger 
Harmonie. 

Söenn nun ber Unterzeichnete einerfcitS mit vol- 
ler Ueberjeugung auäfprict;*/ ba§ £r. @. fyier mit 
9teblict)feit unb Sreue geleiflet, waö er nadj feiner 



reiben Segabtfyeit unb großen ©ef$icHic$feit »er« 
moc^t, unb bafj bemgemä§ ber ©om ju SJremen eine 
Drgel beflfce, bie $u ben gelungenßen unb fiärffien 
ber 3«* gehört *), fo ttiu| berfelbe anbereifeitö be« 
fenneu, ba§ feiner 9luft$t nadj bie äNaricnorgel ju 
SBiämar, tu SSejug auf bie SBtrfung beä 
Älanged fyötyer 511 (teilen fei, alö jene, wenn 
gleidj legtere mancherlei Söorjüge ber erfteren entbehrt. 
©er ©runb ln'en>on bürfte in ber beträchtlicheren §ö$e 
ber 2öiämarfd)en Äirc^e fotoo^l, alö auet) beö DrgcU 
c^orö berfelben ju ftnben fein, tueö(;a(b jur weiteren 
83eurt(;eilung bie ©imenftonen beiber Äirct)en unb bie 
^)ö^e ber SDrgeldjöre ^ier mitgeteilt wirb, ©er 33re* 
mer ®om i(i 72' tjjoclj, 125' breit unb 514' lang; 
£öl?e beö 5Drgelcr}oreö etwa 20'. ©ie einzelnen SBerfe 
ber Drgel liegen üom ^ßrofpeet an auffleigenb ^ins 
ter einanber. ©ie §ö(jc ber 3J?arienfirc^e ju SBiös 
mar beträgt 11 4', bie Sänge 300' unb bie ©reite 
192'; §öfye br« Drgeldjor« 50'. ©ie terfc^iebenen 
SBerfe ber Drgel flehen ^ier in toier (Stocf werfen übet 
einanber. 

£ierauö grt)t t)erüor, ba§ ber Xon ber SIBiömars 
fdjen Drgel biä jum D^re beö ^örerö einen weit grö« 
feren 9taum ju burct;fct)reiten ^at, alö ber %on ber 
©remer Drgel, unb barin liegt eben für bie erflere 
bie SSegünftigung i^reö Älangeö unb ber ©runb ju 
ber fo ebeln unb ätfyerifdjen SBirfung berfelben in 
ttyren härteren Partien. 

(Sine neue ©elegenfyeit gur Beobachtung berartU 
ger Älangwirfungen bietet pet) in SBerben bar, wo 
^)r. <S. für ben bortigen berühmten unb grojjcn ®om 
gegenwärtig ein SUerf von brei§ig unb einigen ©tim* 
men baut. 

SBiömar. ^^eobor grtefe, 
Drganip an ber SWaticnfirc&e. 

*) ßür bie 93remcr S)omfird}e Fonnte fotro^l f^rer ®rö§e 
a(« au4 bffonbe r « ff)rcr üafjlrcic^en ©cmrinbe treten ein 
weniger frÄfti^e« 2Berf nic^t genügen. Der 'Dom ifl *ie ein* 
l'\Qt tutberifc^e Äirdje in Bremen, unb j4bU bafjer 30,000 
©emeinbemitglieber. 



Ueberftctyt ber neueren ©rf^einungen auf Um ©cbiete ber SRufiL 



Jür tyianvfottt. 

ealott * unb (?r)araftrrfturfe. 

$• 21. SBoBeit^ttttpt, ©p. 12. Reverie romantique. 
fcljott. 45 fir. 



(Sin für je« ©tücf, ba« anfang« fünftterifc$ gehalten ifi, 
fpiter jeboc^ bebeutung«lo« wirb. 5)er Cerf., jum erftea 
SWale im Jrrit. 9lnj. erfdjeinenb, tpeift fia) fo weit al* gfbiU 
beter Söiuftfer au«. 



167 



g* ÄalfbtCItttCt, ©p. 189. Dernieres Pensees mu- 
sicales. 3 Lieder ou Romances sans paroles. 
Schott. 1 Jl. 
CDicfe „lefeten" ©ebanfcn ftnb gut, ber ©erf. Ijat mit 

iljnen ncd) ein Slnbenfen an f» ine SBlüttjenjeit fjfnterlaffen. 

<£. üXctyet, (Dp. 114. Une Pensee variee. Ülrctjctti. 

i ä «.jn. 

— — , ©p. N5. Ballade. «ben*. 1 Jl. CA. 
Da« Sljema be« erjhcrjeicfynctcn <Stüde« paffitt , ba e« 

nic^t allen ©ehalte« entbehrt. Bucfc bie 23aliate l^alt ftefc mit 
(Sfyren auf ber Stufe ber iUiittelmägigfeit. Dag ber ißerf. fid? 
»erftadjt fjat, bezweifelt jefct WicmanD me&r. 3n ©erücffid}* 
tigung beffen ift eine 9(eugerung be« Xabel« nidjt von nützen. 

<£. SWapet, ©p. 117. Galop militaire. girgtl un* 
Atoll. 174- ngr. 

— — , ©p. J 18. Souvenir d'Espagne. Bolero, 
«ben*. 17^ Ilgr. 

$laä) nieberem aflagftabe gemeffen, b.t). feigem, ber über 
bie ©renje gett)«H>nlidjer Untetljaltung«mufif ni$t r)inau«reidjt, 
fönnen beibe Stücfc al« brauchbar empfohlen toeroen. Sie 
finb »cn mittlerer Scf;tt>ferigfeit, unb beliebigen ben ©e()6r* 
ftnn eben fo fcl>r , al« eine reinliche Zapttt ba« ©ejtd)t be« 
friebigt. 

3. %. Ätttl, ©p. 30. Trois Impromptus, fjofmrifter. 
15 flgr. 

Die Stücfe finb nic$t lang, aber felbfi bie furje Dauer 
berfelben vermiete ber Gomp. nidjt angenehm ju matten. 
Sie tragen fein 3eid)en fcftcpfftifcftcr itraft in fidj, feine Sri* 
fdje, feine fRegung, bie i(;ren Üauf im £örer fortfefct. 2Ba« 
flittl bi«ber Derartige« geliefert, I;at jemaU faum ein gute« 
©elinqen offenbart. 9flan irunbert ftd) taljer, ba§ er nidjt 
9lnftanb nimmt, mel)r berglcidjen ber Ceffentlidjfeit prei«ju* 
geben. 

<£♦ SWembtce, Grande Valse brillante. Scljott. 1 J\. 

(Srfüllt feinen 3u>ecf, unb lagt ft*, Keil nid)*« allju 9lb* 
gebrofdjene« enitjaltcnb, etyne ©roll unb £arm anhören. Der 
ffiaijer ift nett unb getieft gefettigt. 

©♦ 83o$, ©p. 98. Les Adieux. Valse melancolique 
originale variee. UJInftüng. 4- fttjlr. 
Die @abe be« £f«. tofll, roie erfldjtlicfc, mft bem ©es 
banfen entgegengenommen fein, bag berfelbe gar nid)t bie 2lb* 
fidjt Ijatte, Stiva« $u liefern, ba« man ein ©rgebnig fänftle« 
rifdjer Xgätigfeit nennen fönnfe. 3ft man principiefl mit )cU 
eSer $lbjid)t«lofigfeit einwfhnben, bann foirb man biefen cri* 
ginaWmelane^olifdjen 3Da!jer ni<$t mit SBibernullen fpielen 
unb frören, fonbern ftd} bavan toeiblid) vergnügen, jumal ba 
er ben gingern tt>ie ben Cr)ven wenig bcfcfciverltdj tvirb. iWan 
fann an Altern ettva« ©utc« finben, — and) an gegenträrti* 
get SRecenftcn im alten @tple. 

6. S^albetg u. te SettOt, ©p. 54. Grand Duo 



concertant pour Piano et Violon sur des motifs 
de Semiramide de G. Rossini arrange pour le 
Piano, firritkopf u. ^ärtd. 25 n<jv. 

3fl in ber 8lrt fvielbar eingeri^tet; bag ba« „grand Duo" 
einem Originaljlücf lljalberg'« jiemlid) glci^fommt. Hemers 
fen«toert^e« ifl ni$t Vorlauben. 

g- 81. SBebet, ©p. 20. Ooriotionm über ein ©rigt- 

naltt)cma. ftofmeifter. 22^- tlgr. 
— — — , ffip. 21. Variations sur un theme la- 

vori de V. Bellini. «bnrt. 22| Hgr. 

Blumen* unb etrcljrefte nu« fcein ^anbförbd)en ber©rof« 
mutier. $apa ©eltncf tyätu faum fo Veraltete« geben fön* 
nen. ^ier bürftc 2)^an(feer, ber bi«Ijcr fdjrcanfte, mit bem 
^Begriff be« überwundenen <8tanbpunfte« in'« Steine fommen! 
£a§ ber Jßerf. tei feiner 5lrbeit bie 3Jiüt;c nid)t gefefieut, ifl 
anjuerfennen; um fo fc^merjli^er bcrürjtt ee, bag fi(^ biefelbe 
auf gänilic^ unfruchtbarem, verötetem 53obcn ergangen Ijat. 
Die (Srieugniffe fiet)cu auf ber äußerfien Spi^e ber »J$r;iiißrö* 

3nfttucttt>c«. 

31. Eberldnber, ©p. l. örcljö Incljt^ ttebungeftückt 
mit btfonfcrrrr Riickficljt auf ^ie Ausbildung 1>t* 
Jingrr- unt Qan^gfUnkcs. jTaltcr u. Öoljn. 12 g©r. 
3n einem U3ortoort ^eigt e«: „Die na$fret)enben fecj« 
Uebungeftücfe ^aben ben 3&>ecf, ben @d)üler ganj mit bem 
gingen unb «&anb-©eienffpiel vertraut ju mae^en". ffieH 1 
anbere« Spiel giebt'« no(6, möchte man ba fragen. — Die 
©tücfe felbjt, von benen jebe« mit „fpecielfer 9lnn?eifung" 
»erfel;en, finb i^rem Sßcrrourfe getreu, mit gleit unb vieler 
Sorgfalt au«gefüljrt. Schabe, rag ftc fo toenig mudfalifcfte« 
Sntereffe bieten, jic ivären fenft unbebingt ju empfehlen. Def^ 
fen ungeachtet bcanfprudjen fie bie 93erüeffic^tigung ber Sefy* 
rer. Der 93crf. jcigt ficft nid)t allein al« 9)2ann ber $rari«, 
fonbetu aud) al« geinb be« gen?cr)nlic^en Unten i^t«fcftlen* 
brian«. Qftöge er in begonnener ©eife toeiter njirfen! 

Ü)^D^carttfel / JabvtFarbett. 

§. SiofeUett, ©p. 1 13. Fantaisie brillante sur l'o- 

pera: le Caid de A. Thomas. Öfljott. 1 JFl. 

30 flr. 
— — — , ©p. 114. Fantaisie brillante sur le 

Prophete de Giacomo Mevrrbeer. Cbenli. 1 Jl. 

48 fir. 
2t*Ootta, ©p.40. Capriccio de concert sur le Trio 

favori de l'opera Jerusalem [i Lombardi] , mu- 

sique de Verdi. €bfiu\ 54 Ar. 

%. SBalbmÜtter, ©p. 62. La Barcarolle de D. F.E. 
Auber variee. Älfcrjctti. 45 fir. <S.JH. 

3. SWeffemä(fer6 f ©p. 3. Fantaisie sur un theme 
de l'opera Norma de Bellini. £kr)ott. 54 fir. 

^)n^ (§d)lecf)tcfie unter bem Scfclecbrcn lieferte §r. ÜHcffe* 



168 



m&cfert — eine neue ftltma, ber man fdjtoerlidj (Stcbit gebm 
toirb. $fe anbeten girmen fcejfeljen fdjon lang genug ben 
Xrcbelmatft, al0 ba§ fte bctn $nMifum bafelbft nod) unbe* 
fannt fein feilten. „6hi<f für @täcf 1 Ätenjcr, immer 'ran, 
meine #crrf<$af ten ! " 



gut ^Jtanoforte unb Glarttiefte, 

9*. ©djumamt, ®p. 73. |%ntafieftüfke für flfte. 
unö dlarinftte (ad libit. Bioltne ober Dioloncell). 
CuckbarDt. 1| 3l)lr. 
SBirb beftrodjen. 



3nteIIidett$blatt 



Im Verlage von JT„ JPef . Spehr in Braunschweig 
erschienen so eben: 

CzerilT, C; 24 Preludes element. en diflerents 
tons. Op. 501. 12 gGr. 

Ferlillg 1 , W«* Die Tonleitern in Duetten für 
2 Violinen mit besonderer Rücksicht auf Tact- 
arten u. Rhythmen. 1 Thlr. 4 gGr. 

Jnngltiann, A. f Serenade. Lied für Sopran 
oder Tenor mit Begl. des Pfte. u. der Flöte. Op. 1. 

8 gGr. 
, Im Wald ! Lied für Sopran oder Tenor 



mit Regl. des Pfte. Op. 6. 

Dasselbe für Alt oder Rass. 



IHÜhleilfeld , C. f Rastlose Liebe. 
Sopran oder Tenor mit Regl. des Pfte 



8 gGr. 

8 gGr. 

Lied für 

Op. 90. 

8 gGr. 

, Trois Rondeau p. le Piano. Op.99. Nr. 1. 

La Gaite. 12 gGr. 

Nr. 2. Les Charmes de TAmitie. 12 gGr. 

Nr. 3. Rarcarole. 12 gGr. 

, Kinder-Vergnügen. Polka u. Walzer f, Pfte. 

4händig. 8 gGr. 

Zabel, C, Turner Rumms-Fallera-Marsch f. Pfte. 

mit Chor. 4 gGr. 

Zizold, A. H., Die Flöte. 80 Ucbun^stucke 

für den ersten Unterricht. Heft 1 u.2. ä 12 gGr. 

Bei Wranx Köhler in Stuttgart ist jetzt complet 
erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: 
Ga89ner 9 Dr.F.i., Grossherzogl. Radischer 
Holmusik-Direktor, Universal-Lexikon der Ton- 
kunst. Neue Handausgabe in 1 Rande, 116 Ro- 
gen in 4to. Mit dem Portrait Mendelssohn-Rar- 
tholdy's in Stahlstich. 
Elegant brochirt 9 Fl. 30 Kr. = 5 Thlr. 21 Sgr. 
Fein Halbfranz in Kalbleder gebunden 

10 Fl. 30 Kr. = 6 Thlr. 9 Sgr. 



Dieses Werk umfasst das ganze Gebiet der Musikwissen- 
schaft und enthält die Biographien aller sich um die Musik ver- 
dient gemacht habenden Persönlichkeiten. Der Ve "isser hat 
darin mit grosstem Fleisse das umfangreiche Schillin jcbe Lexi- 
kon in 7 Banden auf einen Band reducirt, unbeschadet der 
Reichhaltigkeit, und mit gewissenhafter Forlführung des Stoffes 
bis zu Ende des Jahres 1848. 

Wir können deshalb das Werk, was durch seine höchst 
elegante Ausstattung sich besonders auch zu Geschenken eignet, 
allen Verehrern und Freunden der Musik als die vollständigste 
und brauchbarste musikalische Encyclopädie mit Recht em- 
pfehlen. 



In unserm Verlag erschienen die in den Zeitungen rühmlichst 

erwähnten 

neuen Piano-Compositionen von V.MiUzt: 

Elegie über Themas des Prinz Louis v. Prenssen. 20 Sgr» 
Leyer vnd Schxrerdt von C. M. v. Weber. Heroide. 25 Sgr. 
Gr. Paraphrase de la Marche du Sultan, 25 Sgr. Arr. facile, 

20 Sgr. 
Zigeuner- Polka. Oft öffentlich gespielt. 22J Sgr. 

Durch alle solide Musikhandlungen zu haben. 

Berlin, Schlesinger'sche Buch- u. Musikhdlg. 

Neues Tanzalbum für 184 9 für Piano, 
enthält: Dorf u. Stadt, Stadt-Polonaise; Schottischer Walzer und 
Herzgnlopp nach dem belichten Mannerquartelt von Ang Schaf- 
fer; N&tionalmazurka vonStefani; Alexandra-Walzer, der Kai- 
sei in v. Russland jjew. von Joh. Gungl ; Polka -Mazurka von 
Jon. Gungl; Sylphiden- Polka von Conradi; Esmeralda -Qua- 
drille aus dem beliebten Hüllet von Graziani. (Ladenpr. 1 Thlr.) 
Subscr.-Preis nur 15 Sgr. 

Obige Tanze sind öffentlich mit grösstem Beifall aufgeführt, 
auch einzeln für Piano und für Orchester zu haben. 

Berlin, Schlesinger'sche Buch- u. Musikhdlg. 



Ein im besten Zustande befindliches Pedal 
in Flügelform nach neuester Construction ist 
zu verkaufen. Frankirte Anfragen gelangen durch 
die Redaction dies. Bl. an den Verkäufer. 



t3T ©injeine Hummern b. 9t. 3tf$r. f. ÜHuf. »erben $u l{ ft^r. beregnet. 
JOrutf oon &t. Küdmann. 



U e n t 




tifftriff f*tr 




Statt} SSteitbeL 

(Smunbbreifigfier Sanft. 



40 32. 



Stöbert griffe in «ei** jig. 



Bai biefer 3e ttf d). nf^etRtn toüdjentiidj I $c*l* facti $aabt« von 53 Qflru. 2»/j Sljlr, 
9 Dfamment von 1 eux l l /j ©ogen, I 3nfertipn*gebüty«ii bie SetitjeUe 9 Egr, 



^benmenunt nehmen afle $oftÄmtet, SBn$4 
SMufih imb ÄyjtfljanblunftHi an. 



3n(0(t: ?kb«- — Uu« iMfl. — *[rinr£tltun0, Sagest fai<*t* , Brrmlfttri. 



Siebet* 

3*1* 9{ey- Sog!, ßalla&fn unb flergmann* - Ciftotr. 
IFUt ÖiUrrn unb SingpriCen. — ttüen, Carl ©*~ 
roto, 1849. 

— — — , ßolbattnlirbtr, jRit ßilbrm unb 
ßmp>eifrn. €bfnb. 1Ö4U. 

©er mnfWatifae Z^{[ biefer ßieber fattt nidjt 
1«'* ©crci<$L ©ie flehen <W eitictim ©ianbpunfte, 
bei rirte itgenb mie (j&tjere miififalifdjc Sßcbruüina, brö* 
atciiirL (SG ina$t jit$ jrii* breite Slfltäglidjfcit inib 
JDbcrflaAli^ffit barin bnmtfbnr, bie tiut auf ein biö = 
djen jliinftdjrn ÄiingfUng baftrt ifl, ber jetood; felbft 
beö SteijeS entbehrt, ©ieö gilt jtemlirf} von beiben 
$rfteu. Öfffcrrf im (Sanken bieten bie ©elbaten* 
lieber, ©tt SeljauMung ifl mctfl tjierftimmig für 
SJMnnerjtimmen. ©clbateLugJefangöfreiurii, ime Offen 
jeßt fafl aUeiit^alfarti erifiiren, fäunen fie lernen brt 
leisten unb fangt ar tu »HiLäfii^rung empfohlen WtU 
ben. ©efonbcrfl anfpredjeno br^aubett ftnb SWr, 6 
„©olbateumutlj, Kr, 8 „SrommelEieb", 9fr. iO„@of; 
bateiis^pijitofopljie". ©ie SfegmannflUcber finb mnfi 
rinftiminig mit ^ianüfertebegt,; unter benen für me&r= 
ftiminigeit 9JU mif rge fang (jat 3>fr. ö „Hufl ber Emfe" 
eine trd)\ anfpreebenbc f r$ aTaft erifhf^r SJefjanblung. 

— ©ie Vitäftattiing ifl feljt fdj&n. 

C SBifriuber, «Dp. 15. Viir Ci**tr für rhu Sing- 



ftimme mit Jßegl. b*& pfte. — örannlclj w t j , £. 
tDntitjoltf. pr. 15 SSgr, 

Butia^fl flcfli fid> 6et genauer ©ur*fi#t tiefer 
Äieber ein fitytbarn äRangel an geifligem 3nt)a(te 
gerauft j bie Vmpfinbung jlcigt nidjt in bie Siefe, 
flpti^t ni^t eine Beteiligung beS inneren and, fan* 
bern gttfct nur fiitgalt^ flüchtig angelegte @titnrmin* 
gm, bie p^ mct)lgefalltg auf ber DbcrfTä^f f^aiu 
teln; bie uberjcugenbe 23a^rtjeit fc^tt ii)\\t\\. <3obatirt 
^etgt bie SRidjtung auf 93ctbi(ber tjii^ bie t^atfä^Ii^ 
bereite fcrjeitigt (tnb, — eine Stiftung, bie, tteil f[c 
in iljrer Unfd&ftftänbigfeit ju fcemerfbar hervortritt, 
ber verurt^etleuben Ärittf fic^ ni^t entjie^ert fann. 
©aä Qcrmeflf, Zr^nifc^e biefer Äieber lagt auf @e= 
f^irf fiitfeit fliegen, frappante Wobulatietien aber 
iu (tymifmi bcö <?jfeel«f, M fie nic^t anä bern ffljes 
frn ber <&ati)t öcTtjürgr^en, ftnb fcebeutuHgStoS. Sut$ 
brdngen fi^ bie SertmiebeT^ülnngen in fo aitffSQigem 
Orabe ^ertor, biijj fte förmlid? langiüntig merbem 
Büglet^ fei noefj bemerft, ba§ bie itafienif^en 33ots 
tragäjei^en (bie immer mefjr AtngenS ju tjerf^mini 
ben anfangen), bidmeitrn, lute feier y jtt SJiberfpru^en 
fuhren* ©nun inBge bie bentfr^e Sfjei^nHitg lieber 
Raum gewinnen ^ benn pateüco e amoroso (in 5Rr,2) 
\vd$t jmri Qigenf^afteu im polaren SSerljattnifle 
fielen, mirb im ©eutfdjen ^» f^reiben 3^ber 9lu* 
flnnb nehmen. - — ©ie Sieber ftub aui) einzeln jtt 
^aben ju bem greife uon 5 biö 7| @gr, 

6m\ ffiliftf^ 



170 



3m 3tcn Dct. 1849« 

©ett meinem traten Scripte f)at ftd) in bet 
SKuftfroett ntd&t viel befonberS S3emeTfenS»vertr/eS ers 
geben. 2BaS ict) aUnt übrigen ättittfyeilungen vors 
auSfe^icfen rvifl, ifl ber beflagenö»vertr/e Eintritt uns 
fereö fingigen, flrrbfamen Sttuftfalient/änblerS 3ofy«»n 
$offmann. Sr ftarb am lften b. 9W. nadj einem 
(S§oleras9Jnfall von rvenigen ©tunben, jn bem er aber 
leibet felbfl burcr) Sßernaefyläfftgung eiueS mel;rtägis 
gen Unrool)lfeinS Sßerantaffung gegeben fyatte. (Seine 
©attin roar bie SEBce^e vorder von einem heftigen 
(Spolera s Slnfaüe nur mit Tlüijc gerettet irorben. ©ein 
Sob ifl bei bem faetifet)en 3»fianbe unferer ätfnfifs 
fcerläge unb 97Jufifbibliotr)efen ein groger, reeller SSers 
lufi. SBären bie 3fitumflänbe feinem UnternefymungSs 
geifl günfliger geivefen, unb fyättc baS (soi disant) 
funjlftnnige, mufiffunbige ^Srag (in bem aber, neben: 
$er gefagt, ntdt)t einmal ein einiger Sftotenflecfyer feine 
Sftat)rung ftnbet) ben »vaf)ren ©inn für einl;eimifcr;en 
Äunflfleifj, fo rvürben ^offmann'ö ginanjen ftet) in 
Müljenberem 3«flanbe befunben t;aben, als eS ber 
ßaU tvar. — 

©et)ull;off rveilt bereits feit einigen SBodjen in 
unferen Stauern, meibet aber bie ©effenttidjfeit gänjs 
It'4/ unb eS fyabcn faum einige feiner älteflen 8*rciml>e 
ien ©enufc gehabt, itjn fielen ju fyören. 3er) für 
meinen $r)eil, obgleict) fein grand amateur ber ^ianos 
SMrtucfen, bebauere bieS aufrichtig, ba ©er)ultjoff nacr) 
ier Sßerftdjerung von Sfluftfern, benen id) ein ricfyti* 
geS unb jugleicr) parteiloses Urtl;eil jutraue, unter 
allen ehemaligen ©criülern unfereS Patriarchen Bornas 
fdjef, »veld)C feitt)er (Selebrität erlangt r)aben, fletS 
ben fcfyßnflen 5infdjlag, ben feetenvollften Vortrag 
fjattc , jebenfallS SBerjüge, bie met;r »vertl; ftno, als 
ein 99ßer ©rab %c&,nit, obgleich ©d;ull;cft aud) in 
lefcterer baS 9lu§erorbentlid;fle leifien foll. — 2Jucr) 
fonfl l;at unS »vät;reub biefeS ©ommerS »veber ein 
SBirtucS, ncel) ein auSgejeidjneter (Sanger mit feinem 
£3efuer)e erfreut, unb fo »uaren lvir in mufifalifdjer 
JBejiefyung ganj auf bie einfyeimifcben jträfte unferer 
IDper befe^ränft. <Seit ber SHüctfc^r unferer jtvei ^3ri= 
inabonnen, grau geringer unb grl. ©rofjer, von 
ifyren Urlaubsreifen, miiffen »vir bem gleite ber SDpern* 
tegie alle 5(nerfennung jetten-, bie 3afyl ber JCpern- 
fcorfletlungen übenviegt beinahe jene beS ©djaufpielS. 
Slucr) ^ah eö mitunter fe^r gut gelungene Starftefluits 
gen. E)aö 2!t;eater 5 Drdjefler, ipelcfccö tor einigen 
2J?onaten bereits buret) ben 3luötritt beö üortrefflidjen 
Settiflcn ^)m. %xa$ einen emvftnbticr)en S^eilufl erlitt 
ten fyatte, ift neuerbingö um ein auSgejeiebneteö $Jl\U 
glieb ärmer geworben, um feinen erfeen gagottiflen 



$rn. ©ro§. ©ie 3«^Mng biefer ÄünfHer tfl fretttc^ 
fo ungenügenb, bog eä begreiflicr) toirb, roenn fte ifyre 
3fit anberSioie luerati^er ju öenuenben tuiffen. ©as 
ju fommt noer), ba§ fte ^euer in bem ©ommert^eas 
ter im ^Sflro§ife^en ©arten ebenfalls füieten mugte«, 
o^ne angemeffene ßntfe^äoigung. Db biefe Mirena 
überhaupt ein Ort für feiere ÄünfUer unb für ^5ros 
fefforen beS (SonferüatoriumS fei, laffc te^ bafyins 
gefleüt. 

©ei ber ©öt^efeier, lüeldje baS beutft^e ©aftno 
^ier oeranflaltet ^atte, irurben bloS ©öt^e'fe^e ©es 
biegte gefungen. ©ie ßom^ofttionen »raren jene fcon 
©^o^r, (Schubert, Somafdjef 5 ein öuartettgefang mit 
6l;or war t?om 2tjeater;9tegiffeur ^)rn. ©ruft ju bem 
ßefte eigenbS gebietet unb oon Sranj ©fraup eoms 
yonirt loorben, unb machte ©lüef. Ueber(;aupt faiu 
ben bie mufifalifdjen ßeiflungen an biefem ^eiteren 
Slbenbc »iel mel?r s ilnerfennung, alS jene am folgen* 
ben £age im Sweater, n?o baS ^ublifum fefyr fpar- 
fam unb fe^r falt n?ar, trog ber frönen fünf £)us 
certüren ju ©otl^e'fdjen ©ramen, bie it)m mit ^Jras 
eifion unb (Sc^tuung t?orgefii(;rt luurben. Ad vocem 
^Ijeater mug ic^ lieber bie leibige ©emerfung ^injus 
fügen, bog »vir noi) immer unS vergebens nact) einer 
ßoloratur^ängerin fetjnen. Qin gräulein Dueria^ 
el;emalS beim italienifd)en Sl;eater in 5ße(i^, gab 
^proberofien ju jenem 3^frf/ bie aber nicr)t nae^ 
SBunfct; auSpelcn. (Sie euuieS fic^ j»var als trefflicr)e 
60 neert fängerin, begabt mit einer Söiegfamfcit unb 
©eläufigfeit beö SDrgcnS, n?ie fte nur feiten $u fins 
ben; allein il;r ©piel, unb uod; me^r il;rc unvotlfoms 
meue Äenntnig beS beutfct)en ^biomS (fte ifl eine ges 
borene ^ieavo(itanerin) boten unüberfltiglidje ^inbers 
niffe. lleberl^aupt mangelt unferer S)per eine ©ans 
geiin mit t;o()em ©opran, bie sugleicr) für baS er|lc 
Dperufad) unb für bie ScuoerfatiouSoper 511 brausen 
»väre. SBo in einer Dver j»vei (Soprane oorfommen, 
finb »vir in Verlegenheit, ba grau geringer unb grl. 
S3eer, »veld;e legtere, beineben gefagt, ftcb in ber ©nn(l 
beS spublifinnö burd) il;re gediegenen fieiflungen fer)r 
emporgehoben ^at, mtr SDl e^ofopraufliuuuen ^aben, 
unb tnt;er gil. (Kroger unfer einziger ädjter ©o^ran 
ifl. grl. Stotter vafpridjt fe(;r brav ju »verben, l;at 
fel;r viel ©eläufigfeit unb viel gleig, ifl abir boct) 
nod) ^tt feljr Äiub, um für l;evoifc^e Partien in grage 
ju foinmen. 

Sßom näct)flen äWonat an »verbe id) «3f;nen me^r 
ju berie^ten l;aben, ba bann bie ^oneerte ber ©os 
pl;ien« 5lfabemie unb beS Gäeilien 5 Vereins beginnen. 
Segterer »virb unS mit ^enbelSfol^rö 5(tbalia ers 
freuen. — ©er £onfünftfer = herein beabftd^tigt bieSs 
mal ju feinem 28eit)nacr/tS ßoneerte Jpa^bn'S ©cbös 
pfung in ejed)ifcr)er ©prad)e aufzuführen. — Sprof. 



171 



SWilbner wirb in ber SBintcrfaifon rmebrr Streiks 
quartettcn im eiairt'förn ^Jalaiö arrangiren. 

@o efcen »rrnrtyiiir i<$, ba§ greitag am 5ten 
b. 9W. eine große Miiffityruna bcö ajteaart'fctyen 9te^ 
quiemS für ben verdorbenen 3<^- $offmann fiattftits 
ben lüirb, bei tüelcfycr bic Opern fang er, bie geaetjtets 
Pen ©ifettanten unb bie <3opl>iens Slfabemie mitnnr* 
fen werben. — 3»tm ©irigenten ber ejcc^tfdjen Oper, 
lretdje nae^jter Sage i^re regelmäßigen ^robuetionen 
(vorläufig nod) im fianbifetyen Sljeatergcbciube) be- 
ginnt, ifl nnfer rcaeferer, enerajfdjcr äflatjr (äRuftfbir. 
ber ©op6iens9lfabemie) ernannt. _ 



Äieine 3eitung* 

Die (Somöbie ber Sfeiertpelt. 

€ine /abil, 

erjagt von öarl (8 o Um id. 

3n ben 3»ifd)enacten mußten bie ißirtuofentylere Xronu 
Meters nnb Xrommelfxfdj, ?et)erfd?wanj, unb ber Qi«vogel Sicfi 
(Sllcebo) fid) probuciren. Die übrigen Spiere nun, weldje 
ba« $ublifum bildeten, flaunten tiefe neuen ©öfter an, nnb 
gaben itynen viele Privilegien. £ft falj man einen Gber vor 
bem 3ieraffen ein Änie beugen, ober irgenb ein große« $orn* 
viel) bie älaue ber ©an« an fein «&erj brücfen. £ur$, bic 
(Somöbie ber Tierwelt erregte mit jcoer neuen Eatfiedung 
größere <Senfaticn. ß« war aber aud) ^errlid^ anjufeljen, 
trenn ber Sötte im ©ewanbe te« «Sarajho fein tiefe« ,,bod)'' 
brummte, trenn J&eut * unb Brüllaffe bie (Schwerter Freujenb 
ein Duo furioso vortrugen, trenn ber $[au al« 3)e«bemona in 
£t>nmad)t jul, ter Stotd) al« (Sbgar in grünen verenbete, 
ober bie «§tyäne einen sßateiflud) fyerauäftieß. 

5lber wie alle« in ter 21>ctt fein (Snbc bat, fo war aud) 
bie etfte Jpi^e biefe« tfunfttaumel* balb verflogen, benn bie 
erflen gädjer fingen fdjon an mit ifyrcn Collen unjufriefcen ju 
fein. Sßamenilid) wollten bie Sängerinnen, bcieit« neibifdj 
auf einanber gewotben , balb biefe, balb jene Partie fjaben, 
unb balb wollten fie gar nid)t ftngen, we«fyalb fid) bann eine 
jete von ir)nen eine Stellrcrtretirin anfefcaffte, bie fiatt iljrer 
jebe verfdjmäljte Ütolle übernehmen mußte. Dicfe Stellvec* 
ireterin war bie uneunüblicbe ©villc, unb baber mag c« wol)l 
fommen, baß nod) fjeut ju £age eine jebe (Singerin ifyre be* 
fonberc ©rille f)at 

£aju fam nodj, baß bie Verwaltung einer gewiffen QöaU 
tung von Rieten ben freien (Singang gefluitete, weil man 
jid) vor ifyrer 3ubrin^lid)fcit bed) nidit ^u (d)üfcen wußte. 
SBir meinen ba« $ecr btr Letten, Sdjuacfcn, Siegen, 2Be«; 



pen unb aller jener unoertilgbaren Selbwadjen, bie ff$ über* 
all 3«tritt »erraffen unb einniften. Aber ba« war rec^t 
fdjlimm, benn je metjr greir/eit biefe armen ©djlucfer Ratten, 
beflo ftedjer würben f!e aud), beflo mefjr (lachen unb biffen fie, 
nnb fo ift bi« ju biefem Slugenblicf biefe« Ungeziefer bie $lage 
aller 3nfiitute geblieben. 

«fclerau« entftanben nun 3erwürfniffe / Kabalen unb 3n* 
triguen ber toflUen 9lrt. Die Reifere Ärä^e wollte fentimen* 
tale, ber quafenbe 8rof<^ fyodjtragifdje, ba« blöcfenbe S(a\b 
fc^madjtenbc Stollen vortragen, unb ber $)adj« al« Hboni« 
auftreten. 2)a« Xramveltbier glaubte fid) jum 53alletmeifier, 
ber (Stoeffifdj gum J^eaterbic^ter geboren, unb Ü)octor 3*91 
fe^rieb eine italienife^e ©efangfdjule, wonach fle§ viele btlbe* 
ien, we«^alb aud) jeftt noe^ mancher beutfie CSfel bie italie* 
nifdjen (Snbungen über alte« liebt. 

<So wollten afle il^iere gerabe ba«jenige t^un, woju ftc 
am allerwenigpen berufen waren, „©arum follen wir,'' fo 
enbete in einer Debatten $ ©i^ung ber ©impel feine 8ftebe, 
„Warum follen wir Stjfere ba« ni^t t^un, xoai bei ben *Wen* 
fc^en botft tJlglicf) mit fo vielem ©lücf gefd)ief)t?" 

Um ba« Uebel aber voll ju machen, gab ber Äreb« ein 
©latt, „gortfe^ritt" betitelt, ^eran«, worin er al« $rotector 
biefer 9nard)fe auftrat. 

3Die bie Spiere fie^ nun gegen bie SDlenfdjen empörten, 
fo revoltirten fie aud) wieber unter ftdj felbfi, bildeten $ar^ 
teien, feilten fieft in aner unb Wen ein, unb trieben'« fo 
arg , baß audj bie 9Madjt be« Söwen nie^t« me^r au«rlejten 
fonnte, er modjte au« Äunfiliebe fo viele auffieffen, al« er 
wollte. 

(inbli* fielen bie beflialifc^en 5tünftler über einanber tjer 
unb quälten nnb gerriffen einanber, welche SWobe no^ iefet im 
^ödJiPen glor ift. 

bitten in biefer Slnar^le flüchtete bie am meifien ange* 
feinbete 91ad)tigall unb fam glücfUdr) in eine« jener bammern* 
ben ©eljölje, weldje fc^on ^liniu« al« ©ifc biefer "Sängerin 
aufgefunben f)at. 3)lagifd) brac^ ^ier uno ba ein 3flonbe«* 
jlra^l burtft bie bief belaubten 3weige, unb auf f$tvel(eitbem 
aWoofe unb bliil;enben iBcü^en tjingejhecft fefle ein ßiebe«^ 
parken, «feier l)ob fic^ bie fleine, fo lange gequälte 93ruft 
freier, unb balb lau;d)tcn bie ^üftefien ring«um bem leifen 
©ejwitf^er von: wit unt) färr, unb fxcb unb taf, ba« balb 
fröljlic^, balb loefenfc, balt) in melanc^olifc^cn .Klagen ertönte, 
uno bann in Strophen überging, lieblicher nocÖ al« bie, weldje 
Söcc^fliin burc^ €t)lbcn, ober 53airington burc^ Quoten au«ge* 
brücft ^at. „5De«l)alb fo flifl, ©eltebte?" fragte ber 3üng^ 
ling, intern er fein 2ftäfcdjen fefler an fid) fc^loß. „®eil jene 
9ta$tigafl meine ©cfül)le auöbrucft. ^itfl bu fie oben in je* 
nen 3weigen?" „QBo^l ^öt' t4 ^ie Sängerin ber reinen 
fiiebe. (Sie fd)eint xt>it wir geflüchtet au« bem Xofen ber 
ffielt." 

,,<Sie fül)lt ba« ©lücf i^rer ßunft nur in ber (Sinfam* 
feit." 

,,£>ort gebeizt fie, wie tie Siebe, am fd)önften." 



172 



,,$otd), n>ie i^re fefafue^UtJolle Älage in greube übet* 

fje^t, tyr (SJcfang toirb jum ©ebid&t — Ijord;! " 

Unb e« fanben alle Jone ber lieblldjen Sängerin ben 
SBieberflang in ber ©ruft ber glücflid) Siebenben, benn beibe 
ffüflerten fi(& abtoedpfelnb recitircnb fofgenbe ©tropfe §u: 
3n (Binfamfeit nur blü&t be« Sänge« 8uft, 
©« fallen bort nur feine (Sdjo roieDer; 
SBer mid) nfc^t finbet in ber eignen 93rufl, 
Dem finge ld> »ergebene meine Sieber. 

Diefe Säbel ober mag un« lehren, ba& ber ®enlu« bie 
fljierifäe Statur ju ©öttem ergebt, ber ögoi«mu« aber bie 
göttliche jum Spiere fcerabtüürbigt, unb bog alle ®ef$öpfe 
ber (Srbe Ü4 gleiten, fobalb Seibenfdjaft unter fte tritt. 



SfRagbebtttg, b. 3tcn Dct. Unfer Sbeater * Director, 
$r. ©iefe, fünbigt ju ber heutigen <Horma**Borflellung bop* 
pelte« OraVfler an, ma^rfdjeinliä) bem äflagbeburger $u* 
Mifum &ur 93eloljnung, ba« fid) in ber lefctoergangenen Som* 
nier*Saifcn mit einem gar bürftfgen Ord&efter begnügte, trenn 
$r. (Sicfe einem faft regelmäßig flarf befefcten £aufe gegen* 
über e« nf$t für notijtoenbig gehalten, eine jwclte trompete 
ober ein jtoeite« £om u.f.w. $u befefcen. Sollte bie £fjea* 
ter*Directlon geneigt fein, im Saufe biefe« ffllntcr« noa> 
einige 9Ral un« mit äfjnlidjen (£rtra*©enüffen, rrie ber oben 
ertoafjnte, ju regaliren, fo wollen toir unfern Danf bafür im 
Sßorau« betätigen, inbem toir biefelbe barauf aufmeiffam 
madjen, toie gref bie Sffiirfung ber be«fa(lftgen Billigen fein 
»erbe, wenn ba6 Sßublifura audj ettoa oorfommenöe >43erflei* 
nerungen ober 53efa)ränfungen ber SWufifcrjabl auf bem 3ct* 
iel ju lefen befommt. Die Qteue 3eitfd>rift für SWuftf roirb 
fl$ ein Öergnügen barau« machen, ber Sfyätf^feit ber $bea* 
ter*Direction auf mufifalifdjem Selbe im fünftigen SÖinter 
ein aufmerffame« 9luge ju fdjenfen. 

ftranffutt a. 9tt. Der Srlänber SBilliam 93alfe 
wirb am 17ten October fyierfelbfl feine Oper Bohemian Girl 
(bie 3igeunerin) in Scene feften unb felbfl birigiren. Die 
groben, bie er perfönlid) leitet, geben bie befle Hoffnung auf 
ben ©afall ber Oper, ba ade «Sänger oon ityreu Partien 
end)antitt finb, unb ba« ifl immer bie $auptfad)e. 23alfe'« 
$lntrefenl>eit in granffurt ma$t Siuffeben, ba fein Sfcuf ni$t 
allein Oon ber brüifajen Snfel, unb $ari« (oem Stabei von 
granfretd), wie e« 53ulwer uennl) ju un« herüber gebrungm, 
fonbern aud) ton Qöien fyer, wo im Oaljr 1846 mehrere fei* 
ncr Opern mit grcfjem (Srfolge gegeben würben, unb noefc 
jlet« beliebt ftnb. 3m Wooember wirb er ju bemfelben 3w?äe 
in ^Berlin erwartet, wonach er ju feiner gunetion ale ÄapelU 
weiOer ber großen italienifdjen Oper in fionbon (Haimaikel) 
jurücffeirt. ^äc^|len« ein SBeitere«. 



3m Uebrigen fle^t e« (iill btl unfern Oper au«, unb t# 
nid^t« ^Befonbete« barin ^eroorju^eben. Roger ^at ben Sta^m 
ber Sntereffen abgefeböpft, unb alle ffinfilerifdjen Slgitationea 
pnb in i^r getröbnlidje« Wtttt jurücfgetreten. SWan will bes 
in $ari« fo beliebten , @ait>" geben, e« fe^lt aber no$ im* 
mer an einer guten Soubrette, benn grl. SBiebeman ifl abge* 
gangen unb Sri. SWebr fprid^t nic^t an. „Die Äronbiaman* 
ten^ werben o^ne Oppefitton fortgegeben, ba« ifl aber audj 
alle«. ,,Der Riemer" oon Sc^inbelmeiffer mac^t vorläufig 
Sbalfe'« „3i9eunerin' / $laj, unb fonfl i|t oon feiner SHooitat 
bie »ebe. Direct nad> biefer Oper wirb (Sliafon fein grofe« 
jäljrlidje« (Soncert geben, worin fein greunb ©alfe mitjuwir* 
fen freunMic^ gugefagt r)at. Unfere 2ttufeen Ratten fc^on be* 
ginnen füllen, aber e« fd)»anft irieber be« Nervum rerum loe* 
gen. ©ollmicf überfe^t JBalfe'« Salflaff x>on Jtiolant&e. 
^)ai ifl 5111c«, wa« idj 3^nen ©emerfen«toert^e« au« unferer 
(Sjt;$arlament6flabt mitzuteilen ^atte. S. ®- 



£age£gefd)id)te* 

Weifen, konterte , Engagements :c. SI09& 
&$mitt jun. ifl al« äapellmflr. na* 2Bürjburg berufen. 
@d)mttt sen. toirb feine Oratorien ,,SKufe«" in 2ftainj unb 
,,$Rutl;" in ®iefjen gur 9luffül)rung bringen. 

Sil. 3o$<Utna SKagnet ifl na* iljren ©aflfpielen in 
Hamburg eni]ag ; rt. SDlortiet be Fontaine ^ält fic^ bort 
auf, unb beabftdjtigt ein (Soncert ju geben. 

grl. SBütft, früher SMitglieb unferer Sü^ne, ifl in 
(Stuttgart aufgetieten. 

©Uftat» @^mibt, (Jomponifl ber Oper „^rlnj @ugen", 
ifl einem Engagement al« Äapeflmeifler na(^ 9ßie«baoen ge* 
folgt. 

(Sine neue (Sängerin, grl. ©uljet oon 2ßien, in 2Rai* 
lanb gcbilbet, beginnt fo eben ein ü)aftfpiel in Scipjig. 

Xftttefe SWilanoflo l)at fütilia^ im 53ab Homburg ein 
ßoncert gegeben, unb tyält ftd^ je^t in Jtarl«rul;e auf. 



Der (5omponi)l Saloman befinbet f!a^ in Sefpjfg unb 
toirb frine Opa* ,,ba« Diamantfreuj " jur Slufiü^rung 
bringen. 

Dvr Director SftinQtlbatbt roirb naa^ feinem nod) ein* 
jährigen ^ontract in Sftiga Die Direction ber *bre«lauer *üü^ne 
übemebmen. 

ßlara ©c^umann toirb audj beuorfleljenben SBinter toie* 
ber in Dre«Dcn mit C5 % J)i. Sdjubert Soiröes musicales geben, 
unb oor ^Bei^nac^ten bamit anfangen. 



Dtud o»n ^r. «ücfmaniu 



tl e u e 




tttfättft f$c 




SinunD&reifj Elfter BanÖ- 



M 33. 



33 tx lt g * r: 
JWo&ert ^tiefc in Setjijig, 

Dm 21. Ddcber 1840. 



fflon bfefer 3*(tfö. erfdjeinfn tood^ntlidj Ij^rci* br* ©ante* nun 52 ÜIir. 2'/ a £$lr. 
9 Hummern o«n L ober lV t Sogen. j|3nferticn*gebüljien bie $eitt|eUe 2 9tgr. 



Sfücanemeut nehmen alle ^ejlämier, SBnefo 



3tt$0lt: S&i« SDWitAirmufi! in ffmntrff$. ätorttt* ZtUM. — 8Ut>*r. — Cc&ftfijti Siff fe. — Äiitifa« EnaHgcr. -^ 3nUÜ|- 
teajblatt. 

i 



Sie SRÜitdirmiiftf ttt Jyranfteid). 

(Had) ©. Äaflner'fl Manuel g*n*ral etc.) 



IL 

2Bir (jatnt in einem früheren StrttCft ben cor* 
liegenben @toff titi ju S u 1 1 9 * 4» 3*itni be^anbeft, 
unb fnüpfen §iet an Ut\m erfhn Slrtifet nriebet an, 

3u Slnfang unb &td gegen SWitte bcö 18iett 
^aljrfjmibaiä beföränftc |ldfy bie frarijBftfd^c SOtilitatrs 
mußt auf trommeln unb Querpfeifen teö gujj&ptfä, 
Xrompeteu uub Raufen ber Bteiterei, unb bie D6oe 
bir SfluSfetiere. gür bie Eingabe, ba& lit ©ragoner 
@a<f pfeifen gefönt, liegt fein glau&roütbigeä 3'ugnif 
terj m&gtid} tnbefj, ta§ Dicö ^nftrunxcnt toon ben 
bamafS in granfreidj bienrnben @$cttcn in franj6= 
flfdje {Regimenter übergegangen , obroi^t, roie gefagt, 
niefjt BeftimmteS batüber ficlj nadjireifen lägt- Um 
biefe 3«* (1750) fianb e« mit bet SWtitaitmufft, 
Sotnpoftiion unb »JMfüljrung , überhaupt (Ktjtidj 
"^tee^L ©aS ge^t au3 9lowflfeait^ ©driften ^erpot. 
5Rut baö gu§t>olf unb bie leiste Steiterri fjatten res 
getmajjige SKärfae, bie ^ßaufenier* Ratten feine itnb 
bie Stempelet äug« ganfaten nur einen glei^färmis 
gen gelbruf *). ©ie Stompeterflüife unb Trommel; 



*) Ste* 3*«&nlf K» „(SncigflopaHe", teelc^t« Aaftuet 
«II EBeffatiaung tiefe« 9ln*fpnta> sRonfftttu'* anführt, tft in 
fofern fe^n Gleit) i 4 1 te^umcrTtn , ata bie tarin en Hu Irenen 
mufifaltfdjen Slrtifei eben von SRouffeau berrüfyten unb £n jci> 
ittm SMnftfn>ärl«buaK benuftt tonrbtn. 



fAläge Jrawn, o&glri^ bie ^et)ija^t bafcl&en üon 
finüv ^enu^ten mu§te, meiji mangelhaft, ©Idf« unb 
©Kläger fi?(e<$t eingeübt, maä etne gto§e $3titttu 
xung jur gotge t^atte. ©er Dbeifltteutenant fiecoq 
S^abcleine berietet in feinem 1720 eifdjienenen „Has 
padettes^tenfltegTetnent", ri ^ab< tn einet 4?eere$* 
abt^eititng tun jwMfs 6iö funfje^ntaufenb Statt» nifyt 
$t§n %icmptt€i jufamnienbringen tonnen, bie im 
©taube geroefen mären bie gem^ntta)m gelbflgnate 
ju blafe« j btuut fugt et fle in S^ottn alä ftnfycmfr 
feinem SBerte ^ihju, äfft in fo ff^fer^aftrt Äotirung, 
tag er bem getugtrn Watigel nur uoc^ SBßtf^ub UU 
ftet. ©ie Orbonanj üüin ^a^re 1754 füllet ebenfaüö 
bie »ergebenen Zrommelmatf^e nebfl pfeifen * unb 
Dboebegteitung in 9toten auf. @eit einiger 3fit, 
fagt &abetbe m feiner (S3cf*idjte ber äftuftf (1780), 
i(l in bet gRegimentämufif bie auerpfetfe i^rer fallen 
£&ue toegen burc^ bie ^SitfeljtBte erfefci, bie eine 
jtlappe l?at. yteuffiMu, ber erftere lieber beibehalte« 
t)dtte, n?eit fte munter unb luftig fluiftt, behauptet, 
jte fei bei ben fremben Sntppirn uettrefflia^, bei ben 
&ranjofen jum Sntfegeu fdjledjt. ©iefe SBeränberung 
h?ar übrigen^ nidjt Dotfc^riftti^ , fonbetn nac^ bem 
ftebenjä^rigen Ärifge wo« älegimentöijbetften eigen» 
mächtig eingeführt n>orbe«, n>el^e ber Steinzeit unb 
bet Klangfarbe bet f leinen gtote ben ©orjug gaben, 
©te trompeten imb Oboen tuaren um mdjtö beffet 
atö bie Öuerpftfifen, $n fdnem Wrtifel ^gaufate" 
behauptet Stoitfj'eau, ba§ eä in ftan^ grantreic^ nieftt 
einen Trompeter gebe, bet fällig wäre rein ju tntonu 
Ten, unb bie friegerifd?efle Station Surcpaä y fegt er 



174 



fynju, bejlgt bie mißtonenbflen «Snfhumente ber SBett. 
„2Bär)renb ber legten Äriege (um 1756), er$ä(;lt er, 
tonnten ftd; bie bßr)miftr)en, bie o|lerreicr;ifer;en unb 
Baieriföen dauern, aüeä geborene SDiuftfer, nidjt ben; 
ten, baß fo fatfct)e unb abfcr)eulicr)e -3 n ftnimente re» 
gulairen Gruppen angehören tonnten; fte gelten biefe 
alten Ärieger für junge Stetruten unb fähigen tüct)s 
tig brein, fo baß gar nict)t 51t ermeffen ift, wie toiel 
tapferen Scannern lie fallen Sßnc ba£ ßeben ge= 
loftet r)abenj fo wab)r ifi eä, baß in Äriegeörüfhtngen 
nid)t8 toernadjläfftgt »erben barf Don bem, n?aö auf 
bie (Sinne wirtt." 3"fllfid? flirrt er bie ©iilitair* 
mufit ber ©eutfdjen alä bie toorjüglicr^fle an 5 boct) 
f(r)ien, tt?aö Harmonie betrifft, ^Preußen nicr/t auf gleis 
<$er §Br)e ju fler)en mit anbeten Säubern ©rutfd;s 
lanbä. ©iforö fcfyreibt öon einem prcußifct)en 9tegis 
ment, ba8 in aflem nur fecr)8 Oboen fyatte unb üier 
ober fcdt)ö bem ©eneralftabe beigegebene Querpfeifen. 
Unb ba ju jener Seit in ben franjöfifdjen Steglementö 
aUe8 Sßreußifcr)e 9?ad?ar)muncj fanb, fo würben Teiles 
tungen unb baö (Streben, bie SJhiftfc^öre ju Wertzolls 
ftänbigen, et)er erfd)wert als geförbert. £rojj ber offi= 
eieüen §ßorfdt)rifteii aber würben aümälig neue 3» fl 
fhumente eingeführt. $n\ Äriege fcon 1741 führten 
bie Ufylanen beö äftarfcfjaüö fcon <Sad;fen, ein Stegis 
ment (Sroaten unb baä franjöfifcfce ©arberegiment 
9Kuftfcr)öre, beflefyenb and Oboen, Ö'agotten unb 23ecten. 
©päter erl;ielt baö gußtootf (Klarinette unb 4?orn, ets 
ftere Don ben SSaiern, legtereö üon ben £annct>eraiiern 
entlehnt, wie auet) , burd) bie ®eutfdjen auö bern 
Orient eingeführt, bie große ober türtifdje Srcmmel, 
eine Steuerung, bereu juerft 3abro unter Subwig XV. 
in einem r)interlaffcnen r)anbf^riftlic£n*n SSerfe gebenft. 
Klarinette unb $orn fanben bei i^rem erfreu (Srfer)eis 
nen hei Sranjofen unb @d)wei$ern *) großen SBeifatt, 
unb afle Regimenter beeiferten ftcr; folet)e ^»Pnimente 
ju beft^en. ©er Oberfl beö (Scfywei^er £eibgarberegi= 
tnentö &. 3immcrmann üercffentticr)te 1769 (l?eet)ft 
mittelmäßige) Rinnen unb £riegcemärfcr)e, bie er 
r)offte im £eere eingeführt ju feljen; fte waren für 
Oboe, Klarinette, £orn, $agott unb Srommel ge= 
fegt. Sftact) ßaborbe wäre bamalö bei foleben ©litis 
tairmuftfen nidjt feiten aucr) baö (Sd)langenrcr;r ober 
©erbeut in 9Jnwenbung gefommen; jur 3fit afrer, wo 



*) !Ta§ ber ^uftreigen in bamaltflfn 3fitcn Bei ben Bon 
iljrer ^timatlj entferntrn Sä^trei^crn baä ^)cimn?ft) in fc ^0; 
^em @rabe erregte, ba§ e6 oftmals fcmiltd) in eine klen^s 
flefäbrlidje .ffranfbeit au^arteie, au(^ bie (Sonaten bcrmo§fn 
gur 2)cfert(on verleitete, ba§ e« bei ben €d)h>ci^crrf^imertern 
in ftanjöfiidjen nnb niebcrlänbifa^en IDienPen, ja fogar in ^a? 
ti« bei Sobfäfhafc trtboten toar tr>n ju fingen ober \u bta* 
fen, führen toir al« befannte tyat\ad)t Ijier nur gur (Srinne^ 
rang an. 



Saborbe fdjrieb (1780), warb bafielbe nid^t anber« 
met)r ald in ben jtattyebraten bei gotteöbienfltic^er 
SHiiftf benugtj erfl f^äter (am eö in ben ^ilitaits 
Chören wieber ju K^ren. @o(ct)e Bereicherung unb 
Söertoöfommnung warb ju ßubwigö XV. Stittn uor^ 
^üglict) »on äfforig üon @act)fcn *) begünjtigt. ©eutfer)? 
laub war in biefer 2Jejier;ung ftetö baö ^Sorbilb. 

9Jacr) ^ürpin bc griffe **) waren feit 1764 bie 
S3(ecr)infhumente, wie aucr; ^onwerf^euge mit 3un3*n 
unb Äta^pen üorfcr)riftlicr; bei ben franjöftfct)en ©ar^ 
ben eingeführt; jebeö Regiment l;attc außer £roms 
mein unb Querpfeifen bereu fed;jel;n. §23or 17Ö5 bi& 
1788 wurbm fte aud; in ben ßinteuregiuier.tern üb= 
lict) , unb ücu biefer 3fit an mußten bie ^iuftfcr)öre 
nad) SJorfc^rift ber Drbonanj bei ber g'a^nenwei^e, 
beim SDiilitairgotteöbienfl, bei ^ßaraben, 3»geu üon 
SBürbenträgern , feierlichen Sin^ügeu unb anberen 
Seierlicr)teiten regeluuißig auffpielen. 

SSei ber Sluflöfung ber franjöfifctjen ©arben 1789 
beim 5luöbrucr) ber Sictolutton, blieben im ©epot bers 
felben 45 £oboiften jurüct, meifl Äiuber biefeö %xnp: 
peneorpö, tie jld; nun fcorerft aller 5iuöfid;t auf ges 
(;cffte Seamtnng beraubt fab)en. ^ujwifc^en war bie 
^ßarifer 23ürgerfd)aft bewaffnet worben unb an ber 
(Spi^e biefer ^latioualgarbe (laub ßafa^ette. diu 
JQCHUptmann anü feinem ©eneral|tabe, SJiamene (Bau 
rette, fcer fidt) jener $eboiften angenommen, tjattc 
ben guten ßiufall, an$ ir)nen ein ä'iufifcorpö für bie 
S3ürgcrwe(;r ju bilfcen, unb ba il;m in jener 3*it ber 
Verwirrung i^on feiner 83el;örbe Unterfiiigiing warb, 
fo mußte er fo gut eö ging au§ eigenen Kräften für 
bie S3erforgung ber %eute baö 9lott)wenbige t)cxbci* 
fct)affen, wobei it)m fiafar;ette eine gute »^ülfe war. 
^m 9Jiai beö folgenben ^ar)re5 nafym, gegen (Snts 
fd;äbigung ©arrete'ä, ber ^parifer ©tabtratt) ba8 
Jüiufifcorpö in Eicnftj baffclbe wnrbe auf ftebjig MiU 
gtieber gebrad;t unb außer bei ber SJationalgarbe aucr; 
bei vorfemmenben patriotifcr)cu 3'eierlid;feiteu rerwens 
bet. Sllc im Januar 1792 bei erfd;or?fter ©tabtfaffe 
bie bcfclbete üftationalgarbc aufgehoben warb, fiel tic 
fiafi auf ©arette ^urüct. ©iefee SMufifeorpe war burcr; 
$injujiet;ung anterer tüd;tiger Äünfiter auf 115 $JliU 
gtieber Ijerangcwacfyfen, unb eö gelang bem tl;ätigen 
ä)ianne, bie $öet;övbe jur Segrünbung einer 9Jiufifs 
fei) u t c ju bereben, in welcher tiefen Seilten aU ßer)s 
rem ein gelb niiglid;er Söirffamfeit a:igiwiefen unb 



•) 2Delc^ l)cl;en QPcvtl; biefer au<?gcjeict)nf tc (sclbljerr auf 
bie £r;ed*mufif \t#U, $cl)t nud feinem vom picutlifcben Haupt- 
mann ü. Q9onnct?ille 1756 im «&aaii lKrant?gri|ebeiu'n 9Berfe: 
Les Reveries, ou Memoires sur l'uit de la gueire etc. ^ett?or. 

**) ©emmentar über ben 93egel;u?. 



175 



ferneres Untcrfommen geftdjert werben fonnte. ©iefe 
Slnfialt warb ton bem Kontent burety ein ©ecret ootn 
8ten Rot. 1794 unter bem tarnen .Rational j^n; 
flitut" genehmigt unb im folgenben $at)xc unter bem 
teränberten tarnen „Konfertatoirc", unter welkem 
e8 ju europäifc^er 33erü(;mtr)eit gelangen follte, jur 
©taatöanjtalt erhoben *). ©ie t/atte bie SBerpflidjs 
tung, muftfalifc$ 6cga6tc Jünglinge andauerten, 3&g s 
linge ju bilben unb bie tierjetjn £eere ber SRcpubttf 
mit äRuftfc^orcn ju terforgenj ferner bie öffentlichen 
geicrlic^feiten unb Rationalfefte ju »erfyerrlic^cn unb 
ber itac^abcuben Rationalgarbe bei ber gefeggebens 
ben 93en"ammlung tä'glid) jttei Kf;öre ton fecfyjcfyn 
SWann jur Verfügung ju fhllen, ein jebe§ in folgen* 
ber ©efegung : 6 Klarinetten, 1 ßlöte, 2 £örncr, 1 
Xromprte, 3 gagotten, 1 ©erpent, Raufen unb grojjc 
Sroinmel **). SBon 1791 6iö 1796 foUen auS bem 
Konfertatoire ü6er tierr)unbert Regimentömuftfer jur 
Slrmee abgegangen fein, unb fpäter warb auc§ bie 
Konfulargarbe, t)ie 25 £>autboiften führte, ton biefer 
Stnftatt terforgt. $n erfhrer übrigenö war ber SHans 
gel an SRufttcrn für baö £eer fo gro§ , ba§ man 
nic$t feiten auf bie S3euu^ung ton ©aitcninjlrumeiu 
ten flie§ , unb ba§ mau in ben ©rcnjprotinjen oft- 
mals Rcfruten mit fliugenben ©eigen unb 83iolon= 
ceüeu torüberjicr)cu falj. 51m meijlen trugen jur 5lufc 
munterung im Äampf ober auf befc^w erliefen Wlät: 
fc$en bie patriotifdjeu £tymueu bei, in welche Qlüe eitu 
ftimmen tonnten, tor allen bekanntlich bie begeiflernbc 
äWarfciüaife, welche ton Rouget be l\3ölc im Slpril 
1792 ju (Strasburg urfprünglid) alö „©cfang ber 
Rfyciuarmee" gebietet unb eomponirt warb ***), aber 
nadj einem SPlarfcillcr ÖöberirtensS3ataiaon, baö jüngft 
bamit auftrat unb Q9egei|lerung erregte, benannt würbe 
unb ten tarnen behielt, unter welchem baö Sieb fo 
grofce SBolfetljümlicljfcit erlangte. 93on ber jauber; 
mächtigen SBirfungöfraft biefeä ©efangeä berichten 
bie B^tgenoffen ber erflen Retoluticn Söunberbareö. 
ßouiö sp^itt^p, bamalä §erjog ton Kljartrcö, erjagte 
bem ©icijter unb Komponisten felbft, wie in ber 
©c$lac§t ton ^emmappeö fein lefcteö Mittel, bie fite« 
Ijenben franjöftfc^en Rcfruten jum (Stehen ju brhu- 
gen, baö laute tynfhuunen ber äftarfeillaife gewefen 
fei, u>oburc$ allein eö ifym gelungen, jene Kolonne 
jufammenjubringen, bie unter feiner Slnfütjrung pns 
genb unb fämpfenb bie cfhrreic$ifc$en SBcrfcfyanjungen 



mit bem Sajonet einnahm unb fomit ben StuSfdjlag 
gaben. 

Rac$ %di% bejlanb ju jener 3«t eine tollflan» 

bige Rcgimcntömuftf auö 14 SWann: 1 «ßicfelflöte, 

4 Klarinetten, 2 Oboen, 2 Römern, 2 {Jagotten, nebfi 

türfifdjer Trommel, Triangel unb 33ecfen. ©ie meis 

freu Sparabe s unb ©efe^winbmärfc^e and jener 3*»*, 

ton ©etienne, Katel, ©ojfec u. 51., waren neunflim« 

mia, Ö^Kß^ f ur 2 Klarinetten, 2 Oboen, 1 ftlöte, 2 

§örner unb 2 Fagotten, ©ie Klarinette war je nac^ 

bem ©tue! boppelt unb breifac^ ht\e§t. S3alb warb 

baö ald ©runblage ber Harmonie fdjwac^e Fagott nac^ 

beutfe^em dufter burc^ bie ^3ofaune erfegt, unb jut 

Hebung ber nun gebrückten t)o^en Stimmen, biefe 

burc^ trompeten terfiärft. ©iefe 3«ffl*"wienfeßung 

fiel nicfyt ganj befriebigenb cu\$i man natyn für bte 

Begleitung ber jarteren ©teilen itieber jum JJagott 

feine 3«P»^^/ «"b terme^rte jur #erfieQung eineö 

befferen §öer^ä(tniffeö bie 3a()l ber Klarinetten bi% 

auf fedjö ober ac^tj bie Oboe bagegen begann in 

Verfall ju geraden. S3iö jur 3eit beö Konfutatä 

(1802) Ratten bie Oberflen ber Katatlerie bie Äoflen 

ir)rcr Stegiinentämuftfen getragen, ©ie ginanjen wa: 

ren in großer 3ftrüttung, baö £eer »«b fc^lec^t bes 

folbet, unb ber erfle Konful befc^lop unter biefen Htm 

flänben biefe Kfyörc abjufc^affen. 2J^it ben ?ßferben 

ber Sftuftfer allein würben tier Katatlerie s 9legimens 

ter, ungefähr 3000 äftann, beritten gemacht, ©päs 

ter, al* ftc^ bie Umflänbe günfliger gefiattet fjaütn, 

würben bie Kfyöre wieber ^ergejleüt, unb jur Äaifer« 

jeit (;atten bie Katalleriefanfaren gewö^nli<$ 16 Xrom* 

peter, 6 £orniftcn unb 3 ^ßofaunifien ; bie Äaijergats 

be, bie Karabinierc unb einige Äüraffier s Regimenter 

führten Raufen. ^u^er ifyren fpeeieUen S3tcdr)inflru- 

menten ^atte bie Reiterei nodj anbere, ben £autbcu 

jlen ber Infanterie ä'^nlie^e, nur minber fiarf befe|te 

Sniififc^öre, nebfr türfifc^er Trommel ju ^8ferbe. ©ie 

äftuftf ber Konfitlars unb nadjmalö faiferlic^en ®arbe 

t)attc folgenben Söeflanb: 12 Klarinetten in C, 2 ffeine 

F: Klarinetten, 2 ^ßiclelflöten in F, 4 Oboen, 4 Sa= 

gotten, 4 £örner, 2 trompeten, 2 spofaunen, 2 ©er= 

pente, türfifc^c Trommel, Söirbeltrommel, 2 Sßaar 

S3ecfen, nebfi ^albmonb. ^>n ifyrer $anit)%axem 

muftf führten einige Regimenter bie baöfifdje ^>anbs 

trommel ober Sambourin, t>a% bamalö fcr)r in Slufs 

nal?me gefommen war *). ©ie gewöhnliche ^»fanj 

terie führte 6 ober 8 gro§e Ktarinetten, 1 fleiue Kds 



*) Ueber (Bartette unb feine @a^övfung in einem fünf* 
tigen Slrtifel ein SWefyrere«. 

••) <S. Reglement ZU. VII. Bit. 1. 

*•*) 3n bet Sammlung fetner ©ebia^te 1796 unter bem 
Xitel: Chanl de Combat. 



*) 3)er Xambutintanj vrar bamalö ber Xriumpb ber fd)ö* 
nen ^rau SRecamier, bie batin unvergleichliche Slnrautb ent* 
roicfelte unb in ben böseren Kivfcln ber ($ea,cnftanb böa^ftec 
53en?unberunij war. tfeine junge !T)ame von i5tanbe, bie ni$t 
gefugt ^atte, jtc^ in biefem ianje ^ervorjut^un. 



176 



Glatinette, 1 gjicfelfttte, 2£8rner, Sgagotten, lSroms 
Jjete, 2 ob« 3 ^ßofaunen, 1 ober 2 ©erpente, nebfl 
3anitfc$arenmupf$ im (Stangen 22 bis 24 SDJann, 
ttODon 10 biä 12 bienenbe ©olbaten, unb 8 bis 12 
©agtflrn. 

5m 3fl$tf 1805 warb eine neue SaDalleries 
Drbonanj eingeführt, beten (Signale, grlbgeic^en, gans 
faren unb äHärfcfye fämmtlidj ton bem nodj> lehnten 
auägejeic^neten Srompeterbläfer ©aDib 83üt)l fjerritys 
xen, einem frangopfäen Äünftter beutf$en UrfprungS, 
bei in Öolge feiner ungewöhnlichen Öätu'gfcitcn fdjon 
olö je^njäljrigrr Änabe in bie Gtyrcivcompagnie eins 
treten burfte, bie SteoolutionSfriege mitmadjte, fpätet 
jum ^nflructor ber 93erfaifler $rompeterfd>ule ernannt 
warb, wo er für bie faifcrlic^cn Qtcxt über fce§SI)uni 
bert 3^glinge auSbilbete. ^m Derbanfte baS §ccx 
iiberbicö nodj bie fec^ö DierPimmigen ßanfaren, bie 
1799 juerfl in ber Gonfulargarbe in Slnwenbung fas 
men, wie nietyt minber fafl fämmtlie^c 2Nilitair:$ons 
flütfe auü ber 3<it ber Stcpublif unb beS Äaifer= 
reic$8. Gr befaß auf feinem «Snfhumente fc(;r fjotje 
ENeiPcrfäaft, unb fyat in Diesjähriger ©icnfijcit 
burefy Grpnbungcn unb SBerbeffcrungcn wefcntlicty jur 
21u8bilbung ber äftilitairmupf in Sranfreie^ beiges 
tragen. 

©ie Äriege ber Äaiferjeit Derfdjlangen eine be^ 
tra<$tli$e &aty 3flupfer. 9la% (Eaßil 5 »la je** Sin* 
gäbe im 2ten S3anbe feiner ©efc^ic^te ber Dper Units 
ben beren über 2000 Opfer beS alleinigen rufpfäcn 
ÖelbjugS. 93on ben tyeimfcljrcnben ^autboifien beS 
ÄaifertyeereS würben f^ä ber Sluflofung unb ber Ums 
geflattung berfelben unter ben JBourbenen üiele ifyrcS 
©ienfteS entlaffcn, anbete nahmen auä 5lnl)änglic$s 
feit für ben Äaifer ityren 5Ibfcfyieb. ©iefe erhielten 
nun Slnpeüung bei ben Äircfycn ober fugten burety 
Unterricht tyr Sebcn $u friflcn. ©aS fear ein ©es 
toinn für bie Äunft, ju beren Verbreitung in ben fteis 
neu SßroDinjPäbten biefe Sente wefcntlid? beitrugen, 
fjür SJerbeffetung ber 9Wupfc$öre warb hti biefet Ums 
geflaltung beS £eere3 nichts getfyan *). 93om 3atyre 
1814 föreibt pd& bet @ebrauc$ bet B- patt bet C; 
Glarinette, welche leitete jcboc§ felbfl burc§ ein 9tes 
glement Dom 13ten Det. 1823 noc§ nietyt gang Dcrs 
btangt werben fonnte. 

Gabe be« jweifen drittel«. 



•) GaPU * $faftc füftrt nur bie ftatiflifaV Angabe an. 
«Der @$lu§ auf Jöerbreitung bc« 2Hnftfgefd?macf« bur* bie 
^efmfei)renbfn Krieger liegt na^e. Äaftncr übergebt beite« 
mit €tiUf4weigen. 



lieber. 

©. @$eQer, ©p. 2. Sulp Cieber für eine Sopran- 
ober Stcnorftimme mit ßejl. bes |)fte. — Cripfij, 
älrmm. |)r. 20 tlar. 

— — , ©p. 3. Öier f ieber für eine Alt - ober 

ßaritonftimme. — Cbenb. |)r. 15 ngr. 

©ei ben (SrfHingen Don Siebeteomf Optionen jeigt 
ftdj nic^t immer eine befh'mmte, ausgeprägte $^s 
jtoguomic. ©er SSilbuugöftanb beö Sompouiflen übers 
^aupt unb feine ©tubien inöbefonbere werben hierbei 
einen entfe^eibenben Ginfluß geltenb machen, ^n ben 
Dorliegenbcn Siebern läßt pety jiüar auf Anlage, 
gleiß unb «Streben nad) ©efferem fließen, bod) fließt 
ber 33om muftfalifdjer Grpnbung nod) 51t färglic^; 
bie SMobien lehnen ftc^ t(;eilö an bereit« 93or^ans 
beneö an, tfyeilö entbehren fie noc^ beö GlementeS, 
welc^eö bur^ 2tu8brucf unb innereö Seben ju feffeln 
Dermag, fie fudjen noc^ 31t fe^r naety bem paffenben 
5(uöbrucfe. ©ie fyarmonifetje SCiidflattmig jeugt jtoar 
Don (Sorgfalt, bod) mangelt ber 9teij ber Wbtuec^fes 
lung, jie bient M08 alö Präger ber SJJetobien, un: 
terfh'ifct pe nic^t in ber 5lu3fprac$e ber toerfchiebenen 
Gmppnbungöäußerungen. 3\\ ben fiiebern für 911t, 
bie meifl fe^r tief liegen, jeigt pc^ gegen bie ©ofrans 
lieber ein gortfdjritt in fofern, alö bie SWelobien me^r 
an $htß gewinnen, an freierem 3«gf/ toentt fe^on 
bie ©elbppänbigfeit noc^ fämpft. Unter i^nen ifl 
9lt. 3 „9?ä(?e brö ©eliebten" Don ©ättye baöjenige, 
weld^eö eine fpted;enbete SMcbie ^at. 9lx. 4 „SBätfi 
bu auf öbet ^aib' allcin /y Don SöutnS , giebt fliüar 
in ber erften Jpälfte jebeö S3etfeö bie norbifc^c Särs 
bung iviebcr, in ber jiuciten bagegen jeigt pcfy 3Jlatts 
^eit unb ^riDialttät. S3efonbcreö Slugenmerf mag ber 
Gom^om'P auf bie @e$lußfalle richten, bie in fdmmt- 
licfcen Siebern in ju Derbrauc^ten SBenbuugcn pc^ bes 
toegen. Sobann pnben pd^ unter ben Siebern Diele, 
bie bereit« Don anberen Gomponiflen eomponirt pnb 
unb jtoar mit entfd;icbenerem Grfolge. GS erfctyeint 
fe^r getragt, Sieber, trie „Seit id) i^n gefe^en'' Don 
G^amiffo (eoinp. Don 9t. ©djumann in „grauenliebe 
unb Seben"), „©er £»immel ^ a ^ hm Xbtäne ge* 
toeint" Don ^liefert unb Schumann, „3^ Silb^ 
Don Qcine unb granj ©c^ubert (f. beff?" „©c^ioas 
nengefänge 7 '), bie bereits einer weiten Verbreitung 
genießen unb baS ©ebic^t Dolipänbig niupfalifc^ er« 
fc^opfenb bargefledt ^aben , einer nochmaligen Gon;? 
poption gu untertüetfen. — ©er junge Gompcnifi 
m8ge burc^ biefe tyuSfleflungen auf feine eigene Äraft 
aufmerffainer werben, unb bie beflen äftufter Pubiren. 



177 



©et ©cwinn bauen bütftc ftd& bann leicht, wenn bic 
Äraft auörcie^t, bei ben na^flcn äöetfen in lohnen* 
bet Söcife geigen. 

©arf 3tcinecfe, ©j>. 12. Dur fictor für jwei 80- 
pranfliminen mit ffiegl. be* Pftc. — «ripjig, «rttt- 
köpf u. «ürta. |)r. 174- ugr. 

3arter, füßbuftenber 83lumcnfyaut$ we^t au« bie* 
fen fiiebcrnj frifö , üom «Morgentau nc$ gtüf?cnb, 
etquiefen fte un« mit tytem gatbciifömrfj unb lachen 
fteubig gittetnb bem 83cfc$aucnbcn entgegen. — ©te 
Sitetatut ber gweiflimmigen ©efänge ifl nie$t bebflu 
ienb, fowo^t ber SRcnge nac$, al« au$ iütfp*tii$ 
be« Sn^attö. ©ut$ biefe« $cft ehalten wir eine 
»cteic^etung, »ic fte nieJ)t gu oft geboten witb. Db 
wo^l gering ber 3aty na«, foenbet c« boc§ but« fei- 
nen Sntjalt fo öiel, baß ein ganger @toß toou 23tjou; 
teriefabrifaten bauen aufgewogen wirb. Söergletdjt 
man biefe Sieber guncidjfl mit ben toor einiger 3«t 
bef^roe^enen einflimmigen be« gomyoniflcn (mit *pia? 
nofortebcglcitung), fo geigt ft$ ein gertfaritt in fo. 
fern, al« ber «uSbruct ber ocrfdjiebcncn ©cfityl«: 
^afen ein beflimmterer unb cntfdjicbencr ifl; bie 
Quelle ber gmpftnbung fliegt ttarec, bie STCelcbien 
^aben mcfyr an «Keife unb innerlicherem Seben gewon* 
iten. ©eljeben werben fte noef) bur« ben reiben Ijar* 
ntoniftyen Sluöfcau, ber ftd> trog ber Mannigfaltig* 
feit nidjt ^crücrbrängt, fonbern bic ©ingflimmen be- 
lebenb gu größerer ©ettcnbmadjung in ben Sorben 
grunb ^ebt. 3n Söergleid) mit mclcn anberen jioei- 
ftimmigen fiieberu feffeln fte nic^t Ho« bur« ityr poe* 
tifetye« ©ewaub, fonbern namentlich fcabur«, baß fte 
ber 51u«brud wahren, inneren (Seelenleben« ftnb. 2iue§ 
bie SBaljl ber $crtc ifl lobenb fycrüorgul;ebcn, ni«t 
tloö wegen ifyrc« ber gwcifHiumigcn 23efyanbtuug gün* 
fligen ^n^altc«, fonbern aufy rücfftd)tli« beö Söer* 
tf)c«. ffirci baten, 9h. 1 „Sötutcr" toon SR. *. fiu 
liencron, «Kr. 8 „3m SBatb" toon 3- 2ö- ® c 9*/ 
9h. 4 ,,©a« SBeild^cn" »on (S. $altau«, bewegen 
ft$ im Sluöbrutfc be« Sflatutlcbcn«, t?on benen 9h. 1 
unb 4 meljr eine fliUfelige ©eelenflimmung abfpies 
getn, 9lx. 3 bagegen burc^ eine freubige »elebt^eit 
feine SBonne äufcert. 9lx. 2 „Trennung" Don $. 
^eine, ifl fubjeetiöer, l^rifc^er gehalten \ ein leifet 
^)aue^ toon granj ©e^ubert'fc^er Srauer unb SBetymut^ 
we^t fanft barüber ^in. ftf{fcfA 



24)tuctjer »riefe. 

Nf. II. 
ßreunb, 

3111er Slnfang ifl fe^wer, wie fc^on £ipd XuUian 
befennen mußte, al« er baö erfle STial, aber einen 
Slmbo«, {ia^t. 2Wit aber wirb nidjt blo« ber Anfang, 
fonbern auc^ bie gortfe^ung meiner Srieffleüerei fyins 
länglich erfc^wert burc^ aller(;anb „fleinefieiben", übet 
bic fe^on, mein' i$, (Siner ein gro§e« ©uc^ gefc^ries 
ben. 5Run, fpät fomm' ic§, boc^ i^ fomme, um ^ s 
wen, meiner ^Infünbigung gemäß, guna$|? nod) übet 
jwei ^eroorragenbe erfd)einungen unfereö legten Äunfls 
genußfemefierö *) ju erjä^len. ©ic eine war äRen? 
bel«fo^n > « öliaö, ben ic§ in 3üric^ ^Brte. Büßet 
einer uorläupgen flüchtigen ©urc^Pdjt be« 61aüierau«s 
jugö t^atte \% noch feine S3efanntfc^aft mit bem Söerfe 
gemalt. 3^ enthalte mid§ barum eine« motiüirten 
Urtl;cil« über baffelbe unb fage nur, baß e« aücr* 
bingö einen wefentlic^ anberen (iinbruef al« feiner 3"* 
ber Spauluö auf mic^ machte, baß aber feine me^t 
eontemplatiue Söcfcntjeit mir nic^t minber besagte, 
unb baß icfy ton t^m unb ber ganj ac^tungöwert^en 
5luffü^rung rec^t erfrifc^t unb gefättigt heimging. 
Ueber biefe lefctere weiter unten noc§ ein paar SBorte. 

©ie jweite ber genannten befonberen (Srfdjeinuns 
gen ifl ba« Oratorium: ©altuö, uon einem jungen 
(2t. ©aller Somponiflcn ©teit^, welche« guerfl in 
©t. ©aüen, unb fräter in SBintert^ur gut Sluffü$- 
tung !am. ©iefe« SBerf würbe al« ein befonbetc 
3:^eilna^mc cr^eifd&enbe« begrüßt. 9lid)t nur weil 
bet b\9 baVt unbefannte gomponifl foglcidj mit 
einem Söerf im teeren ©t^l feinen Gintritt in bie 
Ccffcntlidjfeit begeic^nete, fonbern weil er überhaupt 
ber erfle fci)weijerifc^e (Somponifi ifl, bet mit einem 
foldjen ^erüortritt. 93on ©djn^ber ton SBartenfee ifl 
wcnigflen in biefer Äunflgattung nic^t« befannt wots 
ben. dt wat e« übtigen«, bet juetfl ben jüngeten 
Äunflgenoffen bet 2lufmerffam(cit be« spublitum« em^ 
yfa^l, unb mit 9tc$t. ©a« Oratorium giebt 3cug* 
niß »on einer natürlichen Äraft unb erworbenen »il= 



*) 3c^ wollte c« ffftte fic^ enblic^ einmal Qinet ^tn nnb 
«fi\nbe ein reebte« beutfefte^ ©ort für obigen ©egtijf p 9cufc 
unb grommen fle^lger ©eric^teTfiatter. „<Satfon" faat QU 
«er, „(Stagione" bet Slnbete, „aWuftftointcr" bet Dritte, 
„artifiifd) Sociale 3a^re«geit" fönnte noeb ein »nberer fagen 
nnb hiermit fein genug auf einen ijeimlicb toü^lenben Äunft^ 
«SocialiÄmu«, ober eine feciale Secbnofratie auf breiteftet 
©runblage Anbeuten. <&iec fommt nun ©iner mit bem flu* 
bentifebrn 9lu«brucf „©emefiet". SGBarum W aber niebt bet 
XonfunfHer herein ein (Sinfeben unb fefct eine (Sommtffton 
bin iur ißorbtrat^ung, unb »artet ab, wa« bie fagt? 



178 



bungäfiufe, bic bem (Fomponiften Anwartfdjaft auf 

eine bcbeutfame 3«f"nft geben, c8 beurfunbet eine 

mit ßfyren jurücfgclcgtc, wofyl angewenbete Scheit. 

SBitt man mcfyr fagen unb tjon äfteificrfdjaft foredjen, 

fo flimme id; nidjt mit ein. 3" «ner folgen würbe, 

äuget ber allcrbingö borfyanbcnen gewanbten £>anb= 

r)abung ber SKittcl, unb ber Auäbrucföfcrtigfeit in 

einer fd;on auögcbilbct üorlicgenbeu, abgcfdjlojfcnen 

{%cn») (Sprache, t>or Allem geboren ein eigentfyüm; 

lid^cS, djaraftcrüollcö ©epräge, eine fubjccttfcc (Selbfb 

ftanbigfeit ber sß^ftognomie, ofync wcld)e jebeö <Son: 

berwefen im SBogcnbrang ber (frfctycinungen fpurloä 

»erfdjwinbct, welche aber, fei fte audj in ifjrcr @runb= 

läge ein 93orredt)t ber ©eburt , bodj erfi aflmälig ju 

männlicher (Sntfdjicbenfyctt reift, j. 33. erft in ber brit« 

ten ber befannten neun (Stympfjcnicn, cbwcfyt man in 

ber jmeiten fcf)on ex ungue leonem erfennen mag. (58 

%at aber baö fragliche Oratorium in ben SRecitatu 

öeu, in ber melobifd)cn £)iction überhaupt, in ber 

^nflrumentation in ityrer 27?Ojartifc^ = ib^tlifd;en £arm; 

Ioftgfcit, in ber poctifcr)en Auffaffung beö Scrtcö nid)t 

fowofyl in feinen einjelnen feilen unb Situationen, 

ober gar bloö SBorten unb Sßerfen, fonbern in feiner 

©cfammtr)eit unb (Scntralwirfung nod) nidc)t jene 

fiberjeugenbe Äraft bramatifdjer (nicr)t tfyeatralifcfycr) 

SBatjrfyeit, ofyne welche aucr) ein fite^tic^eö IDratorium 

nid?t befielen fann, will man md)t baö SBefen ber 

Ärrdjtidjfeit in nebelhafter (£tyaraftertcftgfcit ober aös 

cetifct)er Temperamentes unb ©cfüfjlöertöfctung fud;en. 

$d) ^tüeifTe nic^t, ba§ ber junge ÄünfHer einen (Stanbs 

jjunft ju erringen wiffen wirb, ber ifyn gteid; ftcfycrs 

fteöt toer ber ^clbjtgenügfamfcit fd)wäc^ lieber 9lcw- 

linge, bie uaferümpfcnb tt;r : 3<^f/ 3^pf ! /y über AlfcS 

ruft, für beffen Aneignung ifyr bic fleine Äraft ju 

balb auöging, ober für beffen ®enu§ fte Weber ©e= 

fe^maef nod? SßerbauungSfraft beftfct, wie »or einem 

Hinben Autoritätsglauben, ber mit einem fd)ülerl)afs 

ten „ber SWcifier fagt'ö" feine ©eiflcöfaulfycit befc^ös 

nigt, ober fcor einem bornirten 8reflr)attcn am Alten, 

baß bei jebem neuen Auffdjwung, jeber Ablenfung 

uon ber £eer|irafje ber ©cwotynfycit tocrjwciflunggüott 

nad) bem gefüllten (Sacf ber bereits garantirten 

(5rrungenfcr)aften greift unb über (Sommuniös 

muö fdjreit. ©erabe aber im %ad)e beä DratoriumS, 

wenn man biefe Äunfrgattung nur nidjt 31t engtjers 

jig bloö auf alt s unb neuteflamcntlid)e (Stoffe be; 

fdjränfcn will, ifi in ben legten S^^ren fo ättand)e8 

gctljan unb gewonnen werben, toaö ein Äunfljünger 

boe^ lua^r^aftig nidjt ignoriren barf, toitt er nicht über 

ftd) felbfl ben (Stab brechen. lieber bie im ©anjen 

befriebigenbe Sluffü^rung weiter unten aucr) noc^ ein 

paat SBorte. 



3$ mup S^nen nun noc^ Qttvtö über x»oei 
Sluffü^rungen fagen, toeil fte baö Wlaa% be8 ©eng- 
ten in i\)um Äreife überfc^reiten , obwohl id) 3t)ntn 
nur Striata referiren fann, weil itt) tynen nid)t al« 
klugen- unb SD^ren^euge beitoo^nen fonnte. ©egciu 
panb ber einen, — mir im ©anjen alä lobenön?ert^ 
gefd)itberten , welche im grüfyjaf;r flattfanb — war 
ebenfalls äflenfcelöfoljn'ö eiiaö in S3afel. ©ie al- 
bere, ^a^bn'ö Schöpfung, bor einigen 2Bod?en in 
(Schaff Raufen ju ©e^ör gebraut, mochte wo^l an 
mancherlei llnüollfommenl;eitcn leiben; boa) fd^eint fie, 
att wenigflend nid)t mijjfungeneö Srgebnig längerer 
Slnflrengungen, einen ermut(;igenben dinflu§ üben, unb 
ben nod) jiemlid) unentwicfelten bortigen muftfalifc^en 
3uftänben einen belebenben »2ln(tc§ geben ju woQen, 
bejfen biefelben aüerbingö als bebürftig erfc^einen. 
©omit fei bie Sluffü^rung wiafornmen geheißen ! 

$icr ifl ber «piafe für bie meljrfadj . t?erfprod;eneii 
paar SBorte. Sei berartigen Aufführungen in ber 
(Sd)weia muffe« <5ic t?on uorn^erein abfegen »on ber 
Slrt, wie bergleid)en etwa üon einem Ord;efrer unb 
e^or in einer beutfdjen 9iepbenj 5 ober fonfligen Äa^ 
pitalflabt bewerffletligt werben. SBir fyahen Feine 
#offapcllcn, weil feine ^)öfe (id) nci% aber nid;t wie 
$od) (Sie biefee Unglücf anfd^lagen); fonbern wenn 
eine (Stabt fo \va$ Abfonberlid;eS bor^at, fo entbies 
tet fte ben «Kacr;barf*abten it;ren freunbeibgenöfftfä^en 
©ruß, unb biefe leiflen tfyr freunbeibgenöfftfd;en ©ei- 
ftanb fo weit fte fbnnen unb mögen. (So erinnere 
id; mi*, unmittelbar nad; meiner Ueberftebelung ^iers 
^er, einer red)t anetfennenöwert^en 5luffü^rung üon 
<Se$umanu'8 «pert in 3üria) , bie aber bennod;, o^ne 
einen redjt a propos gefommenen (SueeurS auö 
SBintert^ur für ben 6ontraba§, fe^r in grage ges 
fiellt war. 

©nblid; erwähne id; nod? ber neuen gro&cn Drs 
get in 23cm, tjon beren (^inwei^ung (Sie einen öes 
rid}t in ber 8t. 51. 3. unb barin folgenbe (Stelle ge- 
lefen t)abcn werben: „£err 9OT. erntete burd; bte wun* 
berbar tdufd;enbe 9?acr;al)inuiig eineö ©onnerwetterö, 
burd) bie heimeligen Sllpcntyornflänge unb bie bes 
fannte ©cmäjägerinclobie auf ber S3or^umana ben 
ungctljeiltcficn ©eifaü/' ©aö bringt ^^nen üießeid^t 
feinen ganj günfitgen »egriff ton fdjweijcrifdjer Dr= 
gelfunfi bei 3n ber %ijat fc^öne SDrgeln tjat man, 
wenn aud) nid)t fetyr üiele, in ber (Sc^weij, tvaQ man 
aber barauf fpielen fyört, ijl n ict)t alled lautreö ©otb. 
//3a / fagen bie ßinen, bie Seute miSgen nid)tö ans 
bereä ^ören, alö im Drgelfpiel eben nur ifjre fd;öne 
Orgd, refp. bic fo unb fo m'cl taufenb granfen, bie 
fie gefoftet." Aber wer tft fc^ulb? fragen Anbere. 
3$ nid;t, antworte id;. — Aber leben (Bie wofyU 



179 

kenn „Manum de fabula!" fnurrt eine Mannte tvtnn miä) fein ®efi($t nic$t trügt, fo fccfommen Sie 

(Stimme (jinter mir; „roaS ntc^t betnee Slmteö, ba nä^ftenö etwa« ©oppelgtofceS »ou ü)m ju lefen. — 

Iafj beinen SJonriß! bergletc^cn flf^Brt mir ju!" — Sbbio! <w 

„greunb £anä ©rofegebaft ift'ä — unb toa^aftig, ^ ©j. 



jtrtttfd>er 3ttt|etger< 

UebetfidE)t ber neueren erfdjeinunßen auf bem ©ebiete ber $kü[\L 



gut SBtplottceO« 

2f. ©ert)at§, ©p. 7. Andante cantabile et Rondo ä 
la Mazurka sur un air de Balfe avec aecompag- 
nement d'Orchestre ou de Piano, öcljott. JTlit 
®ul). 3 JFI. 36 Ar., mit fftr. 2 Sl. 24 flr. 

(Sin Sßirtuofenflucf, ba« bem 2(u«füljrenben feine geringe 
Aufgabe flelU unb nad) tyerfcmmlidjer «Spraye banfbar gu 
nennen tfh SWufifalifc^en 2Bert^ bartn gu treffen, Ȋre eine 
&u«naljme von ber SRegel. Dicfc iß e« nidjt. 

gut Stretcbinflruuiente* 

2» ©poljr, 141 ftes Werk. 31ftes «luartett. furk- 

Ijarbt. 24- «Ijlr. 
— — / i36ftfstDfrk. 4tes Btopprlquartett. €ben- 

bafclbft. 3^- 8l)lr. 

©erben befprodjen. 

gut glöfe mit $tf attofotte. 

£♦ ©OtttÖ 11. §. §CtJ, Variations et Polacca sur 
un theme allemaud pour Piano et Flute. 5e Duet- 
tino facile. Örijott. 1 Sl 

Seicht au«füf)rbar für beibe «Stimmen, Furg unb abfonber* 
11« fab. 

©. 33ltccialbi, ©p. 55. Potpourri pour la Flute sur 
des motifs de l'opera : I Montecchi e i Capuletti. 
ßetjott. 1 Jl. 48 flr. 

@an$ gcfcöbnlidje $lünberung erträtjnter Cper. Dfjne 
(Saft unb Stxa\t, aber toitffam für bie glcie. 

gut ©uttarre, 

ty+ ^Pettoleltt, ©p. 15. Fantaisie sur l'hymne na- 
tional russe TOfflE ILApü XpAHlJ pour la 
Guitare. Sctjott. 27 Ar. 



9>. tytttoUtti, ©p. 28. Fantaisie sur la derniere 
pensee de Weber pour Guitare et Piano. €benb. 
1 Jl. 12 Ar. 

€p. 15 beftefjt au« furger (Einleitung, Zfyma unb gtoei 
Variationen mit Sdjluganljang; e« iß für Ouitarre allein 
unb ljed)ß einfad). 33ei weitem mel;r 8lnforberungen an ben 
(Spieler ma<6t£p.28, ba« al« iBirtuofenftücf auftritt; e« be* 
fteljt an« Einleitung, groger (gaben g, $&ema, brei 93arfatlo* 
aen unb brillantem <5$lug. Die (Slaöierftimme bient gur be* 
gleitenben Unterlage, 53eibe Sadben ftnb bem betrejfenben 
$ublifum ber gtoeefmägigen Seljanblung be« Snflrumente« toe* 
gen gu empfehlen. 

Siebtt mit tyianofotte. 

3ul* 3o$annfett, ©p. 1 («jeft I u, II). Btc^s t ieber. 
Siegel u. Stoll. ä (Qeft 15 ilgr. 
SRef. fte^t Ui einem Dp. 1 immer guerft auf bie © e* 
[Innung be« SBerfaffer«; erß mug er Jauterfeit unb eljr* 
li<4e« JtunPPreben finben, unb bann erfl ge^t er an bie 23e* 
urt^eilung über Vorzüge unb Mängel. So muffen wir au$ 
im »orliegenben galle guoörberft ben guten, gefunben Sinn 
be« ßomponijien anerfennen, unb e« mu§ ^eroorge^oben toer^ 
ben, bag feine Sieber burdjauä ni$t für venco^nte, ft^ttjadfte 
Dilettantenmagen gemalt ftnb. ©e^en toir aber nun gur 
5lnal^fe ber einzelnen lieber über, fo fhllen ft(ft allerbing* 
manche Sc^ioerfafligfeiten in ^Betreff auf 3)2clobie unb J&ar* 
monie ^erau«5 ber $(utor setfteljt noc^ nid)t rec^t SRaag ju 
(alten, unb bie Sieber fyaben baburd) meijl ein gebrücfte« 9ln* 
feljen, »eil wegen übertüiegenber (armonif(5er ^öebanblung bie 
SWelobie in bie (Snge getrieben ftirb. Da« fflefen be« wa(* 
ren Siebe« ifl ja eben, bag bie SWelobie über ber Harmonie 
ni$t »ergeffen »erben barf, unb eben fo uingefefyrt. Uebri* 
gen« möge ber Sßerfaffer nur immer fdjaffen im Sinne ber 
toaljren Äunfl — burd> Arbeit gelangt man gur grei* 
Seit ! — 



180 



3nteIltgeit$M<ttt» 



Neue xllusikallen 

im Verlage von 
V* JP. PeteT 9» Bureau de Musique in Leipzig. 

Durch alle Musik- u. Buchhandlungen zu bezieben. 

Bertelsmann, C. A», 3 Gesänge für eine 

tiefe Stimme mit Begleitung des Pianofortes. 

Op. 20. 20 Ngr. 

Nr. 1. Cito mors mit Nr. 2. In die Ferne. 

Nr. 3. Verwelkt 

Bockmiihl. B. E., 4 Grands Morceaux de 

salon caracteristiques pour Violoncelle et Piano. 

Op. 62. 

Nr.l. L'Agitato-Ballade \ r , , 4 ^ , 

o xm u r u J Cah. I. 1 Thlr. 

„ 2. Marche funebre f 

„ 3. La chasse du roi Tristan» r , „ 4a ,, , *„ 
„ 4. Une Vision. Elegie. | Cah -"- l m *™V- 
Branner, C T\, Dessins musicales. 6 Mor- 
ceaux elegants et faciles pour le Piano. Op. 130. 
Cah. I et II. ä 12 Ngr. 
Fl fi gel, Gr., 3 Gesänge für eine Altstimme mit 
Pianoforte-Begleitung. Op. 28. 22| Ngr. 

Nr.l. An den Mond, von Goethe. 10 Ngr. 

„ 2. An das Abendroth, von Tieck. 10 Ngr. 
„ 3. Weint mit denWeinenden, von Byron. 5 Ngr. 
Kalliwoda, «f. W., 6 Airs styriens pour 
le Piano. Op. 156. Cah. I et II. a 12 Ngr. 

, Fantaisie brillante sur Ernani de G.Verdi 

pour Violon avec Piano. Op. 158. 25 Ngr. 

Wetzer, J. , 2 Lieder für eine Tenor- oder 

Sopranstimme mit Begleitung des Pianofortes. 

Op. 22. 15 Ngr. 

Nr. 1. Gute Nacht, von Prutz. 10 Ngr. 

,, 2. Allein, von Silesius. 74- Ngr. 

, 3 Lieder für eine Sopran- oder Tenor 

stimme mit Begleit, des Pianof. Op. 23. 16 Ngr. 

Nr.l. Abschied, von O. Prechtler. 7^ Ngr. 

,, 2. Stimmen der Sehnsucht, von 0. Prechtler. 

5 Ngr. 

„ 3. Des Rösleins Sendung, von Schütz. 7| Ngr. 

Witwicki, t?., Duo pour Piano et Violon. 

Op. 19. 20 Ngr. 

, Variations brillantes sur un theme d'U- 

kraine „U susida chata bita" pour le Piano. 
Op. 20. 22 Ngr. 



Verlagsberlcht, Monat October, von 

Schuberth lf Co., Hamburg u. Aew-York, 

enthaltend Neuigkeiten, wHche ilurcb Gehalt und Ausstattung 

das Interesse der Musikfreunde besonders in Anspruch 

nehmen. 

Banek, C, 3 Lieder. Op.36, 2te Aufl. 17* Sgr. 

Bereng, H M Amüsements. Op.ll, Nr.3. Hondo- 
Valse. 74. s g r. 

Cobelli, Carl, 3 Lieder mit Piano. Op. 25. 

^ 15 Sgr. 

Gnrlltt, Cornel., Wackernagel's „Weinbüch- 
lein 44 . Lieder für Bass mit Piano. Op. 7, Cah. 3. 

20 Sgr. 
(Die Sammlung ist nun vollständig.) 

Krug, B., Bondo aus den Haimonskindern. 
Op. 14. 10 Sgr. 

Nansfeldt, Edgar, „Nähe des Geliebten 44 . 
Lied mit Piano. 5 Sgr. 

Beinecke, Carl, Walzer -Caprice. Op. 11. 

10 Sgr. 

Saloman, g., „Der lange Hans 44 . Lied mit 
Piano. (Seitenstück zu Curschmann: „der kleine 
Hans 44 .) 10 Sgr. 

Schmitt, Jacob, Sonatinen ä 4 ms. Op.208, 
Nr. 2. 12«. Sgr. 

, do. do. Op. 209. 15 Sgr. 

Schumann, B., Album f. Piano. 2te Abth. 
für Erwachsenere. 1 Thlr. 15 Sgr. 

, Beide Abtheilungen in 1 Pracht-Leinen- 
band. 3 Thlr. 
Durch alle Musikhandlungen zu beziehen. 

JFerd. Möhring's 

Gesaog - Composiliooen 

gehören zu dem Besten, was in neuerer Zeit in die- 
ser Art erschienen ist. 

Zur Bestätigung dieses Urtheils wolle man sich 
in der nächstgelegenen Musik- oder Buchhandlung 
zur Ansicht geben lassen: 

Op. 17. Balladen mit Pfte. Sgr. 

„ 18. 4 Männerchöre. ,, 

„ 19. Duetten mit Pfte. 

„ 22. Lieder mit Pfte. 

„ 25. Lieder mit Pfte. 

Verlag von S. Andre in Offenbach. 



Ö- (Sinjelne «Hummern b. W. 3*f$r. f. 2R«f. »erben ju 1* ftgr. beregnet. 



$ru4 o«n 9 c ftGtfntann. 



tl e n e 




titfätift f$t 




$eranttui>rtnc|er SRebaettutt 
Ginunbbrdfjigfrer Saut. 



M 34. 



Verleger: 
5to&cit Jyrtcfc in Seidig* 

3>en 24. Detobet 1840, 



Ocei bUftt 3eitfrt>. (Tfdjeuwn tooc$entH$ I $rtt* *>ra ©ante* ton 52 ülrn- 2'/i tfjlr, j 
2 Hummern von 1 o&ct l'/i SÖ^cn. j, Sufertionagefiüfjren &fe ^ktitjeile 2 ER^r* 



BftonittTiifitt nehmen aUe ^3ufiSmtet, ©udj*, 
IMufiF- unb Jtnnft^antlntigen an. 



Ort (mit: Dfeetn im Öfatierau^ug. — Sörrmifötf*. 



öpetn jttt fSlatüeraiiäjug, 

artett ©rifttt u, %lttm r fl>aa ttunbrrroafft r , ko- 
mifrlje ©per in froet Acten, frei nact) bem Jiai\\ö- 
UU\\tn brs 4. Sauoage t>on JF, Jflankamtt — 
Äainj, ß. Srtjott pr. 10^1, 

©r)e reit ju ber Dp« feffrft f^reiten, feien unS 
ein paar SBerie üb« ben in ©rutfetjtanb ued? wenig 
fcetannten Soinponiften ©rifar erfaufct- 

altert ©rifai, ber ©ofjn eincö tcgiitertm 
Äaufmanue in ■Jtntiverprn, unnbe bafcltfl am Soften 
©eccmfcer 1808 geboren, unb öcu feinen (Sttem jum 
^anbet beftimmt, bem ^u ^ofgr er fie^ auä) in Sriter? 
pco( nkbrtliejj, 5Düd) tjaimünirte feine Steigung jitr 
9ftuftf butdjöuä nict/t mit ben 2Cbftd?teu feimi 8"ami= 
Üc, wedfyatfr , uadj öfteren ^Differenzen mit berfelben, 
et im -3aljr 1830, furj fcor brr .3u(i = SRetoelutioii, JU 
IHcidja nndj SßariS teanberte, um unter tcfjYn öcitung 
bie Eomyolttion ju (hibiren. Salb aber tief ifjn baä 
©c^icffal feiner Magerten ©aterftabt mieber in ben 
ftiei«* feiner gamifie }tt?3ft, aflnje er mitten in bm 
Söirrcn bet (RetioUtticii nidjtä beflo luentgcr bet freuiib* 
liefen ©Ott in bei: Xontunfl (j neigte. Unier feinen 
jat/lrrit^en <$efangtuecen t bie er f)erauäga&, ertearfc 
i(jm bie JWomanje „la Falle" in ganj SMgien unb 
graufreirfj ein folctjeS SRenomme, ba§ er fi$ Bftfii^t 
füllte, eine trmrif^e Oper: „1a mariage impossihli!" 
gu fdjretben, bie im 3fat/r 1835 aud§ In Sniffrf mit 
fettem Beifatt ge^efeen toutbe, bag baS bortige ©ou= 
tjenicment ben tjcffnungflboü'cn Eomponiflen bnr^ eine 



fiebeutenbc (Summe aufmunterte/ feine muflfaltfdjen. 
©tubien ju tioüeitben. $ia$ ^Sqriä jurü^gefe^t 
ebirte er ein ^Itburn Stoinanjen, unier treiben fein 
„Adieu, beau rivage de France" mieber grü^^ Slufs 
feljen erregte t unb nun fot^ten in ben 3«^^« 1830 
unb 1837 bie foniif^en Cpern „Sarah" unb „TAq 
mil*', Jüetc^c tubeffen inanft)e Dppofition üdu Seiten 
ber ftiitif crleiben mußten. 5t,&er ©rifar lieg fict} 
nie^t atf^terfeu r unb fÄ}ti&, feinem ©eniu^ fofgenb, 
mm bie Dper „baß Söunbeneaffer", ju tretc^er itjm 
ber fruchtbare Slutor @auvagc ben Sejrt bic^tete* 
©iefe Dper mar eö and}, njeldje f|nt öorjngSmeffe 
bie $tufmerffamfeit gfrjtem*i in fo ^o^em ©rate jus 
geiveubet ^at / bag er balb beffen intimer greuub 
würbe, ber eä ftc^ üon nun an feljt Angelegen fem 
Key, biefe Dper aua) in ®eitlfdj(aub einzuführen. 
Um biefeö mit größerem 5^a^brueTc t^un ^u tonnen, 
fcmpcuirte er bie gau^e Dubertiire neu, Bereicherte bie 
Dper felbf! mit einigen Sftuinmeni, unb juckte r)ier 
unb ba iüd^I and} feine pifantc B'ftcr mit augefe|t 
t;aben, ma§ i^m jebörl) baburc^ erleichtert imirbe, ba 
er in bem ©tr;Ie feinet ^reunbeö eine gemiffe s Ber= 
rüanbtfe^aft mit ben fein igen faub , unb eä bürfte in 
ber ^tjat nic^t gan$ (eiv^t fein, teiber ©t^te öou ein^ 
anbei ju unterfe^eiben. Steten? teforgte barauf bie 
beutfe^e Uefcerfe^ung , unb fomit ifi biefe Quer ganj 
geeignet, ein boppetteS ^ntereffe ^u ernjeefen, 

©ie broftige $anb(uti$ fpteft auf bem 3fal)is 
marfte eine^ italienifct)en ®täbtct)euö in ber SJfttt* 
beä vorigen 3 a ^^i«certfi , äffe im Oioeoeo (Sofiüm- 
©er (Stjartatan ^artagtia (©af ©uff )/ ^ ct bort feine 



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^jantajtifct) aufgepugtt Bubt aufgefet)lagen Ijat, madjt 
feiner SRiiubtt Sauretta ben 4?°f/ welche, bie t?er; 
fct)mij}teße ©oubrette uon ber 2l*eli, bie ©altarrlla 
tangt, feie trompete bläß, rinrn tüchtigen Umfang, 
eine bebeutenbe ©eläufigfeit, unb einen Siebt)aber be; 
ft£t, ber ©ct)auft>ielcr ift, Belloni t/eijjt, unb üon bem 
Bcrmunb bereits betb abgefertigt worben ift. ©iefeS 
93ormunbS ^aupiinfcuflrie^ueig befielt nun in einem 
2Bunberwaffer, womit er alle Uebel furirt, nnb iuris 
et)eS tt)m Sauretta beim ©rauen eineö jeten bergend 
auS — ber {pumpt fct)öpft. ©amit läufst er baS 
»olf, mact)t ftet) ©elb unb berühmt, ©ie Sift bet 
Reiben Siebenben, ben Sllten auS bem gelbe gu fdjla: 
gen, befielt nun barin, bajj ftd? Belloni in einer ät)n; 
lict)en Bube vis ä vis Sartaglia'S als ©earamouct)t 
jtigt, nidjt minber wie fein 9iebenbur)ter Tcncmmirt, 
unb enblict), nact) mancherlei .3ntriguen unb fomifct)en 
Situationen, bem üerfammclten &olfe bie Betrügerei 
Xartaglia'S entbeeft. ©aS 93clf aber, bem alten 
<2a|}t „mundus vuJt deripi" getreu, l;ält ben toerfleu 
beten 9?ebenbur)ler für einen ncibifct;en Betrüger, jagt 
it)n fort, unb »erfolgt ir)n mit ©ttinwürfen. 

©er 2tt §let geigt und baS Sabcratorium beS 
ftegrtid;tn Sartaglia mit allen möglichen Apparaten ber 
(£t)tmit. ©ort nun entsinnt ftcr) bie weitere ,3»tN 5 
gut, ba§ Saurettt ben ©earamouct)e=Belloni i?erl;ö^nt, 
bem Sllten Siebe ljeuct)elt, unb ben jungen äftann bas 
bunt) fo gur Bergweiflung bringt, baff er balb bars 
auf, ein bleict)eS ©ct)rrcfbilb, gurücffetyrt, an 6 linken 
genoffenen Rattengift gu fterben bro(;t, uon ebler 
9tact)e abtr erfüllt, Sauretten feine (Erbfct)aft »on 
50,000 Jätern uermacr;en will, ©einem Berwanbten 
jeboct) bie Sfliterbfcfcaft fheitig gu machen, ift eS nö* 
it)ig ftet) neet) üor feinem &obe mit Saurcttcn in ex- 
tremis gu fcerbinben, wobei bie ergöfclict)e ßigur eineö 
tauben unb t)infenben ^Jobefla (Bariton) auet) fogleict) 
bet)ülflict) ift. ©er (Et)eecntract war fdjon fertig, ber 
9tamt btS Bräutigam^ wirb nur teränbert, unb nact)s 
bem bie Unter fd;rift erfolgt, erfdjeint a lempo e molto 
ber 6t)oruS. ©cm in §öQenqualen ftcr) winbenben 
(Srblaffer eine (Erleichterung gu gewähren, reicht il;m 
aber Saurette einen Srunf auS bem Äruge mit bem 
SBunberwaffer, bem Botft wot)l befannt, unb — ftefyt 
ba — ber ©terbenbe erwacht jum neuen Seben, unb 
bet 5lttt ifi gejwungen gute QJlirne gum böfen ©piel* 
gu machen, ©ie ©per fernliegt alfo mit einer luftigen 
ijjtiratr), unb ber geprellte 5llte trfißet ftcr) mit feinem 
vergrößerten 2Beltrur/m. 

©ie 5ler/nlict;feit be8 ©üjetö mit ber etafftfcr)en 
Operette „ber ©orfbarbier" unb gugleid) mit ©onis 
gttti'8 Siebeötranf ifl gn?ar in bie klugen fprtngenb, 
letrb abtr burcr) feenifct)t ^}ifanterien, burc^ anbere 



Skrbältnifft unb buret) tinen gang terfetiebenen ©enrt 
ber SJiufif fo oertvifetjt, ba§ buret) bieft Weminiöctng 
ber ©enufj beö Bergnügenö ivo^I fcr)ioerlie^ leiben 
loirb, toie benn ja überhaupt bie 6rfar)rung geigt, ba§ 
bie Erinnerung an ©agetoefeneö einer Oper, bettn 
SWuftf gefällt, niemals fct)abet. 

©ie gereimte Ueberfeguug ifl gelungen unb ger)t 
mit bem muftfalifdjen Sluebrucf ^>anb in «§anb, nur 
bürfte ber ©äuger ^ier unb ba einige 5luöbTÜcfe mi(* 
bem, bie und fclbfl für eine »-öurleöfe gu t;art fcfyeu 
neu icürten, irenn g. B. ber primo amoroso ;u fei» 
ner ©eliebten fingt: „3)iut^ig roerb* icr; Äopf unb 
Äragen für biet) unb beint Siebt iragen^j ober: „unb 
für ben freien Sumpen niu§t cu la% SBaffer punu 
pen?" (©olct)e 3luöbvücfe paffen allenfalls im ättunbt 
eineS ^artaglia.) SDfcer n?enn Saurctta fingt: „t)OC^ 
reefen ftcr) alle 9la\cn", u.f. lo. dö giebt überhaupt 
Sporte, für tvelcfye bie ©htftf feine %h\c fyabcn fodte. 

3ebe eingelue ber elf 9tummtTn gu eitiren ftnben 
n?ir überflüffig, roeil jebe muftfalifct)e Btfc^rtibung 
boer) immer t?inter bem ©eifie einer ßompofttion gus 
rüctbletben tvirb, unb weil unfert Sefer ftcr) weit befs 
fer buret; baö Cl?r tvic buret) baS J iluge übergeugen 
ir?erben. (ES genüge bal;er nur gu fagen, ba§ ber gts 
fällige unb anfprucbSlofe ©tr;l ber $anb(ung angt^ 
meffeu ift, ba§ bie fiiegenbe ©timmfül^rung »on 6rs 
fa^rung geigt, unb bie Begleitung burct)get)enbS eins 
fact) gehalten bem ©änger untergeorbnet erfct)tint. 
Dbgltict) nur ber GlaüierauSgug toor unS liegt, fo 
geigt beet) bie gange Einlage, unb bürgt unS ber 
9?ame beS sprotectorS biefer Dper für eint ftint unb 
intereffante ^nfliumentirung. ©ie Hummern jtnb 
buret) SHeeitatiee unb 9Becr)ft(gefänge gioangloS mit 
ttnanbtr öerbunben, bie £per ift alfo o^nt ©ialog. 
S£aS aber immer bie ^auptfact)e bleibt, fo werben 
ftet) bie ©änger für it/re Partien interefftren , wofür 
unS bie l?öct;|t fangbareu *Hrien unb ßantilenen ber 
brei $auptperfonen Bürgen ftnb. JQicx unb ba vicU 
leict)t etwaS gu nobel gehaltene 9J?elobicn tt)un wo^l 
feiner Oper einen (Eintrag. Um nur (Einiges t)ert>ors 
gur)eben, fo trägt baS rabuliflifcfce auftreten ^arta> 
glia'S im erflen finale mit folgenber gelobte: 

Allegro. 

^ §- *-*- 9 j:r »-»-»-»-»-*-p -* tLZ^r±r±^i 

(5r ift ba er ift ba et (ft ba, ber (gigner ^artaglta 

bie äct)te vis comirn , unb wirb fletS ergögtn, wenn 
auet) bit gange (Erfct)einung ein ©oppelgängtr ©uls 
eamara'S ifl, fo wirb baS Sieb Belloni'S 9lx. 5 im 
2ten tyct, welct)eS fo beginnt: 



183 









=S=L-_*= 



Audanlino. 
I Sic » tc fpricfyt laut ^ ^^ 

feil mir ban - gen? 

\$^53£^ßjß=0 M« nn »«Kommt, 



I 



-i=f7.-?z^zb:?-'-?^?=:r^ 
t/ • / / </ • 

ner ßunb für (Sänger unb Vertag bleiben, unb wenn 
ßaurettenS Ulrie 9h. 2 beginnt: 
Allegro. 

*Diu§ lanjcnbicSalturcila, gutem be« Tamburin. 

©<$all 

fo wirb man wor)( nic^t im 3weifet fein, we§ ©eu 
jtcä Äinb fjier bie geber geführt l;at. 

©ie ßu&ertüre befielt auö üier (Sagen, Don 
einem ^eiteren ^3afloralc in ßs®ut eröffnet: 
Allegro. 




=3 







welc^ed in einem fiifj fentimentalen (Sag in 5I8=£)ur 
«bergest, ©urcl) eine <Solo=(Saben$, wal;rfcr)einlidj 
Klarinette, eingeleitet, wedjfeln alöbann jwei Weitere 
(Säge, eine Tarantella in (S = 3Moll mit einem J %act 
berfelben Tonart a6 (tiaü Styema ber oben angefiifyrs 
ten >2lrie Saurettenä), n?orin ganj bie t)üpfcnbc unb 
naiüe Lanier fyerrfc^t, worin ftdj glotow'8 äflufe 
befenberä $u gefallen fdjetnt. §in unb wieber taucht 
bann triebet ein Slnffang beö obigen ^oftoraleä ba= 



jwifd&en auf, unb baö ©anje enbet mit einem langen 
italienifc^en (Schlug. 

Somit glauben wir btefem intereffanten Dpers 
djen, baä mit wenig SWitteln fo leicht in (Scene $u 
fegen ift, eine freunblidje ftufnafyme auf ©eutfdjlanbä 
Sühnen vorbereitet ju fyaben. *r ™ 



3$ermtfd)teS. 



Unfcr «Mitarbeiter, Dr. ginbner in ©erlin, fdjreibt in ber 
„33erlinifa)en 3eitung" über eine neue (Srfinbunp, im SRedja* 
ni«mu6 be« ^ianoferte golgenbe«: 2Dafc ^djönetnann'föc 
^jtomatiföe Cctttöen^iano. §a>n *cr längerer 3eit Ijat 
man »ßerfu^e gemalt, bei bem ^iancfcite einen iDted&ani«* 
mu« anzubringen, x>eniiittel|i beffen burdj Jen Shucf einer Xafk 
gugleid) bie Cctaoe be« baju gehörigen £one« angefdjlagen 
würbe. 2)iefeiben blieben jebcdj burdjau« ungenügenb, bi« e« 
bem Diepgen ^ianofcvte.-gabrifant £rn. (S. 3. <Sd?önemann 
in iöerbinbung mit bem $rof. Dr. g. £. Füller (ebenfalls in 
©erlin) gelang, einen berattigen aJied)ani«mu« fjerjuftellen, 
welc&er ben fhengften «nferberungen ber £e$nif unb Jtunß* 
au«bilbung entfpridjt. J&r. <Sa?önemann »erbanb hiermit no* 
bie üon £m.$)refd)fe erfunbene (Sinria^tung ber Hajlatur, »er* 
möge beren bie djrcmatifdje Tonleiter gleitenb gefpielt »erben 
fann (c« ifi bie« ba« in granfreia) unb önglanb ^atentirte, 
bier no$ nia)t befannte piano mooogamme be6 «6m. Drcf^fe), 
unb i)at fo ein Snfkument gefa^affen, u?el*e« in teänffa^er 
toie FünRleriWer Söeiieftung üon glei* großer »ebeutung ift. 
©efaVeiben toiz baffelbe üorerß etn>a« nä^er: ö« ift bie Un* 
terocta&e, xotlty — natürlich mit 2lu«naf)me ber (SontresOc* 
tau — mit jebem ^one naa^ bem belieben be« «Spieler« ©er« 
bunben werben fann, unb ju>ar ifl biefe ißerbinbung weber für 
ben Q3au be« 3njirumente6, noü^ für ben Spielenden eine be^ 
fonber« fd)toierige. 

Ü)er innere 3)2ea^ani«mu« ift fo eingerichtet, bag er toeber 
im <§aitenbejuge noeft im ^ammernjerfe eine Slenberung bu 
bingt, bie Xaflatur ifl mit ber geaiö^nliien burd^au* überein? 
fiimmenb — (eine befonbere djromatifcfce taftatur ifi au§erbem 
ttorljanben) — unb ber Spieler J)at nur bie nähere Q9efannt« 
fdjaft mit brei $ebalen (3ügen) notljtrentig. SDiefc brel $e* 
bale fefccn eniweber bie untere J&älfte ber Xaftatur (bi« gum 
$)i«cant h auf ber britten Sinic) — ober bie gange Safiatur, 
ober enblidj bie obere «feälfte berfelben mit bem £)ctapen*2We* 
(ftani«mu« in »-Berbinbung. 2)er fidlere unb angenehme Sin- 
fcfclag rolrb bura^ bie Slnivenbung be« iWec%ani«mu6 »o^l ein 
wenig fdjwerer, oetliert aber jene (Sigenfdjaften bara^au« nic^t, 
bie $anbr;abung ber 3üge erfolgt geräufa^lo« buvdj ben Druef 
be« gu^e«, bie Dämpfung erleibet nia^t bie gerfngfte ©eein* 
tröebtigung (aua^ ber 9Jionea>tb ift anmenbbar) unb bie bei« 



184 



ben Xaftaturen beoinbern pd) in feinet SQBeife. $aß ber ganje 
93an aber folibe iP, unb ben Ölnforbctungen, weldje an bie 
bi« je$t gebauten glügel*3nPrumente gemacht »erben, jum 
mtnbeften ni$t nadjPer)t, get)t barau« fyervor, baß nad) län* 
gerem fer)t jiarfen ©ebtaudje eine« djromatifdjcn Cctavcn* 
3>iano« fi$ fein 33ebürfniß einet Slbänberung ber EonPruetion 
gcltenb gemalt f)at. — @et)en wir nun fpeciell jur äRedja; 
nif be* (Spiele« übet, fo Pellt pd) al« bet wefcntlicfcPe s J3or* 
gug tiefe« SnPrumente« junädjp eine große (Erleichterung 
be« spiele« l)erau«. 3£o ba« 9lnfdjlagen einer 2ape in iBer* 
binbung mit bem geeigneten $ebale jur «feervorbringung ber 
£)etave genügt, ba wirb fcdf> ba« fdjwierige Dctavenfpiel von 
f«lbP ganj anber« geßalten als bieder. 2'£ie ermücenb für 
bie $anb ip e«, längere $affagen in ber gefpannten Haltung, 
weldje gur Angabe ber Cctave gebort, burcfoufüfyren, wie im 
fcefien galle immer nur annäl)erung«weifc ju erreichen, unb 
mit wie vielen (Sdjwierigfeiien verfnüpft ifi bie melcbifd^e 93e« 
ljanblung von Cctavengänqen! 93et bem (Sdjönemann'fdjen 
SnPrumente verfcfcwinben beibc (Sdjwierigfeiten voflfommen, 
ba ein Druef mit bem guße pe überwinref, wäbrenb bie £anb 
nur in ber gewöhnlichen 2Beife angePrengt ip. 

©in ^weiter üßortfyeil biefe« ^nprument« t'P bie größere 
93ollftänbigfeit unb in ißerbinbung hiermit bie größere Xon- 
Wiifung. 2)ie Vcrboppclung ber Slccorbe, gebunbene Ccta* 
ven unb Slccorbe, neue Slccorbfolgen, eine waljre Jtraftfcala, 
mit einem ©orte bie jwiefad) gePeigerte ffiitfung aller Ef> 
fecte, welche bi« jefct ba« ^ianoforte ju (eiften vermochte, er* 
geben pd} von felbp. SCeld)' eine gülle von SlbPufungen 
liegt jwifdjen bem leifen Erflingcn be« einfachen £one« bit 
ju bem bonnernben Ertönen fecf)$el)nPimmiger 5lccorbc! 21kld)e 
unenblic^e Sfccifje von gepeigertem ?iu«brucf pef;t iefct bem 
(Spieler ju ©ebetc, wenn er nicfyt nur bie boppelte (Stärfe 
(unb jwar nid^t burd) sßerpärfung beffclben Xonc«, fenbern 
burd^ bie Erweiterung ber erfiingenben Xöne) anjuwenben 
vermag, fonr-ern burdj alle 9lbftufungen Ijinburct) jene melo* 
bifdje 33el)anblung, bie gefangrcidje, fdjwellcnbe Sonfclge 
wiedergeben fann, welcbe unter ber äRüfte be« ©reifen« unb 
#aefcn« unferer gegenwärtigen »-Birtuoptät fo äiemlid) gän$-- 
li$ verloren gegangen ip. 3ubem fc^lägt ein fdjneller Srucf 
be« Cctavenpebal« bie llntcroctave fä:nmtlid)er mit ber £anb 
niebergebrücfter £aPen an; ein ganj neuer Effect, ber pdj 
auf bie vielfache ffieife benu^en unb jur Erleichterung be« 
«Spiel« anwenben läjjt. 2Bir ^aben unter 2lnbereni pie (5* 
SWoil (S^mpljonie von 53eetfjoven in ber Sif^t'fc^en 93earbei* 
lung auf biefem Snprumente vortragen Ijöven, unb unwill? 
fü^rlic^ btängte fid^ ber 2lu«ruf hervor, ba§ nun erP überr 
^aupt ba« SnPrument gefunDen fei, welche« ber 93epimmung 
be« $ianoforte: DtcftePet im kleinen ju fein, entfprec^e. 



Unb ba« tP bet gtoge ©ewinn füt bie ÄunP, welken biefc 
drpnbung batbietet, bag Pe bie wabrljaft fünPlerifc^e 6piel* 
art mit weit größeren Effecten vereinigt al« bie gcübtePen 
^Birtuofen auf ben bU jefct gebräuchlichen 3nPrumenten fjet* 
votbringen fönnen. 3e^t enbiic^ pnb bagu begrün&ete 9lu«* 
Pesten vor&anben, ba§ man burc^ bie £ec$nif felbP wiebet 
in biefer ersten 93ol(enbung ju jenem finnvollen, me* 
lobifcfeen (Spiele, mit einem iffiorte jum ©efang jurücffe^ 
ren werbe, welket burc^ bie Xec^nif wie pe jefct ip gerabe* 
ju jetPöit uut) in ein wifctlidje« ©elärm, in ein muffelige« 
5lbquälen verwanbelt worben war, wobei wobl 'oit mec^ants 
fc^e gertigfeit, nimmermehr aber (mit fet)r wenigen Sluena^ 
men) bie muf if alifd^c SeiPung gu beWunbcrn war. 3ßir 
werben fo burd) bie veranberte ©runblage be« (Spiele« viel* 
leid)t aueft eine iBeränbentng in ben Äunpwerfen felbp er^aU 
ten, eine beffere Stiftung, welche niel;r ben inneren ©eljalt 
al« bie fünPlic^e 9lnl)äufung wioernatürlidjer Äünppucfc^ctt 
berücfpe^tigt, wirb pc^ 93aljn brechen. E« bebatf übrigen«, 
wie 5Ucancr)c glauben fönnten, niebt neuer Eompofitio« 
nen um bie« SnPrument j n « ?eben ein^ufübren. 2)em ge* 
übleren Tupfer unb Dilettanten wirb e«, mit einiger ÜJiü^e, 
balD gelingen, bie voifjantenen SBerfe pd) fclbp ju atrangU 
ren ; für bie Ungeübteren ift leidjt ein Slrvangemcnt gu ma* 
dE>cn, v^elc^e« obne große ©c^wierigfeiten ju lernen ip. E« 
bebarf faum mel)r al« einiger neuen 3eicben. 

Uebrigen« l;aben pc^ bte bebeutenDpen ÄünPler unb 3n* 
Prumentenbauer äußerp günPig ütcr ba« Sc^öncmann'fdjc 
5>iano au«gcfprocr)en. 2)ic« bezeugen fdr)riftlid)e 3eugniffc 
von 4 JÖlentel«fof;n (furj vor feinem $cbc au8gepcllt), 2Jiof$e* 
le«, Erarb u. §1. Um baffelbe aber in ba« Scben eingufür)< 
ren, beburjte e« eine« Scannt«, ber p$ SD2üt)c gab, bie JWe* 
d)anif be« Snprument« per) vollfommen ju eigen ju machen. 
«6c JDrefdjfe l;at bie« mit vielem Erfolge getl;an, unb wirb 
in näct)Per 3eit in einem öjfenilidjen Eoncerte burc^ ben 93ot? 
trag febr verriebener -ßiccen bie r)icr angebeuteten 33ort^eile 
nnb 2Birfungen beftelbcn jur allgemeinen 5lnfd>auung brin* 
gen; unb e« ip feinen 9Jugcnblicf ju bezweifeln, baß, fobalb 
bie« gefdjeljen fein wirt, pd^ bie Verbreitung biefe« 3npru* 
ment« al« eine 9<otI)wenbigfeit l;erau«pel(cn wirb. 3"m ^ri* 
vatgebrauer) . jur 9lnwenbung in (Singafabemicn unb Sluffüb* 
rung von größeren $ieccn mit $iancbegleitung, ja jur Xani* 
mupf — Furj für Sllle, bie bie ßunP lieben unb förbern unb 
überall, Wo größere ülfiume ju füllen pnb, — alfo quantita* 
Um unb qualitativ ip t>\t\t^ SnPrument ein gan^ entfe^iebe» 
ner unb bamm unabwei«barer gortfe^ritt. 9cur ein fleinet 
2:i;eil wirb bamit unzufrieden fein, — Me Elavierfpieler, 
beren ganjc« ißerbienp in it)rcr £ecr)nif liegt. 

Dr. «inbner. 



SDrurf oon % t. £ ü & ui o n it. 



tl e u e 




iitf$fifi f&t 




Üttanttoottlifitz 9t C b a c teilt: 

Statt} SSrcnbcI* 

<5inuaDbrfipi3fter ©anb. 



M 35. 



3! er leg * t: 

3?ob*rt gtiefe in Seipjfg, 
©en 28. Drtofrer 184». 



San bfefer 3ettf*. affinen tobtyntUQ [Jtftei* fce* ©ante« ton 52 Em. 27i IWrJ 
2 Wummern üon 1 ober 1% ©c^cn, Jp&fcttiGa*a«&H^Teii Me *C«titjeüe 4 ffigr. 



Stbonnement nehmen tue (JojUmter, £BudK 



Stt^Olt: ©1* mitt*ltt«*rii^f EuitBL^ne, — QJefÄnge $uto »4«*fle&rau$, — La Clemenia dt Tito» — Itotij. — 3ntrUigenftM«tt. 



Sit tttittelalttfltcf)« Xonbübne 

fl&ÜL) 

©ie &emerfungen übet bie Xonbutjne be8 SPtiU 
tet altera, tvrlc^c loir an tic ©itbtvfife bet Vertagen 
ber frieret fiiebfeauenfite^e, wie an bie entfprec^enben 
©teingebilbe beä ftölner ©omefi tnüpftrn f ftitb iit 
frästen Ergangen bief. 3eitf<$. mitgeteilt tootbenj 
toir glauben ben Sefern mit einer Sortfefcung bet 
Setta$tungen ni$t b*fc$tt>erli($ ju fallen, in bem wir 
bie fptelenben öngel öon X^ann bei tljnen einfuhren. 
Elfann, auf bet ©renje itoifäen <SIfaf tmb bem 
©unbgan gelegen, ifl in bei 9Tmjnf bnrdf fein Sa* 
trifmefen fo Berühmt, alä eö im Mittelalter bind) 
feinen fünfter mar, ein gotbtü^ee *ßrfldjtgebdube, baä 
mit bem ©trafjbutger ttttb ftreibutger fldj, roenn auefc 
nidft meffien, be# fcergleidjen barf. ©irfeö fööne 
©etä'ube tourbe fdjon im 13ten ^a^unbert, tieU 
leitet nodj fni^er, tljeilweife gegtihibet, im 3al)re 
1450, alö untetbeffen bie ©emeinbe burdj SSaüfa^rt 
tet<$ geworben luat, na§ einem großartigeren SJIaa§- 
fiabe angelegt unb gleidj in öau genommen, ßrfl 
gegen 1500 fäeint ber jüngere Xfyeil ber Äirc^f, wtU 
äftz sugfeidj bet reifere unb fernere ifl, tooücnbet 
»erben ju fein. 3« biefem Steile gehört ber $aitpb 
eingang, baS grcfje S^or, baS ftctj in eint SKeifje t»on 
Saefungen jurürfjif^t, bie alte mit fronen feingear* 
betteten Steingetitben auägcfüflt flnb. ©ie inneren 
Siefungen enthalten ©arfletfungen auä bem alten 
Söunbe, m% ber Setenögefdjidjte beä $eitanbe3, auö 
bem Äeten b*8 ^eiligen Embolia, be6 Drt%iligen. 



©ie le|te Siefung aber, bie äufietfh, enthält ton* 
tünfl{eiifd?e Sngel, enthalt bie SonbÜtjne bet Saus 
jeit, bed Sa^reö 1500. 

SBir motten bie Stufflettung biefet tontänfHeu* 
f<$en Gngel geben, iljre Xcnjtugt betreiben, bann 
ein SSott über biefe SEonfcü&ne im Sittgemeinen \aU 
gen [äffen. 

beginnen toit oitn, fo t(t bie ^B^fle Stelle bet 
Siefung, bie S3ogenfpi|e, n?ie bie8 audj ni^t anbetö 
t^unli^/ tun (einem ßngel eingenommen/ fonbetn ju 
beiben Seiten beä SBogenä ftnb bieftlben in gleicher 
3a^l aufgefletlt. ©er obcrfle ber regten ®titt ijl 
tin (feiger, bie ©etge aber, meiere er ^anb^abt, ifl 
Heiner, aP bie anberen ^onjenge tiefer Strt in beu 
Sdnben bet übrigen SPleifier. ©te folgetibe ©teile 
nac^ t^m (te^tö) ifl ebenfalls tjon einem ©eiger eins 
genommen/ Sin bet britien ©teile fle&t tin QxUtn 
fptelet, melier ein Xanjeug fü^rt, baö bet italienu 
fc^en ©uitarre nt^t nna^nlie^ ifl. ^n ber Steige folgt 
biefem ber üiette, mit einem SStafetcnjeuge, bad bem 
heutigen ßagott fefjv unhi tommt, nur nae| unten ju 
eine bee^erattige Siweiterung trägt. 51a^ biefem, 
al# fünften, folgt tin StteifUt, toete^er eine glote 
§&U, abet eine fof^e, meiere oben burt^ einen ©t^na? 
bei augeblafen nstrb, ein Xonjeug, baä ber heutigen 
Klarinette ä^nli^ ifl. ©er fec^fle Sngel ber Steige 
fpielt bie je|t ganj uerfdjnmnbeue fiaute, mogrgnt 
ber flebente 6ngel eine Orgel ^anb^abt, unb ^iuat 
ein Xonjeug, \ndif}€% mett auSgebilbeter ifl, alä bie, 
toete^e wir fe|on in atteteu entf(jre^enben Sttbmers 
feu beobachtet baten. ©ie ad^te SteUc, unter bet 



186 



Orgel, nimmt ein 3itifrfpteler ein, unb jwar einer, 
weldjer ein Sonjeug nacr) Slrt ber fogenanntcn Siros 
Iers3i^er fütyrt, ba8 nur burc§ bie ©rBße, burc$ bie 
Haltung wieberum ber #arfe nat)e fommt. 2Wit bte= 
fem SNcifler fd)licßt bie 9leir)e rechter $anb ab- 
springen wir jur linfen r)inübcr unb beginnen bei 
it)r ebenfalls oben, wo wieber ein geigenber ©ngel 
ben Steigen ju führen fct)eint. 2Juf ber feiten (Stufe 
unterwärts begegnen wir einem Sonjcuge, weldjeö 
geblafen wirb nac$ 9lrt ber gütigen ©d&almei 
(Dboe), auct) unten ju 6nbe einen ©d)atltricr)ter fyat, 
tüeldt)er jenem beö genannten Sonjeugcg gleid&fommt. 
©ie tiefere ©tufe wirb von einem ßngel eingenoms 
men, welker einen 33aß r}anbb/abt, unb jwar ein 
Sonjeug, welc^eö ungefähr mitten jwifct)en heutigem 
SJioloncctl unb bem (Sontrabaß inne flefyt. Unter bies 
fem Sapgeiger begegnen wir wieber einer Tirolers 
3itter, aber einer Heineren alö ber früher erwähnten. 
Sin ber fünften ©teile ifl wieber ein ©ciger anges 
bracht, unb jwar mit einer größeren ©eige, alö bie 
oberen ßünflfer biefeö Sonjeugeö tragen j an ber 
folgcnbwt wect)felt wieber ein 3»tterfpielcr mit einem 
Sonjcuge, welc^eö ben heutigen ©uitarren näl;er 
fommt, von benen wir eineö auf ber anberen ©eite 
fdjon betrieben r)abcn. ©ie ftebente ©teile nimmt 
ein ^Jicificr ein, welcher ein fdjalmciartigeö Sorjeug 
fpielt, nur ifl baffclbe länger wie baö oben bcfct;ries 
bene, r)at einen ©cr)alftricr)ter jwar mit ben Söc^cru 
unferer f)cxxte üblichen ©cr}almei ($autboiö), aber bas 
bei ber Äugelgcflalt ftet) näfjernb, fo baß bie SBänbc 
beS Srict)tcr8 ftdj unten wieber oerengen. ©er legte 
ipiafc biefer Steige ifl üon einem Äünftler eingenoms 
men, welcher wieber bie, auf ber anbereu (Seite be; 
fdjricbcne ©er)nabelflötc mit weitem ©c$afltricr)tcr 
bläß, ein Senjcug, baS unferer Glarinctte gleict)s 
fommt, wofyt audj bie 3i»fe bebeuten fann, bie 
noclj im verwiesenen Sß^^unbert beliebt unb gepflegt 
warb. 

©ie $ot)lfef;lenartige Vertiefung, welche obige 
©teingebilbe enthielt, fcr)ließt t;icr unb läuft in einen 
Softer, in eine ©cefe eineö Silbwcrfeö a\\S, welchem 
unterhalb ein vorfpringenber Äragflein (eine (Sonfolc) 
entfprictjt. ©ie Silbers 9?if$e jwifc^en biefen beiben 
»orragenben ©teinen auf beiben ©eiten ebenmäßig 
angebracht, ifl leer, fdjcint and) noefy nid)t befefct ges 
wefen ju fein, fonbem für bie ©cr)u£fyeiligen ber Sons 
funfl bejlimmt, wenn nidt)t gar für bie Senfer ber 
oben befcr)riebenen Sonbüfync. lim fo me^r ftnb wir 
verfucr)t, lefcterer 23?einung baä Uebcrgewid?t ju ge* 
ben, alö bie innen junäe^fl folgenbe Sicfung, lie 
oberhalb ben üBilbsSWifdjen ^eilige Kirchenväter ents 
r)ält, unterhalb ben befagten 5flifcr;en, glei^fam jur 
gortfefcung ber Sonbüfyne, an jeber ©cite brei ©tei- 



len ubereinanber jeigt, welche alö 9lnbeutung befl 
©efangcö tyübfö gearbeitete ©ängerfulte aufweifen, 
©ie Seiter unb Senfer flänben alfo inmitten jwife^en 
ber Xonbü^ne unb ber ©efangbü^ne an ber regten 
©teile. — SBaö ben ©efang felber betrifft, fo ^aben 
wir fedt>ä ^3ulte, brei ju jeber ©eite, alfo einen ©c- 
fange^or fo tooüfommen, alö wir i^m noc§ nie^t in 
ä^nlid^en SBerfen begegneten, ©ie Pforte beö R'oU 
ner ©omeö, welche wir früher befd&rieben, $at jwar 
toier ©titnmen , tyier aber treffen wir an jeber ©eite 
einen breiflimmigen (Sfjor, einen ber grauen, einen ber 
SNännerflimmen, welche beibe äufammenflingeub üon 
großer SBirfung fein mußten, unb an bie gewalti- 
gen üotlflimmigen ©efangwerfe erinnern, roelc^e bie 
vorigen S«^^"nberte für Äirc^engefang gefd^affen 
tyaben. 

©leiere S3ollfommen^eit pnben wir in ber Sons 
Wfyne auögefproc^en in Söcrgleißung mit ben Son* 
büljnen, welche wir a\\$ ber Betrachtung anberer %f)cn 
bogen ^ufammengefe^t fyabcn. §öor aüem ftnben wir 
baö öoüfommenfle unb auöbrudffä^igfle Sonjeug, bie 
altbeutfc^e ©eige nac^ i^rer wahren SJebeutung, b. ^. 
in überwiegenber *öie^rja^l, vertreten, inbem altein 
üier ©eigen unb ein Saß, eine Äniegeige, ben 9teis 
gen anführen. S33enn wir ^ier bie 3ittjrarten, wie 
bie Saute, noc^ baju jä(;len, welche wir oben be* 
fc^rieben Reiben, fo erhalten wir ein 93erfyättniß jwis 
fc^en ©aitens unb Slafetonjeugen, wie e8 unfere befU 
jufammengeflelUe Sonbü^ne faum liefert, ©ie ffllafe* 
tonjeuge felber fiiib eben fo fä^ig, bem ©efammtge= 
Webe lie nötige gärbung ju geben, einen nic^t ges 
ringen $arbenrcicr)tt?um ju verbreiten, inbem bie gißte, 
bie verfdjiebcnen ©cr)almeien (Oboe), bie &inte (6las 
rinette), baö gagott (ber ^ßommer, ober, wie bie Sims 
burger 6§ronif fagt, tie Qaype) f^on einen größeren 
9teicr)tf;um entfalten, aU wir eö in manchem ^a^bns 
fdjen ober äftojart'fdjen Sonfpiele (©^mf^onie) am 
treffen. 3" biefem 9ieicr)t^ume von Slafetonjeugen 
tritt nun noc^ bie Orgel, wofyl in ber Söeifc, wie fte 
^änbet in feinen SDratorien anjuwenben pflegte, unb 
giebt ber Büfyne ben t;öcr)fleu ^luöbrucf unb ©lang, 
baju eine Äraft, bie gerabe in unferen Sagen burd& 
gclir ^Jtenbelöfo^n'ö Semü^ungen wieber in Stnwen* 
bung gefommen ifl. 

Sieben biefen Sorjügen fyatte bie Sonbü^ne ber 
oft berührten >$cit nod) jenen, baß bie Son^euge einer 
finblidjen 3f»t, bie wir alä ©pielereicn betrachten 
fönnten, wenn unfere Seit nid)t auc^ bie irrigen ans 
wenbete, ganj verbannt ftnb. 2Bit begegnen feiner 
Älingel me^r, feinem Sriaugel, feinem Samburino, 
feiner ©aefyfcife, wie wir beren in ben Sonbütynen 
vergangener S^rljunberte begegnet finb, alle Sonjeuge 
ftnb gebiegener 5lrt, wirflic^ eineS tonlict)en ernflen 



187 



»uSbrucfe« fa^tß. ©o« ©anje ifl ber Äite$e roürbi* 
ger, ifl fd^ig bte ^errlic$ßen unb ernfteflen ©ebanfen 
in %intn aufyubrücfen. 

Somit Ratten mir benn fcf)cn im 3a§x 1500 
eine Xonbü^ne, eine ©efangbüt)ne im ©ereine, tt>te fic 
r)intet ber heutigen nict)t Iwrit jurücffletyen, toie fic 
biefelbe üifükic$t in einjelnen ©liebem überwiegen 
bürfte, Ratten bie @etoifjr;eit berfelben in einer fteiners 
neu Urfunbe üerfldjert. SBeiter aber, aU über baö 
3ar;r 1500, luerben wir unfere üerfleinertc @efct)icr)te 
beö Drd)efler8 nicr)t verfolgen fonnen. $ötelleicr)t mag 
fie in einigen SBerfen ä'tynlidjer 9lrt fyöfyer l;inauf inö 
9Utertr)um leiten, alö toix fie fdjon beobachtet, loaö 
aber bie JWeujeit betrifft, fo tritt mit bem genannten 
$jaf)x in ber SJaufunfl bie fogenannte Söiebergeburt, 
bie 9?ad)bilbung ber alten griedt)ifcf)en unb romifdjen 
Äunfi, ein, bie fiel) nun auet) auf bie d)rifllicr)e Äirct)e 
erflrecfte, bie bitytx geltenbe mittelalterliche Söauroeife 
rürfftcr)telod terbrängte. 

(Statt ber fteinernen ©cnfmale finben fiel) aber 
anbere, &ielleicr)t bauerfyaftere, bie Sftotcnfdjrift §at ftdr) 
fceroollfommnet, ber ©ruef ift erfunben, erflrecft ftdt) 
nun audj über Zontoerfe, unb bie ©efct)icr;tfcr;reibcr 
roürbigen bie öerboHfommnete Äunfl ifyrer Sbifmerfe 
famfeit, verbreiten ftcr) in ifyren 5lufyeicr)nungen weit- 
läufiger über bie Xonbübne, über ben ©efang ifyrer 
3eit. 

51. ü. SBalbbrü^l. 



(Sefänge jum <3d)itlgebraucf). 

3- <£♦ ©• SWttfäe, iftufikaüfcljer JRä^ljenUeber- 
kranj. Anhalten* : eine Menge beliebter firfcer mit 
fwei- trter areifttmmigen ßingweiCen. Utes Jjeft. — 
(Örünberg, jFr. lüeiff. €rfte u. jmeite Stimme 2 Sgr. 
Dritte Stimme 5 Sgr. 

©em SSebürfnifj naej) berartigen Sammlungen 
ifl man &on terfcr;iebenen Seiten in neuerer 3eit ah* 
jur)elfen bemüht getnefen, fo bafj biefer Eljeil ber mus 
ftfalifdjen Literatur fetjon eine recr)t anfer/nlid)e 9Kenge 
toon $nncfbienlicr;en ©efangen aufjunjeifen §at. ©a$ 
toorliegenbe #eft be3 muftfalifaen äfläbcr;enlieberfrans 
jeö reit/t ftcr) ähnlichen anberen an. 93ietet eä aud) 
nict)tö #eröorfled)enbe8, fo ifl bod) bie 5luötuatyl naef) 
•3nr)alt unb gorm bem 3"-^^e entfprect)enb. ©ie 
33eftimmung ber 3ritmaa§e nact) rfyeinlä'nbifcfyen 3^1^ 
len, toeldje jebem Siebe beigegeben ift, erfetjeint ts'iU 
lig überflüfftiv (Sinmal ifl biefe Söeber'fdje Tempos 
befiimmung gar nict)t me(?r in ©ebraucr) (&ieUeict;t nur 



in einjelnen 4lu$nar)men), fobann ifl e$ überhaupt 
feltfam, bti fo einfachen ßieberct;en eine Sempobeflim* 
mung barüber ju fegen. 2öer foüte »ro^l hei fo flat 
toorliegenbem 3n()alt entfct)iebene SWiggriffe t^un? 
9Wan laffe bod) ber 3«bitjibualität freien Spielraum. 
@o tiel toerfla'nbigen Sinn §at n?o^l jeber ©orffdjuls 
meifler, ba§ er biefe Siebten mit richtigem 83er« 
flänbni§ ftugen laffeu fann. 

6m. Älifeff^. 



La Clemenza di Tito. 

Äein Dpemtert ifl ioobl fo oft compontrt njors 
ben, alö ber Situö beö 2J?etafla fi o. 3«"fl ha 
arbeitete ity\ Antonio 6 altera 1754 für bie 
S3üt)ne in SBicu. ©ann ua^m i^u 1738 ber berühmte 
3. 51. 4>aff* i" ©reöbeu üor. ©arauf wählte fein 
9Jac^foIger, ber ÄapeÖmeifler Naumann, benfelben 
1768, alö ber 6$urfürft griebrie^ Qlugufl bie Regie- 
rung angetreten unb ftcr; toermä^lt t)atte. 6nbltc^ griff 
OTojart baju, ald fieopolb 11. in ^3rag 1790 ge- 
frönt lourbe. Seine Slrbeit, in biefem &ac|e bie legte, 
§at ftcr) biö auf biefe Stunbe erhalten, bie üor^erges 
gangenen flnb uergeffen. J ilüein einen eben fo eigen? 
tfyümlict)en atd bele^renben ©enug mü§te e8 gemd^- 
ren, trenn in einem fogenannten ^iflonfc^en ßoncerte 
irgenb eine 5lrie au% biefem ^erte mit ben öerfctyies 
benen Sompofttionen ber Steige nadj vorgetragen toürs 
be. ©ie toerfcr)iebene »iluffaffung bed ^erteö unb eben 
fo fcerfdjiebene QJlelobie »oie Snfhumentation mü§te 
hierbei noer) flarer tyeruortreten, atd a^enn nur über? 
tjaupt altere ^onioerfe an einanber gereift merben. 

6. g. 23. 



91 o 1 1 1* 

ffttut Gonate für bie Orgel fton 8. (9. Witter, 

Unterzeichneter fann eö ntdr)t unterlaffen, für bie* 
jeuigen, tueld)e ftcr; für SDrgelcompofttion interefftren, 
bie, teenn auet; nur flüchtige 92adc;ric^t jtt bringen, 
ba§ ^)r. JRitter eine Sonate d^^oll für bie Drgel — , 
quasi una Fantasia , t?oüenbet f)at, iüelcr)e, nad) meU 
nem befct)eibenen ^rmeffen, ftcr; ben b e fl e n SBerfen 
unferer 3^^ »n biefem gacf)e nja^rt;aft würbig jur 
Seite pellt, ©er geehrte Somponifl f)attc bie ©üte 
mir bie Sonate auf ber üortrcfflicr)en Drgel in ber 
Ulric^Öfirc^e ju ©e^ör ju bringen, unb mu§ icr) offen 
gefielen, ba§ icr; buret) ben frifdjen Schwung, n?elct)er 
bad ©anje Dom Anfang bis jum ©übe burct;toe^t, 



188 



tinb but<$ btr treffliche Sttfcett bon Steuern mit $o(jet 
Artung gegen ben ©etfaffct biefe« SBerfeS burc^btun* 
gen wotben bin. $r. Glittet $at bei muftfalifc^en 
SBelt mit biefem SDpuö ein ©eföenf gemalt, für ba8 



tym gettifj Btte, wel^e e« nfi^ec fennen tonen, $etj* 
liefen unb aufrichtigen ©onf flößen »erben. 
SKagbefcurg, im SDctober 1849. 

3uttu$ SJhHIing, 
Drganiß an ber £ir$e ju <Sct Wti$. 



<3ttteIItgett$Matt+ 



Fer/a^ 00» Cf. W^ ÜTIeifieyer i« Hamburg. 

Befliß P.F« 9 „Geständniss", für Bass od. Ba- 
riton, mit Pfte. 10 Ngr. 
Blelil, Op. 2. „Ständchen", für Tenor od. So- 
pran, mit Pfte. 10 Ngr. 
Dasselbe, für Bariton od. Alt, m. Pfte. 10 Ngr. 

— , Op. 3. „Am Brunnen", für Bariton oder 

Alt, mit Pfte. 7-J- Ngr. 

Dasselbe, f. Tenor od. Sopran, m.Pfte. 74- Ngr. 

— , Op. 5. „Der Verbannte". Ballade f. Bass 

od. Bariton, mit Pfte. 12| Ngr. 
Cobelli, B«, „Der Minnesänger", f. Sopran od. 
Tenor, mit Pfte. 74- Ngr. 
Franck, H. f Op. 11. „Der Ferge". Ballade f. 
Bass, mit Pfte. 10 Ngr. 
Friese, Anjf,, Op. 3. 3 Lieder, f. Sopran od. 
Tenor, mit Pfte. 12^ Ngr. 
Krag 1 , D«, Deutsches Fahnenlied. 5 Ngr. 
Melctiert 9 Jnl«, Op.3. „Liederkranz". 4 Lie- 
der mit Pfte. 15 Ngr. 
, Op. 15. „0 stille dies Verlangen", f. Ba- 
riton od. Alt, mit Pfte. 124- Ng r - 
Dasselbe, f. Tenor od.Sopran, m.Pfte. 124- Ngr. 
, Op.16. Nr.l. „Liebestreu", f. Alt od. Ba- 
riton, mit Pfte. 74- Ngr. 
Dasselbe, f. Sopran od. Tenor, m. Pfte. 74- Ngr. 
, Op. 16. Nr. 2. „Trost", f. Alt od. Bari- 
ton, mit Pfte. 74- Ngr. 
Dasselbe, f. Sopran od. Tenor, m.Pfte. 7f Ngr. 

, Op. 17. „Die Nacht", f. Tenor od.Sopran, 

mit Pfte. 10 Ngr. 

Dasselbe, f. Bariton od. Alt, m. Pfte. 10 Ngr. 

, Op. 18. „Walperga's Lied", f. Sopran od. 

Tenor, mit Pfte. 10 Ngr. 

Dasselbe, f. Alt od. Bariton, m. Pfte. 10 Ngr. 



Melchert, JnL, Op. 19. „0! lass mich in 

den Glanz des Auges schauen", f. Tenor, mit 

Pfte. 10 Ngr. 

Dasselbe, f. Bariton, mit Pfte. 10 Ngr. 

, Op. 20. „Wo still ein Herz in Liebe 

glüht", f. Sopran od. Tenor, mit Pfte. 10 Ngr. 
Dasselbe, f. Alt od. Bariton, m. Pfte. 10 Ngr. 

Porten, J. von der, Op. 7. „Gondoliera", 
f. Tenor od. Sopran, mit Pfte. 124- Ngr. 

Boda, Ferd. von, Op. 23. 6 Gesänge f. So- 
pran od. Tenor, mit Pfte. 25 Ngr. 

Stfläffer, Heinr., „Fahnenlied", f. 1 Singst 
mit Pfte. 3J Ngr. 

, Dasselbe, f. 4 Männerst. 5 Ngr, 

Schlndelmeisser, IiOtiis, Op. 9. 3 Lie- 
der, f. Sopran od. Tenor, mit Pfte. 124- Ngr. 

Weldt, Heinr., Op. 1. Nr. 1. „Schweizers 

Heimweh", f. Sopran od. Tenor. 74 Ngr. 

Dasselbe, f. Alt od. Bariton, m. Pfte. 74 Ngr. 

, Op. 1. Nr. 2. „Müllergesellens Klage- 
lied", do. 7£ Ngr. 

, Op.3. „Der Goldschmied". Ballade für 

Bass od. Bariton, mit Pfte. 124- Ngr. 

, Op. 4. „Der verbannte Polenfürst", für 

Bass od. Bariton, mit Pfte. 124- Ngr. 

Concone, JT», 50 Exercices pour la Medium 
de la Voix. Cah. 1 et 2. ä 25 Ngr. 

Srfläffer, Heinr., 12 Terzetten, f. 2 Tenöre 
u. Bass. Part. u. Stimmen. 12 Ngr. 



Bei .F. WT. tfissmer 4* Comp, in Pr. Minden 
isl so eben erschienen: 

Breidenstein, R. f Sechs Lieder, für vier 
Männerstimmen componirt und dem Märkisch- 
Westphälischen Sängerbunde gewidmet. 

Part. u. Stimmen 1 T ! T Thlr. 



Stimmen allein 



i Thlr. 



tST (Sinftelne Wummern b. 91. 3tf$r. f. 2Huf. »erben an l-J Olgr. beregnet. 



$ru(f wn 9 r. 8t Q & m o n n. 



Heue 




iit$$ttfi f#t 




Ueranttoortlf^er ERebaetenr: 

Sttinj SBrertfceL 

(Stnimbbrrißigfre-r SBanb. 



M 36. 



Stöbert griffe in geipjfg* 
Den 31. Dctober 184». 



Sott bicfer 3eltf4- trf^efneti ttüd)cntll<$ 
2 Stammern üch 1 ofcet l ] /i ©ca«. 



$uie be* iBanbe« *on 52 Sfhn. 2'/i £$ir* 
j ^lifrcticnä^ebührcn bie $etitjtile 3 Digr. 



ftbanne ment nehmen all« $oftimter, 99u$*, 
ÜKuftt* unb Ännityanblungrn an. 



3n6alt: &ür ä4«rgtfana. — 2tipii&tt SDluftEUten, — Älttnf ^titung , SagtJgtföigfr, «trmlfötr*. 



^-^r^FT 



3to&. ©djumann, ©p. 67. jjeft 1. Kmnatipn u. Sal- 
Utm für «fcor. — triftig « ©biflüiig- Partitur 
u. Stimmrn 1| fct)lr, fartitur allein 15 Itar, 
Stimmen allein 20 Ilgr. Jebr Stimme einjtln 5 Itgr. 

Ea8 $eft enthalt 5 Kümmern: „ber Äonig ton 
£$ule" weit Otötfo „«djBus Mourant" ton <3, äflB* 
tite, „$eibent&eiein" ton ©Sitte, „Ungeititter" ton 
<£fyamiffo, „3a1?it Ätibwfon" ton ©utnö. 

Der ®ejtdMäpunft, unter weitem, tiefe ©efange 
|u betranken finb, ifl ber be3 SJotfäfiebeS, unb in 
tiefer Euffafiung liegt ju gleidjet 3*'* bie SBettfjeibi* 
gung ber ausgerodeten leite für ben met;rflimmigen 
©(fang. <S^on bei ber Jöefpreäjung eineS früher er* 
fcfiietmmi §efteö für gemifäten iS(?er ton ©djumann 
(Dp* 63) tjabe id? auf biefen ^Jiinft fc;ingebeutet Sie 
bert gemähten ©ebiö)te finb fcimmttid) ton 9t EurnS, 
unb ebmo^l biefe in t^rem Gntfietjen auf gerciffe eons 
crete gä'ße Sejug tjafcen, fo tag bcci) urieberum in 
bem Umfianbe, ba§ fie einer gangen Nation gum SU 
gentium geworben, bie totte ©eredjtiguug für bie 
bon betn 6ümt)önifiert gemalte muftfalifäje Sluflfüfc 
tung. Unter benfelben ©aß rechne idj aude) in biefem 
$efte baß legte Sieb: „3ot;n tynberfüu" ton ©urnä. 
5Die erflen tier Öiebet tiefe* £eftefl ftnb in i^rer 
yoetifc^en gfafiung in füttern ©rabe alö SÖolCäüebet 
unb Sagen ju Getrauten, bafj man mit Stecht bes 
Raupten barf, ber ßoinponifi l?aie ben beften 3!ün $t* 
troffen, wie man fle fingen fou\ 



3dj wage ninjt, trgenb einem au£ ber Steige 
ber fcjier oortiegenben ©efSnge einen befonberen Bot- 
gug ju gefiatten. ©ölt ict) nac^ meiner inbitibuedeit 
Ue6erjeugung mid) auöf^t^cn, fo mürbe tc^ bem 
jtuciten y „@^Sn*3fto^traut y ' ton ÜKBrife, mic$ am 
liebflen jutoenben, toeil e3 ton muftfalif^er Seite am 
freieren unb teiäjteflen gearbeitet, unb öom anfange 
Bis an'ö ffnbe in unbegrenzter 3inli^teit unb Siebs 
lidjfeit bat)in fCieft, roabrenb ti in ben anberen an 
einigen Steflni feärten unb ©ema^teö ju bemertett 
glaube. Sdic^ finb bie 33erfe bei SRomanje tei^enb 
unb fo terfdjamt unb jn^tig gef^ rieten, itrie ber er* 
Tütfcfiibc Knabe, bem Sdjän;&lo^traut ba§ S9Iut in 
bie SSangen jagt: 

fr '^ii* fielift m tdj an fo trenn i^ Lid), 

5ßinn bii ba« ^et j t)ait, raffe m idj !« 

9(4 *" «Wraf * eic Änabe, — 

3)odi bertfet er: „mir i(i T * »ergnnnti' 1 

Utit fuffet ©4ön*9lo^tttttit auf ben SRnttb. 

rr @*n5«io P lI[ ^ mefn*ei|, fd)w*ig ftifU" 
Unb ber Änabe fingt weiter: 

„Unb ftütbejt bo i>futc Äalfertfl, 

SR14 fofir» nic^t feinfen: 

3bc tanfenb SBldtter im ©albe mi§t, 

3^ b^fa p Btficnf SfloMtant'iS SRunb gefußt — 

S^iücig ftille, mein £eq, f^meig üill 1" 
<S3 lebt in btefem QBitbr ber btonbgefodte germanifefee 
Änabe, jarter unb befäjeibmcr aU ber (üilerne, gtßs 
^enbe (S^crutiujj. Beibe bann tereinigt, ber Änabe 
unb ©^öttsSlo^raut, gtanjen im heiligendem eineÄ 



190 



StfaboNuenfiüdfi gfflfttHfcnf beut frivcT gatftfäcn „Si 
jcunesse saTait!" — 3($ $aU nur wenige SMuflf* 
flütfe gefr&en, in benen Kerfe unb SBne in fo »otfc 
flanbtgrt Harmonie bereinigt ttirfcn. (Sinjelne ©teilen 
flnb unnat|a§tnli<$, fu bif fe : 

MM II 



u *»P p -^ **. I I r 1 i l s I p 



3(4, trfirad t>tr Jfnafce, *cd) fctntft tx:„miTift J lw* 
I ö ** f « — i — P— ip— *^5»— *— i*— M i — h— p 1 ^- 




«- f- ^ 



unb »tele anbere, bie id; §ier leib« megen SOTanget 
an {Raum nicfct mitteilen fann, ©er ©id?te* mag 
bem iSomponifiru grojjen ©anf fagen; bie uon xt)m 
grgefrene ©figge ^t ft$ in ein 23i(b tiett ^rd^iiger 
garten umgettianbelt, ©cfcön s Sto^tiaut unb irr 
Äna&e ergtfinjen ale -Sbeale ber ©djen^eit unb beä 
©füifS. — Sftr. 1 „ber ÄBnig ton Ifate" erinnert 
in feiner muftfalifäen ©arfirtJung an baö erfie öieb 
ber fäen toot^iu ton mir augegegenen ©ammfung 
ton BurnG, inbem $ier, toie bert, bem melobiefü^s 
tenben ©opran nodj eine Unifcn s ©timme im %cnox 
ieigefügt ifi, fp ba& bie aMobie burdjau* in füda* 
»en erfrfjeint unb babur<§ baf Sinfe&en eines SJcltä* 
gefangen gewinnt. 



sut. 



gangem, cmfl, 

(SÄ 



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ffie mar ein Äortta in S&nfe 






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VFP= 






B. f. IV» 



iL f. to. 



IL f. XV. 



©er ©rfang in feinem firnfi unb feinem biifieren, 
fa^ioerrn © a^ in fc$ reiten erflingt att ein trürbiger 
©ierbefyijmnuS beö alten gelten j unter fot^rn ©ar; 
benffangen ge^jt ber greif« fiontg icnrbig in bo8 iHtiä) 
Obinfi rtn. — 9Ir, 3 „^fttbenräSlein" {©a^ ein 
Änafc' ein {RoStctn fte^n) ron ©Bt^e^ vermag tcf> nur 



inUteffant gu nennen, ©aö ge^arfte y fpielrnbe 
SKotit? fügt {tä^, weil e$ mvtg, unb bie lang liegen; 
geuben jBäfle bermegrn tiac^ meiner Sinft^t n>0$( bem 
SKnpfei Stufmerffamfeit ab^itn obigen, aber an bie 
Äfinfller muß man, unb gen?i§ in biefem göt^e nur 
jitte^t benfen, unb bann nur fö öiel, ba^ man fein 
muflfattf^et! ©etuijfen ni^t leidet finniger SBeife berieft. 

— 9lt. 4 „Ungettjittet^ Bon E^amiffo, ift ein gr= 
tcaltiged Sieb. (Seine redete SBirfung ifi attpangig 
toon einer maffen^aften 51u^fii^rnng; f^njaije Kräfte 
n>cibrn an i^m fd^eitetn unb auf feine SBeife ben ge* 
n?altigen Stfcft^ten be3 ßomponiflcn entfprcdjm. ©ie 
te^nifi^e Stitäffi^ritng ifi fe^r fc^njer, unb eä erffl^eint 
nct^roenbtß, ben SomponifTen barauf ^mjmvctfen, 
ba§ er bie ©^ranfen innehatte , »uel^e bie Statur 
bei BltlfB|tltltg be8 biflflimmigen ©efangeä gt= 
fefcfc ^at -3^ *nog biefe Sörmerfung nic^t jnriitf^afj 
ten / unb n>enn id) audj für tiefen fpeeieUen gafl gu« 
gete^ ba^ bie Sugcrfle ©tenje üon ©eiten beö Sems 
yontflen nod) uit^t itBerfä^ritten ifi, fo fe|tt büc^ niä^t 
einel ^aareS JBreite tii ju biefem 3iele, Sin a^ns 
ticket Sö^ pntet (t^ in ben 5Burn«Tffl)en ©efangen, 
in mef^en baö Sieb ff *lat)ntBtf)" au6 ben cfcen 6e? 
mertten llrfa^en für immer un&enußt f^Iuinmem 
wirb, ötgfei^ bie Vuffaffitng biefel ÖiebeS in bem 
ganzen §efte unfcejtceifeft bie genialfic gu nennen ifi, 

— Sftr* 5 ,y3o^n Stnberfon" oon Simiä, nimmt aus 
genHicflic^ baß §erg gefangen bur^ ben iüe|müt^is 
gen, feetenteflrn ^on, njel^et ber ©irfjümg ganj 
angemeffen eifa^eint. @d ifi fe^t feia^t gefegt unb 
trrtnag ben cerf^icbenartigflen greifen tnufiCalif^ei 
öilbung ä u genügen, m ß MiceiuS. 



Üct>jtrtcr 9Ruf!fIcbcn. 



(SrfllÄ bi* btittc* Äbonncmcnttüacert 

Unfere 9(b0nnemetiteDiteerte ^afcen am soften 
@efl?t, »üieber tegennen. äW©. 9tie| ifi au$ für bie* 
fen SBinter gum ©ireetor ernannt, ba Sß. 20. ©abe 
leiber e8 immer ne<^ t?orjujie^en fcfceint, in feiner $ei* 
mat^ gu meifen. Sin ber ©pige beö IDr^eflerö fie^t, 
n>ie Hß^er, 6enceTtmflr. ©aöib, ©aö etfle <Son* 
mt, melcöeö i^ gu tefua^en ber^inbeit mar, tot beS 
SemerffnömertV" nia^t üiel, ©ie ©amen Körnet 
auö ^amtuTj, SRuttet unb ^üö^ter, Ratten bie ®e? 
fang^üoitrage ü&ernümmen, 9Wan totte bie gute ©timim 
iilbung ber (Srflfren, fanb ater bie (Stimme f^on fc^r 
im Stfcne^men; bie fießtere 6egeic^nete man allgemein 
atö Slnfängerin, $r. 3- ^oa^im fpielte gttenbetö: 
fu^n'fl ffliolineoncett, eine fc^on öfter eon i^m ge^firte 



191 



Stiftung, unb fegte ftd) bamtt oon @titen bed Sßublis 
fumö bei JBcmcrfung auä, bie id? öernatym, ba§ er 
wotyl nur jwei S&erfc, bie Söiolinconccrtc oon S3eets 
$oocn wnb äWcnbclöfotyn , auf feinem Repertoire 
^abe. 3<$ bebauere, ba§ ber treffliche Äünftler nic$t 
au8rcic$enb auf ben Umftanb SRücfftdjt ju nehmen 
fäeint, bo§ bie befte Äeiftung an ^nterrffe öerlicrt, 
wenn ftc ju oft wieberfcfyrt. (Erinnere id) mic§ rce^t, 
^örten wir i§n früher nur nod) in einem ©pofyr'föcn 
(Soncert unb eigenen (Sompofttionen. SBon Snfttu; 
mentalwerfen famen bie ©bcronsSDuoertüre oon 2Bes 
ber unb ©eet^eoen'ä »pafioralfmnpfjonie $ur 5luäftil;s 
rung. — ffiaS jweite (Sonccrt am 7ten SDct. braute 
oon ^nRntuuntatwcrfen $D f c , eubcläfofm'S Duüertüre : 
SKecreSfUlle unb glücflidje ga(;rt, unb 9t. ©djumann'ä 
crjte ©gmpfyonie, S3 s 5D^r. ^ntereffant war ber 
Spianoforteoortrag bcö §xn. Dr. $1?. Äullaf auö 
Serlin. 2ßir lernten in ifym einen ber oor$üglicf;flcu 
fßianifien ber ©cgenwart feinten, auögc&cictynct burdj 
enorme gertigfeit, fo wie burdj feine in (Sompofition 
unb Spiel ftcfy auöprägcnbc, burc$aud felibe, äd)t 
fünftlerifc^c Richtung. $\\ heilen fdjeint er feineu 
SluSgangSüunft oon ber älteren, £ummef f<$en ©djule 
genommen $u l;aben. (Bein ©oicl i|l äitjjcrft fauber 
unb elegant, weniger auäbrueMüofl unb grofj. (£r 
trug ein (Soncert eigener (Sotnpojltiou (neu, SMfcpt.) 
oor. 3u grofjefiängc berfelben fd^abete bem ©cfammt; 
einbruef, obfdjon eigentümliche 3üge barin und fef* 
feiten. Äürje im 5luöbrucf ift eine entfcfyiebeue gor* 
berung ber ©cgenwart; $r. Ä. freien biefe gorbe- 
rung nidjt auSretdjcnb beachtet ju ^aben. Ucbcrtyaupt 
mödjten wir hei biefer ©elegen^eit auswärtige Söirs 
tuofen barauf aufmerffam machen, bem Seidiger 9ßm 
blifum iiid;t allju umfangreiche 853erfe ju bieten 5 ftc 
werben jcbcnfaUö banfbarere £örcr finben, wenn ftc 
fürjere <&ad)en jum Vortrag wählen. — grau 
spalms©pafcer 00m ©reebner ^oft^eater fang 
<Scenc unb 5lrie ber ßloire ax\$ ©on $uan, unb 6as 
oatinc ai\% „il Templario" oon Otto «Nicolai, ©ie 
fanb Knerf ennung , o(;ne nachhaltigen ßinbruef tyers 
rorjurufen. (Sine gewiffe Äälte im SBortrag, oerbun; 
ben mit einer Sonbilbung , welche bie Stimme bem 
Älangc ber Klarinette äfynlidt) crfdjeincn lieg; wirftc 
fiörenb. ßine neue ©uoertüre oon Äalliwoba (SWfcpt.) 
oermoc^tc nur geringe $l)eifnaljmc ftdj ju gewinnen. 
SKan fanb bie SDlwfxt bem gewählten Ä?otto wenig 
entfprec^enb , unb tabelte baö nac^a^menbe Slnfc^lies 
^en an neuere 3ftei|ler, fo wie man überhaupt bei 
bem ßomponiflen neuerbingö entfe^iebene fiinPlerifc^e 
©eftnnung t?crmigt. — ©aö britte Koneert am 18ten 
Det. würbe eröffnet mit ber Duoertüre 31t ^Jp(;igcnte 
in Slutiö öon ©lucf. 3m 2ten 21;eit ^örten wir 



©po^r'ö 6-SJ?oa ©^m^onie (5«r, 3). ©aö Dreier 
per bewährte ^ier, wie in ben bisherigen 5luffü^runs 
gen überhaupt, feinen alten 9tu(?m. grl. Caroline 
ä^U^er fang ©eene au& ber ißeflalin oon ©pontini 
unb bie (Soneertarie oon 2tfojart (jflx. 2) unb fanb bie 
Slncrfcnnung, bie i^ren trefflichen ßeiflungen fletö ges 
f^enbet wirb. §x. S3. (So § mann, fc^cn oft in 
bief. JBl. beforoc^en unb alc3 auögejeic^neter 93iolon- 
cellifl genannt, fpicltc baö 5lbagio unb 9ionbo au$ 
bem § • ÜKoll ßoneert oon 33. SHomberg. dt übcr= 
wanb bie großen unb ber mobernen ©pielweife fe^on 
weniger jufagenben ©c^wierigfeiten ber Kompofttion 
glän^enb. ©eineö eleganten, fauberen ©pielö gebac^s 
ten wir fc^on öfter. 91m ©c^luffe beö erflen ^eilS 
hörten wir grl. 9tofalie ß^t^ auö Äarlöru^e in 
einem ^arfenfolo, „ber geeutanj" oon «pari^sSlls 
öarS. ©ie fanb fh'irmifdjcn SSeifaß , würbe gerufen, 
unb trug hierauf noefy eine jweite ßompofition oor. 
Sri. Csgtlj §at ftd§ oiet oon ber 21rt beö oben gc; 
nannten 9}ieiflerS angeeignet; baö Sßublifum war übers 
rafc^t, nac^bem man bie Äunfl beffelben mit ifym fafl 
für erlofc^en galten mujjte, ^ier eine 9^ac^foIgerm 
fennen ju lernen, beren Seifiungen alle SSeadjtung 
oerbienen. 

gr. ©r. 



Äleine 3*üun8* 

Stettin. $lm 21flen Se^t. fanb ein Goncett be« Äa« 
^ellmßr. itojmalt) nac^ unfäglicfien ^inberniffen rofrfltcfc 
©tatt. Ungeacbtet bag berfelbe fett mehreren 3a^ren aU 
^^eater^SWuftfbirector bem $ublifum burc^ moglic^ft gelun^ 
0ene Slu6(ü^runcj ejuter Dpernmuflf, tote gigaro'« $ocb itit, 
3effonba u. f. ». manc^ einen, §ier fcltenen Äunftöenug be* 
reitet, alfo toen feinem ©trection«talente offenfunbig 3eugnig 
abgelegt ljatte, unb auf bie Sluffufjtung ber ©eet^oöen'fc^en 
91^2)ur (S^mp^onie, bie toir feit Sauren ^ier uidjt gebort 
baben, in bem angefünbigten @oncerte befonber« hingedeutet 
toar, beefte bie <Subfcrt>tion«Ufie no* nieftt einmal bie Sto* 
ften. ^ierju fam noeb, bag ein $l)eil ber SMuftfer, bie unter 
Äogmal^ 1 « Leitung Sabre lang gefpielt batten, nur gegen ein 
Honorar t?on li Xfyx. bie Werfen mittoirfen ttoflten, obfcjon 
fte toiffen, bag tfjr früherer 3»uftfbirector mtber alle« (Srtoar* 
ten amtlo« getoorben tft. dagegen ftnb bie günf« Silbers 
grofcben*(5onccrte, jpü \)orgug«toeife gegungelt toitb, im 
8lor, unb ber berüchtigte glcten bitter, ber ^au« Ui «&an« 
mit ber <Subfcrtptfon«lij*e in ber $anb ju geben pflegt, bii 
er binauftgetoorfen toirb, machte mit feinem 3ammerljöljc$en 
ein »olle« «&au0. — ! — 



192 



Die 8eetyoMn'föe «/Dur S^mtfonit Farn na* einer 
?robe in einer 9Crt gut «uffüljrnng, ba§ man ba« mä&tig 
ergretfenbe, wie ba« linbe, fanfte ®el>en be« $eet$o»en'fd)en 
©eide« an feinet eigenen Seele fpüren nnb fübien Fonnte, fo 
bag na* biefet Seidnng getotg fein fWnflffrennb ben <5aa( 
nnbefriebigt »erlaffen 1>at. fflir Ratten Gelegenheit, biefe 
€l>m»§onle &ier f*on öfter gn !>6ren, muffen aber beFennen, 
bof unter äogmalto/« Seitung fciet no* ni*t gehörte Sndrn* 
mentaleffccte gut ®eltung famen — mit etinnetn nnt an bie 
©itfung bet S3le4fndtumente unb Raufen im <5*ergo, — 
nnb baf bie £o§mai»/f*e Ditectlon but* fede«, d*<re« (5t* 
gteifen ber $em»i, reit bur* ba« fo trotyt&uenbe geuer eb* 
(er ©egeiderung füt ein fo t?cbe6 ÄundmetF d* »ortyeflljaft 
an«gei*nete. Die ni*tant»ffenben SWupffreunbe flnb jeben* 
fall« eine« Ijferort« feltenen, toa^aft mudFallfdjen ©enuffe« 
»erludig gegangen. 

£tn. Äatoellmdr. tfofjmal» gebüßt au* ba« iBetblend, 

ba« 3ndtumental»erF eine« r)ief f gen jungen Sonfefrer« $ier 

gnetfl in bie £>effentli*Feit eingeführt gu fyiben, toa« um fo 

banFen«n>ertf;er erf*einen mug, je feltener, leibet! ein Äünd* 

let bem anbeten au* nut ©ere*tfgrHt toibetfa^ten gu Iaffen 

pflegt. Die glüg el'f*e fconcett * £)u»ettüte erf*elnt nä** 

flen« in Partitur unb »ietljänbigem (5la»letau«gug (bei 3. 

©uttentag, $rautwefn'f*e ©u* * u. 2WudFalienl>blg. in ©et* 

lin), toobur* bann Gelegenheit gegeben mirb, ba« ©eiF na"* 

Ijer Fennen gu (etnen, al« e« na* einmaligem Slnljoren mög* 

li* id. — 3m etflen Sbefle Famen »on ^ieffgen gefegten 

Dilettantinnen, bie ff* unter flogmal»/« Leitung mit Qrfolg 

im ©efange au«bilben, hiebet »on grang §*nbett, äücfen 

unb Jtofjmal», gum 03ottrag. Die flojjmalty'f*c ©allabe ,,be« 

£aufe« i%%it ©tunbe" mit JDt*ederbegleitung, »on £rn. 

93of*i mit fielet Siebe gefangen, gei*nete d* bnr* feljt ge* 

mäljlte 3ndtumentation, mie bur* finnige« (Sintoeben eine« 

ftangcdf*en Q3olF«liebe« (Malborough) au«, unb bebatf, tote 

jebe« ernde ffietf, eine« mehrmaligen Sln&ören«. £r. ffial* 

iljer trug gum ©*luffe be« etden Steile« ben (Slatinetf&att 

einet t)ler no* nid^t gesotten SWogart'föen ©erenabe mit 

eblem £cn unb frönet Slbtunbung sor. £r. Äapeflmdr. 

tfofjmal», jeben »eeuniären QJorttyeil« baar, mag für alle feine 

t>ielfa*en, aufo»fernben ©emüljungen in bem JBeteugtfefn, ber 

Jcund einen Diend geleidet gu Ijaben, feinen eingigen, aber 

fcfcönen Soljn pnben. z\L. 



9lu« ©effau f*reibt man un«: Die (Soncerte fiaben bti 
nn« triebet begonnen, ein gtdul. 3uliu« au« ©erlin bebütirte 
mit ©eirall. 33ot einiger 3eit trurbe and) €^neiber'« ©U 
beon, ein 2£erf mit fo mannen mudfalif^en ©d^ön^eiten, 
aufgeführt. 3uüor fanb bie Gfntoeifjung einer neu erbauten 
Otgel in ber Äird^e be« Dorfe« 3oni^ (^ ©tunbe oon Deffau) 
<5tatt, tütäf ben Jtapeflmeider (Scftneiber, ber aud) bem (5r* 



baner, «rn. *off, ba« gnndigde 3engni§ baräber an«gedflU 
^at. 9uger einigen neuen ^ondrnetionen überhaupt geld&net 
fl* bie ©on mannen Stimmen tott^eilbaft an« , namentli* 
Do^eifföte, WWtt, ©alicional, bie einen befonbet« f<$6* 
neu Älang ^aben. fteifenbe Äundler »erben d^ an biefem, 
obglei« Keinen OrgettrerFe ooIIFommen befttebigt dnben. 



SogeSgefÄtcSte* 

Weifen, ©oneette, Engagement* u. TOcrtiet be 

Fontaine concettitt in fXodorf. 

«Wupffefre, »uffüjtunßen* S(m Uten October »et* 
andaltete bet öcf^atbt'f^e ©efangoetein gn grreiBetg cor 
einem gafclteld) eingelabenen «ubitorium eine Aufführung, in 
weiter folgenbe Gompofttfonen gu ©e^öt gebtac^t toutben: 
1) &uaxtttt au« öüa«; 2) $falm von ©ottnjanÄf^; 3) fünf* 
dimmiget äirdjengefang »on e^erubini (Tantum ergo sacra- 
menlum); 4) Agnus Dei »on £affe («Itfolo unb <5§or); 
5) Äinber* unb allgemeiner (tyot au« bem ?Prop^eten »ob 
SÄe^etbeet; 6) Jänbli^et ^^ot au« bemfelben; 7) 3igenuet* 
leben »on ffiob. (Schumann. Dann im 2ten Xtytllt bie Ölocfe 
»on SRombetg. 

Otto ©olbfejtmbt »etandaltet auet) biefen SBlnter im 
JBerein mit ben $$. ^afner unb «ee ^tiofoitäen in $am* 
butg. 

^obedfäHe* 3n einem Slltet »on 96 3a^ren darb in 
Sien Sbal&ett ©^rotoe^. 



Sermifctteö. 

»tolinmuftf sum »etFauf. ffio^injodenbe SRudF* 
freunbe »erbrn freunbli^ eingelaben, einer bebrangten JamU 
iie tro^igut^un, inbem de auf ben gum JßerFauf au«gebotenen 
9la$\a$ eine« unbemittelten Dilettanten, au« gum Xtyxl 
toertl;oollen JWudfalieu für Violine unb ©ttei^indrnmente 
überfauH bedc^enb, redectiren. ^it ©ammlung ift fotoo^I 
im ©angen al« au* eingeln gu f^abtn. «oildänbige »Berget** 
niffe erhalt man in ber (Sreufc'föcn S3u*banbiung in SWag# 
beburg, fo tofe Ui ber »eb. bief. 531.; bie f&edelieten ©er« 
Fauf«bebingungen dnb in ber genannten £anblung ju etfa^* 
ren. (5« miib gebeten, etwaige «nftagen bU önbe biefe« 
3a^rc« an bie begegneten «breffen gelangen gu (äffen. 2Bir 
ma*en au« ber Sammlung u. S(. folgenbe SDerFe namhaft: 
Dobrgt>n«fi Dp. 20, Doftauer O». 15, »iele Xrio« unb Ouar* 
tttti »on &a$bn , SJJogart unb S3eetf;o»en , J^reufter 3 Duo« 
für 2 Violinen unb ba« 14te (Scncert, Dn«!ot» £)». 1, 32, 45, 
49, 50; »iele fflerfe »on 91. unb 03. ftemberg, 7te« dc'ncert 
Dp. 9 »on 9*obe, mehrere Duartett« unb Ctuintett« »on 
©üo^r, (Soncette, Duo« unb (Sonaten »on 23lotti u.f.t». 



J>rutf oon 9r. Kutfnann. 



tt tu t 




Htf$tkft ffi? 




ginunDbreifiigficr Santh 



M 37. 



Verleger: 
SKofrert fivieft in Seidig. 

2)en 4. SRofcrmber 1819. 



3hn tiefet 3fttf4- eTf<^eiticii to&^entli^ 



$rti4 M iöartteö ton 52 Slrn. 2'/i £Wt, 
^nferfionflflebüfcren He 9rtff|etC* 2 Stfgr, 



Abonnement nehmen «He ^ßfUmier, 3311$*, 
3Ruiif= unb Äunft^anMimgen an. 



3n6altt X>i« SDUlitairraufi! in ffranlrrlg. Dritt« VttiM. — Di» SRufilAixfUnbr in Jpanncöfr. — Jtritifö« Injfia«. — 

3«ttftigfajM«ti, 

-■ w- II 



&ie 9Rilitairntiifif in ^ranf?efcf>* 

(9fla# @. jtaftnei'e Manuel genial eic) 



III, 

6§ fyaben ftdj gu allen Otiten in b« Ber» als 
tutig SNamiei üütgefuuben , Vit tbrilö au$ widjtigeu 
©umbm, j, ©- (Sinfdjränfung ber ©taatäauögaben, 
tt)eil§ aber au£ Söerfennuug ber SWa^t ber Süiu, *t* 
ttdrte ©egnet ber SDtilitairmufif waren unb auf $3er= 
fümmerung ber äflufifdjote Einarbeiteten. 1807 marb 
bie üorfdjrifttidje SJefeguug betfelbcn auf adjt , fjcä)= 
ftenä neun fefigefejjt. SRi<$tä beftc weniger behielten 
bte SHegimenter ifyren auä fcgcnamtteit ©agiflcn y ge= 
faulten ÄünjHern, getilbeteu Stamm bei, cl?ne meiere 
niet/t auf ein beftiebigenbeä ©nfrmbte jw tränen war, 
ftact) einet SBcfiimtmiitg beä ÄticgßmintflerS mar im 
Qa^r 1820 ber ttorf^rifitidje ©eflanb folgenber: 
2 (Slartnetten, 2 £Brner, 2 ffagotteu, netfl türfifdjer 
Stemmet unb BrJen. Öä er^ob fi^ übet fütc^c ©ins 
jdjränfung gewaltige Älage. Sin gutta KRufifdjcr 
tnujj weuigfiruö aus 24 SHann beliehen, fdjrttb 
Dbür, unb wirb aud) rro(j atter minifhritfü'en S3eftim= 
mungen nie weniger Ijaben. 9lu^ liegen fid? bie mei- 
nen Sftegtmcntet nadj mit teor gern SlbjugSgetber ges 
faden }tn ffieftreitttug ber ju einem glatijciibm Cffif 
erfcrberlidjeu *Huägaben, unb um 1825 füllten bie 
«Regimenter getüo^nü^: 2 &j ober (HsgHten, 2 
g; ober SäsSlarinctten, 2 ^Jrim = unb 2 Granit; 
üborn, 6 etfie unb 6 jwrite &* über 33; Klarinetten, 
*g = obet ÖSsSromtnten, 4 g- über Sä Körner, 



6 gagüttm, 2 ^Scfaunen unb 2 Kontrafagotten, im 
@anjen 36 £autboi|frn. SDa bie öetwattung fM$« 
fortttja^renbe lieber ttdung ber SteglementS nid^t buts 
ben burfte, unb bc^ auc^ ben effenfunbigen 2JM§* 
ftanb ihrer OB eft im mim gen ni^t verfemten fenute, be? 
f^[o§ fle jtir ©efeittgung ber SMigber^ältniffc bwr($ 
eine ©eflimmung anf breiterer ©runblagc ben 9Bnu* 
fe^cn beä ^eerrö na^jugeben. @in Äreilf^reiben beS 
9Kinift€r3 üün Slarmont^ünnerre locm ^n^re 1827 
er^o^te bie 3a^l bei ^antfcmfkii Don 12 auf 27, 
bafcün 18 Scanner im ©ienfte »nb 9 ©agtfrm) bie 
31uägaben übernalnn ber Staat, ©alb barauf n?nrs 
ben pr Söefireitung ber ^HnfUfoflen Slbjugägetber tes 
tm'ütgt^ bann aud? auf Aoflen bei ©taatä bie <Sa= 
tatletit^öre mieber eingefej;* unb f^lie^lic^ ben Sftc= 
gimentetn ctlaubt, i£?re SKuftfbanben auä ben nac§ 
abgelaufener ©ienfl^eit üerabft^iebeten ^aut&ciften ju 
uetüoltftanbigeiu 5n S^tge aber ber 3nfutorbinai 
timi »nb groben S3erget)en, bie ftdj ein ©agifl uom 
56flen Sinienregiment, SRamenö 2TIe3mer, gegen einen 
Dfjieier im SMenfle ju f^ulben fommcu lieg, würben 
im Sa^re 1834 bie ©agifien gfinjlic^ aufgehoben, 

Sffne Srnjeitetitngen roaren um fo bringli^er, 
alS bie franjBfifdje 9Jlilitairmupf ofjne fic uidjt im 
©tanbe geiuefen fein würbe, ben gurrfc^ritt ber >$tit 
in fitr) aufzunehmen unb fomtt no$ lange auf einer 
tiefen Stufe ber $luäbitbung hinter anbeten Sans 
betn gurütfgebfiebcn wäre. Sä waren nanitidj fett 
einer Steige ton ^fö^ren in ber Anfertigung ber 331a«* 
tnflrumente widjt attetn ioefentticr)e ©etbefferungen unb 
9}er^otttommnungen angetrabt Würben, fünbern anä} 



194 



Sleuetungen unb Srpnbungen, bte bet ganzen JWilü 
iairmufif eine neue ©ePaltung geben follten. SBies 
berum au8 {Deutfdjlanb fam brt neue $lnfto§. SBtr 
weinen bie Srpnbnng unb 91uöfür;tung beö Älappeiu 
unb Söentilfoftemä an 33lec$inPrumenten. ©pons 
tttit, bet bamalä ton 93erlin a\\& bet fraitjöpfc^en 
Slfabemie bet frönen Äünfie über beutfdje ßunfijus 
flanbe beridptete, unb auet) mit einigen fyiepgen Äünfl? 
lern in Söerbinbung geblieben war, führte im 3al;re 
1823 bie etflen SöentilinPruinente in granfreiefy ein, 
unb fanbte toon betont an bi$ 1831 namentlich beut 
iefannten $otnißen ©antrat unb bem beteitö erwähn; 
Un bamaligen ©atbefapellmeiflet JDam'b 93ür/l eine 
Steige ton folgen Qnfltumenten ju, treibe ben fyieps 
gen gabrifanten, beten mer/rere pc§ alö feueret x)tx* 
»otjut^un gebauten, jum Stuftet bienten. ätteifreb, 
bet ^ucifl in granfreict) ba8 §öentilt?orn in 5(nwens 
bung braute, wat au<$ bet einzige, bet mit feinem 
fogenannten alltönigen Qoxnc eine Neuerung einfüf;^ 
te. ©ie cr)tomatifcr}en ^nfltumente fanben, nadjbom 
fte fef)on getaume 3fit im :preu§ifc$en unb im öfiet« 
tetc^ifetjen $eere in 5lnwenbung gebracht werben was 
ten, bann entließ auef) im franjöpfdjen 9lufnar/me unb 
bürgerten pdj aömälig tner ein. Äutj »et bet ^ju\h 
{Reooluticn würben auet) 83erfucr)e mit *ßicfeipöten 
auö S3le$ obet SNefpng, fo wie mit fleinen unb gro; 
fjen S3lee^ef atinetten angepeilt, bie jeboef) ungünfiig 
auöpelen, fo bafj mehrere JHegimentet, namentlich in 
btx (£at?aßetie, bie fte eingeführt Ratten, wegen bet 
yetnlic^en, r/ödjp angteifenben 2)ef;anblung, biefc «3ns 
fltumente wiebet aufgeben mußten. 

68 t/at lange gewäljtt, beüot bie Sflilitairmupf 
in Ötanfteid^ ju (Sljten femmen fonnte. <5\c ermans 
gelte aller fünpterifcben £r;eilnar/me, unb watb gleicr)= 
fam mit al§ ein etfyöfyter, ein betontet Stommelfdjlacj 
bettacr)tet, bet abwedr)felnb mit biefem 311t Aufgabe 
$atte, ben befdjwetlidjen Sftarfd) burcr) leitete 5(ufs 
munterung 311 erleichtern unb bie Ärieger auf bem 
<3cf)lacf)tfelbe 31t befeuern. (Sine fünP(erifcf)e SBebeus 
tung warb ir/t nicr)t beigelegt, größere ober geringere 
83efä(;igung unb 5luöbilbung bet SluSübenben gat 
nicf)t in 5lnfcf)lag gebtadjt. ®ie Seilte fmelten 311m 
SWatfcf) auf, wie anbere jum £anj, unb ftanben niej)t 
Ijöfyer in ber öffentlichen Meinung aU biefe; wie 
biefe eine 21rt ©ienerfcfyaft bet tanjenben ©efeflfe^aft, 
fo jene im ©ienfte beö SRegimentöj pe alö 5tüiifller 
ju betrachten liefj pd) Aeinet beifallen, am allets 
wenigPen ir)re beamteten ©enefiVn in £r)eater = unb 
6oneertorct)ePern. Slucf) gab eö unter ben unbebeu* 
tenbPen SRipieniften folcr)er Dreier nid^t (Sinen, bet 
rtic^t mit fyödjPet ©eringfcr)ägung auf pc r)erabgefes 
^en r)ätte. ©ie SWeiPen ton i^nen füllten biefc uns 



tetgeotbnete, wenig er}tenüotle unb butct)au8 ni$t et= 
fteulie^e ©tellung fe^t woljt, unb fonnten pc^ nf^t 
aertyefyleu, bag folc^e ©eringfc^a|ung in bet 83ets 
wa^tlofung beö i^nen jußriitbigcn ÄunPgebieteö in 
gewiffet 4)inpc^t einen tecr;tfettigenben ©tunb fyattt. 
©ie gebilbetPen untet i^nen, bie pc^ biefcä beflagenö* 
wett(;en 3upanbeö bewu§t waten, fegten pc§ mit 
Äu» r 'lcni unb mupfalifaen Sc^riftPeflern in ^üetbins 
bung, btactytcn bie <5ad)e jut «Sptacfje, wiefen bie 
burc^ge(;eube 2J?angel(;aftigfett ber 3"ffrununi f nac^ 
unb bie 3ufammeiife(}ung bet £PJuftf d^örc , Ue or)ne 
ade JPeriicfpcHigung guter unb wirffamer ßfanguets 
^ältm'Pe, ^uin größeren 2l;eile mefyr ein 6rgebni§ be§ 
3ufaüd ju fein festen a(8 beö otbnenben 9^acr;benfend 
urt^eilöfä^iger SWänner. ©iefe Älagen fanben ©er;ot 
unb btangen burcr) bie ^ageöblätter in bie SDeffents 
Tic^fcit. äJtänner tvie gftiö, SaPils©la$e unb 
23 er t i j machten pe 311m ©egenPanbc ernPet ©es 
fptect)ung unb einet ^Solemif, bie eine grofje ^Inja^t 
51uffäge, ©ct)riften unb ©egenfdjriften l;erüorrief, bttre^ 
welche pc^ ber ©epcfytöfreiö erweiterte unb ber ©es 
genPanb üom fiinPlerifc^en @tanbpunft eine 2ötc$tigs 
feit erlangte, bet if;m ki$ ba^in noc^ nic^t beigemefs 
fen worben war. ©a bie 51ufmerffamfeit nun ein» 
mal fdjatf auf biefen ^ßunft iljtc SRidjtung genoms 
men, fo fauien hä ©elegeufyeit ber gro§en 9}Jilitairs 
coneerte, bie aOjä^rlicr; am ^amenötage £ouiö ^3r)is 
lippö unb jut ßeiet bet 5»ütage untet ben ©cfylofjs 
fenPetn im ©atten bet Sttilerien angeotbnet wutben, 
bie gerügten 3?iängel, bie frü(;et gan3 unbeachtet ges 
blieben waren, mtnme^t t?ollftänbig jum S3orfcr)ein 
unb jum S3ewu§tfein bet für eine SHeorganifation bet 
2Jlilitaitct)öre Prebenben SDtupffteunbe *). 93alb falj 



*) 5)a« erfle fanb im 3a!f 1833 Statt. Sluf bem »or 
bem aJtittelpQü.llon erttebteten ©rrütf fanb ein Drcftcfter »on 
500 ibläfein, unb ein CMjor t>cn 200 (Bängern unb 100 SÄn? 
perinnen 9?dum. 2)a6 Crcbcftcr war fclijfntfrmojjen tefc^t: 
80 ö tü§c (Sinvinftfen. 8 flcine, 12 gicien , 10 £born f 20 
ferner, 10 Xrcmpcten, 16 ^cfaunen, 1H ga^ottrn, 15 Cphi)' 
cletben, 22 (Sontrapofaunen unb ^ombarben«, 3 tyaav $a«* 
fen, 2 türfifc^e Xicnnncln unb 6 gcfitmmte Xrcmmeln. 3«t 
Öudiül^iung famen folgende (Stücfe: (Sfjor au« (Balieri'6 
Xa\ar: (5l)or unb aftarfefc ücn ettunf, ^(^lac^t nebft 6bor 
Pen Sdjni i^l)r(fer; T)cioifd)c Sccne unb giaurnpebet Pon 
93(rliori ®etct au« bfr (glumincn Pen ^erlief; @(J^n)Utfcfac 
au« SRoiftnt'« Jcfl; bte Cuwtürrn üum Ztli, jut ©agja 
gabra unb gur (Etummen. ?lm mciflen n>irfte bie von 800 
(ganzem un ^ S31»ifern angeflininite SWavfeiflaife, in xvtlty fo* 
glcicb bie ganje urnfteljenre iDolf«maffe begeiftett einfiel. €p4< 
ter famen biefe (Sonctrtf fetjr beruntrr, unb aud) bie ©egei« 
flerung. 9l\d)tQ befto trrniget trugen folcfte Aufführungen im* 
mer ba^u bei, ren öifer ber 4>autbotflen an^ufpornen unb 
ibren (5l;r^eig \n fxad^etn. dinen ganj befonberen Slnficß tu 
biclt bie a)iilitairmuf!f burd^ bie nefen^afte Huffn^rung ber 



195 



pdj benn au$ bie Setyörbc bewogen, bem ^äuftg aufls 
gesprochenen unb petö bringlidjeren Verlangen eineS 
förbernben Sinfdjreitenä irgenbwie gu geiiügenj pe 
iefdjlojj auf JDlei f r eb* 8 / fccö rüfymlidj befannten 
$otnmrtuofcn, Antrag bic Söegrüubung einet SttuPers 
fdjule jur SMlbung fähiger ÄapcUmciPcr, t>on bereu 
Xüdjtigfeit unb Sorgfalt pi) eine mcfent(ic$e Söerbef-» 
ferung ber ifynen anüertrai ten äftupfdjöre erwarten 
liejje. ©ie Anpalt tarn unter bem SRamen Gymnase 
musical 51t (Stanbe unb übernahm bie AuSbilbung 
aller aus bein Qeete ifyr gugefanbten befouberö be= 
gabten ättupfgöglinge unb Stegitnentefinber, bie nadj 
»oUenbeteu ©tubien bem Qeete wieber einverleibt wurs 
ben. ©ein SBerfajfer bcö genehmigten Sßlanö, ber audj 
juerfl bie .Qbee einer folgen Anpalt auögefproc^en 
$atte, erging e§ bei ber Ausführung berfelben, wie eS 
fe^on manchem Anberen in ber SBelt ergangen war: 
er warb übergangen, unb patt feiner ber befannte 
ßlariuettsSBirtuoö S3err (eigentlich Seer) jum ©U 
reetor bcö 3"ftttut3 ernannt, baö fpäter unter Sa; 
rafa'S Leitung fam, unter welcher eS noefy fegt 
fte$t. 

3m Sftai 1839 warb bem 9Jtupf Unterricht im 
militairifdjeu ©tymnapum bie SBit fycm'fcbc äftetfyobe 
ju ©ruube gelegt, ein erfler (Schritt gur Sinfüljrung 
beä mefyrPimmigen ©cfangeö im SQeexc , bie, ©auf 
bem uncrmüfcfidjen (sifer iu\t> ben unaudgefegten S3e= 
müfjungen beS funjlbegeiflertcn, tljatfraftigen ^ofcpl) 
#übert, SöiKjem'S 3öglingö unb 9tac$folgcrö im 
Amte, im 3>at)re 1843 erlangt würbe *). ©iefc An; 
Palt üerforgt mit funPgeübten £autbcipen ^nfantes 
rie = ©eniecorpä unb SDtarinej bic Gaüallcric fyat ^u 
©aumür ifyre eigene Srompeterfdjule, um welche pdj 
ber frühere ©irector ber ßaDalleriefdjulc, SDberp oon 
SBracf, ein grofjer äftupffreunb , oorgüglidj »erbten* 
machte. 

Gin äftann aber, ber üor vielen anbereu in jüngs 
per 3*it e»" cn bebeutenben 6influ§ auf baö 3djicffat 
ber äRititairmupt in granfreiefy ausübte, war beS Rh 
nigS Abjutant, fein perfönlidjer greunb unb treuer 
Begleiter im Unglücf, ber ©enerallieutenant ©raf 
». SKümignty. 33ei glütflidjen mupfalifdjen An* 
lagen, mit fpecietler Sadjfenntniji ein nidjt unbebeiu 
tenbeä praftifdjeS Xatent fcerbinbenb, Ijattc er auf feis 
nen .^nfpeetionSreifeu petS mit Vorliebe feine Auf* 



?|to§en QJerlioj'fdjen $rauerfymfef)onfe jur ^Beifc^ung ber ge* 
allencn Sulifämpfer in Die ©rufte ber 3uWuie, am 28flen 
3uli 1810, bem Sage ber (Sinmeit)ung biefe« ÜWonumeni*. 

*) 2U«fül}rlic!&ere« hierüber in meinen SliiffÄfccn ,,3"^ 
@ef*i4te be« iöolf«qrfanfle« in Rranfreicfc", Oteue berliner 
fRiiÜVitung 1818, 9tr. 3T— II, 46 u. 4T. @. auc^ „m^ 
bem'« ©fegta^ie, baf. 1848, 9^r. 6—8. 



mertfantteit ben SWilitairc^&ren jugewenbet unb auf 
23erbefferung berfelben ^injuwirfen gefudjt. öängfl 
fe^on ^atte er ben Verfall beflagt, in welken biefie 
feit ber Äaiferjeit gerai^en, unb uur ju oft bei bet 
Prüfung ber au& bem <©d)lenbriau gewinnfüc^tiger, 
aber feineöwegö nac^ fü'nflleri feiern 9iufe (Irebenber 
gabrifanten tpertoorgefyenben mangelhaften ^»Prnnif»^ 
bebauern muffen, ba§ cö beutfe^en Trompetern, toie et 
ftd) auöbrücfte, möglich fei, mit unreinen, beinahe fals 
fc^en Zonen bie ifynen gegenüberfte^enben franjöpfc^en 
SBläfcr mit beren entfe^ieben fallen Intonationen Jtt 
neefeu unb }ii befc^ämen. ßr war eö, ber auf einet 
Steife nad) Belgien im 3a(;re 1842 ben rü^mlic^ be* 
fannten 51bolp^ ©ajc, ber burdj feine Neuerungen 
Sluffe^en erregte, nadj einer langen Unterrebung mit 
ifym über ba^ Söefen ber £ot$: unb Slec^iuflrumente 
unb lit in ber Anfertigung berfelben an^ubringenben 
S3erüollfommnungen bewog, feine SJaterfiabt, wo et 
mit Sfteib unb Unbanf belohnt würbe, ju üerlaffen 
unb nac§ fßariö 511 gießen. SSBie eS if)tn f)in erging, 
wie er auc^ l;ier mit (Sc^eelfuc^t betrautet, unb Don 
feinen gac^genoffen, bie einen gefährlichen ßoneurrens 
ten in ifym crblicften, feinbfelige Verfolgung ju erbuls 
ben ^atte, erjagen wir beffer an einem anbeten Orte, 
unb begnügen und mit ber Slnfitywng ber St^atfad^e, 
ba§ eö unter SRürnign^ö (Sc^ug unb mit ber Unters 
fh'igung ber meiflen (Somponiflen unb üieler ÄünjWet 
crflen Slangeg, fo wie and) ber üorjüglic^ßen §öertres 
tcr ber mujtfalifc$en Äritif, unter i()nen 53erlioj alä 
tl;dtig|ler görberer oben an, ifym gelang pc^ mit fei: 
nem ©ruber l;ier fcP^ufejjen unb enblid) eine gdnjlic^e 
Steoolution im gac^e ber <3nprumentcnbaufunp ^ers 
vorzubringen. @r ging mit einem ^3lane um, beflfen 
©elingen in 51uöpc^l panb, unb einen bebeutenben 
93orratl? feiner neu eifunbenen 3"Pntmente unb nadj 
feinem @^|lem üerbefferten fogenannten ®ar^örner eu 
forberte. 3?le^r unb meljr erweiterte pc^ feine äöerf= 
Patte *), balb Pieg bie 3^1 ber in berfelben befc^äfs 
tigteu Arbeiter auf mer^ biö füuffjunbcrtj eö war oon 
frül; kid fpät barin ein jammern unb Älopfen unb 
Olafen unb trompeten, alö ob bie gange SBelt in 
?BUd) unb SWefpug aufgeben foüte; eine wa(;re .^us 
baUi unb ^ubalfainöl;öl?le, in welker bie beiten Sas 
med^'Ö5(Sö()ne, beibe fo ausgezeichnete Virtuofen aU 
praftifc^e gadjmänner, bie SnPrumente einbliefen, bic 
Arbeiten leiteten unb mit ifyren Untergebenen um bie 
SBette tl;ätig waren. Unterbejj fehlte ed ntd^t an jaljls 
reifem 3"fpntc^ ber gebauten t^eilne^menben greun* 



•) 2>urc^ Untertfufrung feiner ^reunbe, bie ji4 burefc 
Slctieneinfc^üffe bei feinem Unternehmen beteiligten, unb i^m 
auf fotefce ilöeife baÄ fonft Unmöalic^e erreichbar matten. 



196 



ke, bic fie$ gern in bic ©etycimniffc bcö $anb»ftff$ 
einweihen liegen, unb, begierig auf ben (Erfolg unb 
kie ßrgebniffe bcö Unternehmen*, täglich tort eins unb 
ausliefen j jumal JBcrlioj, ber mit (gebauten an Heine 
flticfcnccnccrte unb neue colcjfale 6ffcete feine prüfenbe 
Umfdjau fyiclt, unb nie^t minber, alö (stammgafl, ber 
fe^cn erwähnte würbige ©tabetrempeter ber Äaifcr* 
garbe, ber alte {Datoib ©ül;l, bem ber §immcl öcllcr 
Srcmpeten fying, unb ber fcerjüngt unb neu belebt, 
alö fei bie 3<it jurücfgetcl;rt, wo er augefic^tö beö 
grcfjen Äaiferö groben feiner Äunflfcrtigfcit aHegen 
kurfte, mit fonnig üeitlärtcm Antlifc flolj baflanb toie 
tin 9Bctyerrfc$cr atleö gewunbenen IBlce^S auf @rben, 
unb feiig war, wenn ej alle bie er fafjte wit ber au& 
fü^rlie^en ßrflärung feineg „£)igebugc" unb „£uges 
kuge" unb anberer fdjenen 3ungcnftcfje, bic er mit 
unerfdjb'vflicfyem Sltlum unb unglaublicher äfiuefclbcs 
weglicl;feit unabgefefct in einem 3"g* V TÜ0T S f ^'8 f ' 
bugte, beglüefen tonnte. 

£>ie erfhn, bic ftc$ ber ©aj'föni 3"ft™mcnte 
fcebienten, waren bie Gnglänbcr ©ijlin, ber 83atcr 
mit feinen toier (Söhnen, bic anfangö mit gewöhnlichen 
93entill;örncrn, Äla^cntrcmpctcn unb $ofaunen in 
Sßariö auftraten unb wenig 9Iitffc(;cn erregten. (Sie 
übten ftd? auf ©axtyörncrn ein unb legten im Saj= 
fe^cn Sccalc in engen Ärcifcn groben ifyrcr Äunßfcr- 
tigteit ab. SJalb erweiterten fid) mit ben ©a^oms 
gefriedetem bie flreife, unb unter ftcff^'S Seitung 
Wud;fen bie SBläfer ju einem Sl;crc fyeran, in welchem 
ftd) ein talentvoller junger äfiann, SNamcnö Ar bau, 
fcefcnbcrS f;crfcortl)atj eö würben Matineen ueranflaU 
tet, ju welken (©acfyfunbigc gclaben würben unb toiele 
Neugierige herbeieilten. Nun tonnte baS <2ax'fe$e 
(Softem feine SBorjüge tjeruorfe^ren. Riefen Meinen 
ßoneerten wel;ntcn biejenigen fiünfllcr unb Literaten 
mit Sfycilnatymc hd , bic bem talentvollen (Bar unb 
feinen SNcucrungSibecn uon !Qai\& auü iijxe Qlufmerfs 
famteit gewibmet. ©raf SRümignty war ber eifrigfle 
SSefucfyer, unb crfcfycn oft in Begleitung ber ©cneralc 
(Sebajitani, SJicline <£t.g)eu, legerer nae^malSÄriegös 
jniniftcr, unb anberer urteilsfähiger Banner auS ber 
fDlilitairtcrwalhing. SCurc§ fic gelangte ber JKuf bcö 
jungen 83clgierS unb feiner fccrjügli^eu Grjcugniffc, 
bie alö ein ©ewinn für bic äNüitairmufif ju betraf 
ten waren, in fyöfycrc Äreife, unb aud? am £ofr, wo 
ber ©cgenflanb tem ©rafen jur (syrac^c gebracht 
Worten war, begann man bemfelbcn ernftcre Aufmetf; 
famfeit ju wibmen. £urd? SBcröffcntlietung von aufs 
munternben SBclcbungSfdjrciben, bie &on UrtfycilSfäfyu- 
gen unter ben tfycilnc^mcnbcn 3ul)örcrn in ben legten 
Penaten beö Sa^teö 1845 an ben immer nod) fiarf 
angefochtenen <Baj gerichtet worben, war bic Ange; 
legen^eit jugleiel> aud; in'd größere ^}ublitum gebrun« 



gen. Unter folchen (S^renjeugniffen laö man bic Was 
nun S3crlioj, ^alet^, Äaflucr, JRicci, 3lbam, S^oma« 
unb garafa; aud? 9^iei;erbeer ^attc fid) günPig aufc 
gefptoc^en über bad Saxc^on, unter ben neuen 6ts 
pnbungen bic einzige i^m befanntc. 3 fl ^ rfg barauf, 
1844, ergriff hn einem ©cfudj bei töniglie^en gamis 
lie in ber ©ewerbcauefhflung @a^ bic ©elcgentycit 
feine bort jur <£ä)au liegenben Xonwcrtjcuge peaftife^ 
toorfü^ren ju laffen, ein a^eTfuc^, ber über alle SJlas 
^en befriebigenb aucftel, unb jur ßolge ^attc, lafy 
nun aud) ber junge ^»erjog ton ffliontpenfter SBcrts 
flatt unb Sttatinecn befugte, unb ftc^ über ben Sau* 
mee^aniSmuö Qlufflätung unb SSclcfyrung erbat. 

9Jun erhielt <&ax 3»*ritt ^eim ÄriegSnuni|lct 
Soult, nnb tonnte er biefem feine Qlnfie^ten über eine 
bute^greifenbe Reform ber SWilttairmuftt t?ortragen. 
6in 6oneur8 warb anberaumt. 5Cen jweiunbbrcigig 
ausgewählten ^aiitboiflen tonnte <£ax in Solgc bet 
S3emül}ungen feiner ©egner, bie i^m feine Seutc ab: 
ffänflig matten, nur neun entgegenfe^en, mit weis 
4en er aber bennce^ ben (Sieg baüontrug. ©ie S3or? 
jüglic^feit feiner ^ßnimentc «» SRein^cit unb güör 
beö XoneS blieb feinen Slugcnblicf zweifelhaft. 6in 
jweiter S3erfue^ auf bem föniglidjcn ©e^lo§ fiel chtn 
fo günfitg für il;n auS, unb nun warb emPlie^ bat* 
an gebaut bie fragliche ^Reform in 5luefü^tung 3U 
bringen. Giner ju biefem Jöel;ufc ernannten (Sommifs 
fion würbe bie Angelegenheit jur Prüfung übergeben. 
5Cie Arbeiten ber ßemmiffion unb baö Gnbrefultat 
berfelben, bie S?ePimmungen, nac^ welken jur 9lts 
organifation ber SDiuftfe^öre im $eere gefe^ritten wers 
ben feilte, l;aben wir in einem nädjfUn unb legten 
2lrtifel ju bcfprcd>cn. 31 u g. ©at^. 

(Snte beS dritten ttrtitel*. 



Tie S)Iuftf}uffänbe in ^annoucr. 



J. Du ©per. 

b) 2?ü6 Drdjefter* unb ©Änßerperfcnaf. 

SBir tjrtcn ein 40—45 2Nann flarteö Ore^cs 
jterperfenal, barunter 8 erfie unb 8 jweite SJiolinu 
Pen, 3 Sratfd;i)hn, 4 ßelliften unb 3 (Sontrabafflftcn. 
SBic bei fielen auberen SDre^efiern, fo ifl and) fyex 
bic 3at;l ber ©ratfctiPen ju Hein; bei ber 83e^anb- 
lungSweife ber Sratfe^e im Dre^efler unb ben oft U-- 
beutenben JHoHen, bie ifyr in neuerer 3eit ^uget^ciTt 
werben, foOtcn bie 5D?ufitbireetoren ernfUic^ barauf 
bebaut fein, ein richtige« fficrtyältnijj ^wife^en t^r unb 
ben übrigen Strcictyinfhumcntcn l;er^ufl eilen, fo toit 



197 



wir überhaupt glauben, bafj bicä ^nßnttnmt me^t 
jur ©cltung gebraut unb anerfannt werben tnti§te. 
llnfere brei Sbratfdjificn ftub fetyr gut; c$ ftnb bie 
$#• 83aaö, ©towic$cf unb &3al?lbrud)} ebenfalls im* 
fere ßcttiftni , Darunter bie £§. äMatgö , fiinbncr unb 
Sßrrfl , unb (Scntrabaffiflen , »on benen wir bie §§. 
Äirdjner unb Siebet nennen. Von iinfcrrn ebenfalls 
fefyr tüchtigen Viclinijlcn führen wir j. 93. an bie 
4?£. Nicola, Äolbe, Äaifa, Ärollmaun, tfitbeef, ©ans 
gert, StiaUrrfirm u. 31. Unter ben jüngeren ©eigern 
fnben jtcr; manebe mclöerfprce^enbe Talente. — Die 
9(or/rinflrumente ftnb gleichfalls mit fet/r tüchtigen 
Äünjllcrn befegt j wir nennen bie $£>. £einemcier unb 
Äufyn, glBtiflenj £>rn. 9tofe, $autboiflcnj bie $§. 
©eemann sen. unb jun. , unb SLNeier, (Slarinettiftcnj 
bie $&. ©cfymibtbacf; unb Schröter , &agottiflcn. — 
©aä Jölcd? ifl r;icr fieser fo gut iric irgenbwo ttertres 
ten: 3 tüchtige tßofaunifien, 4 ^orniflen, 2 $rompes 
ter, unter Slnberen £r. ©acr)fe alö £rcmpctcr unb 
$r. fiorenj alä £ornifl. — Docf) üergeffen loir auc$ 
unfern Sßaufcr, Igxn. ©öge nic^tj er yauft gut, feine 
Raufen tonnten aber beffer fein. — Unfcr, ebenfalls 
im Crdjcflcr mitwirfenber, oben fcfcen genannter (Sons 
eertmeifler ifl $r. Sübecf. — ßfyorbirector ifl §r. 
©ankert, ber and) VautcfcilleS u. bergt, ©ae^cn biris 
girt. 

9(n ber ©m'|e biefeö CrdjeflerS nun flcljt unfer 
Äa^cllmflr. SJiarfctjner, ben in SMjinberungSfällcn bet 
ßcncertmciflct Vertritt, äöer unter bcS ßrflcrcn feiu 
riger unb energifetyer Direction eine SMnpfyonie, JDus 
toertüre, eine Oper r)at fpielen l;örcn, wer gehört l;at, 
wie SUleS genau unb präeiS in einanber greift, wer 
bie DiScrction, bie 3^rt^eit tu ber Begleitung, iuer 
ein aufbraufcnbcS Sorte, ein lanaeö dreSccnbo, ein 
Verfyallenbcö DccrcSecnbo beobachtet, wer gcfefycn i)cit, 
mit wcld;cr £ufl unb Sticke bie Spieler ben ^ntentios 
nen iljreS Dirigenten folgen uub feine teifcjlcn Söinfc 
beachten: ber muß eingefleljcii, baf; unfere Anbelle eine 
fcl;r gute ifl unb bafj fie ganj a^ov^iigUc^cö leiflct. 
SJian barf brcifl behaupten, tafj ein nidjt unbebetis 
tenber 2l;eil biefeö Verbienfleö 971 ar ferner gebührt j 
eS mag allcrbingS aucr) einer Slutorität bebtirfen, ein 
folcfycß Crd)cflcr 311 leiten, benn wir fjahen eben bieö 
Drc^eflcr biefelben@acr)en unter ©ireetion ücn SÜJarfc^: 
ner'ö ©ttb|lituten nic^t feiten mit Uuluft, lä'fftg unb 
talt iyidm fcr)cn unb ^ören. ©6 mag im 5Ulgcmeis 
nen oft fcfyioer 511 entfd)eiben fein, wer in folgen 
ga'Uen ben größeren ^(;eil ber @cr;ulb trägt, ob ber 
Dirigent ober baö SDrefjejterj loenn n?ir nun aucr) in 
biefem Satte bie größere ©dntlb ©rflerem jufcr)reiben 
müf[en, fo fönnen toir boer) legtereö t?on aller (Se^ufD 
nie^t ganj frei fyre<$en, benn n?ir glauben, ba§ baf= 
fette aud) einem weniger fähigen, feurigen unb ge^ 



toanbten Dirigenten beefy roo^I etwaö me^r ju ^ulfc 
fommen unb i^n me^t unterfingen tonnte, n?ie Bios 
tyer gefe^e^en. 6S ifl freiließ eine fe^limme @ac^e, 
toenn ein äftann, ber 5111er 5lct)tung unb Vertrauen 
tofrfe^erjt l;at, ftet) al8 Dirigent an bie ©pige etneö 
folgen Cr^ejlerö fleüt. Da§ tom et)cf beß Crc^e- 
flerö 9(ie^tö gefcfyctyt, biefem Uebelflanbc abju^elfen, 
fönnen n?ir nic^t begreifen. Der Äunfl unb ben jtünfb 
lern gegenüber ifl baö feine 5|3fli4t. ßö ifl ebenfalls 
feine ^flicr)t, bieö auf Rumäne SBeife unb otjne eine 
ganje ßamilie in bie größte S3ebrä'ngni§ ju fluten, 
^u bennrffledigen. 2öir mochten bentfelben üorfcr;la» 
gen, einen tüchtigen iüiuftfbireetor ju engagiren, ber 
nicr;t im Dre^efler mit$ufpielen, fonbern bie übrigen 
gunetionen beö ßoneertmetflerS ju üerfe^en unb bie 
SJiarfdjner übertragene Direetion t^eitweife ju übers 
net;men ^ätte. Dabure^ würbe äftarfdjner'ö fc^wieris 
ger Dienjl bebeutenb erleichtert, allen 3toifligtcttcn 
jwifc^en ©ängern, 9iit)ieni)len unb bem Dirigenten 
unb etwaigen, j. Jß. burd) üranffycit be§ Äapellmeis 
jlerö entfler)enben Verlegenheiten vorgebeugt werben. 

Der dm erwähnte 6l;ef beö Crdjeflerö ifl ber 
©raf ^latens^allcrmunb, ber bie SNitglicbcr beffels 
ben engagirt. Qln feinem rcblidjcn SBillen unb feis 
ner Humanität wollen wir nie^t jweifeln, ob er ahn 
überaQ tfyut, waö er t^un f Bunte, baö wollen wir 
ba^ingefletlt fein laffen-, jebenfallö, glauben wir, 
fönnte er für bie jüngeren Drcr)eflermitgtieber mer/r 
t^un, alö biö jegt gefdjcfyen. Söir benfen ücr eitlem 
an bie yeeuniäre ©tcüung berfelbcn-, 9)iandJcm möchte 
e8 bei bem folibeflen Sebenöwanbel bod) äugerfl fe^wer 
fallen, mit feinem ©el;alte auö^ufommen. SBcnn roit 
awdj jugebrn, ba^ ber (Sine ober Rubere burd) Unters 
riötgebeu u. bgl. fic^ etwaö oabienen fann, fo 
gicbt'o beefy auc^ Viele, benen bie ©clegcnfyeit baju 
fcl;lt , befenbetö in einer ©tabt, wo bie alteren SDrs 
e^cfletmitglieber unb tiele 5prioat(e(;rer ben grBfjtcn 
S(;eil ber ©(unten inne r)aben. 2luf bergleichen barf 
bei ßngagemeutö burcr;auö feine 9iüdfid;t genommen 
werben. 3Uler Slnfang freiliefe ifl fd;wer uub ein eben 
engagirtcö juugeö CrAeflcrmitglieb wirb mit einem 
fteinen ©e(;altc tertieb nel;men, in ber Hoffnung, c\ii: 
mälig beffer geflelit ju werben. SBenn eö aber ^ar)rc 
long jur ,3"fmbcnr;eit fetner 93crgefe^teu t^ätig ges 
Wefen ifl, wenn ee älter wirb, wenn bie jöebürfniffc 
fte^ mehren unb eö bann ftel;t, tafj bei ©er)altö^utas 
gen meiflenö nur bie älteren Sttitgttcbcr, bie Äams 
mermufifer, bie c^ne^iu fcfccn fo geflelit waren, ba§ 
fte ton i^rem ©ehalte anflänbig leben fonnten, berüef= 
ftd;tigt werben, fo nuifj alle £ufl unb Siebe ju feinem 
SJerufe verloren gelten unb bie Äunfl wirb babure^ 
nidjt gewinnen. 8?3ir fönnen bem £rn. Drcr)eflere^ef 
tiefen fpitnft nic^t briugenb genug an'« ^erj legen, 



198 



unb ir;n nic^t genug ju treuer Pflege unb warmer 
$r;eilnar}m* an ber Soge folcr)er jungen Äünfller er« 
muntern. Qbm fo wünfdjen wir »on it)m, ba§ er 
it)re fünflleriföen gä&igfeitcn mefyr bcrüdftctytigen, bafj 
er ir/nen j. 93. buret; öffentliches ©piel in (Soncertcn 
u. bgt. juweilcn ©etegen^eit geben m&ge, it/re %a* 
lente gcltenb ju machen unb fte aufzumuntern, fo tute 
wir auc§ t>on £™- 2Karfcr)ncr mit Sftcct/t erwarten 
bürfen, bafj er bergleiefyen mit aücn Äräftcn unters 
flüfct. Söerben auf biefc SBeife bie älteren (Sams 
mers) äfluftfer ebenfalls bcüorjugt, fo wirb bie Sage 
ber jüngeren noä) brücfenber, @intracr)t unb grieben 
unter einanber werben gefrört, e8 Silben ftet) ummtfe 
fünfter) jwei einanber fcr)roff gegcnüberflcfyenbe *ßars 
teien, unb 3wtetraer)t, 9ceib unb Stfifjgunfl ftnb ba. 
©ie (Srfafyrung ijat baö audj t;ier gejeigt, wenn glcitf) 
nur in getinbem ©rabe, worauf wir fpätcr wieber 
jurücffommen werben, ©erglcidjcn fann aber ber 
(Sfyef beö SDrdjeflerä in ©erbinbung mit bem Äapefc 
meijter mit leichter SWiit)e üertjüten, unb tö ifl ba« 
Seiber ©djutbigfeit. — 

2Bir wollen nun ba8 ©ä ngerperfonat ber 
SDper bie Steöue pafftren laffen, behalten und aber 
tjor, fpäter hei einjelnen SBorflellungen auf bie $aupts 
yerfonen unb it>rc ßeiflungen noer) näfycr einjugeljen. 
Um nicr)t ungalant ju erfer/einen, beginnen wir mit 
ben (Sängerinnen. 

Unfere beiben erflen ftnb 2Kab. SRotteö unb Ütfab. 
©teinmüller. Sflab. SRotteö bcftfct eine üolk fräftige 
©timme, bie wofjl mer)r Witföo ? ©opran ju nennen. 
(Sie fingt mit fteuer unb ßetbenfct}aft. ©ie jugenbs 
lidje griffe freiließ i(l nicr)t mefyr üort/anbeu. $m 
©ortrage beutfdjer, getragener SWuftf üerbient fte ben 
SJorjug t>or 9Mab. (Steinmüller, unb bie 5Iuffaffung 
tr)ret 0artien jeugt »on 9?acr)benfcn unb glei§ , fo 
ba§ fie gewifj jeber grö§eren 23ü^ne (S^re machen 
würbe. 3^e $ertau8fpracr)e ifl ni<r)t beutticr) genug. 



— 9Wab. ©foinmüUer, geb. ©^riefet, i(l me$r für 
ttalicnifcrjcn ©cfang unb ba an tyrem ^piafce, wo ad 
libitum Koloraturen aller möglichen Slrt angebracht 
werben föunen. 2Bir tyabcn fte noer) alö grt. ©djri» 
cfel gehört, unb wü&ten nict/t, ba§ wir Jemals eine 
fo toolltönenbe, glocfenreine ©timme gehört Ratten, 
al$ fte bamalö fc/atte; inbefj tempora mutantur etc 

— ber frifdje Älang ifl auet) bei t^r bar)tn. ©te Ijat 
Feine unbeträchtliche ^0^5 t^re Äefylfertigfeit ifl jiems 
licr) bebeutenb, ber dritter aber it)re fc^wacr)e Seite. 
3&t Vortrag if? tebenbig, oft leibenfdjaftlidj. 2Wit 
bem ©ortrage unb ber Sluffaffung beutfe^er 9Bufif 
fönnen wir unö nidt)t immer einöerjlanben erflären. 
S^re ^luöfpracr)e ifl jiemlicr) unbeutlict). s 2lber tro| 
aUebem unb attebem i)at f?e boc^ Momente, in benen 
fte ben 3"tyBter ju feffetn unb ftd) 5lnerfennung ju 
erringen unb ju fiebern wei§ , unb unfer ^ßubltfum 
würbe fte gewifj ungern verlieren. — 9?cab. Siebe« 
©rünberg'ö ©timme möer/te für größere unb anflrens 
genbere Partien nic^t auöreidjen, fle ifl baju ju 
fc^wacr) unb bünn; in Partien jweiten 9langeö leU 
flet biefe ©ängerin inbe§ 2lnerfennen8wertljc3. ©ie 
wirb ben ßeipjigern uon früher atö grl. ©rünberg 
meüeidjt noc^ erinnerlich fein. — grl. ^urba'ö frü« 
r)er nieblicr)e ©timme, eine 2lrt 9WejjOs@opran, ^at 
bebeutenb abgenommen. -3" ffeineren Stollen, bie jus 
gleicr) lebenbtged ©piel beanfprudjen, ifl fte recr}t 
brat? 5 il)r ©piel ifl nieblict), Sic bertritt bie ©teile 
einer ©oubrette unb wirft attet) im ©eftaufpiet mit. 

— 9Kab. ©neb, für fomifcr)e 5llte, i)at freiließ eine 
fdjneibcnb fct)arfe ©timme, aber bebeutenbe gertigfeit 
unb gute ©cr)ule. $n c§arafteriflifcr)er Sluffaffung 
t^rer Stollen unb ben entfprecr)enbem ©piel üerbient 
fte ben ©orjug üor genannten ©ängerinnen. ©ie ifl 
ebenfalls im ©c^attfpiel tfyätig unb füllt überhaupt 
it)ren Sßlafc mit ß^ren auö. — 



Rvitiitbev s 2iniei$ev. 

Ueberftd;t bev neueren @r[d)einungeH auf bfm ®cbiett t>ec 3Xufif* 



gut ypianofotte. 

Salons unb (Sbaxdtttrftüdt. 



?runf unb glittertoerf. JÄei^^altige ©ammlnng aller etv'rn 
italieniföer 33ortrag«bejelc6nungen. 

§. 9lat)tna, top. 22. Elegie pour Piano, ßcljött. 
9. ©Otia f ©p.48. La Chasse. Caprice de Concert 45 flr. 

£kl)0tt. 1 Ji. Sine iurferftige OTäfd^erei für Dilettanten, bie »or ber 

Sine Xrivialität mit vielem ftufttanb von virtuoftfdSiem Tonart ®e«^2)ur ntd)t jurücfbeben. Uebrigen« nieftt f^toer. 



199 



X. ©dmnwtmt, ßelfotjar, ßallabe von «Jein*, für 
Piano uilein «rranairt ton flj.Cnke. Öiroel u. 8toU. 
10 Hjr. 

Da« $r.icf)tftücf ift mit ®efc$icf übertragen. 
3.@<6ttl$off, ©p.23. 3 Idylles. Örrjott. 1JI. 30flr. 

Die <Siicfe tragen bfe Ueberfäriften : „Cfeant du b«rger, 
daos les Montagnes, Danse ruslique". 6ie finb, feie bie mel* 
#en (gadjen ©äultjoff «, fauber unb fcfcmucf, feljr cla»iergemä§ 
nnb felbft nid)t ofyne cfcarafterijiifdje« ©epräge. Sil« Unter? 
tyaltumjämujif bafjer ju empfehlen. 

3* 33iumetttW, ©P- 7. Üne Nuit ä Venice. Fan- 
taisie. öreitkopf u. ijärtel. 12| Jlgr. 

— — — , ©p. 8. Les deux Anges. Morceau 
caracteristique. Äben*. 15 Hjr. 
©eibe (Stütfe fabelt, toie man föon au« ben beigegeben 
nen Ueberfc&riften berau«lefen fann, einen bidjterifaVn 2ln* 
fug, um beffentoillen biefelben nid)t unfreunblidj $urürfjutoe(< 
fen finb. ißiel freiließ, tva« auf ben?orleu*tenbe« Talent beu> 
ten fönnte, enthalten (ie nid&t. Der <Berf. ift jefcenfafl« ncc$ 
nify im klaren mit (1$ felbft; er treibt, »ie e« ba« gute 
Ungefähr mit ftcf> bringt, unb ifl nur ju leidjt geneigt, ben 
»erlorfenben Sirenen be« einfeitigen ißirtuofentljum« ®e$ör ga 
geben. 3u toünfäen ift, bag feine Grfennlni§ mcfjr unb me^r 
reife: toir gtteifeln ni$t, bag er fia) bann ju elroa« Zütyi* 
gern f>erau«arbeiten »erbe. 

©. (Stoetft, ©p.45. Grandes Eludes. lr Livr. Hr 1 
2, 3. Sjaslmfler. 2 Ji. c.Jll. 
2Die bie erfle ber (Stuben $at iöater Gjernty ju £unber* 
Jen faft getrieben; jle entölt nur längft Dagetoefene«. Die 
ätoeite (Stube ift mufifalifdj etwa« intereffanter, bc* gleicfc 
fall« entbehrlich. Die britte erfreut ft$ einer angemeffenen 
£roefen!)eit. 2Kotto: „3n ber SSBelt ift alle« eitel!" 
§. ©dÖctteilBerg, ©p. 7. Nr. 1. La Pastorale. Nr. 2. 
L'appel aux armes. Nr. 3. Chocur des Anabap- 
tistes. Nr. 4. Hymne triomphal. Quatrc Fantaisies 
sur des themes de l'opera: Le Prophete de Gia- 
como Meyerbeer, ÜJrntkopf u. Qärtrl. tlr. 1—4, 
jrbe 10 njr. 
9Ba« t>on Seiten be« 23f«. auf ©runb ber 9Kei)erbeer- 
Wen Unterlage errietet tourbe, oerbient in fefern beifällige 
$nerfennung, al« bie« mit richtigem ©efcufjifein barüber ge= 
f($e$en ift, toie überhaupt bie ©attung berartiger Unterfjal* 
tung«mufif befdjaffen fein muffe. Z>a^ gcbanfenlofe unb oft 
öänjliö) unmuftfulif<r)e treiben, bem man auf biefem ©ebfete 
begegnet, i|l bie Urfacfce, bag man eben fo oft über bie ®aU 
inng an unb für ftdj ein 9ßerbammnng«urtljeil auöjufpredjen 
geneigt fid) geigt, unb ift e« baljer föon erfreulidj, cnbli$ 
einmal SBeffcre«, einmal (Unat, ba« in feiner ganjen Slnlage 
nnb 9lu«fü$rung ben benfenben SNuftfer oerrätl;, J^ier angu* 
treffen. Die torliegenben ©earbeitungen finb oon mittlerer 



©djtoierigfeit unb »erbienen in bem angebeuteten 6inne (Sm* 
Pfeilung. 

<£♦ ®* 2idfl, ©p. 78. öa^nfr-fiiUet. 6 tfkUaen. 
^aslinger. 2 Jl. 30 &r. «.Äl. 

ffiirb befproc^en. 

SRofceartifel, tfabvifarbeit. 

%. Surgmütter, Grande Valse brillante sur le Pro- 
phete. Ödjott. 1 Jl. 

Unmünbige« für Unmünbige. 

©. Sä. SC6bot!te, ©p. 68. L'esperance. Nocturne. 

Öctjott. 45 Ar. 
— — — , ©p. 73. La tencrezza. iHelobif 

für piano. £btrib. 45 fir. 
Jobtgeborene jtinber! — 

©. SWarCtttl^OU, La tourterelle. Valse brillante. 
Öcljott. 54 flr. 

@o bunt unb faillernb bie Slu«flattung be« Sitelblatte« 
ift, fo trofilo« unb nid>t«fagenb ifl ber 3n^alt. 

6. SSofi , ©p. 105. Deux motifs du Prophete. Nr. I. 
Marche du Sacre; Nr. II. Melodie de la men- 
diante. Transcrits et varies pour Piano, ßreit- 
kopf u. ^ärtd. 3rteo fleft 10 Hjr. 

3^el ©a^eldjen, bie £r. (Sfiarle« 03o§ tra^rfd^einlidj 
be« SWorgen« beim ^affeetrinfen fabricirt ^at. Da« genügt 
tooljl! — 

%äv SBioItne* 

£). ailtttb, ©p. 19. 10 Etudes artistiques. ßfhott 
2 Ji. 24 fir. 

fitebet uttt ^taneforte* 

%. SB. D. fBtanne, Cebet woljU 3uv Crmnrrung an 
Cauchftäbt. ©rbicljt ron tD. d. Öötl)*. ^ür rine 
ÖingCttmme. Älcrfeburj, f. ©areke. 2£ 0gr. 

Gine $art gehaltene, fangbare ^ompofttton, bie vermöge 
ber 33reite ber mufifalifeben Sluffajfung bem Sänger ©elegen^ 
fyit $ur Entfaltung ber ©timme bietet. Die l>übfdr> erfun^ 
bene Begleitung fief>t bem ©angen gut an. 3m 40üen Xacte 
lefe man im 53aflfe es ftatt as. 

g. Äürfcn, ©p. 51. 3wei Cirter (ltr.1. «g liegt Her 
pfiffe Öommer, von fleine; flr. 2. tljjgldn im WaiVt, 
ron JF. Cöwc) für Sopran, ober trnor, ober Alt un* 
ßaf|. ßiegel u. Stoll. 3ufammen 20 ügr. €in- 
?cln ä 12». rigr. 
€c^lec^te« fann man oon »orliegenben fiebern gerabe 

ni^t fagen; fie ftnb »on routinirter 4>anb gemalt, unb ge* 

berben ftc^ bur^au« anf^änbig. Slmüfiren fönnen fie ben @Än« 

ger, aber nfdjt ergeben. 

§♦ @ffct, ©p. 27. Wui CieHer. Ödjott. 54 ftr. 



200 



(Steten auf bei £ot;e ber »otertoäfaten äurten' fc$en 
Sieber. 

%. ®umhttt, (Dp. 27. «tfmffirtft. (2 Jjeftc.) Sirjel 
u. Stolt. ä J5 tlgr. 

3Rittelgut in befannter Steife. — 3u ertt^nen ff* nur, 
bag im erften Siebe be« erflcn $efte« ftc§ fälfdjii* ba« 3et* 
$en be* Csüacte« sorßnbet; ifl burdj } gu wbeffern. 

©♦SRettrtrec, Romeo etJuliette. Mtlolit (mit fran- 
jöCifrljem, italwnifcljmi unb fceutfcljfin lext). Scljott. 
45 flr. 

(Sine ftarfgetoütjte Steife au« franjöftfdjer äu*e. tfunfc 
teerig unter 9kff. 

ÜRe^rfittttttttge <§efättge. 

3f* &♦ glototfl, Ständen oon Sapljir, (äv Sopran, 



Alt, «rnor un* öaff, mit Begleitung *er JJarfe un» 
©bor, oter *rs pftt. un* Dioline ober JiöU. WittL 
Äiillrr. 45 Ar. «.JH. 

ÜBiel 9firm um Midjt«. 

§♦ ©ffet, ©p. 30. IDrri yrütjlingsltrtcr oon ©eibel, 
für Sopran un* 3Ut, mit ßegl. fces pfte. Scljott. 

£$ne gro&e funfUetifäe 2Betye. 2Baljrf($einlicfc nur ge* 
niadjt, um einigen fingenben Samen getäüig ju fein. 

fttrd)enmufiF, 

Sit ©djumatttt, ©p.7l. Atwentliffc oon Jx, Rückrrt, 
für Solo, Ctjor un* ©riefte r. «GlaDterausiua. ßrrit- 
kopf u. Ijärtel. 1 8l)lr. 15 Ügr. 

SÖirb befpro^en. 



3nte[It$ett3l>I<ttt* 



Novitäten 



der C. MJUChhar dt sehen Musikalien-Handlung 

in Cassel. 

Versandt am 20*ten October 1849. 

Beethoven, Ii. van, Sehnsuchts-, HofT- 

nungs-, Schmerzens-Walzer für Piano. 5 Sgr. 

Bmnner, C. T. f Fantaisie sur des Motifs fa- 
voris de l'Opera ie Prophet de Meyerbeer pour 
le Piano. Op. 143. 15 Sgr. 

, Fantasie über das beliebte Lied: Letzte 

Rose, eingelegt in die Oper Martha von Flotow, 
für Piano. Op. 144. 12^ Sgr. 

, Fantasie über Lindpaintner's beliebtes 

Lied: Die Fahnenwacht , für Piano. Op. 145. 

12* Sgr. 

, Bouquet de Martha. Divertissement sur 

des Motifs favoris de l'Opera: Martha de Flotow, 
pour Ie Piano. Op. 146. 15 Sgr. 

Czerny, C, 3 Rondeaux-Galops brillants pour 
le Piano. Op. 805. Nr. 1, 2, 3. ä 10 Sgr. 

, Rondeau brillant pour le Piano ä 4 ms. 

Op. 806. 25 Sgr. 

, Rondeau brillant pour le Piano. Op.810. 



15 Sgr. 



liiederkranz, Sammlung beliebter Lieder und 
Gesänge für eine Singstimme mit Piano. 

Nr. 3. Häser, C., Ständchen. 6 Sgr. 

„ 4. Bott, J. J., Die Monduhr. 7| Sgr. 

„ 6. Kühmstedt, F., Lied vomVampyr. 7-J-Sgr. 
„ 7, 11. Häser, C, Frühlingstoaste. — Ins 
Herz hinein, für Sopr. od. Tenor. 7|S<r 
„ 14. Bott, J. J., Der Schiffer. 74. Sgr". 

Meyer, F., Fahnengalop, lür Piano. 5 Sgr. 

— , Rococco- Polka. — Erinnerung an die 

Heimath. Langsamer Walzer. Für Piano. 5 Sgr. 

Mörder de Fontaine, Erloschene Liebe," 

Gedicht von Heine, für eine Singslimme mit Piano. 

_ T . _ _ _, 10 Sgr. 

AflCkel, F., Polonaise über beliebte Motive für 

Piano. . 5 g^ 

Oginsky, 3 beliebte Polonaisen für Piano." 
n 5 Sgr. 

JRecneil de Morceaux difterents pour Piano. 
Nr. 4. Rosenkranz, A., Gondellied. 5 Sgr. 

"**• — — Ständchen und Humo- 

reske. 5 Sgr. 

"6- — — — Impromptu. 6 Ngr. 
Rosenkranz, A. f Engel-Polonaise und Cas- 
caden-Galop für das Piano. 5 Sgr. 

, Euterpens Tanzlust. Walzer für dasP. -°o." 

5 a*r. 



Ö- öfnjefneiOlummern b. «R. 3*f<$r. f. SWuf. »erben *u 1 J 9igr. beregnet. 



©rutf Mit 9 t. «örfmönn. 



tt e u e 



i&iitfättft fit 




Statt} SBrettbcI. 

SinunbbrrifMgfier ©anb. 



M 38. 



Bf f leg« f i 

m^bttt gttefe in £etpjig, 
3)m X Hottemba 1840. 



Äton btefet Bdtfrjj. erfechten to0<$entli<$ 
S Hummern son 1 oitx l 1 /* Sogen, 



$ul* be« ©<mbe* ven 52 Ern, 2Vi X^tv. 
. 3nferttun«gebii,ren bte $ttit|tilt 3 3*gt. 



Abonnement nehmen alle 90 oft amter, 33u$*, 
SRnflh unbßtnififjanblungeit an. 



3fl$alt: Jttrdjrnmu(tt. — %ui fJfa*. — ÄUlnt £*iäm0 , üag#*flff^t^tt, SSermifcfetf*. 



fiircJ>ennmftF* 

JfrattC- ©Otttmet, Collectio Operum Batavorum &e- 
culi XVL Sumplibus socielalis Batavae ad mu- 
sicam promovendam, Tom. VII et VIII. — iE a inj, 

©iefc Sammlung tfl in toirf. SSI. fdjon fo cftctS 
ertönt tuorben, inSbefoiibere Sanb 29, ©fit* 12Ö, 
bag eS flberflüfjig ju ff in ff$eint, übet bie Sbee, 
tt>eld?e torrfclben ju ©rimbt lieg*, tote ftbet bie Sluö* 
fufyrung ton Seilen bcö $era«ägrberti 8Beitere8 mit* 
jiittjeiten. 9(fled bnfi (Sute, roa& bort baxübet gffagt 
töitrbr, ifl aud} biefen 33 Silben na{$juru lernen, übet 
audj bie Wuäßctluiigen t ju benen bei ^etauägebet 
Betaut äff img ju näherer Sefptedjmig bot, ^ £}. feine 
Unfie^erfyeit bei Slnwcnbung bet 0^ö^tng§= unb ®ts 
ttiebtigungf jeic^en n. bergt, gellen anrfj fjiet. 3ef?m 
mir ba^ft bauen ab, bie in bem fcGtliegenbeii 7tfit 
unb 8ten ©anbe enthaltenen ©efange einjelu ju bes 
fotedjen, fo fallen rcit eä bodj ff« angctnciTcn, bie 
Kamen bet £cnmeifler nebfl Angabe bet 3^&t *« 
Den ifjnen toetöffeutli^n ®tfange nadjflefjenb jufams 
menjiiftefteu, unb bieä inSbcfonberc au* bem ©rutibf, 
ba baS Uiilrrnd)tnm gefd)Uf[en ju fein fäeint, ivit 
ritt gefdjidjtfttfcrS auSfiiljrlidjeS Sta^miHt, beut 8ten 
Sanbe beigefügt, anbrütet. 

3«, 9tcabe(! - • 1 <&efang für 8 Summen. 
$ &. «affirol 1 H „ 4 M 

3ac. ffinu* 1 „ „ i 

«otn. ßani« 1 M „ * 



3ac. (Stemm* (aon Papa) 6 ©t fange für 4 Stimmen. 
& „ „ & 



3wm» b( dlcuc 



*Kiu ®embcit 
(5lji. $rila«bet. 



teeb. ^ollanbet 
Sotquiii be 5pr6* 



Od. be Saffua 



gpetit 3* be «litt« 
SJUit^ It SJlaEilrt 

?&iL be Wonte 
3oan. 3Rout(jn - 
An ct. $füertiagf 
Dom. ^hinöt . 
(S^Pe- be Kote . 
3ac, Biet 



* tt n 
i ©efftttg w 

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6 



1 iSefaag , r & 

5 ©efange , f 4 
4 
2 
1 

2 <3efAnge 

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6 (gelänge 



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202 



3ac. Seiet 



1 ©efang für 6 ©ttmmen. 



$nb. ffiaelrant 
Slbr. aBUlattt 



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* #/ II «* /» 

/r „ . . 3 ©efänge „ 8 

©emna<$ Bietet bie ©ammtung in tyren ac$t Sans 
ben ton einunbjwanjig SDieiflern, in einem «3a!?* 5 
^unbert entfproffen unb einer ©cr;ute angefyörig, 26 
©efänge ju vier ©timmen, 50 ju fünf ©t., 22 ju 
fec$ö ©t., 4 ju fieben ©t. unb 16 ju aefjt (Stimmen, 
jufammen actytunbneunjig ©efänge bar. (Sine 
Ueberftctyt biefeö 93erjeic§niffeö beutet ben reichen, eigen- 
tümlichen «S^alt an, unb man mu§ gefielen, bafj, 
cbgteidj bie ©efänge einer großen Slnjatyl cbenfaüö 
fo r)öcr;ft berühmter SJJcißer alö bie vorgenannten, 
j. 83. Ctfcntyeim, ©ufaty, ©rafart, gaugueö, (Sloty, 
ßbrccr)t, ©afftron, (Sraen, Sapictba, be Crto unb vie= 
Ier Slnbcrcr leiber nid;t berücffidjtigt worben ftnb, biefc 
Sammlung, beren 6orrectr)cit unb äufjcre fc^öne Sluö* 
flattung rüfymlicfyfi anerfannt werben mu§, ben greuns 
ben ber ©cfc$ie$te ber Sonfunfl ein trcfflict)cö 2??ate= 
tial ju itjren ©tubien bietet, unb baf? baö Unterneh- 
men ber nieberlänbifäcn ©efellfc^aft jur S)eförberug 
ber Sonfunfl wafyrfyaft jur (5f)re gereift. 

6g©. 



2lu* Vxa$. 

2lm 24ften Cctober. 

%m Verlaufe ber legten SBocrjcn Ijaben wir wies 
ber jwei SDpern von ein^eimifc^en Slutercn gehört: 
bie eine neu, ton «3- 8»'fd?ff, gürfll. 8obfcwigifcr;cm 
Äammcrvirtuofen, betitelt „bie Abenteuer im SBalbe"} 
bie anbere, ©irector $. g. Äittl'ö fc$on längere >$cit 
nid)t aufgeführte „23ianca unb ©iufeppe, cber bie 
ßranjofen vor Kijja". ©ie erfrgenannte biefer ©pern 
fanb wenig SInflang , unb fennte ir)n nic^t ftnben, 
Weit ber Slutcr, bei unleugbarem Talente, bod) ncd) 
ju wenig frubitt fyat, um ber Sliefenaufgabe, eine 
Oper ju fct;rcibcn, gcwadjfen ju fein. Slu§er einem 
ton unferer genialen geringer trefftidj vorgetragenen 
unb wirfliet; eben fo originellen alö anfprcct)enbcn 3u 
geunerliebe, bann einem burcr; eine Sritlerftgur ber 
ßboc unb glöte gciflreicr) verjiertcn melobiöfen ©uo, 
einem cffcctvoUcn, aber ntdt)t rccfyt in ben 6r)arafter 
ber ^anblung paffenben äftarfe^e, unb einer gelungen 
nen ©afletnummer, ifl baö Uebrige grögtent^eilö oers 
fötoemmen, unausgeführt, unjtrcrfmä^ig toealiftrt unb 
infirumentirt. Xroftbem, ba§ ber Slutor nac§ ben 2lct= 



f^lüffen »on einer ftraetion gerufen trurbe, ^at bie 
£)per ^iemanben befriebigt, unb t>erf$n?anb nac^ eis 
ner 5hiffü^rung tom SHfpcrtoir. ©ie fönnen l^ierauö 
föliefjen, luelc^er JDii^brau^ bei unö mit bem £er= 
auörufen getrieben wirb, unb n?ie wenig bieö alä ber 
richtige S^ermometer — ic$ ioiU nic^t einmal fagen, 
ton tem SBertfye ber ©ac^e, — fenberu felbfl uon 
bem ©eifaü beö ^ublifumö mit ©ic^er^eit angenonu 
men werben barf. 

©agegen f;at Äittl'ö Söerf triebrr fct)r fciel er- 
folg errungen, ©aö §an$ n?ar am 9lbenbc bed 
20ften October, wo fte gegeben würbe, gebräiigt tooll, 
wcju aücrbingö aue^ bie Beliebtheit beö ^cncrtflen 
SKeie^l beitrug, ber bie SDper jum S3enefij gewählt 
l)atte. ©er »ilutor würbe nac^ bem 2tcn Stete, bem 
effeetuollfien, gerufen, unb bieömal war bie öeifaUäs 
manifeflation wirflicr) eine »on ber Überwiegenben 
9Ner;rjaf;t beö Slubitoriumö, ja felbfl üon ftreng rie^s 
tenben ©Jujtfern auSgetjenbe, unb toerbiente. ©er Slu* 
tor t)at, mcfyx um ben ©ewotjnfyeiten beö ^rager 9ßu: 
blifumö unb bem wohlgemeinten SBunfc^e ber ^nten; 
banj ju genügen, alö ai\% eigener Sluerfennung ber 
9?ot^wenbigfeit, mehrere Äürjungen vorgenommen, bes 
fonberö im 2ten unb 4ten Stete, fo bafj lic ©per ftatt 
wie früher gegen vier ©tunben, je^t nur ct\va& übet 
brei ©tunben bauert. fieiber mußten gerabe einige 
intere([ante Kümmern, namentlich jene im 2ten Stete 
an ber 8eict)e Srigitta'ö, unter bie ©cr;eer« fallen, 
wät)renb ber lfle Slet — bei vielem ©elungenen bod§ 
Vergleic^eweife ber f^wäc^flc beö SBcrfeö, unverfürjt 
blieb, gür alle gälte fönnte ber ©olbatenc^or „S3räus 
tigam bin id?" im iften Stete wegbleiben, er wirb, 
tvie icr) feft überjeugt bin, nie ©hief machen, ^ie 
5luffüt;rung, in ber alle unferc bcflen Gräfte mitwirfs 
ten, war vortrefflich. SBefentlic^ gewann bie £)per 
babnret), ba§ grau geringer bie Partie beö ßanbs 
mäbcr)enö übernommen, unb burc^ i^t äcr)t bramati- 
fc^eö ©piel ju einer, früher nur t^eilweife geahnten 
S3ebeutenbr;eit erhoben t)atte. ©ie, grl. ©ro§er, bie 
^)$). Äunj unb Steigt erfreuten ficr) beö lebhafteren 
Söcifatlö. — C^ne 3^«frl ^oirb bie Cper wieber öf= 
terö am Repertoire erfe^einen, unb ber neue bebeu« 
tenbe Erfolg berfetben ben verbienten Slutor ju neuen 
Seiflungen auf biefem gelbe aufmuntern. 

Slufjer biefen beibeu Sreigniffen in unferer SWuftf* 
Welt ift für bieömal nie^tö ©efonbereö ju berieten, 
alö bafj fiabi^fi; mit feinem SDie^efier gejtem auf ber 
©urd)reife ein jwar fct)wae^ befuct)teö, aber gut ges 
lungeneö 6oneert gab, ba§ grl. £3r;ri, bie mit vielem 
©eifatt fyex aufgenommene Goncertfängerin, l;eutc 
Slbenb jum erfien ä^ale im ©arbier alö bramatife^e 
©ängerin bebütiren wirb, unb bap ber ^tanifl 4}r. 



203 



ßtanj ©molar, ein ©otjme, bet tn $olen unb 9lu&s 
lanb berettd oicl (Selebrität erlangt tyat, »orige 2öoc$e 
mit trietem S3cifaU im Skatet gef^tclt r)at. >2ln Äraft, 
gertigfeit unb Staocur bürfte ex fanm übertreffen 
to etben. — Sie ejecr)if<$e Dper tyat nod) nidjt U* 
gönnen. £ # 



Äleine 3ettung« 

$amtober» Die erfie muftfalifdbe @oir£e ber $$. tfolbe, 

Äalfer, 93aa«, Sinbner OJMitglleber ber Äapefle) nnb be« £rn. 

fBoltermann ((Slaoterfoieler) am 20ßen Dctober. 3Hit gteu* 

ben baben toir ba« Unternehmen genannter Ferren begrübt, 

bem $ublifum in vorläufig brei <Soir6en, auf bie aber b«>f' 

fenilid) nod) mehrere folgen »erben, @trei$quartette, (51a* 

siertrio« unb ät)nlid)e ÜBerfe Dorjufubren. @d)on »or meb* 

reren 3«l?ren ueranfklteten erfigenannte Ferren Duartett* 

@oir6en, festen biefelben aber roegen Mangel an %ift\ina\)mt 

ni$t fort, bi« fle iefct roieber einen afjnl{<$en 93erfu$ toag* 

ten. Die £f)eitnaf)me be6 $ublifum« ift groß ju nennen, fo 

bafj ber ©aal bie 3ubörer faum faffen fonnte. — SBorgetra* 

gen tonrben juerfl ein ©ireidjquartett von Sater $atybn 

(®*Dur), bann ein (5iat>iertrlo r>on 9Barf$ner (©*äRoll) 

nnb julefct ein Duartett uon ©eetbooen (ö«*Dur). £u§er* 

bem fang «ßr. €>teinmüller ben alten SDaljer »on Nicola unb 

jtoei lieber von Sftarföner loben«toertb, toenn gleit mit 

jlemlidj unbeutlldjer SeriauÄfyradje. Ueber Vortrag unb Stuf? 

faffung ber beiben Duartette fönnen toir un« nur lobenb 

an«fored)en, unb e« toar ba« bei bem Talente, bem gleite 

nnb Satyre langen 3ufammenfyiel biefer meift nod) junge* 

ten Äünfiler nid)t anber« ju ettoarten. Die (Slaoierpartie 

be« $rio« fpielte $r. 93oltermann re<^t fauber unb nett, 

aber oljne 5>oefte, obne geizigen ©djtoung. ffiir machen 

$rn. 93. hierauf befonber« aufmerffam, er ift nod) jung unb 

mufj nod) fel)r fleifjig fiubiren. Die (Seflopartie foielte $r. 

Sinbner fel)r brat), eben fo £r. Äatfer bie Sßiolinpartie. — 

Söir hoffen, bafj bie Sßeranfialter biefer (Soireen ben ©efang 

in benfelben mit ber 3eit fallen laffen »erben unb bann reine 

Duartett* unb Xriofoireen »eranftalten. Unfer $ublifum roill 

freilid) bur$ bergleid)en erft angelocft fein, unb toir toollen 

be«l)alb ben Ferren »orlÄupg barüber feinen ©ortourf mad)en. 

9li((t unerro&bnt laffen toollen toir übrigen« «fern. Stufyn'i 

»ortrefflidje (Slattierbegleitung jum ©efange. — SRogen bie 

Ferren auf bem betretenen SBege rajllo« forifdjreiten unb in 

i^rem streben nidjt nadjlaffen! Der Sinn fär toaljre Äunft 

iß in nnferem $ublifum ftdjer nodj tti^t abgeworben ; er mufj 

nnr au« feinem ©Plummer getoeeft unb bann geläutert toer* 

ben. (Sben fo forbern toir fdjliefilid) bie <&enen auf, un6 

an$ neuere ffierfe aue bem (Siebiete ber Äammermupf 



»orgufüiren; toir erinnern t>cr allen Dingen an SRob. ©djn* 
mann. 3W- ^P* 

3Ragbe&Ut(|, ben 25fien Dctober. 3Wlt bem geftern 
fiattge^abten erften (Joncerte im „tiogenbaufe" i(l unfere bte«^ 
Jaljrige (Sonccttfaifon nnb jtoar auf bie getoo^nte «rt eröffnet. 
2Bir fagen: auf bie gerool^nie 9ltt j benn ba* Programm toar 
mit berfelben Umfitfct enttoorfen, toie bie früheren, ba« Or* 
e^eftcr fpielte na<^ bem murtfaliW tl;atenlofen ©ommer unter 
feinem getoanbten, fixeren Dirigenten 2flüf)ling mit befannter 
Xüc^rigfeit, unb enbüc$ toar ber ©efu* ein fo fpärlidjer, toie 
bei allen erften Goncerten; befto überfüllter werben bie lefcten 
fein. Die r)ie(Ige ©übnenfängerin, grau 59a^lfen, bie toir in 
einigen ber bebeutenberen Wollen bereit« fennen unb achten 
gelernt batten, überragte un« bur^ anfptudb«iofen, gebiege? 
neu Vortrag einiger Bieter. «&r. (Soncertmflr. 93ed fplclte ba* 
britte Goncert feine« fiebrer« be SÖeriot mit fc^önem Xon unb 
&iemlid)er te^nifc^er ©i^erbeit. SKiiglürften aud? einige SWal 
bie böfen Cctaoengänge in ben ^txen Legionen, fo lieg fidj 
boc^ ba« banfbare, billige ^ublifum barum ni^t abgalten, 
ben t»erbienten lebhaften 93eifall ju fyenben. — 

gftanffutt a^fW. Die 3igeunerin (Bohemian Girl) t>on 
Söilliam 93alfe lief am 22(ien Octbr. oon 6ta^el, »urbe am 
26ften toieberbolt, unb roirb am 27fien unb 28flen ebenfall« 
unter be« Gomponiften ^erfönlic^er Leitung fiattfinben. ^>it 
beiben erften 93orftellungen erhielten bei faft überfülltem ^anfe 
ungetbellten 93eifall, unb ©dnger toie dom^onift würben ge* 
rufen. ^>it «orfieflung am 28flen wirb jum ©enepj ©alfV« 
fein, toorin bie (Sängerinnen (Sruttelli Patt be« lfien Slcte« 
fit concertlidb probuciren toerben. Diefe lleben«toürbigen San* 
tatricen ^aben in bem Gencert be« *rn. (Sliafon am 20(ien 
b. 5W. ein £allo gemalt, beffen toir un« feit bem €ucce« 
ber fiötoe unb £inb nic^t mebr erinnern. — Donnerftag ben 
lften SRooember toirb un« S3alfe »erlaffen unb fi$ nac^ 93er* 
lin begeben. 

SuS bet Äejttieig. Ueber f^roeiierifeibe SWuftfjuftanbe 
ifi f^on oor Äurjem in btefen IBl&ttern bie Siebe getoefen ; biefem 
93orau«gegangenen toollen toir nun nod) einige furje SRotijen 
nadbf^iefen. ffiabrenb in Deutf^lanb im 3af)re 1848 bi« 
je^t bie 3eitereigniffe läbmenb auf bie flunft eintoirfien, toäb* 
renb fie (bie tfunß) t?or ber lärmenben ^olitif fd)ü*tern au« 
ber Deffentlic^feit in ba« (Stübdjen be« Äünftler« flüstere, 
^aben bie ©(^toeijer in iljren ©ergen nic^t aufgehört ir)rer 
mit greubigfeit ju pflegen, ©rögere unb Heinere Sluffübtun* 
gen fanben <&tatt, bie t>etf<$iebenen SWannergefangvereine biüb* 
ten unb gebieben immer fort, unb burd) ben (Sifer einzelner 
funfberftänbiger Scanner tourbe felbft in ben Heineren 6tabten 
Sebeutenbere« etmögli^t. ®o j.53. in 3ofingen, reo fid) ber 
Drganlfx unb ©efanglebrer $r. @. ^c^olb, ber ft(^ früber in 
Seipjig aufbiclt, mit (Srfolg bemübt, ben mufifalif^en @inn 
)u erroeefen unb gu »erebeln; auc^ in Kurten , »o er früher 
in glei^er ©teflung toar, bat man i§m in SBejie^ung anf bie 



204 



SWuftf S3iel ju verbanfen, tbefl« bur$ (Srricbtuna. von ©e* 
fangvereinen, tljeil« burdj (5oncertauffüt)rungen u. f. r». Dann 
fdjreibt man un« audj von einer Drgel In 3cftngen, bfc vor* 
trefflicfc fein folf. «Sic ifr ein ©erf be« #rn. g. £aafe in 
93ern, eine« Sdjüler« von ©alfer in Subroig«burg. Heber? 
Ijaupt foft vorgenannter £r. #aafe roo^l verbienen au* außer? 
f)alb ber Sebtveij in weiteren Greifen befairnt unb genannt $u 
»erben. ©ct)litglid) Sofien wir nur nodj wünfdjen, tag un« 
au* bie 3ufunft nid&t weniger Erfreuliche« au« ber Scfjweij 
bringen möge. — 2). 9Reb. 

3Rufrf*eteitt in GtSIeben. 3elmte 23erfammlung am 
3ten 2lugufr. 1) $rio (© * 2)ur) von 2B. 21. Tlo^axt für 
$Hanoforte, JBioline nnb (5elTo, vorgetr. von ben £§. Drg. 
Älaner, Traufe unb Siebecf. 2) „£er gifäer", Sieb mit 
$ianofortebegl. unb obligater ©eige von SW. Hauptmann, 
vorgetr. von ben #£. SMuf. £eine, Drg. flauer unb SDiuf. 
Ärauge. 3) Sftonbo für $ianof. ju 4 £anben von Sföofcbele«, 
Vorgetr. von ben #£. $afror Ääfiner au« Belleben unb Drg. 
Älauer. 4) (Sonate für $fte. unb 23ioline von 2Jc. £aupt* 
mann, vorgetr. von ben £<§. Drg. flauer unb 3ftu(. jtrauge. 

— (Slfte ©erfammlung am 24ften 2lug. 1) 2Künblict)cr ißor* 
trag: 93iograpbie über flalfbrenner, gehalten vom Se&rer 
@d)neiber. 2) (Streichquartett von 9B. 51. UHojart (ftr. 1), 
vorgetr. »on ben $£. SWuRfern Ärauge, tfafyie, Jpeine unb 
©iebeef. 3) (Souvenir für *Pfte. unb Violine von JpcHer unb 
(Srnft, vorgetr. von ben ££. flauer unb Eräuge. 4) tyiU 
ger« Slbenblfeb, SWännerquartett von g. Äücfen. 5) Fantaisie 
sur des Motifs de l'Opöra La Straniera de Bellini von S. XfyaU 
berg, vorgetr. vom £rn. ©ttmnafiafi SDinjer. 6) SRomanje 
für $fte. unb iBioline von «öetter unb (Srnft, »orgetr. »cn 
ben $$. Stlautx unb tfrauge. 7) SHanner^or: Tormann«* 
@ang von Äucfen. — 3wölfte äkrfammlunq am 7ten Sept. 
1) Äurje (5r)arafierifHf über bie befannteften £onfünftler äU 
terer unb neuerer 3eit, mitgeteilt vom §rn. Sem. SMr. 
Glingeftein. 2) Ixio von (5. Gjernv. für $fte., 93ioline unb 
Getto, »orgetr. von ben £§. 3iWi$, ^offe unb Siebecf. 
3) 3»ei Sieber: „3n ber 2florgenfrür)e" von tfrigar, unb 
,,be« SWüfcen Slbenblieb" von flauer, vorgetr. von £rn. Sek- 
ret Unverfyau. 4) Duvertüte ju ©fi^er von £änbel, für 
$fte., voraetr. von £rn. Drg. flauer. 5) a. „bie Sorele^", 
Sieb für Bariton von ©ö^ler, unb b. „Simmerngefang", Sieb 
von 9^icciu«, von ben #§. (Seminariften Stallt unb Seile. 
6) ©artationen für $fte. ju 4 Jpanben von ©änöbac^er, 
vorgetr. vom $rn. Sup. Dr. Eäumler unb «&rn. Drg. Ä(aner. 

— 3)rei$e^nte 95erfammlung am 28Hfn Sept. 1) £rfo (gi«? 
SRofl) von G. ©. «Heiffiger, für $fte., Violine unb @ello r 
vorgetr. vom £rn. $aflor jRafiner au« ^oHeben unb ben ^^. 
SWnflfern $offe unb 33lättermann. 2) 3n?ei Sieben #/ grü^ 
ling«lieb" unb „©rüge" von gel. SKenoel«fo^n ? SBart^oibp, 



»orgetr. vom Seftrer Scbneiber. 3) ©cännerquartetf von %. 
@*ubcrt. 4) Sonate (g*3)ur) für WU- unb £orn, von 
^öeet^oven, vorgetr. vom Se^rer Sc^nciter unb SKuf. ?r^f*. 
5) 2lrie au« ber Oceoiment«to^ter von 2>oruj(ttl, vorgetr. 
von grl. Souife 53öl)nert. 6) ©ötlje^gfjl^SOcar)^ für $fte. 
»on g. Sifjt, vorgetr. vom ^rn. Drg. flauer. 7) Sföanner* 
*or: „3ager« 9Cu«marf4" von (5. 33. Secfcr. — iöier^^nte 
©erfammlung am 12ten Dct. 1) £rio von 6. ®. SReifftger 
(Dp. 167) für $fte. , 3MoIiite unb ^cflo, vorgetr. von ben 
**. flauer, $offe unb SHättermann. 2) M Q3lauäuglein", 
Duartett von g. ©. flauer, 3) r/ grül)ling«lieb" von gel'. 
sDcenbel«form*93artljo!b9, »orgetr. von $rn. «ffcffor Äinbier. 
4) ,,3n« ©laue", Sieb von (5. £. Sfifferr, vorgetr. von bem^ 
felben. 5) «Hcnbo für $\tt. ju 4 £5nben von 6. (Sjemv, 
vorgetr. ven beu ^§. Sup. Dr. üBäumler unb §rn. 3ippri^.' 
6. Sd^neiber, Secretatr be« herein«. 



SageSöef^tAte. 

Äetfett, (Sottcette, engagementd :c. 5>n (Soncert* 
weißer ©ulom^ fo ivie ter ^ianift fölumeittöal au« Son^ 
bon befinben fic^ j^t gegenwärtig in Berlin, unb werben bort 
toü^>tfd?einlid) (Soncert geben. 

Garl ^eineefe gab in Bremen ein ©oncert, in tveldjem 
Sifjt mitwirfte. Se^terer fpielte mit ffieineefe erfl ein 3)no 
für jttei 3>iano« unb feine 2)on*3uan^f;antafie. 

Sleue Cperit. 3n $ari« Farn fürjlicb vie neue Fomif*e 
Dper: „bie SÄofenfec" von §aleöi) mit ft^r ylucflic^em (5r« 
folge jur 5luffül;rung. 

fiac^net'ö neueße Dper: „93envenuto dcflini ober ber 
@ug be« $erfeu«" tvirb näd^fien« in 2flünd&en jur Stuffü^ 
rung fommen. 

Sifjt tvirb feine nun voUenbete Dper: „Sarbanapal" in 
$ari« ^uerft jur S(uffüi)tung bringen. 

SobeSfälle* 9(m Uten Dct. ftarb gn «Pari« ffttebti^ 

23etnufd)teS. 

2)er ©fester be« Strabefla tvar in Coburg. SO?an fagt, 
er Ijabe bem ^er^og ein Sibretto jn einer neuen Dper ange* 
boten. 2)ag ber ledere £rn. S*inbelmeiger in granffurt 
einen Drben verlief benebteien wir febon. ©lücflicb ber 
(Jomponifl, ber, barait feine Dpern ^ur 5(uffü^rung fommen, 
SKebaiflen unb Drben verseifen fann. — 

£a« Stanbbilb be« Dtlttltbuö 2affu3 tfl am löten Dct. 
in 2flün($en entpüllt roorben, e« ifr in örj gegoffen unb fhtyt 
auf bem Dbeonpla^e neben ©lucf « ©tatue. 



DrucT oon Jt. K Cef mann. 



VL e n e 




*iff4?iff f#* 




JBeraittft ertli^r r ücebacteur: 

(SinuHDbreifjigfier 33anb. 



Jtf 39. 



© erte g « r: 
5?gbert Briefe in Jgetpjtß* 

©m H- Sftütffmber 1849. 



$dh btefer Beitfdj. erfüllten mc^entlf^ 
2 ölummetn t-cn 1 über l 1 /, 3Jogen. 



tJJrfi« *efl 99anbe* von 52 Km. 2 Vi £btr. 
3nftitioti*flefr«f>rtit Me feiif jelle 2 Rat 



Stfcßnnement nehmen afle SPcjlämter, 55«$*, 
SWuflf* unb itutififfanMungen an. 



3lt&att: ©rc JMorganflt Kfram JtrJffl« In Drelbtn, — fffct ^pfaneforU. — Ei* SDlwfifjuliänb* in Hannos« (S^Iuft* — ÄrUtfö« 



©et ©pfotgattift 31b am ftttc^t 

in ^rcöben. 

93 o ti <£. ?. 99 e tf e t. 

Um bie gRitte beä 17ten ^rfmubettS trat ein 
Süngling mit einem fe reiben Xalent jur ©ir^ts 
unb Icnfunu begabt auf, tote ein foletjea mit fetten 
bte Statur einem it/rer Siebliiige Mtlitfftn ^af, Srifdj 
unb munter, launig unb t)eiter, träft ig unb uuge= 
r*ünffrtt flromteu feine Siebet ^er&or, uub Söcrt unb 
Eon fanben fidj fletä anf baS Qnmgfle vereint 
©et)n?anneri[dj uub fetmfiidjtig flaute ei ber Siebe 
©djmerjen, imb bei beut fet/äumenbrn ^ßofaf uermodjte 
er äöeifen ju erftnnen, bit r)eute nodj bie allgemeine 
B reute ju ert/D^en im ©taube fiub. ©üd? faum §um 
ättann herangereift, raffte ilm bet ftcb (juncea. I 63 
war 3tbam Ä Heget. Q^n felbfl fo roeü al§ mög* 
lidj eticaG näljer fennen ju Temen uub feine ®efänge 
einet unterbienten Eöergcfffnfjeit ju entjjc^en^ bagu 
würben bie nactyfotgeiiben Seiten benimmt, 

©ie fRae^ri^ten^ meiere einige Sitetatijifictitet 
über Mb. Ar, mittfjeifen, ftnb fo bürftig unb unbc* 
fiimmty fra§ man leitet erfennt, mit ijjre äJetfaffcr 
nur wenig $fjei[nat)me biefem ©ictjtet unb Sonfcgei 
gemibntet t)aben. 3ufamtnengebrängt mftgen fte Ijict 
ifete ©tefle finben. 

3» ber Sftffkit ©efdjidjte ber SRujit, in ber 
„r/iflctifdjen ©efr^reibung bet ebeten ©ings unbSUing* 
Äunfi bim 28. <£♦ ^ring" (©reäben, 1690) ftnbet 
fltfe ©eite 146 bie 9lotiy. „Um baä 3*tjt 1662 uub 
lurj ^tinaa) fei« in ber ß^utfürfMieJjen ®ü$fi\ä)tn 



ßapette unterfdjiebtietje t;od} gefragte Sttufiei gemefen, 
unter benen Statu Ärieger tu bem stylo Melismaüco 
fiirtreffii^ mar/' 9LU bie nä^fle Öueße, 91a^vi^ 
tcit über SonfunfHer unb ihre SBetfe auä jener 3ctt 
gu erzielen, ifl baä muftfatifc^e Sejciton toon ^o^. 
SÖalt^et (fifipiig, 1732) anjufe^en. Sffacr) biefent 
S^riftßelCei mar ^1* Ar- ein „teutfdjer fpoet unb 
S&ur « ©i^ftf^et (Sapettmeifiet^, gab Strien ^crau^ 
unb fiarfc im 3a^r 1660 im 32ften 3a^re feinet SIC* 
terä. # ,©iefc %iitn", fät)tt et barauf weitet fort, 
„ftnb im 3^x 1667 nac§ feinem Eobe ju ©reäbett 
in gotio gebrüht merbruj auf felbigen aber wirb er 
nur ein Sljurfiirjlt* Kammer s unb $*f * SJlufkuS ge= 
nannt/' ©er ani?nt;me ffierftiffet beä in S^emni^ 
1737 unb 49 gebruiteu ^(urjgefagten muftfalifc^cn 
äiTifciiä" vermag uic^tö anbetet beizubringen , aU 
ba^, n;aö S3att(?er mitt^eiten fonntc. *Huc^ ß. & 
©erbet iceig in bem erflen feiner bicgrap()iff$ea 
Söerfc (öcipjig, 1790) uiejjtä weiter ju fagen, atö: 
„2£b. Ärieger, 6^utf» ©äe^f. eaminerntu|lcu9, jugfei^ 
ein beutf^cr ^poet, geb. 1628, flax6 p SDreöbeit 
1666/' Unb in befielt fügen, neuem 6tag¥a$iföftt 
fiejifun bet lonfun fiter (S^Viig, 1813) ifl e3 biefem 
©r^rtftfreCter mtigtid?, auger ber Öeti^tigung beä ©e; 
Bitrtdja^ieS, bie Semeituitg ein ju flattert, bag ?(, Ar- 
no^ ni^t im 3 a ^e 1656 Sflitgtieb ber Äapctte iit 
©reiben gemefen fein föune, ba er noct) in bem an« 
gefür/rJen $a^re eine „Strie für jioei ©iäcautfiimmeu" 
„a(3 ein bn freien jtiiufie Seftiffener" ^erau^gegebett 
t)abe* teuere ©^riftfleßer, mit ©e^ittiug y JJ^ 
t c € u. $ lt„ liefern uut Stbfchtifteit beS ^iei aKitget^eiis 



206 



trnj Sftorifc ßürflenau in feinen Beiträgen jur 
©efe$icf)te ber Äonigl. ©auf. mufifaf. Äapetle (©re8s 
ken, 1849) finbet nict)t ©elegenfyeit it)n ju erwähnen, 
unb ni^t i nuififal. fittcraturforfe^rt, j. 23. ©üben, 
©ertoinuö, Beachten benfelben Weber alö Sonfefcer, 
noif) alö ©iejjter. ©a§ Ärieger aber beibeö war, 
keuten fe$on bie, wenn aud) immerhin fel;r furjgefajjs 
ten Semerfungen &on tßvtng, 2Baltr)er unb ©er? 
fcer genüg enb an. 

%l)c\U au% bem r)ier 2Jiitgetl;eilten, tl;eil8 auö 
kern SJorberiejjt eineö feiner SBerfe, welcr)eö ein $ja1)x 
naä) Ärieger'8 £cbe in ©reöben fauber gebrueft unb 
mit feinem Silbnifj gefctymücft erfdjien, läjjt ficr) nun 
©olgenbeö über fein Seben aufammenflellen. 

5lbam Ärieger würbe im 3«^ 1634 geboren, 
©er Ort feiner ©eburt ifl nid)t befannt, bod) bie tu feinen 
©ebid)ten fo r)a'uftg wieberfcfyrenben £obfprüd)e auf ben 
JHr)fin unb feine Vertrautheit mit allen ben bort tvafy 
fenben Söeinen, geben ber Sßermutfyung SHaum, bafjj 
er im 9U;eingau ju fiteren fei, ober bajj Ärieger feine 
3ugenbjar)re in biefer ©egenb verlebt l;abe. (Seine 
muftfalifcr)c 5luöbilbung fowcfyl im SDrgelfpiel a(d 
ouei) in ber £r)eorie erhielt er ton bem SDrganiflen 
unb Äapellmflr. (Samuel ©d)cibt in £aüe, ber 
fcelanntlicr) einer ber ©;33ud)flabeu beö 17ten -äfafyr* 
^unbertö war, womit bie Sonmeijler, ber ©tol$ ber 
kcutfcöen Nation, ©. ©djeibt, £. ©ct)üg in ©reo; 
ken unb 3 ob;, ©cfyein in ßeit^ig be^eid;net werben 
foUten. ©d;eibt flarb am 25flen 9ttär$ 1654, unb 
ker erfl 3Wan$igjäijrige Ärieger waubte fict) nad; ©reo; 
ken, um feine ©tubien unter bem bewährten £cfs 
fapeUmftr. £• ©djüjj fortjufe(;en. 2öol;l lä&t fidr> 
mit ©erber annehmen, ba§ Ärieger 1656 nod) niejjt 
olö SWtglieb in bie GfjurfürfU. Äapelle aufgenommen 
war, wie ftd; aud) fein fftame ntdjt in bem 33cr$eid;; 
niffe ber jtapellmitglieber t?on biefem Qafyxc toorfins 
ket. ©od) nad; bem £ebe bcö greifen £cferganiflen 
3 ob;. Ate mm, ber um baö 3a(;r 1657 ober 58 er; 
folgt fein bürfte, würbe Ärieger alö ber reid;begabte 
©d;üter freier l;ed;bcrül)mter SJieijler ju beffen Wad); 
folger mit bem Sitef eineü Äarnmer ; unb &ofsäJht; 
ftfuö erwafylt. 2t?ao er alö Orgelfpieler leitete, war 
jebenfaltö fet;r erl;cblict), benn er war ber ©djiiler 
eineä SonfiinfHerö, ber baö Crgelfpiel in ©eutfcr)lanb 
auf eine fer)r f;or)e©tufe ju bringen wu§te, wie beffen 
gtcgeö, auü brei £(;etten befte^enbeö flafftfcr)eS 2öerf: 
Tabulatura nova etc. (Hamburgi, 1624) bewerft; bann 
würbe er in fo früt)en S^^ten 311 fo einer auögejeic^s 
neten ©teile berufen, \va$ cbenfaOö ein 3nigni§ t?on 
feiner tüchtigen fünfilerifdjen 5luöbilbung giebt, unb 
enbtidj beuten bie Söorte eineö 3fitgntoffen barauf 
^in, bie fyter i^re ©teile pnben mögen : „Stterefyre ben 
fceligen Ärieger in feinein ©rabe alö ein feiner Seit 



weitberuffenften SWupeum, öon bem billig gebrauchet 

werben fann, \va$ einfielt eine r)or)e fürfllic^e ^ßers 

fon üon feinem Se^r = üUieifter ©amuet ©Reiben 

^u £alle gefproetjen: 8lc^ fe^abe unb immer fcr)abe, 

ba§ biefe $)änbe bermalen einfl verfaulen follen!" >2lt« 

Äünftler tvit atö ©iü)ter fdjeint Ärieger überaß wills 

fommen gewefen 311 fein. 2Naucr)e3 feiner ©ebie^te 

fdjrieb er auf 9ln fliegen „großer unb uornel;mer Äeute" 

unb er nu%tc fieb; fletö bamit „ber ©uabe, ©unfl 

unb ©ewcgenl;eit l;or)cr ^erfonen" ju öerrtc^ern. ©0 

lebte er gtücflict) in feiner ©teaung, geartet tom 

$ofe unb geliebt tjon feinen jaf;(rcidKit Äunflgenoffen 

unb Äunflfreunben in ©reöben. ©ein ©übe ivar il;m 

frül; beftimmt, er flarb 1666 in feinem jweiunbbrei= 

gigjten 3a(;re. ®ao Äupferblatt, welc^eö feiu SBrufk 

bilb in s JDiebaillonform ^eigt, laßt il;n alö einen ftatts 

liehen, fräftigen, fel;r ftarfen SDlann mit einem ernfien, 

feflen 23lief erfennen, unb beutet nidjt entfernt ben 

fetteren ©inn an, ben feine ©icfytungen ati;men. ©ie 

Umfe^rtft beö sportraitö lautet: Nobil. et Praex: Dn: 

Adamus Krirgerus Poeta et Musicus Nri : Seculi 

Excellentis: Serenis: Sax: Elect: Organ: In Cam: 

Priv:. 5lu bem oberen Staube jteljt : Nat. A° 

M.DC. XXXIV. — Denat. A° M.DC.LXVI. — Unten 

finbet ftet) noct) ein auö arl;t Seilen be|le(;enbeö ßob^ 

gebid;t uon bem §ofbibliotl;cfar ©. ©cr)irmcr in 

©reöben. 

©urdj Ärieger'ö fe^on angebeuteteö 2Ber! bietet ftdj 
bie giinfligflc (Gelegenheit bar, iijn aucr) alö ©ict)ter 
unb Jon feg er genauer fennen unb würbigeu ju lers 
neu. ©er $itel beffelben ifl folgenber: „£errn 
5lbam Ärieger'ö, (Sl;urf. ©ure^L ju ©ad)fen je. 
Wol;lbeflaltgewefenen Kammer = unb ^>of = Einfiel, 
Gleite »ilrien, ^n 5. 3^f" eingetljeilet, toon (Sinex, 
3wo, ©rep, unb g'iinf SSoeat = ©timmen , benebenfl 
il;ren Rittornellen, auf 3^e^ Violinen, 3^f? Violen, 
unb einem Violon, fainuit bcin Basso Coutirmo, 3« 
fingen unb 511 fpielen. ©0 nact) feinem ©eel. $obe 
erfl jufaimucn gebracht, unb 311m ©nie? beförbert 
werben, SJiit Gljurf. ©urrf;L ^11 ©acfcfen :e. Special- 
Privilegiu, in 10. ^a(;ren nicht nad^ubrurfen. ©rc§2 
ben, in 2l>o(ffgflng ©epffertö ©ruefere^, Anno 1667. y/ 
3» 8'o(io. Sleljt einjelue gebruefte ©timmen unb bem 
S3ilbnifj Ärieger'ö. ©ie eijte ©tinune, ber aucr) jiu 
gleich bie bezifferte S3ajjfrimme untergelegt ifl, enthält 
auf tfvei ©tattern ein 33 ov wort o(;ne Unterfer)rift 
unb ein beutfe^ed Sobgebie^t auf ben ©anger üon 
bem fct)cn genannten ©. ©ct)irmer. ©aö (^rflere, 
au% welchem bie oben jufainmengeflellten 8ebends 
nacbiric^ten entnommen finb, giebt aucr) bie Äunbe, 
ba§ ber Sljuif. Dber 5 3»Pnuiientifl unb berühmte 
93iofiufpieler $joi). 2öilt)ehn gurer)^eim (nid)t 
gorc^^eim, wie er uou ftürflenau ®cite 69 unb 92 



207 



genannt »uirb) fldj inäbefonbere um feie #erauäga&c 
biefer (Sammlung öerbient gemalt fyake. JWeun ^a^re 
fpäter, ün 3«fyt 1676, erfefyien unter bemfetben %i- 
tel, berfelben äußeren 6inricr)tung unb bemfelbcn Sßor* 
trait eine jioeite, mit jel;n »2lrien öermefyrtc 2luögabe 
e&enfaflö in ©reöben, „in Verlegung Martin ©abrief 
4?übnerö-, gebruett burdj 2Mcr)ior SergenS, (S^urf. 
Säc$f. #of s ©uc^br. fei. nachgeladenen SBittbe unb 
Srben/' 

©iebt $roar biefc Strien ; ober toielmetyr Siebers 
Sammlung feinen 33en?eiö toon einer auffaUenb geiflu 
gen grudjtbarfeit 9lb. Äriegcr'8, torauögefefct, bajj er 
meiter nidjtö gefdjrieben (jätte *) , fo ftub boc$ tootyt 
U§ jig ©efänge eineö SöerfafferS r)inreic^enb, um tt)n 
in feiner öigentljü'mtidjfeit erfaffen $u tonnen, unb 
geben feine SBerantaffung, ifyn a(ä (Sänger beötuegen 
fcieUeidjt geringer $u achten, alö einen Ruberen, ber 
fynftc^tlicr) feiner reiferen ^robuetitottät fcr)eiubar einen 
^ö^eren SBertt) beanfpru^en tonnte. 

<S)ic fiieber Ärieger'ö geboren ju ber ©attung 
ber ©efeßfc^aftSlieber, unb bie Siebe unb ber SBein 
finb bie ©egenflänbe, bie i(?m immer Söeranlafiung 
geben, in bie (Saiten ju greifen, ©ie größte SWans 
nicr)faltigfeit ber ©ebanfen unb üöilber werben in ben 
ber Siehe getuibmeten Siebern entfaltet. £>ier ftagt 
er in ftiller Sftadjt r>or ben genflern feineS äfiäbc^enS, 
bort loanbett er mit iljr buret) Blumen, JJelbei unb 
5luen, t>icr beftngt er if;re blauen tilgen, bort if;re 
liebliche ©eftalt, (Jier brueft er ben erfreu 5tufj auf i^re 
Sippen , bort ruft er ben Supibo ju feinem Beiftanb 
auf; jefct ireiß er faum Söorte genug 31t finbeu, feis 
nen Siebeöfummer ju fdjilbern, bann ergebt er fidj in 
einem $ärtlicr}en £iebc3gefpräcr). So iüedt)fclt Scene 
auf Scene, unb bie Sieber geftaften ftet) ju einem 
Meinen Siebeöroman, in ioctc$em ber Sänger fclbfl 
alö liebefucr)enber äJlinncfänger erfdjeint. (Einige Steü 
Ten au% biefen ©ebic^ten mögen al8 85en?ei8 feinet 
Zalented bienen. 

39ift bu bedj »ie ber ÜBinb. 
3)en man überall (jört unb ftnb't ; 
2Benn man nad) tljn greift unb füllet 
gleud)t er bafyin, 
Unb bie leere Suft 
SRacfcet (auter <Duft: 



(fben alfe jtelt unb fpielet 
3mmer b*ln eignet <Sinn. 



*) ^on Ärieger tft, wie Oerber in feinem £onfünfUer* 
?trifün bemerft unb in bem s 43orroort btefer «Sammlung be* 
tätigt »iri>, eint afynlidje 9(rien«@ammlung mit einem itfor* 
»ort begleitet, $u $re«ben um ba« Satyr 1657 herausgegeben 
»orben. Seiber glurfte e« mir uid)t, biefelbe $u erlangen. 
Slnbere fffierfe von iljm fdjeinen nid)t üor^anben, »entgften« 
ni^t gebrurft werben gu fein. 



34 Wtf, i* träume bei bem 2Ba$ei, 

34 ruV, unb ^abe feine JÄu^ 

3* tyvC unb wci§ nia)t n»a« i^ tyn', 

34 »eine mitten in bem ßad&en, 

3a) benf id) maa^e ble6 unb ba6, 

34 W»eig* unb reb' unb »eig nia)t »a«. 

Äomm mein Äinb, »ir »oflen ge^n, 

©0 bie ©hinten, »0 bie Selber 

Unb bie grünen ffiiefen fteljn. 

Äomm, aä) fomm unb fänm' bid) nid^t # 

©eil bie befle 3eit anbriet; 

Unfre Sngenb »irb ja fo 

dlety oon $er}en b'rüber fro^. 

©4au ber Fimmel fldrt flä) auf 

Unb bie 2Bolfen nehmen fd^neUer 

5(1« oor biefen, t^ren Sauf. 

3)er oerbu^lte 2öeften»inb 

©ingt alt ein oerliebte« Äinb, 

2)ura) ben JBufä) unb burd) ben Salb, 

2)afi Die ganje Suft erfa)a((t. 



2Bei^t ii)x ©ebanfen, »anbert bo^! 
9Ba« foll id) benn an ba« gebenfen, 
3)a« nia)l« mebr fu$t al* mld) ju franrvn 
JDureft ein »erjagte« Siebedjod^? 
Sßela^t il>r ©ebanfen, »anbert boa)! 



XJaf« (Suä) »of>l, ba 36r oor biefen 
SDcanä^en %a$ unb manage Dla^t 
9ßut mit Suft an @ie gebaut 
9(1« 3^r »urbet ^oa) gepriefen? 
öü fo benft auä) 3&rer noä), 
Ob (5u* glela) befäwert ba« 3oa). 



€« fpielen nur bie Amoretten 
SWit unö, in biefer blinben fflelt, 
Unb führen un« an i^ren Letten; 
3Btr t^un, »a« i^nen nur gefallt. 



Muffen Fann nn« red^t wbinben, 
Äujfen rühret SWunb unb ©ruft, 
Äüffen, fnffen maä^et 8u|r. 
tfüffen fann un« überwinben, 
Äüffcn maa)t bie befle Ureu, 
hülfen madjet alle« neu. 

©enjä^ren bie Siebeölieber burc^ ifjtt griffe unb 
SBärme einen roa^r(;aften ©cnu§, fo Bieten bie jur 
(Sr^ö^ung ber ^afclfreubcn beflimmten JRunbgefänge 
nic^t minberen 9leij. ©rünblic^ f)at bec Sänger atte 



208 



JRebenforten probitt unb ficty jum wahren Äennet aufs 
gefc^wungen. 2Bür{burger, S3adr}eradjrr, §od)f;eimer, 
SWofelwein i|t itym genau befannt, unb baä (SnbrefuU 
tat ifi: 

Sfcljefntoefn, föfcefntoein tnufj e« fein, 

SDer Ijält ben SRagen rein; 

©er anbre £ranf vetfc^Ieimet nur, 

£a§ man gebrauten mufj ber Äur. 

liefet aber flärft ba« $er$ 

Unb erfrecht lauter §d)er$. 

SDarum, 5hüber! 

<5ingt unb fpiclt bie beften Sieber 

9luf ben eblen SftyeUifd&en Sein, 

(Dag ber Statin 

%'oxtt wie tvix frö$li<$ fein — 

$ofla! fdjenft bie SHomer ein. 

So fcr)watmerifc$, fentimcntal unb fctymadjtenb 
Ärieget um bie ©egenliebe feinet 9lurora cbci giUiö 
jn buhlen n?n'§, fo jotoial, auögelaffen luftig, biterb, 
ja äcr)t ritterlicr) bewegt er ftd; in bem Äreife ber 
ßreunbe. Srnmer finbet er in bem S3ccr}cr einen neuen 
©enu§ unb fprictyt ityn in ber tyeiterflcn Söeife auä. 
$ier ftetyt er ben eblen Sttyeinwein im Spofale tanjen, 
bort tyält er ityn für lautereö ©olbj jegt lägt er fid) 
pon itym {ärtlic§ füficn, bann betreibt er naito bef* 
fen SBirfung auf atie fünf Sinne, unb nun ßcmpelt 
et ityn enbltcr) gat {tt einem Sct)ieferbetfer. 6ine uns 
gefugte $eiterfeit fpricr)t au$ aücn biefen fiiebern, unb 
fein gerabet (Sinn offenbart ftet) fcr)cn allein in ben 
Seilen : 

(Sin gut ©la6 SGBefn unb eine @eele, 

JDer feine £d)meid)elei befannt, 

3ft bie, bie idj für mieb etwa bie, 

JDerfelben fdjlaq 1 id) in bie $anb. 

3fi bann bie Sonfunfi au$ babei, 

©o Ijebt ftcb an ein taufenb Seben, 

Unb Sebermann toirb mir rc$tgeben, 

JDa§ auf ber aßelt ni$t« SBcffre« fei. 

(C4(u| folßt.) 



%üv 9>mnofoite« 

Ut> Slügel, 27flra Werk, ßlumenlefc für ba* 
pianofert*. Utes fyit. — ffipfifl, ttljiftling. fr. 

2Ba§ unö bie früheren (Scmpcfttionen glügerd 
lieb unb lucrtr) gemalt fyat , war baß c^ren^afte, 
mannhafte Streben, bie Süd;tigfrit ber ©cfinnung. 
jgn ben fyet&onagcnbcren ber fluteten SBerfe inSbe? 
fonbere r)atten wir bie Eingebung, ben fdjmer{lic§ 



wefynüttyigen Srgup bet Seele atä tyerporfled&enbe 6ü 
gentfyümlidjfeit anjuerfennen. Sei ben weniger ge« 
lungenen ßompefttionen trat Sewufjtfein allju übers 
wiegenb r)er»or, in ber julefct ebitten namentlich bes 
merften wir ein aflgit grofjeä Uebergewictyt ber Arbeit 
auf Äoflen ber Sßoefte, unb tvaü bie äußere ©arflels 
hing betrifft, bie oft für ben Spielet weniger betofc 
nenbe 83et;anblung beö ^nflrument«. Setyen mir un8 
bie beibeu Stücfe beä oben angezeigten §efteö nätyer 
an, fo muffen n?ir fte, wenn auety nietyt ju ben toor= 
jüglictyflen, fo boety ju ben bei weitem gelungeneren 
bed Sonfegerö jatylen. Stwaö weniger Arbeit unb 
gtögcrc Äiirje würbe jwar audj biefen, inöbefonbere 
bem jweiten, genügt fyaben-, wir fetyen öfter ^mitas 
tioneu u. f. w., otyne bie 5)^ot()Wenbigfeit berfetben {u 
empftnben j bie wenn auet) noety fo fuiifrgrrcc^te ©uretys 
fiitjnmg ber 9J?otiüe lä§t unö immer eine gewiffe 
fünftlertfctye greityeit üermifienj aber bie (Sompofttio- 
nen finb eingäuglicr)er alö bie {ule|t ebirten, welche 
eine ßontrouerfe in biefen 831. veranlagten, weniger 
fctywer in ber 3lu$fül;rung, unb tragen metjr baö ®es 
präge ber ^niicrlic^fcit, baö, was wir alö bie Raupte 
eigcnt^ümlicl)feit gliigerö bejeietyneten. SBit machen 
ba^et bie greunbe beä Sompouiflen auf biefe Stürfe 
aufmerffam. ($\n& berfelbcn würbe bei ber legten 
Sonfünfller s 93erfammlung porgetragen. 

©ujtat^ ^lugel, ©p. 25. Dier pijantafietonüückf für 
piano. Hr. I. „riacl) Dem «rlten ©lafe". Jjumo- 
nske. — Öerlin, Öeljleftnger. |)r. 4 Sljlr. 

©ie üorliegenbe ßompofitiou bietet ber liebend 
Würbigen, geifheict)en 3üge eine ä)?enge, unb mit 
greitycit unb griffe gefpielt, wirb fte gewig einen 
günfligen @inbrucf machen. 97?ag mau fte nun mit 
bem 83erfaffer „^uinorcöfe" taufen ober nid;t, baö 
bieiht ftet; gan{ gleier) — gut ifl unb bleibt fte 
immer. 

SRoB. @c^umann, ©p.76. Öier illärfclje für piano- 
forte. — Ccipfig, UJljittling. Pr. 1^ W*- 

9Wan benfe ftet) nic^t SJiärfctye gewötynlicb)er $lrt 
unter ben toorliegenbenj wir möchten fte Sttyapfobien 
im 33?arfct)=6i)araftcr nennen, ©ie 3«tyreö{atyl 1849, 
bie fte an bor Stirne tragen, bebeutet nietyt bloö bie 
3eit i^rcö ßntfletyenfi unb (Srfci}einenö ; aucr) otync bies 
fclbe würbe man ben Stücfen anfe^en, ba§ fte auf bet 
£ö(;e beö mobernen ©ewu§tfeinö flehen, unb üa% fte 
nict)t im 23oben beö SJerlebten unb Ueberwunbenen 
wttr{elu. ©arauö getyt wcfyl genugfam tyeröor unb 
wir brausen unö nict)t weiter barüber au3{ulaffcn, 
baß Schumann tyier wieber einen Scr)ag ton inters 
effanten, watyrfyaft neuen Kombinationen geboten §at. 



209 



©a ifl Saft unb Araft, gruer unb eble 8eibenfct)afts 
Iictyfeit! ©a finbet jicr) auet) Slrbeit; aber fte ift nur 
Sflittet jum 3^crf, unb baä ifl unfrret 3lnficr)t nacr) 
bie $auptfacr)e. ©djließticr) wollen tuir nur nodj r)tiis 
jufügen, baß und ber erfle unb legte SWarfd? ttorjugä; 
Weife jufagen. 

©te^Ctl §cller f ©p. 66. La Marguerite du „val 
d'Andorre". Caprice brillant pour Piano. — Ber- 
lin, ßott u. ßoek. pr. 1 Äljlr. 

©t. fetter tffißt in t)or)em ©rabe baö latent 
über ©egebeneö geifheicr) ftet) auöjufpredjen, wenn wir 
fo fagen bürfen. ©ie SWanier, in ber er au er) in bie= 
fem ©tüefe ben frrmben, gegebenen ©toff beb/anbett, 
ifl eine burd)auä tiebenewürfcige, um fo mer)r, alö 
wnö baö Sfyema etwaö fprebe unb flarr toortomint. 
Slngemeffen vorgetragen wirb bie (£a»riee, wenn wir 
einige Sängen auöuel;men, ganj gewiß wirfeuj nas 
menttid; jum ©ctyluß bie Saranteüe, bie t3oU ©üjraung 
unb Heben ifl. (gewiegte ©^ieler gehören übrigenö 

la J u - ®. »—f. 



Tie SBluftf juflänbe in %$anttot>cr. 



1. Die ©per. 

b) JDa* ©rdjcfhr* unb ©ängerperfcnal. 

<©*!uf.) 

93on bem männlichen ©ängerperfonat 
nennen wir juerfl 4? rn - ©teinrnüller, SSaritonifi. (Sin 
mufifalifer; tüchtig gebilbeter, fertiger ©änger mit eol= 
ler, fräftiger ©timme, bie noct) bebeutenb gewinnen 
würbe, wenn er bie üble Spanier, burd) bie 3äfyne 311 
fingen, ablegen wellte unb tonnte. JCbgleicr) fein 93er* 
trag unb bie 5luffaffung feiner Stollen etwaö ©tereo; 
tr^eö an fid) tragen, fo oerbirbt er bedj nie eine 
Stolle. 3>n SDiarrtner'fe^en IDpein ift er auSge^eicr): 
net. ©eine ßigur ifl impenirenb, fein ©piet etwaö 
fxeif, feine &ertaueforacr>e jiemlicr; unbeutlict). J&infic^ts 
lid) feiner ©icfyetljeit im ©cfauge tonnen wir il;n fei: 
nen (beilegen atö SDiufier empfehlen*, bie (£errepetitOs 
xen unb SJtufifbireetcren Ijabcn mit il>m leichtes ©piel. 
(Ex fcefifct auef) bie leblicbe ßigenfd^aft, baß er fafi 
nie cber beer) t)öd;fl feiten franf wirb, unb ifl aucr) 
in biefer $infid;t feinen fämmttidjcn (Sollegen unb 
©elleginnen ju empfehlen. — $r. ©ewabe, Seucr, 
tä^t burer) frifdjeö unb toerflänbigeö ©piel unb ge* 
fcr)macfi?ctlen Vortrag öfterö toergeffen, baß er nur 
Wenig ©timme fyat. ©ein galfett wiQ und nidjt ge? 
fallen, bagegen Ijat er einige redjt t)übfc$e SKitteltöne. 



6r ifl ein fer)r fleißiger, routinirter unb eifriger ©ans 
ger, ber mit Sufl unb Siebe fingt, unb mitfühlt waö 
er fingt, ja ber mit Söegeifterung fingen fann. — 
t&r. SMerteuä befijjt einen frönen weisen Senor, ber 
befonberö geeignet ifl, ©amenljerjen ju gewinnen. §rn. 
äJierteu'ö ©timme / Vortrag unb ©piel l;at fidt) in 
legter $eit gebeffert; feine frühere Aalte im Sücrtra* 
ge, feine Steifheit im ©piel, feine im ©anjen noer) 
wenig gefd;ulte ©timme berührten oft feljr unange; 
ne^m, wobei wir atlerbingö einer gewiffen s 2lengftlicr)= 
feit unb SJeföeibenfaeit 9}iaud;eö ^u (S5ute rechnen wol- 
len, ßr t>rid;t übrigenö ben Sert jiemlicr) beutlic^ 
auü. §r. *Dl. ifl nod; nic^t baö , waö bei fleißigem 
unb umfaffenbem ©tubium au$ i^in werben fönnte; 
e§ wäre jammerfcr)afce, wenn er bei feinem wirflict) 
guten gentö unterließe, fleißig fort ju ftufciren. ©ein 
biöt;eriger Gifer läßt und aber an feinem jufünftigen 
gleiße nic^t zweifeln, unb wir fönneu ibn in biefem 
galle nur baö günfligfle sprognoflifen fletten. — 
Unfereö Saf|lflen, ^)rn. Äremen^ö, ©timme ifl an 
unb für ftcr; gut, wcl;ltönenb unb frifd;. Slber ^)r. 
Ä. i)at nod; $u wenig flubirt, feine ©timme ijt noe^ 
ju ungefcilbet unb unfid;er, fo wie fein ganjeä 5lufs 
treten mcl)r ober weniger etwaö ©iüferl;afteö jeigt. 
dt ifl nod) jung, unb wenn er fel;r fleißig ifl unb 
nicr)t mel;r wie biö^er uot(;ig l;at, bie große 9Jad;ftct)t 
beö ^ublifumö in Slnfprucr) ju nel;men, fo fann mit 
ber 3nt (Stwaö au$ i(;m werben. Talent wollen 
wir #rn. Aremenj nier)t abfpreit)eu, aber auf ba8 
^ßräbieat „Aünflter" fann er jur 3cit nodt) feinen 
Slnfprucr) machen. — ^)r. ©er;, l?or bieten ^at)ren 
ein fel;r tücf;ti3cr unb beliebter 23aritonifl, fingt jegt, 
ba feine ©timme fo jiemlid; bat)in ifl, fleinc Partien. 
6r ifl übrigenö ein gebitbeter unb routinirter ©ans 
ger, ber fletö mit ffierfläubniß feiner Stelle fingt unb 
fm'ett, unb ber and; alö ©efangtet;rer beliebt ifl. — 
£r. Äöllner würbe eö unö übel nehmen, wenn wir 
über feinen ©efang unb feine ©timme etwaö fagen 
wollten. grü(;er feil er einen baritonartigen S3a§ 
gefungeu r)aben. Muf bad Spubtifum ber ©allerie 
mact)t er neer) juweilen ßinbrwrf. 6r ifl unfer ©uffo. 
S3eibe eben genannte Ferren wirfeu übrigenö aucr) im 
©d;aufpiel mit. — $r. 23erenb fingt aucr) ^weiten 
Heinere Partien \ eine ^bee fe^waeljer 23aritonflimmc 
mit geringem Umfang, für ^ßarlanbo immerhin 'mal 
^u terwenben. (Sr ijt übrigenö mebr ©ebanf^ieler atS 
©änger; aucr) tanjen, fegar ©olo:tanjen fann er. 

©aö wäre nun unfer ©otofängerperfonat. ©ro§ 
fann majrs fieser nicr)t nennen; eö fe^tt und unter 
2(nberem eine eigentltcr)e ©oubrette, eine 5l(tiflin, ein 
wirflict)er 9?uffo; eon einem ^elbentenor wollen wir 
gar nicr)t reben, weil ein feldjer wirflid) 51t fcr)wer ju 
pnben ijl. — Stegiffeure ber Dpcr fmb bie $$. 



aio 



©teinmüHer unb (Soroabe, unb feJ)eint befonberä tefc= 
terer atä folget fe^t tfyätig ju frin. — ©er übet 
»ierjig *perfcnen ftarfe 6r/ör ift gut unb mact)t fei= 
item ©ireetor atte (Sfyrej er fingt eraet unb praeiöj 
beutlicr)ere 5tuöfpracr)e beä Sertcö ifl iljm inbefj ju 
empfer/Ien. 

©ic ©agen unferer, befenberö erflen, (Soto: 
fanget unb ©olofä'ngerinnen ftnb fer)r tyoef), ju r)odj. 
SBir unfereä $r;eil8 rcürben unö bem fdjon toon me^s 
teren ©eiten gemachten SBorfcfyfage anfdjtiefjen , bie« 
felben auf ein bebeutenb geringeres girum fyerabju^ 
fegen unb bann bebetttenbere ©piet^onorare ju ja^ 
ten. 68 ruurbe baö aflerbingö nur bann burAjufeßen 
fein, wenn alle größeren 83urmen fleir) gegenfeitig 



rjerpflic^teten, biefe (Sinrid&tung ju treffen, ©elegenb 
licr) tieüeic^t ehuaS mefyr über tiefen, jebenfaü8 roicfc 
tigeu spunft. — ©ajj n>ir aucr) eine ©aöetfcr)ule fjas 
ben, beren @cr}üter unb @c$üfertnnen fidj jutoeiteit 
öffentlich probuciren, trotten »oir ebenfalls nidr)t »er- 
finnigen. S6en fo nennen mir aU ©olotanjer ben 
SBaUetmeifler £rn. Stattjgeber, unb at8 Sototanjeriit 
2Kab. äflertenäsöenoni. 

Sin furjeä, allgemeine^ Urzeit nun über Un 
befprocr)enen ©egenftanb?! — SBir überlaffen e8 bem 
Äefer, ftd? ein folcr)e8 ju Silben, er wirb nad) attem 
Vorhergegangenen baju im ©tanbe fein unb tfyue e8, 
ioenn'3 tym beliebt! 

#annoüer, im ©ct. 1849, 2K. $. 



Uebetftc^t ber neueften ©rf^einungen auf bem ©ebtete ber 2Ruftf* 



gut ^Jiattoforte. 

Solott « unb <S$arattcrftficft. 

$}♦ £teBc, ©p. 16. Suleika. ftyantafir über ba« 
fieb gleiel)** tlamend »an ÄenbeUColjn. fuckljarbt. 
15 ggr. 

(Sin £tücf von gang Dirtuofer Haltung. SWoberne (Sau* 
cen ftnb um ba« Sieb gesoffen. Voilä tout. — 

fj. Eifjt, IranCeriptionen. flr. 5. Rec. unb Romaine 
aus R. Wagner'* 8anl)äufcr. Itr. G. Dagbeljor unb 
Steuer au« „Äomj" oon «. fl. f. 0. €. ©. Äitt- 
ner. Hr. 5, 15 Hgr. nr. 6, 20 llgr. 

JBeim erflen ©lief pc^t man ben (Sachen an, bafc fte au« 
ber £anb be« mächtigen $ianoforte*2lutoFraren femmen. Dag 
fie (3ä)»ierigfeiten bieten, brauet »etyl nic^t erfl bemetft ju 
»erben. @ie »erben jia) greunbe ertterben, benn (te (Inb ge* 
fd^macfooH gemalt. 

3. SBittPidi, ©p. 20. Variations brillantes sur un 
th^me d'Ukraine. feterg. 22 Itgr. 
Da« <§tücf beft^t eine getriffe Qlcganj, o^ne gerabt be* 
fonber« neu ju fein. 2)er eigentlta^e (Soro>>option«toertty fommt 
uu« ni*t bebeutenb vor; ba« (Sanje f*eint un« ettva« jer* 
floffen unb jerfabren. 

3nftructit>e$. 

©, St SStUltner, ©p. 118. ClamertVIjuU für fiinber 
ober Äiwrifung ;um |)ianofortefpiel für jugenblirlje 



ßcljüler. 3write Ctark oermel)rte Ausgabe. Siegel 

unb Stoll. 1 aijlr. 
Da« „flarf vermehrt" bejiebt ftc3^ auf 20 Wummern ju 
»irr A unb 6 Wummern gu gtrei $anteit, meldte unter bem ZU 
tel „leiste Uebunö«(lücfe" al« Stn^ang ber Jugenbliejen „An* 
»eifung" bintangefügt ftnb. Diefe Uebung«Pücfe ftnb mit ü> 
rer flarfen S3ermef;rung getviffen läftfgen Snfecten ä^nlic^, ge* 
gen bie noa) fein Wattcalvertitgung«mittet erfunbeu »erben, 
unb bie trofc aflebem fH tiglie^ unb flünbliä) »ieber „ftarf 
vermebren". Die finbifa^e „(Siavierfd^ule'' felbfl ift i^rer 3eit 
im Stxit. 9(ni. binlängticb mit bem nötigen Signalement »er* 
fe^en »orben. 

?tt SBalberf, ©p. 12. Variations sur un theme ori- 
ginal. (Recueil de morceaux differents p, P.) fuck- 
jarbt. 12| S S r. 
©anj im alten, abgelebten 3ufa^nitt. (Einleitung, ^^ema, 
Xriolenvariation , bie gtoefte in ©ea^ie^ntbeilen, bie britte in 
3»eiunbbreifjigtbeilen, unb ju guterlcft alla Polacca. öttoa« 
vorgerücfte 5(nf5nger »erben fxä) ben SWagen nidjt baran »er# 
berben. 

©♦ $♦ SStUmtet, ©p. 130. Dessins musicales. 6 
Morceaux elegants et faciles. |)etera. 2 Qcttt, 
12 llgr. 

<spfel$eng für mnfifaltfd^e irinber. 

6. 3Jtaüer, ©p. 119. ßtubien |ur Ijötjerin Äusbilbuitg 
im Pianoforüfpifl mit oolKtänbigemVingerfdtj. j^eft I« 
ftittiwr. 1 lljlr. 15 ngr. 



211 



■&. aWaget, ©p. 100. Six ^randes Etudes. fltftner. 
2 fyfte. Utes «jeft, l Äl)lr. 10 Hgr. 2tes fjcft, 
25 llgr. 

SRofccartifcl, $afcrif arbeit 

3. SB. ÄaDtttoba, ©p. 156. 6 Airs Styriens. |)e- 
ins. 2 tfjft'tf, ä 12 Hgr. 

99onbon« für elavierfpielenbe Dilettantinnen. ©ie ma« 
<$en feine Slnfptüebe auf r;u!)c ©ebeutung — genug, tag ber 
getref'nlid)e S^roler* unb ©tevermärferdjarafier in ifjncn recfyt 
tyübfcr) au«gepragt erfdjeint. 

i?üt ^ßtanofotte ju tnet Jpanbrn« 

g. Sifjt, Älfn^elßfoljn , 8 tDafferfaljrt uirt 3ägerabfcl)iea 
für J)fU. übertragen, ßiftner. 20 Hgr. 
SWe^r vievfjänbige DivertitTemeni« über genannte Sieber, 
al« blo§e Uebertragungen. Hurtige ©vieler fennen jid) ba* 
bei amüfiren. 

©. Dltßlott), ©p. 71. 4te öijmpljom* orr. t>on /. 
jnofkiüitj. ßiftner. 1 ®l)lr. 20 ngr. 

Sut jtpet ^ßtanofottc« 

&♦ Stahmann f ©p. 11. Introduction et Polonoise 
guerriere pour deux Pianos, ßreitkopf u. jjärtt'l. 
1 tl)lr. 5 Hgr. 
Die Einleitung gebt meift au* 9l«*2flcll, bic $olonaffe 
au« SU'Dur. Da« ,,Jtriegerifd)e" fdjeint junäcbß fidj auf bie 
Snfhumente \n bejieben, bic if;rc (Satten jur 2(u«füijrung lei* 
Ijcn feilen, benn oft ift bie infhumentale 33ct)anblung fo, al« 
gälte e« einem betben «&ufarenriit. ffien jtrei faitelfejien 
©Vielem torgetragen, wirb ba« ©iuef feinen (Effect nidjt »er? 
fehlen. $11« (Suricfttalen erh?al;nen tvir bie ©teilen mit ber 
53ejeidjnung : ,, quasi tromba" unb „maitellato quasi un tam- 
buro rulanie", tveldje beibe ganj felbflverßänblidj mitten in 
ba« Jlrifgögetümmel verfemen follen. Wlit ber muftfalifdjen 
£)rtl)cgrapl)ie r)at e« ber $erf. nidjt genau genommen; wenn'« 
nur fo Hingt, ivie e« Hingen foll, bann ifi'« fc$on gut, mag 
er gebaut fjaben. 

gut ^Manofotte unb SStoltne« 

3* SBitttHcEt, ©p- 19. Duo pour Piano et Violon. 
Peters. 20 ngr. 

Da« (Sanjc ift äiemlidj bürftig. ©<$roierigfeiten für beibe 
3njhumente jtnb nidjt barinnen. 

gilt tyianofoxte unb 4&otm 

9t ®d)Utttamt, ©p. 70. Äbagio utrt SUtegro (ad li- 
bitum titoloncfll oltv Öioline). ßiftner. 25 ngr. 

Söirb befpro^en. 



%üt Stoltne unb ^ßtanofotte. 

3» SB* ÄaUiWOba, ©p. 158. Fantaisie brillante über 
„Crnant 1 '. feters. 25 ngr. 

Die SBiolinpartie ift angemeffen bebanbelt, im ©anjen 
aber ift vcrlicgenbe ßcmpofiiion tfallitvota 1 « unteürbig. (Sr 
bat bod) früher gejeujt, bafj er mefjr fann, al« italienifdje 
Sternen lofe aneinanberfjeften. 

Jüt StofouccU mit ^tfanofottc, 

91. 6. SotfmÜ^l, ©p. 62. 4 grands morceaux de 
Salon caracteristiques. Peters, ^eft I, 1 €l)lr. 
*jcft lf, 1 «blr. & Hgr. 

811« ©alonilücfe erfüllen vorliegenbe ©ad>en i^ren 3^ecf 
ganj gut. 9Jiel)r loirb n?o^l ber SßerfafTer aud) nid^t beab* 
Rdjtigt b^ben, unb baber »ollen wir niebt toeiter mit i^m 
rechten, nec^ un« auf ben tieferen äfibetif^cn @cljalt ober 
9liebtgebaU cinlaffen. 

Siebet mit Vtanofortc. 

®- $öfet f ©tbet. (Cieberkronf nr. 16.) fuckljartt. 

5 ögr. 
— — , ©p. 11. 3rl) komtne bab. €benWclbft. 

10 ö fl r. 

Sieber, benen man ni^t« ©djlcdjie« naefifagen fann. ©ie 
flnb au« geübter geber gefloffen. 

Ät ©d)töbet, ©p. 6. IDrci Cie^er. 0*rlin, Cljallier. 
10 fl r. 
S3on biefen brei Siebern fd^eint m« ba« jtoeite (blauer 
SWontag, von JReinid) ba« befie. Da« erfle ift ju getoöljnli^ 
in 5tuffatTung unb 5lu«fübrung, unb im britten jeigt fid^ jmar 
guter ©ille, aber ba« ©anje geberbet ftc^ ein toenig unge* 
Wirft. 

2. £ic6e, ©p. 6. ©eutfdjlan^ Ijor^! von Rüclurt, für 
ßaff. Cuckh,arbt. 12^- Ögr. 
%liä)t oon ©ebeutung. Reibet ^utoeilen an Ungenießbar? 
feit in f>armonifc^er S3ejie^ung. 

SB. SauBcrt, *n *\t nadjtigall. (Cirterlen^ Hr. 5. 
Dichtung oon fua.) ffiote u. ßoek. 7-J- Sgr. 
Da« £icb madjt vielen Slufwanb; eine ettra« loeniger 
anfpruc^«t?olle gaffung wäre vielleicht juttaglicber gettefen. 
Sluer) §x. Zaubert Ijat fi(b ni$t von ber 2ftanie ober Spanier 
lo«rei§cn fönnen, toenn von ber fRac^tigall bie SRebe IP, XxiU 
lernen, SRorbente u. f. tv. anzubringen. Darüber feilten ivir 
bo(^ ^inau« fein ! 

©♦ Slägel, 28Ctes tterk. 3 «efärtge für rint Alt- 

ftimme. Peters, 1849. 22«- Hgr. 
9t« ©c^utnamt, ©p. 74. Spamf^eÄ Cirtafpul. fiifl- 

ner. 2 «Ijtr. 20 ngr. 
©erben befpro^en. 



212 



3ttte(It$eti|fel<ttt. 



Id der KÖMgUng'schen Buchhandlung in Leipzig er- 
schien so eben und ist in allen Buch- und Musikalienhandlungen 
zu haben: 

Liedor nnd Weisen 

vergangener Jahrhunderte. 

XDovtt unfr Söne 

den Originalen entlehnt 

von 

C. JF. Becker, 

Organist zu St. Nicolai und ordentlicher Lehrer am Conscrvatorium 
der Musik zu Leipzig. 

2 Hefte. Jedes Heft 16 Ngr. 

CljarU* JHötjer 

neuestes IHanofortewerk, 

ein vorzügliches Weihnachtsgeschenk. 

So eben erschien in unserra Verlage: 
Jngendblüthen, ein Album von 24 Cha- 
rakterstücken, für grosse und kleine Pianisten, 
von C. Mayer, Op. 121, in eleganter Ausstat- 
tung, geb. 3 Thlr. 

Hier bietet der berühmte Componist 24 reizende, im mo- 
dernen Genre gehaltene Composilionen, welche sowohl für den 
Salon als zum Studium unvergleichlich sind. Das Werk 
enthält die köstlichsten Perlen, wahre Meisterstücke seltener Art, 
voller Melodieen, Reiz und Originalität, in nur massiger Schwie- 
rigkeit, so dass sowohl Dilettant als Virtuos damit brilliren kön- 
nen. Mit einem Wort: es existirt in der Musikliteralur in die- 
sem Genre noch nichts Aebnliches, und ist das Werk gleich- 
sam als ein 
Pendant und Anschlusswerk zu Robert 
Schumann'« Album 
zu betrachten. 

Der nachstehende Inhalt macht als beste Empfehlung jedes 
weitere Wort überflüssig: 

Romanze, Tarantelle, Trinklied, die junge Tänzerin, 
Lied ohne Worte, Scherzo, Barcarole, Toccata, 
Mazurka, Valse sentimentale, Capriccio infernale, 
Maihlümchen, Adagio espressivo, Rondo elegant, 
Norwegischer Tanz, Leid und Freud', Etüde me- 
lodiquc, Schlafendes Kind, Trauerweide, Necke- 
reien, Jagdstück, Presto, Polonaise, Nocturne, Tre- 
molino, Russische Hymne. 

Schub er th <}• Co* 9 Hamburg u. New-York. 
Durch alle Buchhandlungen zu beziehen, in St, Petersburg ?or- 
ralbig bei M. Bernard. 



Novitäten. 

Verlag von Cr. J§ . SHemeyer in Hamburg. 

Bratfisch, Alb., Fantaisie melancolique p. le 
Piano. Op. 4. 12^- Ngr. 

Cramer, J.B.. Pianoforteschule. Neue, n. 
der neuesten engl. Ausgabe verbesserte „mit 
neuen Heb ungsst ticken vermehrte 
Ausgabe. i Thlr. 

Dulcken, Miss, „Polka de la Cour", p. le 
Piano. 7j. Ngr . 

Friede, A\lg. 9 Romance p. le Piano. Op. 2* 

10 Ngr. 
Herz, H., Collection de Gammes etc. Nouv. 
Edit. 20 Ngr. 

Lenthner, Leop., Fantaisie brill. p. le Vio- 
lon av. acc. de Piano. Op. 4. 25 Ngr. 

Martin, H., Transcriptions dans le Style mo- 
derne et brillant sur des airs nationaux pour le 
Piano. Op. 10. Nr. 1. La Marseillaise. 12J- Ngr. 

— , „Repertoire de l'opera Italien 14 . Pieces 

choisies des plus celebres operas dans le style 
facile et brillant p. le Piano. 
Nr. 7. Donizetti, „Don Pasquale' 4 . 15 Ngr. 
„ 25. Verdi, „l Lombardi 44 . 15 Ngr. 

— , „I Lombardi et Maria de Rohan", gr. 

Valse brillante p. le Piano. 15 Ngr. 

Opernfrennd, der kleine. Sammlung 
beliebter Opern in einer Auswahl der beliebtesten 
Melodieen für Pianoforte leicht arr. 

Nr. 19. Verdi, „Ernani* 4 . 12£ Ngr. 

„ 20. Donizetti, „Lucia di Lammermoor 44 . 

124- Ngr. 
» 21. — — , „Relisario". 12£ Ngr. 

„ 22. Flotow, „Martha 44 . 12| Ngr. 

Roda, Ferd. TOn 9 Gr. Sonate f. d. Piano- 
forte zu 4 Händen. Op. 9. 1 Thlr. 20 Ngr. 

, Rondo, do. do. do. Op. 10. 20 Ngr. 

Schmitt, Jac, Pract. Pianoforteschule für 
Lehrer u. Lernende, mit vielen Uebungsstücken, 
Auszug aus der grossen Pianoforteschule. 1 Thlr. 

, 100 melod. Uebungsstücke f. d. Piano. 

Heft 1 u. 2, a 12£ Ngr. 25 Ngr. 

W allerstein, Ant., 2 Pieces caracteristi- 
ques p. le Viol. av. acc. de Pfte. 

Oeuv. 30. Elegie. 15 Ngr. 

„ 31. Tarantelle. 15 Ngr. 



CT (Statine Kammern b. 0*. 3*fc$r. f. 27tof. »erben gu 1£ Otgr. beregnet, 
©tuef ton § t. ft Q d m a n n. 



tt e n e 



ittf$fift ffic 




33 eraittw crtli^tv Sftebacieur: 

^ratt) SBttttbel. 

giminbfcreijMflffar fflanb. 



M 40. 



SKobert griffe in Seipjtß, 
3)m 14, Koumbrc 1840, 



SB oii liefet 3eitid}. crFdjcinni toödjentlid} 
Ä Stamunrrn tofln 1 ober 1'/» Sogen. 



| $ret* befl ©ante* von 52 9lrn. 2\'i ^|lv« 
3tiferttonSg«bü$«n bie ^etiijeile 2 Stfgr. 



Slfcönnemcnt nehmen alle $ o fi 5 mttx, Sbvtty, 
SDinfil* unb Jtunftfyanblungen an. 



3llfia[t: £« J&oforaanfft Hbam JErfegcr In SDt**b<it (®<$luf). — Sdp^grr SJlufitJe&en, — Steine ikitung, SJaeefigef^i^t*, 
JBermiföUd. 



Set 0ofotflaiiift "Kbarn ftttege« 
in !£rr*fcit 

(ttyttof.) 

Dag an bic ERitttritit anftingenbt Sieb fW)< &ifi 
«cQflänbig/ um fcen trt'jfii^cu SDicJjiet audj in tiefet: 
©attutig 51t djjatafteii fiten. 

£DLe lob' id), bic in tiefet 3tit 
@fdj brausen tfjrer ftröljli^feit, 
Unb bie fi$ n$t mit Stte^i ergäben* 
(Sin Slpbm, tet bie $e(Iee foarl 
Unb tä^Lidj fia^ct £aat unb lüavt. 
SKag firff in feine £ütfre fefcfn. 
£crg(el4en glitte lieb' fd} nidpt, 
äBicl Uebet tob' i* 'in ©efiifet, 
SÄu* beffen Äugen geuer foieler* 
£>af jmar ba* ©eine nimmt in ä^t, 
hingegen Abu mandjr üla<$t 
Auf lauter Euft nn& 8teube fielet. 

(Bin Xrunf, ein Sprung 

Gin e^föeri, ein $ferb, 

Gin ^petj, ei» @$et| 

Rc$t frei; 

Gin grennb, ein ftei&b, 

(Bin Sieb, ein ftltb, 

(Bin Alang, ein Sdjrcang 

©arbei i 

ffiem Da« gefallt 

3n biefrr ©elt, 



Der fomm 1 in nnfte SR eil}', 
Unb ma# cä mit 
Auf Ritt nnb SEtfit 

9teß>i ft&tylidj o^ne ©djeu. 
Sfjr gelben, laßt an« tnflig fein, 
(Sin treu» gteunb unb ein @U4 ©ein, 
3)ie Riefen (Id> felje frcfjl $nfammen; 
9Benn mir etnanbtt tfjun ©effjeib, 
©ü fte^t man ja bie SReblfdjfeÜ 
91 u 6 unfern frLfdjen Jpeqen flammen. 
Acmmt bann ber geinb, fo finb mix ein*, 
Unb fcfclaa.cn SÄfte«, ba3 un3 Äein* 
Jtein einzig $4at vermag ju frümmen. 
(Behalten %fr batf Selb, fo fte^t 
(Bin Seber mo bie ffleute biüljt 
Unb mo ba* ©ejie pflegt ja fänHmmeu. 

(Bin Irunl, ein ©prang u* f, m* 
3Bo1;(an! 3Bit »offen biefe »Jladjt 
91 uf Lautet gteuben fein bebaut, 
(Sa gilt en^ iftr üerfituornen -gerben; 
3Qer eine Siebfie liaben will, 
Eet fann mit tfar in alter @ti([ 
Unb o^ue Sorgen ftennbll$ fdjeejen, 
3nbeffen trinfen mir rein anfl, 
Unb deiner räume btefefl ^nu* 
8E« toit einanbet n*o^l geei^et •). 
*rran \ Sbr gelben, iljur Qicf *elb 



*) eilten, amj ai^tn — abmejfen, genan beftimmei* 



214 



Unb irinft in lauter grcIjlidjTeit, 
£o lan&e nod) ber ©ein 'rum rcidjet 
(Sin £runf, ein €prung u.f- »• 

93ergteid^t man Äricgcr'ä fiicbcr mit bcnen feinet 
SeitgcnoflVn, fo etfennt man balb, ba§ fte ben befren 
$oetifcr)en Scifhmgcn beä 17ten 3al?rr)unberta Beijtijctys 
Ien ftnb, unb ba§ Äriegcr an *ßr)antafte roie im rei- 
ben ©ebtauer) bet §ßcr3artcn einen ©rummer, ©. ®\ä- 
fer, $. ©cr)roirgct, $. JRifi u.m.Sl. mit übertrifft, ba 
ir)m ©ct;unilfi unb Äünftelei fremb finb, unb eine SRof)* 
tyit ber ©c&anfcn, #ä'rte bet ©praeije unb ein unoofl* 
lommcnet, gelungener 9teim mit fetten entfer) lüpft. 

©oer; unfet Ärieger h?ar niä)t nut ein ©irrtet, 
et ruat auc§ ein gan$ tüd)tigct SonfiinfHer. 2luct) al8 
folget fei et nod) fctylicjjltcr) in (Srroägung gebogen. 

©ie fccfcjig Siricn ober Siebet, bie £in teilen ben 
@toff boten, einen geifttcicr)cn ©ictyter in Äriegct 
rtfennen ju laffen, finb, tuie beten Xitel befagt, 
fammtlic$ uon ifym in SWuftf gefegt. 

8Jetraci)tct man zunäcfyfi bie SNclobien, abge; 
fer)en fcon ben ju it)rct Untcrfiügung bienenben übri; 
gen Stimmen, fo jtoeifelt man feinen Slugenblitf bat; 
an, ba§ SBott unb £on ju gleitet 3eit etfunben ftnb. 
ßben fo natürlich) unb ungezwungen wie 31t bem Siebe 
fcie SBortc, gehaltet ftet) bei Äricger bie Xonfolge, unb 
mg fernliegen fte ftcr) an einanber an. 3«»» 23clcg 
bc8 ©efagten biene foglcid) ba8 erfte fo gemüt^licr}c 
Sieb biefet Sammlung: 



zm 



^-fifz^-fl^^^zr—^ 



2Dcrred)twi}nu: pet leben tritt, all j Ijier auf biefet 
£er Ijalte @ctt aUei * ne fhlf, ba fern ce i$m foll 




»erteil. ^ ^ m fccr ***f* e fluffCr '' Ic Ö* fcf[ 
er gctul*b;g tragen, unb toannetn Unfall ftd? er* 

regt, gar nidjt« barfrfeber fagen. 

2Bcr wollte ben 3S>crt(j einet folgen 9J?clobic, bet bie 
meiflen anberen an natürlichem glufj unb wahrem 
Sluöbrutf uict)t nacr)ficf)cn, bie Slnerfcnming toerfagen? 
Sonnte man fte nidjt für eine äcr)tc Selfemctobic f)aU 
ten in it;tct fo f*lict)ten gorm? 

©ie ben flftclobirn untergelegten Harmonien 
— bcftcfycnb ir)cil8 in einem flarf bezifferten Sßa§, tljcilö 
in eigenö baju gefegten ©timmen — , geben benfelbeu 



Sülle unb Äraft. §iex mad&t f?d) bet getiefte Xon« 
feget an% bet ©djule etneö ©. ©c$eibt unb $etns 
tte^ ©c^üg geltenb unb etn?itbt fic^, fo loeit i$m 
©elegeu^eit geboten tritb, roa^t^aft (S^te. ©ie ©tirns 
menfü^tung — fünffiimmig — ifi tabetftet unb fd)8n, 
roenn aucr) nic^t eigentümlich, unb alle JJtei^eiten, 
loelc^e ftet) bie Sehtet nahmen, beögleic^en etfi aufge? 
fommene pifante SReijmittel, j. 93. bet ®tbxa\xty bet üets 
minbetten unb übetmä§igen ^ntetüaOe: 



iLrta^zziq 



;zrnrrqi 



=E^8SE=älSEfcO: 



M 



dcFg 



geflattet ftc^ beren jünger gern. 2lu$ ber ^o^ere 
Äunfigefang, bittet) bie @infü()rung bet Dpct nac^ 
©eutfct;lanb üerpflanjt , ifl i^m nic^t fremb, unb an 
einigen Drten fhllt et an bem ©änget ted?t tüchtige 
2lnfotbetuugen, 5. ©. 




S5=- •nzr^^^l= *z*zrt_ 9 — = 






5(uf fote^e gßeife ijaU \% tjerfuc^t, ben tei^6es 
Qabtcn 5lbam Ätiegct alö ©ic^tet icie alö Sons 
feget in Erinnerung ju bringen. JDb et e8 tets 
binite? 93icÜcic§t ifi eö fct)on nac^ biefet ©atftellung 
möglich, ba§ bet Äefet fic^ mit äiebe it)m juroenbet, 
boer) follte bieö nic^t bet &a(l fein, fo möge noct) bie 
9?oti'z folgen, ba§ eine feinet Gelobten ftc^ biö auf 
biefen Sag in unferer Äitc^e erhalten ^at, o^ne bap 
mau tiMt&te, wer fte juerfl gefungen l;abe. 3ȟar 
rourbe fte nict)t üon Ärieget ju folgern 3^f* 6f 5 
flimmt, fte foüte ben Söcrtcn, bie er an bem genflet 
feineö 2^abc^enö fang, l;B(jcrcn SUiöbrucf »erlei^enj 
boer) n?üibig roar bie äöeife jebenfaüö, in ben Chorals 
fammlungen eine ©teüe einzunehmen unb ftc^ mit 
benen j« üerbinben, bie $. 3faaf unb $. S. $ag= 
let f(t;on früher ha d'l;nlic^en ©elegenr)eitcn ettBnen 
ließen. SBet bal;et nod? rjeute: „Qöbrucf, ic^ mug 
bid) laffen " — unb „QTiein ©'mtit^ ifl mit bets 
wirret'' *) an l;eiligrr ©teile mit Slnba^t anftimmt, 
ber füge il;nen Ärieget'd liebliche SWelobie bei, loelc^e 



•) Unter ,,£> 5PeIt, i* muf bi* laffrn" »nb ,.D £au*>t 
»cU ^(ut unb 9£iunbcn" — in unferen ©efang * unb (Sfjoral* 
bücftetn ju jtnben. 



215 



mit ifyrem Kacrjfpief für groei Söiofinen, jroei ©ios 
len unb bem ©runbbafj, ben Sc§lu§ biefer ©arftels 
tung bilben möge. 



*ttun ftd^ fier Xagge * encet Ijat unb fei * ne ©onn' meljr 

i 



\s=--tP- 



Sfe3=^!Üd^.*2^=?6 



=ttbjtcj|3 



irötir 



föeinl, fdjldft ofle« tta« jidj abgemalt imt>toa* jutor g«< 



j^g^^EcJEE^E^ 



8 8 8 8 



8 






. i i 



Viol. I. 
Viol. II. 

fä ' — f-~' 

»eint. *) Viola I. 
Viola II. 



i 1 ! —t-l- 










•) Die übrigen neun ©erfe biefe« 2iebe«, lrfe neefc brei 
anbere lieber au« 51. Krieger*« Sammlung finben ftd> tn ben 
*on mir berau«,jegebenen jmei Reiten, trdcfce bei £6§ling in 
Seipjig Fut*li$ nnter bem Xitel erfaienen: „fc.eber unb WtU 
fen vergangener 3afjrr)unberte. 2Dorte unb Söne ren Origi- 
nalen entleljnt." — Den »otftcbenbcn Öefana. , treiben ein 
S&ed>t«gelel)rter ju £re«ben, tarnen« Solj.'Sr. £erfcog, 
geifllid) »eränbert bat (nur ber etfte »Per« rcurbe mit tfrfe* 
ger*« ffiorten beibehalten), fanb iä) juerft in bem ©efanarudfr 
»cn grettjin^aufen, $alle, 1705, bod) ofcne Glorie. £iefe, 
nebft ber Bearbeitung von ^erfcoa. gewahrte idb mit ber $e* 
aeiebnung ,,incert. am." am fröne jicn in bem ÜBein*enfelftfcf)en 
»odüanbigen ©cfangbudb vom 3af)r 1712. >J}on ba ab bat 
fieb ba« Web wie bie «Dlelobie in fämmtliäVn ©ejang * unb 
Gfyoralbücfcern bi« auf bie neueftc 3eit ciljaltcn. 5be;!aujxg 
fei ertvafjnt, *>a§ biefe« ?ieb böd)(t trabrftfjeinliä al« ba« lefcte 
teeltlldje *u betrauten ift, treibe« bie protetfantiföe sUxQt 
ft$ no4 aneignete. 



Sftyjtget 9»ufIHcbeit. 



Vierte« nnb fünfte« Slbonnementconcert. 

©aö 4te Qlbonnemeuteoneert am 25fhn Det. würbe 
mit ber Outttrtiire Dp. 124 t»on öeetfjooen eröffnet. 
4>r. 2Bi bemann fang tie Slrie beS $üon aitö Dbes 
Ton : „SBon ^ugenb auf je." unb im ffierein mit 
#rn. Satomon baö ©uett auö ^effonba : ,,©u 
^afl bem Opfer btd^ entzogen", beibe mit tjerbientem 
»fifatt. (Sin SWtglieb beö fraget Orc^eflerd, §x. 
Äräl, probueirtc fid^ auf ber früher fe^r beliebten 
^öiole b'amour. ©aö ^njlrumcnt, im 5leu§cren bet 
©ratf^e a^nlic^, unterfe^eibet pc^ im ®au unb burc$ 
eine größere ^In^a^t üon (Saiten , unb jeie^net fie^ 
burc^ baö außerfl 3arte unb SBeie^e bed Ätange« 
au*. $r. Ä. wugte bie a3orjüge beffelben jur ®ch 
tung ju bringen, nur ba§ er tit ^oljeren Äagen fe^r 
häufig benu&te, unb bie befonberö frönen %'6ne bet 
Siefe ju feiten erflingeu lieg, gertigfeit fo toie f$ö* 
ner Xon üerbienten aber hei tym gleich fe^r kneifen* 
innig. Um ©bluffe beö l flcn S^eilö fam bie ©is 
t^rambe ton (Sci;iaer unb ^. ^ie§ jur 5(uffur)rung. 
©ie eompofttion ifl frül;er auöfü^rlidt} in bief. S3t. 
befproa>n trorben. eie^t man ab t?on bieten, bas 
malö erörterten Cnnireiibungen, bie fid^ gegen lie Eufs 
faffung unb Se(;anfclnng beö SterteS machen laffen, 
fo gcbii(;rt it;r fiobj fte gc(;ört ju ben gelungenen 
beö Soiifefterö, ftd? auöjeicr)nenb burc^ ©c^iüung unb 
»eben, ©ie Muöfii&rung erfolgte bure^ bie $$. Wu 
bemann, ^e^er, @a(omon unb Rogner, ben ilniüer- 
fitätöfängeri?erein in SerSinbiing mit bem 2:^omaner- 
c^or unb anberen ©efangfreunben. ©en 2ten tycil 
beö Soncertö bilbete bie Violett @^mpr)onie (9?r. 3) 
*on S?. 2ß. ©ate. ©aö 5te ßoneert am lflen 5«oo. 
roar ein üorjug«tpeife ja(;(reicr) befud)teö. ©ie für 
mehrere Soneerte engagirte Sängerin, grl. Henriette 
Kiffen auü ©otl;enburg, trat barin jum erflen SJtate 
aufj eine hitfex nict)t gefannte @^mp^onie aWenbelfis 
fo^ifö, QU©ur, im 3al;re 1853 für lic ptjinjarmonü 
fc^e ©efe(lfd;aft in Scnbon componirt, würbe aufge» 
fü^rt. 8frl. Kiffen fanb großen S3eifaü. ©ic fang 
eine 5(rie üon $änbe( unD Sleeitatio unb 5lrie au$ 
ber Sonnambula, unb n?nrbe nact} bem jioetten 93ot5 
trag gerufen. 3(;re Stimme ifl im 5lbne(nnen, ob- 
fc^ou bei aQebem noc^ jiemlicr} fräftig, unb loenn a\i% 
nidjt »orjugäweife anfprec^enb, boct; njo^t^uenb. grt. 
K. ^at mehrere 3al;re in Italien unb im ^uölanb 
überhaupt gefungen, man erfenut in i^r fogteicr) bie 
geioanbte, erfahrene ÄiinfUerin. S^re gertigfeit ifl 
bebeutenb, bie aiuflfrilbung ber Stimme gut, nur ber 
Srifler nic^t ju loben, tyr tebenbiger Vortrag ges 



216 



fdjinai&ott, natürlid) unb .oarjr; befonbere drträ^nung 
toctbient, ba§ berfelbc frei ifl toon jenen Unarten, be= 
nen wir auf bem ©ebiete bcö ©efangeö in ber ©e= 
genroart fo r/äufig begegnen, grl. 91. gehört 51t un. 
feren üorjüglicfceren ©efangäfünfllerinnen, unb ifl ber 
2tufmerffatnfeit be8 beutf^en sßublifumö mit Sftec^t 
iu empfehlen, ©aö (Soncert würbe eröffnet mit ber 
SDutocrtüre jur Äeonore (9tr. 3) 5 jwiföen be n briben 
©efangdöortragen blieö unfer ausgezeichneter (Starb 
ncttifl, #r. Äanbgraf, ein (Solo, ^autaftc für 
Klarinette »on SD. ©erfe. ©er 2te S^eit begann mit 
9RcnbrHfo(n'ft ©^m^onie, bie bie äHujtfcr inter« 
effirte, obfdjon bie aufnähme beim fßufrlifum etwa« 
lau war. ©aä SBerf ifl ein fcfjr üor$iiglid;eö, unb 
bie S}efanntfcr)aft mit bemfelbcn getraute mir grofje 
greube. ßö ifl bie jarte, Anbüke (Seite beö Wen-- 
betSfofyn'fdjen 2Scfen8, bie in ifjm toorjugäioeife jur 
@rf$einung gefommen ifl. ©ic (Sgnipljonie ifl ib^li- 
fdjen (StjarafterS, weit abtiegenb toon ben (Stimmun- 
gen ber ©egemoart, unb t)icrin ifl n>or/l auet) ber 
©runb ju fudjen, warum fte weniger jüntetc; aber 
2Henbel8for;n'8 gigentr)ümlicr;fcit ifl in tyr fcr)on jirwn 
li$ üottflänbig auögefprotfen. <Sie ifl frifci> /s gefunb, 
burc^auö ungefucr)t, unb ein wa^rl)aft j)Octifd)cö ©e. 
bitbe. ©er britte (Safc inöbefonbere (Mehuetto. Con 
moto raoderato) ifl ber §öt)ctmnft beö ©an$en, öon 
^erüorfle^enber (Sigcnt^ümlic^fcit, in feiner Slnfonid&fls 
lofigfeit überaus üebenöwürbig \ an tyn rei(;t ftei) ber 
toiertc (Saltarello. Presto); nn tiefen ber zweite (An- 
dante con moto); am fötvädjflen crfcr)ien mir, inö; 
befonbere in feiner erflen £a'lftc, ber crflc @a£. 3um 
<Sd?lu& be« (Soneertö fam ber früher r/ä'upg auf- 
geführte , feit einer längeren Steige *on ^ab/reu 
aber nicr)t gehörte 42fle «pfalm toon 9ftenbelSfor/n: 
„2Bie ber §irfc§ färeit :c." jur Sluffür/rung. $% 
rechne i$n ju ben fe^önflen Söerfen beö Sonfefcerö in 
biefem gacfje. ©ie (Soli würben gefungen oon ©rt. 
Kiffen, unb ben $$. SBibemann, 2fle$er, 3of)n unb 
§P&gner, bie Sfyore vorgetragen r>on ben äflitglicbern 
ber (Singafabemie in Sßerbinbung mit bem $r)oma- 
nerc^ot. g. ©, 



Kleine 3^tung. 

3(u« ^rag f^reibt man und : $ic erwarteten ÜRitgliebcr 
für bie cjedjifdje Dp er wollen fid) nodj nid)t sollftänbig 
jufammcnfinbfn ; namentllä) feljlt nod) ber Tenore primo. — 
aftan %<it vorläufig mit einem bisherigen (Sfyoriflen, £rn. 
23öljme, einen $eifu$ gemacht, unb t^n im „SiebeMranf" 
ben Sttemorino fingen laffen. 5>er ißerfua^ fiel über (Jrtoat; 
tung gut au«, fo reit überhaupt bie ganje Stuffü^rung ber 
Oper fe^r gelungen war. SRebft grl.Ätopp, roela^e bie Slbine 
mit au*gejeid)nctem Erfolge, unb unferem trefflichen Q3ra\?a, 
ber ben Doctcr mit föflliä^er Saune, matfiger ©timme unb 
eben fo glänjenbem Stfolge fang, gebührt bem ^apeflmetjler 
ber cjeä^ifa^en £>per §rn. s Hlat)x rüo^loeroientcd 2cb nidjt aU 
lein für bie unoerbreffene S3emü^ung be« Qinfiubiren« mit 
großenteils neuen itraften, fonbern aua) für Die energifdje 
uu^ yxää\t Seilung be* ©anjen. — 3)er SBefud) biefer erflen 
regulären (d. ff. jur gewö^nlia)en 3:^eaterjeit gegebenen) qe* 
d)ifa^en Dpetnoorfiellung »ar jebod^ nidjt fo jablreidi, al« bie 
greunbe unb UJerfea^ter ber cjea^if^en £onmufe tx»ünfa)en möa^* 
ten; inÄbefonbere waren bie Sogen leer. Fiat conclusio! 

XageSgefdjidite, 

«Reifen , konterte, (Engagements it. &\\\z ©a^nle* 
rin ©arcia'ö, $rl. ©raumann, gab in granffurt a.2Ä. @on* 
cert. iBefonberö bemetfcnöwcrtf} war baffelbe bura^ ben 33or* 
trag beö 3a^umarin'fcbcn Duintett« für *ßiano unb @treid)* 
tnflrumente bur* bie J&§. «&enfel, S^o^r, (Siebente^, ^ofa^ 
unb 2)rinnenberg. 2)ie djineftfaV UJiauer, wela^e grunffurt 
bisher wen allen (Sinflüffen neuerer Jtunfl abfperrte, ftfteint 
bamit bura^broa^en. 

^Pifa^ee fang für&li$ na$ langer 2lbwefen§eit in (stutt? 
gart im 93elifar mit grl. ÜSürfl. grl. 93abnig wirb bafelbfl 
gu ©aflrollen erwartet* 

£orn'ö Stelle in @öln tfi no$ ni*t befejt. g. $iU 
ler unb äreb* in Hamburg coneurmeu. 



SSermifc^te*. 

3m ^erl in SBMen fanb ein (Soncert (Statt unter bem 
Kamen: ©rüg an (Strauß. (Die (Sfnnabme ifl ju einem 3Ro« 
nnment für biefen benimmt. 

$rof. aGB. ». ©tie^enfetl befinbet ft$ in Seidig, am 
feinJDrama: SÄarmllian fXobe^ierre, öffentlia) gu lefen. 



©efcftdft^notuen» Ü)otn pro\). ©orfl. b. allg. Xfü«. 9Rv. in <Bi0l. @a)r. t>. 21. 0. 2R. er^f. 
— X». i n Wl I b g. u. SR '$) r. St ». t n 2) a rm fl. fflir bitten um mögl. bab. 8lnt». a. u. @d). ». 6. t>. 3R. 



«ntw. in Ä. 



Drucf oon %t. «fi<tmonn. 



Ueue 




«Hf^riff f*r 




3UraHtnn>ftnd)et {Rtbacttur: 

ftfranj SBrenbeL 
©nunDbreif tgfter 93anb. 



M 41. 



33 e t leg i i: 
Wobett Briefe in £fipitg* 

Den 1R Mo&embet 18M. 



9tai bUf« 3*Hfd> etf^einen üc^tntlidj 
4 Kammern »cn 1 ober l'/i ©ogeiu 



$af« KS ©ante« •«■ ;V2 Dha. 2'/* 'Wi- 
LtirtitieKflgcbfihUti feie IßtCiljeHr 2 Wgr. 



Stbonnemtntttc^mftt al'r^cflämlrr, SBu<$* f 
5Hnpff uno jtimfKjan&liinaeit an. 



3n6alf ; Utfcfr ba* SBtrten tt* ffiluffeTÄ im Drifteftet, — Eu* ©trttin. — Jtritiftfrtr InA*ta*r. ~ SntiÜigmjblait. 

I — 



Heftet hü$ mixttn fceö SDZufEfertf 

im ßrd>eftet\ 

Oon Auguft JRülUr, 

am 24ften 3itt 1649 in bem £i>nfünflkt*3Dereui |« Dannßabt 
m btm JBerfaffet Bprgetraa«. 

Seit ber 3«*/ toß M* -SnfirumentatsaJIuftt am 
fing, fi^ eine ^ö^etc Aufgabe ju (retten, von roeldjcr 
3rit an fic fuecefjttt burc$ fcm © Raffung Sgeifl ber 
genialen SWeifitr in bet ßimft auf fern jfgigtn ©tanb= 
punft geboten rourbe, — feit Jena 3"t Ijat auc$ bie 
8mancipation beö reprebucirenben SHufifetä, unb na; 
wen t lief) be8 £>u$efter = 3Kufifcr^ y mit biefer fucceffU 
üin SluSbitbung gingen ©djtitt gehalten. Sied mitb 
luofjl jeber Urteil äfdtyige at% Tatorte tt anerfennen 
muffen \ kenn übgleid^ bie crjeug*nbru Sonfünjltet toiet= 
feilet gerabe butdj einzelne begabtere auäfü&renbe äTIu* 
fiter ju Jener Ijotjeren 9lu£bÜbung mit ueranfagt rem; 
ben, fo unterliegt cd bodj tuofjl feinem 3tunr>t, tag 
unferen gefeierten äReiflern : ©atpbn, äKojart unb SSeeU 
Rotten aud? baö Söetbtenft beä al (gern einen gort- 
fdjrittä in bet ptaftifdjen SJtujtf juerfannt merben 
muf, ©eet^oüen namentlich farbert ben ©tieftet; 
SJlnjtfft auf, Aunflfer im magren Sinn be6 SBcrteS 
ju fein, unb reicht 3*b'm, fc« bie erhabene« Qhttn 
bitfeä fdjfcpfetifdjm ©eififS gut nsifberjugfben toers 
mag, ein patent für biefe öigenft^aft, tneicfjeä, t-cn 
göt Hiebet §anb beftegeTt, in bet gangen, weiten Äunjis 
totlt Ijonorirt werben n?itb. 

lliifrte Seit Mo* fäon eine refpretabfe %t$al?( 



biefer {ßatentr, unb fertigt in pregtefjiüem ffiet^ätts 
niffr y jum fficrtfycil unferer Äimji, immer meljr au4. 
©aö Dtim i(i langft uerfdjttmnbcn t wo man ben 
tßdjtigen Drc^eflerf^ieter atS $>anbmerfet betrachtete; 
unb bau mit Stc^t, benn ct^ldd? bet ©tanb)pimtt 
be6 SWufiferd im Drdjefhr me^r ein Dfcjrcttvif^ gefefs 
fetter , alfe ein fdjrinbar untergeerbneter ifi, fo nsirb 
man bo^ nicht leugnen ; bag au^rcrbentlictje (Sigcu= 
fa^aften (gana^abgefe^en con tc^ntfe^n ^luafcilbung) 
t^n ju einet (jäheren , nte^i ate g*ii)öfjnttct)en Wixh 
famteit befangen f&nnen, ba& i^m fontü # mit ©eibes 
Haltung jcneS gefeffelten ©tanbpunfteß, eine fubjeetU 
toe, tort^cit^afte (Sinmitfung auf baä Stuä^uffl^tenbe 
in einem ©tabe jugeflanben metben faun, bur^ toel^e 
er bie 3ntrntioiien brö 8rf Raffet 3 aiifl gftia^trgi 
fie eemmentirt/ bur^ mela^e et ba^et eine ma^te 
Äünfiletföaft im Dt(ijefl(r teptäfentirt. 

da würbe ju lueii flirren, in bie foretettm ©es 
taitö übet beu Segeujlanb ciiijuge^eit, bem i^ btefe 
3ei(eu getoibmet t^abej anc^ ijt äJIan^fö bariu, n&s 
mentlir^ maö ben Öefu^l^anöbrurf anbelangt, fo abs 
(iracter Scatttr, ba§ eine boUfommrite Ätat = unb 
ffleutii^ma^ung bure^ äfit'getn unb ^orfa^rifteu Der* 
lorene 3Kü^e fein loitrbe, — atiein für baä fa>on fce= 
baute Selb tonnen bc$ iid^ Fingerzeige &on 9ht^en 
fein, bie i% ju »eiteter Stntegting ueifu^en mU. 
2tndj foW ein Zi}eii meiner äBorte ben Scrfitc^ mm 
$ci\ t Jene manchmal, unb fogar oft no^ fccflel;nibe, 
fo fr^r ju tabeCnbe Brutalität in bem &piti mannet 
Dr^ejler -. SWuftfer im regten fitd^t jn jetgen, bie, 
felfcjl bei aneifenuenämert^er, t^nifc^er 9(u36ilbung, 



218 



bem ©onjcn weniger nüfct, ja fogar fc^abet , aU bie 
Befct)eibene 3a$afti$teit beä untoollfommenen 9Jlect)a» 
nifaö. 

93or 9lttem wirb bie Aufgabe beö !Drct)efier; 
Sftufiferä im allgemeinen fc|ljufietten fein, et)e 
ton ben andeuteten Fingerzeigen bie Siebe fein fann. 
ffiie Grfle Aufgabe für ben Orc^efterfpieler mufj, meu 
ner 5lnjict)t nad), bie fein: ftet) alö ©lieb eincö 
&örperö ^u betrachten, ber bafyin ftrebt, ftdt) bem 
2Bar)rne^mer ftetö alö ein ©anjeö, unb jwar alö ein 
fc^cneö, abgerunbeteö, buret) feine Stregutaritäten unb 
abnorme 2luäwüct)fc gejtörteö ©anjeö 311 präfentü 
ten. •) 

©er gute £)rd?efier--2Kuftfer t)at be3t)alb (na? 
tnentliet), wenn er baö auäjufüfyrenbe Äunjtprobuet eim 
mal fennt), bie Slufgafce fietö im $luge, welche il;n 
baö IDrct)efrer alö Ginen Äörper Betrachten läjjt. ÜBei 
jebem ii)\n überlaffenen Momente, bei jebem Sluö; 
brutfe, ber il;m angebeutet ifr, wirb er unwittfüt)rfict) 
bie 9tücfjtct)t einwirfen laffen, weldjc er bem ©anjen 
fdjulbet. Gin richtiges Urzeit wirb tr)n leiten , in 
wie weit er feine sßerfönlict)f eit , or)nc 5ftact;tt)eil für 
baö 3lllgemeine, geltenb machen barf, unb fo wirb 
er $ftict)tö vorübergehen laffen, bem ®an$en nüglidt) 
ju fein. 

Dbgleid) eö viellcidjt läct)etnb ton 9Jianct)em be; 
trautet wirb, wenn ict) fotgenbc brei S3emerfungen 
mact;e, wetdje £>unberte alö ju bem 2123G beö Dr= 
e^eflerfpielö geljövenb anfeuert, fo finb fte bod; im 5111; 
gemeinen baö 5ftctt)wenbigfie, unb eö giebt feiber in 
fielen JDrct)effem noct) genug Paritäten, bie auf einer 



•) 3dj glaube, ba§ ber 33ergTeid& bc« Tr^efrer* mit bem 
menfdjlicben Körper jicmlid) trejfcnb fein burfte, benn fo nue 
bei biefem alle QJetregungen unb §anblungcn, in lleberein* 
ftimmung mit bem ©ebanfen unb gefagten CSntfc^Iuffc # burdj 
bie fclgfamen, gcttMJfermajjcn von bem ©ebanfen burebbrun- 
{jenen (^lieber unb materiellen Gräfte be* 2flenfcben genau 
auGgcfübrt »erben, in gleicher Sffieifc mu§ bei bem Crcbtfter, 
burc| ein mit bem ©ebanfen in (Sinflang gebraute* allfeiris 
ge& ©irfen, ba« Jtunftprcbuct jur 2ln3(uf)rung fommen. CDic 
3n(irumente finb bie Jtcrperglieber, ber £>irector ijt ber tfepf, 
ber bie mit bem ©ebanfen barmonirenben 93ercegun ( en unb 
Jpanblnngen übenra^t unb leitet, bietet ber Körper fdjönc 
germen, feigen (icb bie ©lieber paffenb balb in frafttg reners 
gifdjer, balb in anmutiger 9Beife bei ber Huäfüljrung iijxcv 
Bewegung, bann ifi eä mit bem Goncerte gut betrefft. — 
fDcan fönnte ba3 £rd)efrer »iellctcbt aueb nid)t unpaffinb mit 
bem 3ufammenivirfcn in einer ccnflitutionellen 9J?cnarcbie oers 
gleichen, ^a« ^rebiict ifr bie (Sonftituticn, bie SWujtfer bie 
i&eamtcn, ber Äiipellmcifier ber mauttoortlicbe 3^iniilcr. JBe? 
greift nun ber 9Jcinifkr feine Aufgabe, bebalten bie 53eamten 
bie (^cnflitution bübfd) im 2luge (bei ber ftc bo(b eine intel- 
ligentere ©ubjeetwität ^um SBortbcil für ba« ©anje geltenb 
macben fönnen), fo trirb eine abgeninbete ba^mcnifdje (Btaatt* 
SRupf entheben, bei ber bie 3ul)örer aufrieben gejlellt derben 
unb rroxan ftc if>re greube b^^n. 



wunberpoll ^ot)en Äunflftufc ju flehen glauben unb 
bennoer) biefen ©runbbemerfuugen, biefem MÖG, nic^t 
genügen. 

9lx.l. <£>ic gefpanntefle 5lufm erf famf eit, 
bie felbjt l^ci minber wichtigen Gompofttionöwerfen im 
Drdjejler i?or allem Ruberen nötl;ig ifr. Wie fann 
ein äftufiffh'icf effectuiren, cornel;mlid) eineö üon un? 
tergeerbneter ^atur, wenn ber Snuftfci mecr)anifct) 
feine Noten herunterleiert unb babei an etwaö 5lnbes 
reo benft. Göjjl ^llleö wichtig im SDrdjejter, wenn 
man auf ben Gffcct 9tücfftcr;t nimmt, unb bau Srtjlcct)- 
tefle fann wenigftcnö erträglid; werten, wenn s 2leu* 
rateffe l;errfd)t unb burd} aufmerffameö @piel ber nö; 
tr;ige 9(iidbriict hineingelegt wirb. 5^ (;abe fclbfl 
hei größeren renommirten Dr^eftern lic S)ecbad;tung 
gemacht, üafy Stellen, ja fogar gan^c ^ßieeen, bur0 
bie Unaufmcrffainfeit unb Sd;lafrigfeit bor Sliiefii^s 
renbeu in baö ©einnuc heruntergezogen würben. G8 
giebt ^unberte, wetd;e, wenn ftc 5. 33. ein einfaches 
5lccoinpagnemeut 51t fpiclen l^abeu, burcr) Wa^lafftgs 
feit in ber Spaltung be^ ^njlrumeutö, burcr) unya\; 
fenbe bumoriflifct)c 2öiebergebung ber Stotni unb gis 
gureu, bem ©anjeu mcl;r fc^aben alö ber geringfle 
Glet?e, ber mit gurdjt unb 3*$w auftritt, ©er 2>hu 
fifer, weld;er im Drdjeftcr wirft, mag er ^8irtuo3 
fein, mag er felbfl bie SBclt mit feinem 9iu(;itic ers 
füllt f;aben, wirb meiner '2lnfter)t nad; jum (Stümpir, 
Wenn er fii) nicr)t bem ©aiuen unterorbnet, unauf= 
merffam unb nid;t hei ber @acr)e ifi. 

9ir. II. Beobachtung ber üorgef d)r iebe^ 
neu 33inbungen, Slbfto&ungen u. f. w., t^er= 
l;ältnifiiuä9ige s 2luwenbung ber &$er|tdr= 
f u n g ö m i 1 1 e l hei ber 91 11 3 f ü l; r u n g ü r g a 
fcfjricbcncr Stuöbriicf c, unb c n t> l i * lebhaf- 
tes unb fräftigeö Gingreifen im >2UIgcmcis 
neu, ü r j ic g l i et) aber bei f 1 et) e n (Stellen, 
w e l d; e vermöge i () r e 8 G r) a r a f t e r 3 b c f n= 
berö baju aufforbern. ©er erfle ^l;eil biefer 
SJemerfuug, weiter auf bie Binbiuigeu, Slbtlojjungcn 
gerid;tet i|l, gilt toor^'igliift ben ©tretd;inflrumenten 
unb nameutlid; ben Biotinen im Orct)eflcr, tie, tveii 
fte in größerer 2lnjal;l bort vertreten finb, fid; einer 
um fo größeren ©leidjmajjigfeit 31t beffeijjigen fyahen. 
Sliemanb wirb wcbl über tie £öict)ttgfeit biefer 93e- 
merfung im 3iueifel fein, ©taecatoö j. 23. werben 
fo feiten glcid;inä§ig ausgeführt, unb eo will mict) 
bebünfen, bajj in biefer $iufiet;t eine fdjarfere Gontrote 
ton (Seiten ber Crdjejterbireetoren ganj an üjxcm 
Spiatjc wäre. Seilte, täubelnbc giguren nimmt gar 
oft ber eine SBiolinfpicler mit fpringenbein Sogen, 
wäl)renb ber anbere ben feflen 23ogen babei anwciu 
bet-, baö flört unb fet)abet bem Gffeete. ©aö Sftä'rm 
Iid;e ifl manchmal ber gall hei energifct)en, frdftigcn 



219 



«teilen, namentlich abet Bei benen, welche flc$ eine 
3eit fang in 8 -feilen ober 16 = Zeilen auf einem 
Zone bewegen, bie öfter« in ber bramatiföcn ätfuftf 
Stnwenbung pnben. 9ttan ftcr;t babet nic^t feiten, 
ba§ ©iefer met>r fur$, lebhaft uub fdjarf feinen 33o* 
gen fii^tt, wie e« rect)t ift, wäljrenb ein 2lnberer breit, 
brüdfenb unb o^ue Energie fpiett. (So unbebeutenb 
biet Alle« fdjeint, fo widrig unb berüctftdjtigungöüoU 
tjl e« boer), wenn eine Abrunbung im Vortrage er« 
jtelt unb ein mägtic^fl »ollenbete« ©anjc geboten wer. 
Un foll. 

©er anbere $t;eil meiner jweiten Semerfung gilt 
ber t>err/ältni{hnä§tgen Anwenbung ber 93er flär; 
fungämittet bei ben toorgef ergebenen Auöbrütfen. ©ie= 
fe« gelb ifl nun für ben Drdjefler * SWilfifet fo fc(;r 
ausgebest, unb bie richtige «Bebauung beffelben ü<m 
fo uncnblicr)er 2Bicf)tigfcit, ba§ man nid;t genug bar* 
auf aufmerffam machen fann. 3er; barf wo(;t behaup- 
ten, ba§ e« wenige Drdjefter giebt, welche in ber §üu 
ftdjt fdjon ba« »or£Üglicr;cre erfhebt fjaben; aber eö 
ifl au$ ber «probirflein, unb ber Warne Äünfiter wirb 
o$ne 3wcifet ben äTCttgtiebern eine« ^nflitut« in üott- 
fler «Bebeutung be« SBortc« gehören, welche i(?rc 2lu«; 
bruefemittet üottig in ber ©ewalt ijaben unb fte mit 
«Rücfft^t auf ba« Mitgemeine in tjer^ältnigmägig riet)* 
tigern 9Waajje anjuwenben wiffen. 5Kur beifpielöweife 
Witt idt) r;ier auf bie notfjwenbige §ßerfcr;iebent?eit in 
Stnwenbung ber Au«brucf«mittel j. 93. beim ©egteiten 
einer einzelnen (Stimme, eine« Serjett«, eine« ©ertett« 
unb bann eine« motten <5r)oreö aufmerffam machen. 
SBelc^e S3etfc^iebenr)ettett in ber SWittetanwenbung ftnb 
tyer benfr unb ausführbar. 8Ba« bei bem Siuen jart 
unb fanft effeetuirt, wirb bei bem Slnberen l;art unb 
raub? Hingen j loa« bei ©iefem fdjon fräftig unb ttotl 
lautet, wirb bei ^enem fyuftcr/tlicr/ ber ©tärfc nicr;t 
genügen, ©a« 9M»nlicr;c pnbet, nur nod) in leerem 
©rabe, bei ben reinen C>rcr)e|terwerfen unferer großen 
SHeifter unb namentlich unfere« ©ectfjotoen Mnwen* 
bung. #ier muffen bie 5tu«brucf«mtttel, welche bem 
Drdjeflcr^Spicler in bie £anb gelegt ftnb, fo t?erfd)ies 
benartig angewenbet unb ber muftfalifdjen 4)anblung 
angepaßt werben, bafj eö üiefleicr/t feine ju geringe 
Aufgabe eine« ganjen Äünfttertebenö fein bürfte, um 
ben Anforberungen be« er^abenflen fdjöpfcrifcl)en ©eis 
fle« ju genügen, ©er Drdjefler=2nuftfer ifl raar)rlicr) 
tin Äünfiter ju nennen, in bem ber göttliche gunfe 
mit ber SBcirme unb bem geuer lebt, ba« il;n begeü 
ftett unb it)n ju ber ^antafte^l;e be« Sfteifler« felbfl 
ergebt. (Sr entfleigt ber gewitynli<$en ©p^are, ber 
©eniu« ber r/öt/eren Äunfl get;t in i^n über, unb er 
jetgt un« fo gewiflferma^en ba« SSilb eine« eigenen, 
felbflfc^affenben ©eifle«! 



6« bleibt nun noc^ ber britte Sc)eit meiner jweü 
ten ©emerfung, id) meine: ßebt)afte« unb fräftige« 
Singreifen, namentlich bei folgen Stellen, weldje burc^ 
i^reu 6r)arafter baju aufforbern. — (Sin SDrctyeflet* 
SKuftfer o^ne geuer, o()ne lebhafte 2luffaffung feiner 
Slufgabe, ifl ein morf^e«, nu^tofe« ©lieb in bet 
Äette, ba« nur burc^ feine ßntfernung 9^ujen fliften 
fann. Sßirb bie Äette bann aucr) fürjer, jufammens 
gebrücfter, fo gewinnt fte bodr) me^r an gefligfeit unb 
jutoerläffigem ©et)alte. — 6« ifl ein erbarmung«wür* 
biger 3lnblirf, wenn man juweilen Qnbiüibuen mit 
einer pljlegmatifcr}en 9lu^e unb ®leid)gültigfeit , bie 
in'« gabel^aftc ge^t , Äraftfleden be« (SompojlteurS 
bc^anbett pe^t, weldt)e öou begeiflernben Anregungen 
flro^en, unb worin er bie ^8dc)fle ^otenj feiner sp^an« 
tafie ju toerwirflid^en flrebte. ^inweg mit biefen weis 
bifd)cn ^emmfcl)u^en in ber Äunfl, bie ba« #ö§ere 
jur garce erniebrigen! r)inweg, an ben ©pinnroden 
ober an bie Äurbel einer SJtafdjine, wo^in fte etgents 
lity gehören! — Srifd^, lebhaft unb mit ©nergic mu§ 
ber SJluftfer jebe feiner Aufgaben ergreifen j ba« -3>ns 
tereffe, ba« er an feiner Äunfl nimmt, mufj fic^ flet« 
bei \f)m neu beleben, fo oft er fein .3«ffrument ers 
greift. Setbfl ba« Sllter barf nur wenig auf feinen 
(Sifer unb feine Seb^aftigfeit flörenb einwirfen, wenn 
er ber ©efcr)äftigung obliegt, ju welcher tyn ein eble* 
rer, r)öt)erer Xrieb unb eine begeifierte Vorliebe für 
bie @d)önr;eit berfelben in ber 3"8fnb geführt fyat. — 
©ie Äunfl altert nie, unb ber wa^re Äünfiter wirb 
flet« @dt)ritt mit biefer fetner ttebflen Seben«gefat)rttn 
Ratten. SBerläjjt i^m auct> 9(Ue«, er wirb fte al« 
einen rettenben Anfcr liebevoll umfaffen, unb alle Seu 
ben, mit wetzen ii)n ba« @cl)icffal r)cimfucl)en follte, 
wirb er fo, wenn aud) nicr)t tjergejfen, bod) erträglich 

ftnben! 

(®*lu^ folgt.) 



Olli* Stettin. 

©ie Sröffnung be« Diepgen neuen ©c^aufpiel« 
^aufe« l;at am ©onntag , ben 21(len Dct., mit ©B* 
t^e*« Sgmont nun tvirflict) flattgefunben, nac^bem bies 
felbc toon SBocl)e ju 5Boct)e t)inau«gefdjoben werben 
mu§te, weil bie babei bef^äftigten ©ewerfe jur fefls 
gefegten Seit nict)t fertig werben fonuten. äWuftfas 
lifci) würbe e« eröffnet mit einer, einem geflfpiele üors 
^erge^enben ^efl ^SDuüertüre üon ^>rn. ftouiö ©eis 
bei, bie ber geflfpiclbidjter unb X^caterbirector (jur 
einen $älfte, ber anbere ©irector ifl $r. «Springer) 
$r. ^ein, mit UnjtatsSuc^flaben auf bem Bettet, ganj 
oben an, bemerflid} ju machen beliebt fyatte. Äennen 



220 



©ie $rn. ScuiS ©eibel? — ©leitet, baä gßerf 
fprid&t für ben Kann 5 nur bieämal fpracr; e8 gegen 
i$n, benn bie »eridjterpatter fämmtlicr}er ©tettiner 
3«tungen waren in pleno barüber ganj einig, ba§ 
jene Ouvertüre Weber ©t$l nod; <Sigentf;ümlicr;feii, 
man tnüfjte benw einige ber trompete abgequälte unb 
baS Dfyr fcr)wer beleibigenbe, unreine £öne bafür b)ah 
ten, wofjl aber großen Ueberflufj an geflogenem ©ut 
fcepge. 

91m 23flen ©et. ging Kojart'S ©on 3"an über 
bie Sretter in bem neuen, gefd&macfüoll eingeritten 
ten, feplic$ erleuchteten 4?aufe, auf einer mit frönen 
©eeorationen gefd;mücf ten <5d)au* unb Sonbülme, in 
reiben 6oPümen, mit einem pärfer alö früher befeg* 
ten 6r)or unb Drd&epcr, &or einem fc§ au - unb b/ör; 
Iufiigen, ja banf baren Sßublifum — wer folite ta 
md)t gern fingen, gern fpielen, im ©on 3uan , ber 
Oper aller Opern? und würbe baburd) jugleic^ eine 
günpige (Gelegenheit geboten, fowob;! bie gegenwärtig 
gen Äräfte ber Diepgen Oper, att aud) bie Meinung 
beö SBublifumä fenneu ju lernen, ßegtereö war, um 
e8 gleich ju fagen, entjücft &om Anfang biä jum 
gnbe. Unb baä wirb man begreiflich) pnben, wenn 
wir bemerfen, ta% baä alte ßoeal ber erfreu ©ee: 
pabt $mifjen* töüig unwürbig genannt werben 
mufcte, weil eö ef?er einer bunfeln &ol;le als einem 
Reitern Xempel £l;aliaö glict), ber übrigen 9iäum= 
lieferten, ber ©ecorationen unb 6oflüme gar nidjt 
3U gebenfen. ©er Kupfer wirb pd> einen be- 
griff öon ber ganjen früheren ginridr)tung ju machen 
im ©tanbe fein, wenn ber 2Bat)rr;ett gemäjj gefaat 
werben muf, ba§ ber Kupfbireetor nid?t fetten in ten 
Saß (am, ein ^nflrument, ica3 nic^t befegt werben 
lonnte, bur$ ein anbereä erfegen, ober toa$ baffelbe 
ip, eine ©timme auf bie anbere übertragen ju müf= 
fen. ©aö 6t;orperfonat bepanb eirea auü jwölf hi$ 
t?ierje(;n JJerfonen, unb waü baä 2lUerfd;limmPe war, 
einer IBM. $r)eaterbireciion war lie Oper jiemltd; 
gleichgültig. Srog bem unb mit fo befcr)ränften Kit- 
teln, pnb früher unter £c§malr/'ä Seitung bie Ko- 
jart'fdjen Opern: ©on Quan, bie 3<mfrerflöte, g,'g a = 
ro'8 £ocr)jeii, (Sntfüfcrung u.f.w. ganj anerrennungös 
wert!; jur »uffityrung gefommen, woran ju erinnern 
jegt um fo meljr an ber 3eit fein mochte, ba man 
über bem 9ieij ber $ttcut)eit, ber bleö äu&eren 3utl?at, 
ganj ju öergeffen fdjeint, \va* in bem alten £aufe' 
unb namentlich in mupfalifcf;er 4>inpcbt, wat;r(;aft 
©ute8 geleiPet worben ip. 

3citiger ©irigent ber Oper ip ^)r. Sonrabt axrt 
»erlin, ber alö feiger bei biefer erPen «luffüt;rung 
flc$ nur auf pafften JßiberPanb ju befc^ränfen fc^ien, 
unb jwar mit einer 9tut;e, um nict)t ju fagen ©leic^ 



cjültigfeit, bte, wenn pc Per) in bem ©rabe wie ^icr, 
unb gerabe in biefer Kojarffdjeu Oper, bei bem 
Seitenben »orpnbet, ben ©ad)öerpanbigen etwa* um 
rutjtg ju machen geeignet ip. $ m ßrfaffen ber £empt 
machte pc^ überhaupt noc^ einige ilnpd)err;etl bemerf^ 
bar, bie pc$ in 31t großem 3»rücft;alten unb bann 
wteber im Uebereilen funb^ab. 51lö S5eifpiel ju er^ 
perem: tau ©uett 9lr. 2 jwifdjen ©onna >2lnna unb 
SDttaüio, wo bann bie ©teile 



fet)r unäpc/etifdj wirft. 5llö 23eifpiele 311 (^terem, 
\va$ überwiegenb Pattfanb: baö barauf folgiabe Xer= 
3ett 9lr. 3, unb auffaUenb in 3crlineuö >2lrie 9?r. 13 
mit ber fdjönen 6ellcbegleituug , tic wegen übeuries 
bener 6ile faum l;örbar würbe. 51u§erbcm tarn noc^ 
in biefer Strie bei bem liebergange juiii ^ufanget^ema 
eine gro^e Unreinheit cor. JJrl. 0. 9iiefe (©onna 
fflnna) mi$ mannen Mangel im (äiefange burc^ il)r 
©piel ju üerbecfeuj p c {rinnet oft nur lie ßontou« 
ren, ol;ne baö, \vc\$ la^\\ä)cn liegt, rein unb faus 
ber auö^ufiiHenj pe fuc^t burcr; t;ol;e unb l;öc^Pe 
Söne, bie aber niet;t torgefcr)rieben pnb, auf ta$ spu= 
blifum ju wirfen, unb man fann beet;alb nidjt fa= 
gen, ba& grl. ü. «Riefe fd;öu pngt, fonberu nur, bafc 
pe eine routinirte (Sängerin ip, bie pc^ bei bem (ßiu 
blifum in ©unP 311 fegen t?erpe^t, woju benu i(?re 
angenehme ändere erfc^einung noc^ beitragt, grl. 
©eibert (©. (Slvira), obgleid; nir^r Anfängerin, nimmt 
ben Äenner baburd^ für fic^ ein, ba§ fie mit üielem 
gleite barauf bebaut ip, nur baö ju pngen, \va$ 
bapel;t, unb wirb, wenn pe auf biefem Söege bel;arrt, 
pc^er noc^ red;t (Srfrculid?e$ leipen. grl. ©eibert be- 
pgt, wenn aud) feine parfe, bod; eine angenehme 
©ttmme. grl. ©cipt;arbt (3erline) ebenfaüö noc^ 
gan^ im Sßerten begripen, befigt gute ©timmmittel, 
mu§ aber nod; »iel tactfcflcr werben unb beper auf 
ben jebeömaligeu Anfang ad;ten. §r. ^ic^ler (®on 
^uan) fpielt ben ©on 3\ian rec^t gut 5 alö ©änger 
mit feiner r;erfcorped;euben ©tiuime begabt, oerunjiert 
er Kojart nic^t feiten burd; übel angebrachte (Solo, 
raturen; fo bei lex ©teile im erPen ginalc „%$, i% 
fenne biefe ^l;räneu" 



3crlinc : 



barauf £r. tyiQkt: 



3d) be *fcfnvöre fie mit 2l;räncn 



\q fen * ne biefe Sutanen 
roä^renb Kojart wo^l weiölict) bem ©on 3uan ganj 



221 



biefrlb rn 9?ctrn nae$ftngen la§t, bte bie 3«linc 
&orr)rc r)atte. -3" ber <Scenc mit bem jleinernen ©ajl 
im 2ten ginale, übertritt $r. 9?ier)ler bie ©renjlinie 
be$ ©dt)&nen tri weitem, wie benn nidjt feiten gerabe 
bei biefer ergrrifenben ©teile unö mer)r ©efetyrei, alä 
®efang geboten wirb, unb ber furchtbare, monotone 
(Sfyot bev £öüengeifter, liegen fonftigen SärmenS, nicr)t 
te#t jur ©eltung fommt. £r. §effe (Äeporeüc) 
wirft ebenfaflö mefyr burcr) fein ©ptel a(8 burcr) feis 
neu Cvefang, ber wegen einer gewiffeu Stau^ett ber 
Stimme eben nicr)t angenehm Hang. $rn. Läppert'S 
(Kon Dttaüio) Stimme ifl noer) unauögefcilbet, man 
merft ben Uebergang üon einem Siegifter jum anbes 
ren nodt) ju auffaUrnb unb lä'§t aud) im Vortrage 
noer) üiel ju wünfcr)en übrig 5 au§erbem wirfte ein fort* 
roärjrenbeö 3u*üdPr;alten im $empo fct)r unangenehm, 
j. ». in ber gro§en @cene mit ©onna $lnna, 9lx. 2), 
wo ein rafcr)eö (Singreifen »on Seiten Dttaöio'ä er* 
forberticr) ifl. ©ic ^ßofaunenbegteitung ju ben ©eis 
jhrtönen bed $rn. ©eiö^eim (©on ^ßctro) Hang gar 
$u gemein j $*• Äunje fang ben Stafette, ©er erfte 
<5r)or ging nicr)t recfyt jufammen; bagegen würbe „68 
lebe bie greifoeit da capo »erlangt. 3n Summa: 
Sangerinnen unb Sänger leiflen wenn auä) ganj 
S3rauct)bare8, boer) nict)tö 9lu8gejeicr)nete8, unb (Sr)or 
unb £)rcr)efter bebürfen eineö feurigen, energifdjen ©is 
tigenten, um fräftig unb wie ein SJiann jufammen 
ju wirfen. ©er ungeteilte 83eifatt be$ *J3u61ifum3 
erflart fic$ au3 ber taugen ßntber)rung ber Oper, au8 



bem Saubtx, ben ättojart'« 9CTuftf h u ©on Suan jht« 
ausüben mu§, unb au% bem Steije, ben bad neue 
$au& mit feiner t>ortrefflicr)en Sluöjtattung, fo ba§ 
(Sinige baö «Berliner Dprrnr/au8 nicr)t ju cermiflm 
meinten, ausübt. Unb fo fyä'tte benn bie rect/t eigent* 
lid? mufif alifdt)c 6inweir)ung beö neuen £aufeö 
nun auet) ftattgefuuben , \vaü mit bem fehlerhaften 
SBerfe eineö obfeuren ßomponijten ganj unmöglid? 
war. 23ir wünfdjen ber Oper, bie fict; worjugöweife 
toieler $r)eilnar;me erfreut, ben beften Sortgang, unb 
würben und freuen, in 3ufunft wfy oiel ©ünftigeS 
barüber berieten ju fönnen. 

©aö fneftge Artillerie ; Dffteireorpö t/at für ben 
SBiuter im Saale be$ ©aierföen $ofe$ einen Gtjf(u3 
»on hätten üeranflaltet, bie bem Sftuftfer in fofern 
einiges ^ntereffc barbieten, alö #r. Dr. Söwe fld) 
bereitwillig tjat pnben taffen, »or 23eginn berfelben 
ct\t)a^ ju mufteiren, unb »ermoge feineö Berühmten 
SHamcnS baju beigetragen ^at, tiefe Satl^SDuüertüren 
fo faffyionable ju machen, ba§ man gegenwärtig, aus 
jjer bem neuen Scr)aufyielr)aufe, nic^t« JReijenbereö 
fennt, alä biefe wunberbar f6fllict)en S3äHe mit tyret 
muftfalifc^en (Einleitung, bie für $rn. Dr. fißwe bie 
günfiigfte ©elegen^eit barbieten, ben audübenben unb 
nicr)t auöübenben ,,^od6gef^ä6te(ten // ©ilettanten in 
größter gütte oon Siebendwürbigteit ju erfe^einen. 



tteberftd)t ber neueften @rfd)einungen auf bem ©ebiete ber 2)lufit 



gär SBtpIonceH« 

3- Dfftttlmd), ©p. 19. Ecole du Violoncelle. Trois 
Duos tres faciles, dedies aux Commen^ans. 0cl)U- 
finger. 25 ggr. 
— — — , ©p. 20. Trois Duos facHes. €benb. 
H «l)lr. 
IDiefe fegenannte „<5d}ule" beßebt au« lauter praftifdr)en 
Uebungen in gorm getoöl)niia^er Duetten. <5ie gerfallen in 
vier SlbPufungen mit june^nienben ©d^rcierigfeiten. 3)en ^ier 
a*B e J ci fl* en SEcrfen 19 unb 20 folgen no* bie ffierfe 21 unb 
34. £er Warne be« aU (5el(o»irtuo« ^oa^geadE|tetcn J&erau«? 
gebet« bärgt für bie 3tocdmħigfeU ber Uebungen. 



3. 3Retf f ©p.31. Fleurs de Tltalie, Fantaisies pour 
le Violoncelle avec aecompagnement de Piano sur 
les motifs favoris d'operas nouveaux. JUecljettt. 
1 Jl 15 ftr. 

Qine elegante, gierlia^e 3ufammenPel(ung »on aUerfcanb 
bebeutenben unb unbebeutenben ÜKotitten. Da« ffierf^en ift 
für ben <Salon betea^net, unb wirb bort in ben £&nben eine« 
geübten (Spieler« bie «erlangte SBirfung tfan. 

Siebet mit ^>tanoforte. 

». SBaltet, ®p. 6. 0err)S Cirbet. ßiCUur. Qtft I f 
174. ngr. $efi U, 20 Hjr. 



111 



<Sebr anerfennenawertfj! Der <ßerfa(fer befunbet tüdjtlge 
mutffalifdje 93ilbung unb lobenswerte« streben. 2Benn er 
fidj erft von fremben (Sinflüffen emancivirt, unb wenn er na* 
meutlid) ©J?or)r etwa« weniger $errfc$aft übet fid) eingeräumt 
$aben trirb, fo glauben wir it)m eine gute 3ufunft verfpredjen 
ju fönnen. SBorbilber mu§ Seber baben; aber bann audj ber 
eigenen Äraft vertraut, unb rüftig torwärt« auf eigenen 
gn§cn ! 

<£♦ 21* ^Bertelsmann, ©p. 20. Brei «Befange für eine 
tiefe Stimme, fkters. 20 Hgr. 
Diefe lieber bewegen ft<$ jwar nic$t auf neuem , nodj 
nfdjt betretenem 93oben, fte erfdjlic§en bur$au« feine unge* 
abnte ©ebanfenwelt, aber fie finb be«wegen ne$ nidjt trivial, 
gür bie Stimme ftnb fie überbie« Wirffam, unb fomit mögen 
fie fljren Sauf burd) bie 2flufHweit beginnen. 
%X. ÄÜtfett, ©p. 52. ,,©ut' ttaet)t, faljr' moljl, mein 
treues jfjerf", für eine ßaff- ölet SUtftimme. fiift- 
ner. 10 Hgr. 
(§twa« weltlid) unb finnlid). (5« will un« fdjeinen, al« 
forte bie (Begleitung bie geringe $rägnans in ber SDWobie gut 
matten, benn nur auf biefe 2Beife tonnen wir un« ba« ge* 
fpreijte 35cfcn bcrfelben erflären. 5Bir wollen aber burtfcau« 
nic^t gefagt baben, bafj fic^ ba« Sieb ni$t feine ißerer)rer er- 
ringen fönnte. 

3. Stehet, ©p. 22. 3wei Ciefcer für ttenor ofcer So- 
pran. |)eter«. 15 Hgr. 
— — t ©p. 23. ©rei f irter für Senor ofcer So- 
pran. Cbenb. 16 tlgr. 
Diefe Sieber feljen au«, al« wären fic im bequemen %av 
teuil mit einer feinen Havannazigarre im SWunbe vom Gern* 
Vonifkn gemalt worben. Der (StanbvunH ber ©ewöljnlid^ 
feit verleugnet fi<$ nirgenb« in ibnen. 
§. gtatttf, ©p. 11- Wer JFerge, Salla** von f)t). ij. 
tteUker, für eine öaffftimme. niemerjer. | Sljlr. 
3et^t Weber in Sluffaffung noc$ &u«für)rung ein r)6l)ere« 
fünfilerifcbe« Streben. 

J^ut SÄänitetflimtiiem 

%t. &Ü(Jett, ©p. 49. ©eutfdjeß Öunfcegliefc, von A. 

Scanner, für 4 Äännerft. Partitur unti Stimmen. 

Häftling. Partitur allein 5 Ügr. Stimmen allein 

10 tlgr. 3efce einzeln 2^- Ügr. 

deinem ßweefe al« lEenbenjlicb vollfcmmen entfpre<$enb. 

Die Vereine werben e« gern fingen, benn e« Hingt, unb ba« 

ift bie £auptfad)e. Der gactur flefjt man bie funbige «&anb 

an. — 

9L SSteibenjteÜt, Seclj* CieDer für 4 Äännerftimmen. 
^iffmer. Partitur unb Stimmen 1 T ! T Ä^lr. Stim- 
men allein $ lt)lr\ 
JRe*t anfpre^enb, wenn audj ni^t eben neu. 2)a« lefcte 



Sieb „ber Pürier an bem S3a^" burfte fidj vorjug«welfe 
r)übf<ft au«ne^men, wenn e« von gebilbetcren Vereinen gefun* 
gen wirb. 

2. OeKett, ©eutfelje Üolksljtjmne Don Jx. Stoltje. An- 
bre. 30 Ar. 3ebe Stimme 3 flr. 
(Sin fc^war^rot^-golbne« ^enbenjlieb, wie bie 3eit fte 
t)aufenwcife hervorgebracht fyat. 

S)er beutfd^e ©dngetfaal. ©rigtnal-Compofitionen 
Don oerfc^ieöenen Componiften. Autire. Ifterßan^ 
4tes fleft. jpartitur 1 Ji. «inline St. 27 Ar. 

2)iefe« vierte £eft enthält ®ute6 unb SWittelmäJige«, wie 
bieö immer M Sammlungen ber gall ift. Die reffe. Vereine 
werben nad) tyxen ©ebürfniffen wählen; ^ier genüge bie 2ln? 

S ii dt) e t. 

@. §aufd&tlb f 3Vbrif{ *cr tonfprarljlicljen 3etel)enlel)re. 
Ülülj^aufen, Riffler, 1849. 

Da« 53üd?lefn ift, wie un* ber Xitel fagt, ^um ©ebraud) 
in b^beren 93 olf «faulen beflimmt. Diefcm 3ivccfe entfvric^t 
e« ganj gut, inbem ber finblid^en ^affungöfraft bie mujifali* 
fc^e 3cic^enlcbre in flarer unb beutlic^er Darflellung geboten 
wirb. Da* SBerfc^cn ijt bemnac^ weiteren Äreifen ju env 
Pfeilen. 

(£. S"- S5etfer f €itt>n un^> töeifen »ergangener 3a^r- 
Ijun^erte. Ceipfig, 1850, flöffling'felje ÖurljljanUlung. 
2tes fleft. 

3ßirb befvrod§en. 

%üt ^Jtattpfotte. 

3aIon 5 unb ßljarafterftücf e. 

@t. §etter f ©p. 68. „^orclj, l)orelj! tie Cerd)' im 
^Vetljer blau". Stän^^en von S. Srljubert. ßate 
uns ßack. 25 Sgr. 

<Bt. geller ifx immer liebenöwürbig; fei e« nun, bag er 
Öigene« giebt, ober fei eä, ba9 er grembeä nn« vorführt. Ue* 
ber bem ©anjen liegt immer ein Warmer Sarbenton, Wenn 
wir fo fagen bürfen, unb babei ijt bie 9üi«für)rung vofl von 
einer gewijfen vifanten ©rajte, ber wir un* mit ffloblgefarie« 
Eingeben. @o auä) bei vorliegenbem (Stücfe. Der (Somponijt 
giebt un« ba« liebliche Sieb nic^t in einer blcfjen Uebertra? 
gung, fonbern er benufct e« jugleH a ^ S^lie, um bie einmal 
angeregte ©mvfinbung ju verfolgen unb breiter au«jufpredjen. 
9la<b bem etwa« au«gef$mücfteren JHitornell Ijwen Wir ba* 
Sieb in ber Xencrlage, bann tritt eine lebenbtge Sr^ien* 
Begleitung r)inju, bie abwedjfelnb gwifd^en beiben «&änben bie 
2Mobie trägt, unb baran fnuvft ein längerer Uebergang in 
3weiunbbreiOigtr)cilen, weiter mitWnfvielungen unb 9lnf länge« 
an ba« Xr)ema ju einem Dreivierteltaet leitet, ber ba* ©anji 
anregenb unb glänjenb befdjlieft. 



223 



3ttfiritcttve6. 

<£♦ ©jernp , ©p. 803. JDrnfftg leiste «oitftürb in 
£ort(cl)reitfirt>fr ©rtmung. 2 Jjrfte. Äntire. 3ufom- 
nm 1 Jl. 48 fir. 3rtes «jcft einzeln 1 Jl. 
Sraudjbar, trie äffe« derartige von (Sjernty. 

©. Slügel, ©p. 22. 3wfi Iricljtf piancifortettäcke. 

Hr. I. ßtirterftück fu *rri fjärrtrn (tie ©berftimme 

aufl) für tHoline ober jFlötr ausführbar). Hr. II. Ca- 

prire }u fron äjärrten. ßote u. öock. 3rt>*8 15 Hgr. 

3wei afferltcbjU Sacfcen! SQötr galten e« für fd)tt?er, ftc^ 

•uf ben ^tanbpunft bc* S^üfcr« &u fteflen unb bod) jugleid) 

bie ffiürbc ber ßunft nidjt au« ben 2(ugen gu Iaffen. £)iefe 

Aufgabe fjat ber SBerfaffer vortrefflich gcicfi; feine angeborene 

Südjtigfeü unb SRann^afttgrett leuchtet überaff burd?, unb fo 

reicht er bem Schüler eine fräftige, aber boefc nufit ju fdjtoere 

Jtoff. ©ebe un« nur ba« ©eföicf viele fol^er @ad>en, unb 



ber ©cidEjtigfeit in bem infhuetiven Styetle ber mufifaHfäVit 
Literatur roirb mit ber Seit gefieuert werben! 

SRofeeartifcl, fiabvitavbcit. 

3* Slttbte, ©p.2l>. Souvenir de Wilhelmsbad. Valse 
brillante. arrtre. 45 fir. = 12J. tlgr. 

53fetet bnrdjau« nid>t« 2tujjergeteof)nlid)eS. Slüdjtigf« 
Sfmüfement iß feine JBeftimmung. 

gut ^Jtattofottc jti Dtet J&ättbeii. 

3* Slllbre, Öijmpljoiwn con JEjagtm (auf Subfcription). 
ÄnDre. lfte u. 2te füfrrung, ä 1 Jl. 12 fir. 

£)ie ©erlagöfjantlung verfpridjt für'« (Srfce fedj« größere 
©tympfyonien von £at)bn ju liefern, von benen un* jefct gtoei 
vorliegen (in Es unb D). $)ie Stuöfiattung ift foltb unb an* 
genehm, unb bie Übertragung jrveefmäfjtg unb gut fpielbar. 
2Bir fönnen fie fomit empfehlen. 



3ntelliden$blatt. 



Neue Tänze fürs Pianoforte 

im Verlage von JT. Jl. Höhnte in Hamburg 

erschienen. 

Heren», C, Bier-Convent-Polka (mit Chor ad 
libit. und mit Vignette). 10 Ngr. 

, Ernani-Galop. 5 Ngr. 

, Elvira-Galop, a. d. Oper Ernani. 5 Ngr. 

, Maritana-Galop. 5 Ngr. 

, Marilana-Polka. 5 Ngr. 

, Der zweite Februar, Polka. 5 Ngr. 

Bereits, Heritl., Dresdner-Polka. 5 Ngr. 

, Augusten-Polka. 5 Ngr. 

Herzog, Aug., Hamburger Polka (mit Vig- 
nette). 74- Ngr. 

, Polka-Album. 6 Polka (Sophien-, The- 

resen-, AHonaer Museum-, Masken-, Columbus- 

und Burgunder-Polka). 174- Ngr. 

Dieselben einzeln ä 5 Ngr. 

, Blitz-Galop. 5 Ngr. 

, Trompeten-Galop. 5 Ngr. 



Jnllien, Heimchen -Polka (The Cricket-Polka). 

7| Ngr. 
Toller, Ernst, Hamburger Alster- Arkaden- 
Polka. 5 Ngr. 
, California-Polka. 5 Ngr. 



Toller, Ernst, Schwalben-Marsch (Wenn die 

Schwalben heimwärts zieh'n). 5 Ngr. 

Rheinländer^ Polka. 2| Ngr. 

Englische- Tambour- Polka. 24- Ngr. 



Die Orchesterstimmen sind in correcter Abschrift durch die 
Verlagshandlung zu beziehen. 



Don Itm Cirter - Componiften 

Jf ul. M e l che r t 

erschienen in meinem Verlage: 

Op. 3. „ Liederkranz". 4 Lieder mit Pfte. 15 Ngr. 

Op. 15. „0 stille dies Verlangen 4 ', für Bariton oder 

Alt, mit Pfte. 12| Ngr. 

Dasselbe, f. Tenor od. Sopran, m.Pfte. 124- Ngr. 

Op. 16. Nr. 1. „Liebestreu", f. Alt od. Bariton, mit 

Pfte. 74 Ngr. 

Dasselbe, f. Sopran od. Tenor, m.Pfte. 74- Ngr. 

Op. 16. Nr. 2. „Trost 14 , f. Alt od. Bariton, mit Pfte. 

74- Ngr. 

Dasselbe, f. Sopran od. Tenor, m.Pfte. 74- Ngr. 

Op. 17. „Die Nacht 44 , f. Tenor od. Sopran, mit Pfte. 

10 Ngr. 
Dasselbe, f. Bariton od. Alt, m. Pfte. 10 Ngr. 



224 



Op. 18. „Walperga's Lied", f. Sopran od. Tenor, mit 

Pft Jr L 10 Ngr. 

Dasselbe, f. Alt od. Bariton, m. Pfte. 10 Ngr. 
Op. 19. „0! lass mich in den Glanz des Auges 
schauen 44 , f. Tenor, mit Pfte. 10 Ngr. 

Dasselbe, f. Bariton, mit Pfte. 10 Ngr. 

Op. 20. „Wo still ein Herz in Liebe glüht 44 , f. So- 
pran od. Tenor, mit Pfte. 10 Ngr. 
Dasselbe, f. Alt od. Bariton, m. Pfte. 10 Ngr! 

Melcherfs Lieder haben sich in kurzer Zrit durch melo- 
dischen Gesang und natürlichen Gefühlsausdruck einen weiten 
Ruf erworben, und der Name des Componisten einen guten Klang 
bekommen. 

«• W* Hiemeyev in Hamburg. 



Srhuberth 4jf Co., Hamburg u. Äew-York. 
Verlags beri cht, Monat November, 

enthaltend Neuigkeiten, welche sich durch Interesse und Geholt 
auszeichnen. 

Canthal, Aug. M. 9 Klapka-Marsch für Pfte. 

«- 5 S 8 r - 

Krng, D., Modebibliothek f. Piano. Cah.ü. Ele- 
gie de Ernst. 10 Sgr. 

» do. do. Cah. IH. Lindpaintner, „Fahnen- 
wache. Souvenir militaire. 10 Sgr. 

Mayer, Carl, „Jugendblüthen". Ein Album für 
grosse und kleine Pianisten. Op. 121. 3 Thlr. 

Saloman, S., „Das Diamantkreuz*'. Komische 
Oper. Ciavier - Auszug. 6 Thlr. 

Daraus einzeln: 

Ouvertüre für Piano zu 2 Händen. 15 Sgr. 

» m „ 4 „ 20 Sgr. 

Romanze mit Chor (Den Vater wird er). 

„ . 7| Sgr. 

Duettino (Reizend in Thal und Flur). 

74 Sgr. 
Duett (Ha! welch ein Weib). 22J- Sgr. 
Duett (Schön Dank). 1 Thlr. 

Romanze (Es flammt der Stolz). 5 Sgr. 

„ 9. Chor und Romanze (Die Nachtigall). 10 Sgr. 
„ 10. Lied (Hier in mein Reich). 7| Sgr. 

„ 11*. Serenade (In stiller mondheller Nacht). 

10 Sgr. 

„ 12. Entr'Act und Arie (Still die rothen). 15 Sgr. 

„ 15\ Duett (Frevler! dein Zorn). 20 Sgr. 

„ 15". Zigeunerlied. 5 Sgr. 

Schmitt, J. 9 Sonatine f. Pfte. Op. 248. 7-J- Sgr. 

, „ La belle Gabriele' 4 . Amüsement. Op. 182. 

n Sgr. 



Nr. l b 



4. 

7. 
8. 



Sponholtz, A. H., „Der Liebe Wiederhall". 

Lied mit Pfte. Op. 23. Nr. 5. 74. Sgr. 

, Stadien. Lied mit Pfte. Op. 23. Nr. 6. 

,n L 7 t Sgr! 

(Durch alle Buch- und Musikhandlungen des In- und Auslandes 

zu beziehen.) 

~ Heue ßallaben 

ffir Ba*s oder Bariton mit Pfte. 

(Herrn halle Aste gewidmet.) 

Verlag Ton G. W. JViemeyer in Hamburg. 

Biehl, E., „Der Verbannte 44 . Op. 5. 124- Ngr 

Franck,!!., „Der Ferge 44 . Op. 11. 12* Ngr. 

Weidt, Heinr., „Der Goldschmied 44 . Op.3. 

12 t Ngr. 

, „Der verbannte Polenfürst 44 . Op. 4. 12^-Ngr. 

Diese für den Concerlvortrag componirten Balladen sind 
von bedeutender dramatischer Wirkung, und werden bei gutem 
Vortrage nie ein en ausserordentlichen Erfolg verfehlen. 

In der ^rnolrf'schen Buchhandlung in Dresden und 
Leipzig ist soeben erschienen und in allen Buchhandlungen 
zu erhalten: 8 

Evangelisches Kirchenpräludienbuch. 

Zugleich ein notwendiges Lehr- und Lernbuch für 

den Orgelunterricht in Schullehrer-Seminarien. 

Von 

Johann Schneider, 

Königl. Sachs. Hoforganisten zu Dresden. 

Jut*\*Zwtckt cintz prakttfcljrn Unterricht« mit Äufik- 

nnlajrn vexUtytltnex ©rgdrütnpomftm un* einmi 

Commentar nerMjm 

von 

Dr. *V. ir. Schütze, 

Seminardirector in Waldcnburg in Sachsen. 
Quer 4. broch. 2 Thlr. 



Preisermässigiing-. ~ 

werdfn" 11 ^ BUCh " ° der Musikalienban '"' 1 «« <"<"• bezogen 

Albnm fftr Gesaugt (mit Pianofortebeglei- 
tung). Mit Originalbeiträgen von Cheiard, Lind- 
paintner, Lortzing, Kalliwoda, Frz. Lachner, Loe- 
vve, Mendelssohn-Bartholdy, Meyerbeer, C.Kreutzer, 
Keissiger, Spohr. Spontini, Clara Schumann, Rob. 
Schumann, etc. etc. 2 Bände, gr.4., elegant ge- 
bunden in engl. Leinwand mit Goldschnitt. Preis 

5 5 Th J r VJ J X f t für 2 Thir -> 3^-36 sr. .&* 
oder 3ft. CM. 

(X. X. J. Meymann in Leipzig.) 



>•» 



Ö=M4iit}eine Kümmern b. Dt. 3tf$r. f. SPlnf. »erben jn 1-J 9l 3 r. beregnet. 



»tud ton j t , KBtfB.nn. 



U e u e 




titf$tift füt 




$j e r a n t \v o r t U 4 e x £ft e b a c t e u r : 

Statt) SSreitbeL 

gimm&breijiigfkr Saub, 



^ 42. 



3] P r i p 3 t r: 

Stöbert Briefe in Setpjtg, 

35m 21. 9t<member 1840. 



33 on biefer 3e£tfdj, erfreuten toodjentticj 
2 0tnmm«n von 1 ober V/ % ©o^en* 



$rc i* Hfl «Mibe* *on 63 Arn, 2 1 /» $Sjlr. 
Snfertienflgebüljten bie $etitjeile 3 SRgi, 



Stb c rt n eme n i uebmen alf c $ jttmter, SSn^V 
■Rafft* unb AunftfanMungen an* 



3n6alt; SBottt bem Xnbett!"e» «$opfn'< aetotfbt, — Eu* Strlin. — BetttWttf. 



as 



ÖJ 



r t r 



6cm f tttbenf ert ©frtJpin ö gefreut, 

btmfcflcdjien von (Sombofitfcnen beffelbe«, toorgefrageit in einet 

ffrfnnemngffeier an ben SJetftorbenen in ©üffelbotf 

ben Stcn JKoiöember 1849. •) 



©oljf gleidji ba* fceben einem flüdjfge* brannte 

Unb feiten entffie&n He 93ilber, bie efl trinkt 1 

$ie 3ugenb feranfl baljln, btr £tebe folgt ibr, 

.Stanm tfl man feiner ftrlber |T($ Bdon^t : 

Sipfjt man jitft an bp4 9ilt«* eif J ger ^djteelle, 

Der Strom bet 3eit 

föciijt fa>nett unfl fort jnt (Src(g!ctt. 

SDotfj jirmt t* nirfu |n jagen unb \u Hagen, 

Kenn emlgen ®efe&en jtut ge&ordjeitb 

Set ©tenfdj ba* iljm befHmmte ^5 Lei erieie$t 

Unb tjinilefjt, W^et feine SRücffefr; mcgUä). 



*) -Dem ^iuaef&iebenen einen Qhufj ber Siebe nnb SBer* 
e!>mug nad&jufenben gleit fterb. filier in ^Däffelberf eine 
ttrinnetung*felet , an ber ade mnftfallfdjen JErafic m GBEabt 
jt$ beteiligten, unb roo ba* oben mitgeteilte ®efcf$i gefueo? 
$en mürbe* Unfei getötet bentfdjct SJleiftet betrautet bof* 
fette aU Seifert feinet ©eflnnung gegen ben greunb, bem et 
eftie SReibe ton 3aljxen innerlidj iiafjc geflauben. £>em Äe* 
auiem von ßfarubiit ging ber Xrauermavf^ au* ber exoici 
»Clan; ein vierjÜmmigeä, in biefem 3werfe componirte* £ieb 
LMu flu* Hg ift be* aßenfäen 3eit") fo^te; bann fdjtog 
fi$ unmittelbar ber Vertrag be* ©ebidji* uud ber in baffelbe 
verflogenen (SLavietftücfe an; bet (5^or aui ^paulufl ,,@ie^e 
»U greifen feUg' 1 bff^lop bie geier, bie einen aftgemeitt er^ 
greif enben dfnbrat? iutütÜieS* 



ÜBenn aber 3ngenb bem Talent fitt) einet, 
SBenn einen ©eninö bie jarte ^nite birgt, 
SDenn btr r bet £auf*nbe erfreut intjntft, 
Knf feiner gaufbatyn gUn^enb Üci^v 4% 
(Sntrtffeii wirb bem lieben tränten Ärttfe : 
£aaa ntag Ui €eufjet ftdj bet IBrnH entwinben, 
2)fe 3^re in bem trüben 9(ngt perlen, 
ÜJcnn granfam fd^eint bafl ©c^fcffdl ba ^u n?aUett, 

©toric^t unfret Hoffnung, unfrer fiie&i 4»9"' 

Ob idq^ ba« geben in ber SCcne «etcj 

(5>em feenhaften, rtäumetlfo) tiefen) 

CDie, bie e« Üben, frfjneller leben maä)tf 

Db njo^t ba* Sicftt, ba* emig flaefetnb«, 

3)er Seben^'Samüe CeE ja fa)ueß verjE^tt? 

3dj »eif e* niefet, bod> faß fönnf eä fc feinen* 

Sßie viele 3&m fa^ ta) ni^t verroetfen 

Unb fallen, e^ be* Bebend ferbft erf^ien! 

Unb a(ft, bie öefien mann e6! 

DliAt SCIIe nenn 1 i*, — boä> gebenH $e(Uni J *, 

£&efl Selben 6angete füg« Üttelobiee», 

Der SÄalibran, bie feine Seifen fang. 

Stn ©tfnbeet benft, Der füljn, romaitifä), finnig 

3)im bentfdien 8iebr ^fJen ©t^iourt ; \ verlieft! 

Unb 3ene«, von eu4 Stilen ^felaefaunten, 

Unb ^tetgetiebten, üielbewunbcrfcu, 

3>ee ®etft fo aft in biefen Äänmen mattet! — — 

<Sa>«n ivieber reltjt fl^ ihm ein Steuer an, 

ilin (5benbÜTt'ger r ben er teilt* unc? liebte, 

Unb beffen Ionen « oft Hill gelaunt. 

ytuc Wenige finb (jier, bie oiefefl Ölurf genoffen» 

3)e* ©lücTees i§n p fennen, ihn ^u (6een r 



226 



36* gn betounbern nnb — tyn gn lieben! 
ffile Siele« fear in iljm vereint gn fiuben, 
©a« fonft getrennt nnb fern ft* fteljt! 
De« Slaotn meIan*olif* »ei*e« ©efen, 
Sorglo« wfd)toenbrtf*e greigebfgfeit, 
grÄnfif*er «nmuty lel*tgefelllge ©abe, 
©ermamföer $iefe »eiter ©ilbung«frei«, 
JDfe $erbe strenge männli* fraft'gen gnfclen« 
Unb toeibli*er (Smpfinbung l)olbe Söge; 
ffiollenbetfter ©ragie Ijoljer 3anber 
Umf*roebie a(l' fein Xbun nnb Saffen, 
Umf*toebte feine teilen S*ö>fungen, 
Umgab ifjn, »enn er und bamft beranf*t. 
Seele, Talent nnb (Seift, $erf6nli*feli, 
So innig toaren fte in iljm »erbunben, 
©ie einer Silfe ©lait unb Duft unb Slätye. 
©efänge feuubertoürblg, nen nnb reigenb 
S*uf er in Älängen, vor i$m unbefannt« 
Do* feiten Ijat er ©orten fie gefeilt, 
Denn er au* litt an $clen« tiefen S*mergen, 
Cr fear entfernt, entrucft bem lieben ©aterlaub, 
Deg Saute i$m bie eingig Steuern blieben; 
*Ra* ©arf*au'« gall, na* $olen« Unterliegen, 
Sa$ er bie tränte $efmatf> niemal« feieber, 
Sebo* bem SBolf, ba« er ba« ©eine nannte, 
©eljörte er au* in ber grembe an, 
Unb fea« er au* un« SlUen S*öne« bot, 
3Ri*t fönnen toir'« em^pnben feie bie (Seinen, 
Sie ru&rt, ergebt e« määtfger no* al6 un«: 
Denn e« bur*feeljen feine eblen lieber 
De« Sßolen S*merg, be« $clen $elbenfraft, 
Sein Sieben nnb fein Raffen nnb fein Jfdmpfen, 
De« ffiolfe« laute, ftiirm'fie greube, 
Dn riiterli*e SWntr), be« Sergen« Seinen, 
Die Sob'n unb liefen feiner Seibenf*afi. 

9U*t reigte unfern Jfreunb bie laute SWaffe, 
©ef*fiftig gog er ni*i von Stabt gu Stabt 
JDie ©elt mit feine« tarnen« ?Ärm gu fallen : 
©in Heiner Äref« nur toen'&e* &u«erwaljlten, 
Die i^n oerfhnben, gang iljm (in fl* gaben, 
(Sr fear e«, ben am liebten er beglücft 
2Rit feiner $baniafieen Ijolbem Strome, 
©eliebt fenrb' er t>cm erflen ©efb ber ©egentoart, 
©eliebt, nnb a* — »erlaffrn! — ©ie fear*« möglich, 
Dag gu entgier)n ft* ifjm ein Serg vermochte 

Da« einmal tym gehört!? 

©enug, genug! 
<5r ff* baljin — gn beffern Legionen 
(Entflogen if* nun jene geuerfeele, 
Der ein gu leiste« Äleib gefeoben fear! 
JDie ginger, fü^lenb gleich ber Senfiif&e, 
Sßergeifi'gen nidr)t me^r bie wfeaifien Saßen, 



Den grennben feljlt ber grennb, — berännfl ein Säuger, 

Der eingig fear, unb unerfefcli* bleibt. 

Do* (at er eble ®aben nn« gelaffen, 

(Sin föftli^ uut)erglei«li*. $etrll« (Srb^eil 

(3» f4»er nur, leiber! fenrbiger 9enu(nng) 

3n feiner ©erfe etoig jungem S4afr. 

SWe^r al« bem falten ©ort e« \t gelingt 

($o$ oiel gu feenig, um fein fenrbig ©Hb gn geben) 

SWag je^t von feine« ©efen« reifer gfiHe 

3n Jonen (Su$ ein fijfea^e« 3engni$ »erben. 

$oxd)t feie er, ^ralubirenb nnr, 

3m engten 5Raume 04 btföranfenb 

IDa« tiefte andfpri^t, *a« ba« $erg bewegt, 

Praeludium in €- Atoll. 

^ört feeiter, feie er, gleidj bem feeifen 5trgte, 
Der un« ben bittern Sranf, ben §eilenben, 
JDarrei^t, gemilbert bnrdj be« J&onig« Süfe, — 
Die trodne Stubie gu verbergen »eifj 
3n SWelobfeen ©oller «eig unb 9lnmnt^! — 

Etüde in 3U-!Dur. 

«in Siebe«lieb, ein ni^tlid^e«, bort nun — 
SRii leifem glüflern ^olber Sergen« Sdjmergen, 
Dur* feonnige« Soffen, fe^nfuit«oolle« ©angen 
©rflingt ber Sturm ber tieffien Seibenf^aft. 

Nocturno in ^i«-!Dur. 

Die ffüdjfge Saune eine« «ugenblicfe«, 

Sie nimmt ©ePalt unb gorm — ein Spieljnnr fc^eint e«, 

Do* oft birgt fi* bie gärtlldjfte (Smpflnbnng 

3n fol*' ein Reiter, mut^feillig ©efeanb. 

Imprompto in 1U. 

Der &*te $ole fei (Sn* je^t oorgefüBrt 
3n feiner Sänge mut^ig frif^en Älangen, 
Salb feierlf*, fafl feie fpanif^e ©ranbegga, 
3m folgen JÄefqen feiner $o!onaife; 
Dann gierli* f*feebenb, f^orenflingenb, jubelnb 
3n ber SWagurfa launenhaften Sftyptfjmen. 
Do* nnr erinnern follen biefe ©eifen 
5ln i^ren Warnen, benn guoiel hat i^nen 
Der ÄänSIer mit oerf*feenberif*er Sanb 
©egeben, rei*fter J&ömionieen $ra*t, 
Unb neufier, eigent^ümli* fetnfter gü^rnng ; 
Äaum fann ba« Dbr, ba« fnnflgefeo^nte, folgen; 
Der gufj, unb fedr* er no* fo elfen^aft, 
5RuJ raljn, nnb nur bie Seele batf ft* toiegen 
9tnf biefer SWelobieen fügem Spiel. 

Polonaise in €i«-iRoll. 

Masurkas in J-Moll u. 0-Dur. 



227 



9tucr> unfvc* ©aterlanbc« fälidjtet Reigen 
$at il>u ju neuem Sdjaffcn angeregt, 
Unb nie erflang ber treue lufi'ge SBaljer 
So anmutfy4üoU unb ebel, n?te burä) iljn. 
3uweflen möchte man iljn faum erfennen 
3n feiner fa(i &u giangcnben 93efleibung — 
3ebo<$ jte ftefjt iljm gut unb lieblid) an. 

Walzer in Cia-JfloU u. ©es -Dur. 

<Der tjeitern .Klänge fei'« fortan genug, 
©cr)wer teifyn fie fid) ber beut'gen geier an, 
Unb nur, ura ©ud) be6 lieben greunfre$ 3nge 
3u geigen, trenn fie l&$elnb waren, 
JRafym man fie anf in feiner lieber golge. 
Die Sdjöpfung einer büfler* grauen Stunbe, 
(Sie fei anjefco nodj von <5uc& gehört! 
©arb fie ifym eingegeben burä) (Erinnerung 
Sin fein gebrochen SJaterlanb? 
SEBar fie bie Slbnung feine« frühen ©djeiben*? 

Trauermarsch in 6-JfloU. 

Sfiöir muffen enben — Strömt bie Duette audj 
3n ew'ger griffe reiben Sabetrunf, 
2Ran fann unb barf nicf)t ju uiel oon iljr fofien, 
3)«<r) feljrt man gern unb oft gu iljr gurücf 
2öte gu ben ©cetobieen unfre« greunbe«. 
©ebenfet fein — weifi einen (Sbrenplafc iljm an 
3m $antbeone lieberfunb'ger Sänger. 
<5r war toollenbet — Ijat »ollenbct, 
So ifl er boppett feiig benn $u greifen, 
IDenn etotg leben wirb er ljicr wie bort! — 

gerb. £iller. 



Olu« »erlitt« 

lieber #rn. dtyarle* ©eß, mit ber Slbrcffe an £rn. ©. S3ocf 
in Berlin. 

©iefe 3"tfd^rift braute in 5ftr. 31 folgenbc 9ld 
tij: „§t. Sfyarleö 93cjj ift r>on fccin Äönigl. ^3reup. 
9Kuftfr;änbt. 23oct jur Äunfinotabilität ernannt roors 
ben, unb Seidig fyatte baö ©lüct, it)n babei über bie 
Saufe gu galten. ©Ott, wie rityrenb !" $x. ©. So* 
l)at fi<r) gebrungen gefüllt, barauf golgenbeö in ber 
9?. Berl. Stuf. 3- ju entgegnen : ,,5Xtö Qlnttoort btene 
tyr (ber 3?. 3*fö. f. SJJuf.) bie 2flittt;eilung , ba§ &r. 
SBo§ am 5ten b. 9ft. mit Sranbuö u. (Somp. in Sßariö 
einen überauö toortr)tutc)aftcii ßontraet auf jnjei $af)xc 
gefdjtoffen , nad) welchem feine fämmtlidjen (Sompoß; 
tionen auefcfeHcgtidr) für grantreict) mit 6igentf)um8s 
tecfyt bei bemfelben erfdjeinen, um ben toieffacr) gemäss 
ten franjöftfdjen Sftacfybrücfen 511 begegnen. 2Bie öiele 
Äunfbiftotabititäten, benen bie 9i. 3eitfcf)r. btefeö $}rä; 



bifat juerfennt, wirb §r. 23renbel ober fein SSertinet 
(Eorrefponbent in £>eutfcr)laub aufjagen tonnen, loeldje 
fid) eineö foldjen (SrfolgeS türmen rennen, icir woU 
len gar nicfyt in 51nf(r;lag bringen bie Dielen ^ac^s 
brürfe, meiere in ^alie»/ ßnglanb, 9lu§lanb unb 
^Imerifa erifhren, tvorüber ber Ä. ^3r. Jpof-2}luf.:§blr. 
S3ocf, ber bie meinen Sadjen biefeS (Scm^oniften »ers 
legt unb über ben au§erorbentttcr)en ©ang bcrfelben 
bau befie Urtl)ci( (jat, auf ©erlangen Sluöfunft geben 
tonnte. (Sollte niebriger 5^eib bie S3eran(affung ju 
jener 9lotifr geroefen fein, bann müßten lütr auörufen: 
©Ott, roie erbärmlicr) V 

©iefe Sriuiberung fegt fo grobe ^rrt^üincr wors 
auö, ba§ icr) ntct)t um^in tann, etn?aö nä^er auf bies 
felbe eiu)uger)en. SSaö ben fiarten Abgang ber SJo^s 
fcr)cn ©acr)en, maß ben (Sontract mit S3ranbuö, roaä 
bie Popularität bcö Jprn. 93ofj betrifft, fo fällt e8 
öor Slüem ido^I auf, ba§ ^ir. S3otf als 3Rufitoeis 
leger fotdr)c Unfcfyulb fingtrt; jufi alö ob er fcon ben 
Untcr^anblungen ber Verleger mit beliebten (Eompos 
nifien, üon ben ißorfc^riften, bie gemacht roerben, »on 
ben üielertei SHücfftd^ten, bie genommen roerben foUen 
unb bie tetnerlei 9lüctftcr)t auf bie Äunfl übrig taffen, 
nict)tö »oü§te. SDber l;at er teine 5l^nung von bem 
fdr)ledt;ten ©efc^mact beö größten ^eilö beö 5ßu6lis 
fumö? §at er nid)t fclbfl fct)on ben Verlag oon (Soms 
^ofttionen, bie naef) feiner eigenen Ucberjeugung mefyc 
Äunfrroert^ befa§en, al^ ^unberte ber gangfcaren 
9Kobefacr)en, mit Sebauern jurüctiüeifen muffen? ^ßen 
fönlicr)c greunbfdjaft fyat ©ie fel)r weit geführt, §x. 
©oct. ©te ftnb Stebacteur einer muftfal. 3citung unb 
t^un, alö ob ©ie Don ber Äunfigefcr)icr)te hi$ bato tein 
Sßort gehört bätten, alö ob ©ie nidjt tiuigten, lüie 
eö ben SBerten 2)iojart'8 , S3cett;ot3en'ö , gr. ©cr)us 
bert'ö, ©luct'ö, Räuber d u.f. n?. gegangen ijl. Äens 
neu ©ie Stofftni'S raufc^enbe (Erfolge nict)t? ©oll id) 
er»oäl;nen, bag glotow, ber na er) bem gang richtigen 
Urteile ber $1. 5öerl. 9J?uf.5 3tg. ben unterften SHang 
ber SDpern = (Som^o nifien einnimmt, au§erorbentlicr)eö 
©lüct gehabt, unb bagegen ^icolai'ö D^er: „bie lu= 
fligen ffßeiber üon SBinbfor", bie nac^ ber 9u S5crl. 
SW.3- bie befie in ber SWeujctt ber 23ür)ne übergebene 
SWufit enthält, fciö jegt feinen Verleger gefunben bcitl 
6ö gäbe fenberbare ©djlüffc, loenn ©ie loirflidb 3fyre 
Süct)er jur ^>anb nähmen unb nun naef? S^rer ßogif 
üon ber ©angbarfeit ber (Sompofttionen auf bie Äünfh 
lerfct)aft ber (Somponiften fct)lii§eu loollten. SBie roürbe 
ba j. 33. Saubert neben ©ungt unb 93e§ jum 3»ü«gc 
rjerftiippeln ! tr>ie fct)r würben leitete ^)änbel, Öacr), 
äKojart, felbfi ©eetl;otoeu, ja — loaö nacr) ber 91. 
Sert. 9W.3. noct; mefyt fagen lotll — ^aleür; übcr= 
ragen! 8Wü§ten lrir nietjt niebertnieu unb ©trau§, 
Sanner, Sabi(}fr;, Junten u. f. ro. al§ r;ö*fie ^ajefla= 



228 



tot »ereljren! Sie fer;en, §r. ©ocf, ba§ iljre ©er* 
tt/eibigung nictyt toiel glütflier)er war, att bie jeneS 
tr)rer Gotlegen, ber, al$ bie gefammte ©erl. Ärüif ben 
©tab übet bie Äünfllerfdjaft bcd „beliebten" ®raben= 
$offmann bracr), in öffentlichen ©lättern aufjerte, bafj, 
ba ©r.s^ioffmann populair fei, feine „100,000 %tu* 
fei" j. 83. in allen Kneipen gefangen würben, i$n 
Unrecht gefdjec)en fei u. f. w. — ^n wie weit übrigens 
bte ^Popularität »on ßomponiflen ein ©eweiS toon ber 
Eüditigfeit, toon bem (grabe ber Äünfilerföaft berfel* 
Ben ifl, lann nur eine ausführliche unb grünblic$e 
3lbr)anblung bartr)un, bie ju&örberfl ben begriff ber 
Popularität fcr)arfer bejei<$»iete. 

$r. ©od wirft mir fcr)lie§licr) erbärmlichen 9leib 
t>or. Um biefen ©orwurf 31t entfraften, bin icr) ges 
nBtljigt, mein Urzeit über bie Äünfllerfdjaft bcS #rn. 
83o§ nät)er fefljuftettcn. 3n «lattern, tnie bie 9t. 
3eitfdjr. unb bie 9t. Sert. Stt.Sv tann t>on ber Äunfl 
im aflgemeinflcn ©innc beS SBortS, in weitem j. ©. 
ber ©arbier ftd) aucr) Äünfller nennt, nicfyt bie Siebe 
fein. S&in ' ann *% nur auf bte war)re Äunfl (i. a.@.) 
abgefet/en fein, beren (Beruf, »ie erfl eine ber legten 
Stumm, b. 3- auSfprac^, mit bem ber {Religion unb 
SBiffenfdjaft jufammenfällt , unb in ber ©efreiung 
unb (SrlBfung beS 2Kenfcr)en befielt, @c*)affenbc unb 
auSübenbe flWußfer (wir benfen t)ier natürlid) an uns 
fere Äunfl,) bie jut) beflreben, biefen magren ©eruf ber 
Äunfl in (Erfüllung ju bringen, nennen wir Äünfl* 

ler. Sfrex ftn& mfy i u »M f - e,n 9 ro fc' r %*)*& 
ber SJtuftter fa&t aber ben ©eruf ber Äunfl anberS 
auf, tnbem fie meinen, berfelbe befiele in bem blofjen 
©inwirfen auf bie äufjeren Sinne, unb jwar in ber 
SBeife, bafj biefe aufö #ngenel?mfte beföäftigt, ger 
üfcett, beraubt werben. ©iefe Äunfl, beren 3icl 
atfo lebiglicr) baS ftnnlict)e SImüfement ifl, Fann unS 
nur als Slfterfunfl gelten, bie, als ber wahren Äunfi 
wiberfpredjenb , auS allen Äräften ju betampfen ifl. 
3^rc ©iener flnb bie unfertigen ^riefler, bie beu fal? 
f$en (Sögen opfern, bie ben ©innen unb ber äflobe 
2öeityrauc$ flreuen, bie ftcr) fdjmarofcenb um bie \vafy 
ren Äunflwerfe fernliegen, bie i^ren ttergiftenben ©peU 
djel unter bie »erfüllbare ©tenge werfen, ©ie ©ies 
ner biefer Äunfl pnb bie $au8rourfte wnb ^lUernjeltös 
harren, bie feilen, lofct)papiernen ^arlefine, bie i^r 
®ej?cr)t flägtic^ uerjerren unb ©(^langent^ranen totu 
nen, bie fid) reefen unb fhetfen, rafen unb toben, ftdj 
fpreijen unb fc^neugen, wie mnn'8 u erlang 1 5 fie 
ftnb bie SWänner biefer SBelt, bie um jeitlicr)er ®üter 
willen ba$ 6wigs8Ba^re t?erfcr)ma^en. — SBer nun 
fonnte wobt im 3»f»frf barüber fein, welcher ©ats 



tung toon SKufttem (Sparte« ©o§ angehört! 83Je(c^em 
bentenben unb e^tltc^en Äünfiler ober Äritifer wirb 
eö wo^l einfallen, $rn. ©o§ einen Äünfiler jir neru 
nen ! Unb bie 9t. ©erl. JW.3. fafette »on einer Äun^ 
9iotabilitat ! $a, in ber jweiten ©attung »on 9Jlu* 
fifern nimmt 4?r. 93- toirflid^ ben SRang einer 9?ota» 
hxlitat ein. — SBo nun bie ©ad^e fo liegt, ba muj 
bo^ ber ©orwurf beö 9teibe8 als fct)r weit $erge$oft 
erfcr;finen. 3^»Wfn Äunfl unb 2lfterfunfl ifl eben 
auä) ein fo fct)roffer SBiberfpruc^, ba§ ber JReib »on 
biefer nac^ jener Seite ebenfalls ftc§ in ftc§ felbfl wis 
berfprid^t. 

$ier fBnnte ict) fügtidc) fc^lie^en, bod^ möge man 
mir no^ einige ©orte uergBnnen. ^n feinen beffes 
ren unb unfdjulbigeren SBerten fie^t 6§. ©. auf bet 
©tufe beS begabten Dilettanten, unb wenn unter bie? 
fen ßompofitiotten ftcr) man^eö Sicbfag^en, obet 
mancher %an% pnbet, ben r>on ©eiten ber Äritif nidr)t 
wefentltct) entgegen getreten werben fann, fo ifl eben 
wo^t ju bebenfen, ba§ ju berglei<r)en ^Jrobuctionen 
einiget latent unb etwaü Srfa^rung genügen, (©ie^e 
bie ©efprecr)ung beS äöaljerS Dp. 98 toon ©o§ in 
9lr.31 b.30 9Jlan möge beö^alb auä) $rn.©. einen 
beliebten, ober fe^r beliebten, ober au§erorbentti<$ be* 
liebten ©omponiflen nennen, icr) werbe 9lid)t% bagegen 
t)aben. 918er bie Äunfl r)atte man t)eilig. ©ie Äunfl 
fotlen toor bitten bie 9tebacteure fcr)irmen unb fcr)ügen. 
$r. ©od mBge barum in 3ufunft fc^onenber gegen 
bie St)re feiner 3«tung unb feiner JWttarbeiter toer* 
fahren. @8 ifl fe$r öon Uebel, wenn ein Stebacteui 
^Jriüatinteteffen ^at, bie ber Senbenj feineS ©latte* 
f^roff entgegenfiebern ©cr)rejbcr biefeS fle^t ber 9t. 
©erl. 3W.3- "ö^ 8f"W8/ um fld? f«^ biefelbe ju in* 
terefftren, unb $at 6 ei feiner neuüdjen Stotij über 
33o§, wie tyute, nur bie wo^lmeinenbflen 5lbflc$ten 
gegen biefe unb ir)ren SRebacteur gehabt. 



Setmifttte«. 

3« £^üffelborf begannen bie biefj%fgen VbountmtnU 
concerte am 8trn 9lov. mit (Samfon unb ber (5* Dur ©tym* 
Päonie von SÄogart 

3n ber Stuftf^arie ju ©irntinöbam »irb SWeabel«* 
fo^n'* SBufU anfgeftellt »erben. 

2)urc^ ben ® if andere (n „Orp^en«" in 3D reiben 
foll n4d#en« aRangolb'« ^ermanndf^lad^t gur Sluffn^rung 
fommen. 



%>rn& et« 9r. «ätfaion», 

$ier)u eine iKuftfbeilage ipon ©lafet in S^fotfingetu 



tl t u e 




tttftifttft fSf 




Urant»cttU<$et Sfcebac teiir: 

Stattj 93ren&el. 

(Stmin&btetfiijifter 'SanD. 



^ 43. 



©erleget: 

Stöbert Briefe in £etpjtg* 

Den 25. 9t<wmber 1849. 



ffiüit btefer SrttNfr- ertdjctBrri inödjentlJc^ 
2 fRjtmmmi von l oler l 1 /» ^Bi>9tn. 



$«h5 bei $anM* ttow 52 Dlriu 2V» £&lr< 
3nfeition^j|«fcütjr*E bic ^ftit^ilf *> 9lgr. 



j aibennemeiii ne^mf u alle ^oflämter, ©u<$# 
3)iuftf ? unb j£unfl^anciuu(;ni an. 






Uebrr baö SSttfett beö Sötuffferö 

im £5r eftejier, 

Van ftuguft AltUlrr, 

am 24fttii 3n!i 1849 in Um SonFünfHet^eretn au £>anuftabt 
von bem £5etfafjet ucxgetragen. 

SDteine JBemcrfung — St. III. — gilt allein 
bem Sßiano tin £>rc§eftcr, 3« ber fdjnjadjen, 
jartcu gCnrotnbiing ber Drdjcft erlitte!, b, I). im ria> 
Hgen Sinuc beä Söcrteä, liegt gcn?i§ unb ü^iie aflen 
3ivfifrf ber ^auptgrunb ^u aüem (fffeete, bcäljatb 
muß ber Dr^rfUri'piekr tot aüent Ruberen fein bt: 
fenberei Slwgniiiicrf baiauf rieten. — gicfyt ift erfleä 
QßtitKtf> in aüem 5ß^fi|\$en unb Sßfoajifdjeu, ©et 
Dttnfq ter^c^t ober fiufl in einen «baimungäumtbia 
&en 3u(lanb ^etab, fobafb eä uidjt bic $auptto(le in 
feinem Sieben fjncti. Scr Äatet l?at jimfl gidjt, e§e 
er fia) bem ©Ratten jiiroenbet. $e incfjr äufmerfs 
fantfeit man bem gidjtc, bem Satten, beut fßiano in 
ber SDluflf nnbmci, je fraftigei, üßtter unb «ntffamer 
»erben attc Statten unb SuSbrüie in berfelben I}«; 
öortreten. — Sie Söerfajmetjung bed ^Jianoä im §Drs 
ctjcfrt 311 dinem ©an^cu ifl aber eine meit fdjiuierigere 
Aufgabe, alö bic $tbgleidjung im ertremen gafle. -Stebe 
Herne Störung, Abnormität unb Ungleic§mäßig(cit, 
audj nur ton einer einigen Seite, tritt fyier unange? 
net/m (jcitsor, unb man fann baö $iano atä bic $auf)U 
flippe anfeuert, an ber bie SB0tjiig(id}teit fo bietet 
©rieflet fa)eitett, (33 geirrt aber aua> bei bem SRu* 



fifer eine »reit grefere &f$tr?f$ttltg feiner SKittel unb 
eine f&rmlittje Untexftdjbeugung ber $ed>nif }ti beffen 
bcüenbcter SluÄfiiljtung. <M\n SDrc^cftcr, lucUttö ein 
gutee, tabeltofcä 5ßtano t;ar 7 ifc ba^er immer mi tü^s 
Hojcö, ba@ aU na^a^mung€tcürbige§ äeiffiet aufge= 
ftettt m erben famw 

Siotjft^Ii^ ftnb eö aber bie SBta^inflmmentan? 
!~tni, Wi'Liw yu uottenbeten 'iUbgCet^uitg beß ^SiaitQ 
im DtaVfht »nrnbtidj biet beitragen tonnen. 3ic 
njerben feidt>t ücrfii^rt, baä richtige fPlaag ju »ber* 
fc^reiten, irtbem ba% Urthnl über jene ^Ibgtci^ung 
hti i(men (namentlich aber bei ben £Mcn?infhtnneutcn) 
liuö bem ©runbc meit fd^iüieriger ift, meil bei ber 
^cröOTbrüignng ber %'tint auf ityren ^n|lcumcuten bie 
©e^or^ Organe bireet mit angegriffen metben. Siu 
eigc(glci;Ucö WuälniltL'» ciiiccs galten ^ccorbrö ift ba« 
^ei bei ben ©(a^inflrumcnten im ©rieflet eine große 
Seltenheit, — 

3^ fommc nun f^lie^tia) auf bie fa)on im @in* 
gang eicma^nte va-incrflidje Spietart ©injefner im Cv= 
^cfler, fite roetdjc i^ baS fflett: y/ btutai" nidjt am 
unrechten Orte ftnbe. @ä giebt namti^ ^itbiüibucn, 
tücla^c feine ©elegcul?eü uubenugt üoriibergc^en lafs 
fen, um eine gewiffc Äo^eit unb £öf|peI(}aftigfcLt, 
fcwoljl in bet äfiarquirung etn^etner äuäbrftcfe in ber 
ffllitftf y aU and; in mctotii'Afn Stellen geftenb ju 
magert, bie fie in intern Sinne afS Öcjiigfeit unb 
Aern^aftigfeit 4aiafteti(treu. JDiefe ^intatitat ift 
nun oft jugleic^ eine Begleiterin uuuotteubetei SKes 
e^ani(, unb f^abet bem @nfemb(e unenbti^ oiet. 3Mit 



230 



einer beifyiellofen grcc^eit führen biefe ß^araftere in 
bem Drc^efler baö SBort, unb fnedjten fctbfl biötveü 
len baö trtrftic^e Talent mit ityrem $erroriömuö. ©ieö 
finb bie Daum fliegen ©ubjeete in jcbem «3nft«tute, 
benen bie ©irectoren nie verfäumen feilten, mit rei- 
fem Säbel nnb unaufhörlicher 3"™^trt?eifung vor 
bie freche ©tirne ju treten, ©ie ftnb eö, »reiche bie 
VcUenbete 5iuefiir;rung manct)cö Äunfhverfö ixixiifyaU 
ten unb unmöglich mad;en; fte ftnb eö, welche bie 
befferen, ebleren Äräfte im ©rcfycjler efterö auf bie 
grofjte ©ebulbprobe fietten unb ifyre (Srlafjmung l)er= 
beifügten - y fte unb ifyr arroganteö, t;anbn?erfömä§igeÖ 
treiben feilten auü jebem Äunfltemvel auögeimefen 
rverben. — 

äöer bie $ecr;nif in ber SWiipf alö 3n?ecf ber; 
felben betrachtet, bei bem muffen n?ir jtvar bebauern, 
ba§ er baö r;öt;cre (Streben in ber Äunfl nict)t fennt, 
aber er ifi im 8 im SDrcfyefler lvillfcmmen, »venu er bie 
nötige ©iöeretion beobachtet unb gerabe fein inbiffe; 
tentec3 ©ubjeet ifi; roer aber, bei oft mangelhafter 
9luöbilbung im Sftedjanifdjcn, jeber ©efüfylöanregung 
fremb bleibt unb fletö, fo 31t fagen, mit ungcf)obel= 
ten Sanieren in bem verfammelten Äreiö ber Äuufls 
yrobueenten fiel) betreut, ber ivirb immer alö ein 9luö; 
ivucfyö in bem Orct;cfler betrachtet werben muffen; er 
flefyt allein unb feilte, roie fetyon gefagt, alö ein mu: 
ftfalifct)er ober vielmehr unmifftfalifctjer ©törenfrieb 
entfernt toerben. — ©ie tec$nifcr;e 5luöbilbung in ber 
Sfluftf barf nie Qtocd fein, fte barf nur alö STCittel 
jum 3ivecfe betrachtet roerben. SSer übet baö 2Kit= 
tel nie^t im Älaren ifi unb eö au% falfcr)en ©eftcl)tö= 
fünfte betrachtet, bei bem fann von bem ^weäc felbjl 
gar feine Sftebe fein. 

SBann »üirb baö golbene 3f»talter für bie SDln-- 
flf erfdjeinen, »00 baö SDräcfrer einen völligen Äretö 
tt?ar;rcr Äünfller vereinigt, bie, burebtrungen Don ifyrer 
frönen Aufgabe, (Sinem gemeinfamen ebeln &icU tnU 
gegenflreben; bie, foiocfyl in melobiefutjreiiber ©ejie- 
tyung, alö aud) r)infid)tlicb ber (?reontirung eontra? 
jmnetifcfyer ©egenfäfce unb bei ^luöfüfyrung einfachen 
Slecempagncmentö, alle baö richtige 9Jtaa§ unb SJer= 
r)altni§ ju treffen lviffcn ; bie, mit £oc§act;tung unb 
©egeiflerung für baö ir;nen anvertraute SDbjeet, bei 
S53iebergebung beffelben baö reine unb tiefe ©efüljl 
ir)rcr ©ubjeetivität jum ©elingen beö ©anjen richtig 
ju verfct/meljen triffen?! 3$ glaube, bafj biefeö 
3ettatter nict;t me^r fern unb bafc eö unferem, in ber 
Äunft fäon fo gro^ baftefyenben beutfe^en 93atetlanbe 
vorbehalten ifl. — 

3um völligen ©ctjluffe meiner 3f»^n tuff ic^ 
aber ben für biefeö fct;Bne 3fitalter fct;on reifen Dr» 
Hefter s Äünfllern ju ir)rer 5lnetfennung unb ic)rem 



Xrofle folgenbe SBorte unfereö gefeierten beutföen 

©enie'ö, unfrreö großen ©c^iöer, ju: 

„Gebern Ißerbienfle ifi eine ©afyn ber Unfierbltc^fett 
aufget^an, ju ber »uabren Unflerblic^feit meine ic^, 
tro bie i^at lebt unb weiter eilt, »venn auc^ 
ber üftame beö Urheber« hinter i^r nirücfbteiben 
follte!'' 

©armflabt. ^lug. Füller. 



2lu* Settttolb. 

3m November 1849. 

lieber ben muftfalifcr;en 3»P«"^ *» unferer ©tabt 
ifi bieder noc^ nid)t aOju ^äuftg berichtet luorben, unb 
boc$ fann eö liiert ofyne ^»tereffe fein ju erfahren, 
awi welcher ^o(;en ober niebrigen ©tufe berfclbe ^ter 
fie^t , um baö ©efammtbilb beutfcr)er SDiuPf^uftänbe, 
roeldjeö biefe ©l. ju geben ftet) bejlreben, me^r unb 
me^r 51t Vervollflanbigen. S33ir ^aben ben 93ortr)etf, 
bag unfere ©tabt eine SKeftbcn^ ijl, in beren &cb\ct 
ein funfUiebenber gütfl iuo^ntj auci) bie Sßrinjen unb 
^Jrinjeffiniien ^ulbigen ber äJiuftf burc^ ©efang unb 
©piel, ivaö natürlich bei ben übrigen 93ett?otynern 9lad)s 
eiferung finbet. 2eiber ifi burc^ bie politifct)en SBirs 
ren unfer voriüglic^fteö 3"P»twt für ©ilbung unb ©e- 
lebung ber SlNufif, baö lang befianbene ^oft^eater, 
baö unfer gürfl für gut fanb aufut^eben, eingegans 
gen. ©ie fühtftf *ÄapcUe ifi fomit nur auf bie St^as 
tigfeit in ben (Soncerten angeiuiefen, bie im ©ommer 
in einem öffentlichen ©artenlocal unb im SBintei im 
^^eatergebaube flattftnbeu, unb ben 27?uftffreunten man- 
chen ©enu§ verfcr)affeu. SDieJBefe^ung beö Orc^eflerö ifi 
jtvar iveber großartig, noc^ bei einigen §ßutten genüs 
geub, bod; fann bie fieifluug immer eine tüdjtige fein, 
rvenn ^)r. Jta^eQmflr. Äiel für bie Sluöbilbung unb 
5liiöfüt;ning in größeren SDrcteflerflücfen ac^tfam forgt, 
ivaö t;offentlicl) bie unö bcverflefyenben ßoncerte bes 
toa^ren iverben. — <Bcit einem Satyc fyat ftdfc) ein 
©efangveretn von ©amen unb Ferren r)ier gebitbet, 
ber bei tvocS) entließet 3«frttnmenfunft eine rege %f)a* 
tigfeit enttricfelt, unb bereits einige Sftal unter ©i* 
rection beö Äavetlmflr. Äiel öffentlich groben feine« 
gortfd)rittö gab unb ben SHuflffreunben bie ©efannts 
fc^aft mit 'bem erflen Streite beö ^aufuö von SNens 
belöfo^n unb beffen 42flen ^Jfalm „31>ie ber $)irfc§ 
fetyreit" vergaffte. 5lu§erbem befielen ^ier noc$ jrvei 
Vereine für SWännergefang, tveldje unter ©enennung 
1) ©etmolber ßiebertafel, von ^)rn. 9leinifc^, erfler 
glotifl beö SDrcr)eflerö, birigirt, unb 2) Perpetua, vom 
Sfluftfmeifler §xn. ©affel geleitet loerbenj Seftterer 



231 



toeranftattet im Saufe beö SBinterS meutere (Soncertc, 
worin mandjeS (lrfreulicr)c geliefert wirb. — ©ie 9lru 
jatyt ber $pianofortcler;rcr ift bebeuteub, bo<$ ift ÄeU 
ner barunter, beffen tcd)nifct)c Seifhingen fict) über baä 
©cwöfynlic^c erhöben unb bafyer bie traurige golge, 
baß totr wenige ©ilcttanten traben, bie ben gorberuns 
geu r)or)errr ÄunfUeifhmgen cntfprccr)cn. Strcicfyquars 
tette ju fyoren, fann beinahe in bie Stubrif ber füllen 
SBünfdje geftellt werben, weil cä fe^r fc^trer Ijält, bie 
baju notl>igcn Spieler ju gewinnen; £r. SRufifbir. 
©erfe uub $ofmufifuä #r. SanbowSfi ftnb bie (Situ 
jigen , bei benen bie ewig blüfycnben Quartette &on 
^a^bn, äftojart, 33cetr)o&cn u. 51. juweilcu erflingen. 
— ttm 24ften Cct. gab bie $ianifÜn grt. Steffens, 
oon Ijier gebürtig unb eine (Schülerin ber grau ßtara 
Schümann in ©rcöben, ein (SonccTt im Sl;eatcr. Sic 
fpicltc bog © 5 9ftcll (Sonccrt »on SMcnbclefotyn unb 
mehrere Stücfc fcon £enfett, (Sfyopiu, SUietycrj tyr Spiet 
unb 5lnfd)tag, fo wie bie 9int;e beim Vortrag bejeugs 
ten tiie^tige gortfcr)ritte , unb fennen wir ber anges 
r)enben jtüufiterin nur ratr/cn, hei ityrem ferneren Slufs 
enthalt ju ©reöbcn ibrer au$gejeier)nctcn Scr)rcrin ges 
treu nachzufolgen. Spoljr'S Duoertürc jum Sergs 
geift (tiel ju langfam) unb Sßcbcr'ö greifcr)iig fptclte 
bae Drcr)cftcr beifällig. #r. Sanbcwöfi trug Spor)r'8 
©efangöfecne für bie Sßiolinc teiber nidjt befonberö 
gut unb rein ror. §r. §ofmuftfuö äfteier blied eine 
(Sfegie »on Äiet auf ber Klarinette fatt unb IcbloS. 
Slm 4ten 97ct>, gab ber ©efangüerein alö Söorfeier 
jum ©cburtStag be8 regierenben gürfien ein (Scnccrt, 
beffen Ertrag jum ffieflen ber 93ercin8caffc war. SBes 
bcr'ö $uhcl 5 Outertüre eröffnete bajfetbe unb fdjien 
cä tni8 / al8 woüten barin bie trompeten ic)ren ^uhtl 
burcr) übermäßigeö forte recr)t anöbrücfen. JQx. £of s 
mufifuS Sct)mibt fpielte Souvenir de Spaa oon Ser« 
«aiö mit Sici)crbcit, boer) niebt mit ber fRubc, bie wir 
fenft an itm gewohnt finb. äNenbclöfofyn'ä Sobgefang, 
bor r)ier neet) nie gehört, brachte einen mächtigen (Ein; 
bruef l;crt?or, welcher fict; aber noer) geweigert fyättc, wenn 
bicSclCiScnorpartic eine mctalhcicfycre Stimme ermat- 
ten unb bor (Sljor uicfyt juweilcu betonirt fya'tte, ©ie 
Weiteren muftfalifct)cn ßrlcbniffe im folgenben S3ericr)tc. 

45. 

«in 7ten Mc». 1849. 

©er fleißige (Säcitien ; SBercin , ber un8 fietä 
JKcucS, unb fer)r oft auet) @ute8 ju bieten wei^, 
rerfc^affte bem muftftiebenben ^Bublifum am 4ten b. 2W., 
a!8 am 3:obe8tage äKenbctöfo^n«, ben ©enu§, biefeS 
gtogen SWeifter« Stt^atia ju ^ören. ©ie $luffür)rung 



beS, grö§tent(;eitd im SDratorienfl^te gehaltenen, hei 
einigen Stellen aber melobramatifc^ be^anbetten %om 
werfet barf mit 9te$t gut gelungen genannt wer- 
ben, nict)t allein oon Seite ber Soli, welche üon ben 
grt. glaubiuö, ©ergauer unb 971üüer fet;r brau ten 
getragen würben, fonbern aucr) in S3ejug auf bie 
großartigen unb jwetfmdfeig geleiteten SNaffen, welche 
ber herein aufgeboten ^atte, um beö ^Uicipcrö *21nbens 
fen würbig ju feiern, ©aö SKerf (3^"fn »n 8fJpj»8 
oljnelpin fer^ou genau befannt), ifl reicr) an Sc^önr)ei5 
ten, wie fte eben nur a\\% ber geber beö Sc^öpferö 
ber SDiiifif jur SBatpurpiönad^t, jum Sommernacr)tÖ5 
träum fyeruurjuquetlen pflegten. 

^tier fpraefeen am meiften an : bie impofante 
Dutertüre, baö ^öc^fi (ieblicr)e Serjett in Es für jwei 
Soprane unb 5llt mit (Sfyor, unb ber majejtätifdje, 
breit audgefü(;rte ^rieftermarfer). SBaren bennoe^ 
einige Mangel tor^anben, welche bie S^inpatljien beö 
Stubitoriumö nid)t jenen ^öl;egrab erreichen ließen, 
wie beim 3ßautud ober @lia^, fo lagen biefelben jum 
größeren Steile in ber ßigentl;ümlicr;feit beö SSerfeö 
felbfi atö tt^eilweifeö ©lelebrama, jum %t}cii aud) 
iu atinofp^drifcr)en Sinftüffen, wetdje bie 9leinl;eit ber 
Stimmung ber S3lect)inftrurnente beeinträchtigten. — 
Sefonberö fühlbar war biefeö le^tere ©cbrcct)cn bei 
ber Qluöfü^rung ber @utenbcrgä:£antate, welche, mit 
auf SWenbetSfo^n felbfi bejogenen SBorten, jur (SriSffs 
nung beö (Eoncertö, ber 5ltt;atia üorauögefctjictt wor- 
ben war, unb überhaupt nidbt anfpracr). — ©ie toers 
mittelnben SBorte jwifc^en ben feetyö Sonflücfen ber 
5lt^alia, ofjnc bie felbfi ber gebruefte mufifalifc^e Xcjrt 
bem, beö 9lacinc*fd;cii ©ebic^tö unfunbigen Äcfer rat^ 
fel^aft geblieben fein würbe, fprac^ ^)r. Sd^aufpieter 
gifcr)cr mit bem befannten SBo^tlaute unb ber gcwofyn; 
ten Äraft feincö fonoren SDrgang. ©ie mitwtrfenben 
©amen unb Ferren waren in bie garbe ber Trauer 
gefteibet. — ©aö Slubitorium füllte ben ganjen ge- 
rdumigen Saat ber Sopbien -5»fel, unb fpenbete öies 
ten Stellen ber 5ltt;alia lebhaften S) et fall. — 

$m Sweater wirb bie 5luffül;rung uon 5luber'Ä 
Oper „^a^bee'' oorbereitet. 2Bir füllen aüerbingö 
baö ©ebürfniß, in unfer SRepertoir aitdt) bann unb 
Wann burcr) franjöfifdje Opern eine l^eilfame 2ftan* 
nic^fattigfeit ju bringen-, ob man aber gerabe mit 
btefer SDper eine gute 2Bat)t getroffen fyabe , (tel)t 
ju bejweifetn. .^ebenfalls würbe baö ©ebiet ber fran= 
joftfe^en Dper ©elegent;eit bieten, unfern brauen %e- 
nor, ^>rn. Änopp, ber guten Vortrag mit oortrefflidjem 
Spiele rereinigt, in angemeffeuer SBeife unb öfter ju 
befcr)ä'ftigen, alö biö^er. Söarum fönnen wir aber triebt 
wieber einmal bie „weifye grau" — „bie Stumme" 
r^ren? D _ 



232 



£$ittelltgett$f»(<ttt» 



1d meinem Verlage erscheint bis zum 1. December: 

C. Czeray 

Weihnachts- Album, 

Album elegant. 

24 Morceaux melodieux pour le Piano. 

Op. SO«. 

/. Abth. Pr. H Thlr. 

Ich erlaube mir im Voraus, dasselbe bestens zu empfeh- 
len, da es sich sowohl durch vortrefflichen Inhalt wie brillante 
Ausstattung auszeichnen wird. 

Ca s sei, den 15. November 1849. C. EiUcJchardt. 

\)ex}tic))ni(} von ÜioÜn-Jttufik 

aus dem Nacklass eines unbemittelten Dilettanten. 



Wohlwollende Musikfreunde werden fieundlich eingeladen, 
der bedrängten Familie wohl zu thun, wenn sie die Güte haben, 
auf die einzelnen Nummern oder auf die ganze Sammlung Ge- 
bote abzugeben und mit ihrer Adresse bei dem Herausgeber 
der Zeitschrift für Musik bis Ende d. Jahres niederzulegen, sich 
in frankirten Briefen an ihn wendend (s. Mus. Zisch. Nr. 36). 

1. Albrechtsberger, 6 Trios p.V., Viola et Vclle. Op.9. 

2. Benincori, 6 Quat. Op. 8. Liv. 1. 

3. Beethoven, Alleniandes de la Redoute deVienne 
p. 2 Viol. et Basse. 

4. , Trio p.V., Alto et Vclle, d'apres Op.23 

p. Piano, arr. p. Brand. 

5. 6, 7. , 3 Trios p. V., A. et Vclle. Op.9. 

Liv. 1, 2, 3. 

8. Boieldieu, Ouv. de Top. Caliphe de Bagdad p. 
Flute, 2 V., A. et Vclle. 

9. Dobrzynski, Quint. p. 2 V. , A. et 2 Vclles ou 
2 Alto et 1 Vclle. Op. 20. 

10. Dotzauer, 3 Duos p. 2 Vclles. Op. 15. 

11. Dammer, 3 Duos p. 2 Vclles. Op. 16. 

12. fodor, 3 Duos p. 2 Viol. Op. 24. 

13. Hansel, 3 Quat. p. 2 V., A. et Vclle. Op.3,5, 
6, 8, 9, 17. in 1 Einband. 

14. Haydn, 6 Trios p. 2 V. et Vclle. ä l'usage des 
commencans. Nr. 2. 

15. - 3 Quat. Call. 9, 15, 19. Liv. 1. Op.59, 



60. Collect, compl. Cah. 1,2,7. u. 2 Quat Op.100. 
(Diese 9 Suiten in 1 Bande.) 
16, 17. Hofmeister, Quat. periodique. Nr. 6 u. 9. 

18. , 3 Duos p. Viol. et Vclle. Op. 5. 

19. Hummel, Potpourri p. Viola av. aecomp. d'or- 
chestre. Op. 94. 

20. Jansa, 3 Trios p. 2 V. et Vclle. Op. 41. Cah. 1. 
21". Kelz, Kindermusik f. 2 V., Bass und Kinder- 
instrumente. 

21 b . Hübschmann, Var. p. Viola, av. orchestre ou Pfte. 
22. Kreutzer, Ä., 3 Duos concert. p. 2 Viol. Lettre A. 
23. , 14e Concerto p. Viol. av. orchestre. 

24. Krommer, 3 gr. Quart. Op. 92. 

25, 26. , 3 Quint. p. 2 Viol., 2 Altes et 

Vclle. Op. 8. Liv. 1, 2. 

27. , Son. p. Violon av. Basse. Op. 15. 

28, 29, 30- , 3 Quint. p. 2 Viol., 2 Altes 

et Vclle. Op. 100. Nr. 1, 2, 3. 

31. Küffner, Conc. p. Alto-Viola av. orch. Op. 139. 

32. Mozart, Rondo p. Viol. avec orchestre. Op.85. 

33. , Conc. p. Alto-Viola, av. orch. Op. 107. 

34. , Conc. p. Violon av. orchestre. Op. 76. 

35. , 6 ländrische Tänze f. 2 Viol. u. Basse. 

36. , Fantasia p. 2 Viol., A. et Vclle. 

37. , Fugha p. 2 V., A. et Vc. Nr. 1. gr. 

Quat. p. 2 V., A. et Vc. Nr. 2. 3 Quat. p. 2 V., 
A. et Vc. Nr. 3, 4, 5, 6. Diese 6 in 1 Bande. 

38. Mühling, 2 Quat. p. 2 V., A. et Vc. Op. 20. 

39. Ost, Pet. airs connus, variees p. 2 Vc. Op. 9. 

40. Onslow, 20e Quint. p. 2 V., A. et 2 Vc. Op. 45. 

41. , 3 Quint. etc. Op. 1. Liv. 2. 

42, 43. , 24e et 25e Quatuor etc. Op. 49, 50. 

44. , Quintetto etc. Op. 32. 

45—47. PLcis, 3 Quatuors etc. Op.69. Nr. 1,2,3. 

48. Pleyel, 6 Duos p. Viol. et Vclle. Op. 16. 

49. Romberg, A„ 3 Quat. etc. Op. 53. Nr. 3. 

50. 51, 52. , 3 Quat. etc. Op.67. et post- 

hume Nr. 1, 2, 3. u. Op. 16. 

53. , 3 Quat. etc. Op. 1. Edit. corrigee. 

54. , Grand Quintetto. Op. 23. 

55. , Sinfonie, arr. en Quint. p. Flute, 2 V., 

A. et Basse. Nr. 1. 

(SclUuss folgt.) 



ß 3 llüijelne Wummern b. 91. 3*fdjr. f. 4 Jftuf. »erben ju 1$ 9lgr. frere<$net. 



■Stud Mit %t. Ruft «ann. 



tl e u c 




iitfättft f*r füfafiß. 



©*rtitto*ttn<$tr JRebutttur; 

Statt} 23re nbt h 
(gtnunbbrei^igftcr 93artL 



M 44. 



8 f f I f g t X : 

SKobert griefe in £«11»)%. 
Den 28, 9lot>embei 1840, 



2 ffttfmmera *fln 1 et er l'/i $tagfn. 



$r«l< be« ©ante* »on 52 Ulm. 2 1 /, £l)lr. !| Stfaimement nehmen alte Mimtet, 39«$*, 
3nf et tfonege büßten fcie ¥«tftjeile 3 9Qgr. || Sftafih nnb JtunfUjaitblmtgen an. 



3lt(alft Sdtff &6« Jtunfi unb fte&tn, — G&atftttfrijW! ttr Hamburger Dp«n!t&ft«. — Xttin* Mtmng, Errmtfättt. 



aSrtüfc aber &unft itnb £*ben. 

IL 

ffiaS mufllalifdje treiben $amfeurg3 fäjeint in 
biefem filmtet ein lebhafterem toerben ju motten, alö 
e& bie 3^tumfiänbe fenft too^l mit ftdj bringen* Sie 
Urfadje Hegt einfach in bet nadj allen Etilen t/in t)ets 
gefixten „Drbnung", wnb in ber Belebung beS ©e* 
fljÄft*. Sie Äaufleute glauben enblidj iljrt San! a* s 
ftd^eet y unb bauten jeben Sag üjnm lieben äfterfur, 
bet jroar auäj bet (iott ber Styigbuben ijl, ba§ er 
jpteugifc^e Sotbaten gefdjiett, unb ftr tot ben „rau; 
£ triften Snfaflen" bei Semof raten gehütet bat. Lies 
brigenG foffni, mir man mir Tagt, bie gtofjartigjien 
(Sefdjäfte in biffem $etbfl gemadjt roorben fein, @e* 
[djafte, ioel<^e bem Qiujrfnen §unberttaufenbe an 
©enumt eingebracht t)aben, Sä ifl natürlich, bafj ba- 
buräj ber @inn auf fof^t Oeniiffe angeleitet roirb, 
hjei^e bie bebaglidje, in jtc§ fetbft jufriebenc Wuljc 
mit flijj bringt. £Ran fö^It roiebet bie Dfeerbetrfdjaft 
beS »eft|ri, unb thtn im S3obfgenit| biefeö Qefu^ 
tefl glaubt man jldj berufen, äRitleib ju Ijafcen mit 
ben Äiinften, mit ben armen Teufeln, bie ja auj? von 
ber „ftefcotution" gelitten unb bie im Stunbe nt^tS 
roeniget aH Ennoftaten waren. OTan benft loieber 
tv.iü Sweater, man bef^äftigt fidj roiebet bamit, ^er= 
umjtt$etib« Sirtuofen bei ftd| ju füttern, ober ifjnen 
ein Bittet ju intern Scncert abjuneljinen, man pto= 
tegtrt roieber, tot« eä bem 9tei^t^um, ber haute 
bourgeoisie jufommt. Unb bie armen teufet, mel^c 
man ÄilnfHer nennt, toiffrn bal auc§ re^t gut, fie 



at^men toiebet auf, fle fc^üen n?iebec @ufefcrtf)tion^ 
bogen um(jer, fie § offen wieber — Sinna^tnen. S>te 
misere biefeS Sreibend nennt man ffiunft. yjlititeft^vö 
$at bie ©efeQf^aftdfjpta^e (einen anbeten Stamen ba. 
für, unb bie tSi'feÜf^aftöfpra^e i|l betanntti^ bie 
einjige, bie ton ber ä)te(jrficit uerflanben mirb, unb 
o^ne beren jtenntnif man tjBdjflenä baä 9te^t §at, 
fui) Q$aü$ ju ma^en, ober in 3%ot$ unb (Slenb 
umjufommen. 

SS fÜunte kounbetbar f^einen ., bag na(^ fo ge» 
maltigen ©rFctjiictrrmigrn, ilmc bie ber betben fegten 
;)abre, ba# süerliältnig )n?ifd^en Äunfl unb ®cfeU= 
fc^aft noc^ immer baffetbe ifl, ba§ bie erflere fie^ 
noc^ immer jur Wienerin bet legteren bergiefet, bag 
ber Äüujller noeft immer mit ber Sitjr^ejarfe anges 
t^an, feine Stnerfennung , geiflige mit materielle, ju 
erjmingen fue^t, wenn un^ nic$t eben jene ©efelts 
fc^aftafprac^c einfaßten müpte, bie eä Hebt, ben ®^ein 
für baä Sein auäjugcben, bie t>on ftimfl fpri^t unb 
^anbmert meint, ©ie eigentliche ffiuufl (jat, i«it bits 
fen SHatineeS nnb SmrieS, mit bem ganzen SRußf; 
roefen, mie ee) burc^ bie gefeUütjaftli^c Einrichtung 
fanetionttt tfl, gar ni^tö ju t^uit- Sie eigentliche 
Äunfl fc^roeigt fc^on lange, weit langet, atä bie ^o» 
litifdjen Ummatiungen bauern. Sie bat trog ber hu 
fannten Srtainen, trog SertiOj unb gel, ©awib, trog 
gUteqcrbeer unb SBagner, trog iJBniöefäfßljn unb 
@^nmann feine äebenSau|erung get^an, meiere ben 
^etjfe^lag eine« Solfeä batte f^netter pulftren mos 
eljen, ober ir)n in allen feinen Bibern auf eine mit 
annd^ernbe SSSeife loiebetgeben (innen, Sie %}3[fec 



234 



fct;licf)en müfyfam bafnn, unb bie UHupf bubclte ilmen 
ifjxc eigene Sdjwädje ober auet) — ©eineiufycit in bie 
©tyrenj bann unb wann bligte eö auf, bann unb 
Iva im regte per) bie fct;öpferifcfc;e Äraft, baö urf^ritng« 
lictye SKenfd)fr;um, bann unb ivann rang pd) ber 9tuf 
nact) ^Befreiung auä bor millionenfachen Sörup ber 
Sßölfer fyervor, unb tiefer dinf fnnb in fcer SDiupf fein 
getreueö (Sdjo. Slbcr fo wenig lie Helfer ^ur %ijat 
griffen, eben fo wenig ()at bie UJIuftf eine 2ll;at aufs 
juweifen. 3^ar f)at man verfugt, pd) ju befreien, 
unb Schumann fcfyreitet auf biefem &>ege lüftig fort j 
aber bie wafyrc Befreiung, bie, weld;e bie © r r i I7 c 1 1 
felbp ifr, bie tagt fid; nicfyt erjt verfugen, bie ifl ber 
eleetrifd)e gunfen, ber mit einem .äaufrcrfdjlage ^ c 
9Jknfcf)beit 311 neuem geben burdjbringt. Unb biefe 
Befreiung, biefeö fiinPlerifcr)e (Sidjlostrennen alleö ©e; 
feQfdjaftlicljen ifl nur bann möglich, wenn bie %)Un)d): 
\)e\t fid) ir/rer felbp wieber bewußt wirb, ivenn pe 
nidjtö ^)ö^ereö anerfennt, alö fid) felbp, ivrnn fie aufs 
b)ört a tont prix (Sfyrift fein $u wollen. £Neißt bie 
£r/rone nieber, auf benen iijx ben ©Ott ber §l;rifhtö; 
lettre gefegt, unb bie geffeln werben fallen, bie ib/r 
felbP (Surem ©eniuö angelegt fyabt. ©ie «Strahlen 
ber Äunfl werben bann nicfyt nic^r gebrochen fein unb 
fpärlicf), verfcr)lammt unb vereinzelt auf bie drbe fal; 
len. ©ie ättenfd^eit wirb pd) felbp ifjre Äunp au& 
Prallen, unb biefc (Strab/len werben s )lttc erwärmen, 
5llle beteben, 5Ule 311 ber lleberjeugung gelangen la|% 
fen, baß pe fotibarifdt) verbunben, baß fie Qsinü pnb. 
©ie 6int)eit jttife$en Slflem ivaö lebt unb i(i, biefe 
Sinr)eit 31t erjielen ift bie Aufgabe beö ^a^rl;unbertä. 
6ö r)at reblidj baran gearbeitet , unb bie 9Jienfcf)en 
r)aben im vorigen $ax)xc verzweifelte 5lnflrengungen 
gemacht, ben ©ebanfen $ur ^t)cit tverben 311 (äffen. 
5(ber ber ©ebanfe muß felbp erp bie %\jat fein j bann 
wirb bie £r)at ber Söaffen von felbft wegfallen. ©er 
©ebanfe ifi noef) nter)t gefunben , baö SKätbfel nod) 
nicr)t gelöft, unb eben beöfyalb werben alle gewaltfa- 
men Devolutionen bie t)ciß erfelmte grud?t nidjt briiu 
gen. Grö fet)lt baö ©enie, baö biefen ©ebanfen in 
pd) tragt, vielleid)t baß eö am (Snbe biefeö -3%= 
tjunbertö auftauet, um ber 9J?cnfaM)cit ben Söcg $u 
geigen, ben fte 311 wanbeln r)at, will fte pd) felbfi ge= 
nügen, gleich wie 51t (£nbe beö oorigen -Sa^utu 
bertö ber ffllann erflanben ift, ber per) allein genügen 
wollte auf Äoften aller Ucbrigen. — 

Zubern ify bieö fcr)reibe, fällt mir ein 23üdjel= 
er)en ein, baö vor fur$er 3eit erfcr)ienen ip unb baö 
ben Sitel für)rt „lic Aunfi unb bie {Revolution" t?on 
9tid^arb SBagner. 3* tverbe auf bie 5ürofd)üre fpäs 
ter ^uuicffommen. 9lux fo viel: ber 33erfaffer \)at 
VoHfommen SKedjt, wenn er fagt: „SSir wollen nitfjt 



wieber ©rieben werben' 7 , wie er benn überhaupt burd^ 
biefe Arbeit unb feine jüngpen Chlcbniffe eine größere 
S^r;eilnar;me beanfprueben barf, a(8 er burcr^ feine früs 
^ere ^^ätigfeit veranlaffen formte. $dj lege fein 
grogeö ©ewid)t barauf, ba§ er in ©reöben mitge= 
fämpft l;atj aber ber wabre Äunpjünger iuu§ revolus 
tionair fein, unb fcajj SBagner bieö ip — baö i)at 
er in ber neuePen $tit bewiefen. $d) r;nbe lieber ben 
piicfctigen Sttagner, ale all' tic „berübmten' 7 ^oiu 
feger, bie beim warmen SDfen Dratorieu, (Bijux^ho- 
nieu unb »Opern eomponiren, wät)ren" eo brausen 
Pürmt, unb bie Golfer im ernpeu Önugen um bie 
urfprünglid)en , geheiligten 9Jienfel;enredUc begriffc:i 
pnb. - 

Sbeobor $»agen. 



6^araftertf!tf tet ^ambutget £petw 
ttäfte. 

©ie SDpemfräfte ber vereinigten ^r)eater in JQanu 
bürg pnb in fofem noe^ immer bebeutenb 511 nennen, 
alö pe einen nicr)t gewöhnlichen 3»fa»mienpn§ von 
frönen, frä'ftigen Stimmen aufweifen. S)aö s Matez 
rial ip gut, tie s 2lu3bilbung manchmal vortrefflich, 
manchmal mittelmäßig, in ben metPen gälleu gar 
nid)t. s llm meiften mupfaltfdje 23ilbung foll unfere 
sßrimabonna bepgen, grl. Söagner, ^ie^te beö Piie^- 
tigen Äapellmeiperö, früher in ©reöben engagirt. 
©iefe (Sängeiin l;at pe^ l)ier fet)r viele greunbe ge= 
mad)t, pe gefällt alö „große (Sängerin", unb baö 
sßublifum fct)WÖrt «Stein unb 23ein auf pe. 2Bir r)a? 
ben jeboct) gefnnben, ba$ biefe Sängerin baö Öooö 
aller beutfcr;en ^rimabonnen tbeilt, b.f;. ba$ pe äfte^os 
(Sopran ip, unb fd)On beöl)alb bie erPni Partien nicf)t 
pngen fann, obne per; unb Slnberen febr iuer)e 111 
tl)un. ©te (Stimme ber SBagner r;at einige pxatyU 
Volte ^öne in ber Siefe, aber bei weitem nicr;t iie 
§ör)e, bie notlug iP, um bie Valentine, 9iorma unb 
äl)nlid)e SHolleu ni pngen. ©3 ip nid)t ju leugnen, 
baß eine gewipe fiinpienfcr)e Begabung ba ip, fo wie 
aud), baf; bie Sängerin einige (Stubien in ä3ereblung 
beö 2!onö gemaefct t;atj aber eö t'P ancr) wieberum 
nier)t fru leugnen, ba§ bie Lanier beö $erüberjiel)enö 
ber $öne unter fiel) bei iijx nod) in vollrr S51ii^c per)t. 
S)(it einem SSorte, grl. Wagner ip ein reeftt guter 
37Je$jo;(Sopran, aber noer) lange feine „große (Sans 
gerin". — 

grl. äflic^afep, bie Verlobte unfereö Äapeümeis 
Perö, weld^e vor 51nfunft ber Söagner bie erPe <Sän« 



235 



ger:n macMe, rbcnfadd ein 9Me j$os©opran , beinahe 
gilt, ift nactj ©reiben abgerrtfl. ©ie t)at bort ein 
loijnenbcö (Engagement gefunben. 3fa 9tomeo war 
eine impofante, äufcere (Srfcfyeiuung. grl. Sftier fyeifjt 
unfete jweite ©ängerin. SBor einem Qafyxc noct) im 
ßtjor, fingt fie jegt n>ie eine „gemachte" (Sängerin. 
83iel Talent, fdjöne ©timme, muftfalifd), SftfjjO: 
(Sopran. ©ie wirb ftd) binnen Aurjem mit unferem 
erfhn Sanier üerfyciratfyen unb bamit fefyr balb ir)re 
(Saniere fcr/lie§en. grl. Srictfcf; fingt ^wette, jugenb= 
licr)e ^attien unb Soubretten (>21ennct)en, 3^Tine). 
£übfd)e B^tine, fefyr fdjöne ©timme, wirb bamit ens 
bigen, bajj fte eine „gute Partie" macr)t. — 

SKab. £owi|};©teinau nennt fici) bie erfte (Solo: 
raturs ©ängerin. Sine junge SBtttwe, intereffanteä 
91eu§ere, beft^t SBermögen unb, wie auö einzelnen 
9Manc;rn in ifyren ©arfhllungen r)eroorger/t , Sfprit. 
©ie ftngt mit Talent , ofyne ©etjule — ein 3Wfd?er. 
£rofcbem war fte in sßariö. Uebrigenä fBnnte bie 
©ante, wenn fte wollte, balb 93iet leiften. 

©er ©timmfonbS ber SWanner übertrifft nodj ben 
ber ©amen. Obenan ftefyt ©itt. ©ie grofiartigfte 
Senorfiimme, welcbe augenblicflief) in Suropa erifiirt. 
©aö ift unoerwiifllicr)e8 äftetallj aber — ba8 ift audj 
9ideö. Sßon einer ©timm s ober gar oon einer mus 
fifaltfc^en Söilbung fann nidjt bie Siebe fein. SBenn 
ber SJtann fingen, wenn er fügten, wenn er fpielen 
fimnte, fo müfjte er 9löe8 übertreffen, luaö je auf 
ben ©retteru get/ort korben ift. Unb boer) r)at er 
einige ©teilen alö SKaoul, mit benen er jebcö $us 
Mifum enttjuftaämiren wirb unb mujj. 

©ie Sä'fTe ftnb eigentlich feine j aber wo (te auet) 
r)erner;men? ©er S3ariton, #r. (Sari 93ecfer, fyat eine 
f<r)one £)ör/c unb oon %R\a\ z)n einige im italieni* 
fdjen ©efcr)macf mit ©lücf angebrachte SBerjierungen. 
©djüttfr; r;ei§t ber äftann, ber ben ®t. 23riä in ben 
„Puritanern", ben Dnfel ber (Sloira unb är)ntidr)c 
Stoßen ftngt. Söiel Material, wenig ©cr}ule, fdjeint 
latent ^u tjaben. Uebrigenö erinnert man ftdj, wenn 
man unfere Söäffc r)Srt , mit gro§er ©er)nfucr)t beö 
©taubigl'fcfyen $oneö unfereö ©alle;2ljte. 

£r. £inbemann, früher in ©reöben, fingt ben 
SWareel, 6aöpar u. \. tv. Araftige Stimme, tuenig 
%ieU , noer) weniger 5iuöbi(bung ; aber bem J 2lnfct)ein 
nad^ 93erfianb unb Talent. 

%Jl\t biefen Äräften, unterftüßt uon einem tüctytis 
gen 6^or unb einigen marfigen 5lnfängerflimmen, fo 
toie aucr) t?on einem fer)r refpeetatlen Dre^efter, müß- 
ten gani gute Dpernuorfleöungen ju erzielen fein, 
roenn nid^t bie fiiebe unb ©egeifierung hti ben ffre- 



rutanten baburd^ gefcr)roäc^t würbe, ba§ man immer 
biefelben ©rfc^icr)ten auftifc^t. ©ie Seute fommen 
auö Stöbert, Hugenotten, greif^üg u. f. ro. nie^t ^ers 
auö, unb fingen natürlich jum großen S^eil mit Un- 
Iu(t. ©ie llrfadje liegt einerfeitö an mangelnben, 
tücfetigen Stegiefräften, ^auptfäd)lict) aber batin, bafj 
fo wenig gefa>rieben wirb, tvai nur einigermaßen 5luös 
ftcfct auf Erfolg bietet, greilicr) bleibt anety 33iele8 
liegen, \va% rect)t gut berücfftdjtigt werben fönnte. 
©o 3. 99. bie allerliebfre Oper „baä ©iamantfreuj'', 
bie o^ne ^rätenfton auftritt, unb eben begfyalb gefaU 
len rnu&j aber im ©anjen läfjt fte^ wenig (Srfreulis 
dr)eö Den ber sßrobuetionäfraft auf bem ©ebiete bei 
SDper fagen. ®ut wäre eö, wenn einige literarifd)s 
unb muftfalifcr) 5 gebilbete Männer öon Talent unb 
aUfeitigem Söiffen ftcr) ju Stegiffeurer. ber Dper rjer* 
anbilbeten, wa^rfd)einlid) würbe bann unfer Dper* 
wefen um ein 93ebeutenbe8 beffer werben. 



Aleine Bettung. 

SWeifcm örfte« Slbonne mentconcert am 8ten 
Sflüüember. 3e meljr bie politifa^cn unb materiellen ^xa^tn 
in ben 93orbergrunb be« ßeben« treten (unb am @nbe Fommt 
bed^ au$ bie $olitif auf fe^r matcrfeHe Snterefffn ^inau*); 
nm fo me$t mu§ ft<^ ber *Berel)rer ber itunfi über jeben ©e- 
nufj freuen, ber i^m nid^t »on einer ^anbroerf«magigcn €pe^- 
culatlon, fonbern »on ber %UU jur tfnnft fclber geboten rrirb. 
Gine berartfge au§erft freunblia^e (Srfa^einung bilbete ba« 
oben genannte (Jonccrt, tocHc« ben gufäHig in 2Wei§en an* 
ttefenben Referenten bura> feine ©ebicc\enl)elt tvabrfjaft über? 
raffte, ©lef* bie Slnfan^dnummer, aKenbelÄfebn 1 « Cnver? 
tÜTc: ,,ba« *Wäfyrdjen v»on ber (cfjonen S^eluftne", beurfunbete 
ben gleig, tvela^en ^>r. »Dluftfrir. ^artmann auf bie 9lu«bil* 
buna, feine« Crctefter« t?er\ücnbet, unb c* «erbient bie« öffent* 
lia^ um fo meljr beruoröetjoben ju romen, al« bie locale An« 
erfennun^ in feinem rid)tigcn ^er{jältniffe jur I^atigfeit be« 
Director« ^u fteben feftiec. — I'ie fcl^enben Hummern mae^? 
ten un« mit mehreren jüntjeren 1>re«bner Äünßlern befannt, 
benen man fämmtli# eine »iute tfaufbafjn vcrfprecfcen fann, 
roenn fte it>re Mittel mit bem nötigen gleife au«bilben; ba« 
T)uctt au« 3effonba ^oifa^en 9?abori unb ü)anbau („T>u ^aft 
bem Dpfer bief) entzogen jc") trurbe mit ®efä)macf vorge- 
tragen oon <&rn. Opernfänger SRuboIpl) (Xenor) unb ^rn. 9lc* 
tuar fttebler (<8a§); bie Stimmen 53eiber ftnb fdjön, rete $$ 
aueft in ben fpäteien ©olopi^cen au«n>ie«, unb e« roar nur ju 
bebauern , baf bie afnfii^efjen Sßer^ältniffe be« langen unb ju 
ntebrigen Goncertfaale« gerabe auf ben ©efang befonber« un* 
günftig roirften; vielleicht liefe ftc6 bem fer)r fühlbaren SWan* 



236 



gel an 9fcfo*ang burdj eine drtyöbung be# Crdjefier« abbel< 
fe». Dem Duett folgte ba« 2flenbel«for)n'fe$e Goncert für 
93foline, mit meldjem £r. Äammermufifu« (Seelmann ftdj al« 
lästiger JMinßter gu erfennen gab; 9teinr)cit be« £one« unb 
eine fecfe, fixere 93ogenf»^rung, u. 91. ein febr ante« (Stac 
cato, getanen ben no<$ jungen Äün|iler vortfyeilbaft au«; am 
erfennendwert^ ift e«, baß fein Vortrag ba« ftellemveife af* 
fectfrle SBefeu be« leibigen ©irtuofentbum« vctmeibet, unb ben 
Sonorer ni$t auf bie tedjnifc&en <Sd)mierigfeiten ber tyicce 
förmUeb aufmerffam madjt. — Den (Schluß be« (fangen biU 
bete bie gleite 33eet$oven'f($e (Süjnpbonie (D'Dur), bereu 
9U«fübtnng mir al« eine , fomoljl in tedjnifdjer al« äftbeti« 
föer Segiebung, fer)r gelungene begefdbnen muffen; ba« Dt« 
4efter befriebigte vollfommen bie (Srreartungen , meiere man 
naeb ber 9lnfang«ouverture gu ma<$en berechtigt mar. — 
9Rö<$ten biefe anetfennenben 3eilen einet gremben eine fleine 
9Ufforberung für £rn. SWujifbir. #artmann fein, auf tem 
glncflicj begonnenen Sßege fortgufatjrcn , unb mir münfeben 
fdjliefsiicfe, baß e« itym gelingen möge, fein fßublifnm auf bie 
^öljere ©rufe be« Sßerftänbniffe« claffifeber SKufif ju beben. 
Dre«ben, am 9ten November 1819. 

$rof. Dr. <&$l 

SDiagbeülttß. Da« erftc (Soncert ber £ armonie-@f» 
fellfdjaft braute bie (Stympbcnie in 93*Dur von (Sdjumann, 
unter 2Rür)ling mit großer (Sorgfalt einftubirt unb in Slnbe* 
tradjt ber @c|>»ierigfeiten brav crecutirt; Brie von 33eriot, 
Sfcomange an« ,,gigaro" unb Sieb von ®ollmicf („bie plau* 
bernben Süftdjen") mit gut gefdjulrer «Stimme unb, nament' 
li$ ba« lefcte Sieb, mit 93eifall vorgetragen ton grl. SBiebe* 
mann, ber nur eine größere äußere 9ftut)e fefylt, um im (5on? 
certfaal lebhaftere 9lnerfennung $u finben. SRcmange von SWer? 
cabante nnb 9lric au« ,,Don 3uan" (©--Dur) fang Jqx. $ur* 
xoaU mit nid)t großer, aber jcbenfall« forgfältig au«gebilbeter 
unb angenehmer «Stimme, unb gemann burc$ ben einfacheren 
JBortrag ber 2lric rie verbiente laute Vlnerfennung. £r. SU)*- 
renb, ein junger, talentvoller %Biolonce((;*Birtuo6, fpiclte ein 
9Uoante (Santabile unb JDlajurfa von Servai« unb (Schubert'« 
,,9lve SJJaria". «Sein Vortrag mar bei fdjonem £on bie«mal 
niebt ber ruhige unb fiebere, ben mir an il)m gemobnt ftnb. 
Den ©djluß bildete bie Cuvertüre jur „(Stummen". — Der 
'-öefudj mar mäßig, fet)i mäßig. 

3m gmeiten (Soncert im 2 o g e n b a u f e gölten mir 
bie Svmprjonie in $ * Dur von Q3cetboven, Cuvertüre gur 
^ßeftalin oon (Spontini, im (fangen frifc^ unb fräftig, ber 
leftte <Sa^ ber St)mv^onie jeeoeb etira« unruhig gefpielt; ®* 
SWoll (Sonccrt oon SWcnbcl^fo^n unb gtoei Heinere ©alon^onu 
Petitionen oon 2öillmerö unb üftalberg, von Jgxn. 91. ©olbe 
brao unb mit verdientem ®cifall vorgetragen, grl. ffiiebe^ 
mann erfreute »orjugSrocife burdi «in ^ie^ mä^renb man bte 
erfie Sine be* ^agc« a^ „gigaro'« £od)geit" für ben don^ 



certgebrauc^ nidjt glücflicb gervä^lt unb baber bie (Sängerin 
bie lebbafte 9lnerfennung nid)t fanb, bie ibr bei befferer OBabt 
gemiß gu Ibeil geroorben märe. — 21n J&rn. Soncertmflr. Secf 
baben mir in ben bi«berigen doncerten mit greuben matyrge* 
nommen, mie er bei 9Iu«fü$rung ber £rc^efiermerFe immer 
mebr ba« beutfebe, fräftige Clement in fidj aufnimmt; mir 
r)offen, baß er rec$t balb aueb mit einer bentfeben (Solo* 
?eifiung bervortreten unb hierin ebenfall« t>it fo eben gerütym* 
ten gortfebritte beroäbren, gugleidj aber aueb baburc^ ben oft 
gemachten »Bormurf, baß er nur franjöfifcbe ©ompofitionen 
fpiele unb fpielen fönne (ma« für einen beutfdjen doucerts 
meiner allerbing« nic^t giemlid) luäre), von fieb entfe^ieben 
abiebnen rverbe. 

Da« jroeite doncert ber Harmonie fanb am 14ten Mo* 
vember Statt. Den ©lanjpunft, niebt blo« ber tyütia,tn, 
fonbern überhaupt ber bi«^erignt (Scncett^uffübrungen, bil* 
bete 33eelboven'« g^Dur (Svmp^onie unb bie gigaro* Ouver- 
türe, loenn audj beibe neniger allgemein applaubirt, al« bte 
gum iScbluß, allerbing« ebenfall« rec^t brav gefpielte £)uver^ 
türe gu „iStruenfee" von a^everbeer. Da« Ovcbefier unb fein 
Dirigent, £r. 3uliu« iWühling, mollen inbejfen von bem 
(Steigen be« $ublifum0 uadj feiger, wirflic^ glängenben 
Örecutitung mebt auf Mangel an Snerfcnnung ober innerer 
Sbeünaljmc fc^ließen. 3u liefern (Soncerte roenigftcn« mar 
bie« burebau« niebt ber gall, mie anf allen Oeftcbtern gu 1c* 
fen ftanb. -— 3um erften *Wale in biefem ffiinter ^örten mir 
bie ©nabfn*9lric von grl. (Sulger nebft einigen fiebern mit 
gemiß guter, aber burcr) ein forttvä&renbe« Uremoliren be« %sa 
«e« niebt angenehmer gemorbenen (Stimme fingen. £r. (5on- 
certmfir. 33eef fpielte feine beutfdje, fonbern letber nur eine 
mittelmäßige franjöfifd) * belgiföe dompofition jvon Seonarb, 
gmar über ürroarten fc^ön in 33egieljung auf Xqvl unb ®e* 
fang, unb giemlid^ fieber in Uebernunbung ber ungemeinen 
(Sc^mierigfeiten, allein obne jenen irollüfiigen (Scbmelg, ebne 
jene lüficrnc ©lättc, treibe i)\ex ©eifi unb ©efül;l erfe^en 
muffen. 

2$etmifd)teg. 

Setpjtfj. Die groben jum „Diamantfreug" von @a* 
loman baben bereit« begonnen; bie Dper tvirb in ben näcb* 
Pen 3Doc^>en gur Sluffübrung fommen. — 9(m 19ten Movem^ 
ber fanb l;icr ba« erfie ©oneert be« 2KufiFverein« „duterpe" 
^Btatt-, e« rourbe mit einer bi6 jefct noc^ nie^t gehörten (S^m* 
Päonie von grang (Säubert, ^^aKoll, eröffnet. — grl. £. 
Riffen, uufere (Soncertfängerin, mirb näe^fien« au* im 
Xbeater auftreten. 

%txh. filier roirb biefen hinter auc$ bie Äölner (&on* 
certe birigiren. ^it fefle Uebernabme biefer Stellung von 
fetner ©ette ift noe$ gmeifel^aft. 



Drud 9oii Jr. g fi <f in a n n. 



tteuf 




titfätift ffir 




^craiitnjcrtnajer 9Ubacteitt: 

Stanj 58 reit bei* 
ehiun&brrifiigfiet Banb. 



M 45. 



$ er leg er: 
Hubert Briefe in «cipjig* 

Sen 2. $)ecembec 1849. 



fflon Mifer Seitfdj* «fäjefneit toedVittliri) 
2 Stammen von 1 ober lVi 33oaen« 



$rei* *ef ©ante« ton 52 9hn. 2 1 /» ^t. 
3nfci£irn*flcbü!iren bie SJeMjeHe 2 Kgr- 



Abonnement nehmen afTe *Poftam t* r, *Bti<$* f 
ÜRuftf; unb JtniifKjanfetangeit an« 



3lt6alt: *«tr ©«4« «1* ttti »oIMItet. — Setpaifi« «ftufillften, — JEritifdj« Knaelfl«-. — 3ntints«itA&!<ttt. 



^etr Stieget unb bit« SBolfälieb. 

8118 bei gre§e ©lata Sfaipt?ael @au$io rjon Ur? 
4ino weilanb in 9toin bie 5£uffitt}t über btr SluSgra* 
bungen altertümlicher ^dja|e fü&ttf, fertigte ber grojje 
8Mlbr)auer Sflidjelangelo S3ucnarotti ein ^poHubitb 
im ®eifh ber alten ©ilbncrfunfr, grub biefeS Steins 
Sfft, uadjbem et eine^anb Ufldbtn abgebrochen unb 
verborgen t/atte, nadjtlidjet SSeife fc)eimlid} an einem 
die ein, wo SRadjgtabungen augeitelli werben fßtt- 
ten, unb mattete bann beir Srfolg at. £)ie ©rabei 
jitejjen talb auf baä ^tpotiobilb, eutboben fol^eS ucr= 
flcfctig bem ©oben, fielen e3 jur ^Beurteilung ber 
@adjüerftanbigen auf, bie talb unter 5}oi[t£ beä güft= 
liefen 3tapt/ael erfreuen. Sitte erfürten bnä ©ilb* 
hm! für eine Btütt)e be8 SUtertijumä, erftarteu jle 
für eine ber uorjügli duften 23fütEjen, bie je aufgefun- 
kelt mürben. Glitten unter bem aÜgemcinen Rührt 
trat nun SlTleijter ©uonaroitt auf, pafjte bie abgebro= 
djene $anb an bie öiltfdnlc unb gab fld) aU ben 
Urheber be§ StunftmerfeS ju etfennen. ©ie uädjfle 
gctge ber Ueberrafdjung war bie, ba§ man bie neuere 
Äunft ber alten nia^t nte^t fo ganj unterorbnete, unb 
nun ben fflleifler, welker ba* fajf^e Urteil tutet; 
feine Sift ^ertorgerufen, um fo met)r artete, ot)ne bajj 
man (ebodj SRaptjael, tätiger ftä) in feinem Urteile 
irre leiten laffen, eben mifadjtet ^attej im ©egenttjetl 
f^eint efi tt)m jum Stumme gereift flu ^aben, fcon 
einem Sitonarotti irregeführt warben ju fein, 

Söaä biefe alte @efd)td>1e fyn t« «"« mufifatU 
f^en 3«tnng fott? — Wim eben ju einet ÖetgleU 



djung ^u bienen, eine billige ©enrttjeilung Uün @ei* 
ten fceä SJotfe« einjuleiten, baS einerfeitfi £r. Sit^er 
anruft, wel^eä i^i anjutufen mi^ erbreifle, obfa)ün 
id) mid] loeiter nicfct mit Sla^acl ju tj regieren niage; 
obgleich ia> au# §rn. ©ilit)« "i^t ferner mit SBuo* 
naiDtti in ^Serglnd^ bringen will. 

£>r. ©il^er, welker feit etwa einem $at)t» 
je^nt *) ffl( äßannerftimmen uicrflimmig bearbeitete 
SJclOliebee (beutf^f) ^etau§giebt / beftagt fi(^ auf 
bein Umfrage beS jüngft erf^ienenen 9ten $efteä bic= 
fer füitgeffgttn Sammlung, in einem fe^r bittetit 
^one übet bie ^ieberfamuiler, meldje 33ülCölieber, 
bie er früher gefammelt, jegt für einzelne 3^^*e, 
Stubentengefaug it. f. w., abgebrudt ober bearbeitet 
hätten; er fEagt barüber, ba| man mit beut ^bbrucCe 
no^ fortgefahren, ua^bem er tu bem 8 ten $efte fets 
net SJie^er (taä wo^l fo fe^r alt niiijt fein fann) (la) 
alö Kcnfeger mehrerer biefer Sieber betannt ^abe, 
^Dann befa^utbigt er ben tjetftorbenen Ärieg§rat^ 
Äre|f^ntar unb ben Unterjei^ncten, ba§ fte fa^on tnr 
Sabre 1840 Siebet feiner Srfinbung in 9Jo[(#(ieber* 
bü^er aufgenoinin^tt, benor er tiefe fetter bitr^ ©ruat 
ber Deffentli(ftfeit übergeben, fü&rt biefe Sieb er nament= 
tief) an, unb fpii^t bann f^Ciegli^ ton bei 53otfäi 
lieber^afle, bie id? mit 3tie| ^erauägebe, ®r befcf)uli 
bigt tiefet Sert berfelben ©ünbe, wirft bem ^on* 



*) Die äRafttattltacr ^abett Itiber noefc immer ni^t ba« 
^trlagflia^r i^ren ©erffn bfibtuffen luolleo, erfa^wereit tiod| 
futttratjrcttt- t er weife bie ©cf4 i*t*f orf^ang , unb fegen midj 
eben aad) nia)t in 6 taub, aenaii fein |U fönnen. 



238 



feger SRteg tor, bafj berfelbe eine ju fünfllicr)e ©timm= 
füfyrung bei 4)erauöß«be biefer Sieber Beobachtet r)abe. 
<Scr)liej$lic$ bror/t ,§*• ©ildjer mit bem ©efege, miiu 
beflenö mit bem 3crne beö SBolfeö, ben er gegen bie 
SJerfünbiger fünftig fletö auf bem ©ecfblatte feiner 
Siebente herauf ju befeueren gebenft. ©aö beuts 
fd)c Sßolf, wie bie auöwäitigen 93ötfcr / gu beneu 
iprn. @ilcr)er'ö Sieberfammlungen gebrungen fmb / t)a; 
ben aber in biefen 3^*™ tyren 3orn 31: anberen ©üu 
gen aufjufparen, treiben ifyn nid;t an ein fo fyarmlos 
feö ©ing, alö ein Sieb ift, fegen, fo bafj ici) nicf)t 
notfyig r;ätte, l;ier noct) weitläufig torjubeugenj ba 
aber £>r. @ifcr)er toom ©efege frmd;t, alfo mir toie 
Slnberen ein Unxctyt torjuwerfen glaubt, baö meiner 
(Er)re nicr)t gleichgültig fein barf, fiel;' ict) il;m fyier, 
wie allenthalben SRebe. 

93olfölieb nenne id} baö Sieb, baö einmal burd) 
bie tnnewcr)nenbe 93olfötl;ümlicr)feit in SBort unb 
SSeife ein Söolf, ober einen Streit beö Söolfeö alfo 
angebrochen r/at, bafj eö (baö SGolf) biefeö Sieb in 
feinen @d;ag aufgenommen, ba§ eö baffelbc münblict) 
fort unb fort überliefert, 3fber SDtann auö bem Söolfc 
ift tyier (Eigentümer, $at ein 9ted;t an bem Scbag, 
jebem fier)t ju, biefen Sdjag nad) feinen ©inpdjtcn 
ju verbreiten, ju »ererben. (Eö i(l nict)t nctfywenbig, 
iafj ber 9Jamc beö ©ict)terö gerabe befannt fei, ba§ 
ier (Erftnber ber SBeife nad)gewiefen werben fann, aber 
ju natürlid) ifl eö, bafj biefeö Sieb einen ©ict/ter, 
einen Sonfeger gehabt f)at, nur bafj biefer felbfi nict)t 
ker 9J^üt)e wertf) gefunben, feinen tarnen 311 terewü 
gen, baft ben 3n*gf"offen mefyr am Siebe alö an bem 
tarnen ber Siebermeifter lag. ©urci) biefen Umflanb, 
kurdj baö Unbefanntfcin beö ©ict}terö ifl benn auet) 
bem ftorfc^er eine ftarrc @ct)ranfe gefegt: baö eigents 
Itc^e 5llter, ben Urfprung beö Siebeö ju ergrünben. 
©r fann b;ier metyr nur auf bie äußere Sprad)form, 
auf ben inneren ©er)alt, auf ben -3nr)alt ad)ten, um 
auö biefen bie 3"* 5« ergrübefn. ©oppett fdjwer 
wirb biefeö baburcr), bafj bie münblidje tleberlieferung 
leicht bie @pracr)e änbert, biefe jebeömal naefy bem 
Ueberüeferer umbilbet, bie SRunbarten wedjfeln, Sefe- 
arten entfielen lä'fjt, bafj 3Jeimjeilen unb ganje ©e; 
fege flufommen ober weggelaffen werben. $iud) in ton; 
lieber $inpd)t erleibet baö Sieb (Einflüffe, wirb im 
Saufe ber 3*»1m umgebilfcet, r)at r)ier Sßieberfyolun: 
gen unb Sonnen, bie cö bert nic^t fyat, weid)t in bies 
frt Sanbfc^aft an^, wo eö ftc^ in ber anberen in ber* 
felben Sonart ^alt. Äurg eö giebt ebe« fowor)! ton? 
lic^e alö bic^terifdje Sefearten, unter benen ber @amm= 
lei bie SBa^l t)at. 

(Schreiber biefeö ift in einem SBinfel ©eutfd^s 
lanbö geboren, wo »iefleic^t bie ältefien SBeifen, wo 



bie größte ä^enge ber SBeifen ftet) im SJolfe lebenbig 
erhalten, ©r fyat ton feiner frityrfien Sugenb ben 
(Sci)ag fyhcn unb verbreiten Reifen, erfl beffen unbes 
wugt, in ber ©d)ule aber fct)on burc^ ben jiingfl öer; 
frorbenen ©icr)ter SBilr). ©meto, feinen Set>rer, in wifs 
fcnfc^aftli^et SBeife angeregt, fpäter burd^ ^^ibaut, 
feinem 9Mcißer auf ber ^)ocr)fd)ule, befeuert, ^rog 
beö legteren Sel;rerö, t;at er aber aud) nie ben (Sct;ag 
überfragt. 

Sßeit entfernt, jebeö fficlfölieb für unmittelbare 
(Eingebung beö ^eiligen ©eifteö ju galten, ift er ber 
Ueberjcugung geblieben, ba§ jeber tüchtige ^cnfeger, 
wenn er eö eben will, bat;in gelangen fann, ein Sirb 
in ber SBolföweife ju f^affen, bem c\u^ bem 93oiu- 
©efdj offenen gleid) ju fommen. (Er wollte alö ©amnu 
ler nur baö bereitö 5Bor^anbene, weil eö einmal bie 
ftaierprcbe beftanben, eben erhalten wiffen, wollte baö 
S3olföt(;ümlicr)e, alö ax\^ bem SBolfö leben (Emporges 
wac^feue, weiter pflegen, jur gortbilbung aufgeben. 
(Er famrnelte ba^er allenthalben, wo fict) ©elegcn^eit 
bot, unb tr)eilte Äretfct)mar, ber fct)riftlict) feine S3e= 
fanntfe^aft machte, feine Sammlung bereitwillig mit. 
Sn Aregfc^mar irrte er ftet aber. (Er fanb, ba^ bie= 
fer SHann bloö (Sammlungen anberer greunbe, unter 
benfelben fe(;r mangelhaft aufgetriebene, 3. 33. bie 
^art^aufen'fcr)e *), buret) einanber würfelte, S3erftan2 
beneö unb Uut»erftanbcneö, ©i^fia^teteö unb Ungejtcr)? 
UUQ ol;ne bie geringfle 3luöwar/l ( ^ufamtuenftelltf. 
Sllö ber 4)erauögeber über bem Unternehmen ftarb, 
uollenbete er baö Söerf auö 8reunbfcr)aft für ben 
Verleger unb wie er glaubt, inbem er mebr JDrbnung 
in ben Stoff brachte, beffere Seöarteu in Sieb unb 
SBeife torlegte. SSenn l)ier unb bort noA get)ler 
torfommen, wirb ber Umftanb entfd^ulbigen, ba^ fein 
eigeneö, noct) gehörig torbereitetcö Söerf, bafj ein fd)on 
begonneneö fremteö fortjufegen war. 

(Erfl tor ^wei ^a^ren entfcr^loffen wir unö, mein 
öfreunb , ber bamalö iu ©üffelborf tr)ätige ^onbic^; 
ter 3. SHifg/ tvie ber UnterjeiAnetc, bie hi^ bar)in 
gefammelten, nod) einmal verglichenen 93olfölieber 
r^erauöjugeben. Söir l;atten unö ben 3>t?ecf torges 
pellt, ben Sieberfct)ag fceö 53olfeö, ber ftd) bi^ ba^in 
in einzelnen Stammen unb 3^eigen, meifl nur in 
ben unteren &$o(föfcf)icr)ten erbalten fjatte, bem gans 
jen gefainmteu 93clfe an'ö §erj 31t legen, ib;n für 
bie ^öberc ©efeüfcr;aft jugänglid) 311 machen, ©aö 
83olf mag nun über bie Arbeit entfe^eiben. — 



*) 25er tfytnmxtty , ber $on fünft unfnnbige Sammler 
foll feine SWelobien turd» einen dienten ^abei onffcbreikai 
laffen, ber etroa* glote f^ieüe nnt> fo nad) Wr SBcift um^er* 



239 



Qct) ^abe t/ier fo weit auät)olen muffen eben um 
ju ben 5lnfd)ulbigungen ju fommen, um ben Stößen 
ju begegnen, welche mict;, welche meine <3ct)icffalö; 
genoffen, bie anbeten Sieberfammler treffen fetten. 

<3ct) bin wie fie, wie ftnb wie bet oben ange; 
führte 9tapt)ac(, getauft werben. 2öir ^aben, tot- 
nigftenö ity fyabe ein Sieb, ober mehrere Sieber auö 
bem SöolfSmunbe aufgetrieben, unb tiefe Sieber, nidjt 
nur für Sßolfölieber gehalten, foubem ani) anberen 
alö feiere mitgeteilt. 3fftt fommt aber £r. (Silber, 
teitf jener 23uonarotti, unb fagt, ba§ er biefc Sieber 
gefegt tjabe. (Sr fagt biefeö jeboct) olme bie Singer, 
bie abgebrochene £anb an baä mangelhafte Söilbwerf 
ju fefcen, baö itjn als SBetfaffer beffelben unbe^weifek 
bar tjerauöftellen fönnte. 3$ erinnere mict) noct) beuts 
lief), bafj ict) mir baä Sieb „borgen muj) ict) weg 
ton t;ier", wie baö anbere : „(So ritt ein -Qägcr wot)( 
gemutt?" tjor jweiunbjwan$ig ^a^rn in £eibelberg 
auftrieb, erinnere mict), bajj ict) bau Sieb „9(18 bie 
«ßreujjen marfct)irten üor Sßrag" nod) jet/n Safyxe früs 
t)er am 9?ieberrl;cin toou ©impeln (Dompfaffen) ftn= 
gen tjörte. So gemein war baö Sieb, baf; t>ic dauern 
eä tfjren Stubentjögcln einlernten. 3d? fönnte alfo 
biefe Sieber wofyt in gutem ©lauben für s J3clfölieber 
galten unb ausgeben. £r. @ilct)er fagt felber in feu 
nem Singriffe, ba§ wir fie tjerauögegeben fcor ifym, 
et;e er fte felber befanut gemact)t; er cntlajtet unö 
bat;er felber üollfommen, giebt unö felber SSaffcn ges 
gen il;n in bie £änbe. SBenn wir ju it)m fageu 
wollten: beweife und benn, bajj bu biefe Sieber ges 
mad)t l;aft, bajj wir nict;t vielmehr bie erflen Sluffins 
ber ober gar bie Söerfajf« ftnb. 2öie t?ermöct}tc er 
biefeö? s 2lber nein, ict) will £>rn. Silct)cr glauben, 
bajj er bie Sieber uor brei§ig 3at)ren nieberfct)ricb 
unb' in' 3 SBolf jheute, aber biefc (Einräumung i(l 
boct) auet) bau le^te, baö ict), baö ifym meine Sct)icf= 
fatögenoffen jugejtefycn tonnen. $Bau\ mau über <3cs 
manb flagen fönnte, war' eä über £>rn. Silct)er fclbfl. 
bajj er feine Sieber fo auefheut, bajj er fic fpäter 
att Söolfölieber tjerauägiebt, alä geiftiger Urheber ben 
übrigen (©ammlern SJtutl) mact)t unb fict) nun fnnter» 
$et gegen biefe Sammler befct)wert. $>r. Sildjer follte 
ficlj mit ber ©enugtljuung begnügen, bajj feine ©eis 
jtrSfinber eben SBolfSlieber geworben ftnb, aber nict)t 
noct) fyinterfyer finbifet) über biejenigen jürnen, welct)e 
et bamit, wenn auet) nict)t unet)renüoll, angeführt fyat, 
inbem biefe Ferren glauben, alten Söolföliebern ju 
tegegnen. ©erjenige, welct)cr ©elb unter baö 53ol6 
auswirft, barf nict)t ^ürnen, wenn ©iefer, wenn ^cnti 
bamac^ langt, barf bei bem 3»g«ifen nid)t über 
Verlegung feineä ®igentt)umä f lagen j fo mu§ ber 
©ictyter, ber langer, welcher Söolfälieber unter ba« 



93olf flreut, (tc$ freuen, wenn et bamit ju Staube 
Fommt. (Sr mu§ im gelingen be§ SBerfcd feinen 
fdjönften Sot)n, feinen @tolj pnben, unb ben, ber ftdj 
feiner Arbeit freut, ber fte unfct)ulbig weiter tragt, 
nict)t angeifern, ©er aber, welct)er Rubere anfeinbet, 
ba§ fte Sieber a\\$ bem §ßolfe aufgetrieben Ratten, 
follte wenigflenö felber feine auö anberen Söerfen ab* 
gefct;riebeue alö 33olfölieber ausgegeben t;aben, bamit 
er nict)t am @nbe ben (Stab über fict) felber brechen 
mu§ 3" 4>tn. ®ilct)er'8 Sammlung fielet aber ges 
rabe auet) \>a& Sieb „3» einem füt)len ©runbe", ba8 
er jegt für ein (Sid}enborfFfci)e3 auögiebt, ftet)t ba8 
Sieb „Stel/ ict) auf in ftnflret Mitternacht", bad 
toon 233. $auf t;errüt)rt, uon biefem ju einem alten 
SJotföliebe gebicl)tet i|l, flet;t „68 gefällt mir nums 
men eine", baö ftet) t>on ^ebel t;erfct)rcibt , „bict)t toon 
Seifen eingefctjloffen", baö au% ^iefö r;eiliger ©eno? 
toeöa entlehnt i|l, „^ct) t)atf einen Äammeraben", 
baS S. Urlaub gefungen t;at. gerner giebt er ba8 
Sieb „©locfe, bu flingjt frö^lict)", baö ber ältere 
%eüta fct;on fegte, bie Sieber „Sflein (Sct)agerl i\$ 
ljüb\a)" unb „Sra m' öo!" *), welct)e Ä. 9Ä. ö. SBe^ 
ber ebew auet) fd)on auffdjrieb unb t)erau8gab. 

SSir wollen ^ier §rn. <Silct)er wegen ber S'tei^eit, 
bie er fict) in Sdifnafyme genannter Sieber genommen, 
feiner großen Sünbc jeifyen, beanfpruct)en, aber bafa 
felbe 9?ect)t, welct)eö er ftet) gegenüber anberen ©ict)* 
tern unb Xonfe^ern genommen fyat. SBie gro§ ^rn. 
(Silct)er'ö ^Berbienfte um baä ^öolfölieb, um ben Sßotfßs 
gefang fein mögen, bie wir gern nact) allen SHict)tun* 
gen anerfennen unb beloben, fo ifl er boct) fein ©e- 
nera(päct)ter beö ^öolföliebeö, t)at er noct) weniger 
barüber ju entfct)eiben , waö ein Söolfälieb fein fott, 
waü feineö. *2llle anbere gelber ber Xonfunft fönnen 
e^er ücrpac£)tet werben, alö gerabe baS üorliegcnbe. 
©aä Sieb, X>aü ^öolfölieb mug, mit bem dauern ju 
reben, -illmenbe bleiben, unb wenn bie gan^e >$a\it 
berflöte einmal üom s i3olfc gefungen würbe, fyättc fei? 
ber ^JOTo^art fein 9tcct)t barau üerloren, gehörten bie 
Söeifen eben nur bem äJolfc an. 

3ulegt nod^ ein SBort über bie Bearbeitung. 
^)ier i|l \u\% ^öerftümmelung ber SBeife (ber Ättelobte) 
vorgeworfen. 2Bir ijaben fte aber fletä nact) bem 
©efange beö 53olfeS aufgefet^rieben, fabelt unter ben 
©efangarten, wo wir t*erfct)icbene t)örten, unS gerabe 
bie gewählt, welct)e unS bie fct)onfte unb üolfSt^üm* 



*) beinahe bi^fclbc TOcifc toirb (n ^rvinfcn, wirb am 
9Mct>errt)ein bei heften ^c3 $olfe$ jur grül)linij3najt)tjleic6e 
aefun^en . bie auä btm «fteibentl^um ^u flammen jcbeinen, bie 
Dlaui SWa^nu« febon betreibt: unb boeft will (Silcfter ba» 
Sieb gefegt baben? 



240 



Tiefte bünfte. -3fi ««« irgenb ein Sieb eineö Mens 
bcn SonfcgcrS in ba$ SBolt übergegangen, fcon bem 
Söolfe nadj feinen 93ebürfniffen, nac| feinem tonlic^en 
©efityl umgearbeitet korben, fo fann bet ättcifler wofyl 
fagen, bafj fein Sieb aflerbingä oerflümmelt worben 
fei 5 ber SNann beö SBoIfcö wirb aber entgegnen, ba§ 
e8 $8c$flenö nac§ beö 93oIfcö Scbürfnifj umgearbeitet 
ifl, t»on ifym oft fogar »erneuert werben, ©iefeS ifl 
tyier unfere Rechtfertigung. 

©ie tcnlic^e ^Bearbeitung ifl ebenfalls nic§t nadj 
bem ©efe^maefe §xn. ©itcfycr'ö, namentfid) nennt er 
ein Sieb „2Kei äfiutter mag mi net", bem baö c$ros 
matifclje ©ewanb unpafienfc erfctyeine. 9lm Söerfc 
Beteiligt, flcfyt mir ni<$t an, baffclbe ju toben, mu§ 
tc§ Sob unb $abct 9lnbcren überlaffcn. ©ie ©anger 
beä Siebcö mögen aber bebenfen, bafj ba$ genannte 
ein fetyr traurige^ ifl. Söcnn alfo ber Xonfcgcr in 
ber Bearbeitung, wie eö m'efleictyt Qx. (Silber get^an 
tyaben würbe, nur ben ©runbton mit bem ©ominam 
tenaecorb abwec^fetn laffen, traö freiließ auä) flingt 
unb leichter 3U bearbeiten ifl, aU bad wirflic§ SJors 
üegenbe, fo wäre ein ganj tycitcrcä Sieb, wenn nic§t 
gar ein ©affenljaucr barauS geworben, ©otlte ber 
tonlie^e 3^eil bem innewotjncnbcn bictyterifd&en ©cifle 
entfprecijen , fonnte meineä 6rac$ten8 nid^t weniger 
gefdje^en, aU in ber Bearbeitung wirflic^ geföa^. 
©er ionfunbige, welcher SBolfötiebcr bearbeiten will, 
%at jnni Stbwege ju uermeiben: biefelben gemein 31t 
fegen, baburdj überlangweilig 31t werben (iwaö befon* 
berä hti mehreren ©trogen nic$t ausbleiben fann), 
ober baö ©egent^eif, ftdj $u fe^r in fünfllidje ftors 
men gu verirren, unb fo ba8 ©efübl beö SöolföliebeS 
ietm §Brer ju vernieten, ©er Sflittelweg ifl woljt 
ber befle. SÄag baö 5?olf felber entföcibcn, ob wir 
i$n getroffen. 

2Ba3 unfere 9lbftc§t anbelangt, finb mir reiue 
©emof raten im ebelflen Sinne beö SBorteö gewefen; 
flrebten wir, bie ©efänge be8 Söolfeö 311 geben, nietyt 
wie fle etwa in ber ©ierflube blo8 erflingen, fonbern 
fle fo aufyuflatten, bafj fte, ofyne tfyre ©ebeutung ju 
Verlieren, au$ jebem @efcllfd)aftöfaate erflingen föns 
tun, ba§ fte bie alten uoltStf? umliefen SBeifen in bie 
$B^e üerpflanjen , bafür aber bie auf beutföem ©os 
ben entfproffene SPtefe ber Äunfi, ber tonlic^en 9lufs 
faffung, in bie Siefe beö 93olfe8 tragen. 

©iefe SBorte jur Söerflänbigung , $rn. ©ilc^er 
gegenüber, jur Rechtfertigung »or bem beutfd^en 
83olfe, für ba8 ic^ mit bem greunbe auö ben reins 
Pen abfluten gearbeitet $aht. 

SEBtl^. ü. 3«ccalmaglio (9Balbbrü^l) # 



Stippet 3Wufifleben. 



(Srße« ßencevt be« SRuftfDcrein« „Quter^c". 

6^e tütr jur Sefprec^ung beö erfien bieäja^rigen 
ßuterpe s ßoncertö fc^rciten , tyaben loir noc^ einiget 
Slllgemeine üorauöjufcfcicfcn. 

©ie ßuterpe ifl in eine neue ^5^afe i^rer Snts 
toicfelung getreten — ein neueö ©irectotium ^at bie 
Seitung übernommen, unb tuir finb geneigt 311 gtatu 
ben, ba§ bem ^nftitute baburc^ ein fräftigeö, frifd^e« 
©ebenen gefiebert werben wirb. ©er SRcbact. bief. 
»I. (©irector beö 93erein8) ^at im 8eipj. Tageblatt 
Dom 17ten 9?ot?. einige Söorte über bie ©runbfä^c 
veröffentlicht, bie üon ben Seitern ber 5lnflalt befolgt 
werben foüen. 3uüörberfl ^at man fid? bie Aufgabe 
geflellt: möglich jt für 5luffü^rung neuer Söerfe 3U 
forgen. ©aö ifl lobenswerte benn auc$ wir flims 
men in ben Säbel ein, ben £>r. Srenbel gegen uiele 
bebeutenbe Orte auöfpric^t — ba§ fte ftc^ namltc^ 
f^flematifc^ gegen afleö teuere abfperren, unb nur 
ba8 §eil ber Ättnfl in ber Vergangenheit fuc^en. 
3ebe ^Seriobe fc^afft ©uteä unb ©c^öneö; ba« 83ers 
gweifeln an ben Seiflungen ber 3*itgfnoffcn »ft «« 
§Ber3Weifetn an ber Äunfl felber; bie Unenblic^feit ber 
Äunfl wirb burc$ biefen ©tabitiömuö geleugnet unb 
ber SBeiterbilbung ein ©amm entgegengefegt. SBcnn 
aber bie ©oncertbirection SBerfe ber jüngeren Sonfeger 
bem sßublifum üorfü^rt, fo fott natürlich nidjt bamit 
gefagt fein, ba§ unfere anerfannten Sttciflcr baburc^ 
3urü*gefegt werben foden. Qm ©egent^eil! ©ie 
SBerfe ber Stafftfer werben immer ben Äetn ber 60ns 
certe bilben unb bilben muffen. 

©ad ^Programm be8 erfien ©oncertö war tin 
glücflidj 3ufammengefle(lteö unb wir Igeljen nun 3« 
©efprec^ung ber eingclncn ©tücfe beffelben über. — 
3uerfl ^aben wir über eine (Stympljonie (ßsSWoö) 
oon %xan$ (Schubert 3U berichten, bie baö ßoncert er» 
öffnete. ©ie ifl nodfj Sttanufcript, unb wir banfen 
bem ©irectorium, ba§ fte biefen ©c^ag guerfl an'8 
Sic^t $cbiaä)t ^at. ©ie ©tympfyonie ifl Weber in 5ln« 
tage noc^ 5lu8fül)rung mit ber großen (5 5 ©ur 
©tympfyonie 3U dergleichen j fte ifl fleiner angelegt unb 
ber ©a^wung ber ©ebanfen ifl nia^t fo gewattig. 
5lber fte bietet beS ©djönen fo mancherlei in t^ren 
oier ©agen-, namentlich will unö ber legte ©ag tn 
feiner lobernben Seibenfdjafitic^feit alö ber bebeutenbfle 
erfdjeinen, wo ftd^ ber ßomponifl and) me^r von bem 
ginfluffe ^apbn'ö unb aJl03art'8 emaneipirt. 9tetc^ 
an interefianten ^armonifc^en Sombinationen ifl aucC 
baS 5lnbante — (ur3, wir freuen un8 unenbtic^, ein 
SBerf fennen gelernt 3U ^aben, baS bebeutfam tfi in 



241 



ber (gntiriefelung ©e^ubert'S *). ©ie Shrtfityriing 
unter ber Leitung bcö £rn. 21. g. SKieeiuS (SRupfbir. 
beS Sßereinö) n?ar eine redjt gelungene. 2öir glau: 
ben ntcfyt voreilig 511 fein, n?enn luit t(;tn üiel ©ircc= 
tionötatent jufpredjen, beim aud) bie übrigen £>rct)e= 
jterfacr)en: bie @urr;antr;en s unb £ebriben:§Dut?ertüre 
gingen fel;r gut jufammen unb rourben ben einzelnen 
©cfyattirungen unb Nuancen iijr dicdjt angetan. — 
§8en grau SKofaltc Mittel, geb. ©d;uf,$, hörten toir 
tic Seenc unb 5lrie: „Ah perlido" &on S3eetb;etoen, 
bie (Sattatinc „(Sj(öc?(ein im Sfyale" auö ßurtyauttje, 
unb 3U?ei fiieber : „Gh ifi gefoinmen" üoji dl. graiij, 
unb „@r i|t mein 7 ' t?cn Gffer. grau Sitte! befries 
bigte unä am meiften buref) ben Vortrag ber lieber; 
hei ben Strien toermijjtcn wix ein tiefereö grfaffen unb 
£urdt)bringen. 9)iit bem ticken forte unb piano ift 
eö nic^t get(;an; baö fal;en wir hei bet Slrie „Ah 
perlido", ivo uuö eine ^Monotonie im Vortrag unan: 
genehm berührte. 3»bcm l;at grau Mittel uoer) fefjr 
auf bie Qutonatien ju fetten, unb ifyrc Scnbilbung 
bebarf aucr) noer) ber 9?acfjf;iilfe. UebiigenS wollen 
n?ir ber Befangenheit auet) Söieleö jufct)reiben, roaö 
nict)t fo angenehm tuirfte, unb aujjerbem bürfen rmr 



*) Die 3«rnvbcnie niit junäebß im 4t)5nbiqm Klavier? 
au^u^ bei g. 2LtyifU»ng erfäelnen.' D. $eb. 



nid;t unterlaffen fyinjujufügcn, fcafj bie ©ängerin eine 

grünblicr)c mufifalifdje S3ilbung beftfct, roaö üon fet)r 

Dielen ir)rer Kolleginnen burcr)auö nicr)t gefagt werben 

!ann. £r. ^pugo 3ax)n ((Soneertmeifter beS Söereinö) 

fpiette bie Variationen t?on 93icurtempd über ba8 

Sfyema auS bem Giraten in befannter eleganter Söcife, 

tinb erntete reichen 23cifatt 5 und wollte nur [feinen, 

alö fyahe er baö Sfyema etwaö 51t tangfam gencm= 

rnen. — Gfyopin'ö Spotonaife (ß'ösffiur Op. 22) ""& 

ein #ieb otme SÖorte oon ättrubelöfotyn würben üon 

4?ru. (Ebuarb (rpjtein, einem früheren ©datier beö 

^ieftgen (Souferuatoriumö, toorgetragen. ©er junge 

Sftaun trat jum erften äftale toor bie Deffentlidjfeit, 

unb ba^er wirb man ein guteö Sfyeil Befangenheit 

ganj natürtidj ftuben. 3» $lnbctradjt beffen motten 

wir nierjt mit ilmi regten, bat) it)m fo 2Wancr)eö mi&s 

lang, ©eine Sect)nif i|l eine gute, unb wenn er fict) 

bejlrebt, auet) bem ©eijte ber ßornpcfition tiefer na^^ 

jufpürtn, fo fönnen aur it)m ein guteä ^roguoflifon 

jteüen. ^auptfä'cr;Ii^ möchten wir ir)m ratzen, baö 

@efe§ beö ©ontrafleö nidjt au§er 5lcr)t ju lajfen; 

6(;opin namentlich verfangt ein richtiges 93ertr)cilcn 

von Siebt unb ©chatten. 

6. Sernöborf. 

(®*luf folgt.) 



jtrtttfd>e? 5tnjciöcr. 

Ucberftd)t ber neueren erfdjeinungen auf bem ©ebiete bet SJcujif. 



Salon = unk (ffjarafterftflefe. 
9t. ©CttbetH^, ffip. 1. lpl)antaCirCtückr. Wljiftling. 

ffiir ftaben e« ^icr mit bem £r>. I eine« Dilettanten jn 
t^un, unb in 9lnbetva*t beffen n?ürbe fi* fa^on ein aH^n ri* 
gorofe« Urteil »erbieten, trenn and) btr Sachen weniger 
»ettl) toären, alö fie eö lviifli^ Pnb. Die SReinbett be« 
@a^e« unb eine getriffe $ormgetr*anbtt)ett befunben, ca§ ber 
SBerfaffer eine jicmlicb anfiänbige @tufe bet tfunflbilbuna. er« 
langt fyat. 9Bcnn and} bfe ®ebanfen nia^t gerabe eigentbüm* 
U(^ unb neu finb, fo jeigt (t^ bo* in ifinen ein Streben 
naä) (^araFteriflif4em 9lu6fpre<$en. Slm meinen fagen un6 



bie ^T)ci legten ^Etücfe mit ben SWcttcS t>un U^lanb unb 
£etne gu. 

g» SBcbct, ©ctaofu-Capria. tDien, Älöjgl. 30 fir. 

(Sin (Stüef, ba« foYrct)! in ^Betreff beS Äunfttrert^c«, al« 
au$ ber (Sdjroierigfeit ber 2(u6fü^rung niä^t viel ^u bebeuten 
r)at. Qfne furje (Einleitung, bann ein fijrupfüje* Slbagio unb 
gule^t ein tt?alierartiger Dreiüierteltact, ba« ftnb bie C3ejianb* 
tf)eile ber Deta&en^apriee. 

3* SBolf, ©ifolten. Sammlung von ©riginalcompoCi- 
tionm. (I. Antantr u. Ällegro.) IDirn, IHüllrr. 
45 fir. C.ÄX. 
SBir mußten in 2Baljrljeit la^en, al« trir biefe genannt 

ten ©tiefe bur^fa^en. Diefer tönenbe Xitel unb biefer Hein* 



242 



li*e Snljalt! SDicfc ftießbürgerlifyn (Stncfe im 3a$re be« 
£eil« 184»! SBir f6nnen nid»t anber« fagen, al« bog ber 
Slutor auf £utylau'f4em ©tanbpunfte ftefyt, nnb bog er feine 
Ahnung von ber (Sntwicfelung bet mobernen Äunft gu baben 
fdjeint. (Sin abfidjtlicfce« fflerfdjliefjen gegen neuere (Sinjfüffe 
f$eint und and) nt<$t gut benfbar, bafür tyaben wir ben XU 
tel, ber bocty gan$ nad? 9tcnjeit fömecft — madje nun alfo 
ber reft>. Spieler au« iljnen, wa« er fann — wir ftauneu nur 
nnb (Rütteln ben Äeyf! 

3. SBolf, ©p. 5. ßilateraücn. ©löjgl. 30 Ar. C.JJI. 

5)er iöerfaffer fpridjt ftdj in einem Vorworte über bie 
^Benennung „öilateralien" au«. Cr fagt unter unterem: 
„(So viele gormen für 2Huft!ftücfe e« gfebt, fo bürfte e« bo<$ 
möglich fein, neue aufjuffaben. (Einen *Berfuc$ ^iergu über« 
gebe id) ber £>effentli($feit unter ber ^Benennung: 93ilatera* 
lien. 3we<f hierbei iß : ein SRuftfßücf auf jwetfadje &rt bar« 
gufUffen." 9llfo eine neue gorm fort ^ter gefdiaffen wor* 
ben fein, unb gur ©egrünbung fäljrt ber Slutor fort: „2>ie 
erße ©ilaferalie be« gegenwärtigen $efte« beginnt in beiben 
Abteilungen mit bemfelben £t}*ma, aber bie JBenufcung ber 
einzelnen ©lieber beffelben unb ba« gortfpinnen ber 3bee 
felbft, obgleid) bie 93egleltung«ftgur biefelbe ift, gehaltet ftd) 
jebe«mal anbei«. £>iefe« SWufifftücf fönnte man eine 93ila* 
teratie ber 3bee nennen/' 5)ann fefct er nod) eine 93 i* 
Iateralie ber SKaterie gegenüber, wo bie SWelobte ber 
regten #anb in beiben Abteilungen 9tote für 9iote (alfo 
materiell) gleid), aber bie ^Begleitung »erfcfcieben iß. @eljen 
Wir nun auf bie SluÄfüfjwng biefer 3bee, fo muffen wir ge* 
fielen, ba£ toir feine neue gorm, fonbern nur einen neuen 
Flamen gefunben baben. 2)ie jwiefadje SDarfMfung, bie ge* 
boten werben foll, ift nur eine geringe IBeränberung, bie nidjt 
einmal in bie Kategorie ber Variationen gehört. Qinerfeit« 
ift bie SWelobte ein wenig mit 9Weli«men au«gcfdjmücft, an« 
bererfeit« ift bie einfache Viertel* ^Begleitung in 2t$telnoten 
»erwanbelt werben; ba« ift ba« ©an je — unb bamit will 
£r. 2Bolf eine neue gorm gef^affen baben?! — (5r tljäte 
bejfer, wenn er in ben fd)on »orfyanbenen tttoai ©effere« gäbe, 
al« wa« ljier geboten ift. SGöir wollen bie Unbebeutenbfceit 
ber ©tüdd&en, bie wirflidj jammerooll ift, nur eben mit bem 
S3erfu$ „neue gormen in erjxnben" (sie) entföulbigen. 

3. SSolf, ©p. 6. Romonjr u. ßollabe (ßifoltro un* 
ßilatrralifn). ©löfljl. 45 flr. «.Ä. 
(Sine Art 3mpreoifation über bie ©ebidjte: „9Bilbe JRofe" 
»on Capljir, unb „ber alte (Sdjiffer" oon <Seibl. föeijlo«, 
unbebeutenb — faß wiberwärtig. 

6. ©jemp , ©p. 795. VIII Morceaux de Salon de 
diflerents caracteres. (Nr. I. Chanson sans Pa- 
roles. Nr.H. Galop brillant), ßott u. flock. 3rt« 
10 fl r. 

<S« genügt Wobl, wenn wir bie ©adjen blo« mit bem 
Warnen ,,3nbußrielle«" begei^nen. 



§. ©tarnet, ©j>. 57. Dir ^üljnmwarljt. pijantaße ub*r 
lias tirt gUtfl)e8 namens. (Six fantaisies elegantes 
Nr. I.) 2>nl>x6. 45 flr. 
JDa« allbefannte Sieb wirb wefblldj bureftgefnetet nnb mit 

Sauce übergoffen, weiter fönnen wir barnber nic^t« fagen. 

Ottttt. ÄU^e, ©p. 19. Grand Polka di Bravlira. 
ÄUdjetti. 45 ftr. (ff.Ä. 

SRit ber 93raoour iß'« ni^t fo arg; Dilettanten mögen 
ß4 alfo ni$t abfd^reefen laffen oon bem Xitel. £a« (Stfid 
fpielt fi$ gut nnb Fann Unterbalten. 

©♦ ÄU^e, ©p. 20. Romance. iHe^etti. 30 ftr. 

©ine SWifd^ung von 3erfa$renl)eit unb (Sügli^feit. 

©♦ ÄU^e, ©p. 21. L'offerte. Valse gracieuse. ÄU- 
^ettt. 45 flr. 
Sledjte ©alontournüre ; aber manche ^äbfd^e (Singein? 
Reiten. 

§♦ SBalbmutter, ©p. Gl. La brise du Soir. Grand 
Nocturne. ilUcljettt. 1 J\. CA. 

©in oirtuoftf^e« ©ffectftücf, ba« gewiegte Spieler oer* 
langt. Uebrigen« ift für 5lfle« geforgt: Triller, Umfpinnung«« 
figuren, SWartcflato, Cctaoen — fnrj bie ganje Ölimatur ber 
mobeinen Sirtnofltät. 

91. SBiömerÖ, ©p. 62. Nocturne. Jltecljettf. 30 flr. 

§ie ©c^wierigfeit ift nt^t fo bebeutenb xoit htl ben 
meiften anberen @a(^en be« genannten (Som^oniften. ®ut 
vorgetragen wirb ba« @tüd angenehm wirfen. 

ä. SBolff f ©p. 9. La Spagnuola. Nocturne. Mt- 
<l)ftti. 30 flr. «.Ä. 
©in 6tücf im 93olero--^arafter. 3m Anfang Har, aber 
bann gicmlic^ confu«, außerbem and) jiemli4 f^wer. 

Z$. Äuffttf , ©p. 54. ßalla^r. ßreitkopf u. flärtel. 
20 llgr. 

üfflirb befproc^en. 

WtoUaxtittl, fiabvitavbcit. 

6. -Ränföe, „©rt^nke mein", ffitlotu f. flfte. ßote 
u. Bock. 74 0jr. 
@(6ma$tenb f unmännlich, banb^artig, unb Stile« wa« in 
bie .Kategorie gehört, ift biefe Gelobte; aber Weiter nt$t«. 

gut fQioline* 

getb. ©aöib, ©p. 24. 3wölf Öalonaücke (3 j^efte). 
lCtr« «cft. Örritkopf u. «järtrl. 1 S^lr. 10 njr. 

SBirb befproc^en. 

3nf!ructtoeö für Stolttte* 

©♦ $eQme&Berget jun v ©p. 4. JDuetUn für 2 Se- 
ltnen, ©löjjl. iae« Qcft. 45 flr. 

gnr bie S3rau4fbarfeit fpri^t wo$t fdjon, bag, wie auf 



243 



bem Xittl bemerft ift, ba« SBfener Gonferüatorium bie <Duet* 
ten $um Unterridjt angenommen $at. 2Bir em}>fer)len fEe äl)n* 
lidjen ?(nftaltcn. <Da« aorliegenbe $eft entölt brei <Sä$e: 
Slttegro, Slbagio unb JHonbo; <S$tt>ierigfeit iß gar nidjt »er* 
$anben nnb bie ©adEjen flingen gut. 

giir 2ttetcf)iiMltumcitt^ 

©♦ S'Wfiel, 23ftes tttok. ©uartett (Hr. 1. fij-jRoü) 
für 2 Oiolinen, Alt urrt DiolonaU. fiofmriftrr. 
2 «rjlr. 

2Bir mad)en »orläufrg auf ba« Grfdjeinen biefe« Söcrfcö 
aufmerffam, b'\6 uu« ju einer «Befpredjung bie (Gelegenheit 
burdj eine erneute Sluffüfyrung gebeten roirb. «Beim Vortrag 
bei ber bie«jäl)rig«n Xonfünfiler<«crfammlung ettoarb e« ftcr) 
allgemeine Slnerfennung. 

% 2* ©Kettelt, ©p. lOO. Quintetto en Fa mineur 
p. 2 Yiolons, Viola et 2 Vcelles. Ärrtre. 4 Jfl. 
30 ftr. 

SfDirb befproc^en. 

©. 3Äet)crbeer, Dtr Jßroprjct. ©rofje ©per nacr) 
Scnbc PonRdlftüb. Öollft. Clamrrausfug, 12«|jlr. 
Claoicrausjuj ;u jwri tjänfttn oljnc IDorU, 6 «ijlr. 
15 Ügr. 

Uebcr ben Sert be« SBctfe« tourbe f$on frufjer *on $a* 
ti« au« au«für)rlicr) in blef. 231. berietet; roa« bie SRnßf be* 
trifft, fo Reffen nur auf eine 2luffür)rung, um bann näf;er bar* 
auf eingeben $u rönnen. 



Sieber mit tyianvfotte. 

§♦ 2B* SBetot, ©p. 1. „öcrjweifer* ^rimwrlj" un* 
„AlulUrgefrUciis filagc" oon X ßobrick, für So- 
pran rtier trnor. nirnurjer. ä ± 8l)lr. 

®egen bie Sluffaffung ber £crte laßt ficfc gerabe ni*t« 
einroenben. 2Benn fie au* ni*t tief erfaßt finb, fo finb fie 
bc$ audj nidjt »ergriffen. 2lber eine etroa« noblere ©efin* 
nung Ratten toir geiounfdjt! SCKan jtebt bem (Somponiflen an, 
baß er t>icl gearbeitet l;at; bie gormberoältigung madjt ir)m 
alfo feine (B^roieTigfeit meljr, unb barum bdtten roir gern 
gefer)cn, baß er etroa« mcljr gegeben f;atre, unb ber Sluffötoung 
tt\va& füfjncr geroefen roare. 91oble ©efmnung nennen toir, 
rnenn ber tfdnftler jiolj genug ifr, abgebrauste 9teben«arten 
gu *era<$tcn unb »or Slffem nidjt mit ber äunfl leichtfertig 
gu fofeitiren. 

©. Steljl, ©p. 2. giäirtcrjen. Ör*. von fi. TUmener. 

* «rjlr. 
— — , ©p. 3. „3lm ßrunnen". ©rticljt von <&. 

iHinnrburj. Cbrn^. £ tttjlr. 

3ioci Sieber, f^li^t unb fdjmutflo«, bie ein gute« @tre* 
ben rerral^en unb mit gleiß gemacht finb. 

3JI. Älcitt, ©p. 1. „3ljr ^Vufle". ©rt. von Ä. Öijl. 
©löggl. 30 fir. 

(Sin Sieb, ba« ftc^ anfang« jtemlidj r)übf* anläßt, na*« 
r)er aber abblaßt. 5)er Hert ift au* gerabe fein Dieifler? 
toerf; jum 93eleg bie ©teile: „2Benn auf bem vcßgefullten 
2)ioor ein geiflcrljafte« 3rtlid^t fpuft, fo benf id) l)re« Slu^' 
ge« k." 



3 H t c I U ^ c n ; b l a 1 1 



So eben sind in der &chle*1nger'schei) Buch- u. Musik- 
handlung in Berlin erschienen und durch alle solide Musik- 
handlungen zu beziehen: 

Alkan, Recueil d'Impromptus p. Piano. Op. 32. 17J Sgr. 
Beethoven, 25 schottische Lieder f. 1 Singst, mit Piano, Violine, 

Vcelle obligat. Op. 108. Partitur u. Stimmen. 4 Lief. Neue 

correcte Orig.-Ausg. a li Thlr. 
Bordogni, 24 nouv. Vocalises faciles et progressives avec 

Piano Vorschule der 36 Vocalises. 2 Livr. ä li Thlr. 
Clementi, Tagliche Uebungen der Scalen f. Piano. Neue correcte 

Ausgabe. 15 Sgr. 
Cramer, Dulce et Utile. Eludes p. Piano. Op. 55. J Thlr. 
Field, 6 cälebres Nocturnes p. Piano, ä 5 Sgr. 
Flügel, Meeresstimmen u. Waldesecho, Metamorphosen, Carne- 

falslaune, f. Piano. Op. 25. Nr. 2—4. a f Thlr. 



Franck, 25 Variat. über eignes Thema f. Piano. Op. 14. I Thlr. 

Gumbert, 4 Duette f. 2 Singsl. u. Piano. Op. 29. j Thlr. 

— — ,5 Lieder f. Sopran od. Tenor mit Orchester. 1| Thlr. 

Gumbert u. Conradi, 2 kom. Lieder aus der Posse: „In Ber- 
lin". T| Sgr. 

Kaiisch, Das preuss. Mililoir, heiteres Lied Nr. 4 der Posse: 
„Berlin bei Nacht". 5 Sgr. 

Kücken, Volksraelodien, frei f. Vocalquartett. Op. 53. 1 Thlr. 

Das Lied von der Majestät, im Königst. Theater gesungen, f. 
4st. Männerges. 7£ Sgr., f. 1 Singst, mit Piano von HarlkäJ 
2i Sgr. 

Liszt, Don-Juan-Fanlaisie p. Piano facilite'e. 25 Sgr. 

Saloman, 6 Lieder f. 1 Singst. Op. 21. f Thlr. 

Schaeffer, La Bayadere p. Piano. Op. 23. 12£ Sgr. 

Sertng, 6 Lieder f. 1 Singst. Op. 14. 25 Sgr. 



244 



Neues Tanz- Album f. 1850, f. Piano comp. y. Kais. Hofball- 
direktor Job. Gungl, Fahrbach , Gumbert, S'Jiaeflfer, Wag- 
ner, Köhler, Graziani. Ladenpr. 1 Thlr. Subscrpr. 15 Sgr. 
Einzeln ä 5— 12| Sgr. 

Wagner, Transcript, facile p. Piano. Nr. III. „Letzte Rose" aus 
Martha von Flolow. 7£ Sgr. 



JVeue Musikallen im Verlage von Fr. Hof- 
meister in Leipzig: 

Flügel, Gust, Op 23. Quartett f. 2 Violinen, Alt und Violoncell. 
Nr. 1. in A-m. 2 Thlr. 

Labitzky, Jos., Op. 165. Die Egerlander, Walzer im Ländier- 
Style, f. Pfte. zweihändig 15 Ngr., vierhändig 20 Ngr., f. Pfle. 
im leichten Arrang. 10 Ngr., f. Viol. m. Pfle. 15 Ngr., f. Or- 
chester 1 Thlr. 15 Ngr. 

— — , Op. 166. Gruss an Leipzig, Galopp, f. Pfte. zweihändig 
10 Ngr., vierbändig 12£ Ngr., f. Orchester 1 Thlr. 5 Ngr. 

Spohr, Louis, Op. 31. Grand Nonetto arr. f. Pfte. ä 4 Mains 
p. J. Brei den stein. Nouv. Edit. 1 Thlr. 25 Ngr. 

Wollenhaupt, H. A., Op. 11. Air varie f. Pfte. 12$ Ngr. 



fcrptdjttir? von lltolm-Jltufik 

aus dem Nachlass eines unbemittelten Dilettanten. 

(Scbluss.) 

56. Romberg, A., 3 Quat Op. 2. Liv. 2. Op. 5, 7, 
11,30, 53. Nr. 1, 2. Op. 59. Nr. 1, 2, 3. — Diese 
10 in einem Bande. 

57. Romberg, B., 3 Duos p. 2 Volles. Op. 9. 

58. Rode, R, Air var. p. Violon av. V. II., A. et 
Basse. Op. 10. 

59. , 7e Conc. p. Violon. Op. 9. 

60. Reicha, Concerto p. Viola, av. acc. de plusieurs 
Instr. Op. 2. Liv. 1. 

61. 62, 63. Spohr, 3 Quat etc. Op. 74. Nr. 1, 2, 3. 

64, 65, 66*. . 3 Quat. etc. Op. 58. Nr. 1, 2, 3. 

66\ , 2 Quat. etc. Op. 4. 



67,68. 



— , 1., 2. Quint. p. 2 Vio)., 2 A. et 



Vclle. Op. 33. Nr. 1, 2. 

69. , 3e Quint Op. 69. 

70. _.. — , 4e Quint. Op. 91. 

71. Schneider, G. A., 3 Quint etc. Op. 3. 

72. Salieri, Sinlbnia Nr. 19. 

73 — 75. Viotti, Concerti pour Violon avec orch. 
Lettre A, B, C. 

76, 77. , Trios p. 2 V. et Vclle. Op. 16, 17. 

78. -, 6 Sonates p. Viol. av. Basse. Liv. 1. 

79, 80. , 3 Trios p. 2 V. et B. Op. 5 u. Op. 26. 

81. -, 3 Quat. concert. etc. 



82. Viotti, 3 Son. p. Viol. av. Basse. Lettre B. 

83- , 3 Duos concert. p. 2 Vclles.Op.7.Liv.l 

8*- Vo^t, Quatuor etc. Op. 21. 

85 - , Gr. Trio p. V., A. et Vclle. Op. 18. 

86. Walter, 3 Duos p. 2 Viol. Op. 3. 

87. Wranitzky, 6 Quat. etc. Op. 9. 

88. 89. Lindpaintner, 3 gr. Trios p. V., A. et Vclle. 
Op. 52. Nr. 1, 2. 

90. Ein Band, worin: Bode, Quat etc. Op.ll. — 
Schneider, 3 Quat. etc. Op. 14. — Wilms, 2 
Quat etc. Op. 25. — Hansel, 3 Quat. etc. Op. 7. 
— Benincori , 6 Quat etc. Op. 8. Liv. 2. — 
Krommer, 3 Quat. etc. Op. 56. — Voigt, 3 
Quat etc. Op. 20. Liv. 1, 2, 3. — Franzi, 3 
Quat concert. etc. Op. 9. Nr. 2. — Wranitzky, 
3 Quat etc. Op. 40. Liv. 1. 

NB. Die Musikstücke sind alle wohl erhalten. 



Gesuch. 

Ein nach allen Bichtungen hin tüchtig gebilde- 
ter Dirigent, welcher seit mehreren Jahren sowohl 
grössere Gesang-Vereine, Orchester, wie auch grös- 
sere Aufführungen leitete, und sich nicht allein als 
Musikdirector, sondern auch als Lehrer im Gesänge, 
Pianoforte, Orgel, Violine und Composition be- 
währte, sucht ein dauerndes Placement 

Ausweise über seine Moralität, wie auch über 
seine Tüchtigkeit können zur Genüge gegeben werden. 

Man bittet, etwaige Offerten unter den Buch- 
slaben: A. X. Nr. 5. frankirt an die Expedition 
dieser Zeitung gelangen zu lassen. 



Verkauf einer Violine. 

Die herrliche Guarneri-Geige jp. ltode's, das 

Instrument, welches laut einem Zeugnisse der .Frau 
Wwe. Bode er ausschliesslich spielte , treulich er- 
halten, in Kraft, Gleichheit und Deutlichkeit des 
Tons, im Holze und Firniss von unvergleichlicher 
Schönheit, welche diesem Instrument den Namen 
des Königs der Guarneris verschaffte, ist zu ver- 
kaufen. 

Fester Preis 6000 Francs. 
Auskunft ertheilt Herr Shnon Richault, Musik- 
verleger, Boulevart Poissonniere No. 26 in Paris. 



O- «injelne Nummern b. «R. 3rf$r. f. 3ftuf. »erben gn 1J N 9 r. beregnet. 



$rutf Mit frr. KGtfmtnn. 



tt e u e 





titfätift fit }||®filt 



^BeraititootUf fytt SRebacUur: 

(Sinunbbmßigjier 93anb, 



JW 46. 



Stöbert Sttefc in £etpjtg. 
2)en &, © einbci 1849. 



Sun HefcT 3efrfd). er feinen toSdjentlidj 
2 Shtmnunt son 1 oUt V/ % 39ogen. 



$re(6 k* ©ante* üöh 52 Sftnt P 2»^ £Ijir* 
3innttcn^efriihtcn He $<Htjeile 2 Sfajr. 



Abonnement ttf^men allt $ofl&mter r Sud) 
SJtupE- unb ännflbünMungen an. 



3nrjali: Gin SBrtff Örtanbe H Saflo'i* — XuÖ km (^tcf^tt^qt^um $>eftn. — ltu& Hamburg. — Sdpatget SDlufitlfkB* 
BtfitiRfcttt. 



©in »tief ßrlanbo *i Saffo '$■ 

s JUa km Äonigl. @ä$f. geheimen $qiifct*©iautGat($foe 
mitgeteilt ton fPtcrifc dürfte nau. 

Unter <S^itTfiixfl Slugnfi'ä ucn Saufen 9tegie= 
iung (1555 — 1586) Mitytc bie SRuftf tu ©reöben 
gar ivnlütj, mit befimberä tif jpeffaptfle erfreute ftdj 
ber freunbli^en ©onnerfdjaft beS 83ater SliLgiift unb 
ber 9)hütet Smia. 9lad? beni eigenen 8(u§fptncr)e 
beä (Sfyutfnrfrcn r;ieft er feine Qinntütei für ncifytuen= 
big, „©Ott, bem 3£llmäct)tigen, ju (Stjt 1 unb ßeb unb 
gur (Stljattmig djrifUiäjet Einbaut". Sftamenttidj it?ac 
tä feine ©otge, an Die ^ijje berfefben feürttefffidje 
SKujifer ju fküen, unb unter feinen ÄapeÜmeifhrn 
umren ^ferjann SBaftfr/er, fflattjiaä U ätfaifere ($)ltu 
ftcr) y Antonio ©eanbetti, @io&attni ©attifta SpineQi 
be ©ernobiä unb ©eerg Surftet ju \§ux 3c>t nidjt 
unbefannte mufifaiifet/e ©rB§rti. 91U ©eanbetti am 
löten Samiat 1580 geflürben, mar cä beä 6t)nts 
fürflcn eifrißflcr SSBunfd^/ & ftl ftfofifi" 1 Drtanbo bi 
öaffo, Äarjeüineifter beß ^cr^cgä QXtfertt tion Saiern, 
an feineu §üf ju jief"/ l,tl & f * K f § '6 tl beät/atb bte 
gifinjmbfhn $luetbtetnngcn maäjetu ©od? fä?tug 
fiaffo biefe alte auä unb jog bot, in beu ©fenffrn 
bee *tfati) folgere) feiued früheren §mn , bcö §erjoge) 
B5Jilr)etm |u bleiben, ©tefet 6ntfdjtu§ / fo wie bie 
iSm^fe^ung einiget feinet ®$RUx für bie ©reöbnet 
ÄapfÄmeifieTfleCLe , tfceitt er in einem eigen t)dnbia,en 
©tiefe bem S^utfütflen mi(, ber öot^er «uc§ eigen= 
tanbig an i^n getrieben ^atte. HiU Stnbenfen unb 



aU Beitrag gut (S&ataf tcrifiif unb ©efd)tcf)te biefeö 
grüben &ird?eneompomftat mitb bie STlitt^eiUing bie* 
fefi ffiricfeä bet innftfalifd^en SBcf t geroijj nic^t uns 
itltcccffant fein, befonbetö in bem SlHgeufctirfe, mo 
bet Äunfcfmn eiueä etlaud;fcn fiöiiig3 t^m im Drte 
feincö eiufligen SBirfenö, in SJtünc^en, ein eherne* 
©entmal errichtete. 

,,©uT(t)taud?trgfltr ^oä^geliorn« 6«t^, ©nebrg» 
fiet Ü^ntfntfi unb §ett, (St>et d^ntf, ® f gebe id) un^ 
bett^niigft t/iemit ^uerfenneu, ©a§ beifctben fc^reibeit 
idi empfangen unfc aUe£ Inhalts \vctl penio(;men, 
©nb ttjun anfengftic^ gegen Ö, E^urf. QJ, tnie^ uns 
bfttt?cnigfl mit bem tefien peiö alä mnngti^ ijl, bes 
banden, ©aö @. dt)nrf. ©* mir bie (S^te ttynet, ©a§ 
fte mir jnr fonbem e^ren meine geringe bieufle bege* 
ren, ^3nb »tag ©Ott im'ffen, ©aä mo id?# t^uen 
funte, td)ö mit atten njiüen gar gern tfyete, ©enn ie^ 
jpeiä, ©aö ©. Sfjutf. ©. i^re ©ienet in gnaben jr>c 
aü^eit leffet bereiten fein, SSSeitt aber naefj abfrerbert 
nieineä gnebigfleu gurfien tnb fieetn , ^oe^ffiHic^et 
gebedjtniiä ^et^og ^llbtee^t j« ©eietn, idj micr> mie: 
betnmb tjab tjon ^oct)gebad^teT @. g. ©, geliebten 
®t>rjne SK. ©. gntfren ünb §errn §cr{ogf SBiü^rm, 
laffeu befrcllen, 93nb ju bem id} nutjn anfange Si(t 
ju teerben, 93nb ebtr ba^ aüeö im fianbe ju Beicm 
uoct) ein $au{[, garten, S3nbt anbete liegenbe gältet, 
auetj 400 f[. ^er)did)en *ptötnften, ©ie $oe| »nb 
SRetjrgeba^ter ©erjjog tllbree^t mit auä gnaben tier* 
erbuet, tbn hmö mit bet igtge regitenbe $ert giebet, 
fltfj bitt ©. C^urf. 0. idj unbett^nigfr, fie tuutte 
inn bcttfltt/iuug aßer biefet umbflenbe, mi^r) gnebtgfl 



246 



entfc$ulbigct galten, ©aS ic$ berfelben ju bienen nid^t 
fan willigen. 

@o ^att Antonius ©oSwino fid> auf fein leben- 
lang ju £ er &°8 Srnflcn bif$ offen ju greiftngen, für 
einen Sapeflmcificr, laffen bcflcUen, ©enn @. §. @. 
eine fonbere Sapclle angerichtet, alba et ifym ©icfclbe 
foll Derforgcn, ünb bie iungen fnaben im fingen tons 
berweiffen. l ) 

So ifl einer ber wie midj beultet, S. 6f;urf. ©. 
»oll bienen funte, ©crfelbc ifl ju *Praga in ber Äcty. 
SWat;. Sapellen, barinnen er bic Änabcn im fingen 
fcnterwcifet, in ©ingen ünb in Somponircn. ©a S. 
ß^urf. ®. beffelben ©icnftcS gebrauten weiten, fo 
funten biefelbe eS iljm juwiffen tfyucn. «3$ ntag in 
ber warfyeit fagen, baS eS ein trefliefy Äcrtt ifl, be; 
[Reiben fcnb SGcrnunfftig , 9Snb wie miefy beultet, 
griffet er Jacobus 9icgnart, 2 ) SS ifl ein Fiebers 
tenber, rebet gutt bcufcfä, tonb fan aud) anbere fpra; 
djen, 33nb in Summa, eS ifl ein gutter Musicus, ünb 
ju einem foldjen bienfl fe$r artig. 

SS ifl aud(j bei bem &erfcoge ju SBirtenbcrgf 
ein $un$ SKann, ber ifl mein ©iScipcl gewefen, ifl 
im flifft üüttiä) bar)eim, ^att baS SBirtenbcrgifdjcn 
GapcUmcifterS toc^ter jum SBetybe, 93nb griffet mit 
nahmen 83albuinuS ^a^nur, ein jimlid) Somponifl, 
»nb wcitl er iungf ifl, fan er toon tag ju tag beffer 
»erben. 

©aS 6. Sr)urf. ©. in eitt $ab foHcn unbert^e^ 
nigfl auf berfelben befeljl berichten, ünb gelanget meine 
imbertr)entgfle bitt ai)r\ S. Sfjurf. @. ©icfclbe wolle 
aüjcit mein gnebigfler ^err fein, Sönb wolle ju bers 
felben guetten gelegenr)eit ftdj ber mir tton berfelben 
ju SRegenSpurgf gnebigflen getanen ßufage erinnern, 
©a S. Sfyurf. @. idj eine äfleffe »nb etliche anbere 
flücfe, bie iä) componirt, r)ab laffen cberantwortten. 
»nb füjf ^iemit S. S&urf. ©. berfelbe £anbt in aU 
Ier bnbert^entgfeit. ©atum SOTundjen ben 13. gfes 

*"""' 158 °- ®. «*«* ®. 

Unbertbenigfter (Diener 
Drlanbo bi SaffuS. 

1) <Det (F^urffitfl batte namlicfj im gaffe, ba§ Crlanbo Dt 
S«(fo abfdjlfige, auf Hefen ®o«toin gerechnet. Dlefer 
toar ebenfall« juetft in SRündjen angefteflt nnb flatb in 
ben SMenfien be« 5}faljgrafen ßrnfl am JÄ^ein. 

2) Sacob JRegnarb n?ar Sicefa^eflmeifier be« Äaifer 9Rn* 
boljjb II- ju $rag. (Er componfrte üiele Steffen, SWotet^ 
ien, 9(nii>bonten u. f. to. 3u Anfang be« lTten 3abr« 
^unbert« Parb er. 



2Iuö fcem ©to^berjoötbum SPofcu. 

©ie muftfalifdjen 3uflanbe ^ier ^aben ft$ im 
©anjen wenig geänbert, bod) fdt>eint eö, at8 itJOÜte 
ftc$ nac^ unb nad^ ein regereS ßeben mtwicfeln. 93on 
Äünfltcru, bie al$ ©äfle ^ier auftraten, Ratten iwr 
bie $$. ^. 23iernacfi, ^ßtolinifl, unb @t. ©jcjepas 
nowöft, ©uitarrifl, ©elegen^eit ju ^ßren. fcegterer 
teiflet in feiner Söcife, b. ^. auf feinem Siifiruinent, 
Qluögejeic^neteö, biß jc|t nie ©agewefeneö j er Ijat bic 
tec^nifO)e 23e^anbtung beffclben bi& jum llnglaublia^en 
unb auf eine feiere SBeife ausgebeutet, bafj er einem 
fpater bemfefben Snffrumcnt ftc^ 3mwenbenten nict)td 
mc^r übrig gclaffen. So wirb fta^ bföfyalb üieüetd ■» 
auc^ S'iiemanb mcfyr baran wagen, waö inbe§ nidu 
jü bebauem wäre, einmal au$ SRücfftcljt für $rn. 
@Jfjfpanowöfi, um i^m bic fa^on eingeernteten £ors 
beern ju laffen unb bie nodj eiujuerntenben i^m nia^t 
ju fcfema'lern — bann noc^ au$ 9lücfftc^t für bie 
ä^uftf felbfl, ba bie ©uitarre an unb für ftd) fein 
^[nflrument ifl, welches mit anberen riualifiren fönn* 
tej audna^mS weife unb in ber £anb eineö Sje^epas 
nowöfi wirb fte bann unb wann wiüfommen fein, 
aber nur nidbt ju oft. 

§r. S3iernacfi ^at ft$ bura^ fein trefflic^eö (Spiel 
ein bleibenbeS Mnbenfen in ben föerjen feiner 3u^Bs 
rer erworben. ^ic riefige gingerfertigfeit eine« 
Äontöfi befifct er jwar nid?t, entf^äbigt aber bafür 
burdj feinen gefü^ltjoüen ©ortrag, welker beweifl, 
wie fet)r er in ben ©eifl be« »orjutragenben SD^uftf- 
flücfeS eingebrungen ifl, ba er au$ ben fleinften ©es 
banfen treu wieber^ugeben toermag. 3um legten Soiu 
cert, welches uorigen (Sonntag, b. Uten, jum Seflen 
polnifc^er Smigranten in Algier gegeben unb bcöfyalb 
ja^lreicl) befugt würbe, war £r. ©iernarfi ebenfattö, 
jebodj cUuaü fpät, eingefaben worbenj um fo mefyr 
ifl feine Aufopferung für einen mitbt^atigen 3\vt& 
anjuerfennen, ba er auSfc^lic^lic^ beö^alb bie Steife 
üon ßeip^ig nac^ Sßofen machte, unb erfl wa^renb be« 
SoncertS anfommenb, augenblidPlia) bereit war ju fpies 
len. Sr trug ein Soncertino Don g. ©am'b unb tin 
anbereS üon ©. 5llarb wie gewö^nlia^ trefffia) »or; 
jum ©c^lu§ gab er, fcielfeitigem Söunfc^e uac^jufoms 
mm, noc^ eine Spijantafte über bdubte polnifc^e 91& 
tionalmclobien jum beflen. -- Auf bem gfügel Ite§ 
ftc^ $r. (Sc^ön b. j. »on ^ier ^Bren ; er trug juerfl 
eine Sallabe toon S^opin, bann eine ^ßbantafte üon 
®. ©c^uniann mit lobenswertem AuSbrurf unb un- 
gewöhnlicher gertigfeit »or, unb um auc§ bem gris 
feren ^eile beS ^ublifumS ju genügen, reifte er 
an lefctere Sompofitionen eigene ^tyantaflen über ein 
beliebtes Wationallieb an. 9lo% barf ia^ nia^t uner* 
wfi^nt laffen, baf $r. ©jcjepanowSft ebenfalls ba« 



247 



©einige $ur 9luöfer)mücfung biefrö Koneertä beigetras 
gen, unb iljm reict)licr)e ©eifallöbejeugungen gffpcubrt 
würben, wogegen $. 83 bie ©aöabe ton (Sr)opin, auf 
93eranlafiung beö fürjlict) erfolgten $obe8 beö großen 
SKeiflerö torgetragen, an bem größeren Steile ber 3" s 
^6rcr fpurlod torüberging. Unb beer) war 6(;cpin ber 
©röjjte, ber Sinjige, ber Unerreichbare unter ben we- 
nigen polnifct)en ÄünfMern. (Sr termodjte e8 , eine 
ber fct)wierigften Aufgaben ber Äunft mit unglaublis 
er)er gertigfeit ju löfen : §elbblumen ju pflücfen, ot)ne 
nur einen Tautropfen ober baö fleinfte ©täubten 
ton tljnen abjufcr)uttetn. Unb er fonnte felbige in 
©terne, in äftetecre, bie weit über fein SBaterlanb r)ins 
auöflrafylen , terwanbeln. (£r terflecr)t baö ^nbiots 
bueCfe fo mit bem Nationalen, ba§ man fagen fann: 
er l;at bie auf ben Selbem fyerumgeflreuten S^ranen 
ber polnifcfjen Nation in einem btigenben ©iabeme 
ton (sbeljteinen gefammelt unb mit Ävpjraflfn einer 
befonberen Harmonie gefc^mücft. ©en größten 2t)eil 
feineö Sebenö tjinburet), weil ben festeren, lebte er 
außer bem Söaterlanbe für fein Söaterlanb. Sr tfi 
jegt überall, benn er t)at ftet) ein geiftigeö Söaterlanb 
erworben, weldjeö in feinem Söaterlanbe rut)t , abet 
über baffetbe weit lunauöreidjt unb ir)n ben Unflerbs 
liefen an bie (Seite fegt. 

4?. Ä. 



2Üti$ Hamburg 

•3>n Hamburg ifi eä wieber Sennr; 8inb, welche 
bie 2lafmerffamfeit unb baä 3»tereffe faft 540er ab* 
forbirt. ©ie t;at biö je§t jwei SJial gefungen, ein 
äftal im Sfyeater am Söußs unb ©ettage in £ar;bn'ä 
©ci)öpfung, unb bann juin 33ejren einer jwölfjäfyrigen 
Sßianijtin, Nanette galf genannt. ©aö Sweater fo 
roie ber (Soneertfaal war überfüllt, unb man fprict)t 
ton fabelhaften Sinnafymen, bie erhielt worben fein 
follen. 3m Oratorium fang bie £inb bie beiben *ßars 
tien ©abrief unb Sta, unb jwar auf tollenbete 
Söeije. ©ie wußte ben cr)araftcriftifcr)en Untetfcr)icb 
beiber fo fdjön, fo wat)r b)ertor$ur)eben j überbieö fang 
fte mit einer folgen Äunfttollenbung, baß itjre größs 
ten ©egner an biefem 5lbenb bejwungen würben. 
Unterfingt würbe fte großenteils nur mangelhaft, bie 
Xenöre (©oli) waren fcx)waci), unb bie iBäffe Ängfb 
lidj, ba$ Drcr)efler unter ÄrebS' ßeitung brat. $m 
Concert fang bie Sinb Sieber ton öinbblab, „3**"- 
gefang" ton äWangolb, unb Slrien au§ ben fjßuritas 
nern unb ber 3auberfl&te, natürlich mit toller Snts 
faltung alter it)r ju ©ebote ftet)enbfn Äunflmitte!. 
JJür bie nädr)fle £Bo$r tfl tr)re Unterflügung in einem 



Scneerte beö ^iamflen Otto ©o(bfcr)mibt öffentlich 
angezeigt. ©cf;ou jegt bürfte fct)ioerlicr; nod) ein SSils 
let baju ni ^aben fein. ©em 93eme^men naci) ifl 
biefe Uuterflügung ein 5let ber ©anfbarfeit für bie 
©ienfie, welche ber junge ©olbfctymibt ber ©ängerin 
in (Inglaub geletflet t;aben foll. 

öin ungarifcr)er §öiolinoirtuoö, 6b. 9teni^m;i, 
einer oou ben Dielen glücr)tlingen, treibe turefy tic 
©ebingungen ber Äomcrner Kapitulation naeb; ^atiu 
bürg geioorfen jinb, lic^ fte^ im Xl^aliat^eater Ijören, 
unb erntete natürlicb; boppelt reichen Beifall, dt toirb 
am Montage im ^ntcirffc feiner nacr) 5lmerifa auös 
wanbernbrn ßanböleute ein Gonccrt geben, ©ie ^atiu 
burger würben fict) tietlcicr)t nod) me^r et)ren alÖ burc^ 
it;re biö^er bewiefene %i}c\U\a[jme für bie Öinb, toewn 
fte biefem Soucerte ben reichen 3"tP^»^ fc^enften. 

$n ber Oper fäfyrt grl. Äöagner fort, baö ^ßiu 
blifum wad) unb uact) mit i^ren ^orjügen unb ©ct)wä- 
e^en vertrauter ju maer)en. Sfteulid} fang fte bie 9lou 
ma, unb leijlete in fofern 2lct)tungmertr)ec, alö i^re 
Suffaflfung eine oerftänbige unb nic^t trabitionelle 
genannt werben mufjte. 5lucr) tom muflfa(ifcr}en ©taub; 
punft auö war ^ancr)ed erfreulich), unb berücf {tätigt 
man it)r Material, faft fo, tvie eö nict)t anberö fein 
fonnte. — $m ^l)aliatl)cater foUen jegt foinife^e 
Opern gegeben werben. 2flan wirb morgen bamit 
ben Einfang machen, unb jwar ju ©unflen ber 9tus 
ber'fc^en Oper „Maurer unb ©djloffcr". 

©aö ßomit^ ber pt)il^armonifct;en (Soneerte ^eigt 
an, ba§ in biefem SBinter cier berfelben flattflnben 
follen ju bem ermäßigten ©ubferiptionöpreiö ton 8 Tit. 
(etwa« me^r al8 3 ^lr. pr. ß.). ©iefe „SrmäfjU 
gung" ifl in Söejug auf baö ^nflitut etwad fet/r 23es 
jeict)nenbe8. 

3n biefen Sagen finbet baö ßencert beS (Sä'eis 
lien 5 SSereinö (©cfang = herein) ©tatt. 2Bir laffen 
t)ier baö Programm folgen, um ben ©tanbpunft beö 
53ereinö anjubeuten: 

(grfie »Ubt^eilung: QTJiffa ton Tl. Hauptmann. 
3weite Qlbtb;eil. : füleereöfltac unb glücflic^e 8ar)rt, für 
(St)or unb Orcr)e(ler ton fi. t. ©eetb;oten •, ^erbfls 
lieb, für (Sfyor ton ^ielö ©abe-, 5lbenblieb, für St;or 
ton 3- 2B- Äaniwoba-, 3agc^^< f»« ^^ or öon 8- 
SWenbelöfo^n; 5luf bem ©ee, für tier ©oloflimmen 
unb (Sljor ton Tl. Hauptmann j ©ie alte gute 3«t, 
für eine ©olofl. unb 6t)or ton ©d)ttmannj ©aö JRus 
Vt^al, für ßt)or ton aJlenbelöfo^n; ©efang ber ©et- 
fler über ben SBajfern, für St)or unb Drd)efler ton 
$itler. 



248 



(e*ruf.) 

3»citf6 Qoneert be« 2Hufifverein« (Suterpe am 26jlen 9coö. 

©emifj werben SBiele mit unö übereinfiimmen, 
trenn wir baö jweitf <£uterpe;6oneert alö ein genufc 
reie^eö bejeicr)nen. ©ie Stiftungen ber (Sinjetnru, wie 
au et) bie ber ©efammtt)eit boten beö Erfreulichen fo 
SJfancrjertei, unb wir (äffen mit Vergnügen bie Spros 
burtionen noer) einmal an unferem inneren SD^re tor; 
übergeben. 

3"erfi brachte und baö ßoncert, getreu ben auö= 
gefprodjenen ©runbfägen beö ©ireetoriumö, ein neueö 
SBerf, eine Duüertüre t>on ©. grlügcl. ©er auf bem 
Selbe ber (Staüiermuftf fo riit)mtidj anerfannte §8er= 
faffer gab und fomit ©etegenfyeit, ir)n alö im £)rdje= 
fier r)cimifc^ fennen 51t lernen. SBenn wir auet) ges 
fielen muffen, ba§ wir unö oon feinen ^ßianoforte; 
werfen mefyr angezogen füllen, fo fönnen mir bodj 
ber SDuuertüre baö spräbicat einer guten nic^t üor; 
enthalten. (Sie giebt ftdj und alö ein fernigeö, ge* 
fdjloffeneö ©anje, baö fidt) fern t/ä(t öon alter (§ffeet= 
r)afct)erei, unb baö efyer buret) ein gewiffeö efyrenr/afteö 
(£inr/erfcr)reiten ber ©ebanfen an eine vergangene Äunfb 
epocr)e erinnert. Söebeutenbe SBirfung fann fte fct)on 
auü btefem ©runbe auf baö grofje 5ßublifum ntdt)t 
mafycn, baö, an ben ©fanj ber SReujeit gewöhnt, 
»ergebend naef; %iä)t)j}unttcn in SBejug auf Äftefobie 
unb -Snflrumentirung fuct)t. ©aö s ii$erf giebt 3f«g- 
ni§ üon einer bebeutenben fünft! erif er) en SKeife, aber eö 
fefytt ir)m baö Bünbenbe, Cffeetriftrenbe. ©ie 2luös 
füfyrung üon (Seiten beö §Drcr)efterö war eine mofylges 
tuugene. 

(Stott beö £rn. Söibemann, ber brr/inbert mar 
im (Soneerte initguroitfrn, trug grl. Henriette Öritfcfye 
bie (Seene unb $trte ,,%Bit nafytc mir ber (Schlummer'' 
unb baö g'riifyfingölieb t>on äftenbeföfoc)u „ber %xüt)z 
ling natjt mit S3raufen" üor. ©ie r)übfci)en Mittel 
ber jungen (Sängerin übten auf baö toerfammelte Sßus 
fclifum eine gute s Jöirfung auö. 2ßir fanben nament* 
licr) bie t;or)eu £öne fer)r angenehm, bie mittleren unb 
tiefen bagegen cttuaü matt unb unauögebilbet. 2Saö 
baö SJerftänbnifj ber rwgetrageneu ©tüefe betrifft, fo 
fönnen mir unö im ungemeinen meift lobenb aufc 
fprect/en, nur wollte unö baö übermäßige ©et/nen in 
ben Stecitatiüen nidjt ber/agen. 

Sri. äJtarie SBiecf errang ftc§ ungeteilten 33ei: 
fad buret) ben Vortrag beö Stbagio unb legten (Sagcö 
auQ 6r)opin'ö ®»9Wofl Eoneert, ber „(Sampaneüa" 



öon SBiflmerö, unb ber „Perles d'ecume" bon Aufs 
laf, worauf fte, gerufen, noct) einen SBatjer ton (5r)o= 
pin $ugab. ©iefer aUgemeine öeifatl mar ein in r)os 
t)em äftafje uerbienter. (Sorreett/eit unb (Sicr)er^eit 
^cic^nen ir)r <Spiet au^ , unb wenn hei junefymenbem. 
Filter auc^ bie fünfUerifdje (Srfenntniß wäc^fl, fo ^a- 
ben mir eine mürbige Nachfolgerin ber genialen (Slara 
511 erwarten. 

©en @d)lu§ beö 51benbö bilbete bie r)eroifct}e 
(St^mp^onie SOiciflcr S3eet^oi?en'ö. (Sie mürbe mit ber 
ifyr gebü^renben ^öürbigfeit unb greubigfeit ereeutirtj 
öor$ügticr) muffen mir ben erflen ©ag alö macter auös 
geführt bqeidjnen. (f. »ernöberf. 



äSermifcrjteS. 

0)ie Öejweijenfeje National »Setrunn beultet au* 
©afcllanb: ,,<Da« (SqieljungÄtepartement tyat ein ®efe^e«pro* 
jeet entworfen, na* toelcbem ein junger bafelianbfdjaftlid?er 
SKufiPer, ^äring toon 9(efa), »on Oaat«toeßen an^efreUt uhd 
mit bet Slufrjabe betraut toerfcen foü, SRufiff deuten im 
Danton ju bil&en, bie allen £autenöcin»ol>nern ^u unentgelt^ 
lieber öenu^ung offen flehen. ^auptfaa^ltä> foKen bann bie< 
jenigen 93fjirfdfa)üler, treibe fid) jum ee^rerfaa^e au«bilben 
hoffen, Unterricht in ber a)Juftf unb cefonber« im 93ioltn(ptel 
empfangen, ©ie Slnna^mc bed ©efe^entwurfe« burc^ ben 
Sanbratf) bürfte um fo weniger auf <Sd)n?ierigfeiten flogen, 
al« Untere 33el?örbe feiner 3cit jäbrlid^ 600 fcranfen gur 
SlugbilDung be« jungen üDlufiferfl betriUigte , in ber Slb* 
fia^t, itjn funftig im jtantone ju verwenben. (So fdjreitei 
benn ba6 ^a>ulrocfen bti un3 in feiner (5ntn?icfelung immer 
fcortPdrt«. Sct^on \\t bti unö ber @djulunterrtcr;t uncntgelb* 
liefe, unb ben bebürftigen ^ejirföfa^ülern wirb für ben Jöefua) 
ber Sefeule noa) eine Ijubfcfee Summe audbeja^lt. 9iun er* 
öffnet ber ^taat noefe 2JJufiffcr;ulen, in benen jeber männiglicfe 
feine mufifalifefeen Ärafte unb ©aben oljne Sofien au«bifben 
unb üben fann. ÜEir galten t>ic 1000 granfeu ja^rlicfe, roelcfee 
bafür audgeworfen werben , für feine 93erfd;wenbung. $>er 
©efang unb im ©eiteren bie SXufif, ift eine« ber bebeutenb* 
flen 53ilbung«eiemente be« ißolfe«, unb tvat hierfür get^an 
wirb, ba« tot)nt fiefe retcfelicfe in fronen grüßten ber ißolf«* 
geftttung." 

9luc$ in ©reiben beabfiefettiit man 2fler>erbeer'« „$ro* 
p^et" aufzuführen. 5)er 3ntenbant be« J&oftr)catcr« ». HU 
ttet/au befiubet flc3r> gegenwartig in biefer Angelegenheit t« 
$ari«. 



X>ra(f otn fr. «Itfmann. 



Heue 




4Üf$tift füt 




'Brranttocr tlldjet SRefratleur; 

Äranj Sßtenbel. 
<£inuntbrei(HgfUr BanD, 



^ 47. 



If t f e g e T! 

Stottert Briefe in «eipjigo 
Den 0. ©etember 1840, 



ffiou biei'er äetffdj. erfd)efnen fflftäjeittUa) 
2 Ohimmem ttcn 1 o&ti 1 '/, QJoflen. 



»reiß Dc0 ©ante« von 52 Dhn. 2 1 /, $Jlt. 



Abonnement ntfrmen «Mt ^flamter, *Bua)v 
SWmfll* wnb ihmjlfcaiibüwatii au. 



3n$alf; JEfi*tnmufT!, — Ut Ifl Drßfl. — 3Ke$ifHmmi A c «ffingr, - Bit ffiupVflAaW in *a nM b«. — Jtritif*« Jttutfe» 



fitrdnnmuitf. 

X. % tya$at% «Dp. 13. «antat* „fite ort TOelt- 
aüs umnDli^rn Arcifrn". 3ur Rrfonmitiimsffifr, 
Co wir nun ffirbrauri) an Sonn- una Jtttiagtn, für 
Sopran, ALt, Ärnor u. ßafj mit £fc gUitung frs ©r- 
rt)rfUrs u. der Orgel. Ilr, 7 ber fiirc^enaucke. — 
Erfurt, CID- ftörner. Partitur, |)r, 1| ä^U. 

©aä SSJerfaVn gehört uniei bie bffferen biefer 
9Irt. Öietet eä aud> triebt ^truorftc^rjibf öigfut(jöm= 
umleiten, fo roiib cä bo<$, ba eö für Heinere Cr^e* 
fter unb 6fciS» beregnet Wn»*/ f"»'n ijmcd 1 crfuHen. 
Bei (igentlia) mufifalifctye ©e(?alt bewegt ft^ all«* 
bingä in einet Sphäre, bie un3 auf bie fcicii* SKit- 
tclfltafe ber jtir^riKOmpofttiotun flirrt, läge aber eine 
geidjiitc unb fagfunbige $anb erfrnnen. Sä ifl SlQeä 
w4 fe päffcnb angelegt, o^ue jebodj einen ^eten ®rifl 
ju vurat^fn. ßb baä ma^rljaft firv^ficfce (Stauen! 
barm einen feinem äBefen rntfptee^enben »luöbrurf er* 
galten, mS^te id> feejmeifelti. <§f3 ifl eben btoä baä* 
jenige, rcaS mir vielfältig gebort, roa£ fo fiereot^p 
genoibeu, bafj auG biffis lang gehegten ©eii>ü$n()eit 
und nur ein ftdftiget ©eift, bem bie ©ebeutuug ber 
ftirc$rumujtf in lj&(>*r"n, reinerem ®lan£t fl$ er* 
fötoffen, auf neue ©almen teilen faun, ©a8 äBerf* 
tyn frat toter ®a|e: (E&oi, ©nett, Sfrora!, ©djtufc 
faft wU guge. ©a3 ©uett ^at ettoaä ^anberf^en 
©^nitt. ffiaS giigcnt^ema — ofynt bteä i^nn^ ein- 
mal bic Äir^fJUüiapoiiiflcn ntct;t — mrnn f$oti bet 



Sex'/ »if *i« ( /# W( äWeinrn Iaff r ic^ ewig ni^t") eine 
anbew »e^anbtung ameima§iger erföeinen Itr| — 
geigt ftd) in einer SflBeife, bie uu« jntn Ue6erbr«g tr* 
reite geworben, grftebenb tviib e§ flä>et[t^ nte^t 
teufen, ©er nfle ©a^ (at bagrgen me^t griffe 
unb ©a^mung, ©a$ Uehigc Hingt ^uUaitn tinb 
fantcratifä ^rrgefria^t. Sefe^t ifi fcaä Durftet 
aufet bem ©aitenquattett mit ffitacinettrn, a5&rnern^ 
Srompeten, Raufen, unb mit jrcei grtoten unb Safs 
pefaune ad libitum, ®d)njierigfeiten §at rS nie^t, fo 
bog eä fleine SDru>e(ler gut auöfö^ren fönnen. 



Sür 6ie Orgel, 

3- •*$erj0ft r ©p.I7. 3iuälf ©rjeiaüdte. - Wim, 

JHnUfr. 1 Ä 30 ftr. 
— — # Qp. 19, öffl)ö ©rjeiftärkr. — tbenb. 

i Jl 30 fir, 

©et gomponift, &efanntltc§ ein &orjug{{ä)et Dr; 
getöteter unb vertraut mit ben Äönfleu beä (Eontrai 
punfte« unb bei guge, bietet in bem ecfUn tiefer 
$(ftf aä^t 83or^ unb SWa^fpiele, nebfl jnjet gugl^ 
teil, in betn jmeiten größerem gugen unb einen bure§= 
gefaxten 6^otaL Signen (t^ jroar fämmtlitfe %om 
fiüie ju bem firdjtidjen ©ebrau^, fo finb fte boä> 
juuae^fl jur Uebung im Drgetfpiet beflimmt, mic 
au«; auf bem Site! befoitbet* fcemerft ifl, laffen fla) 



250 



jeboei) aud) ber 2Wer)rjat)l nac§ ju Soncertvorträgen 
»crtfyeilfyaft bcnu|en. 5llleö baä ©utc, rva3 bcn frü= 
t)ercn SäJcrfen beö (Jompouiflen jletä nachgerühmt tour* 
be, faubcrc @timmenfüc)rung , neue «nb oft rctf)t in: 
tereffante fernen, tüchtige unb getiefte 2luöfüi?runa, 
bet ättetive u.bgl., gewahrt man audj fyier wieder in 
gleichem SDiaajjc, «nb mit Stecht föiinrn wir beibe 
Sammlungen benen empfehlen, bie ftd) fcr)cn eine fo= 
übe gertigfeit auf tiefem ^»nßTimicntc angeeignet 
t)abcn. 

®. ©teiecE, ©j>. 15. ßonatc für iüe ©rjel. ITcu* 

Auflage. — tfrfutt, fiörner. 15 njr. 

• 
©ie ©onate fyat laut bem Titelblatt eine neue 

»Auflage erlebt *), unb beten erfte, bic wir jebcci) nict)t 

gcfer)en, ifl bemnadj, wie nidjt ju jweifcln, ftd>er fcfyon 

in ben $ä'nbcn vieler twnbert ßrgelfpieler. §icx 

fommt jebenfadä bie Äritif ju fpät, unb eö lägt ftd) 

nux einfach mitteilen, ba§ baß Söerf in golge fci= 

ne8 inneren ©cfyaltcö allgemein angefprodjen t/at, bie 

(gremplarc ber erfien 2Uiögabe in furzet 3*i* verfauft 

waren unb ber glücflict)e Verleger ftd; beeilen mufjte, 

ben SWangcl burd) einen neuen Ulbbrucf $u erfegen. 

©od) eilen tr)ut nid)t gut, wie ftd) aud) l;ier wieber 

etfcnnin lagt. ©er (Somponifl würbe fonfl bei vers 

gönnter nachmaliger ©urd)fid)t feiner (Senate, ßuuäd)jl 

beren £itel batyin abgeanbert r)abcn, bafj er bie 23ört= 

d)en : quasi Fantasia tnnjugefügt l;ätte, ba bic $ßt)ans 

tafteform bic ber (Sonate bei weitem überwiegt, ©ann 

wäre aud) üieflcicr)t an baö ®an3e eine forgfältige 

geile angelegt unb einige &uintenfortfd)reitungen, 

j. 33. <&e\tc 3 d e/ ® c ** e 5 yh* ** xt °tify' Stofalicn, 
®eite 6, entfernt unb wotyt auc^ einige ©tid)fer;let 
uerbeffert werben. 6R§B 



ÜJZe^tfltmtttige (Sefänge. 

3o&. 3* §• Sttpltlft, ©p. 32. Vijfentwinting Ko- 
rea voor grootere en kleinere Zangvereenigingen 

— Gesangen, Liederen, Psalmen en Koralen in 
Muzyk gezet roor Sopran, Alt, Tenor en Bass. 

— Rotterdam , W. C. de Vletter. Prys complet 
6fl., van jeder gedielte 1 fl. 75. 



•) 2)ie« ift ein 3rrt$nm. JDie (Sonate ift fo eben erfi 
etftyenen. ©ie heilig anf ba« ZittMait bie 53ejei<^nntig: 
„3»eite Auflagt" Ummt, ronrigci toir nig* }■ cntY&tyft-li. 

$. 9teb. 



©er ©eifl ber »er^ulfl'fc^en »hifif ifl ben Se= 
fern bief. S31. fcr)on axw mehreren feit jturjem erf$ie= 
nenen unb befprücr)enen (Sjefangötüerfen ntdjt unb& 
fannt. (iö ifl fein grejfcr, mächtig ergreifenber, auf 
tiotjen (ö^iuingen ber öegeificrung tal;erjiel?enbet, 
fonfcern ber ^uebruc! cineö ©emiit^eö, baö, geftc^ert 
tor erfanifdjen ^uebrüc^en ber Reiben fcr;aft, ten grie* 
bcn in ftd; birgt, m\t im g)eit>tifjtfcin biefeö ^cfi^eö 
(Stimmungen »erne^men lägt, bic nicr;tö an ftc^ tras 
gen, »raö teu behaglichen @cuuß verbittern f Bunte, 
öon nic^t unbebeutenbrm (Hinflug auf bie p|>c^o(o* 
gifdjc (SnttiMrfcluug beö (Sompouiflen ift ä'trntcläfo^n 
gemefeu, unter iuelcr;em er mehrere 3al;rc l^inturct) 
feiner Sludbilbung oblag, ©afcer eniffinben wir, fclift 
bä oberflä^lictjer Betrachtung, aaentl;alben fcalb leifer, 
balb fiärfer baö ©runbiüefen $cnri burdjfliugen, fo 
ba& mau, ül;ne bamit ber fetbflflänbigen 2d?affungö= 
traft beö (Somponiflcn na(;e 31t treten, feine aTiuftf 
üüu jenem (iinfluffe gefättigt nennen fann, lornn fcr)on 
häufig bie Strafen inbioibiirttci garbung auf jenen 
6inflii§ größere ©Ratten merfen. ^ic üorliegcnbe 
©amiuluug t?on ©efäugen entfielt ftet; buret; ir;ren 
reiben, quantitativen <3n^att nie^t nur, fonbem aud) 
qualitativ bietet fie viel ®utc$. ©ie geifltici;en ©e^ 
fange barin atbnmx biefelbe ^nuigfeit, n?ic mir jt* 
fct;cu in ben früher crfd;ieneuen geifllicl;en fiebern 
f ernten gelernt l;abeitj vermiffen tvirb man im 3lüge= 
meinen len leeren (Sct)ivung. Unter ben tveltlici;en 
©efängen »werben viele mit Siebe gefungen tverben, 
ba ftet; in tynen ^ic finnige, gemütt;liet;e <&eitc auf 
eine r;eivorflec^enbe SBeife bemerfbar macr)t. a^cns 
belöfo^n'fc^er ®inf(u§ ifl t>icr allenthalben unverfenm 
bar, ntcl;r alö in ben geifllic^en, bie größere ©elbfls 
flänbigfeit feigen. SBo(;ltl;ucnb wirft in ben tvcltlu 
djen ©efä'ngen bic %xi\fy, bic ©efunb^eit, baö un^ 
gefünflelte, aufrichtig ftcl) In'ngebcnbe SBefen, bati in 
ben frö^lidjen Äiebern in naiver fiicbenäiuürbigfeit 
auftritt. (Soll vielleicht auf cinigeö Sinjclne oufmerfs 
fam gemalt werben, fo würbe \a) unter ben mcltlu 
tyn ©efängen folgenbe hervorheben, olmc bamit eine 
Bevorzugung nact; meinem inbivibucllen ©afürt;aTten 
ju geben. 9er. 3, ganj SWenbelöfo^nifc^ gehalten, 
aber redjt frifer). 9?r. 9 u. 12 fct)r jart unb finnig. 
Sttr. 15 fet)r innig unb von größerer digentln'imlicr)s 
teit. Wr. 17 „©Reiben'' voll frönen Sluöbrucfö. 
9er. 20 „Sei einer Söaffcrfaljrt", unb 9er. 23, ein 
SBolfölieb, von cigentl)ümlici)er grör)lid)feit. 9?r. 24, 
ein Sieb, baö in fetner 9lu8gclafienl)cit fet)r cr)arafte= 
tiflifctj ifl. — ©ie Scrtc pnb, mit 2lu3nar)mc von 
jroeien, «oUnbif«. «m.Älifcfc*. 



251 



©ie &lu#tiufiänbe in ^gkronoMr. 



2. Äitttjenmufik. 

lieber biefe ifl nie$t toiel ju fagen, gefäweige 
beim ju fdjreiben, benn t/ier l;ört man gar feine Airs 
<$enmuftf, man müfjte fonfl t)a% SDrgelfpiel unb ben 
©emeinbegefang ober baö (Singen eineö flimmlofen 
ober Reiferen Sßrieflerö bor bem Elitäre bat)in rennen. 
2Bir l;aben, bte ©c^lo&fircbe eingeregnet, fecr)8 lutfyes 
rifc^e unb eine fattjotifäe &irct)e. $n ber ^c^tegftre^e 
ifl tin (Sfyor öon 25 biö 30 Seminariflen üom <&d)üU 
Ier)iet 5 @eminar üerpflicfytet, bie SRefponforien, Slmen'ö 
u. bgt. ju finge» \ meiflenö ifl aber beren 3«^ fleis 
ner. 8ben fo ifl auci) ein %f)til beö SDluftfc^ocd ber 
©arbe bu (Sorpö toerbunben, auf Verlangen beö SDrs 
ganiflen jur SDrgel mit ju pofaunen, ju trompeten 
unb ju paufen, \va% aber gewöljnlicr/ nur an gefh 
tagen gefcr)iefyt. Db baö &irct)enmuftf genannt wer* 
ben barf, wollen wir bem Urteile beö ßeferö übers 
lafien. 83 würbe aber aud) beim beflen SBiüien uns 
ferer £)rganiflen ntdr)t möglich fein, eigentliche Äirdjens 
muftfen, wenn auet) nur juweilen, aufzuführen, ba 
it/nen Weber ein <Sängerct/or, noct; SDrcfyerfler, noer) 
©elb $ur ©iöpofttion jletyt, unb felbfl wenn baju eine 
Summe, t)ier gewijj nur eine fec)r fleine, aufgefegt 
fein follte, fo würbe mau bamit allein bergleidjen 
Aufführungen noct) nict/t ermöglichen fönnen. ©ie 
SScfolbung unferer SDrganiften ifl, üietteid)t mit 
Stuönatyme beö (Sd)lo§organiflen, fct)lect)t wie fafl übers 
all, 100, 150, fyöd)flenö 200 unb einige Sfyaler; auet) 
bie beö (Sdjlojjorganiflen war früher fct)lect;t, ifl aber 
neuerbingö oerbeffert. Sßon ben Orgeln (Jeben wir 
bie ber <Sd)lofjfircr)e fjer∨ fie ijl jugleict) auet) bie 
neucfle unb oom fyiefigen SDrgelbauer Sfleier erbaut ; 
näct)ft biefer möchten bie ber äftarftfircfye unb Stegis 
bienfirct)e ju nennen fein. 

©er Drganifl an ber <Sct)lo&firct)e ifl #r. #. 
8ncft)aufen, ein tüchtiger Drgelfpielcr , aujjerbem 
ein in jeber Se^ie^ung liebenöwürbiger unb befct)ei= 
beucr Sftann, ben ftet) Ijierin mancher unferer tjieflgen 
SWufifer jum dufter nehmen follte. 2Btr woüen bei 
biefer ©elegenfyeit fein muftfalifct)e8 Seben unb SSirs 
!en im allgemeinen befprect)en, unb junädjfl bemers 
fen, ba§ §r. 6. jugleid) ein fet)t tüchtiger unb ge* 
fitster 8latoierlet)rer ifl. ©a§ er alö folcfyer nidjt, 
wie fo SBtete, fyöct;fl oberßäct)lict) , fonbem gewiffens 
$aft ju Söerfe get)t, unb ba§ er feine (Erfahrungen 
treu benufct, baö beweifen feine befonberö für 2lnfäns 
ger im Slatoierfpiel herausgegebenen SBerfe, bie per; 
aW ^Bd)fl praftifc^e bewährt, aud) öon ber Äritif att 



folc^e unb alö fünfllerifc^en Söert^ ent^altenbe 6oms 
pofttionen anerfannt finb. 9la% ber >2luöfage feine« 
83ertegerö gewinnen biefetben aud) immer me^r 83ers 
breitung, unb wir wüuf$en t^nen biefetbe ebenfalls 
im 3"ter;ffe ber <Sac§e üom ^er^en. Stuf bit neues 
ren SBerfe, befonberö »on Dp. 62 an bi$ auf bte jus 
lefct erfc^ieneneu ©ac^en, möchten wir 6(at>ierle^rer 
befonberö aufmerffam machen, ^r. Snrf^aufen ifl auf 
biefem gelbe mit befonberem ©lürfe t^atig. Uebrü 
genel \)at er felbfl ftc^ ber muftfalifc^en 2Belt beffet 
empfohlen, ald wir eö ju t^un oermod)ten. — ferner 
i|1 §r. (Sncf^aufen ©efanglel;rer am (jieftgen @c^ul» 
le^rcrfeminar unb feit mehreren äöoe^en in gleicher 
Sigenfct)aft am t/iefigen ©^mnajlum angefleßt. gut 
ßegtereö finb wir uuferem ^oc^löbl. ättagiflrat, ber 
fonfl gern 5llleö, wenn möglich, in gewohntem ©teife 
getyen la§t, ald für einen gortfaritt fe^r banfbar; 
wenn wir aber nicfyt gerabe einen fe^r mufifliebenbert 
unb felbfl sfingenben ©tabtbirector Ratten, fo wäre bie 
Slnflellung eineö ©efangtefyrerö an ber ©c^ule üiets 
leict)t noc| lange unterblieben. So aber fönnen wir 
baö S3erfa^ren unfereä SWagiflratö allen ©cbulüora 
flänben beö $n - unb Auölanbeö jur 9lacr)ac^tung 
empfehlen. @ö mü§te hei aü y biefen ©c^ulen ein mit 
ben übrigen ße^rern in feber Sßeife gteid^flel;enber Se^s 
rer für ©efang angeflcflt unb legterer al« eigentlicher 
Set)rgegenflanb mit aufgenommen werben -, aber wie 
toiele ber @cr)ulen giebt'o nocl), an benen für ©efang 
nidjt baö ©eringfle get^an wirb! lieber £rn. 8/8 
^^ätigfeit in feiner neuen (Stellung lä&t ftet) begreifs 
lieber SBeife noer) nicr)t urteilen, unb wir fönnen oor* 
läufig nur ben Söunfc^ auäfpredjen, ba§ feine SSemib 
jungen mit bem beflcn 8rfolge begleitet \cin mögen, 
äöaä wir noct) an #rn. 8. ^u loben t/aben, baö ifl 
feine Humanität gegen Äunflgenoffen, befonberö gegen 
bie jüngeren berfelben. Äann er i^nen in irgenb einer 
SSeife Reifen, fo gefc^ie^t eö mit 9tatr) unb Zfyat. 
8in ^auptüoqug oor Dielen feiner Ferren 8oöegen 
^ier fowofyl wie anberwdrtö, ifl noc^, baß er ftcr) in 
feiner Äunfl nic^t einfeitig abfct)lie§t, fonbem fleü 
gig fortflubirt , unt bat ©utc in jebem ©enre ber 
SJtujtf anerfennt. 8r gehört überhaupt nid)t ju ben, 
©Ott ßob! immer fettencr werbenben SDrganiflens 
Sremplaren, bie nur ifyren s üaty , öielleicr)t noct) ein 
paar anbere bar)in ©e^örige, unb bann ftc^ felbfl ans 
erfennen, alleö Slnbere aber mit SRafenrümpfen anfes 
t}en. lieber $rn. 8nd^aufeu'ö langjährige ^ätigfeit 
atö ©trigent ber jegt feiig entfdjlafenen Singafabes 
mie an anberem SDrtc. — SJon unferen übrigen Drs 
ganiflen nennen wir nod^ §rn. Sa^meier, ber ju« 
gleich 2ftjrer beö Drgelfpiefö am (Sd&ulte^rer s (gemis 
nar ifl. 



252 



3. Äüttairmuftk. 

SWit SKilitair, ber $uppe unfereö 8'ürflen, finb 
wir tyier reie^lidj gefegnet, unb in ftolge beffen auc^ 
mit äHilitairmuftf. 2Bie würben aucfy bic Ferren 
Dffteiere anfiänbig effen, trinfen, tanjen, überhaupt 
leben fönnen, wenn ifynen nicfyt von einem eigenen 
SWuftfdjore aufgefpiett würbe!? SBuiben bie Vetren 
©arbcsfiicutenantö firj) mit fyoe^abligen ©amen geifb 
reid) unterhalten fönnen, wenn fte nid)t lu'mmlifdje 
«ßolfaö unb göttliche Söerbi'fctye unb Sücci'föf 9JMo» 
bien ftd> öorfpielen laffen tonnten? SBürbe nidjt, im 
gatt baö nidfct gefc^älje, baö Söetter bei einige ©egeiu 
fianb ber Unterhaltung bleiben unb biefe baburd? eins 
töntg werben?! — ©a eö nun aber ein großes ©lücf 
für tu Söelt ift, baß eö abiige, fyccfyablige unb fyödjfh 
abiige ©amen in berfelben giebi, fo muß and) bafür 
geforgt werben, ta$ fte geifheidj unterhalten werben 
•— beö^alb muß eö ©arbe s Sieutenautö geben, unb 
bie SRotfywenbigfeit von Sftilitairmuftf if* hiermit bar- 
get^an. — @ö foU freiließ auefc öerjlccfte %cute ge- 
ben, bie über ben eigentlichen 3roecf ber äftaffe &on 
äftilitairmuftf im ^rieben nidjt red^t mit ftdj in'ö 
Älare fommen fönnen, ja bie noefy üerflocfter ftnb unb 
bie Sftotfywenbigfeit ber ungeheueren SDiaffc toon SDiilis 
tair, bie boc§ feit -Sa^S^nben bie Sinke ®eutfdj= 
lanbö war unb für bie unfere beutfdjeu Bürger Sfrab' 
unb ©ut mit ber größten Sfreube unb 23ereitwillig= 
feit Eingaben, in 3^eifel ju jiefyen ftdj erfüfynen. %QcU 
d)tx bcutfc§e83ürger tnbeß füllte ftcfy nidjt erhoben beim 
5lnblicfe ber fiolj einher marfcfyirenben äftilitairö, beim 
5lnblicfe \\)xex bligenben Uniformen, ifyrer blanfen 
Änöpfc, beim 2lnjjören eineö bie parabirenben Srups 
pen ju fütynem (Schritt anfeuernben, nad) ©eüiuis 
fdjen Sternen ober einem ßänbler genial eomponirten, 
fd)wungto0üen SNarfe^eö? — 3a, waljrlidj, baö<Selbjb 
gefttyl in beö ©ürgerö »ruft muß ft# ^eben, tfl er'ö 
bodj, ber baö Sltleö gutmütig be$af?lt. iftadjbem er 
ftdj tnbeß Seit genommen fyatte, hierüber genauer nad)z 
jubenfen, würbe er fcorigeö $a\)x in einer 5lnwanbs 
hing toon übler Saune 'mal ein wenig ärgerlich, tfyetl* 
weife fogar unangenehm, fefyr unangenehm. -Snbeß 

gegenwärtig um ©otteöwillen, tyalt, wo foü'ö 

benn eigentlich fyingetyen? Sßon wa% wollten wir 
boe$ fpredjen? Wi) fo, üon unfern Sftilitatrmuftf ! 
2Bic ftd) ber SJlenfdj bor§ verlieren fann! Stemmen 
©ie'ö nur nie^t übel, ^r. Slebacteur, baß wir, eben* 
fallö in einer Slnwanblung uon übler Saune, anfan- 
gen wollten, über ein fe^on oft t?ariirte€ S^ema frei 
ju p^antafiren. SSBir finb aber eben babei, alle wei- 
tere Variationen ju öerfe^lurfen , obgleich ein paar 
ganj neue babei finb, bic wir eigentlich ber SBelt 



nie^t vorenthalten foüten — unb wollen \u\% üon nun 
an fheng an bau »orgefc^riebene 3!^ema galten. 

ßö finb ()ier fünf 9Mlitairmufifd?öre, »on benen 
brei im ©ienfle ftc^ auöfd^ließlic^ beö 93lec^ö bebifs 
nen. $\)tc Seiflungen auf bem gelbe ber ^armonies 
muftf ftnb tfyeilwetfe rec^t gut. Wlan fann freiließ 
fold^c 3}hifif nicfjt lange (jören , weil trog ber uer« 
fe^iebenartigen 3"^nimeufcgung ber -3»|h» imfn t c boc^ 
bie ganjc Klangfarbe ju eintönig ifl, unb barf bcö^ 
^alb aucl; feine ^u großen »ilnfprüdje machen, f^on 
au$ beut ©runbe nic^t, weil bie ftunßforiiien , in 
benen ftc^ folcfyc 9>iuftf bewegt, fe^r befdbrantr ftnb. 
93on biefen ifl eö eigentlich nur bie ^arfcfcform, bie 
berücfftdjtigt werben fann unb bie an unb für fi.1) 
etwaö 5lnregenbeö , s 2lnfcuerubeö ^at. $ier muffen 
Wir not^gcbruugen bie Seic^tfcrtigfeit tabeln, mit ber 
manche ©ireetoren ber Jjyiititairmuftfc^öre auö SDpenu 
tbemen, Sanjen u. f. w. it;re ©Jarfc^e fabricireu. $)UxU 
würbiger SBeife wätjlcn fte oft bie triüialjlcn, unpafs 
fenbflen ©Jelobien ba^u. äBir tyaben 5. 5Ü. mel;r alö 
ein 9Jtal unfere ©arbe bu ßorpö nad^ einem in einen 
Sttarfdj terwanbelten Sä'nbler marfrl)tren fetten. SBiele 
i^rer angeblichen äWarfcbc ftnb gar feine ^iarfa)e, 
fonbern eigentlich ©aloppaben. ©ö ifl bergleic^en 
eben fein befonberer 23eweiö eon ber ©efebieftiebfeit 
unb bein guten ©efe^maef fotcfyer ©ireetoren. 2öir 
fönnen unmöglich glauben, baß fo großer Sftangct an 
guten JDWrf^cn ifl, jebenfaUö ift fein fo großer an 
befferen, baß eö nöt(;ig wäre, ton ben auf folay ftnns 
Wibrige SBcifc jufammengeleimten ©ebrauc^ ju machen, 
^atürlic^ fpieten aüe SDiitglicber biefer S^örc 
außer bem ©ienfte and) SDrcljeflermuftf, unb fic ftnb 
barauf hei i^rer geringen ©efolbung mit angewiefenj 
biefe ^ebenüerbienfle befielen größtentfjeilö laxin, bafy 
fte j^um Sanje fpielen unb, befonberö im (Sommer, 
an öffentlichen 53ergnügungöortcn Unterl;altungömuftf 
machen ober (Soneerte geben, auc^, wie in ben legten 
beiben Sommern , bei ben beiben fyier eingerichteten 
SioolisS^eatern engagirt würben. 5ludb hierbei barf 
man an^ ganj natürlichen ©rünben feine *2lnfprüc^c 
nicfyt ^oc^ flellen, fonbern muß üor aUen ©ingen v)n-. 
man urteilen. Snbeß ^ierüon ganj abgefe^en, fyaben 
wir manche leichtere Ouvertüre u. bgl. üon i^uen rec^t 
fauber unb nett vortragen Ijören. ©aö flärffle ber 
SWujifc^orf, baö ber ©arbe, füfyrt, freiließ mit nur 
fdjwadjer »efegung ber Streic^inflrumente, Sachen 
für großeö Dre^ePer auf, unb giebt gegenwärtig wös 
e^entlie^ ein (Soneert, in bem jebeömal auefy eine Stjnts 
pl;onie aufgeführt wirb, ©aö Unternehmen beö ^)rn. 
@ommerlatt, beö ©ireetorö btefeö ßborö, üerbient an 
jie^ 5lnerfennung unb läßt über t^eilweife ungemu 
genbe 5luöfü^rung gern hinwegfegen. ©er große 



253 



Uebelfianb Ui alT btrfrn <£r)oren iß bie fc$wae§e Sc» 
fegung ber ©aiteninfhumente. ©egenfeitige 9lu$ljulfe 
xoaxt tn'er fet)r 311 wunföru. 2öaä wir noer) ju tas 
beln b)aben, baö ift baö Programm, befonberö ber 
©ommerecneerte, in bem 3*^^f» gewöfynlic^ ju tricks 
liä) bebaut ift. SBrnn mir aud) jugeben, bafj bei 
ber SBafyl brr uorjutragenben ©ad)fn auf ba8 fe^r 
gemifäte *ßublifum 9lürf(tc^t genommen werben mujj, 
fo glauben wir boer) nidjt, ba§ baß in bem S^iaage 
notfyig wäre, alö biöfyer gefcfcefjen. ßieft man guweis 
Ien tiu folctyeä Programm, fo mu§ man in ben fiinflr 
Icrifdrpcn (Sinn unb ben guten ©efer/maef ber Goncert; 
Deranfialtrr feinen befdjeibenen 3^eife( fegen. ($\n 
fyftematifcr)e8 SBorfüfyren ton guten ©ac^en würbe 
auet) auf bie äflaffe nur wor)ftfyätig einwürfen, unb 
cd liegt oiet in ben ^änben folget (Soneertgeber, bei 
bem grofjen tßublifum ben @inn für gute äftuftf ju 
werfen unb ju beleben. 2Bir tjaben un8 oft gauft'ä 
SWantel gewunfdjt, wenn fo ein banbwurmartigeö 
Potpourri ober ein bem äfynlidjeö ©tiief feinen %n* 



fang naf/m. — (Sinige SWitglieber btefer (Sr/Bre wirs 
fen auet) im $r/eaterorcr)efier mit, fo ber in unferem 
vorigen Senate fe^on genannte £r. @«^ft/ ©tabös 
tromprter, aucr) ber bort genannte Jpr. Qfteier, ©irees 
tor beä 9J?uftfcr)orö beä ßeibregimentä, alö (Slarinets 
tifl, unb #r. §*H, ©irector ber 2lrtifleriemuftf , al8 
©eiger, nebfl noer; einigen 9lnberen. — 2öir baben 
auety in ber ^ßerfon be8 §rn. ©erolb, ©irector bed 
,3ägermuftfcr)orö, unfereu 3lrmee = 9Jtuftfbireftor, unb 
fiefyt beefyafb £r. äüieprccr}t in 83erlin nid?t met)t eins 
jig in feiner 5lrt ba. 2öir wiffen nidjt, ob beä <Sx: 
jlereu SDlatyt fo weit gel;t, ober ob ifym ni<$t toon 
©eiten ber SWuftfc^öre ju Diel ©cbwierigfeiten in ben 
2Beg gelegt werben fonnten, fonft würbe er burdj 
5luowafyl ber bcjlen SWitglicber t?on jebem Gt)ore ein 
recr)t guteö Drcbefter ^ufammenfegen unb in bem t)ie= 
ftgen äMuftfleben eine 9toüe mitfpielen fßnnen. 2Bäre 
baö jii erreichen, fo foßte er' 6 bittiger ffiBeife nic^t 
unterlagen. 

§anno&er. 9JI. ^5. 



Ueberfid)t ber neueften ©rftfjeinungen auf bem ®ebiete ber 2Äufif* 



gär yßianvfottt. 

2alon % unb (SftaraftcrfiftcFc. 

91. 5BiDlliert f ®p. 65. Cmpfinbungrn am Sraunfer. 
ÄuCikalifrlje 3fti)lU. IDit^rn^orf. 1 Ji. 15 flr. CA. 

(Sin 6tücf, ba« mandjerlei (?übfe^e JMangtoirfungen bie« 
Ut, obne gerabe »om J&aucftf tat Sbcalitfit belebt ju fein. 
2)a* Xraunüein j^ieb ift gut ©runblaqe genommen, unb bar* 
über verbreitet jtd) benn ber ^omponift, fei et nun tariirenb 
cber nur anfpielenb; in ber 9)iitte (joren wir einen lebhaften, 
mebr erregten ©a^, ber jtear in feinem not^toenbigen 3«* 
fammen^ange mit bem Q3or^ergeVnben ober Dladjfolgenben 
pe^t, ber aber gut flmgt unb alt ©taffage angefet)en werben 
mag. Uebrigen« ifl ba« (Sanje nie^t eben Ieidt)t. 

$. *. ©otten^att^t, ©p. ll. Air Varie. j^ofmeiftfr. 
12^ H 8 r. 

(Sin ganft niebii^e« €tnef an« ber ftan^ eine« guten 
(Slavierfpieler«, »ie e« fc^eint. 2)a« J^ema, im Dreiviertel* 
Jtact mit etroa« Stytoler * (S^arafter , fingt glei$ an, baranf 
folgt eine Variation bejfelben in arpeggirten «eeorbei, bann 



la§t fta^ ein melobif^er SWtttelfafc, gleid^fam al« Xrio, ^ören» 
unb gule^t bef^lie§t eine gtoeire lebhaftere Variation ba« 
@anje. Die ©djtoierigfeit ift ni<bt bebeutenb. 

3. ©diutyoff, ©p. 25. Chanson des Paysans de 
Boheme, ßeljott. 45 ftr. 
SGBaijrf(^einiI(6 ^aben roir e« tjtcr mit einer bö^mifdjen 
9lational*9Weloöie ja t^un ; bem ißerfaffer »orliegenber Ueber* 
tragung fönnen wir roeiter fein ©erbienft gufpreeften, al« bafj 
biefelbe niebt eben ungef^teft gemalt ift. 

SB» §♦ Seit, ©p. 28. Le Gondolier. Romance. 
ßcljott. 45 flr. 
(Sin <Btüd6)tn, ba« in feinerlei Seife oon ©ebeutung ift. 
(Sin obetfta^li^er ©e^«a^tel» Sact, ber niebt einmal eine 
intereffante (Slavierbebanblung für fid^ bat. 

3nflructbf*. 

% SBancjura , (Dp. 48. Die t ttten jtDölf f ecttonm 
f. f)ftf. mit /ingerfat} unb ßerückftchtijung klei- 
ner 4änbr. tDitjrnborif. 45 Ar. €.41. 
(San) jtoerfeBtfpre^enbe €rfi<fdj«ii. 



254 



9Rofee<irtitel, ftabv if arbeite 

31. &tdU&, ©p. 34. Fantaisie brillante sur des mo- 
tifs de Macbeth par Verdi, Bdjott. 1 JFl. 30 flr. 
©ritlant, aber fcoljl unb nidjtdfagenb, ,,9llle« f$on ba* 
getoefen!" — 

©♦ SÄemfcte, Djanina. 2e grande Valse. Schott. 
1 H. 
Bnfpredjenb, ni$t fätoer, auf flüchtige Unterhaltung be' 
rennet. 

©. St. Dfcliotlte, ©p.76. La Capricieuse. Fantaisie. 
ßcljott. 54 flr. 
Diefe« ©tütf rollt nidjt »iel fagen. Durftigfeit ift fein 
(5§arafter, «Beflimmung — bie «ergeffenijeit. 
%. SButgtnÜUct, ©p. 98. La Veneziana. Fantaisie. 

ödjott. i jri. 

(Seilte unb leiste DreMerteltart;gWelobten; tton<Sdjtoung 
unb (Hebung ifl feine 9tebe; Stile« fjübfö alltäglich unb breit* 
getreten, bajj 9tiemanb firauc&ele. 

St. 3aeD, ©p. 9. Caprice sur le Prophete. Scljott. 
54 fir. 

(S^anj »irtucfifdje gactur. @ema$t, um ju glanjen, aber 
nidjt ju errcarmen. 

gut 9>tattoforte gu tuet J&änben* 

%. §UIttett, ©p. 166- Trois Fantaisies sur des mo- 
liis lavoris de Martha. 3 $rft*. fireithopf u. Par- 
tei, ä €jfft 20 rigr. 

gfiv Dilettanten gum flüchtigen Slmüfement. 
©. SWatcail^OU, Le torreut. Grande Valse brillante 
et facile. Sdjott. 1 Jl. 12 fir. 

ftür t>orgef#ritiene Schüler brauchbar. SHelobiö«, aber 
giemlid) platt. 

gut ^>ianofotte unb SStoIine* 

<£• «jent*, ©p. 625, u. 2Ä. Surft, ©p. 15. Pro- 
duetions de Salon. Fantaisies pour Piano et Vio- 
lon concertans, nr. 7 u. 8. über iJIottoe aus JDom 
Sebattian oon Qtonifcttt unfc Crnant oon ttertt. JIU- 
djeiti. ä 1 JFl. CA. 
üfflirffam für beibe 3nflrumenie, toenn auef) bie ©eljanb* 

lung«»etfe buidjau« nidjt neu unb eigentümlich ift. 

§. Siebet, ©p. 15. Six Pieces pour Piano et Vio- 
lon ou Violoncelle (Di* ttioloncellparti* von S. Ccs 
übertragen). Divisees en trois Suites. ttectytti. 
Hr. 1. 1 /l. 15 flr. Hr. 2 u. 3. ä 1 Jl. 

Der (Somponift bietet un« tyier (gtüde oon »erfd&iebenem 
(5l?arafter, bie alle ftd) burdj eine getoiffe @clibität au«jei<$* 



neu unb bie ben üöerfajfer al« guten SKuRfer bocumentiren. 
©eine Denftreife ifl feine orbinäre, unb toir folgen feinem 
©ebanfengange gern , trenn er un« aud) feine ungeahnten 
9ictd?c erfcfcltefjt unb feine $ljantafie un* nlcfct mit ablet* 
füljnem S^rounge empoiträgt in'« Sftefclj ber Traume. 

gilt StolonceU mit tyiatwfortc. 

3- Bttatlili), ®p. 13. Jpljantafie für Öiolonreü mit 
öegl. t>ea Jpftc. über CifDer oon JFüdjs. UMfenfcorf. 
1 JFl. 30 flr. 

(Sine redjt trirffame $i£ce, bie tro$ ber wfdjtebenen 
(Elemente, au« benen fie beftefyt, ber Qinfjcit nf<$t fo fe^r er* 
mangelt, roie uiele (Sompofttioncn biefer 5lrt. Die jttei 3üc$3< 
fcfien Sieber : „bie füllen SBunbrer" unb „©ibmung" finb 
nieftt foirol)l ©runblagc, al« oerbinbenbe S^tttclglieber, fnbem 
ba6 Allegro affetiuoso be0 Slnfangö t^eil« burc^ Slnfpielungen 
barauf, tl;eil« burc^ bie QÖieberfebr am @a)iu§ al« leitenber 
©ebanfe ^tngcPellt tvirb. Die tec^nifc^e S^nuerigfeft ifl 
mefet unbebeutenb. 

gut gläte mit ^Ptanofptte^ 

®. SBticcialbi, ©p. 51. Jtyantafic üb^r }wti fcljottt- 
felje moiive. Öcljott. 2 Ji. 

$ritt blc« mit Slnfprüc^en an finnltdj)e Jtlangtüirfuug 
•auf, unb biefen genügt e$ auc^. 

Siebet mit ^ianofotte. 

2» 3ttlet f Ständen, ©rt. pon iTloritf Ömetafka. 
©löggl. 15 flr. 
(Sine un&ebeutenbe (5tntag«fliege bilettantifc^en Stnfc^en«. 

(£. ÄUtt^e f ©p. 4. ©<>mt Ctrl) \mi flerfen (cljei^en, 
von ©eibel (Cie^ertetnpel Hr. 73). öote u. 0ork. 

(Sine Trivialität jagt bie anbere in biefem Siebe, unb bas 
gegen ju fümpfen h?are nu^lc«. £ädjerlic$ iP bie Sffiieber* 
^olung ber erfkn ©erö^eilen am (Sc^lujTe. 

@. Ä0d^ f Ctebcljens 3Vuge, für Sopran ctoet Senor, 
3Vlt olJer öariton. Schloff. 7^- ggr. 

SBirffam für bie stimme, aber von nidjt großem Jtunfx^ 
irert^e. 

3*Cffenba^ fiieüV bei mir! oon C. ©.Öternau, ffir 
Sopran o^er QLtnov, 3Ut oder ßariton. Öcl)lof|. 
7* S fl r. 
Der Xert ifi im SBolfatcn gehalten , ioie auf bem Sitel 

Pe^t, unb barum M ber (5omponift n?o^t geglaubt, er brause 

nieftt »iel llmfiänbe ju machen. (5<5 ifi nic^t« son 3nfpiratien 

barin ^u fpüren. 

3- &. b. Porten, ©p. 7. ÖonfcoUera oon ©eibel, für 
Sopran ofcer S^nor. Itieme^er. T 5 T Äljlr. 



255 



2)a* ©an*e fommt un« ettva« ungef*tcft vor, e$ (liegt 
nf*f re*t. 3)ie vielen Xnct; unb Xempoveränberungen tool* 
Ien und ni*t rc*t ^u ßovfe. ißiellei** tväre eine einfachere 
gaffung auträgli*er getrefen. 

2f. griffe, ©p. 3. ©rri Cte^rr. nr. 1. 3cb f«ut* miclj 
im tüalaesgrün. Hr. 2. © Du mein JHonD. Hr. 3. 
abenlireife. Hiemeijer. T * T fcljlr. 

2)ie ®a*en »erratfjen nur fparli*e fün(Herif*e Sega* 
bung. >iDir wollen tvünf*en, bag bfe fünftigen ffierfe bcS 
S3erfafTcr^ unfere SBebauptung Sögen fhafen. 

SB. 23aumgattner, ©p. 8. 3mri komifcb* Ciener: 
flauer JHontag, oon Reinick; Oungfrau Sänne, oon 
Öogl. Änbre. 27 fir. 

(Bttvai fnei>en--fjumorifttf*, aber nf*i gerabe wt&envar* 
tig. binnen au* no* bur* entfpre*enbcn »Beitrag gehoben 
tverben. 

§. ©ffet, ©p. 28. Drei JRä*d)fn-fie*er oon ffleibel. 
Hr. 1. ffaCf fcljlafnt mieb un* träumen. Ilr.2. fiurt 
un* »9I. nr. 3. Wie Üerlatfene. 9ct)ott. 1 /i. 

£r. CJffer t;at ff* immer al* guter SWuftfer gezeigt, unb 
au* vcrliegenbc lieber geben un<3 bui* ir)re »luffaffung unb 
5(u<Sfur)run^ Feine f*(e*tere Meinung von itjm. (Sr geljert 
gu ben mujifalif*en (Jfleftifern. (Sr bat viel gwmtc* in fi* 
aufgenommen, aber er tri bo* nid^t bloßer Gopiff. 

§. ©ffet, ©p. 29. fflrri fültv oon (Seibel, mit f)fte. 
unti fljorn- o&er CeUobrgleitung. Hr. 1. Öonaoltera. 
Ilr. 2. Hin* nimmer tonkft lu mein. Hr. 3. Der 
fcraum Der erften fiebe. Sd)ott. 2 Ä 24 fir. 

(Stehen auf bem Niveau ber votigen Sieber, unb »erben 
ff* »ic biefc \vor)l grtunbe enrerben. £te binjutretenbe 
<&orn* ober ßellofUmme gitrbt ein bübf*e« Relief, tvenn mir 
au* gefielen muffen, bag tt?ir ntc^t für biefe vermehrte ©e* 
gleitung incliniren; bo* e« ift nun einmal <Bittt, unb eS 
tofire vergcbli* fid> bagegen &u flemmen. 

§. ©Ottt, ©p. 03. ttier Drutfcb* fiefcer: JTrüblinjß. 
lieb, oon fijoffmann 0. JTallerßleben; Öerlorne fiebe, 
oon Bternau; Dergeblicbe UJünfcbf, oon tPenkbftcrn; 
ßifcbof Libero oon 8rier, oon äramer. Schott. 
1 Jl. 12 fir. 

SBir bitten vom (Somvontften ettva« Slnbere« unb 93efie* 
te« ertvattet, al« biefe Sieber. <5ie ffnb ganj cljne ffietfje, 
ganj obne b^ere* ©tfaffen, bag tvir nur un« tounbern fön* 
nen. «&r.5)orn !)at ftd^'« fe^r bequem gemalt, unb wenn ber 
itnnßler etft bequem toirb, bann fdngt er au$ an bie toa^re 
Äunft gu miga^ten, unb ba« rdcftt ff* allemal. £a« le^te 
Sieb iß jn befferer (Siunbe geWrieben; e« iff ni^t o^ne @e* 
funb^eü. 



§♦ ^5tOd6, ffip. 141. Äorjcnjruff. ©r^. oon j|er- 
qejij. ©iabrUi. 30 fir. CHI. 

2:rägt biefelbe $^ffognomie tvie bie früheren (Sachen 

be« fflerfaffer«. Ueber ben Sfficrtb ober Untvevt^ tvollen tvir 

ni*t me^r Sreiten , baiüber ffnb Dilettanten nnb Äünfflex 
einig. 

§♦ tytoti, 159(teß Werk. ,,©if Äutter mir* mid) 
fragen", ©e*. oon Ritter, mit flft*. un* Cello ofcer 
florn. ©iübdli. 1 IL Mit pianoforte allein- 
30 fir. tt.JR. 

3)a* Sieb tritt ettva« anfyrud)«voll auf für ben eigentlich 
gcmütfjlid)cn 5Tert, fann aber von guter 9IMrfung fein, tvenn 
eö gut ju @e^or gebraut tvirb. 

$öefvrod)en werben: 

%. §ttter f ©p. 42. Brei ©eCänge für eine ßaf}- otier 
fflaritonftimme. Öcbloff. 25 0gr. 

%. t>. Sloba, ©p. 23. Örcbs ©efänge für SLenor o**r 
Öopran. nicmeqer. 4 ^it. 

2. ©ctUttbelmeiffet, ©p. 9. ©rti titUv für Sopran 
ot>er Senor. niemetjer. T S T tblr. 

©♦ Slctnt^alcr, ©p. 2. ©eDicble oon Rürkert u.Cto. 
ffiote u. ßoeh. fleft 1. 15 Sgr. 

6b. §au6Ittf , ©p. 9. flhrci fieser, ßote u. ©ork. 
15 Sgr. 

% 21. ^etetö, Secbs «e^ictjte oon fienrwtte öfter«, 
ßote u. ßoek. 25 ßgr. 

Duetten für jtuet ®ütgf?tramen mit ?Pfte, 

2* ßeitj, ©p. 43. Brei Cie^er. Hr. 1. Örbön' Röslein, 
oon Sfbulttö. Hr. 2. Am Ülorgen, oon ijoffmann 
0. iTallrrsleben. ITr. 3. Brei ßlätter, oon Srhulte«. 
Srbott. 1 Jl. 12 fir. 

2)iefe Sieber trollen un6 ntd^t fo redjt jufagen; toir ver» 
miffen 2Därme unb Snnerlic^feit, unb bie 2Helobien fliegen 
ni^t natürlich genug. Q0 geberbet ff* afle6 ttvoat eefig unb 
freif. 5lm meiffen roirb no* ba« le^te Sieb bur* guten 93ot* 
trag trirfen. $er gactur über^auvt Fann man 9lid)t6 an* 
^aben, ffe jeigt von Routine, toa« ff* au* von bem 60m» 
froniften, ber f*on 3:ü*tige« geleiffet f)at, erwarten lägt. 

2. SetttJ, (Lyre francaise). Les deux moines. Duet- 
tino p. deux Basses. Schott. 

3»el 2Hön*e ganfen ff*, ber fr6re 3ean Hagt ben fr^re 
3acque« ber $runffu*r, nnb nmgefe^rt fr<^re 3acque« ben 3ean 
ber gregfu*t an. Vailä tout ! — IDer ißortonrf tft ni*t fe^r 



256 



mnflfaUf*, »U biüb ficf>t, aber plfant »otgthagm »lift au$ 
ttcljl nod) etwa« muftfalffd) ©d»Ied)tete«. 

fttrci)cnmu|lf. 



nacljgelaffantn Wrrkr). IDret pfalmrn. Brritkopf 
u. Jjörttl. Hr. 1, 1 tljlr. Itr. 2, 20 Itgr. nr. 3, 

1 «l)lr. 

SBitb befarodjtn. 



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comique aufgeführte neue Oper: 

Die Rosenfee von V. Halevy, 

komische Oper in 3 Akten von Scribe und St. Georges, deutsch 

bearbeitet von Grünbaum. 

In Partitur, Orchesterstimmen, vollständ. Clavierauszu«, für 

Piano allein, für Piano zu 4 Händen, f. Violin- u. Flötenquarlett. 

Berlin, Schlesinger'sche Bach- u. Musikhdlg. 



Im Verlage von Wriedr. Hofmeister in Leipzig 
ist erschienen : 
Wülmers, Äud., Klänge der Minne. Album. 8 Lieder ohne 

Worte f. Pfle. Op. 67. geb. 2 Thlr. 
Donizetti, C, Matinöe musicale. Album. Recueil de 6 Anettes 

et de 2 Duettinos italiens avec Pfle. (Mit deutscher Ueber- 

setzung.) geh. 1 Thlr. 25 Ngr. 



Gesuch. 

Ein nach allen Richtungen hin tüchtig gebilde- 
ter Dirigent, welcher seit mehreren Jahren sowohl 
grössere Gesang-Vereine, Orchester, wie auch grös- 
sere Aufführungen leitete, und sich nicht allein als 
Musikdirector, sondern auch als Lehrer im Gesänge, 
Pianoforte, Orgel, Violine und Composition be- 
währte, sucht ein dauerndes Placement 

Ausweise über seine Moralitat, wie auch über 
seine Tüchtigkeit können zur Genüge gegeben werden. 

Man bittet, etwaige Offerten unter den Buch- 
staben: A. Z. Nr. 5. frankirt an die Expedition 
dieser Zeitung gelangen zu lassen. 



Ö» ötnjelne Wummern b. 9t. 3tf$r. f. 9flnf. werben \vl 1-J S^r. beregnet. 



ftetitf um ff. 819 4« an n. 



Heue 




iitfjfytift fit 




<üttfiitttootüid)er fRebaetttt: 

^ranj SB reit bei» 

(SmunbÖreijHgffrr SJunP. 



Jtf 48. 



©erleget: 

Stöbert ftuefr in £etp}ig* 
©en 12, ©ecember 18W, 



JBoit Mefer 3eltf^ et f feinen toi dj entlieft 
2 Hummern oon 1 ober 1 ■/■ ^Bogen. 



; $rete t>e« ©anbr* Don 52 ühiu 2 Vi 3TI?tr, 
3 nfttrtoit* gebähten bie *Peiiije ile 3 %t. 



Slbennrment nehmen afle l J>ufUmtet, 3Jitd}* 
Stuft h unbÄunflljanblun^en an* 



3ll6alt: Kleber, — SetyjigfE ffiUtTflfbcn. — SagfSgtf$i(&tf, 



Siebet* 

3üj- 3* §• Setptllft, 0f- 29, Zes Liederen, vour 
eene Zangstem met Pianoforte. — Rotterdam, W. 
C* de Vletter. Prvs 1 IL 50. 

8(ti<$ biefe Öiebet reiben ftet; ruefftdjtUcr; it>rrä 
©tifleä an bie früheren an, roenn fet/cn im allgemein 
nen (grfinbunc] unb Stuöbmct etroaö matter (tub. Str. 1 
Jjat eine f^i anfpredjenbe 2Jfrtübie, obfdjon ju ftfc 
äJ.enbetäfof;mfcr); eä fct)eint, alä ob namrutlidj brr 
Öcbgefang bejfelbrn nad^^attigerr SBirtutig tu beut 
gompomfieii bernorgrfcra^i t)abt , beim balb taudjt 
biet, balb bort ein gragment aus! bemfelbeii am". 2o 
auet) in bem uorliegeuben Siebe, ©iefeä Sieb ^at übrü 
genfl ©alouflanbpuuft, nur im toeiebettrn (5t mir. Un- 
ter bie matteren geboren 2 unb 5, in benen fldj bie 
Seftmiung m$t erüfrtjirben genug atE§feri<$t 3tr, 4 
,,©rr grüne Arang" (de groene Kraus), leidjt unb 
anmutig, wie rö ber ©iun brä ©rbidjteG mit fieft 
bringt; bie Sütelobie fipmpat^ifut aber etnjaä mit üer* 
roaubten ©eelen. Str. 5 „©Reiben'', ein fefjr guteä 
Sieb, freier unb felbftjiänbiget gearbeitet. SBon OPr± 
}iiglüi?jln SBirfung ifl ber @r$Iu§, brr unS in @pan= 
nung lagt, bie bie Segleitung toirber ^ebt. ©ie 
fdjleir^enbe ^Begleitung t/at $u beut 5ßar(anbo*^on beö 
&iebeä Biet ©pte^enbeä, Sßr- $ „Vaderlandscb- 
Lied" ifl felbflflanbiger unb fräftig gehalten, roenn 
fe^on nidjt von fr^t ümtretenbem ^aratter. ©ie 
Sejte flnb fatnmtlt<$ tfoftänbifö* 



fieo^oib §affrter, fileine ßlumeti, befteljenb in aetjt 
fieDern für eine Sopran- ober £enörftimmr unb 
Pianoforte« — Bresben, paul, (tigcntrjum bes €om- 
poniften), J)r, 15 Hgr. 

©er 8Setfaf[er biefer Öieber fdjeint felbjl bur<$ 
ben 'Xitd baten anbrüten tuoÜcn^ ba§ eS feine brbeu= 
iuugäocttrreu @rfängt finb, fonbern anfprudjSlofe 
Oabrn, biebat)er, ba fie me^r für bie eigene Srfcofung 
unb Srgi^uttg gemalt f^einen, einen um fo billigeren 
fflaa§ftab ber Äcitif beanfptne^eu, al3 bie Verausgabe 
berfetben , com oerflorbenen (Somponifleu fcf r>fl roat)^ 
!~cf;cmLtct) uicfjt brabftct)tigt y me^r all ^pietdt6^eitgni§ 
^u betrauten ifl, ©ritt ungrac^tet ifl eö ^pflid^t ber 
Äntif, benfrlben ben $Iag anjuujeifen, brr i^nen, »eil 
fte eiumaf üor bte Deffrutli^feit getreten, i^rem $n; 
L;nlte nan) gebührt. ©er Staubpunh ifl ein bi(et: 
tautifc&a, unb ^mar legten ©rabrä; l^ieraiiä ergiebt 
ftc^ von felbfr, bag füiuüt)l t)iuittt;t[id) be3 Xcc^nif^en 
a(d aufy bei 5tt^a[t(tc^en feinertet ^iiforbeniHgen ge^ 
flettt roerben (önnen, ©er Berfaffcr befinbet fi^ auf 
einer §u nieberen mufifafif^en s 2lnf^anungö(1nfe, ald 
fcajj oon einer Sluffafftmg nadfc) ber t)oetifet>en ©rite 
^in bie 3iebe fein fänntr. 

3nliwS SKelf^ert, ©p, 3. ff»H«rkran}. Otec lieber; 
Örltger träum — ÖetjnCuctjt — 3n ber Jrnte — 
Stanbeljen. Juv rtnr Singfttmme mit ßrglrit. bes 
|)ftr. — Hamburg, Hiemener, fljeft IL pr- i Sljlr. 



258 



3ttHttS 3BtÜ$ttt, ©p. 15. © (tili* lit* »erlangen, 
©rt. p. €. Äfibrl. Jur eine fiaritonftiuime. — 
tbtnl. pr. T » T 81)ir. 

— — — , ©p. 16. firbeatrw, €roft. Öon 
lUttwk. Jüv 3Ut ober ßariton. — €benb. Hr. 1. 
i «l)lr. Ur. 2. ± «|,ir. 

— — - , ©p. 17. IDte Rocljt. ^ürtrnor 
ober Sopran. — €brnb. Pr. -J- Äljlr. 

— — — , ©p. 18. ©üipcrga'* fieb, von 
H}*rlöfffol)n. Jür Sopran ober Ztnot. — <bmb. 
Pr. 1 €ljlr. 

— — — , ©p, 19. © lof} mt^ in ben ©lonj 
*e» aujfs fcljourn, pon 3eife. JTür «mar. — «ben*. 
Pr. i «l)lr. 

— — — , ©p. 20. XDo (tili ein «er| pon 
fiebe glülji, pon €. ©rtbei. iTür Alt ober fiartton. 
— «ben*. pr. i «tjlr. 

©ämmtli^e Sieber, im SJerfage pon SRieme^er 
in Hamburg, pnb in ber ©oppelauögabe, für (Sopran 
unb Senor, ober Sllt unb öariton 311 t;aben. g« 
liegen mehrere Sieberiüttfe be« tyier no$ nictyt genann-. 
ten (Somponiflen Por, bie biö gu einer anfetynlic^en 
Dpuögafcl f;inaufrei*en, fo ba§ bic Äritif ein guber; 
läfpgereö Urteil faden fann at« bei ben (SrPltng«- 
tperfen. Seiber fleUt pc$ aber ba« ilrtfjeil fo Ijerau«, 
bafc e« Perbammen mufj. 6« ifl <Sd;abe, wenn 
Gcmponiftcu biö gum Dp. 20 eine 83afcn loanbeln, 
bic ani feine Slnerfennung, felbfl pom ©tanbpunfte 
mäßiger &nfprüc$e au«, «Rechnung machen fann. Sluf 
Anlage unb tec$nifc$e ©efäicfli^feit be« (Somponipen 
läfjt pc$ toofyl au« biefen Siebern ein <5c$lu& machen, 
aber bie {Richtung, ber ©efömadf ipurgeln auf einem 
»oben, ber bem Pertp er flicken ©ilettantentljum 
bulbigt. ß« geigt pc$ barin nur 311 beutlic^, bafj ber 
6omponifi na* ©unft unb Popularität ^afc^t, unb 
gtpar ipiü er bte« 3iel baburc§ erreichen, t>a$ er ba« 
jjunbettmaf ©ageroefene ipieber auftiföt, unb folgen 
Seuten, bie bem glasen Porgilglic$ gugetl;an pnb, 
»orfdjub leiftet. 83on einer poetiföen Sluffaffung ber 
%tjit ifl niTgenb« bie SRebe, e« ^anbeft pd; blo« um 
einige tyiibfö fliugenbe äRelobien, bie no$ bagu afle« 
$8$eren SReije« entbehren unb allenthalben ber Bn* 
Hänge fo fciele bieten, bafj pon einem eigenen <3<$Af= 
frn ni$t bie Äebr fein fann; ed ijl ba« eine gebam 
frnlofe Slac^mac^erei, bü ein Somponifl, bem e« um 
bie toa^re ©efang«funfl einiger Srnfl ifl, entfd^ieben 
Pertperfen mu^. ©arau«, bag fic^ fol^e Siebet ber 



Verbreitung in pielen befannten Äreifen erfreuen, barf 
ber 6omponi|l noc^ nifyt fc^Iie§en # bafj er ben Te^ 
ten 2öeg betreten. (Sr barf p«^ baburc§ bie »ruefe 
jur ©elbflfritif nitft abbitten (äffen. 2öie per» 
fetylt bie «uffaffung , wie o^ne richtige« t)rrflänbni§ 
be« Siebte« aüe« gemalt ifl, geigt ^r. 1 „Siebeötreu" 
in Dp. 16. ©ie Butter fpri^t bort gur Softer: 
„D Perfenf, pcrfenf bein öeib, mein Äinb, in bie 
@ee, in bie tieffle See". ©ie 2!o^ter ermibert : 
„@in @tein n?o^[ trei6t auf be« äJtcere« (S5runb, 
mein %ci* fommt fret« in bie ^öl;'/' £ier t?at bet 
(Somponifl für beibc Strophen folgenbe ^elobie ge- 
geben: 

±t _. l~i-*- Z9 ^*^*\is-*-r— ^^3 k -, 

, C »ftfenf, c »er= fenf (ein 8rib, mein jlinb, in He 



4 



*— 1*— *-• ~- 



©ce, in tie tie s fe €ee !" 



»bgefefoen Pon bem ©ehalte brr äKelobie, fpringt eö 
boc^ in bie öligen, ba§ bie «Rebe ber äflutter unb bie 
ber Softer mcfrntlid^ Perfc^iebene »e^anblung er^ei. 
föen. ^n ber britten ©tropfe $icbt er gipar S(nbe 5 
re«, bod) immer bem 93crivanbted 5 e« finbet Pd^ feine 
(Steigerung, bie bod) ber Srjrt fe^r tentlid) an bie 
$)anb giebt. ©a« ()ei§t eben blo« mad^en, unb 
nic^t einmal getieft; erfaffen foü bir gomponifl bie 
«Pointe be« ©ebidjt«, ba« grfagte in pd> bur^emppn^ 
ben, burc^benfen unb perarbeiten, nicfyt blo« eine TU: 
lobie baju machen, ba« \\i #anbiwf j tpa^r^aft @m- 
pfunbene« poetifö ge^atten, ba« i|i Äunjl. 3n S3e^ 
gug auf ba« befprod;enc ©ebic^t certoeife \$ auf bie 
6ompoption pon jtil^mfiebt, Dp. 13, 9Jr. 2, ber e« 
ipa^r, poetifä, unb äp^etifc^ befriebigenb ipiebergeges 
ben f)at. ginbet pc^ mitunter auc$ ein ©ebanfe, ber 
bem Sefferen guPrebt, fo ipirb er boc$ balb ipieber 
Pon bem <5ci$ttn perbra'ngt. ©ie be^en Pon Itn 
fammtfic^cn angezeigten ßiebern pnb bie erflcn jipet 
in Dp. 3: „Seliger ^raum" unb „(Se^nfuc^r. i>ier 
geigt pd) ein gefunber Sinn; bie ©Mobie, in ber 
»o(f«ipeife gegarten, rinfa^ unb flar, fpric^t inm 
bergen, toeil Pe SBa'rme $at unb i^r fein franf^afte« 
©alonelement beigemifc^t ifl. 



259 



«ripjtger üKufffleben 



©edjffe«, fubente* un* acfitcd 9tbcnnemfntconccrt. £auvt* 

Prüfung am IScnfrivatcriuin Wr Wuftf 411 i'cipjig um 

25ten 9Jov. im £aa!f bc« GAfWan&I)au|c6. 

©aö fecbfte *2ibonnementroncert würbe mit Serb. 
^iller'ö SDuücrtiirc uir £per // cin Xraum in ber (Styrifb 
nacfyt" eröffnet. ©ie JDper ift früher auofütyrlict; in 
tief. 331. befprodjen werben, ©er (Somponifl t;at jum 
Xfyeil ^3crtrcff Uc^cö tariu grlciflct j bafc fie feinen 
(Eingang auf ben S23iiC;iicn gewonnen, ifl fyier vor$ugö= 
weife beut nict)t anfpreetjenben (Sujet uijufdjreibeu. 
(Sine nun erfreu äJlale aufgeführte Ouvertüre aber, 
getrennt von ber Oper, welche t)a€ Sßublifum nidjt 
fennt, fommt immer in eine mijjlidje ©tellung, unb 
fo gefd;al; ce, baft baö äßerf nidjt ben Jöeifall Arn* 
tete, ben eö erhalten r)abeu würbe, wenn bie Oper 
befannt gewefen wäre. §Bon ^uflrumentalfadjen i)ln 
ten wir ferner im 2ten üll;eil Üöeetfyoven'ö 5X -. ©ur 
©r/mpl;cnie. (Sine ©vmpl;ouie von 5lbt Vogler, lie 
inöbefeubere burd; baö eombinatorifd)e Talent beö 
(Somponifren für ben SEThtftfer intereffant, fo viel %xi* 
fcfye unb Kebeubigfeit befigt, um auet) von beut grö: 
§eren ^ublifum beifällig aufgeneuuuen 511 werben, er- 
öffnete baö ftebente (Soneert. $m 2ten Sfyeil tarnen 
bie beiben Ouvertüren, bie „233albnr;mpl?e" von ©tenu 
balesSöennet unb 511 „Olympia" tum ©pontini ( uir 
9luffüt)rung. ©aö adt)tc (Soneert begann mit ber Oiu 
Vertüre ju Seencre (9Jr. 1); bie SlräMoll ©r/mpr)onie 
von SWenbelöfoljn bilbete len 2ten %l;eil. grl. £. 
Wiffc n fyatte bie ©efangö vortrage in biefeu brei (Soiu 
eerten übernommen. ©ie fang im fed)flen: Aria di 
chiesa von ©trabella, von Sri. ©. ©djlcjj nun erflen 
SHal tyier gefungen, unb 5Ine auö ben Puritanern, 
im ftebenten: Siciüana von ^ergolefe, Slrie auö 
„Srnant" unb bie (gnabenarie auö „Robert'', worin 
Sri. $. (Stjtt; bie £arfenpartie fpielte, im achten (£on* 
eert: „$£ie nar/te mir ber ©ejjhtmmer" auü S"Hd)üg, 
unb Slrie auö „Suerejia Söorgia". SBcn bem £obe, 
weld)eö wir Sri. Riffen bei ityrem erfreu auftreten im 
fünften Soneert fpenbeten, muffen wir Sinigeö jurüefs 
netmienj ber SBertb tt)rer Vorträge flanb in abjleigen: 
ber fiinie; Sri. 9?. jeigte ftd> immer alö gewanbte 
Äünflleriu, aber mehrere genfer traten ^erüor, bie wir 
anfangö weniger bemerften : fo eine t/tn unb wieber 
recr)t auffaöenbe Neigung jum ©etoniren; ben dritter 
tabelten wir fct)on früt)er, aber aud) bie (Soloratur 
war öfter nidjt eorrcet. Sit« mi§Iungen ifl gerabeju 
ber Vortrag ber greifer)üfc = 9lrie ju bejeicr)nfn. 9Wüfs 
fen wir fct)on rüt)menb anerfennen, wenn bie ©anges 
rtn aue^ beutft^e SBerfe »orjufü^ren flc^ fcejlrebt, fo 



möchten wir i^r boct; wo^lmeinenb ratzen, fo lange 
fie fier) niefyt oertrauter barnit gemacht t;at a(S hier 
ftet) jeigte, baoon abjulaffen; eö fehlte ber ©arflels 
hing burcfyauö au Spaltung, eö fehlte baö innere ^ers 
fläubni§. — 2Uö ©oliflen traten auf im fedjjten 6ons 
eert: ^r. $ugo 3a^n, Ä>iitglieb beö Orc^efrerö, 
©oneertmeifter ber ^uterpe, mit einem (Soneert; s 2ttlei 
gro t?on öa^jini, im 7ten (Soneert: grl. (5t?tt? mit 
einer Sßljantafie »on ^pariöl? 5 N 2Uoarö unb £rn. ©ies 
t^e, ä)Jitglieb beö Drctjefterö, mit ^Ibagio unb SKenbo 
für bie Oboe t?cn Äalliwoba, im achten (Soneert: ^pr. 
©arl ^tarier mit einem (Sonrrrtfag (g ; s JÜ(oU), 
(Soneertetübc («!p = 9??oU) unb Tarantella, fämmtlict) 
eigene (Sompofitiouen. 4>r. ^^Ijn ift einer unferer be= 
ften feiger \ fein ©piel jeicr;net ftc^ au$ , wenn aud) 
weniger buret) gülle beö Xoneö unb ©cr)wung, fo 
burd; gro§e ©auberfeit unb (Serreetljeit. ^pr. ©ietr^e, 
gleier)faüö ein fefjr tüchtiger ^ünftler auf feinem Qm 
flrument, t;atte eine beffere (£ompofttion gewählt, alö 
in früheren ^afyren. Sri. &t)ti) war bieö 9)tal wents 
ger »orn ©lud begünfligt, alö bei il;rem erften öffents 
lict)en auftreten. ©ine fleine ©törung am Qnflriu 
ment, eine fyerabfyängenbe ©aite, ineommobirte unb 
raubte bem Vortrage bie nötige Siulje, waö wir um 
fo mer)r bebaueru, alö bie äBa^l einer fdjwierigeren 
Ciompofitiou taxiiuf berechnet war, bie Äunjtfertigfeit 
ber ©ame tie^ Wlal me^r 311 jeigen, alö eö bei ber 
früher vorgetragenen 5ilcinigfeit möglict) war. ^)r. 
©arl 2ftat;er üermoe^tc anfangö baö ^3ublifum nid)t 
ju erwärmen. (Bein ^erüorruf war ejwaö lau, unb 
ber 23eifafl jleigerte ftet) erfl, alö er jwei (Sompofttios 
nen (aud; bie Trillers ßtübe), jugab. ©eine früher 
auöge^eid)nete Xed)nif t)at an ©lanj, an garbens 
fd)mel^ verloren, eö ifl nicht metjr bie ©taflieität beö 
»llnfc^lagö vort)anben, bie ibm bei feinem auftreten 
tor einigen ^a^en aöc ^örer gewann. r- *g 

©ie Xr)ätigfeit eineö ^nflttitte boeumentirt fid) 
erfl rect)t, wenn jte bie SDeffentlict)feit jum 3f«gf" 
maßt, wenn fie gteid)fam einen 5Hed)enfct)aftöbericr)t 
ablegt, unb i^r ©ollen unb £abeu ^ cc oerfammelten 
ffiieiige offen bart^ut. (Eine öffentliche Prüfung fott 
alfo fowor^l vom 3Bertl;c ber v 2lnflalt, alö auet) vom 
28ertf;e ber 3öglinge 3^ti^nig ablegen; beibe %\)eiit 
flehen ja in Sßed)felwirfung , fte bebingen ftd) gegens 
feitig, beim axtd) bebeutenbere Talente fönnen ja burcr) 
falfd^e Seitung auf falfd)e SBege geraten, unb wies 
berum fd;wäcl;ere burd) fräftige ©tüge nod) für tic 
wsa\)xt Äunfl gewonnen unb erhalten werben. — 
SBenn wir nun bie öeiflungen ber bieömaligen ^Jrits 
fuug auahpftren, fo fönnen wir nict)t anberö, alö bem 
Snflitute ©ünfligeö nad)rür)men. ©ie ©d)üler pro- 
bueirten flc$ in ben ©pr)aren ber Dr^eflers unb ®u 



260 



fangcompofttion, bed Solo: ur.b Drdjefierfpicld, unb 
bed Solos unb (£fyorgcfangcd. — 3mei Dutoertütcn 
ber 4?£. ü. Äolb auö "ilugdbutg unb Stöbert 9tabrcte 
aud ©ittinanndborf in Sdjlcfteu eröffneten bie beiben 
Slbtr/cilungcn, unb bilbeten 311 gleicher Seit in ber 
(Sompofttion bic fyctöottagcnbfien Momente. 33eibe 
SDuöcttürcn befunben ein tücfytigeö Streben -, in bci= 
ben lieg ftd) gormgcmanbtljjeit nicfyt öerfennen, unb 
wenn mir ber Gompofttion bed £rn. Stabecfc in S3e- 
jug auf bie Arbeit gröfjcred S3erbienfi jugeftelpcn, fo 
muffen mir £rn. t. Äolb etmad reichere Srftnbung 
nactytüljmcn. ©ie Nrt, mie #r. Stabecfc bie äJtotitoe 
benufct, r/at und fefyr motyl gefallen, unb jeugt von 
guter muftfalifdjer ©ilbung, menn auety bie ©ebanfen 
bürdend liiert neu ftnb. £t. o. Äolb bagegen läjjt 
metyr Xiie fünftlcrifdje Sinfycit üenniffen, t/at aber t)cn 
93crjug ber grö§eren SBä'rme für ftd>. 2Baö bie %\u 
firumentirung betrifft, fo fyä'tten mir bti Reiben etmad 
mefyr ©ure^ftc^tigfeit, etmad metyr fünfHcrifctye 23er; 
tr/ciluug ber SM äffen gemünfetyt-, bic fottgefegte Ue; 
fcung mirb aud) biefen Mangel befeitigen. — $11$ 
Glamerfpielcr jeigten ftdj : §r. SKafcecfc mit bem er|lcu 
Safc ted 5öcettyoi?cn'fd;cn (§d=©ur (Soncertd, ^)r.Öouid 
örafftn aud £cip$ig mit ber *ßt;antafte über irijc^e 
$r;cmaö uon SMofdjcleö, unb £r. ©corg Viertel aud 
Sonnefclb mit äMenbelöfotyn'd ®=2MoU (Sonccrt. &r. 
Stabecfe fpielte bad (Soneert ald guter äMuftfcr, ges 
biegen unb tüdjtigj mir Ratten nur in ©e^ug auf ben 
Slnfdjlag unb ben äMangct an (Smpfinbung bei ifym 
aud^ufegen. §x. Sörafftn tyat entfd)icbencd Talent jum 
Solofpiclen, unb wenn fict) er|c größere pfyr/ftfdje Äraft 
eingeteilt fyaben mirb, fo fönmu mir gan$ 23ebcutens 
bed ton ifyin ermatten. §r. SMertcl leiftetc ofync Srage 
bieö UMal bad S3or$üglid?fie. (£r ift ein tccfynifd? gut 
gebilbeter (Spieler, ber feie burcr) baö rafcfyc $cmpo, 
meldjed bie (Sompofttion »erlangt, gefreigerten Sdjmies 
tigfeiten mit fieicfytigfeit unb ©raüour übermanb. — 
©aö $3io(infpicl mar burdj bie £.£. Engelbert SihxU 
geu ant ©cüenter in ^ollanb mit bem 2ten unb 3ten 
Sa§ auö 5öeriot'ö jroritem (Soncert, unb $rn. Döfar 
©c^inibt au$ JRot^cnfirc^en mit Slbagio unb legtem 
@a§ au* ©atib'« @=©ut goncett (9lx. 4) üertreteu. 
©er (Srftere lie§ jumeilen bie ber gemähten (Sompo= 
fttion nötige Gleganj oermiffen, mogegen ber Sefctetc 
an mannen (Stellen meljr öirtuofen ©c^liff erfennen 
lie§. Und moflte fcr)einen, ald ob §r. Röntgen me^t 
Seele unb ßmpftnbung in fein Spiel legte, ald ^t. 
Sc^mibt, beffen 5lbagio und etmad falt unb flau 
totfam. — ©ie ©efangdüorträge beftanben in einet 
Sltie mit 6l)or a\x^ Semitamid toon 9lofftni, Soli unb 
tybxtn aud SWenbeldfo^n'd $aulud, unb Siebetn t?on 



$tn. t>. Sal;r cin^ ©reöben. grl. $Da öuef aud (Su; 
tin ^at uon ber Statut fe^r gute ättittel et^alten, 
unb meuu ftc ft$ beftrebt biefelben immer mel?t unb 
meljt ju burc^geijiigen, fo lä&t (le (Sünfliged hoffen. 
©ie Koloraturen in ber Semtramid : 5lrie fc^einen 
und noc^ etmad mefyr audgearbeitet merben ju mufs 
fen, unb üor allen ©ingen mu§ ber Vortrag me^t 
nüaucirt merben j eine gemiffe Monotonie mollte und 
aUjufefyr üot^ettfe^enb fc^einen. $r. 5llejcanbet ^ettfc^ 
au^ ©redten fang bic öteber bed ^rn. D. Satyr jiems 
lict; üerfldnbigj etmad beutlidjered ^ludfpte^en bed 
^erted märe 51t münfetyen gemefen. $£a$ bad Stimim 
material anbetrifft, fo besagten und bie tieferen unb 
mittleren %c\\e reetyt fetyr, fte flingen meid? unb ftnb 
biegfam, mad bei S3ajjftimmcn tydufig nietyt ber Sali ijr. 
©ie $>ötye fam und rauty üor; boety fann auefy Jpei* 
ferfeit bie Sctyulb tragen, beim #ige unb Stauet), mie 
fte ftfty im Saale oorfanbeu, ftnb nietyt geeignet üor^ 
tfycitfyaft auf bie Stimme ju miifen. SBenn mir aud) 
über bie (Sompofition ein iöort fagen foüen, fo tön: 
nen mir bie lieber nidtyt gerabe tabeln, fte jeigten 
gute (^eftnnung, menn aucr; feine tyeroorftectyenbe üu 
genttyümiicijfcit ftd? in ihnen fuub gab. — <3n ben 
Dratotiumfä'gen mirften neben $rn. Jpertfc^ auef; ^>r. 
@rn|t ^otyu unb grl. S33iltyelmine ©le^l auö Seip^ig 
ald Soliflen mit. ©er Scnor bed $)tn. 3otyn moüte 
und etmad fettig unb quetfctyig etfctyeinen, unb gtl. 
S3(cr;l mar fo befangen, bag fte mirfliety ben S^unb 
nietyt orbenttier) aufttyun fonnte; ein ßnbutttyeil übet 
ttyten öefang überhaupt behalten mir un^ für eine 
fünftige (Sklcgenljeit vor. — ^oct) ermähnen mir eine 
©eclamation »on gtl. gamity Jpattmann aud Seipjig. 
Sie fptaety bed „Sdngerö glucr)" t?on lltylanb fetyt 
lobenömettty. ©etattige beelamatorifctye Vorträge ftnb 
natürlich tyier nic^t ald fclbjtfränbige fiei)lungen, fon= 
bem unter bem ©cftcfytöpunft eined 4>ülfdflubiumd für 
ben ($cfang 311 bettaetyten. 

Scrjlicfjlicty münfe^en mit ber 5lnflalt red)t tjiet 
©ebeityen unb mollen nur münfetyen, ba§ bie fünftigen 
Prüfungen immer erfreutietyete 3fi^^ litU$ ©ebeir 
tyend geben mögen. 6. »etndbotf. 



Sageägefcbtäte. 

gitetatif^c SÄottjen. Da« 35(ie $cft Ut bei g. «. 
Srodljau« in ?eipjig crfdjcinenben enc^Hopäbtf(Jen <S$rlft: 
f ,t»ie (Gegenwart" enthält einen in »teler *infta)t fe^t lefen«* 
»ertben 9(uffa<j: M ©ad »Dlfdlieb in feinem ©influS auf bie 
gefammte Öntwidelung ber mooerucn äÄufif". 



t>tn& Dt« frr. Äfi<f«on«. 



Ihue 




iitfättft f#c 




\i v a ii tlucrtli d?e r OUbaeltn*: 

gratij SBreitbel. 

ginunbbretgiafter Eanb. 



M 49. 



$n(egrrt 
Robert Briefe m Seidig* 

©en 16. ©eeembet 184», 



9en bfefet 3fi*W- erfd)eine& toätfcerUlidj 
2 Wummern r^u 1 ober V/ t ©ogen. 



9Mt* be* SS&nbe* *<m 52 CTru, 2 1 /, £Git. 



Slbcnnem f n t n feinen alle Inflam tt r, £Bu$r, 
3JUijif = unb JtittijtyanbLungen an. 



3n^alt; Uthtt Qlrmfjitftrunttuityt im Slatttrlpffl, — ttuf Bfrantfurt a.SÄ, — Jtrittfifc« tf 1*4*1 ßer. — SnttUigfnjtfatt. 



Heber @ lernen taruittetridjt im Gtaoictr 

Sott gtiebrid? SÖUrf. 

£)err SRebacteur, 

@te iooCfcn etwaö Stereo übet meine ßfabtm 
mctljctif miffen — namentlich fiter mein, eon fcer 
getoB^ntidjen SBeifr ganj abn?eic$ciibeä 83frfat)ren Seim 
©lernen tarunterridji? — ■ (Sine Stuleitung bajn 
l)abe iet) gefcilbetcn Sltrrn unb flrcbfnmeu 8rt/teru bereits 
angefiinbigt — einige ^nbrutungen über biefc @in- 
(eitung flehen ,3$nen biß jum öffentlichen Srf feinen 
ber feiten in biefem 99 tiefe ju ©teuften. -34 i^ue 
bieä in einem (>Sefprädj jruifd^en bem Setter fflu unb 
meiner SBenigfett ©a£, unb bem (leinen Xiisieth 
4en. 

©aö, 'Jlber lieber $i. ©u , mit fjaten Sic e§ 
benn eigenttidj angefangen, um bem Suaden baö 
Stattterfpitl fo ganj \u verleiben? — Unb luie feuute 
efl ben» in ben brei Sagten, ivd Sic it)r Unterricht 
gaben, fo $u gar SKic^tä fommen? 

©u. Srfl l)abc idj it)r bie Saften gelehrt — 
baö Ijirft fa^on ferner; bann ^abe idj i^r bte ©iS= 
cantnomi gelehrt — baö Ijicft tioct) fernerer; bann 
$abe idj it)t bie SSafjupten geteert — baS tjielt am 
altetf^toerfleuj bann nat/m ir$ mit Oft bie fleinen 
fiiefetingß|liiid;en tet, toetetje fie fcalbigfl ben ©fteru 
DOrfpiefcn füllte — ba bat fic fortiuär/renb bie Sag? 
noten mit ben ©tScantnoten tocrujcdjfelt, $telt feinen 
Säet/ na^m immer falföe Singer unb lernte nidjiBj 



bann Ijabe idt>'S mit Strenge tocrfudjt — ba rueinte 
fie; bann tjabe iayä mit ©itte verfugt — ba weinte 
fie fluct)j bann ^örte icfj mit bem ganzen (Stattet* 
uutcrriäjt auf — ba t)at fie mi$ um ®otteämtKen 
gebeten , ma)t uneber mit iljr anjufangen. — ©a8 
ift bei Stanbpuuft, auf bem ttrir unS jegt trfiubcn. 

©a^. ©aS Ratten ©ie^ lieber £r. ffiu, gefd)eibs 
trr anfangen formen. SBie fann beim ein jEinb tint 
äeitcr btiMitfrteigcu , bei ber bie unterften unb aue$ 
no<^ manche »nbere ©prüften fetjlen? — ©ie 9tatm 
mad}t feinen Sprung, am aßertoenigften bei Aitu 
bem. 

©u. -3ft fie benn ntc^t uon unten fjinaufge* 
fliegen? 

©aä. Äiml — aienigjienä ifl fie oben nid^t 
angefommen. 3t§ mu§ oielm<|l fagen: fie ifl t>un 
oben ^inuutergefattcn* Oeliuto gefpro^en, t)at (le 
tn ber äKitte ju |1 eigen angefangen, unb aurfj ba ^a- 
ben Sic biefelfce ^tuauf^e^en lucltm, flatt fie xu^ig, 
befonnen unb frfl auftreten ju laffen. — fifii^ren Sie 
Q^re iujigft* ^oc^tec Annette ju mir — ict; »oerbe 
i£t eben in 3^rem Srifrin bte etfle Sfaüierleetiott 
geben. 

©aS. £rine£ta)en, fage mir einmal bie Bu^= 
ftaben nat§: edef. 

% t i n , c d e f, 

©aß. leitet: gahe. 

% x i n . g a h c, 

©tt«, Sftoe^ einmal. Smmet toiebet; bf« erften 
toter — bie anbern üter. — 9le^U nun atle a^t ^in* 
tereinauber: edefgahe. 



262 



Irin, cdefgahc. 

©a8. SRitcf wärtö : chag — fedc. 

Stin. chag — fedc. 

©aö (nac^bem eö mehrmals wieberljolt) ®ut! 
©ietye, jefct (jaft bu fd?on (Sttvaä gelernt, ©aö ift 
kaö mufifalifc^e Sltjjfyabet unb fo feigen bie 
Weifjen Saften auf bem Sßiancfcrte. ©u follft 
biefe nun fogleia^ ju pnben unb ju benennen wiffen. 
93orfyer mujj idj bir aber bie SSemerfung machen (ic§ 
preise mit bem Ringer fcon bem eingetriebenen c nac§ 
bem työcfyften ©iöeant ju), ba§ fo bie Söne fleigen, 
Wer, feiner werben j unb fo (i<$ ftreidje mit bem 
ßinger toom eingeftrie^enen c naefy bem tieften Sag 
ju) fyinuntcrfaflen — tiefer , gröber werben, ©ic 
Teerte 4>älfte naefy oben ju nennt man ben ©iäs 
cant, bie anbere ^älfte naefy unten ju S3afc. — 
©u fyörft wofyl fc^on ben Unterfc^ieb jwifcfyen ben 
feinen, fyotyen Sönen &on ben tiefen, groben? — weis 
ler: n?aö bu fyier fcor bir ftefyft unb worauf bu fpies 
Ten Innen foüfl, nennt man bie Saftatur (ßfafiatur), 
tcftcfyenb au$ weisen unb fetywarjen Saften, ©ie 
fcfywarjen nennt man bie IDbertaften, welche wir 
fpa'ter lernen werben, unb bie weisen bie Unters 
taften, benen bu fogleicty ben redeten tarnen geben 
Wirft, ©u ftefyft: eö ftel;en auf ber ganjen Saftatur 
fynburc$ immer jwei IDbertaften unb bann wieber brei 
JDbertaften jufammen unb neben einanber. ©c£e nun 
ben jweiten Singer ber rechten £anb auf bie erfte ber 
jwei neben einanber liegenben Cbertaften unb gleite 
mit bemfelben nadj ber Siefe ju auf bie nädjfte Uns 
tertafte: fo fyaft bu auf ber ganjen Gtatoiatur bie 
Weifje Safte c gefunben; wie wirb nun bie nac^fte aufs 
wärtö tjeifjen? — 9?enne baö muftfal. Sllpljabet. 

Srin. cdefgahc. 

©aS. Sllfo d. 

Srin. Unb bann e. 

©ag. Unb nun (ommt f. — ©ie f auf ber 
ganjen Saftatur ftnbeft bu eben fo leicht, wenn bu 
auf ber unterften ber fyier brei jufammen liegenben 
JDbertaften wieber ben jweiten Singer fefcft unb gleidjs 
fatlö herunter gleiteft nac§ ber junä'djft liegenben Uns 
tertafte. — 2ln biefen beiben Untertaften c unb f, bie 
bu auf bie bejeic^nete SBeife fogteiety im ©iöeant unb 
im 99a§ finben mujjjt, fyaft bu nun ben ftcfyerften 5ln* 
^altcpuntt für bie ©rfenntnig aller Untertaften 5 benn 
nun r)ei§t bie näc^fte aufwärts nac$ I? 

Srin. g unb alöbann ha u. f. w. — 

©a8. 9iun wollen wir bie Stennung ber Saften 
fcor s unb riitfwärtö wiebertyolen, mehrere aufjer ber 
Steige nennen unb furje 3^*^ bamit fortfahren. 3»m 
©c^fufc ber 8eetion machen wir bieö aUeä noc$ (im 
mal: fo wirft bu für bie nac^fte öeetion alle weipen 
Saften in unb außer ber dtcifjt fogleic^ wiffen $ nur 



mufjt bu bic$ ein wenig felbft üben — unb inen 
fannft bu nic^t, ba bu bic$ gleich anhalten fannft an 
bie c unb f. — 3efct nehmen wir geföwinb nod) et* 
tva* ganj Slnbereä, tua* bir aud) Vergnügen machen 
foü. 3$ l?abe bir gejagt, t>a$ bie Söue (ie$ ftreidje 
nad> oben ju) fo auffingen — ^ityer werben, unb 
f (id> ftreic^c nadj unten ju) hinunter fteigen — ties 
fer werben. @ä Hingt alfo fein Son me ber anbere, 
fonbern entweber tiefer ober fyöfyer. ©aö t)örft bu 
wo(;l fc^on? — «Run bre(;e bidj um unb fe^re mit 
ben 9iüa?eu ju. 3$ gebe bir je$t jwei Söne nac$ 
einanber an: welker ift ^ö^er (feiner), ber erfte obrt 
ber jweite? (3$ faljre fo fort unb lege bie Söne 
immer nä(;er an einanber — gebe audj wo(;(, im tu 
tauften unb bie $ 2lufmerffamfeit ju Rannen, bie t\t* 
feren Söne fc^wac^ unb bie fyöljereii ftarfer an, unb 
gefye fo nacr; unb na$ in ben ©aß hinunter, je nac$ 
ber gä^igfeit beö ©djiiletö). — ©aö ^örcu ftrengt 
bic^ wo(;l etwaö an? — 3a ftefje, baö feine §ören 
gehört jum (£laüiei|>ielj id; wiU bid; aber nia>t cr= 
muten unb wir gelten ju etwaö »Unterem über. — 
Äannft bu 3 jätjlon — 123? 

Srin. $a unb weiter nod). 

©aö. äüir woQrn ff(;en. 3a^Ie: 123 — ims 
mer fofort — ^inter einanber, aber ganj glcic^ unb 
egal. (3d; leite ftc jur geftigrnt im &&\)U\\, jä^e 
jum Sfyeü mit unb gebe einen »ilecorb in brei gleiten 
Vierteln baju an.) S3ift bu nun feft in gleichem 3d^s 
len? &öir wollen fel;en! (Wun gebe id) blöd ju 1 
ben 2lecotb an unb fc^weige ju 2 unb 3; ober b!o$ 
ju 2 unb f^weige ju 1 unb 3 u.f.w., aber i* ge6e 
bie 5lecorbe furj unb fe(;r präeiö an. ©arauf 
fdjlage ity wo^l gar ein Siebtel nacr) unb lege nebens 
bei ben ®runb jur ßint^cidmg ber Sßiertel in 2 %fy 
tel. Äurjuin, tc^ breite unb weube niic^ auf jebe 
SBeife, um baö jtinb tu gtna^em 3a(;fen feft ju mas 
c^en unb babei bie Mufmerffarnfeit ju fcffeln. — @o 
gefd;ic^t eö aud) bei 12, ober 1234, ober 123456. 
$)\an erwa'(;nt babii, aber oberflächlich unb im ^or» 
beigeben, beö 3^ciütcrtcltact , ftjteroierteltaet u.f.w.). 
— Srinette, bu jäl^lft nun fdjon redjt ^übfc^ unb bie 
Söue fannft bu aud? fc^on uuterfaVibcu — ba« lers 
nen nicfyt alle Äiuber foglcic^ in ber (Srften Seetion! 
©11 wirft gewi§ einmal eine gute ßlaoierfjpielerin 
werben! — Slber bein ©e^ör tyat nun wiebrr a\\$$t; 
xu\)t, lag unä noc^ etwaö ©d;werereö für baffe 16« 
toerfuc^en. 

Srin. 3$ freue mic§ barauf unb werbe genau 
ju fyöreu mid^ bemii^en. 

©aö. 2ßenn man mehrere Söne jufammen am 
fdjlägt unb bie Hingen gut, fo nennt man ba« einen 
Qleeorb. 68 giebt aber ©ur s unb WloU* üeeorbej 
jene Hingen freubig, Reiter — biefe traurig, bäfter, 



263 



td) möchte fagen: jene Ia#en, biefe türinen. 9?un 
gieb Sldjt, ob icr) SRedjt &abe. (3% gebe ben »eeorb 
in ©s©ur an, unb nadj einer fleinen *paufe ben in 
(EsäWott u. f. w., unb fuije \ic gu fpannen burety flärs 
terra ober fcfywäc^cred s 2lnfct)iagrn balb bei ©ur, balb 
bei äWoll. ©ie untertreibet meift richtig. Sftur mu§ 
man nidjt gu lange babei verweilen unb irgenb etwad 
ergwingen wollen, am allerwenigften buret) fteted unb 
^efttßc-3 Sprechen unb ßrflären.) ^fegt fann ity bir 
fetbft fdjon fagen, ba§ ber Unterfdjieb bed Äfingend 
in bent brüten $one ($erg), von ber unterften Xaftr 
c aud gejault, liegt, unb ob man benfefben eine 
©tufe fyßfjer ober tiefer (e ober es) angiebt. 
Später will ict) bir bad 5llted beutlid?er machen, 
wenn bu bie Xoniea, Xerg, Quinte (Dominante), 
Oetave u. f. u>. fennen lernen wirft. ((gd ift Vorteils 
$aft unb pfr/djotogifet) richtig, bei (Gelegenheit unb 
nebenbei fdjon teidjtfyin gu berühren unb 
gu nennen, toaä man erfl fpater feft unb 
grünblid) teuren will. #ttan bebient ftcr) babei 
gleict) von vorn herein ber gebräucr)tic§en Stunftwörs 
trr unb giebt bavon eine notdürftige (grflärung). 
®ut, feljr gut! ©oct) nun lafj und nodj einmal bie 
Stennung ber Mafien wieberfyolen, unb bann ftnb wir 
für ^eute fertig. — ©ielje, wad bu alled in biefer 
Seetion gelernt r)aft! 

£rin. ©aö war (jübfdj. 
©a8. ©0 fotlft bu ed immer finben. 
%riu. 98enn ift bie nddt)fce ©tunbe? 
©ad. Ucbermorgen, benn bu mu&t anfangd in 
jeber Söodje wenigjlend brei Seetionen befommen. 

$rin. 2öad werben ©ie in ber nac^ften ßeetion 
mit mir vornehmen? 

©ad. $d) werbe alled wieberfyolen, aber bei 

SMelem wieber anberd »erfahren, unb immer wieber 

anberd, fo ba§ ed ftetd neuen Steig für bidj fyaben 

wirb. $lber in ber nädjften ©tunbe fpieten wir 

audj fcr)ou: erft auf bem $ifcr) — gum ©d)lu§ auf 

bem ^ianoforte. ©u wirft ba lernen, gang unabs 

gängig vom 2lrme, bir Singer leidet unb toefer — 

wenn aucr) nur fct)wac§ — bewegen unb fie richtig 

tyben unb fallen 31t laffen, ingleicfyen werben wir aucr) 

einige Uebungen anfielen, um audj bad $anbgelenf 

locfer gu machen, wad man gleicfc anfangt immer 

tt)uu mu§, um einen fdjönen 51 n f dr) lag auf bem 

^ianoferte gu befommen, b. t). um bie %6ne fo 

fdjän flingen gu laffen atd nur m&glidj. — 3^ 

»erbe bir geigen, wie man am Klavier figen unb bie 

$&nbe galten mu§j bu wirft bie fdjwarjeu 5Dber= 

taften lennen lernen unb bie Xonleiter in C mit ben 

falben XSnen tion ber 3ten jur 4ten, unb uon ber 

7ten jur 8ten Stufe, alfo mit feinem öeitrton h, 

brt tynemlrttct. (©ad ifl für meiru äWet^obr »i^tig, 



weil fl(^ baraud bie oerfc^iebenen Xonarten von frtbfi 
rntwicfeln). 3« frtfcfl ben ^eeorb in c foQft bu im 
JBa§ unb ©ideant finben unb mit beiben ^dnben ju» 
fammen anklagen unb flingen laffen. — 3lber nun 
in ber britten ob?r vierten Seetion, nac^bem bu fct)on 
in allem (Erlernten fefter fein wirft, le&re iä) bis 
fc^on ein ©tücfdjen fpielen, waö bir gefaden wirb, 
unb bann — bann bift bu eigentlidj f^on — eine 
ßlaüierfpielerin, eine ^Sianiftin. *) 

©u. 83on wem ^aben @ie benn baö gelernt? 
©ad get)t ja n^it mit (Srtrapoft! 

©ad. 2Bad man lehren fod, fonnen SJiele 
lernen, aber wie man ed lehren fott, ha^ (jat jlc^ 
bei mir nur baburefc grfunben, bag idj mic^ immer 
mit grojjer Siebe unb ftetem ^acr)benfen ber mufifa* 
lifc^cn 3luäbifbung ber ©c^üler unb ifjrer geiftigen 
Sntwicfelung überhaupt von ganzer ©eele wibmete. 
— Unb gefcr)winb mufj ed freiließ au^ ge^en — 
weil ed ftufen weife ge^t unb eind bad anbere bt* 
grünbet — ber ©c^üler aüc$ gewi§, ru^ig, bes 
fonnen unb feft lernt — o^ne Umwege unb ftö* 
renbe unb auf^altenbe Ortungen; weit \ti) nic^t ju 
ttiel unb ju wenig le^re, audj bei bem einen ju 
Srlemenben immer üieled anbere ^öt^ige mit corbe* 
reite unb ju begrünben fuetje, unb, tva^ bie 4?aupt- 
fa^c ift, bad ©ebäd)tniß bed Äinbed nic^t mit mri» 
nrr Söetdljeit (wad oft auf ro^c unb ungeftüme ffißeife 
gefc^ie^t) vollpfropfen will, fonbern c^ jugteicr) geis 
flig anrege, befdjäftige, fidt) felbfl entwiefetn laffe, 
unb ed gu feiner fyöfyernen 9^afct)inc ^erabwürbige, 
mit einem 23orte, nic^t in'd Staue fyinein bie traus 
rige, nitglofe, 3^t unb ©eift töbtenbe Glavierflimperei 
audüben laffe, woraud ftc^ eben Sfyxed ©udc^end obi» 
ger ©tanbpunft entwidleln mu§te: fonbern auc^ 
mufttaltfd} ma^e, unb babei bie ^nbiüibualitdt 
bed ©c^üterd unb beffen ftufen weife ftortbitbung 
ftreug im 5lnge behalte. Sei \)em ferneren unb fyä* 
^eren Unterricht übe i<b fogar ben entfe^iebenften ®ina 
flu§ auf bie gange übrige 93itbung unb ©eftnnung 
bed ©ct)üterd and, unb benuge jebe ©rtcgenljeit, auf 
fein ©efütjl unb feinen ©ct)önt)eitdfinu einguwirfen, 
unb immer me^r unb mefyr auf naturgema§e SSJeife 
gu entwiefetn. 

®u. s 2lber wo bleiben benn ba bie Sttoten? 

^a^. ©a fyaben wir vorder noct) 93ieted, ©c^ös 
ned unb ®rfrcutiet)cö gu ttjun, faft immer mit ftetec 
9tücf|tdjt auf eine gut audgubitbenbe Xec^nif, o^ne 
bem Äinbe buret) angeftrengted, unfinniged, med^anis 
fc^ed Ueben bad (Stavierfpiet gu verleiben. SBiettfidjt 



*) 5)a§ 14 ^ier ni^t »tTed, tra« in erften Srctfonen 
üocfommeR mug, erfc^cyft ^abe, «erfte^t fic^ von felbfl. 

»nm, t>. Berf. 



264 



Iet)re id) bie ©töcantnoten — auf eigentümliche 
SBcifc, fo ba§ bie@ct)ülcr babei immer geiftig tfya'tig fein 
muffen — nact) einem falben $al)Tt, nacktem fic 60 
Bi8 80 ßectionen gehabt. 33ei meinen Söcfetcrn lie§ 
id? bie Äcnntnifj ber ©iöcantnotcu — jßafjnoten eu 
«ige äftonate fpätcr — crfl nadj einem $a\)xc eins 
treten. 

©u. 2Baö t;abcn Sic benn M bafyin gemadbt? 
©aö. ßigcntlict; feilten Sie fict; baö bem gröfjs 
ten £r;cil nacr) fdjon fclbfi beantworten fonnen nact) 
Sinfjorcn biefer fiection unb bcö t;icr (Erfaßten. $0) 
^abe alfo meine ©d;ülcr mufifalifet; unb fafi $u 
fertigen, guten (Slaüicrfpiclcrn gebilbet, ct/e fte eine 
SKote lernten^ ict) l;abe alfo einen richtigen , tetferen, 
guten, toollcn unb fdjönen 5lufct;lag ber Mafien mit 
ten 8'ingergotenfen unb ganjer Wccorbe mit bem £anbs 
gclcnf, unb bie Tonleitern in allen Tonarten gelehrt, 
freilict) legtere nidjt glcict) (tuaö jum grojjcn 9l<id)s 
tr)cil bcö ©d?ülcrö) mit beiben Rauben jufammen fpics 
len laffen, wie ict; fo oft $abe fcl;cn unb leiber fjören 
jnüjfcn. ^abei t;abe ict) baö Sactgcfül;! unb bie (fiiu 
tfycilung ber 3^™ u.f. w. nad; allen Stiftungen f;iu 
gebilbet — ßabenjen auf ber JDbcrs unb Untcr;©Os 
tninante in aüen Tonarten, unb bariu felbfl fleine 
Hebungen maßen, unb »on ben Schillern (511 i(;rcm 
grojjcn Söcrgnügcn unb Stufen) tfycilö fclbft erfinben 
laffen, unb babei natürlich auf eine richtige Singers 
fegung gehalten. <&ic fel;en alfo, um praftifd; 511 
teerben, fange ict) mit ber $l;corie an. ©0 laffe ict) 
j.S3. bie ©rciflä'nge unb ©ominanUScptimciu5lccerbe 
mit if;rcn Söerfegungen in alten Tonarten finben unb 
flei&ig üben, unb biefclben ju immer neuen giguren 
unb ^ßaffagen bcnttgcn, aber allcö ol;ne Ucbcrfh'irjung 
unb ol;nc bie Sdnilcr mit einer ©act)e ju fc(;r 511 
ermüben, bamit ein nötfyigcö lebfyaftcö ^fntcreffe bars 
an nidjt gcfct)wä'd;t werbe. <&cibci laffe ict; 50 kiü 
60 fleine, fnrje, rljtjtfymifcty abgcfct;loffenc, ivot;lf(iits 
genbe unb in'ö ©cl;ör faOenbe, bie mcct)anifct;e ßertigs 
feit uact) unb nact) bcjwcdcnbe unb crt;öl;cnbc Stüdfe, 
bie jum £(;cil fd;on einen gewiffen Vortrag Verlans 
gen (t?on mir ju biefem 3""'* gcfdjricbcn unb ge= 
fammclt), unb woburet; bei allen Schülern baö jum 
ßlaüierfpiel unentbehrliche ©cbäct;tni§ unfccrmcrft unb 
tüchtig auögcbilbct wirb, 

auöwcnbig, oft in anbere Tonarten tranöponirt, 

fertig, gut, nact) 33efcnaffenl;eit oft fdjön, im firens 

gen %aet (3<\[)lcn tfl feiten nötljig) unb ofyne 

©teefen, langfam, fdjmcll, fct)ueüer, tvieber längs 

fam, staccato, legato , piano, forte, crescendo, 

diminuendo etc. 

fpielen, tvaö auet) immer gelingen mu^, irenn ict) nict)t 

bie ^Sferbe l;inter ben SBagen fpanne, unb o^ne tect); 

ni[ct;e Sluöbilbung mit ber überauö fd)ioierigen Srler^ 



nung ber ©iSeants unb S3a^noten ben Elatoteruntcts 
tict)t anfange. 2Wit einem Söorte, ict) fyabe mtc^ 
gerirt aiü $ßftyct)oleg, ©enfer, alö Wann unb öe^rer, 
ber »ielfeitiger 33tlbung nact;flrebt, unb ftet; befonberd 
auet) »ielfac^ mit ber ©efangöfunfl, alö nötiger 
©runblagc für baä fct)öne unb feine ßlaüierfpiel, ba 
fdjäftigt — unb jn?ar mit einigem Talent, ivenigs 
ftenö mit glüt;enber unb unermüblicfjer %icbe ^ur 
©ac^e. 3d) fc» 11 "ie flitl gejtanbeu, §abc tägltct) bei 
bem fie^ren baju gelernt unb mic^ ju terbeffem ges 
fuc^t — §abc mict; wo möglich nac^ ber jiebeömaligen 
Stimmung ber ©ctjüler gerichtet — bin in jebet 
©tunbe unb bei jebem Äinbc immer neu unb immer 
luieber ein 51 über er geiuefen, unb baö mit bätez 
rem, froren 9Jiutl> — unb fo jünbete benn baö met)s 
rentfyeilö, lüeil eö eben üoii £er$eu fam. — Uebris 
genö luar id) nie ein K^ablonenmenfct), l;abc mid) nie 
alö gebaut gezeigt, ber ftet) in geiviffe $bccn unb 
^nfic^ten feftgefal;ren l;at^ ict) l;abe in ber 3nt gelebt 
— meine 3nt ju begreifen unb ifjr üorauö^ueilen ges 
fuct)t — aüeö ©roße unb ©cfcöue in ber SWiifH ges 
t;ört, unb meine ©ct)ü(er auet; jum ^ören beffelben 
üeranla^tj — iü) bin auc^ mit (fntfct;iebenl;eit allen 
äJorurtfyeilen unb falfct)en Stiftungen ber 3cit cnU 
gegengetreten, unb fyabe voreilige Altern nie in mch 
nen llnterrid;t l;ineinreben laffen — l;abe für meine 
©d)üler ftctö ein guteö unb rein gefltmmteö ^nfirus 
ment 511 erhalten geiuugt, unb mir ^ic Qicbc unb la$ 
SJertrauen meiner ©ct)üler unb i(;rcr @(tern 511 uers 
bienen gefud)t. 9iitn? id; luar baö, u?aö ic^ sollte, 
ganj, b. I;. ein ßefyrer, ber immer baö SBafyre, 
©d;one unb Äunfllerifd; c im Sluge l;atte, unb 
fomit feine ©c^üler beglücfte. 

©u. 5lber wo finb tic ©Item, bie auf ^t/re 
S^ctn unb $i)xc l;ö(;eren 9infict)ten eingeben? — 

©aö. 33ei meinen ©dn'ilern ftnb fafl alle Sltcrn 
fogleid; ober fpätcr, nad;btm fie einigen ßeetionen beis 
getuofmt, in meine 5lnfid;ten eingegangen. Unb 
bei wenigen, bie nid;t eingingen — bin ia^ auö* 
gegangen, b. t;. ict) bin weggeblieben, ©em 
o^ngeact)tet t;at mid; meine 3fit nict;t übergangen. 
£r. Stebaeteur, ict; werbe feit }tunn}ig ^[atjren 
»ielfac^ aufgeforbert, meine ä'ietl^obif beö ßlaüiets 
fpiclö ju veröffentlichen. $d) jögerte bamit, weit bie 
Sluweiibung berfelben Sel;rer üon fielfeitiger S3i(buug 
unb großer, lebenbiger Siebe jur @act)e uorauöfegt — 
unb btefe, benfe ict;, brauchen mict) nict)t unb wiffen 
eö noct) beffer alö id) — unb bie auberen? ^ict), unb 
bie anbercu Sllle? — bie üer|ter)en mic^ nic^t! — 
^nbeffen id) tonnte ja mehreren jungen, unerfahrenen, 
aber nact) Sefferem ftrebeuben fiet;rem nüßlict; fein, 
unb biefe werben in meinen, ben Signalen bereitö 
übergebenen „Sriefeu'' me^rcreö bat/in ©etyorige ers 



265 



fannt t)abenj — 1111b tiefet ©rief t)ier mag fo 
ungefähr / aber freiließ mir anbeuteu, wie idj bni 
Unterricht ju geben vPege, unb in weld&em ©eifle iä) 
it)n meinen Sochtern erteilt r)abe — felbp biö jur 
työr/eren $luöbilbung, otme it)nen nur bie g u 
1 i 11 g fl e © c lu a 1 1 a n g e t fy a n \\\ l? n b e n — j«m 
großen 9lerger ber bofen unb aucr) ber feinen SBelt, 
bic ben ©runb ber 111 11 f i f ali fcr)en © telhtng mei; 
ner $ftrf;ter \\\ ber Äunpwelt nur in einer von 
mir ausgeübten Styrannct — tu unmäßigem, unrrtyor; 
fem ßjrereiren, in Martern aller 51 rt \w pnben per) 
abmühet, unb pet) nid)t freuet, bie al beruften @e.- 
TÜer)te barüber gcpiffentlid) $u erpnben unb forgfältig 
ju unterhalten. 



ÜIu* grattff urt «. 2R. 

£pt\\ Die 3igfunftin von SBUliam «Balfe. €ej>l)ia unb SRarfe 

<5rm»cfli. tiliafon. £aver €djnt)bet ton ©artenfee. Da« 

€$lflcrffft. SDMitairmufif. Goncett unb SJiufcum. 

Unfere mupfatifcfcen ^ntereffen tbeilten ftcr) in 
ben legten Socken jwifcr)en SalfVö 3igntnermäfcct;en 
unb ben Eantatrieen ©opfyie unb SDlaxic (Sruvelli. 68 
ifl nicfyt 31t leugnen, baß eiueö (SomponiPen ©egens 
Wart, namentlidb wenn er Stuf l;at, von einem «nbe* 
tedjenbaren 93ortfycil für bie ©aifteflung feincö SBerfö 
ifl. ©änger unb Orcr/ePcr flehen met;r cber weniger 
immer unter bem ©influffe einer fremben ©ewatt, 
lüfldje eine gewiffe ©pannfraft unter ben SHitglieberu 
erzeugt unb fcfl^ält. ©alfe'ö s 2lxt git birigireu l;at, 
Wie fdjon angebeutet, fo viel 91 einlief) feit mit ©utyr'öj 
feine $ßcrfönlid;feit, fieb(;aftigfeit unb Suergie, feine 
geifligen 3^glieberungen , fein einmifd)en in ©eeni; 
fc^eö, ja felbp bie Bewegungen bcö 9lime8 erinnern 
fo fefyr an ben ©al}ingefd;iebrnen , baß man per) in 
bie alte Region verfegt glaubte, wo ©uljr'ö magnes 
tifct)er SMief unb imvonireube Haltung nid t feiten ein 
dt/aoö lid;tete. £lMr wiffen, wie ber ©laube feiig 
mad;tj fo mochte beim tiefe Chfdjeinung, terbunbeii 
mit bem SReij ber 9ieul;eit, nid)t wenig $u bem Smcs 
reo biefer Oper beigetragen (;aben, auch wenn beren 
SDMotien weniger 3aubrr auegeübt fyätten, wie fie 
eö getrau. Slflrrbing« fehlte eö and) bicSmal nietyt 
an gelehrten 9lntij?oben unb vornehmen Slcfyfrljuefcrn, 
Welche fdjen naeb; ben (Slavieiproben il;ren ©aamen 
auöfircuten, woran« ber (Sriö s Si^jfel erwaeb/fen feilte 3 
aUein «Balfe'ö ar?ufif ^ bie nicr)t elafpfe^, aber inter- 
effant, nidjt gelehrt unb bijarr, aber populär, fang? 
Bat unb effectvofl fein wollte, machte pd; freie 83ar)n, 
unb wirb gewiß t)ier eintjeimifd) werben. QBalfe'ö 
STiufif tragt im ©anjen baä ©epragr an fic^, al« 



ob fte, hei guter S3e^anbtung, @pod;e in ©eutfe^lanb 
machen werbe, (gin fpecielleö Urteil über bie ^ar* 
titur behalten wir m\% noc§ cor. Ueber baö S3ue^ 
ton Sunn vorläufig nur fo viel, baß ftet) baffelbe bei 
ber Gompofition feljr ^u bebanfen b;at. ©ie Uebeti 
fegung ift von ©taubigt. (Sr ifl ein vortrefflicher 
(Sanger. ©ie S3efegung ber JDper war folgenbe: 
©raf 5lrn^eim, ©ettmerj griebrie^, beffen 9?effe, f&xiU 
fon , 3)leiuf?olb j Teviröl^of (Signincrfyauptmann), 
(Element j Xl;eotor, polnifctjer glüct)tling, (Sfyrubiwö* 
U y ©itaua, 3}(ab. »ili.fd^'ig unb bie Äonigin ber 
Xfc^ingaui, ä*?at. ©el;renb- ©raubt, ©ie britte 5lufs 
füljrung, am 28flen füit. , gefefyalj bei überfülltem 
^)aufe, unb eine vierte, unter 3uiMw»g, eine« fleinen 
Soneertö, worin bie ©amen Sruvelli unb ber ©eiger 
^ijciö initwirfen feilten, war jum öenepee beö ßoms 
poniPen fePgefegt. ©a erfct)ienen bie Srinuirn in ©e^ 
jtalt von $uPeu unb ©cr)nupfen, bie SDyer — nacr;a 
bein alle Sßläge wieber genommen — würbe an bem* 
felbem ^age abgefagt, bann von einem ^age $mn an= 
bem vergeben, unb pel jutegt in bie ©rüc^e, ba ber 
ßcmponifr mit feiner ßamilie nie^t länger aufö Uns 
gewiffe in granffurt privatipren mochte. (Sr iP beör 
^alb am 7teu 9?ov. nadj Berlin abgereiP, naet)bem 
er mit ber Diepgen ©ireetien einen Vertrag für feine 
Dper // ÄioIa«tl;c // abgefd)lcpeu, bie er fyier im 3 fls 
nuar in Scenc 511 fegen gebruft. 

©ie ©amen ©cp(;ie unb QUJarie ßruvetti madjs 
ten in (Sliafonö SJiouPre 5 Goneert am 20Pen Dct., 
Weld)e£ unö nad; jwölf großen Hummern noer} bie 
©roiea von ©eetljoven braute, gurore. (Eliafon ip 
«uferen fiefern fd;ou öfter aU ein gefei)macfvoller 60ns 
eertgeber unb vortrep r lic^er ©eiger bejeie^net werben, 
ober alö „mupfalifcr)er ^^renmann", wie ibn einP 
BEaver ©e^ntjber von SBartenfee — ber pd) feit Äur- 
jem wieber in «uferen dauern bepnbet — genannt 
l;at. 9?iit <Sd)nr;ber'ö Ueberpebelnng auö ber 
©c^weij (;at bie gute 9J?upf \\\ granffurt wieber einen 
gewichtigen ^3roteetor gewonnen. BEaver (Se^n^ber, 
biefer biberbe Veteran unb Äämpe für 9tect)t unb 
S9a(;Ttyett, l;ätte er aud) mit ber *ßraji8 abgefdjlofs 
fen, fo würbe fdjen allein fein ausgebreitete« äßiP"en 
im gelbe ber $pl;ilofopt;ie, ^ifroric unb Äritif einen 
Äattyeber bilbeu, ober wie ©öt(;e von Dranien fagen 
läßt, „einen fepen SBall", lu'nter welkem man pclj 
bergen unb feine 3 J veifel berichtigen fann. 

©cpl;ie (£ruvelli fang ^wei 9}?al bie Korma unb 
Stofine im barbier mit einem 6t folge, wie il;n nur 
©ängerinneu erPrn 9lange8 erhalten fönnen. ©et 
Umfang il;rer frife^en großen ©tiinme ip enorm — 
Vom fleinen ki$ jum breigePrie^enen g — «nb man 
Voei^ oft nicljt, ob mau eö mit einem Sontra:$llt 
ober einem ^o^en Sopran j« tf?un ^at, weil Pe in 



266 



Seiben (Srtremen gleite (Stärfe unb 3luöbauet bejtfct. 
{Die Söravout iß perlenb, unb bet dritter in allen 
Äagen correct. SBeun man babei nun nodj eine $per= 
fonlic^feit in Sinfdjiag bringt / wobei ein armer ßrs 
benfofyn vergeben fönnte, bajj er Äünfiler ift, fo barf 
man fic$ nid;t Verwunbern, wenn man fie bewunbert. 
3n aOen biefen 33e$iebungen erinnert ©em. Cmivelli an 
bie einft fo t)oc§ gefeierte (Satalani, wie midj SGetes 
tanen verftdjern, welche biefe ©efangeöfürfiin noc§ in 
i^ret SMütfye gehört Ijaben. $m Vortrage aber wüns 
fetyen wir ifyr etwa* me()r (Seele, bamit wir ju bem 
Srftaunen audfy bie SRüfyrung gefeilen fönnen, unb waö 
baö @piel anbelangt, fo iß baffelbe nur in einzelnen 
SHomenten treffenb, ba ifjm ber golbene gaben bei 
SBerbinbung fet)lt. 23ei ber 3'ugenb biefer (Sängerin 
Taffen ftc$ nodj fyötyere SRefultate erwarten. Sfyre 
(Sdjwefter ättarie, ein auögefprocfyener (Sontra^&lt, 
unb doii nidjt minber impofanter ©eftalt, wirb in 
^ßartien auftreten, bie it;rem ©efangeötalente jufagen. 
SBenn man fyier barüber perftflirte, bajj grl. Gtruvellt 
alö gebome ©eutfe^e bie Sftorma in italienifcfyet 
(Sprache auf einer beutf^en 33ül?ne fang, fo ift baö 
eben eine (Spiefcbürgerei. (§ö wäre vorerfi mandj' 
älterer JRoft von non sens in ber JDper abjufcfyleifen, 
f^e mau ^anb an berartige ^erirrungen legte! 

Unter ben eourfiven Opern unfereö in ber £r)at 
fer)t reichen SKepertoirö $eidjneten per) gauft, ©on 
«3uan, QWaurer unb (Sdjloffer, unb bie (Sntfütjruug 
auö bem ©erail (legiere 311 ©ettmer'ö S3enefiee) auö. 
©ie Äronbiamanten werben fortwäljrenb mit 33ei; 
faß gegeben, unb alö Weine Novität madjt ber 
Itvcite %ijeii ber Sßicarbc „bie 9Mcffel)r beö ßanbs 
wefcrmannö" mit «Wiiftf von SKiebe @lüct\ — Ob 
grau ©räfer auö «Stuttgart, welche bie Henriette unb 
ffilonbd&en mit Seifatt gab, ftc§ l;ier alö (Soubrette 
galten wirb, mu§ bie golge teuren, grau ©räfer ifl 
eine angenehme (Irfc^einung, im (Spiel gewanbt, unb 
$at bei fyübfdjer §bi)e ein reineö SDrgan. ($ö wäre 
unfereö JRepertoirö wegen feljr wünfdjenöwcrtl;, bafc 
fie aud? ben leeren Slnforberungen an eine ©efangös 
foubrette genügte. 

3u unferem improviftrten (Sdt)illerfeft (beö Qify 
tetü neunzigjährige ©eburtöfeier) am lOten Wo*., gas 
ben wir Söallenfteinö öager unb ben legten >2let ber 
Spiceotomini , bei welcher beutfcfjen ©elegenljeit 2Be; 
Ber'ö englifdje «SitMouvertüre aufgeführt würbe, unb 
baö ättujifexrpö beö preufj. 8ten Äüraffter^tegimentö, 
im mütelalterlidjeu 6oflüm aufgehellt, red)t luftige 
Stfärfäe ^erabblieö. ©ie Haufen 4?arniföe warfen 
bie ©aeflammen beö feftlü$ erteut^teteu ^aufeö %& 
tu*, unb von ben Reimen weiten blutigrot^e, äc^t 
uj»ublifanif(^e Schweife tjerab, wa^xfd^einli^ um ans 
jubettten, ba§ $)luj*\t aöe ©efü^U unb ©eftnuungrn 



gteid^ mac^t. 5ie^ulic^e ©ebanfen fjabe iä) immer, 
wenn bei ber SBacfytparabe alle antipobifc^en ^mpfins 
bungen in ein SDlaafy ber Söefriebigung aufgeben, unb 
wenn fic^ fyier Acute in i^ren ßnt^ücfungcn oereinu 
gen, bie per; unter auberen Umftänben fo gern hit 
|?ätfe bre^en würben. VJlan ^ätte in unferer fo »icU 
fac^ gefpaltenen sßaulefir^e einen lufligen S??ilitatt5 
niarfdj — jur Slnimation beö gortfdjrittö — auffpics 
len laffen, ober 511m Spräftbenten einen tüchtigen Äa- 
pellmeifter wählen foücn, unb idj wette, aöe ©iffos 
nanjen würben fidj in ^avmouie aufgelöfl r/aben *). 
— -3»» Uebrigen muß man eiugejleljen, ba§ bie äfliu 
flfbanba unferer JHeictjötruppen öortrefflid^ einfrubirt 
pnb, unb ba§ in benfclben eine (Stimmung ^errfc^t, 
wie man fte in man^ein Drdjefler nid)t pnbet. 

5lugeublicfliii) befinbet ftd) uufere SDper in S3er« 
legen^cit, ba $Jltö. S3el;renb 5 ©raubt auf Urlaub in 
4>annoüer gaftirt, unb unfere 5lnfcr)üg, unpä^lic^ ge= 
worben, baö 3i^mer ^ütet. 

3(u§er (Sliafon gaben bie l;ieftge ©efangöle^rerin 
grl. ©raumaun, eine (Schülerin ber ©areta, unb bet 
^ianifl SBill;. £ug (Soncerte t?on 93ebeutuug, in weis 
dj>en baö grofje Quintett von (Schumann unb §um: 
mel'ö (Sextett bie ©lanjpunfte waren. ^)r. #u(}, einet 
unferer erficn Äe^rer, bilbet braue ©c^üler, »on wel- 
chen ber junge grieb. ^aarbleic^er 3f«gni§ ablegte, 
ber mit feinem £ef;rer ^ofc^eleö' berül;mteö Hom- 
mage ä Haondel ju ^mei ^Sianoö »ertrug. 

©er Spfyilfyarmonifcfye herein gab Seetfyo&en'ä 
(Ss©ur (Spmp^onie, unb beffen grof;c (Slatiieri(Sonate 
S^oll (Dp. 111) von bem ^iantften griebri^, baö 
gro^e S^enbelöfol^n'fc^e ©110 für ^piano unb S3iolons 
eell von tien £$. S^iufifbir. 9fte|fcr unb (Siebentopf 
vorgetragen , unb SHeifjtger'ö Ouvertüre au^ g)elva. 
3m SJhifcinn, baö feine (Sigungen am 2ten 9^ov. bes 
gann, fyorten wir bie (St3mp^onie5(Säge jum Sobges 
fang von ^enbelöfo^n, bie SSüfle von ©avib, unb 
S^ännerd^örc von Keffer unb (Speier. ©em (£oncertc 
spiriö im rurfif(t)en $of founten wir ntdt)t beiwohnen, 
unb bie angefünbigte (Soiree von bem (Sänger (Stu 
gelli mu§te wegen beffen Unwofylfein ^urücfgefegt wer« 
ben.— Sßiele anbere (Soireen, lieber = unb ©efangs 
ffiereine, privat ; unb 2Mlitair;(Soneerte u. f. w. laffc 
i^ unerwähnt, weil idj fonfl nid)t fertig werben würbe. 
2luö 51Uem aber gel;t hervor, wie rüflig uufer äftuftfs 
leben feine gittige fcr)wingt. 

9m (Sd)luffe biefeö 5lrtifelö fällt mir tie 45|te 
Kummer ber ^Berliner mufif. 3cüwng (vom 7ten 9?ov.) 



*) 93on bem fä)on oft flerfigten Verfall einer eigent* 
U4en SRilitair *aJlufif jeugte färjliä^ ba« (Suriofnm, 
haf von einem ä^n!id)tn SHufifcorp« auf unferem tilo%maxHt 
bk „3lb€laib<" von S3eet&ovea aufgefpielt trurbe. 



267 



in bt'r $ an b/ fei* meinem ©friert Aber brn ^icfigrn 
©Uffffi brr »alfe'föfn 3 t 'd funrr i n fct)nurftrad(8 rntge- 
genlauft, inbem jener Qhtifel oon leeren #aufcrn bei 
ben legten SJcrftcllungcn fpricr)t, nnb über ©alfV« 
©enefice, rt>eler)e8 boet) gar u t cr> t fla t tg cfit n- 
brn tat! unflattlpafte ©(offen mac§t. ©ie $lbflc$t 



jener SWittljertung ift um fo weniger $u »erfennen, ba 
biefelbe meine eigene ßinfenbung uerbrängt t)at, welche 
in luenig 3»8fn bein ^3nblifum bie 3Qar)rr)ctt fagen 
füllte. 3$ aber glaube §rn. ©alfe bem ^Sublifum 
gegenüber biefe ©atiöfaction fdjulbig ju fein. 

<L ®. 



£trtttfd>er 3ttt$etget% 

Uebcrftd)t t>et neueren erfc^einungen auf bem ©ebiete ber Sföuftf* 



Siit ^tanofortf. 

®alott * urtb CrjaraftrrffiictV 

2. *. SWepet, ©p. 64. La danse Indienne. Morceau 
de Salon. JDiabelli. 30 fir. C.JR. 

(Eigentlich eine ganj gemütljlidje $olfa in $>e«-5)ur, bie 
aud) «od? *<** Sßerbienfi bat, ba§ fte oermöge if)rtr geringeren 
©djroierigfcit treueren Greifen |ug2n^Ud> ift. 

6. SBtTttetle, ©p. 23. Brei firfcer oljne Utorte. 
3 fiiftr. BtabeUt. ä |)eft 30 fir. CM. 

IDret ©tücfe im gctoötjnlicben SänMcr;(5r)araftcr, too toix 
»fd&t begreifen, toie biefe gur Benennung ,, Sieber ofjneSBorte" 
fommen. Ucbrigcn« bürden« oberflächlich, oon gar feinem 
©treben geugenb. 

<£♦ SBilltetle, ©p- 27. Un moment heureux. Etüde. 
Biabrlü. 30 fir. CA. 
JDer ©etfaffer ift unfercr Slnftdjt nadj enttoeber ungeljeuer 
befc&eiben ober ungeheuer arrogant, trenn er oorliegenbe« 
©türf fdjen für einen „glücflicben aWoment" fjält. ©ir Ijat* 
ten e« für einen befc&eibencn (Sr^uO eine« befebeibenen Sälen* 
te«. ©orocljt ©ebanfen roie 9lu«fül;rung, finb bur$au6 un* 
erbeblid}. 

SB. ©$ult$e8, ©p.4. La danse du Serail. Morceau 
de Concert. £d)ott. 1 JL 

(Sin ©fürt oon nidjt nnbebeutenber ©djtoferigfeit, ba« 
viele bübfebe A(angnMtfun t ;en bietet. (5« bef)rt)t au« einer 
(Einleitung, bann einem ©afce in lebhaftem (Straffer, jtoct 
Srio« unb einrm ginale. $ie ©cbanfen fino , toie bei ben 
meiflen berartlgcn ©tücfen, niebt um ir>rcr felbft teilten, fon* 
bern ber (§lat>icreffecte toegen ba. 

SB* @dmU$rt, ©p. 7. Toccata. Etüde de Concert 
0et)ott. 
Die Toccata madjt bebeutenben 9 htm, ba« ift tro^l tyrt 
fceroorragcnbfle (5igenf$aft. ©ebanfltdje ©<r)äfce tyabea reit 
rrofc aller SWü&e ni$t entbeefen tonnen. 



2* SÄ* ©Ottfdmlf, ©p. 2. Bamboula. Fanlaisie. 
Srljott. 1 JL 30 fir. 
£>er Sompcnift ift in ?ouifiana, tote ber $itel fagt, unb 
53ambcula ift cm IKcgertang ; für ben Siebljaber t e « gremb^ 
artigen alfo Dteij genug, um ba« «Sfücf ju Faufen. QDir ffo* 
ben baiin etwa« gorcirte« in ©ebanfen unb 9lu«für)tnng, eine 
getoiffe gemalte ^ifanterie; übrigen« ift bie Sompofition nid)t 
gerabe leicftt au«fü^rbar. 

% §*tj, ©P- 5C Mazurka brillante. Bdjott. 1 JL 
Ultebli* uub mit ©eWic! gemalt. Wur mufj man nidjt 
(J^cpin baneben galten »ollen, bann erfc^eint natürttdj ba« 
6tücf ab^rbta^t bitettantifd). 

3- §ttj, ©p. 57. Valse brillante, ßdjoü. 54 fir. 

SJeanfpruc^t ganj benfelben fünfilerifd)en 3Dert§, toie ba« 
oortge ^Derf. 

3» §^ ©P- tt> Fantaisie sur la Favorite de Do- 
nizetti. Öcljott. 1 Jl. 

ffloutinirte«, o^ne eigentliche« fünfilerifd^e« @treften. 
6iel?t fc^toerer au«, al« e« roirflic^ iß. 

6* S* 2tlf (Ut, ©p. 32. lr Receuil d'Impromptus. 
Liv. I. gcljlffinjfr. 174. 0gr. 
3n biefem erften «feefte pnben toir ^toei ©tücfe mit bem 
Xitel: la foi (9U. 1) unb Vaghezza (5^r. 2). ffilr vermöge« 
bie Sachen nie^l anber« ju bejefc^nen, al« mit ber ©enen* 
nung: „€tt)lübungen eine« lÄoutinirteren". 2Rlt biefem 
fd)einbarcn 5Diberfvrud)e glauben teir fte ^arafteriftrt gu $a* 
ben. (Bine geübtere $anb lä§t fidj nic^t Derfennen; bann 
läuft aber toieber fo maneberlei korrupte« mit unter, bie 3h* 
ftoiraflon lägt ftd) meiftent^eil« oermiffen, fo bafj rolr ben 
Slu«brucf „©iplübungen" niebt für unpaffenb galten, tnbem 
toir eben bamit ba« ®emad}te # o^ne innere Wot^toenbigfeti 
(Sntftanbene be^ei^nen tootlen. JDa« jtoeite €tü(f be* 
^agt un« übrigen« am meifien, e« ift metyr embfunben al« 
ba« eifle. 



268 



©efprocfcen werben: 
©♦ fclugcl, 29ftrs tDrrk. /fMlumui. «rautwrin 

(©uttrntaj). 22J- Öjr. 
©♦ gtonrf, ®p. 14. 25 Donationen über ein riüius 

Äijfma. ßdjUfinjer. 1 8ljlr. 

SftofccartHel, ffabrlFarbctt* 

«. ©Raffet, ©j>. 23. La bayadere. echleftnaer. 
12i- 8 fl r. * 

©ine leidjtfertffle ©fernere : gßolfaattfger 3toen>terteltact 
mil gehöriger <DofU »cn Srimalitöt. 



«teber tmt ^tattofortr* 

2. *. Sechen, ©p. 108. 25 fcljottifclje ftt^er, mit 

i>fte., Otohne un* (Xtiio. IV Cieferunaen. SchU- 

Cinger. Complet 5 Stljlr. ä fief. 1| tljlr. 

tölt wetten nid?t Sßaffer in'« SHeet tragen, inbem xoit 

<Sa$en befpredjen, Die jcber SWnfifer fennt unb Hebt. 5Die 

a3erla 3 «0anb!ung giebt un« $ier eine neue «u«gabe bet f$ot* 

«Wen lieber, unb bie gn?et 2iefcnm en, bie un6 vorliegen, 

geugen x>on (Sieganj unb <£olibüät ber «u«ftathmg. 5£>iefe 

«njefge genügt in biefem gälte. 



3itte(ltgett$fclcttt* 



Bei f.M. C. Mjeuckart in Breslau ist mit hoher 
Fürstbischöflicher Approbation soeben erschienen und durch jede 
Musikalien- und Buchhandlung des In- und Auslandes zu be- 
ziehen : 

Cl)0ralbucl) 

für den katholischen Gottesdienst 

Nebst einem Anhange : 
Vorspiele zu den Melodieen der Predigt -Lieder 

von 

Moritz Brosig, 

Domorganist zu Breslau. 
8tes Werk. Preis 1 Rthlr. 

Die Texte zu diesem Choralbuche sind unter 
dem Titel: „Gesangbuch für den katholischen Got- 
tesdienst gesammelt und herausgegeben von Mo- 
ritz Brosig" erschienen und zum Preise von 
6 Sgr. durch jede Buchhandlung zu beziehen. 

Das Bedürfniss nach einem katholischen Choralbiuh, wel- 
ches eine strengere und ernstere Richtung, als es gewöhnlich 
der Fall ist, sich zur Aufgabe macht, ist ein schon langst und 
wiederholt ausgesprochenes. Es musste sich dasselbe immer 
dringender herausstellen, je mehr man sich überzeugt, dass ein 
einfacher und würdiger Choralgesang das unentbehrlichste und 
erfolgreichste Erbauungsmittel bei der gemeinsamen Gottesvcr- 
ehrung ist. 

Insbesondere aber dürfte das obenbezeichnete Werk geeig- 
net sein, in den Schullehrer -Seminarien den rechten Sinn f.ir 
religiösen Volksgesang zu erwecken, sowie zukünftigen Organi- 



sten als Richtschnur für die Behandlung der Choräle und der 
dieselben vorbereitenden Vorspiele (wie deren im Anfange ent- 
Halten sind) zu dienen. 

In demselben Verlage sind erschienen: 
Ueder 9 zum Gebrauch beim sonn- und wochen- 
täglichen Gottesdienst auf katholischen 
Gymnasien. Herausgegeben von Bernard 
Mahn, Domkapellmeister in Breslau. 3te Aufl 
8 Sgr. = 24 Xr. CM. 
Diese aus 33 mehrstimmigen Kirchenliedern bestehende 
Sammlung hat für jeden Freund des edlern religiösen Gesänge« 
einen unschätzbaren Werlh. ueaaug« 



O e 



such. 



Ein nach allen Richtungen hin tüchtig gebilde- 
ter Dirigent, welcher seit mehreren Jahren sowohl 
grossere Gesang-Vereine, Orchester, wie auch grös- 
sere Aufführungen leitete, und sich nicht allein als 
Musikdirector, sondern auch als Lehrer im Gesänge, 
Pianofortc, Orgel. Violine und Composition be- 
wahrte, sucht ein dauerndes Placement. 

Ausweise über seine Moralität, wie auch über 
seine JTuchtigkeit können zur Genüge gegeben werden. 

Man bittet, etwaige Offerten unter den Buch- 
staben: A. Z. Nr. 5. frankirt an die Expedition 
dieser Zeitung gelangen zu lassen. 



tST (Steine Mnmmetn b. S». 3*f*r. f. 2TCuf. »erben jn 1J «R flr . beregnet. 



*««< um ir. KStfau 



n t u t 




iktfäxtft fSc 




Statt} SBrenbtl* 

Sfmtnbbreif igfler ©anb. 



Jlf 50. 



33 e t l* g er: 
Stöbert griffe in Scipjtg. 

5>en 19. 2)ecember 18W, 



fion Hefe* 3eitf4- «Weluctt ttodjentlid} 
2 SRnntmern von 1 ob« lVi ©oßen. 



B«U be* föanbe* von 53 Em. 27, £&lr, 



Abonnement nehmen alt« ißojtimier, ©ndV* 
SKufiC? nnb JtwtftyaiiUiinatn an. 



IM -ill T-l ^^^ ■ II 



3ttftructu>eö für 9Slaöinftrumetite. 

3* 3t- ßftüi), XU Etu des pour le Cor chromatique 
et le Gor simple avec aecompagement de Piano. 
Cah. I et IT. — Cripfig, Utoitkqrf u. «jürtel ffr. 
ä 1 tfclr. 

gorbern biefe Stuten fet)on atö inteteffante unb 
erfreuliche Stcuigfcit, »eit fle bie erflen ifc/xet 81rt flnb, 
eilte befßuber* ©eadfjfrung rjeranS, fo beanfarurt/en fie 
Mefelfee audj burc^ ifjrtu fünß(eiifa)rn SBertfci nierjt 
blcö tiidjicfefcfid) befl £ect)niftr)en y f entern üoerfc>aut?t 
bei SIefiljctifdjen. @o biet mix brfanni, giefct e3 au? 
fjer ben Uebungeftücfrn bon ®ugt (eine für baä $orn, 
«nb feltfl biefe liJnnen, fo brauchbar unb givrcfmägig 
fie flnb, faum auf einen t}B1)firn funfHerifctjni 2Bertt? 
finftmid? mac^fm ©ie Aufgabe beä §rn. fie»?, be; 
fanni nl3 SBirtuoö auf brm $ctn , fa^eint cä gewe* 
fen ju fein, ba8 gan^e ©ebict befien, iva$ auf biefem 
^nffrumente geteiftrt matten fann, in biefen Stuben 
jtt beranfetjautiet)en, jufammenjufaffcit unb feine ScU 
legen mit ben aufjexften (Srcnjen beffelfcen bettraut ju 
machen. St bittet in einigen Stuben in ber Styat 
©cfcmtertgfeiten, beifit Uebeiminbung »Dtjl manchem 
$ftruHä|'ft im Steige bei UnmSgticbfett ju liegen 
f feinen bfirfte. Sei exnfiliäjem ©tubium unb mit 
SSenu|img ber bom Sutot gegebenen Söinfe unb Sin* 
leitungen mu§ fitt) jebodj ber weniger geübte $J3in= 
Hifet 6alb &on ben gortfäjritten überzeugen , ju 
Wnen ü)n biefe Stäben in ber HJirtuofltät fuhren, 
6e$r berbieufHitfc tfl bie fimuci$e unb geuanbte Slrt, 



mit ber ber Sttutct bie SBentite ju benujjen tetjrt, ein 
Umfiaub, meldet tjon auge^tbenttic^em SSort^eit, unb 
ber, tr0| ber Autorität eintö $. ©ntioj, aU treibe 
berfelbe in biefer ©e^ie^ung angeben »erben ntuf, 
bem nur )U fiäufig ncd> vcrt;aubrnen SScrutt^eite ges 
gen ba§ d^xomatif^r fioen entf^ieben begegnet* Um 
nic^t meitläufig ju meibe^ fcejief)e t^ mieft auf S3ers 
lioj 1 Äunfl ber ^nflminentation unb baä, nja# i(§ 
friifjet fd|on übet tiefen ©egenflanb gef^xieben, SSie 
bet %itd ber Stuben fa)on fagt, ftnb fie ni^t auä- 
ntlicBÜd? für baö itoinatif^e $crn gef^rieben, fons 
bern DDrjugömeife für baö geiüß^nti^e $om In F, 
motei auöbrnrfti^ erwähnt iji, bag bie niä)t freien 
5Eönf, fi%itt mit bem SBcutit, burd? ©topfen fyaücrge; 
tratet »erben foUeu, roa^ au<$ bei bem ^romatif^eit 
^crn annjenbbar. Gö mürbe ju »eit führen, auf baä 
^e^nifa^e im SinjeTnen weiter einjuge^en y unb i§ 
glaube e£ xti^t, tüaS i^t) bi€ je|t ermahnt , §in, bie 
berbiente (Uufmerffamfeit ber Aunfilet toon ®ac| für 
baS borliegenbc SBerf ju erregen, jumal ba bbn Sßiu 
Im, bie baö ©orn uic^t felbft errcutiren, ba6 33crs 
flanbnig nicr}t berau^gefe^t »erben fann. 

3" S3eA»3 au f ben a|"tt;ctif^eii SBettt; mug ter) 
betennen, ba§ fte unbebingt ben bieten trefflidjen dorn» 
pefttieneu, reelle bie Sfeujeit in tiefem @eure auf= 
guteeifen f}at f teigejä^It ju »erben »erbienen, »ad in 
Wflifl^t barnuf, bag fle für ba§ $ütn t ja fflr aüe 
S3U^inflrumente bid jegt bie einigen f^rer Brt ftnb, 
bem Unter um fo tnrfct jux St)rc gereift 3ebe bet 
j»&If Stuben titbft ein in entffire^eiiber gorm ai* 
gef*totTfn(* SKufUflüA ffiie «b%ate Stünme mit 



270 



ir)ren fct)on brö 3toeefe8 roegen nott)roenbigen, öfter 
angeioenbeten S"tgurrn / tvcld^e bodt) immer einer ges 
fcr)macf i unb auebrucfätcllrn äNelobie diawm geben, 
tvtrb gehoben burd) eine eben fo einfache alö \v\xU 
fame ^SianofottcbegTcitimg. Sie befunbet feuriges 
^enbö ben cinfic^tecollfn unb getranbten SNitfifer, ber 
mit feinem ©efd;mact unb richtigen Urteil beibeä, 
bie obligate rtie bie begleitenbe Stimme, in ein ©ans 
jeä jit toerfc^mefjen toerfiauben. ©a£ fte fiel) bei bie; 
Jen 93oT}iigrn unb namentlich in 9iüd'ficr)t barauf, 
baf fte bem ÄiinfHer ©eJegenfyeit bieten, feine 83irs 
titefttät jur ©eltung 51t bringen, jum Vortrage im 
(Scneertfaal unb äNiififfalcn eignen, bebarf loci)! 
faum brr ©ntäljnung, unb eö fielet bie allgemeine 
S3erbreitung, bie ier; bem SBerfe mit 9iecr)t tiniufd)e, 
ju entarten, cv $g 



2IuS ^»anibiirg. 

©er „SNaurer unb Sd;fcffer", rcomit bie fomü 
fdt)e IDpcr im $l;aliat(;eater eröffnet ivurbe, t;at einen 
fo Ungeheuern 3ubrang ton Neugierigen gefunben, 
bafj Jpuuberte loieber fortgeben mufjten, unb ba§ fte 
morgen bereits trieberfyolt nmb. @ä ifl nid)t ju Inigs 
neu, ba$ biefe iDpern in bem fleiuen 9taf;meu bei tücfys 
tiger 83efe§ung ftdj beffer au$nel;men, alö in bem gros 
fen, geitcljnlid) leeren SKaume beö Stabttl;eaterö. 
Sorgt bie ©ireetien für gettaubte ©arfleller, fo bürfte 
bie &m fcivot)t in fünfUerifd)er alö materieller §i\\: 
ftc$t gute $rüd)te tragen. 

©aö (Soneert beö ©ireetorS beö 6äeilien = ©erc 
einS, beffen Programm loir neulich mitteilten, toax 
flärfer befugt, al8 ftd) nad) einem fold;rn Programm 
erroarten liefj. ©ie (Sfyöre gingen gut. ©er junge 
©clbfd)mibt fpielte ©frnbelöH^n's (Saprieeio; für baö 
(Soneert, bae er morgen unter SWthuirfung ber Sinb 
im grcfjen Saale ber Sensalie geben luirb, ftnb it)m 
tereitö tor mehreren Sagen 1200 Sfylr. geboten, bie 
er natürlich) auSgefd;lagen r)at. ©ie 6innar)me bürfte 
cirea 16 biö 1800 Sl;lr. ergeben. 

5lnberö terl;ält eö ftd) mit bem jungen ungaris 
fer)en 83iclintoirtuofen 6b. {Remeniji. ©aö (Foueert 
beffelben itar jlrar aueJ) red;t befugt, aber rennet er 
bie Äojlen ah, bürften ton bem 9tcfl wenige feiner 
Sanbeleute „nad) tymerifa beförbert" werben fonuen. 
Uebrigenö fyattt ftet) bie liberale ©ourgeoifte an bem 
ßeneerte fer)r lebhaft beteiligt, tljeilö beö ^rogrammö, 
it)eil8 ber „^Partei" loegen. ©aö Programm loar 
iibrigenS ganj iutereffant. ©er junge Ungar fpielte 
einen 6oneertfa|} ton 93ieuxtempä, uugarifcr)e üftatios 
nalmelebien unb le souvenir de Ja Hongrie von 



JDJolique. ©ö ifl nict)t ju leugnen, bafj unö ^ier tin 
unge»rö(;nlid)e8 Talent entgegentritt, lad aueb) ct)nt 
ungarifcfye S^mpat^ien, o^nc ben rotten Nationalroef 
(ber ^oueertgeber (;attc einen folgen angelegt) Sle^s 
tung ^eraueforbert. 2JJan b;ört bem Spieler ©eifi 
unb §pl;antafte an, unb ttaö bie gettigfeit anbelangt, 
fo t)at jn?ar baö Säbelregiment einigen 5lbbrud) ges 
t^an, aber bei ber torl^anbenen 23aftö bürften nur 
noei) »renige Stubien notljivenbig fein, um einen Spies 
ler erften SHangeS fyer^uftellen. 

Sri. SSagner, 2)iat>. dornet, unb eine ©ilettans 
tin fangen lieber, bie testete mit fold)er $lngjt, bag 
fte beffer getl;an l;ätte nic^t ju fingen 5 aufeerbem ti?urs 
ben bie Outertüren ju „Seil 7 ' unb „3auberflöu ' ges 
fpielt. — ©ie ©eige, trelcfce ber junge Stemen^i 
fpielte, ttar eine 4 2lmati, unb fojtet 100 ßouieb'or. 
6ö bürfte tielleier)t iutereffant fein, ju erjdl;len, ttie 
fie in ben S3efig beö Ungarn gefommen ifl. 3" 
Hamburg giebt'ö einen 5»Rtumentenmact;er, bet 
Saufe l;ei{jt, ein fd*licr)ter 9J?ann, ber feiner Äunjl 
mit Senntni§ unb ©efdtjief obzuliegen iteig, unb na* 
türlid; ein großer SDiuftffreunb ifl. 3« biefem 3" 5 
flrumentenmael)er fommt ber junge 9temenr;i, unb er* 
fud;t tt)n , eine ©eige ju feinem goneertc ju leiten, 
©er junge 9Jla\\n l)at ein lebfyafteö, feurigeö, offene^ 
SBefen, ifl Ungar, Slüdjtling , furj iteig fofort §rn. 
Saufe ju gefallen. ©iefer giebt i^m bie rücrtr)t?oüc 
©eige unb fagt ju il;m : „23ef;alten Sie fte, unb 
ttenn Sie fte mir einmal bejahen fönnen, fo foU'ö 
mir lie6 fein". 



Äleine 3eitung* 
Cin Cittrofarjrer. 

3n 9lx. 48 ber „5R. berliner SWufifjeitung" unternimmt 
Jqx. (5. flofjmalt) imi „fritifefte ©rtrafa^rten", ju benen 
iljm bfe gulcftt erfe^ienenen 9Berfc 9(b. SergT« unb bie »om 
Xlntetjei*netfn über biefelben in biefen 331. gegebenen Ur* 
tl;eile als £tiebfraft bienen. €prie^t ber^r.gaftrer gunäe$ft 
ten bem , # überfcbtr(nglie5en Sobe'", bem „ercentrifejen, l;^er* 
entl)ufiafliftt}fn Xont", ber „fo f)*)perbolifdjen al« apcbiftifejcn 
9ht unb ©eife", womit M JBergt ber fficlt al« mufifalife^er 
3KcfftQ« terfünbigt iritb", unb flellt er bie« Sllie« in «cjug 
auf mid) , ben er babure^ flleidj ten tornberein in'« gehörige 
€41aglid}t ju fr^en »ermetnt, fo geroaljrt er boefe aud) bie 
(5'enugt^uunp, Ha) felber fogleie^ >n puris u«turalibus al« ben 
SWann torjufMlen, fnr ben er R4 anfielt, b.i. al« „ben wirf* 
liej 6a4funbtgen" r al« ,,ben SWanu ron Jadi felber", bet 
„ftej uo$ ben *n ri^tiger (Srfcnntnifi unb riesigem Ud^efl 



271 



in allen fingen erforberlidjen, Ilaren, rufytgcn unb unbefan* 
genen Vllcf bewahrt f)at". 

<§o mit Legitimation verfemen tritt $r. £. Die erfle 
galjrt an. Vergt'ö (Sljarafterftüde Cp. 7 finb bic Valjn, auf 
treidlet er fdjnaubenben Steffel baljingleitet. 9Ba« für Gfca* 
raftere e« giebt, erfährt man al« erfte Veloljnung i(;n aerfol* 
genber Sljeilnaljme, al« jweite aber, tag bie benannten (Stücfe 
ba« Sftarafteriflifcrje Der Kategorie ber „fleinen, fdjwadjen, 
unbebeutenben, alltäglichen, unentfdjiebenen (5l)araftere" an 
fid? tragen. SDicfc jweite Veloljnung annetymlid; ju madjen, 
fügt «fcr.tf. na$ vorherigem föäufpern al« nochmaliger „wirf* 
ltdjer Kenner unb SNufifer von gad)" eine „nähere Veleud)* 
tung ber einzelnen Hummern" bei, wobei benn I)erau«fommt, 
bag 9U. 1 befagter (Stücfe an „Dubelfacf unb Drehorgel er* 
innert", bag Dir. 2 „oen 9temini«cenjen wimmelt", 9tr.3 ftd) 
burcfyweg „in längfl gewohnten, au«gefafyrnen ©leifen bc* 
wegt", 9U. 4 ftd) burd) „eine gewiffe fpiegbürgerlidje Vel;ä* 
bigfeit unb galjme ©emüttjlidjfeit" bemerfbar madjt, bag enb* 
lidj in Dir. 5 „mit einem 2Bort ein $arcii«mu« tn Dioten, 
ein muftfalifc&e« 9Upbrütfen fein unheimliche« Söefen treibt". 
Den Danf für feine ©aben begehrt er nidjt: er überlä&t bem 
„gefammten mufifalifcr)en $ublifum", ju beurteilen einer* 
feit«: ,,ob unb in roie weit nadj bem ©efammtergebnig fei* 
n«r 3*rglieberung" bie Vergt'fdjen (Sbarafterftücfe bem, »a« 
id) von ifjnen au«gefagt, entfpredjen, ancererfeit« : ob meinen 
,,au«fd)Weifent>en Uebertreibungen, bie ben (Stempel ber ^ar* 
teilid;fcit fo unoerfennbar an ber (Stirn tragen, 9lnfprudj auf 
2Daljrl;ett unb ©ültigfeit jugeftanben werben fönne". 

9lid)t ofjne fid)tlid)en Anlauf mit neu beflügelter $r)an* 
tafle beginnt nun £r. Jvogmalty bie j weite gafyrt. (Sin neue« 
$lu«$ängefd)ilD mit SJlctto btuntcr fctyüfct ir)n vor polizeilichen 
Verfolgungen, unb neuer, füger Üot;n roirb ben tljeilnctymenten 
SKeifegefäfyrten. — „(Solumbu« entberfte ^merifa; 21. £ötffel 
cntbeclte 21. Vergt!" — Der fritifdje örttafafjrer erläutert, 
er Ijabe mid) in ber neuen Uebcrfdjrijt mit Seijtng parallel!* 
firt, um bamit meine „außerordentliche, funfhidjtetlidje Ve* 
fätjigung, meine fritif$e Urfraft überhaupt wenigften« an* 
nafyernb gu begeidjnen"; er tr)ut „auf« fci)lagenb|ie bar, in 
welkem wefentlidjen fünfte id), ber neue — muftfalifdje — 
fiefftng, bem alten — bramaturgifdjen — überlegen fei", in* 
bem biefer befanntlid? nur über wirflic$ »orl;anbene Eeiflungen 
gefdjrieben unb aud) Wirflid) nur über bereit« Vorliegenbe« 
ein Urtljcil abzugeben vermocht ljabe, mir e« bagegen eine 
Äleinigfeit fei, ,,aud) fd)on über nod) in ber 3ufunft (Sdjocge 
fdjlummernbe Schöpfungen apobiftifdje, mit ftbi)Hinifd^er ffiei«* 
$eit gefattigte Drafelfprüdje ju tfyun". Der gafjrer gelangt 
auf ben $cljepunfi : „Söaljrlid), ein feltner, wafjrljaft feljeri* 
fd^er <S4arffinn unb Xiefblicf" (u. f. u>. no$ vier 3eilen), boeft 
eilt er fit) herunter uno giebt unter SDertoeifung auf bie 2Je* 
urtljeilung von Dr. £). Jange „gar ber 9lnfid)t JRaum", bafl 
mein Verfahren „einen ^ol^en ®rab fritifdjer (Sinftc^tdiofigfeit, 
fraffer $arteili^feit nnb fanatif^er Uebertreibung bocumen* 



tire". [(Sine galterfiimme : ®ut gebrüllt!] Der tt>irfti$e 

unb tüar)ir)aftige goc^muftfer fiubet nun an ber ffieife, krie idj 

mieft über S3crgt bei Slnjeige oon beffen beiben oierljäubigen 

Capriccio« geäugelt i;abe, Jöianc^e« auffällig; e« bebünlt i^n, 

bag ic^, „ber Unfhrblid)feit«pofaunijt Q3ergt'«, ben ffliunb bod) 

tt?ol;l etwa« ju ooll genommen t)abe". Den ©cfaljrtcn roirb 

jum Slbfd)ieb für gütige Begleitung bie «feanb gebrüctt: ,,e« 

roer&e bei iriebcrljolter fiefung unb reiflicher Prüfung meiner 

SKujierfritif ber gläubigen 3Bclt bie (Svlenntnig aufgeben, bag 

S3ergt roiiflict) unb roal;rl;aftig ein ©cnie fei". 9lod) ein ©er* 

trauliche« liefen unb ber fa^renbe örtrafeitifer oerfd)\oinbet. 

$r. Äogmal^ fte^t, td) ^abc i(;n getreulich bi« ju (Snbe 

begleitet. Db er burd) feine galten ba« 3iel/ ba« t^m »or* 

gefc^webt, ober überhaupt dtwa* erteilt fyat , ba« feinen 

Unternehmungen (Erfolg verl;ei§t, bie« ju entfefteiben, fann 

natürlich fo roenig meine &ad)t fein, al« e« meine 2lbfid)t 

ifi, mic^ in einen unfruchtbaren, tljörigten (Streit über bie 

£refflid)feit ber Bergt'fctyen iöerfe mit it)m einjulaffcn. 5)enn 

baß ter Streit ein ttyöridjter fein roürfce, leuchtet ein, ba ba« 

ißerl;ältni§ ber preitenben Steile X u einanber ganj baffelbe 

toäre al« bei 3toeien, bie ftd) wegen einer Sadje janfen, \>on 

Welcher ber (Sine behauptet, fle fei fcfcwarj, nact)bem ber 9tn* 

bere behauptet l;at, fte fei weifj. (5ine Einigung alfo wäre 

nidjt benfbar. ©elangt ^r. £. burc^ feine „nähere Jöeleud^s 

tung" ber Jöcrgt'fcfcen (5t;araftctflücfe ju einem bem meinigen 

ganj entgegengefe^ten Qrgebnig, — eine 6ifat)rung, bie er 

nidjt ba« erfle ?Wal gemadjt, — fo gebe ic^ ju bebenfen, bag 

M 53eurtl;eilung eine« Jtunjlwerfe« ba« 2Äeifle barauf an* 

fommt, ob ber Äritifer ju il^m al« ju einem leben«\Jol(en 

©anjen berantritt, in beffen Crganiämu« er, eben um ba« 

£eben ju erhalten, nic^t jerglieternb eingreifen bürfe, ober ob 

er ftd) tym al« einem Seic^nam näljert, bem er nac^ ©ut* 

bünfen gleifdj unb 53ein gerfe^en unb ben er nnbeföabet feiner 

9Befenl;eit al« ^etc^nam nadft jeber (Richtung l;in jert^eilen 

fönne. Verlangt irtan ?efttete« oem ^Irttifcr, fo gebe i$ gern 

ju, bag ic^ ju einem folgen ©erborben bin. unb erfenne bic 

Ueberlegcnljeit be« £rn. Äogmalv in biefer «&inftc^t »bllig 

an; ic^ gebe gu, bag er fic^ ben ba&u erforberiie^en „Ilaren", 

„ruhigen", nüchternen VUcf , bie babei not^wenbi^e ©leic^* 

gültigfeit unb Äälte be«>@emüt^« beffa ju bewahren vermag, 

al« ic^ bie« vermöchte; id) gebe ju, bag e« i^m baburd> bef* 

fer al« mir ermöglicht wirb, fytntcr einem 9lic^t« ein ffiiel, 

hinter einem Viel ein »Jllc^t« ju enteeefen. 2)oc^ taufte id) 

be«l;alb mit iljm, bem wirflic^en unb wahrhaftigen gac^raufl» 

fer, noc^ lange nic^t! 

ffiirft mir $x. St. $arteili<$feit unb Uebertreibung öor, 
fo fann e« gleidjfall« nic^t meine ©ac^e fein, gn entleiben, 
wiefern er babei im 9te$te iß. ©efennen mng i* jebo^, 
bag id) fiet« mit Vewugtfeln für bie @a$e, bie i$ für gut 
befunben, Partei genommen ^abe, unb in gleichem gafle audj 
immerbar Partei nehmen »erbe; biefer Vorwurf »erlebt mic^ 
nid^t, fonbern erfreut mic^. Die „Uebertreibung" ue^me t$ 



272 



al« einen Xabel, ben fd? betjerglgen »erbe. ®efefct biefer 
Säbel trifft midj> in Säbelt, fo fprl$t bo<6 »entgfien« bet 
<8ntfd)ulblgung«grunb für mid), bag fd) bcr <Sa<$e, welcher 
14 Ijulblgte, midj flet« mit ©arme annahm, unb bag idj nie 
befürchtete, ein »atyrerÄünfUer »erbe fi<$ ,,ba« £irn 
burd) Sob »errücfen" (äffen. Siel lieber ifi e« mir gn Ijören, 
id) fei im $ob alt im Säbel gu toeit gegangen , unb glaube 
i$ nf$t Urfadje gu $aben, mid> ob t»er „Uebertrefbung" gu 
f*amen. 2>ag aber au<$ ber „ruhige, flare Slftf" be« £rn. 
dxtrafatyrer« nldjt oor Uebertrelbung fdjüfrt, biet fann man 
an« oben mitgeteilter Duinteffeng feine« Urteil« über 
SJcrgt'« (5l)arafterflu(fe mefye al« gur ®enüge entnehmen. 3a 
gigura geigt felbfi, tag biefer „©lief" iljn nidjt einmal oor 
ffliberfprüifceu gu fiebern »ermodjte. SBatyrenb namlid) §*• 
St., ber ff »irf(i^e Kenner", antangenb bie erfle unb fünfte 
Kummer ofter»ä^nter ©tücfe, al« „feljr gu bejroeifcln" $tn- 
flellt, bag man meinem Urteile, „am »enigfhn »ofyl, wa« 
Kr. 1 anbetreffe", bclftimmen »erbe, fo meint er fpäter bodj, 
e« bürfie bie fünfte Stummer ,,al« Die f<$»ädjfie unb oerfefjl* 
tefle ber ganzen Sammlung erf$einen". Anfang« alfo bünft 
tön bie erfre Kummer fd^Ud^ter al« bie fünfte, fpäter aber 
bie fünfte bie fdjledjtefte »on allen. 2Do foll man nnn £rn. 
Äogmaln glauben, anfang« ober fpäter? Unb »a« foll man 
angebt* ber ÜBorte: 

— ,,e« giebt 
fein anbre« Unredjt al« ben OBiberfprud)" — 
»on tym benfen? $odje barum $r. St. nidjt gu feljr auf fei- 
nen „Slicf", biefer f>at fid> nld)t al« ungetrübt bewahrt. 
9lud) bie @d)lug äugerung , „i$ habt ben SWunb bedj tx>or)l 
tttoa^ gu roll genommen", entfpridjt bei »eitern nidjt, »i* 
berfpridjt alfo bem Vorausgegangenen, nadj bem man nid)t« 
»eniger al« ttxta ben 2lu«fprudj er»arten burfte, bag i<$ ab- 
fi$tlt$ unb gegen beffere« ©fffen übertrieben, in SBafjrbeit 
alfo gelogen Ijabe. Kur ein berartiger unb al« un»iberleg* 
li$ begrünbeter 2U«fprudj mugte ben Sdjlugfiein be« ©an- 



gen b'lben, benn nnr ein foldjer Ijatte bie Äraft, c« §n 
Balten. 

2)vig jqx. St., um mfd) Iftdjerlidj gn machen, ben Kamen 
eine« grpgen SKannc« al« gölte benufct, »ergei&e td> tym (s 
ber Hoffnung, er »erbe für fünfte Sttale, fidj felber beffer 
gu ebren, bergleicfeen nidjt »iebet tljun. Kiemanben, and} 
ben »hflt^en unb leibhaftigen ga<$mufifer nid^t, giert e«, 
,,ba« (Sr^abene in ben ©taub gu gießen", 

Sei biefer Gelegenheit fei fttliegli* bemerft, bag in ber« 
felben Kummer ber berliner 3eitung ben „galten" ein für* 
ger Slrtifel folgt, »eldjer be»eiff, bag in ben 93 lumen gelegen 
be« frn. (5barie« Sog abermal« ber $ocf gnm ©artner ge* 
ftcllt »orben ifl. 51. JDörffel. 



23etraifd)te6. 

Um ba« feit längerer 3eit berabgefommene ffiiener Son^ 
feroatorium gu erneuter, gebeiftlic^er X^ätigfelt gu beleben, 
Ijaben fi(^ bie erften jtünfller ffiien« gn einer 53eratl>ung oer* 
fammelt unb Scftuf« ber Keugeftaltung biefe« 3nfiitut« unter 
fl$ oier, ©irectoren gc»ä^lt. 3um ©eneralfecretair be« Dr* 
ganifirung«förper« »urbe ber um bie Aunfi vielfad) oerbiente 
$r. ©löggl ernannt, »elc^er biefe ©teile mit 3ußimmung 
ber ®cfellfd>aft bcr SRufiffreunbe angenommen fyat. 93on bet 
£t)ätigfeit biefer Vetren lägt ft(^ um fo me^r ba« günftigfle 
Kefultat erwarten, al« bem Sßernebmen na(^ bie @taat«t>er^ 
»altung bereit iß, bie »id^tige 2lnfla(t mit einem namhaften 
Seitrag gu unterjtüfcen. 

Unter ben Kcutgfeitcn, »elc^e bemna^fl erf^einen, ma* 
d)tn »tr befonber« aufmerffam auf K. @4iumann'« neuefie« 
2Berf : Sier Duetten für ©opran unb Xenot, Dp. 78, Gaffel, 
(E. gucfljarbt. — Son 6. (5gern^ erfc^eint ebenbafelbfl eis 
2Beü)na$t«album. 



Bemerkung. 

95ei SScginn bcö jnjciunbbrcifigftcn SSanbeö wetben bie »cre^rt. 2(bon* 
nenten bet Stitftyttft erfud^t, i^t Abonnement bei i\)tcn refp. J8u4)^ant»tuits 
gen gefällig erneuern ju wollen, t>a itynen fonft bie ^ortfe^ung ni<^>t jugefc^itft 
unb »eniQJrenS ein 2Cufenttyatt btö jum ©ingang l>er fpäter öerfd[)riebenen @r«n* 
plare petbei ö efu 9 rt wirb. ^ob. %tUfe>Me 58ud, , unb mmm^ 



Sbmtf M« %t. lüinoni. 



tl e u e 




iitf$tifi fit 




'JPrratitw t rt[ idjc r 3ft e &<u tem : 

ginunbbmfigfret ©anb. 

ffiun tiefet 3fiifä- trf^eiJten ttädjenüi^i 
2 Kammern \>*n 1 ober lVi Soacn* 



^ 51. 



93 c r 1 e £ e ti 
stöbert Briefe in Vetpjig. 

Dm 23. 3)ewuber lHJti». 



$reiö hrt Eanbefl t>un 52 ft™. 2 1 /* £fcfr- 
5nfttt[on»ge6üMß Me ^Hit^eilc 2 9tyr, 



?lbcnnf mm t nehmen aflc -püfldmier, 23u^» f 
iUuflh unb jtunßljaiiblinifjtii an. 



3n^alf : 6irbrr unt> OtfAnat. — tfaJ iDietttn. — Eu* £amfcurfl* — £Hpjt0eE SZufi'Krfreii. — Äfitiföre taijeffift, — 3nteKU 
gtn$blatt. 



Stefeer unb Wefänge 

<Sb. § auslief, GDp- ( J, Hut Cu* rr für ntie Sing- 
ftimm* mit flrjl. lu& |)ftr, — ßeriin, fitote u, ©ock. 
$r, 15 ßgr, 

©iefe tret ÄMcber rangirrn unter benen, fett jtoat 

mit ©cf^ülidjteit gemalt, bedj ^»fi^ff'^ i&teä 

irmjtfati|"^e« $Uräbrwfä ncdj unter bem Sinfliiffe ber 

aQgcntftncn (Smpfiiibunglfpra^e flehen. Sie ärtelc* 

bie, fang bat unb fJir^cnt^ entbeljrt ncdj beä teeren 

gtenmiieä, lueldjffl ftc$ tu einer flärffttii ßrfaffung 

beä podifeben Äcrneä ber ^i'itc beutfunbet; jte tat 

noefc £ii Mi 5Uuferli<ijeä, tcr fimilidjf Älaug tritt 

uedj Ä 11 f l ^? r &rtWK# ber Qwpfiiibuug fet/eint eä fein 

rechter (Srnfr $u [ein. 5Sr. i „giityliiigäglaubf" ucn 

Urlaub, Ijat toor bfti ü&rsgeu Da§ Dctauö, bajj eä 

einen frifäjcren 3ug , *w* beftimmtere Haltung ^eigt, 

romn fdyon bic $titffajjung in anbereu (fompüfiiionen 

biefcä Se.tträ gelungener rrfdjeint; bet Sdjln| &ou 

beu Motten ab: „9iun mu& p^ ^Ifleä nmiben" enU 

|att tiiri ^nfläuge an ffiagtroefeneä unb tritt über* 

^aupt gegen baS Urbtigc ^uriirf. £ßr. 2 f/ 9Kh iß, 

aU müjjf idj bir maft fagen", auä bem ®^o»if^fn # 

jeigt ni^t nur niäjt ben frembtänbifajen (Stjataftet, 

fonbetu toerftadjt fic^ aud^ in eine (jeljte ^J^rafe, 

Sftt, 3 ,,9Mj§tli{$C SSanberung" giefct ben Ulkten 

(Sfearaftcr beö (äebic^teä rec^t eutfprc^enb loieber, obs 

mo^l etnjo« tanbrlnb, uerleugntt aber eten fo wenig 

feinen Uxfprung au3 bem aögemeineu @m^finbung3s 

flrome, »uie unjd^Iigc anbete Öiebeäe p^emeten. 



Siouiö £ct)iufcelmci|Ter, <G>p. 9. Drei CtcDrr für diu 
Sopran- o^*r Sfnorftimmr mit ßrgL ^es pfte, — 
Hamburg, riumftjrr, Cinyfin |tt ^aben fu i u. ^ 

£t)U, Sufammrn T V %b^- 

^et (Somponifi tiefer Siebet fle^t auf einem ^ö= 
tyeten ©tanbpunfte aU ber Dotgertannte. 3n ben jmet 
erfien berfelbeu giefct ftc^ ein tiefet^, innigere^ dtfafs 
fen ber ^erte jii etfemieu; bie SWdobw, feU(tftanbi; 
get unb ebf«, ^at anc^ me^r SäJarme uub lägt un« 
auf eine gute Stiftung bei (Soiu^onifrcu ft^tirfjen. ©er 
$tciÖ gebiirjit bem erflen, , y gtii^[ing^Heb' y üou $. 
3djt 4 urlin, bad firf? titrrtj ftife^ru unb IcbensrcUai 
Sludbtucf iiuä;cic&nct. 3>aä jmeitf ^at trog bei ^n= 
nigteit betij etmaß S^atteiJ , tfl aud? weniger fettfti 
fiänbig, ^r; 3 „S^bcnt bal ©eine" tou 3. Seittes 
U'ö , üL'rfliiihngt ftdj in einet unbebeutenben ^lUge^ 
mein^eit. 

ßatl Sleint^alcr, ©p. 2, ^rft L Arti^tr pon Ru- 
rhrrt, CicrjenDortY, Öcibd, ÜJingeifUbt, für eine Sa- 
pranClimme mit Öegl- Urs pfte. — ©ertin, Bett u. 
öork. Pr. 13 Sgr. 

£hckq rrfle ^eft enthält btei Sieber, bir 001t 
gutem ©treten jrigen, baä aucr) fc^cn, fö weit baä 
Uürliegenbe Dp. 2 ju biefet Sfmetfung @flegen^eit 
giebt, bure^ gute Erfolge belobnt roirb. <£)ad erfle 
Sieb tt 9lm\ bie ©djütten buntein" neu @m. ©etbef, 
bat einen fcb&nen nuettuctöupUcn <Srfang , ber bem 
f$mcixmfrtfdjfii Soue be§ ©ebic^tä gut eutfpri^L 



274 



Stur fd)abe, bag ber (Sctylugtaet in einer $u verbrauch« 
ten SBenbung enbet. 9?r. 2 „Sonne tief ber SRofe" 
von ©ingelflebt, et^cSt fidt) gfeicfyfalld über bad ©es 
wör)ntiäV, inbem ed bure$ 5luffaffung fcwot)l, ald 
auc^ biitd) bi* wot)lt(?ueube SB arm c einen entfe^iebenen 
ßinbrutf mattet. 9lx. 3 „$ötfl bn nicf?t bie 83äume 
raufdjen" von (Sidjenborff, mug in ber Qluffaffung 
ald verfehlt bejcidjnet werben, inbem ber garten, l;eim* 
lidt) flüflernben Siomantif bed ©cbidjtd nidjt ber ents 
fpredjenbe mufifalifdje 5luobrutf Verliefyen ifl. 

?P* 2t* 9>etCtS, ßeeljß öebicrjte uon fjenriette Jpeters 
für eitt^ Sinejftimme mit ßejl. bes pftr. eomponirt. 
©Ijnr ©puejatjl. — ßote u. fiotk. |)r. 25 0gr. 

©efänge, feine lieber, obfdt)on ber Siebere^arafs 
ter ju ©runbe liegt nnb fyier nnb ba , namentlich in 
ben legten brei, entfefyieben hervortritt, ©er (Sem» 
pcntfl befinbet ftet) auf einem guten <Stanbpunfte. 
«Bieten biefe ©efänge and) feine neuen, l)ervorflecr)ens 
ben (Seiten, fo entfe^äbigen fte bafür burdj bie (Stärfe 
ber (Smpfinbuug unb bie $lufrid)tigfeit, burdj ben 
(Srnfl, ber mit bem ©ebicfyte nicfyt ad libitum tän= 
bett, fonbem mit männlicher Äraft bie verfdjtebenen 
JDiomeute fünfllerifcfy = niuftfatifc^ bar$ufte((en flicht, 
©iefe SJemerfung gilt vorjitgöweife ben brei erflen, 
von beneu bad brittc an einigen ©ct)nihfeleien leibet, 
bie mit bem übrigen empfuibungdvolten (5t)arafter 
nidjt fyarmoniren. ©ie SDpernffodfel jum (Schlug, an 
ftc$ fc^on abgcfdjmatft, tritt t)ier um fo greller ^er= 
»er. ©ie legten brei (9er. 4, 5 it. 6) l;aben einen 
leichteren (Sf;arafter unb nät)ern fiel; bem (Salcnauös 
bruci" einer früheren, bereite tfyatfäcfylidj überwunbenen 
qjeriobe. Sftr. 5 „fiicbeöjaufcet' 7 ifl fielet nic^t ges 
troffen in ber Sluffaffung. ©ie tyier gar ju gewor;n= 
lidt) tänbelnbe unb t)iipfcnbe SJMobie foa beer) nidjt 
etwa £umor fein? ©ie Naivität ifl'Ö , ber ed gar 
ni$t fo mifi umd £erj, bie fic$ im @ebicr)te fdfymutfs 
toö, blöd mit einem leierten Slnfluge von Grnfl auds 
fpriefet« 9lx. 6 „Srü'tylingdcmpfinbungen" get)t nicfjt 
tief genug; ber melobifdje 2ludbruef bewegt fidj meifl 
fclcd in $leugerlic$em, ofync eine tiefere ©emütr)d* 
Beteiligung audjufprec$en. Uebrigend fyat ber 6om= 
penifl auf ben fyarmonifdjen Qludpufc viel gleig ver= 
wenbet unb verrätt) eine funbige unb gewanbte $anb. 

getb. *. 3?oba f ©p. 23. geclje ttefäugf für ftenor 
ober Sopran mit JFtgl. ^r« $)ftr. — Hamburg, Hie- 
mrijer. |)r. | Äljtr. 

68 lägt ftd) nie^t in Slbrebe ffeßen, bajj biefe 
©efänge einen muftfalife^cn ®emütl;e entfproffen ftnbj 
allein ber (Sinbrurf, ben (ie machen, lägt und boej) 



nie^t jum rechten ©enuffe fommen. (Sie tragen )u 
fcr)r baö ©epräge ber SHeflejeion an flc§. Sritt a\\% 
t)\n unb tuieber eine ©teile und entgegen, in ber ftc^ 
bie Unmittelbarfeit ber Smpfinbung überjeugenb a\\$z 
fpredjen wiü , fo mirb fte unterbrochen burd? baö res 
fleriouelle 33eiiuerf. ©er (Sornponifl ^at gemig ba« 
bcjle Streben; mir fcheint, atö ob il;n eben fem 
ernfteö (Streben, bie ©ebie^te in ifyrem innctflen Äcrne 
ju erfaffen unb jebe Sß&afe, jebe leife Slnbeutung wies 
berjugeben, ben eigentlid^eu, bligfc^netlen Moment bed 
©c^affeuö unb (SrfiiibenS toerfc^euc^e. (Sie geiüinnen 
mitunter ben 3(ufctjein ber ^Jebanterte, bed peniblen 
geilenö, bau oft an einem, au* bem »oarmen (Sms 
pftnbungölebeu entflanbenen ©ebanfeu fo lange l;er* 
umpußt, btö bie ©lätte bie urfprüngliße griffe, ben 
(Se^melj vertrieben (;at. SBaö bie ßrfinbung ans 
langt, fo ntiig bemerft werben, bajj nic^t bloö einjetue 
2lnf länge ftarf hervortreten, fonbem bag auet) bie 
ä^anieren terfc^iebener (Scmponiftcn a\\% ben uerfd^ie? 
benen (Sporen beö beutfd;en fiiebeö beutlic^ ju erfens 
neu finb, fo bag eö ben 5lnfc^eiu geioinut, alö fyabe 
ber (Eomponift eine fole^e SJermengung beabpe^tigt. 
@o treten \\\\$ ÜDio^art'fc^e ©änge entgegen, (Spo^r= 
fd;e, 9teif(iger'fcr)e, bag man nic^t einem feflen S^pu«, 
ber Tonart gteie^fam, unb ber ©runbftimmung bed 
ßomponiften auf bie (Spur fommen fann. ©ie Sertc 
bewegen ftc^ meift in ernflen, religiöfen ©etrac^tun» 
gen, bereu 83et)anblung häufig fel;r trotfen ifl. S^r. 2 
,,©u meine Seele" von SHiiefert, entbehrt, abgefefyen 
t?on ber nic^t getroffenen Sluffaffung, auä) beö äuge= 
reu, ftnnlidjen SJeijeö ; bie (Smpftnbung ifl nidt)t war)r, 
eö flingt troefen nnb gemacht. 9^r. 5 „Steine (Sterne" 
§at einen uatnvlie^eren 3"g ber ^elobie, wenn ed 
fdjon an oftrnalö ©agewefeneö erinnert. 9lx. 6 
„(Sagt, wo ftnb bie S3ei(ct)en ^in?" gel;t bejiiglidr) beä 
melobife^en 3»^^^ a "f f '»c KD* frühere fiieberperiobe 
jurütf unb mnr)nt und wieber an ©ergt'fe^e (Sdjreibs 
weife, beffen gompofttion beffelben Serted (Serjett mit 
fßianof.) wegen il;rer Urfprünglie^feit unb warmen 
@tnpftnbiing ben SJorjug verbient. ©er tee^nife^eSt)etI 
biefe* 1 ©efänge ifl mit (Sorgfalt unb @efd;itfltc§feit 
gemacht. 

gfetb* Rittet, ©p. 42. JUrei ©efänge für «nr 0af{- 
ober iBaritonfttmmc mit öegl. bes pfte. — Cöln f 
JH. Öerjlof}. pr. 25 Sgr. Hr. 2 für Sopran unb 
Äenor 7£ Hgr. 

©oll im ungemeinen bie Ärttif u6er biefe ©es 
fange unverhohlen i^re SWeiuung fagen, fo fann fte 
btefelben nur ald verfehlt bejeic^nen. ©ie (Srftnbung 
ifl matt unb lägt badjenige, wad anbertöette Sompos 
fttionen biefed (Somponiflen ald beae^tendwert^ etfe^eis 



275 



neu lieg, tobllig oermiffen. Sie wirfeu, mit Sluöuatyme 
»ou 9h. 2, faft uerftimmenb. 9h. 1 ,,©ic t»rci 3i* 
geuner" von genau, entbehrt atteö 3i3Ciuicr^aftcti, um 
midj fo auö$ubrüefen: cd ijt fein dici^ vorfyanben; bie 
eigentümliche SJielanebolie, aus ber ein leifer Sd;ims 
mer t>cr genau'fcfcen Tronic l;cn?or(u^t y ftubct feinen 
Sluöbrucf. 3n 9h. 3 „©er ©oetor oon »ctnfaflcl" 
von SBraunfelö, fetylt ber Jpumor. Anfang« fd;eint 
ein guter Anlauf genommen 51t werben, boefy folgen 
balb Stellen, t>ic wirflict) fd;al fmb unb bcö aBeins 
bceUnö «Sozialität in ein wäjTerigeö SKafj aujlöfen. 
einzelne (Stellen fmb mitunter wirffam. 9h. 2 „©ad 
SBirtljöfjaue am ätyein" ift im ffiolföton gehalten unb 
r)at viel ©emüttylict/feit, bod? ift ättenbelöfofyn'fe^er 

6inftu§ febr beineifbar. 

r * ' 6m. Sttitfä). 



2lus ©redfrem 

(Sonectt fce$ £n>ljeua: Sie «&evmanndfdjlad}t, ein $äan \n 

jwei 2lbtbeiluin}en ; cjctJtdjtct ucn ®eüb. Segau , uno in 

itfiiijU gefefct »cn (5. 21. SOian^olD. 

£>en Iften Decembcr. 

Söenn einerfeitö ftd? immer mer)r unb mefyr uns 
fyeiloolle unb gewitterfdjwangere SBolfen am politife^en 
$orijont auftürmen, welct)e bie ©emütfyer mit Sans 
gigfeit erfüllen, unb anbererfeitö hei fielen bie Stjeils 
nal)ine an bem SBereinöleben erfaltet ift, fo mu§ cö 
unö um fo mefyr mit greube erfüllen, von bem regen 
Streben einc^ Söereineö berieten ju fönnen, ber ben 
SBeweiö liefert, bafj bei S*lei§, 23er;arrlidjfeit unb SJhttfj 
a\\$ t>ie größten £inberniffe unb Scr)wierigfeiteu ju 
überwinben ftnb. 

©er ©reöbner £5rpf/euö madjte ftdjö jur Auf- 
gabe, ein ben SÖejtrebungen ber Shujeit entfprunges 
neö s ii$erf mit allen ifym ju (Gebote fbl;enben Mitteln 
jur s 21uffü(?rung ju bringen. Unb in ber $t;at , bers 
fetbe tjat feine Aufgabe würbig gelöjlj er tyat burdj 
baö (gelingen biefeö Unternehmend einen Sieg erruns 
gen, ber felbft feinen ©egnern tydjtung abnötigte. 
gö ijt bereitö in bief. 831., fo wie in ber berliner 
9ftuftfjeitung viel ©utcö über biefeö SBerf berietet 
werben, unb bieö trug jebenfattö baju hei t bafj ber 
Drpfyeuö Weber Soften nod? 9Dh'ir)e freute, bem ^Jits 
blifum baö äÖerf eineö vaterlänbifdjen gomponiften 
fo würbig wie möglich vorzuführen. So fonnte bieö 
um fo mer)r ber Sali fein, ba bie äWtgtiebcr beö $ofs 
tfyeaterö, alö : grl. Sc^warjbad) unb grl. Äiefcwal* 
ter, fo wie $r. ©atte Slfle, $r. gtebtfc unb ^r. 
9tubotp$ ^ a ^ fflÄnjf burc^ i^re freunbli^e aJlttioirs 
fung unterflügten. Wudt tjatten einige SWitgliebet ber 



fönigt. Äapette t>ic (S)üte, im SDre^efter, auögefüljrt 00m 
Stabtmuftfe^or, mitjuwirfni. (Sinfenber biefeä §aft 
ed nid^t für möglidj, nac^ einmatigem 5(n^ören em 
compf tentc« Urtivit über biefeö Söerf abjugeben, ba s 
^er ftc^ berfelbe nur nodj über ©inigeö auö^ufpred^en 
gebenft. ©ic 6ompofttion i(t äc^t beutfe^ ba^er an 
mehreren Sterten fafi ju grünblie^. ^n ber erftm 
^ibt^eitung fanden ben ineijten ^eifaü : Siegmar'g 
gieb, ber Srinfcfycr im ^elt beö SJaru«, ber Ärieger* 
e^or, unb üor Stttem lau ©uett „3errei§en fort un= 
fer 51rm u.f.io/' — äßeniger $abcn unö bie Steeitas 
tioe besagt, bie im 23ejug auf ÜUtobulation boc^ ettvat 
ju fe(;r auf lic Spiße gefleüt ftnb. — $n bet 
jioritrn 5Ibtl;eilung erfreute unQ junädjfl ber fyerrlidje 
6^or für Sopran unb alt „So fyebt ftdj bie Sonne 
toofyl über bie glur'', welcher auc^ auogejcie^nct oon 
ben Äreujfdjütern unb ben Äapeöfuaben vorgetragen 
rourbe. 2l;uöue(ben'ö ©ebet ift ebenfaOö eine tyerrlie$c 
Kummer, fo n?ie nidjt minber baö barauf folgenbe ©uett, 
©ie Ärone beö ©anjen ifl aber jebenfallß ber Sc^lae^U 
c^or felbft, melier auc^ eine mächtige äßirfung ^er= 
üorbrac^te. ®aö S)^otio berfelben ifl uoin (Somponu 
flen aU matyuenbe Stimme bure^ baö ganje äßerf 
l)inbure^ benugt werben, unb jwar mit oielem ©lütf. 
©ie ©eelamation fe^eint unö baö ©anje ct\va& in 
bie ©reite ju jie^en , beö^atb üieUeie^t Sinigeö la: 
ton, o^ne Ka^tl;eit für baö SBerf, geflric^en werben 
fönnte. Sincn ebenfaüö gewaltigen unb mächtigen 
Sinbrui mae^te bie Sterte ,,©et(t ber Reiben! bliefe 
fegucnb auf bie ©einen u. f. to." im (Sfycr gefungen, 
fo wie überhaupt ber Sc^lu^or, in welkem Siegs 
mar'ö gieb fpäter noe^ einmal wieberfefjrr, ia^ ®an^t 
auf eine würbige SBeifc fd)lie§t. 

^ebenfaüö ftnb bie ©reöbner bem Crp^euö gro= 
§en ©auf fc^ulbig, ba§ er biefelben mit einem SBerfc 
befannt macl)te, welc^eö burct}auö üerbient, im ^» s 
tereffe feineö Sc^öpferö eine weitere Verbreitung ju 
genießen. § @ 



3Iu$ ^ambutfl. 

Öliite Seccmbet. 

„gouifa von üülontfort", lic neuefte E»pct auf bem 
Repertoire, oon einem Hamburger, Kamenö SJergern, 
eomponirt, ifl biö je^t ^tvci Sftat gegeben 5 ftc ^at 
fein ©lue! gemacht, ©ie ^aupturfad)e liegt an bem 
Serte, ber fo oiel Unftnn, fo üiel Qlbgefc^macfteö, fo 
wenig ber 3^t @ntfprecr)enbeö enthalt, bag, i^n ju 
wählen, alkrbingö ber grbgte Verftog ijt, beffeu fic^ 
ber ßomponijl fct)ulbig gemacht \}at. ©ie aWujtf ifl 
in Italien gefe^rieben unter bem Sinfluffe ber neues 



276 



fien maestri, fle ifi 93erbifct), Stoiujrttffcb, aud) Wiener* 
beetifdj, babei getieft gemalt, aber cfyne Srfinbung, 
o^ne Originale^, ofyne fctfcfl ben SBillen baju. ©et 
Slutor fyat ftd) auf ber ^ö^c ber 3f«t galten wollen, 
unb tft übet 83erbt unb ©onijetti ntd>t tyinauägegaiu 
gen, otyne beren Salent ju fyaben. Slber bic Effecte 
finb gefe^idft herbeigerufen, unb bic Oper würbe un; 
bebingt mefyr gemocht fyaben, wenn Italiener auf ben 
SJrettern geftanben Ratten, unb wenn baä $irrange# 
ment nicr)t gar ju fcirifc§ gewefrn wäre. Qlber ßeg; 
tercö war ber 5lrt, ba§ man lachen mufjte, trog bem, 
bafj eine 4>inrid;tung§fcene bargeflellt werben foflte. 
Unb bie ©änger? $a, fte gaben ftd; SWüfye, unb 
Sri. SBagner for^rte ifyre ©timme über bie 2Jla§en, 
um bie i(;r ntcftt gegebenen $öne, mit benen ityre $ßars 
ite reicJjtie^ fcerfefyot ifl, r)erauö$ubriugen; aber um 
folct)e riens ju fingen, mu§ man Italiener fein, man 
tnufj bem ©eifllofeflen minbeflrnS baburc^ einen 9lns 
flricr) t>on Sßiquanterie ju geben wiffen, ba§ man ein 
piano anbringt, wo eö nie$t fyingefyört, bafc man Gas 
benjen machen fann, bie ftcr) antören laffrn, ba§ 
man Seibcnfc^aften nötl;igenfaflö affectirt ober erfins 
bet, um nur ßeben ju r)aben, furj — ba§ man Qta* 
liener i(t. ©ie Dper fofl fd;on toor mehreren 3al;ren 
in glorenj gegeben fein unb gefallen fyaben. SBir 
zweifeln nici)t baran, fte fyat minbeflenö eben fo üiel 
SRed)t ba$u, alö mand;e Dper üon 58crbi, manche uon 
©onijetti, freiließ nicr)t foldje, in benen baö fcr)öpfes 
tifd)e Talent biefeö SWeifierö ftd; geltenb gemacht 
$at. — 

£eute pnbet eine Quartettfoiree ©tatt, uon £. 
4?afner geleitet. Quartett ton #atybn in gsSPioö, 
Quartett t>on ©ra'bener tu S)*©ur, Quartett &on 
SJiojart in (£s©ur tommen jut 5luffü(jrung. — ©a$ 
erfte pl;ityarmonifc$e Soneert wirb am nad;ften ©onns 
abenb flattftnben. ©a8 Programm $eigt ^atybn'S 
SWilitatrfampfyonie unb SJeetfyotJen'S ©s©ur ©9ms 
p^onie, ferner Vortrage öon grl. SBagner unb bem 
83ioloneellmrtuofen (Sofjmann. — Sine 93tottnfptctes 
rin, Sofyanna S3ierlie$, nie$t ofyne latent, wirb eben* 
fattä in biefen Sagen tin Seneert geben. 



fietpjtger SSlufitleben. 



dritte« önterpe * (Soncert. kennte« unb ge^ntc6 Sbonnemen^ 
concert. 

Sin neue« SBerf: ©ramattf^c Duöertüre „©no* 
tuen unb Slfen" üon ©ttptyin toom SBalbe, eröffnete 
ba« biefimalige Soncert. ©er 83erfaffer f)at unteug* 
bar Xaleut; aber eö ga^rt unb braufi noc^ bei tym 



ju uiet, terfd^iebenartige SIemente ringen mit einan; 
ber unb eö i)t SlUeö nod^ ju c^aotife^ unb wäfc. ©ie 
Quüertürc befiel;* nad) unferem ©afür(;alten auö laus 
ter epifobifefy an einanber gereiften Sffecten unb $^ras 
fen, bie fpufl;aft neben einanber ^er^üpfen, otync öon 
ber ^bee ^inlänglid? gebänbigt ju werben j bie ®es 
banfeu finb nic^t SDrgauiömen eincö großen funfilerts 
fc^en CManjm, fonbem b(ut= unb Icblofc ©c^attenbils 
ber, ober glcic^fam frauenhafte Marionetten, bie bem 
©ratl;c gei;ord^en, ber fte tyicrfyin unb bortl;in jerrt. 
©ac ©nomentyaftc, ©ü|lere gelingt il;m eben barum 
beffer, weil babei baef funjilerifof Maa^atten etwa« 
relattuer iji unb etwaige Srtraoaganjcat leichter burc^ 
ben ©egenflaub entfc^ultiigt werben. ©er jweitc 
$)auptget)anfc, in bem ber ©egenfag, bie S(fen, juc 
s 2lnfd;auung fonimt, i\i nic^t neu 5 la* (;at WO^l bet 
(Somponijl gefüllt, beim er fua)t innerhalb beffelben 
burd; melobtfc^e Süenbungeu eine Üxt 9^eu(;eit, wo* 
burd; aber bie au ftd; l;übfdje Melobie etwaö §Bers 
jwicfteö befommt. Ucbcr^au^t ftub JöcrJioj'fc^e unb 
anbere (Sinfliiffe nie^t ju toerfennen, unb wir glauben 
Söebcutenbereö erwarten ju fönnen, wenn ber 83erfafs 
fer ftc^ durchgearbeitet traben wirb. 

ÜH ©olijlen työrteu wir an biefem Slbenbe tm 
SBioloneellifieii ^prn. S^eobortt^rcnb au* ättagbe* 
bürg. SBir muffen ben jungen äWann unter bie auöges 
jeid;neterenÄüii|i(er rennen j ©ia)erl;eit, SKapibitat unb 
Sleganj befjfct er in l;ol;em ©rabe, unb and) ber %on 
ifl und qualitativ fe^r fd;ön üorgefommen. Sr fmelte 
juerft tin ßoucertino in gorm einer ©efangefeeue üon 
Äummer, unb bann eine ^3(;antafte über ben SSarbiet 
toon <&wiüa toon ©eroaiö^ namentlich ri^ ber Vortrag 
beö legteren ©tüefeö ju wieberfyoltem lauten JöeifaU 
^in, unb wir muffen nodj befonberö bie dtni^c in ber 
lleberwinbung ber bebeutenben ©c^wierigfeiteu ^eroors 
^eben. 

grau (Rofalie Mittel fang eine §lrie auö 9lob. 
©e^umann'ö „^cri" red)t gut, wag la$ See^nife^e 
anbetrifft, befonberö war bie Intonation reiner al« 
im erflen Soncertj aber wir üermi§ten SBärme unb 
^nnerlidjfeiti bie ßontrafle in ber Slrie, erfl bie $off* 
nungöloftgfeit unb bann wirber ber fyofye $)lut\) unb 
bie Sutfc^Ioffen^eit, waren ntc^t genug gefonbert im 
Vortrage. ©aö reijenbe fiieb §ifler'8 für ©opran 
mit ^Begleitung üon vier ä^ännerflimmen würbe nia)t 
gan^ entfpred^cnb von grau Mittel 511 ©efoör gebraut} 
f?e festen ftd; nicr)t in bie liebenöwürbigc fieie^tigfeit 
ber Sompofttion ^ineinftnben ju fönnen, unb bann 
möchten wir ber ©dngeriu ratt)en, ben dritter me^r gu 
eultimren^ bieöeie^t ^atte fle wo^tget^an t^n burc^ 
©oppelfdjldge ju erfegen, unb bie SBirfung wäre ba* 
burd^ eine beffere gewefen. 

©er ^auliner ©anger .- SJeretn, ber au$ beim txs 



277 



wat)nten §\ttcx y \ä)en Siebe mitwirfte, erntete burc§ 
ben Vortrag beö SReiterliebeö ton ^eriüfg^, eomp. 
ton S. Abam, unb beö <Ser;wabifdjen Sanjtiebeö auö 
ben „®efeßenfar)rten" ton Quinta Otto, reißen <8eu 
faß, unb mufjte fogar lejjtereö Sieb ani ftürmifdjeö 
Serfangen wieberr)olen. ©aö gute 3»fai"menwirfrn 
beö Sercinö rechtfertigte biefen Seifaß. 

©en gweiten £(;cil beö Soneertö bilbete Stöbert 
@cr)umann'ö geniale erfk (Stympljcnie in B. ©iefc 
unb and) bie ©utertüre würben meift xecr)t fefyr gut 
auägefüfyrt, befenberö wenn man bie @d}Wierigfeiten, 
bie beibe SBerfe bieten, bebenft. 

(§. Sernöborf. 

3" ben beiben Abonnement eoneerten am 
6ten unb J3ten ©ee. fyorten wir üon ^«Pnunentals 
werfen bie 2Jtilitairfr;mpl;onie ton £at?bn, bie Duter: 
türen: „la chasse du jeune Henr\" ton äJtel>uf, unb 
„im £ed?lanb" l?ou ©abe, juni erften SWal eine 
(spmplionic (SMfept.) ton g. (Spinbier au$ ©reöben 
unter Seitnng beö (Somponi|ten, enblict) bie ßuöertü-- 
ren $u ganiöfa ton (Sljerubini, unb Dp. 7 »011 9(ie£. 
^pinbler'ö (stympfyonie würbe feljr beifällig aufges 
nominell, inöbefonbere ber erfle (Sa(j, ben man aßge* 
mein alo ^a\ gelungcnfien anerfannte. 0?l;renwcrtt;eö 
Streben, fo wie tüchtige muftfalifcr)c Silbung ftnb 
@igenfct)aften, welcrjc bem Somponifieu fcr)on bei ber 
Sefprecr;ung feiner feineren arbeiten im Ärit. Anjeis 
ger jugeftanbeu würben, unb bie fiel) r)ier im r/ö()eren 
©rabe bewährten. #ör;ere peetiferje Sebeutung bage: 
gen woßte und naer) einmaligem #öreu nidjt entge; 
gentreten j und fdjien eö, ber (Scmpouift r;abe uor» 
jugöweife in einem größeren SSerfe ftd? alö guter 
SUiuftfer geigen woüen. ©efangöborträge fyatten wir 
folgenbe: Arie mit (El;or au& bem stabat mater ton 
SKoffini, Arie awü 9torma, Arie mit obligater Sios 
liue ton 99ic$art (bie Siolinpartie oon (5.9Jt. ©a= 
t?ib vorgetragen), Sieber ton Sacfmer unb 2Nofc§cleö, 
fämmtli* gefungen ton ftrl. Riffen, enblict) ton gros 
leren mer)rflimmigen SBerfen, baö erße ginalc auö 



gibelio, worin außer grl. Riffen, grl. Surf unb bie 
$£. äJtctjcr, Qo^n unb Rogner mitwirf ten. ©ie 
Vorträge beö grl. Riffen waren nicr)t aße gleict) ge; 
hingen, ©ut fang fte bie Arie auö bem stabat ma- 
ter, fo wie bie Arie ton äJtojart } minber gut waren 
bie meiflen übrigen Vorträge, ©ad Sieb ton Sad)* 
ner (bie Siolonceßpartic gefpiclt ton £rn. (So&mann), 
biefe gcifllofe SJerbaßljorniftrung beö $)eiue'fd)en : 
„baö yjieer r)at feine perlen u. f. w." war eine uns 
glüeflia^e !ffla(?(. ©efer^macfloö war ber Vortrag einer 
frau}oftfc$en Stcman^e, welche grl. 9^., gerufen, ju« 
gab. %xl. VI. ifl jebenfaßö, trog ir)rct Steigung $um 
©etoniren unb anberer Mängel, eine (Sängerin, welche 
aße Anerfennung üerbient. ©e^en bie Qournale wei- 
ter im Sobe, fo lobfyubeln ftej bieö ifl nic^t bloö uiu 
fere aufrichtige Meinung, fenbern bie tnelor anberen 
ajtufifer. Alö ©olijlen traten auf: im 9ten (Soneert 
ber 53iolini|l $>r. (Sari ©eidjmann auö Hannos 
wer in jwei (Scmpcfitienen cou Seriot (ßoneert Str. 5, 
bie anbere SWfcpt.) / ,pr. Ü>3. §aatc (9}titglirb beö 
SDrcfjeftere) in einem Slöteuecueert eigener (Sompojts 
tienj enbliij $r. ^oa^ini (flatt beö .prn. 6cgmanu) 
mit ^ßrälubium unb ö'uge für ©toline folo ton Seb. 
Säet). $r. ©eielmiann i|l ein fcr)ä'genöwertl;er ©eiger 
a\\*> ber franjöfifc^cn Schule, beffen correeteö, gewanbs 
teö, jiemlidj eleganteö Spiel lauten Seifaß r;erüor= 
rief. §r. ^aal'e, ber ftet) burer) einen früheren $8or= 
trag bie ©unft beö Sßublifumö erworben l;atte, längs 
weilte bieö 3?tal. 9Jlan ^ört bie glöte gern, wenn 
i§r ^Jaffagen jugett/eilt ftnb , bie Sariationenform ifl 
bal;er bie beflej fofl fte gewichtigere ©ebanfen in einem 
auögefü(?rteren ^oneertftüef tortragen, fo erfdjeint fte 
ärmlict). §x. 3oaet)im erntete raufdjenben Seifaß 
unb mußte noer) ein Stüct jugebeu. ©er Vortrag 
beö oben erwähnten ginale auö Ö'ibelio fonnte nicr)t 
beliebigen, weil jum Sl^eil ju ungleiche Äräfte fter) ber 
Auöfü^rung unterzogen Ratten, ©ie (Sompofttion er^ 
fct)eint unö überhaupt für baö (Soneert nicr)t gan$ 
glücflict; gewählt. ^ ^ 



Uebetftd)t ber neuesten @rfd()einunöen auf bem ©ebtete ber SRufif. 



J8 u <b e v. 

<£♦ ^JfUttbt f Sie pauken. Cine Anleitung biete 3n- 
{trument m erlernen. 39 8. AI. 8. ©elj. ßreitkopf 
unl> flärtel, 1849. 9 Hjr. 



fflir Ratten legten ©ommer Gelegenheit, ein 6a^rift4>en 
über benfelben ©egenfianb jur anzeige ju bringen (Ärtt.Slng. 
©b. 31, <S. 71), unb nahmen fola^e« in ©eröefff^tigung be« 
Umftanbe«, ba$ bi« bafyfn no4 ni^t< berartige« ju prafti* 



278 



f$em ®ebrand> Dienenbe erfdjienen war, ald eine banfend* 
werttje Sirbert auf. Styßematifdjer georbnet unb, wie fcnon 
ber Warne bed ald vorgüglic^cr $aufenfc$lägcr ancrfannten 
ffierfajferd erwarten lä§t, menr aud bcr $rarid bcraud ge* 
fcfcrieben, erfdjeint ber Sntjalt bed vorliegcnbcn 2l ! erfcr)end, gu 
beffen «§eraudgabe jene Scfyujt ißcranlaffung gegeben. Dad 
®efdjid)tlid)e bed in SRebe ßeljenben Snflrumented übergebt 
ber ißerf., ba fclbigcd bort „fcfcon Ijinlänglid) uno jwar gut" 
fceljanbelt werben. „9tur fo viel bemerft er im Vorwort, ba§, 
wie in unferer 3*rt bei allen Snßrumenten , fo aucr) bei bie* 
fem bie 8tnforberumien geftiegen ßnb; baß Ijeut gu £aue von 
bem $aufißen fo gut, tote von jebem anberen ÜDlußfer muß* 
falifdje 93ilbung »erlangt wirb, unb baft er fonad) ntdjt« Ue* 
berflüfßged getljan gu r)aben vermeine, wenn er gegenwärtiged 
Sd)rifi$en verfafjte." 

9Ra$bem ber iBerf. in ber Einleitung gefagt r)at, in weU 
cfyen Sauren man ba« Snßrumeni am Vortfceilljafteßen erlcr* 
neu fönne, giebt er gunädjß eine ,,9(nweifung im trommeln", 
unb rätlj an, baß ber Sdjüler etß nad) gehörig erlangter ger* 
tigfeit im Trommelwirbel an bie Raufen geljen folle. 2)ie 
Stellung bed Sdjülerd unb ber Raufen mit genauer Angabe 
bed Sdjlagflecfed (wogu 9fbbilbungen eingefügt ßnb), bie #al' 
tung ber Schlägel unb ber 9lnfd)lag bilben ben weiteren ©e« 
genßanb ber 93erljanblung. (£d fommt ber „©irbel", bie 
„Stimmung", ber „Umfang ber *Paufentöne" gur Spradje. 
£ier fdjaltet ber 33erf. einen *Paragrapf; über bie ,,Wli$* 
bräune einiger ßomponißen in 23cgttg auf bie $aufen" ein. 
£en ferneren 3nfyalt bilben: „alte unb neue Sdjreibart", 
„brei unb vier Raufen unb bercn Stellung", „Sdjlagmanie* 
rcn", ,,9lbbämpfen ber Raufen", „einfacher tfreujfdjlag". 
Dabei wirb befonberd wichtiger unb ,,fd)Werer" Stellen (5r* 
Warnung getljan, fo toit naef) Slbljanblung bed „boppelten 
äreugfdjlagd" einiged ,,fer)r ßarfe geriet unb fcr)r leife $iano* 
ftellen" 93etrejfenbe folgt. (Snblicr) giebt ber ißerf. ©rünb. 
lidjed unb Sludfüljrlidjed über bie „veifdjiebenen Schlägel", 
bedgleid&en über bie „vertriebenen Slrten von 3Jlaf(^inen^ 
paufen" unb bie „$3ef)anblung ber Raufen" überhaupt. 

Sind biefen Angaben fann bem £efer nidjt gweifelljaft 
bleiben, wie fdjäfcendwertl) bie Scfcrift genannt gu werben 
serbient. »öerbienßlidj iß ed namentlich, bafj bcr U3erf. bie 
Steffen, bti benen bie Raufen ju befonberer etgentr)ämltdr)er 
SBirlung angewanbt ßnb, hervorgehoben &at. Sie befie 9lrt 
ber Sludfü^rung ber befonberd f^weren Stellen, g. 93. im 
Sdjergo ber neunten Stympljonie, im Scfclugfafe ber SUSKori 
Stjmpr/onie von SJlenbeldfoljn u. f. w., iß forgfältfg angegeben. 
£>at Kapitel von ben 9)<ifjbräuc$en einiger (Scmponißen iß 
gleidjfalld gweefmägig audgefüljrt. Äurg bie vielfältigen @r* 
fa^rungen, bie ber fflerf. gemalt §at, liegen bem begebenen 
gu Orunbe, unb ed barf Wotyl gefagt werben, ba§ ber be^an^ 
belte Oegenßanb no^ jeber Seite Ijin erfdfeöpft worben iß. 
JDem praftif^en $aufenf^l&ger wie bem SWnßfer überhaupt 
fann ba^er bad (Srf^einen bed ffierfdjend nur erwünfdjt 



fein, unb ma^en wir bedbalb angelegentlich barauf auf^ 
merffam. 

$ür tyiaiw forte. 

3alott = unb <£l>arafterftüctc. 

St« S3tatflf^ f ©p. 4. Fantaisie melancolique, en 
forme de Nocturne. Tlitmtytv. T * T t|)lr. 
©ine Salonfai^aifc im |-Xact, verweic^licnt nnb verlebt, 
bie au$ gar ölic^td bietet, wad intcrcfßren fönnte. 

2t* Sticfc, Romance. nietneger. j 8l)lr. 

Scfyr fcfeöncd Titelblatt! Sonß aber jeber 3oU eine Sri* 
vialität! 

§. SWattiu, (Dp. 10. Transcriptions sur des airs 
nationaux. Nr. I. La Marseillaise. Üimerjcr. T $ T ÄI)lr. 
Einleitung, 3:i)cma, JBariirung beffelben unb Sdjlufjfafc, 
bad iß bad (Serippe ber vorlitgcntcn Xranfcription. lieber 
bie Siudfül^rung lägt ficfe nid^t viel fagen ; ße nimmt ß$ über^ 
wiegenb bilettantifdb aud, unb t>a& ©ange iß überhaupt ä la 
portee des amateurs! 

g. Äalfitennet, ©p. 187. Trois Nocturnes de Sa- 
lon, ßxtiikopi u. Qärtel. 25 flgr. 

Diefe Sachen machen viele Slnßrengungen, um mobern 
gu crfdjeinen ; vergebend aber müt)en ße ßc^ ab , — c& feljlt 
bie Xournüre, bad falcnartige savoir faire. (£ö war betrübenb 
gu fernen, mt mit jebem neuen SSerr'e Jtalfbrennct'd ein Slatt 
nad) bem anberen wdf l)crabßel a\i^ feinem OJul^meöfran^e! 

©t. §ettct, ©f. 70. Caprice brillant sur le Pro- 
phele. fflnitkcipf u. fiärtcl. 25 Hjr. 

33orliegenbcd Stücf will und fdnvädjer oorfemmen, ald 
vieled ^Derartige U^ licbcndwürbigen S3erfa|fcid. greiite^ ßn= 
ben ßd) auc^ mancherlei fc^öne ©enbungen unb Effecte barin 
vor, unb ta^ ©ange wirb, entfprecftcnb gu ©e^ör gebracht, 
ald (Slavieißücf immer wirfen; aber wir vermißrn, eben ald 
©egenfafc gu biefrm SleuSerlic^en, bad innerliche, Warme $nl- 
ßren bed ©ebanfendj bad gigurenwefen tritt In ben 33crber* 
grunb, wäfyrenb bei früheren Sachen J&eller'd ed immer me^r 
ober weniger nur üftitlel gum 3toeif war, unb fo wirb benn 
bad gegebene £bema ald Unterlage gu blopen (Slavier^ebend- 
arten benu^t, o^ne ba§ ed ben 9lnfnüpfungdpunft ju eigenen 
©ebanfenaudfprec^ungen gäbe. — Uebermägig fctywer iß bad 
Stücf nic^t, ed erforbert aber bebeutenbe £ci$tigfeit ber 
$anb. 

©. Sof, ®p. 103. Chant varie. |Jttir0. 12 tlgr. 

Xl;ema unb iDariirung ßnb gleidj unbebeutenb; bie Untere 
iß weiter nid^td ald eine Uebung für'd ^anbgelenf, nnb bad 
erße bietet troj allen „il canio con espressione" nur einen 
c^arafterlofen, »äfferigen 2)reivierteltact, ber gar feined Sind« 
brnrfd fä^ig iß. 



279 



£$. Äußaf, ©p. 52. Impromptu, pcter*. 20 Ügr. 

Qin fliegenbe«, lebenvolle« ©tücf von ni$t groger @<$toie< 
rigfeit. (56 fyat einen guten (Siubrucf auf und hervorgebracht 
unb toir glauben, bajj e« ^ide mit un« goutiren »erben; 
benn toenn au<$ (eine befonbere £iefe fcer ©ebanfen fid) vor* 
finbet, rvenn aud) ba« gigurenwefen an fid^ nid)t neu unb 
glänjenb ift, fo wirft fcodj ba« ®anje burd) eine »ofjltljuenbe 
Ütunbung in formeller unb gebanflidjer JBejiefjung. 

£&. ÄuHaf, ©p. 53. Elincelles, Theme el Etüde. 
JUters. 20 n fl r. 

2lud) ein nieblidjje«, grajiöfe« ©tuet; e« iß aber nldjt fo 
rein n>tc ba« vorige, ir-cnn tvir fo fagen bürfen. 2)te 9lb* 
ftd)tlid)feit be« JÖrUlüenivollen« ma$t eö mcfyr jum ^Jtunjls 
liücf" al« jum „Äunfiroeif". (&« ift fdjtvercr al« Ca« vorige j 
oie ©taccati wollen feljr leitet be&anbelt fein, unb e« ift über* 
baupt eompllcirter. 

3nftructtt>e*. 

3- Schmitt, 100 nulo&ifclje lUburnjsttücke in fort- 
CcljrfitfnDir Stufenfolge. 2 fyltt. lliemiijer. ä Äjeft 

93raud)bare« für ben allerertfen Slnfang. 

3- &$mitt, ftUine pianofortr-ÖcljuU (Auejuj aus 
*er groffen). niemerjer. 1 Äljlr. 
Sfteue« bietet biefe ©djule gerate niebt, aber fte empfiehlt 
fid} bur$ flare unb fafjli<$e Darßellung unb bur$ $lu«jüljr* 
lidjfeit, fo toeit e« ber 3^ecf »erlangt. 

2ttobcarttfci, ftabvitatbtit. 

£♦ SRattitt, Repertoire de Topera italien. 2 Ijtfte. 
Hr. 7 u. 25. niemerjer. 

Die »orliegenben J&efte bringen fernen an« Don $a«* 
quäle von Denijetti unb au« beu fiombarbi von Jüerbi. <£>ie 
fmo lcid)t fvtelbat , unb Dilettanten, bie nieftt« ©eifere« ju 
ti)un Ijaben, mögen jid) tie 3«it bamit vertreiben. 

%- ^Ülttett, ©p. 167. Fantaisie sur des themes des 
Montenegrins. ßrcitkopf u. ^ärtrl. 20 Hjr. 

®ut in ber £anb liegenb, flingenb unb ni$t fdjraer ; für 
Dilettanten empfeljlen«ivertf). 

2f. ^Ütttett, ®p. 168. Trois Rondeaux sur des 
themes de Stradella, les Montenegrins et Martha. 
3 fijcftf . ßrritkopf u. «jäihl. ä 15 tlgr. 

Dicfe ©adjen jinb leichter al« bie vorige ^t)antafle; fie 
ftnb qu$ fdjtvadjer unb intyaltlofer, unb gehören me&r in bie 
.Kategorie ber ©cfcülerbebürfniffe. 

«ür ^)tastoforte unb @treicf)titfirsimeitte« 

<£. ©. SWfftjjet, ©p. 191. Deuxieme Quintuor p. 
Piano avec acc. de 2 Violons, Alto et Violon- 
cello. |)ftrr*. 2 Äljlr. 20 flgr. 



(5« liegt un« von biefem 3Berfe feine «Partitur vor, unb 
ma« trir un« au« ben ©timmen jufammenlefen fonnten, fprit^t 
für viel Routine, wie e« bti fo au«gefcfcriebener $anb au^ 
nidjt ju vern?unbern, aber auc^ für vielen Mangel an ©pirl« 
tu«, föeiffiijer gehört ju Denen, bie $u jeber ©tunbe compo* 
niren fönnen ; aber fie arbeiten bur<$ bie <S(^ablone. Die 
93e^anblung«art in biefem Duintett fdt>lie§t fic^ gan$ ber ber 
früheren Urio« u.f. n>. an; man u^ei§ alfo tva« man von ?tn* 
(agc unb 2lu«fü^rung ju galten ^at. 

lieber mit ^tattpforte« 

91. @d)umantt, ©p. 79. Cie^er-^lbum für *ie 3u- 

grnt». ßreitkopf u. tijärtrl. 3 %\\[r. 
©. ©aloman, ©p. 21. Öectjs Cie^er. öcljUfinaer. 

4 »Ijlr. 
g. SB* gering, ©p. 14. Secljs Cie^er. Sdjlrfinger. 

i aijlr. 

©erten befptod)en. 

3. 9ttcld)ect, ©p. 3. Cietrerkran^. lliemeijer. 12 <£r. 

— — — , ©p. 15. © ftille Z»ies ö*rlanaen. €benö. 
tV 2l)lr. 

— — — , ©p. 16. fiebeatreu. ftroft. €bttrtaf. 

— — — / ©p. 17. 5h> riacljt. €beirt. i €l)lr. 

— — — / ©p. 18. IDalpfraa's Cirt. €b<n^af. 
4 Bljlr. 

— — — , ©p. 19. ©, lofj mtrt) in fcen (Slan} ic. 
«brnt>. 4 Äljlr. 

— — — , ©p. 20. Wo aill «in l§en «• ttbtnU. 
4 8bb. 

<Sinb befproeften. 

Duetten für jtpei ^tn^fitmmen mit tyfte, 

g. ©umtett, ©p. 29, öier ©uctUn. SrljUfinger. 
4 «Wr. 

Der 3nbf(ferenti«mu« gegen Ijööere« Streben in ber Äunft 
finbet jid), wie bei ben ineijkn ©umbert'fdjen ©ac^en, au(^ 
in tiefen Duetten vor. ©ie bieten gar feine §anbljabe meber 
jum fiob no$ )um Xabel! ©lücf(i(^er ©tanbpunft, ber jeber 
Äritif ten 3JJunb ftopft! — Die Serie ftnb von «ßoffmann 
». gallerÄleben, ©ternan unb einem #rn. g. Gb. ! 

(9efangfct)tilcn. 

SR. SotbOgtti, 24 nouvelles Vocalises. Sc^Ufing^r. 
Livr. I. 14 Äljlr. Livr. II. 14 tljlr. 

3Birb befpro^en. 

fittebenmuftf. 

g. aRenbelSfo^n-Satf^lbp, ©p. 79. (m. 7 ber 

narljgelafffnnt XDtxkt.) %tt\p Öpradjr für 8ftim- 



280 



miflrtt «Ijor. (Ipartttur.) ßreitk. u. «järtet. I Sljlr. 

ffifrb befprodjen. 

i^ur bie firgel* 

% ©♦ $WJ0g, ®|>. 19. Öedjs ©rflclftüfke jam Stu- 



dium un* }um kircijluljfn «^brauch. tt>i*n f Äüller 
1 Jl. 30 flr. CJR. 

©. ©iebetf, Op. 15. Sonnt« für *ir Orgel (llr. 1. 

©-Üloll). ffiörnrr. 15 0gr. 

<Sinb befprodjcn. 



3iitcllt<jcn;blatt 



Am 26sten December erscheint in unserm Verlage: 

K. 0*ljumann 2to forio 

für Piano, Violine u. Violoncell. Op. 80. 

Preis ca. 3 Thlr. 
Nur vorher eingegangene feste Bestellungen werden an die- 
sem Tage expedirt. 

&chuberth & Vo m9 Hamburg u. New-York. 



Bei J\ JSJ. ۥ E/etickart in Breslau ist mit hoher 
FürstbischöQicher Approbation soeben erschienen und durch jede 
Musikalien- und Buchhandlung des In- und Auslandes zu be- 
ziehen : 

€\)oralbuc\) 

für den katholischen Gottesdienst 

Nebst einem Anhange : 
Vorspiele *u den Melodieen der Predigt-Lieder 

von 

MarU» Brosig, 

Domorganist zu Breslau. 
8tes Werk. Preis 1 Rthlr. 

Die Texte zu diesem Choralbuche sind unter 
dem Titel: „Gesangbuch für den katholischen Got- 
tesdienst gesammelt und herausgegeben von Mo- 
ritz Brosig 44 erschienen und zum Preise von 
6 Sgr. durch jede Buchhandlung zu beziehen. 

Das Bedürfniss nach einem katholischen Choralbuch, wel- 
ches eine strengere und ernstere Richtung, als es gewöhnlich 
der Fall ist, sich zur Aufgabe macht, ist ein schon längst und 
wiederholt ausgesprochenes. Es musste sich dasselbe immer 
dringender herausstellen, je mehr man sich überzeugt, dass ein 
einfacher und würdiger Choralgesang das unentbehrlichste und 



erfolgreichste Erbauungsmiltel bei der gemeinsamen Gotlesver- 
ehrung ist. 

Insbesondere aber dürfte das obenbezeichnete Werk geeig- 
net sein, in den Schullehrer-Seminarien den rechten Sinn für 
religiösen Volksgesang zu erwecken, sowie zukünftigen Organi- 
sten als Richtschnur für die Behandlung der Choräle und der 
dieselben vorbereitenden Vorspiele (wie deren im Anfange ent- 
halten sind) zu dienen. 

In demselben Verlane sind erschienen: 
Lieder, zum Gebrauch beim sonn- und wochen- 
täglichen Gottesdienst auf katholischen 
Gymnasien. Herausgegeben von Bernard 
Mahn» Domkapellmeister in Breslau. 3(e Aufl 
8 Sgr. = 24 Xr. CM. 

Diese aus 33 mehrstimmigen Kirchenliedern bestehende 
Sammlung hat für jeden Freund des edlern religiösen Gesanges 
einen unschätzbaren Wertb. 



Novitäten 

der C. MdUCkhardf sehen Musikalienhandlung 
in CasseL 

Versandt am 1. December 1849. 

Bochmann, B., Husaren -Galop für Piano- 
forte. 5 Sgr. 

Czerny, ©., Weihnachtsalbum, Album elegant. 
12 Morceaux melodieux pour Piano. Op. 804. 
Abthlg. 1. l Thlr. 15 Sgr! 

Liebe, Et. 9 Die Tyrolerin in der Fremde, Ge- 
dicht von Ed. Kaufler, für eine Singstimme mit 
Begleitung des Pianoforte. Op. 17. 124- Sgr. 

Liederkranz, Sammlung auserlesener Lieder 
und Gesänge mit Begleitung des Pianoforte. 
Nr. 9. Bott, J. J., Die Weinende. 5 Sgr. 



ö* Ginjelne Wamme« b. W. 3*f*r. f. SDfoif. »erben gu 1J ?fyr. beredend. 



ftnitf im tc ftfidaitnn. 



n 



e u e 




<iff$fiff ffic 



Ü trän tiüorilt^er UifCuct«nt: 
ßtnunbOmfngfret ©aiiD. 



^ 52. 




9lob*rt W tiefe in gei^ä* 

tkn 2«. December 1849. 



$01 biefer 3eitfä. erfahrnen trcdjnitlt* 
2 Hummern von 1 ober l ] /i ©ogcn» 



$tc l# be« ©ante* üon 53 SR™. 2'/ t £&tr, 
3nfetHca«gebü^r(« bie $ttifjtilt 2 fflgr* 



Abonnement nehmen alle $ojlamtcT, 93u<$#, 
H?2«fi( - u nb tfunfifjaimiunaen am. 






5ür ^9ia no forte* 

©t $ctt«, ©p. »• Öonat« (llr, 2, Ij-JBoU). — 
frippg, Jr. (jpfmnftrr. |)r, 1 JJjLr. 10 tigr. 

Steptjen fetter gebort ju ben Bafferen, ober üiels 
mrljr ju ben heften bet modernen Salon^ßomponifien, 
ba in ber Stjat eft me&r bie gorm feiner Sonipojt; 
tionen, alä beten 3»'* unb -Snftatt *ft ifl^. auf beten 
©ntub man ihn in bie Striaen jener (leöt, So barf 
*ä um fo nmiiger übeerafdjen, wenn er, einmal ein= 
jig unb allein feiner Steigung fetgenb, ben Baien — 
wo inrfcl bet 28i|} # bruu bet (Seifig metyr bie Senti; 
mentalitdt, beim baä VefS|l eine Stolle fielen, — 
ganj unb gar bei Seite fegt, unb ein 2Berf gu [Raf- 
fen fu$t, baä (einen Sebenäcbem nur Aiid bei reineu 
tttmofptyate bet Äunfi empfangt, Qinrv folgen #im 
gäbe an ftdj unb an bie Äunjl entfprungeu, ifl bie 
BOtltcgtnbc Sonate. Sie jterjt auf eigenen tilgen, 
fcetunbet feine SGebcurücf fiepten, faum bie notljroenbige 
9lüffftd}t auf la$ ^nflrument, für meiert jie geförie; 
ben werben (beim »Utau^cä tfl roirtlidj unbequem ju 
(ptelen) i efl gebührt berfelfcen affo in biefer Bejieljung 
fdjon bie ffleadjtung bei SKuffterj — auf ben gtcjjen 
jtuto Der Dilettanten tjat bet Sompcnifc ten oorns 
Ijrreiu mjid)tft. So tjiet im allgemeinen, SBaS 
bie gotm betrifft, fo fiiljrt bei jtoeiU ber mer einjel* 
wen Säge, auä benen fte befielt , bie Srjei^nung 
„Baflabe", ber taittc ift „3nUrmeajo", ber oiecte 



enblid) „Spilog" übcif^tirben, nja^renb bem erfreu 
eine brrartigt nähere ©ejeidjnung nic^t beigegeben i% 
©iefet Umftanb erfdjmert eö bem Spieler, nic^t nur 
alle tier ®ä|e unter ftdj, fonbern au$ felbjt bie biet 
testeten in einen inneren 3ufammenr)ang gu bringen, 
ba man eben nif$t ioeijj, tpetäje Stellimg ber erfle, 
unbejeidjnet gebliebene, ben anbrrrn gegenüber einneij; 
men fett, unb ob fonndj einer inneren 91 tit^} wen big feit 
ober ber btogen Saune be§ ßomponifteu jene Sins unb 
^Ibtbeitung jujuf^reiben tfl. ©ag ber Somponifl niäfi 
immer einer mü nf^en^iv er tfjen donfequeng bejltffen 
gemefen, betoeifen bie im Verlaufe ber Sonate balb 
in bfliifött# balb in auätanbif^er ®pra^e, balb in 
ben gcmB^ulid^en Bfi^^n gegebenen Einbeulungen über 
bie ÄJortragäroeife. 

©er ßftere Söee^fel jioifc^en heftiger Erregung 
unb nat^gebenber, büflerer Uvrift prägt bem (Saugen 
ben Stempel eine! tun fjeftiget SeibenK^aft jeniffenen 
6t;ara(tct* auf — gegen bie (Irwartung, tvelc^e bm 
Beginn bed elften Sageä erregt: 

geling unt» mit frAftigem Knftbrntt M # M, j = 184, 



992 



T *te*i. 



-ftj: 



% j3T 



£=^3S 



282 



j : | benn hierin liegt Sefiigfeit 

unb (£ntf<r)lcffenr;eit , bie, formeller ©ejiefyungen uns 
geartet, im Kürlaufe ber übrigen Säge allmälig 
in ftürmifdjer Seibenfcfyaft auf ^ ober untergeben. SJian 
mag barüber fheiten, ob eine foldje bafyintobenbe %c\r 
benfe^aft für ein Sonbilb ben geeigneten Söortourf ges 
roär;re$ barin wirb man aber {ebenfalls einig fein, 
erfien« : ba§ ber ÄünfHer gut gejeidjnet, unb jtueu 
ten« : bafj e« in unferer 3*it nidjt an gleichen Stirn; 
mungen feljle, bafyer beut SBerfe aucr) an Spielern 
triebt mangeln roerbe. 

<£♦ ®- 83. ©räbenet, ©j>. 3. Jlie flf nbf ßtätter. — 
üjamburg, tD. 3o»ien. fr. 17^ ggr. 

geigen in Grfinbung unb $(uefür;rung ein fo gliirf; 
lid)e« Talent unb einen fo gebilbeten ®efd)maa? Sei- 
ten« be§ gempenifien, ba§ roir benfelben erfud?en, 
fünftigt/in flau „SMätter" auef) S3äume mit ifjren 5le; 
Pen unb 3^eigen , ifyren Sölättern unb 23lütl;en ju 
liefern, b. (;. mit anberen SSorten, feine Äräfte au 
größeren arbeiten ju beträbren. 

51. ©. bitter. 



» ü d> e t . 

©♦ %• S5ctfet/ fuber unb Weifen rerjangener 3aljr- 
fcunberte. IDorte unb (Jone ^en ©renalen entlehnt. 
3weitrs Jjeft. — Ceipjtg, flöfjling'Cerje ffiudjrjanblung, 
1850. 



r)unbert, freubige unb ernfte, n?ie eben ba« %chtn, roo 
ber greube auf rafetyem gufje ber Scfymerj folgt. Söie 
im früheren, fo fmben loir aud) in biefem £efte mancr/ 
lieben ©efannten roieber, aber in reiner Sdjönfyeit, 
unb ba« ift eben ein SBerbienft be« SBerfaffer« neben 
fielen 9lnberem , ba§ er in fcr)inucf*loier, reiner gorm 
nacr) bem Originale biefelben aufteilt. (S« roa're unin? 
fd)enön?crtl), luenn mancher (Sotnpcnijt rcdjt forgfältig 
biefe £>efte fhibirte, benn auü biefem JBorne (;aben Söielc 
gefdjBpft unb für ityr eigene« Sd;affen UMinbeifamc 
Äräftigung erhalten. @m Änßf ^ 



yy- 



©a« uorliegenbe jroeite ^)eft rei(;t ftd? bem erflen 

bereite früher in bief. 831. befproerjeuen in bemfelben y— »t— »--"^*äi-t: —- 

©eifie an, ben bie Äritif al« einen frönen ju begras \^^bzV^z^V 9 >J^§0 

fen ©elegenf)eit fanb. ©iefelbe Sorgfalt, benfelben l^ -1 =c **-J , v S!r * 

liebeooüen Sinn, mit bem ber Sßerfaffer 3lfle« in bem 
früherem $efte bereite jufammenfiellte, pnben lüir and? 
in biefer Sortfefcung, fo baß bem greunbe biefer ßies 
ber ein roob;lgerar}mte8 S3tlb in gebrängter Äürje nad^ 
ben berfe^iebenen 3'itepcc$en ber beutfe^en ©ä'ngerlufi 
ftd> aufrollt, tt>el<$eö i^m fattfam ©elegen^eit hitttt, 
bie ßnttoitfelungegefd&idjte beö beutfe^en Siebe« ju oers 
folgen unb man^erlei SBinfe über ben ©ei(t beä ©ans 
geölebenö früherer 3«t barauS }ii entnehmen. 68 
enthalt ßieber au« bem löten, 17ten unb i8ten ^a^rs 



©en geehrten ßefem gegenüber, weld;e fte^ für 
bie in bief. 331. unter ber SHubrtf „8ür bie Orgel" 
erfcr)einenben 5xritifen intereffireu, fe^e icr) mic^ in S3es 
jug auf tic in 9Jr. 47 beö 31|len ©aubeö @. 250 
bepnblidje S)efprecr)iing meiner Orgel s Sonate (Op. 15) 
veranlaßt, ju erflären, tag bie fcort in einer Turners 
fung ber diel, alö rät(;fel^aft ernannte 23ejeict)nung: 
„9?eue Sluflage" (auf bem Sitelbl. ber Son.) ganj 
allein auf Stec^nung beö $>ru. 93 erleg er 3 
fommt. ©a bieft bie ßcmpofition an fidj nicr)tö 
angebenbe 5leu{5er(id)fiit ben §auptgegenjtanb 
ber öcf^ree^ung btlbet, fo f Bunte fte ivol;( leict)t ju 
für midj ehrenrührigen 3Wi§oerftä , ubnif]'eu 5lulajj ge= 
ben. — 8f^»f^: gered;ter, grünbltdjer %cibd ioirb 
bem aufrichtig frrebenben Äünftler ftetö iviUfornmen 
fein, torauögefejjt, ba§ erfterer grofKiitljeilö ben 
tvefentli elften ^n(;alt feine« Söerfeö berührt. Ob 
aber ber SBertl; ober Uniwertr) meiner Arbeit nae^ 
einigen jiemlicr) bequemen ^liiefcellungen ju ermeffen 
fein mirb, ob in«befonbere bie tom 9lef. aufgeituefes 
neu beiben Quintenfolgen (t?on benen bie erfte — S.4, 
nie^t 3 — nad? ber €cnfequenj ber oorgeiugigen ^)ars 
monie s unb Stimmenfüfyrung 



-l. .-T .*.;. . .^te^J f°9 ar n " r f^cinbar ift) 

+ — ' * — t—m-ß-m-% CZlffTZI 



mm 



an b. angef. O. rcirflicr) fo ttiberroartig Hingen, bag 
fte unbebingt toerroorfen trerben müßten 3 ob enblid^ 
ber muftfal. ^nt)alt ber Sonate nac§ Sbee unb gorm 
fo nichtig tfl, ba§ 9lef. e« ni$i ber JDiü^e mert^ ftn» 
bet, auc^ nur ein SKort hierüber ju verlieren, — ba« 



283 



git fntfdjetben, htciit bet &otutt§eil8freien unb Rumä- 
nen fßtiifung anbetet ©a<$fennet ubrtlaflfen. 
©eta. ®. ©tefcetf. 



Aleine 3^tung. 

IfuS Vari$, Anfang 3)ecember. Unb nun fagen 

Sie mir, ob Sie im lieben ©aterlanbe fgon etwa« über #a* 
Ie»p , 6 neuere Fomifge Sauberoper, la fee aux Roses (bie 9lo< 
fen*gee), gehört? £) gang gewig! benn wenn bie 5Waunen 
cor 3erigo nur «Kauern nfebergefgmettert Ijaben, fo muffen 
iljre Stöge gum 2obe biefcr Dper nog gang anbere üßerwü* 
jungen angerigtet tjaben — ober follte ba« ntc^t gegeben 
fein, fo muffen Sie bog gewig glauben, ba§ #r. £aleety plöfc* 
Ug ber grögte (Somponifi unb äRab. Ugalbe bie erfte San* 
gerin ber ©elt geworben . . . 3g neljme mir infceg bie giei* 
Ijeit nigt fo a.ang unb gar ber 3Heinung bfr ÄritiFer beigu* 
fitmmen. 2)enn gleig bie £)uoertüre, obwoljl feljr fgon ge« 
fpielt, verfemte mig in eine flaue, £erg unb SHagen fgwa* 
genbe Stimmung. .Reine frifge, woljlltjuenbe »Wotioe — unb 
ba« SBenige, wa« nag SKelobic au«feben follte, fprang mit 
ungeheueren ©ogenfafcen balb fjier - balb bcityin — wa« 
war;rfgeinlig feenhaft fein foll — fo baß ig faum folgen 
fonnte. 

$er erfte auftritt Ijat SlefaligFeit mit ber ©olffglugt. 
2Ran flefit allerlei ©eflügel unb oierfügige« ©etiler; ber 3au« 
berer, in ber Jperfon be« feljr tüchtigen ©affinen SBattatfle, 
Fogt in einem gewaltigen fleffel «§erenbrei — - aber bie Üflufif 
Hingt babei fo nüchtern ü^ gafjm, al« war'« nur $irfebref 
für bie ofietreigifge 2anbwet>r. *8alb Fommt 2ftab. Ugalbe 
bagu; fie ift De« 3auberer« Sflaoin, ber fte in irgenb einem 
QBagar für einige 33afcen gefauft, fie trie ein wahrer Surfe 
liebt, aber feine ©egenliebe erhalt — er ifi and) otel weniger 
grogmütbig al« Saraffro mit $amina — bafür fingt fie iijm 
aber aug nun gleig mit ftyrer SBaubeuille* Stimme folge 
Sprünge unb Saufer über ben $al«, bag ba« ^ublifum, c. fj. 
ba« &gt $arifer Fomifge Cpernpublifum , loa« fo oiel oon 
SRufiF verfielt, wie ber S3auer oon ©urFenfalat, oor lauter 
(Bnrgücfen mit fpringt unb läuft. 3m gweiten 2lcte Ijat fie 
aber eine regt fyubfge SRomange, bie fie äugerft gart unb lieb« 
(ig fingt, weil fie in Vierer Tonlage liegt, wo ffjre Stimme 
beffer unb nlgt fo gewöljnlig Hingt. Gin Fomifge« Sergett, 
Bon brel Sopranen, Ugalbe, Semercier unb SHeier, gelungen, 
tat aug oiel Beifall; bog biefe brei bünnen (Stimmen finb 
fig gu iljnlig, nnb mir Hang be«^alb bie« ^erjett wie eine 
gabennnbelfnppe. (Sin ©ertett mit 6f>or ifl and) ^übf^ gc« 
ma^t, aber e« Hang mir bodjf ni$t frif^, weil bie Stimmen 
ber beiben Henore, Slnbran nnb Sourban, ju belegt finb — 
fie Hingen al« fänitn fie bur<$ einen wollenen Strumpf. 



3m ©angen ifi biefe SRufif oirllei^t intereffanter unb an* 
mutiger, al« bie gum ValJd'Andorre, aber e« finb bod) immer 
nur no4 mufifalifd^e $btafen, nie eine re<6t bet)agli$e, flie* 
genbe SWelobie. 3)ag bie Oper nun folgen 3ulauf f/at, ifl 
me^r Sage be« $erenfpuf« al« ber SKufif. — ©enn beim 
?ßlnnber nur ÜBunber ift, bann läuft ba« 33olf fdjon — nnb 
ba§ e« r)(er l^uft, beweifen bie 88 taufenb granfen (Sinna^me 
ber erfien 18 *8orfteflungen. SWit Spinnen Ratten ftc in fo 
Finger 3eit nigt fo viel oerbient — barauf gebe ig 3l)nen 
mein ©ort, befonber« wenn fie bitten ben gladj« erfi faufen 
muffen. — 

§ie grogc Oper fyattt lange wie bie äranige auf ©inem 
Seine gejlanben, bog feit oierge^n Sagen geljt fte auf gwei 
einher; fie bat fig in „bie tyatfyin ber geen" (la (llleule des 
föes) eine ©efä^rtin gugefellt. 5)if« ©allet mit «Wuflf von 
Slbam ijat oiel ©eifafl, befonber« rebet man oon einem fgö* 
nen Safferfafle. Um 3Bafi"erfa((e gu (cijen, ifl'« aba in $a* 
ri« w^ljrcnb ber iWünatc November unb 2)ccember nigi nö* 
t^ig in ta« National -Xl)cater gu geljen. ü)ie« 53aflct atfyt 
nun mit bem $ropl)cien wie ein ST-eberfgiffgen l)in unb ()cv. 
Sehr erbaulig uno untetiigtenb für b.i« Drgefter! 

Sie fe^en, tag bie getreien je^t eben fo an ber 5V.ge«* 
orbnung ftnb , wie for einigen 3^bren bie itenfcleiei!/ beren 
e« cfr, wie Sie fig erinnern, in fünf ober mehreren Iljeatern 
an einem unb bemfelben 2lbenb unter allerlei ©eftalten gab. 
(Sin figtliger gortfgritt gur Q3efffrung. 93er Slflem wäre 
nun aber fcr>r wünfgen«wcrt^, bag biefe geen, ober weife 
grauen, ben gwei ober brei grogen (5cmponificn , bie mit ify 
ren fogenannten S^eiflerwerfen bie Xfeüren ber erfien beiben 
Itjrifgen ©u^nen fo oerrammeln, bag Fein anberer hinein ge« 
langen Fann, ba« ©efgenF einer gefunben unb melobifgen 
SRufif verleiben mögten, bamit bog unferein« aug 'wa« ba* 
ton $&tte. 

3)ie Italiener operiren aug feit bem lften 9ior«ember 
unter ber 2lnfüt)tung be« tügtigen JRonconi. 93on ben 3bnen 
beFannten alten ©rögen ift nur nog bie grau -ßerfiani bter. 
Sie ifi nog immer bie genialifge itünßlciin, ir>rc Stimme 
ifl inbeg ferjr butgfigtig geworben, unb oft bem Sgwerte 
be« (Sterub« vor bem $arabiefe nigt una^nlig; unb ba« un* 
banFbare $artetre ft^t flumm ba, toU bie Mumien in einer 
jtatafombe, oter wie eine ©efellfgaft oon Dudfern, bie gum 
5lu«» ober 3)urgbrug ben begeifiernben 2Binb, ben afflatum 
divinum, erwartet, ber aber au«bleibt. Signor SWoriani fingt 
einft weilen ben JRaoen«berg in ber ?ucia; Signora b'3lngri 
ben SRomeo, fie foll viel Talent ^aben unb eine in ©riegen* 
lanb geborene italienifge $ringeffin fein. SWab. 9loffetti, bie 
mir eine italienifirte eljrlige 2anb«mannin gu fein fgeint, 
Bellt in SBerbT« Dpern bie tragifgen ^eibinnen vor — wogu 
allerbing« Fein geringer 3Mut^ gehört. 2)a« fgwere ©efgüj, 
gablage, foll im Slngnge fein. 

T>a« *eer ber (Scncertgeber beiberlei ©efglegt« liegt 
nog ruljig in feinen 3elten. Wnr in bem Wintergarten fin« 



284 



ben jeten ^ottntag pon 2 bi« 5 U^r ^alb * funfMcrifdje (Föns 
cette Statt. 5Mefe6 wnnbetfcböne unb in fetner Art einige 
Socal wirb giemlid) ftarf befugt, ö« itf wie eine gotbtfcbe 
Äatljebrale freugförmig gebaut, unr* gang mit ©lad abeeft. 
3n bem $beile, ber ba« Mnu\ bilbet unb ber bebeutenb nie= 
briger ift al« ba« <§d}iff, finben Goncerte, ©alle unb fenftige 
Snftbarfeiten ®tatt. S)a« Scbiff ift ein üppiger föafenplafc, 
mit ben ^etxlic^flen au«ianbifd)en *ßflanjen, einem ferfen 
Springbrunnen unb Pielen anoeren ©artengierratben gefd^muef t. 
Um ba« ©ange gieben ftd) giemlid) breite ©üljnen für ?ufh 
»anbler. £a§ nun aber bti biefer wirflidj orientalifcben 
Qxafy bie eble SRuftca meifl nur 3ugabe ift. läßt jtdj leiebt 
benfen. Budj iß ber ÜRaum viel gu grofj, al« baj? bie SWuftf 
eine gute ffilrfung machen fönnte; e« ift meift ein eonfufe« 
IDurdjeinanber, unb wenn Straujj feinem Drdjefter ba« $t\ä)tn 
gurrt Sorte giebt, fo fjört unb fte^t man nidjt meftr. 

Vorigen Sonntag ging i$ eigenb« Ijin, nm ben steige* 
räumten Sänger Darcier gu Ijören. (Sein ©efang ift eigent- 
lich nur $eclamatfon, unb ba ba* etwa« Weue« war, fo ge* 
fiel e« anfang«, unb gwar fo fefjr, bafj vorigen SBinter fein 
(Soncert pon alten ^ieftgen mußfalifgen ©ieffopfen uiel mei?r 
befugt war, al« ba« ber ©lab. $lepl, »a« an bemfelbcn 
Slbenb war, unb worüber fie feljr t>erbrie§lidj gewefen fein 
unb au« SRadje fdjledjt gefpielt baben fett. So fagten nam* 
Ud) bie Seute — ld) babe fie nid)t gebort. Dbgleidj i* giem* 
lidj nabe bei bem Singer ftanb, fo war mir bod) burd) bie 
ftarfe SRefonnang be« Saale« 2fluftf unb Tcrt unoerflänblidj. 
9cad) tt>m fpielten vier gang junge iBiolinifien — tveld)' fäu- 
felnbe« ©eflüjier! ©ie ofer ©ierflaf^cn famen fie mir oor, 
in benen ber 3nl)alt gii'djenb unb gwitfdjcrnb arbeitet, um 
feine Breitjeit gn erringen. — Sfgnora (Srnefia ©rifl, Sdjwe* 
fter ber prima ballerina (Sarlctta, batte au<$ feinen 23eifalf, 
«nb fo nod? anbere namenlofe flünftler — bod) »fe gefagt, 
ift e« me^r Scbulb be« Eocal«, al« oft Mangel an Talent ber 
Äünfller. «ueb werben «oterien barin gegogen, unb bie gie* 
ben bann exfl red&t Me SWenfc^en ^erbei, um bei ©efang unb 



Älang bie Sadjen, bie ba au«gefiellt finf, unb bie fie ju ge? 
winnrn ^efen, ju betrauten. 

3n einem Mcfcr QÜ?or)ltr)ätigfeit^loicric - (5oncerte fab ba* 
Crc^cfter au« wie ein nioigenlanbifrfjer ©ajar — bffonber6 
ttjat \id) ein Flügel con ©varb, mit tc^teren Manien in ppra* 
mi^allfcben Q3ucbtlabcu , bebeutenb b^^or. SBabrcnb eine 
Tarne eine neugebotne aber febon balbentfcclte O^oman^e fang, 
fübtte ein ftattlicfeer ©rcom einen arabifdjen SBoflblut-Sc^im^ 
mel , mit prächtigem Keitgeuge verfeben, b^rein; e* war ein 
grc§mütbige« ©efc^eHf eine« l)ier fer)r geliebten, jefet in 
Deurfdjlanb iebenben jungen ^ringen. Sie flogen «ftöpfe unb 
bergen biefem febönen Slraber ^u! SWancbe ber 3"^örerinnen 
fa§ fieser in ©ebanfen febon barauf, unb fprengte, eine gweite 
?lbnffa, bie ©l^feeifcben gelber entlang. — Unb fo für bie*-- 
mal genug! _ f ^ 



Sage6gefd)icbte« 

ÜÄUftffefte, ftuffü^runften. Cime gro§artige unb 
woblgeiungene 5luffüt)rung bc« ^änbel'f^en SWeffta« fanb am 
14trn 9ic\). b. 3. in ber fcftlidt) erleua^teten Stabtfircbe jn 
©eile unter ber fixeren unb präeifen Leitung be« Stabt? unb 
©c^log f Drganilten Stolpe gu wobltbätigem 3»ecfe Statt* 
9cocb fteben mebrere gro§e Aufführungen pon Oratorien, nn* 
ter benen fidj aueb bie neueile (Sompeüticn ,,«&iob" von 
Stoljc, vortbeilbaft au^geidbnet, mit bem bieftgen, jicb immer 
mefyr auöbieitenben Sing^ereine in SluSftcbl. 

SobeöfttHe. 9lm Uten Q^op. SWorgenö fiarb in granf* 
fürt a.SDc. ber 3!onfünPler 3o^. Wob. SBalbeneefer in einem 
Sllter oou 75 Sauren. 2)a« granffurhr Drcbefter verliert in 
ibm eine feiner beften Stufen, ba er noc^ wenige SDfcnate gu« 
por rüflig in bcmfelben mitwirfte. allgemein beliebt feiner 
(Sljrenijaftigfeit unb feine« unerfeböpffieben .pumor« wegen, 
Wirb er nun allgemein betrauert. 



Bemerkung* 

Söci ^Beginn bcS jtüeiunbbtei^igften 85anbcö werben bh öcre^tl. %bon* 
nenten bet &tit\ityxift <rfud>t, it)r Abonnement bei ibxm refp. S3u<3()fyönbUins 
gen gefdUigfi erneuern ju wollen, bo itynen fonfi bte Sorrfefcung nid)t ju9efa)ttft 
unb wenißfrena ein 2Cufentbalt biö jum dinQanQ lex fpdtcr »erfd^riebenen epera* 
plare 9 crbei 9 eftyrt wirb. mh aWefef^e e.« s unb asmifaiin^lg. 



»tU(f ••■ fr. Itfidvon«. 



tt e u e 




<itf$tkft füt 




*F t r a ti t to o r i li 4 € r fflebacttur; 

Stau] ©teitbeL 



M 53. 



*8 irl e g e r: 

labert Briefe in fietwtft. 
Ben », Secentbet 184». 



San tiefer Selrfdj. «rf^cfien to&4cntU4 
J SÄmnmetä tum 1 efeer l'/t 93 o gen. 



I $ttf* bei Eanbe* pun 52 gtrn, 2V| I&fc- 



Kbonnemcnr nebmcn alte Mimtet, ©udj* 
Bftüflf * unb Jtutt^aubluH^to an* 



3rtttMllt: ^ u * ein ©orf^Iag» — tfuö grciburg im ffitiägaa. — Staßtfägrf (fctgte. — 3fntrUigrnjMair. 



W <mtül)Tunj neuer ttortraflojeidjeu betreffend, 
äßon ^ermann tfeSner. 



3» biefeu SBlattetn ifl mehrere IDifttc ein Segen- 
flanb angeregt trotten, ber jebo*$ in feinet ganjen 
2Bid?tigfeit erfaßt roerbe« inuf, wenn ein etfofgTfid^rf 
fHcfuttat erlangt werben feß — idj meine bie Sßatjl 
mufifalifdjer $inÖbrüde unb SSoriragfljeidjen tri neues 
ien Som^erf en, SiS je{jt finto nur annäf}frung8tu«ife 
einzelne fünfte befotodjen werben; am nadjften tarn 
ber @ai)e £r. ©uflab ©lüge! (in 83b- 29. <ö. 31 : 
©in Söürfätag u.f.to.), aber baniit ifl ber ©rgenftanb 
nu^ ni^t erfäjepfi. SS ^anbcÜ fteft ijier uii^t Moä 
um einzelne 3tu3brü<fe unb einzelne üei^tn, fonbern 
um etwas me^i: eä feiinbelt firf? Qiei um fitenge 
Sjutd? förmig beö @mnbfa(jeä — 

„Da bie 9CTu(tC, aU Spraye betrautet, tote ertya* 
feenfle, ergreifenb(le, auäbruiäreiäjfie, *te einem 3** 
ben jugangli^fte uub üerfianbli^fle i% fo barf fie 
alä fold?e nidjt an einzelne Sluäbtütfe (gteidjmet 
ob itatienifdje, beiitfct)e y fdjwebifdje ober rufflf^e) 
gebunten fein y fonbern fic rnuy in fid) unb burtl) 
ß<$ felbji befielen , b. $. fle mufj t^" befenbenn 
51uettucfe unb äJoriragäjei^en befijen, bie Gebern 
uerftänblictj ftnb, irgenb meldet Nation er au^x) 
angeboren — irgenb toetdje Spiadfe et audp fyre* 
<$en mag/' 

SBir |aben fttjon für viele 9tu5britcte allgemein 
gtbräudj[i$* 3eic§<n : t<t) nenne u. a. nur bie Sdjtüf* 



fei = unb Sadjri^en, für: juneljmenb, abne^menb, 
gebunben, abgeflogen, gehalten, für IriQer, SDoppeU 
fötag, SEBieberijüfttng , @djtuf u.f. to,; eö roirb alfo 
nm fdjrotetig fein, btefetben fo ju i&eri&ottfianbtgen, 
bi@ luit fein 93Drtrag8jci(()fn me^t irgeub einer fcefan« 
baen ©^rac^e ju entte^nen trauten, ffier SSeg ka$\t 
iß fe^cn angebahnt tutclj bie &on §tu, ginget tcr- 
gcfdjtageneit 3H^en > cö bebatf mit ber ainflanbigung 
mehrerer fi^ für btefen ©egeuflanb gteit^ fe^r inters 
efftrenben Sad^fennet — tm f^timmPfn gafle tefitbe 
eine tScmmii'fton niebergefegt unb ein 5ßtet3 brm^nt= 
gen juetfannf, njel^rr bie jtoerfma^igfien SBortrog^s 
geilen erfnnben f)t\\\ tiefe ßommiffton tuürbe gteict} 
bei ©teüung bet Aufgabe aQe $(u€brücfe angeben, für 
lueldjc bie entf^red)enben ^eidben erfl gefugt gerben 
fcllfui berfelben mürbe bann auc^ bie ^uöma^t ber 
betreffenben 3^4^ tmb bte ÄJeröffentli^ung berfctfcen 
uberlaffen, 

9Bir (Bnnen bte er(ie $ätftc biefeS 3ftWunbertl 
nidit b eff er befd^Iiefen unb nict)t mürbiger bte fronte 
beginnen, a!6 mit ber ©ur^fü^rung be3 eben ange^ 
führten ©runbfageö* &reiti(^ ta§t fiA bicä nic^t t^un 
o^ne eine SReform in ber SDlnpf, ober, lornn idt) mic^ 
fo aufibtücien batf, o^ne eine mu{tfa(tfc^e gteftotutien ; 
afcir id; frage einen 3*btn, bei eö mit ber lonfmifl 
aufriß tig meint, ernßli^, ob cS nid)t enblic^ bie tre^fte 
3*tt ift^ baju beijutragtn, baf bft^ SWeet ber ge^atts 
fofen rnufifalifdieu äDla^tvetfe^ mrft^ed turA Kinc 
Uebet|'4memmungen ^ier unb ba f^en grogrn S^as 
ben angerichtet (;at, aUmälig oerfiege — bag bie Sons 
fünft tton atten ©c^lacfen geläutert toerbe — baf ber 



286 



Sinn für wa(?re SDiufif audp ba (gingang finben möge, 
wo jefct noe$ btc Srunner, 93o§e, bie SBe^er, SJta^er, 
SRofetWn, Sßrod^ä, Ärebfe unb wie fte ba nod) feigen 
mögen, tyr Unwefen treiben. 

©afj idj mit einer fo unumwunbenen (Srflärung 
auf no^ jafytreidje ©egner flogen werbe, ijt mir fein 
©er)eimnifh aber idj ner)me ben toon it)nen fjinjuwers 
fenben ger;ber;anbfcr)ur; mit Vergnügen auf unb ges 
flet)e offen, ba§ idr) midj auf bie eine ober bie anbere 
©inwenbung fd)on gefaxt gemacht t)abe. oben fo 
weifj i<$, ba§ id) felbfi nic$t alle Sadjfenner unb 
ßreunbe ber Sontunfl für mid) fyaben werbe; bie (Einen 
werben fagen: „SBenn wir nur tüchtige SBerfe fdjafs 
fen, ob mit biefem ober jenem 5lu8brucfe, ba& ifi 9?es 
tenfadje" — Slnbere werben einwenben : „bie älteren 
äHußfwerfe, toie bie eineö 83eetb;ot)en, äftojart, ^)a^bn, 
4?änbel u. f. w. werben nun ganj in ben 4?intergrunb 
gefdjoben, ober muffen ebenfalls berfelben Steform uns 
terliegen, wie neuere Sonwerfe." Auf fole^e unb äb)n= 
Iidr)e Sinwanbe werbe id) nidjt &erfer;ten, eine nähere 
Scfpredjung folgen ju laffen. 

SGBaö nun bie äufjere gorm folcr)er SBerfe betrifft, 
fo ifl baä in bief. »I. ©efagte: beutfdje Sitel an bie 
Stelle franjöftfd)er Strafen ju fegen, r;inreic§enb, wenn 
auöfcf)lie§lidj ju beutfct)cn £onbid)tern gefprodben 
wirb; bod) mit 23ejitgnar;me auf oben auögefprod)enen 
©runbfafc fteüe id) bie Sadr)c fo bar; 

„©er Xitel beö Söerfeö mu§ in ber 2flutterfpradje 

be8 Somponifien gefd)rieben fein, mit Angabe be$ 

^atyreö, in wettern baö SSerf gefd)rieben ijt, unb 

ber 3^1 be8 SBerfeö." 

©a8 Weitere hierüber, wie auä) , ob unb wann eine 

Ueberfefcung beä £itelö juläfftg, fogar nottywenbig fein 

wirb, unb in welcher Spraye, begatte iä) mir für ein 

anber SJtal gu befpredjen tor. 



3lu$ %veibur# tat SBretägau. 

Seit unferem legten S3erid)te ftnb bie 3*iten nidjt 
ber Slrt gewefen, bafj SSebingungen jum ©ebenen ber 
Äünfie überhaupt, befonberö ber Sonfunft, torgewals 
tet Ratten; baä ©etümmel beö Äriegeä machte allen 
©efang üerflummen, unb nad) bem üerjWeifelten Äams 
pfe war bie Saft, welche bie Eroberer bem Sanbe aufs 
legten, fo ungeheuer, ba§ bie SBürger aßen 9?futr) jur 
Äunfl für lange verloren Ratten. Aud) blatte ber 
SBetagerungöjuflanb alle 3"fanimenfünfte unterfagt, 
befonberä Sieberfränje unb ©efangüereine unter firenge 
83ewac$ung genommen, unb ba8 wor)l ganj gegen 
ben alten Sprud): 

®o man fingt, ba lag bidj fröfylid) nfeber, 

©ßfe 2Henfc$cn $aben feine lieber. 



©aö §Gcvbien|l, lic Äunfi wieber in lex bebra'ngten 
(Stabt augeregt }ii ^aben, gel;ört bem fo eifrigen alö 
tüchtigen ^onfünfifer $j. «§ei m. SDbgleidj er nur auö 
Siebe jur Sonfunfl ftc^ für biefc bemüht, nur Sieb« 
^aber ifl, übertrifft er boe§ tiele Äünfller uon %a$ 
an (Sinftc^t unb Äenntnif), tafl aöe an ßifer für bad 
©c^öne. 6r brachte juerft unfere Sieberfefte im ©rüs 
nen wieber ju (©tanbe, üerfammelte ben gemixten 
6r;or, ber ftd^ jefct wieber auf einige 4)nnbertc üon 
9Witgliebern beläuft, im freien, um bort fleinere fiies 
ber, fowor)l neuerer 3:onfeger, alö 93olfölieber, bereu 
er Diele felber bearbeitet r)at, aufzuführen. 5lUc 
gremben, welche ©elegenr)eit Ratten biefen ßeflen itu 
ju wohnen, welche, bie Sängerinnen unb ©änger in 
fct)önem Äranje, malerifcr) auf gelfen ober im ©rü= 
nen üertfyeilt gefc^cn , in weiter 9tunbe untrer bie 
©nippen ber 3»^c^^ beobachtet, ftnb batoon entjücft 
gewefen. SBirflicr; mag fiel) aud) nict)t manche ©tabt 
in ©eutfcr;laub ftnben, welche eine folcr)e 9JJenge, ie^ 
modjte fagen afuflifer; gefdjaffener S^äler ganj in ber 
9^är)e l)at, wie unfere öreiögauftabt. Solche Slufffi^ 
Hingen, bie ftd; befonberö für bie ©ommerjeit eignen, 
r)aben neben bem JHeij ber 5luffül;rung, bie burc^ bie 
fdr;önc Sftatur unb bie Bewegung noer) ttielfac^ geftei.- 
gert wirb, ben ä3ortr)etl, la$ fte ben @inn für lie 
äcnfunfl unb ©efang oerbretten, ben ©efebmaef aud) 
für größere unb tiefere Xon werfe in allen Äreifen ber 
@efeüfcr)aft fcr)ärfen. 

©iefe ^armlofen Sieberfefie »ereinigten unb erljo; 
hen bei nn$ bie ®efangfär)igen wieber fo Weit, ba§ 
mit bem ©intreten ber raupen ^a^rcöjcit bie Uebuns 
gen für größere Sonwerfe beginnen fonnten. 9tad) 
biefen folgten auet) balb bie 2luffü(;riingen größerer 
SBerfe, von benen befonberS bie ^enbelö fol;ns 
fct)en mit größerer 53orlicbe aufgefaßt unb angeeignet 
werben. 

©teicr)jeitig mit biefen Aufführungen ton Dra? 
torien r)at unfere 23üt)nc i^re SBirffamfeit begonnen, 
finb unferen Sonfreunben aucr) eine dleifyc von Sing= 
fpielen aller Art geboten worben. ©er 23üt;nenbirees 
tor Äeller, felber ein d ort reff (ict)er Sdbaufpieler, l;at 
bie gri3§ere Sorgfalt, unb wo(;l mit 3tect)t, bemSc^aus 
fpiele jugewenbet, minber für bie Oper tt)un tonnen. 
%xc§ bem t)at ber äftuftfbireetor ber Oper, ©ärwolf, 
ein Sdniler Spotjr'ö, alleö geleiflet, waö mit ben »or- 
l)anbenen Äräften unter obwaltenben Umflänben ju 
leiften möglich war. Unter ben Sängern jeicfcnet fte^ 
befonberö ber S3afft|i greunb auö, ber wo^l mit ber 
3eit auf grö§eren Sübnen aucr) ßorbeem ernten bürfte. 
Skalier, unfer erfler 3:enor, obgleid) toon Watiir 
nicl)t fo reicr) begabt, in ben l)ör)eren SiSnen nicfyt fo 
r)ett unb flar, giebt ftd) boer) fo üiel 2ftür/e, befleißigt 
pdr) in feinen SRoUen berweife, ba§ jeber Siöige mit 



287 



tym jufrieben fein mu§. ©affelbe gilt ton unferen 
(Sängerinnen Betyr unb 3t* mlic$. äftag auc$ man? 
<$e3 größere Sweater glänjenbere (Srfe^einungen bieten, 
fo ifl bie 3«fanimenwirfung, beten 3fug* n?tr fyier 
tägtiefy flnb, bodj nicfyt minbei anerfennenöwertty, ges 
wäfyrt im ungemeinen einen fejjöneren, toüfommneren 
©enu§. 9lu$ ton unferem £f;eaterorcfyefler lägt fte$ 
fagen, bafj ed im 3ufammenfptel >2(u3gejeic$neteö Uu 
flet, fiefy mit manchem anbeten ©rieflet tetgleie^en 
fann, beffen SDiitgliebet ben tarnen Den Söirtuofen 
$aben. Untet ben erwähnten Stiftungen ftefyt äKojart'ö 
©on $\\an oben an. SBebcfö S'reifcfyüg, Sfte^ers 
beer'8 Stobett bet Teufel, Sotging'ö (Sjaat «nb 3int= 
metmann, SÖoielbieu'ö 2£ei$e ©ame wed&felten mit 
Söolfäftücfen, wie j. SB. ba£ lübetlidje Kleeblatt n. f. w., 
ah, unb nafmien bie Ätäftc bet Äünftlet ton fo ties 
Xen (Seiten in 5Infptuc§, wie man fte nur in ©eutfe^s 
lanb in 31nfpru$ ju nehmen gewotjnt ifl. §Bcn teil 
fenben Äünftletn fatjen wir fyier biäfyer nut <Stu 
gellt, unfeten fe$war$wätbifd§en Sanbömann, welker 
tjiet ein (Soneert gab unb batauf audj bie Slnerfens 
nung, ben tollen 93cifatt fanb, treiben et auberwärtä 
ju ernten gewohnt ifl. ©leicfyjeitig mit (Stigetli trat 
audj Sfycobor ättotjr, ein Söonner Äünftter, $ier 
auf, welcher für unfere <Stabt auf ©aiter gewonnen 
ifl, fid) fyier alö erftet ©eiget, alä 9L)hiJlf = unb ©es 
fanglebtet niebetgelaffen fyat. (§t ttug eine Sßfyantas 
fte ton 93ieu,rtempö unb ba§ Souvenir de Haydn 
ton Seonarb tot, unb etntete mit feinen Seiftungen 
raufc^enben SBeifatl. ©bgleid; bie SBerfe aujjerorbents 
tidje (Sdjwierigfeiten boten unb jebeä in feinet %xt 
anbete 5 f ^tigfeiten in s 2lnfprudj na^m , fo war beefy 
bet Söortrag beibcv ein fyöd?ft gelungener, 9iaments 
lic$ ifl baö tolle, runbe (Staeeato 9Jiol;r'8 toflenbet, 
ift ber £on ebel unb abgerunbet, unb ifl fein ©viel 
fo perlenb rein in allen Sagen , wie eö bei wenigen 
Äünftfern fein bürfte. (£8 ifl torauöjufefyen, bafj bies 
fer Äünftler auety einmal im ganjeu SBaterlanbe 5luf-- 
fefyen erregen wirb, fobatb bie Reiten wieber für Äunft 
ftdj beffer geflalten trollen. Qür unfere (Stabt wie 
beren Umgebung t)at er fdjon befonbere Söerbienfte ftd) 
erworben, unb jwar babureb, ba§ er ftefy mit ben fyie= 
figen ßünftlern, bem tüchtigen ©eiger kleiner, 
bem befannten SBioloncelliflen <Sdbmibt, wie mit 
bem $fjeater = ÄapelImftr. 93ä'rwoIf üetbanb, um eine 
Quartett 5 ©efeUfc^aft ju gtünben, ben fyiefigeu Zorn 
fteunben bie 5IuSwa^t oon ben gebiegcnbflen Statu-* 
metmuftfen üötjufüfyten. gtü^et glaubte man, ba§ 
betattige 93eflrebungen ^iet fein ^ßublifum pnben wüts 
ben, aücin ber (Stfolg ^öt eö anberö nae^gewiefen. 
©er &uartetts5Ibenb fyatte ein fe^r ausgewähltes 
^Publifum, baö oon ber genauen unb feurigen (§in= 
Übung unb bet geijheic^en SluffafTung biefer ^onwerfe 



fte^tlie^ ergriffen, bei jebem (Sage in Sntjürfen auÄs 
brae^, eine reifere &abc ber lang entbehrten Äunftgattung 
forberte, üerfammelt. SBiö^er ftnb bure^ baöSDberr^einu 
fe^e Quartett nur gebiegene SBerfe beö ©reige|ltrn8 : 
4?agbn, SJio^art, öeetljoüen , jur 2luffüfyrung gefoms 
men, boe^ feilen auc§ näe^flenö ebenbüttige ^onfe^ös 
^fungen neuetet Äünfllet, namentlich oon Dnölow 
unb SJIenbelöfofyn, jut 5Iuffübtung fommen. ©ie 
©tünbung beö Diepgen Quattettö, feine ßtfelge, rjat 
ben im weiten Umfteife 5Iuffe^en ettegt, unb wie t?ets 
lautet, ftnb fc^on ton meldeten (Seiten ^inlabungen 
an bie Äünfller eingegangen, and) anberwärtö, na-, 
mentlie^ im gegenüberliegenben @Ifa§, einen äfynlidjen 
Äreiö elafftfc|er 5Iuffü(;rungen ju üeranflalten. ©es 
wijjlid^ werben bie Ijiefigen, wie bie anberweitigen 5Iufs 
füijrungen nic^t flattfinben, o^ne im allgemeinen 
auf ben tonlie^en ©inn beß ^BoIfeS wo^UI;ätig ju 
wirfen. 

©ie Äirdjenmuftfen ftnb wie früher unter öeis 
tung beß tüchtigen ^onfünfllerö unb ©omfa^itularen 
fiumpp fortgefegt worben, ^aben im ungemeinen 
tljren alten (Stanb behauptet - y bie ©Jännerliebertafel, 
rvic mehrere anbere ©cfangoereine, ^aben aber unter 
bem fyerrfctyenben SBelagcrungö^uflanbc btö jegt nod§ 
nic^t wieber auftauten bürfen. 

5lm <Sd)Iuffe meineö 33eric^teö, welchen te^ 31t 
feiner 3fit wieber aufjuneljmen fyoffe, fei mir erlaubt, 
eine 2lnefbotc auö bem Seben jweier ßünfller einjus 
flechten, eine 5Inefbote, welche ju ben erfreulicheren 
gehört, welche bie legten ^afyxe tycx Iperoorgerufen ^a s 
ben, welche fie^ toielleie^t, <t\va% verarbeitet, ju einem 
finnigen Sieberfpiele verweben laffen bürfte. Unter 
ben SHegierungebienetn in Äavlßtu^c jeic^nete ftc^ üor 
ber ©r()ebung ton 1849 #r. $)l * * alö tüchtiger fflts 
beiter unb geiflreie^er SJhiftffreunb auö. (Seine Dbes 
ren, welche feine 93orIiebe für bie Xonfunfl, bie (Se^ns 
fuc^t, fte^ ferner auö^ubilben, erfahren Ratten, welche 
i^m wal;rl;aft wo^I wollten, Ratten il>m oerfproe^en, 
i^n auf ein paar Qatyre für geleifletc ©ienflc au% 
(Staatsmitteln }ii unterfingen: ba§ er fte^ reifenb auäs 
bilben, in entfernten Äunflinflituten SBorlefungen übet 
^onfunP t)ören fönne. Äurj juoor, e^e Tl. nun feine 
beabftcfytigte S3iIbungSreife unternehmen wollte, bradj 
bie ä3oIf8er^ebung loS. ©er Äünfller, ber fte^ ton 
irgenb einer (Seite terfolgt glaubte, flüchtete in bie 
(Scfyweij hinüber, unb fant fo, o^ne irgenb einen ?ßlan 
gefafjt ju t;aben, in Baratt an. (Sicfy bafelbfl einige 
Slafl gönnenb, traf er jnfäOig auf einen alten S3e 5 
fanuten unb ©djulfameraben, ber feit längerer 3«t 
wegen feiner ©eftnnung fte^ ton feinem Slmte jurücf* 
jie^en, eine 3ufln^t im ©e^wei^erlanbe fuc^en müfs 
fen. ©ie 3"g*»bfreunbe, fpätere politife^en ©egner 
näherten fie^ auf neutralem ©oben freunbti$ einans 



288 



in, unb fo etfrug bann ber öefannte 91. fcalb 9J¥i. 
Soge, erfuhr et, ba§ et otyne txtyhlity äflittet fl$ in 
bie @<§roeij gerettet fyaht, nodj feinen SluStüeg tuiffe, 
auf bem et mit 6fyren fottmanbcln möge. 2&enn bu 
mit folgen toiüfi, imd i<$ bit f#on Reifen, fagte 9t., 
$öte mic§ an: ,,5U« ic§ au« bet $eimatty flof?, ntc^t 
wu§te wo au3 wo ein, na^m ic§ bie ©teile atä 9Jtu; 
pfbttectot in 9larau an, ju bet midj rcofyltooflenbe 
gteunbe empfahlen. 83iä jefct ^abe id; biefe ©teßc 
Betteibet, tyabe anflanbig bauon te&en fßnncn. ©a 
td) aber in biefem Slugenbticfe nadj Äatlötu^e fcerus 
fen bin, Zfjeil ju nehmen an bet 93otf8et&e6ung, fo 
mu§ tefy Ijiet meine ©efangfreunbe üettaffen. ©et 
SSfd^ieb n?utbe mit roeit weniger fc$merjti<§ fein, menn 
id) bidj, bet bu ein tüchtigerer äWuftfet 6ift, an tneis 
net ©teile juriieflaffen fönnte. ©u trittfi natürlich 
in meine 5Redr)te ein unb t)afc folgli^ &orab ein an- 
flänbigeS Unterfommen." Tl. war fro$, burc£ feinen 
^ugenbSefannten ptSgltdr) fo gute 9hiöfld)ten eröffnet 
ju fefyen, lieg per} gleicr) ben betreffenben ffiereinöglie* 



bem fcorfletten, ttat atftalb in S^Ätigfeit, toie fein 
freunbtt$et SBiberfacr)et in ba# 8anb bt& Äantyfe* 
a&teifle. @ec$« SBodjen fpatet reifte bet neue 91a- 
tauet SWufifbitectot tuieber nad) 5larWrut)e juröcf, bort 
feine alte (Stelle einjunefjmen ; leibet tonnte fein 933u 
berfacfyer ityn biefeö SWal nicfyt, »tue et nrirftid} üets 
bient chatte, in Slarau abtofen. ©et Unglückliche mutbe 
gefangen unb fott in biefem MugenBlirfe noc§ in ben 
berüchtigten Äafematten ton JRaßabt f$macr)ten. 



Sagcfcgcfc&iditc* 

£obe8fätte. «m Uten fDecemb. 11 U$t »benb« ftarb 
©ontabin Ärenfcet in Sttga. «Halbem ifjm ba« ©c^icffal 
no<$ in feinen legten 8eben«ialjren man$e tyerbe Prüfung nnb 
Xaufdjung auferlegte, madjte ein €><$lagffa§ mit nur für* 
gen Selben im 67ften Safere feinem t>iel belegten fceben ein 
(Snbe. 



3ittelltgen$blatt. 



In meinem Verlage erscheint im März 1850: 

tlationaUJFmheite-ft^rlialk. 

Eine Sammlung der beliebtesten National-, Freiheits-, 

Vaterlands- u. Wehrlieder iiir vierstimmigen 

Männergesang. 

2. Heft. Preis 3j Sgr. 

Das I.Heft ist in allen Buch- u. Musikalienhandlungen zu haben. 



Die Herren Componisten ersuche ich, mir 
geeignete Beiträge baldigst durch Buchhändler- 
Gelegenheit zukommen zu lassen; namentlich wer- 
den einige ungarische National - Freiheitslieder er 
wünscht sein. 

E i s I e b e n , Ende December 1849« .F. JKuhnt. 



Bemerkung. 

S3et Söeginn beS än>eiunbbrei{?io.fren S3anbe6 »erben bie berebrl. 2Cbon* 
nenten ber 3eitfd)rift evfuc^t, ifyr Abonnement bei ityren refp. SBuc^anblun* 
gen gefälligft erneuern ju wollen, ba il)nen fonft bie ^orffe^ung nid)t jugef^itft 
unb roentajrenö ein Aufenthalt bi6 jum (Singang ber fpdter berfd[)riebenen (bem* 

iHcbacttcm« s ^Bemetf ung» Die 9h. 5 \ u. 52 touiben fefton (5nbe voriger ®o(fte ausgegeben. 3)a »it fenadj 
mit bem drfc^emen ber 3* ttfövift nm eine ffio^e »urau« finb, unb mit bem neuen 3afyre gern eine bem Saturn entfpretbenbe 
©erfenbiig eintüten laffen möcfcten, fo giben »hr für biefe Sffiodje eine IWr. S3 a(* (trtTabeifage. 

ID» »eb. 



©tudf wn ^ r. Aüiuann. 



Sunt ein unb teeißigflen Sanfte 

free neuro 85 e i t f d> r i f t für Jlt u f i & 



©rifere Äuffäfce, (Srjälilungen. 

»etf er, <J. g., Der $ofcrganifl Slbam Ärleget in «Dreien. 

€. 805, 213. 
»tenbel, g., JDIe (Stufenfolge bet £nnfte im gelange bet 

ffieltgeföicfcte. 21, 25. 

— — — , SMc Sonffinftlet^erfammlung §a Seipjig am 
tfßm 3»U 1849. 97, 105, 117, 125. 

— — — , »• ©äumann'« SRnfif gar €*luffcene bc« 
©ällje'föen gauft. 113. 

9at$9, *«g., Die SRilitairmufif in granfrei*, I. 1. Fl. 

173. III. 193. 
*aa.en, X&., ©riefe iber Jtonft nnb «eben, I. 145. II. 233. 
»lullet, «., Ueber ba« ÖBUfen be« aRnftfer« im Ordner. 

217, 229. 
€ Raffer, 3-, Horaantif in ber SWufif, I. 77, 85. 
$ft t dm et, £&., 3ar gtage über bie 3*eform be« SWnfff* 

unterri$i«. 120. 
U$lig, £$., JDie ffia$l bet Sactarten. 29, 41, 49, 53, 

65, TS. 
»aUbriftl, *. »., <Dfe mittelalterfi$e Sonbnljne. 185. 
fffiteef, gr., Ueber (Slementarunterridit im ßlaoietfptel. 261. 
3uccaImaglio, 20. *., $err @il$er «nb ba« <öolf«Ueb. 

23T. 



SSermifdjte 2Crtifel. 

Serfer, (£. g., La Clemenza di Tito. @. 187. 

griefe, £$., ©eridjt über bie in ber Domfirdje au <Si. $e* 

tri in ©reinen neu erbaute Orgel. 153, 165. 
gürfienau, SR., (Sin ©rief Drlanbo bi «afiV«. 245. 
©ollmirf, (S„ Deutf^e Driginal*Dpern neuerer 3cit. 75. 
Äefjner, $., Hu* ein *Borfd)lag, bie (Einführung nener 

ißorirag«jei$en betreffend 285. 
SRül)ling, 3-, 91eue (Sonate für bie Orgel oon 21. ®.dliU 

ter. 187. 
©d&etlen&erg, $., örroiberung. 10. 
Sieberf, ®., Jßerwafyrung. 282. 



^Beurteilungen. 

«Ifcum für 4ftimmigen SWännergefang. £etnrid)«I>ofen. «Hr. 7 

unb *Wr. 16. <S. 62. 
$a$, 3. ©., <Sämmtli$e ßompofitienen für bie Drgel, $er» 

ausgegeben Don Körner, £eft 4 u. 5. Körner. 18. 



93ecfer, (5. g., «Die SonfünfHet bc« I9ten Sa^nnbertf. 
din falenbatif^e« $anbbud). äcfjUng'föe ©ud^anblung. 4. 

— — — , hiebet unb JGBeifen »ergangener Sairljunberfe. 
2te« «öeft. öbenb. 282. 

SBetgt, «., Dp. 6. (Japticcio für $fte. ja 4 $anbe». $e* 
tet«. 149. 

— — — , Dp. 8. 2te* (Sapticefo be«gl. (tbenb. 149. 
©ierttlrtS, (5., 6ed>« Siebet, ©o^me. 130. 
©teitenftein, $. £., Dp. 18. 3»el <8efdtta.e »o« U^lanb 

fnt 4fHmmfgen SDWnnetd^ot. gifjmer. 62. 
kommet, gt. , Collectio operum Batawam saeculi XVI. 

Tom. VII et VIII. <S$oir. 201. 
Da*fb, getb., Dt>23. 4te« Soncert fir bie SBfoltue. fdniU 

fopf n. $drtet. 75. 
öngel, D. $., J&au«f^ beutf^er Sßolf6lieber. ©d^mibt. 

101. 
örf, t, nnb «. Sacob, »toflfarifd&et 3ugenbfreunb. Ö4# 

befer. 101. 
gff($er, SW. ©., ©oangelifd&e« ^oral^etobienbu^. lfter 

3:§eil, ^&eft II. 2tet X^eii. Äörner. 137. 
gl ü gel, @., 27Pe« Iffierf. ffllumenlefe für ba« $fte. lfle« 

*eft. 2B&ijUing. 208. 

— — — , »5fle« ffierf. S3ier ^r)ontaffetonftficfe für $fte. 
5Rr. 1 „Wati bem eiflen ©lafe". @^leftnger. 208. 

gretjer, «., Dp. 2. (5oncertx)ariationen für bie Drget. IBotr 

u. JBocf. 159. 
Oerfe, D., Dp. 31. (5e(^« Sieber. gigmer. 100. 

— — — , Ov. 33. Die ©etye be« ©efange«, von $.«&erle, 
für 4fUmmiaen ^annerd^cr. (Sbenb. 120. 

©rabener, (S. $. ©., 6te« OBerf. 4 lieber. 3o»ien. 131. 

— — ■ — — , Dp. 3. -filiegenbe Sldtter, für $fte. 
(Sbenb. 282. 

©rifar, 91., unb gloto», Da« ffinnbertoaffer. Äomifdje 

Dper. 6Ia\jierau«jug. <Scfeott. 181. 
£affner, S., kleine ©lumen, befiefrenb in 8 fiebern. $an(. 

257. 
^auslief, (5b v Dp. 9. ^Trei lieber. *8ote n. ©ocf. 273. 
geller, «St., Dp. 66. La Marguerile du „Val d'Andorre". 

Capricc p. le Pfte. 53ote u. ©o(f. 209. 

— — — , Dp. 65. (Sonate (ftr. 2, $*2Hori) für «pfte. 
£ofmeif*er. 2S1. 

*erjog, 3- ©., Dp. 17. 3n?c(f Drgetftücfe. fflten, SWüner. 
249. 

— — — , Dp. 19. <£ed)« Drgelflärfe. dbenb. 249. 
filier, g., Dp. 42. Drei Oefänge. ®d)(og. 274. 



IV 



*or«le*, d$. (&., Dp. 13. Xxio (Wr.2) ffit $fte., ©follne 

rnib ©cell, ©teiifopf n. $firtel. 61. 
Älnfel, 3o$anna, Cp. 20. Anleitung jum fingen für 

Äfnber oon 3 bi« 7 3aBren. €$ott. 141. 
Äorner, ©.©., 2Rnflfalifdje »e&renlefe. 2©4nbe. ferner. 

16«. 

*eon$arb, 3. «., Cp. 13. ©leben lieber von Hefnitf. 

€>$ubcrtf;. 9. 
8e»v. SW V Dp. 7. «fr 6e, Suft nnb geib in Webern nnb ®e- 

f&ngen. 6$leftngcr. 9. 
S«&$, 3- St, XII Etudes poor le Cor chromatiqae et le Cor 

simple, ©reitfopf n. $ärtel. 269. 
Sinbner, «., Cp. 10. @ f <$« Siebet für eine €iugflimme. 

SRagel. 99. 
£ ito If f, $., <Die93raut oom jtynafl. ©rofje Oper. Glaofer* 

au«jng. SHeljer jun. 13, 17. 
«öbmann, ?., Op. 13. 3*ei lieber für SKejjofopran. SBfiift» 

ling. 99. 

* o r e n j , D., ©djulge fangbu$. 2 Steile. Orell, gügll n. (£omp. 
119. 

»arten«, «., Cp 3. «<$t «ieber. @tern u. (5. 37. 
SRangolb, 8.»., Dp. 90. 3Me Hermann «f<$la$t. (Sin $aan 

in 2 Abteilungen. (Sla»ferau«jug. <§($ott. 157, 161. 
fRel*ert, 3-, Dp. 3. Sieberfrang. Sfliemetter. 257. 
"" — — • Op.15. D ftifle bie« »erlangen. (Sbenb. 268. 

— — — / Op. 16. .£lebe«treu. £rofr. (SBcnb. 258. 

— — — / Cp. 17. <£le Wa<^^. (Sbenb. 258. 

— — — . Op. 1Ö. ffiafperga'« ?teb. (SBenb. 258. 

— — — / Op. J 9- O lag mi$ in ben ©lan» k. (SBenb. 
258. 

— — — , Dp. 20. fflo fHtt ein $erg je. (SBenb. 258. 
Keffer, fr, Cp. 6. <öier Sieber für l (Sfngtfimme. <Sdbotr. 

130. 

3litf<$e, 3. <S. ©., 2Rufifalifd)er 2Rab<$enlfeberfranj. lfle« 

*eft. ffieig. 187. 
$a<$alv, $. 3». CD. 13. (Sanrate: „Ueber be« ffieltall« un* 

enblid&en greifen". Partitur, tförnrr. 249. 
$eter«, $.91., 6 ©ebitye von $. $eler«. Bote u. 33o(f. 

274. 
fcefneefe, <£., Dp. 12. 931er fiieber für 2 ©opranflimmen. 

SBredfcpf u. Partei. 177. 
ttelnt&aler, <L, Dp. 2, *cft 1. ©cbi*fe von ffiütfert k. 

für 1 ©cptanflimme. S3ofe u. 93orf. 273. 
Äieft, 3, Cp. 26. 3»dlf ©efange £eft If. Sole n. Socf. 

129. 
«oba, R. o., Dp. 9. ©rege ©onate für $ffe. gu 4 $. Wie* 
nieder. 93. 

— — —,0p. 10. ffionbo für $fte. gu 4 $. (SBcnb. 93. 

— — — , Dp. 23. (Sfifca ®cfänge. (Sbenb. 274. 
«ö«ler, ©., Dp. 2. »Bier ©efange. (Salutier. 38. 
eafoman, <S., Dp. 20. @ f cfc« ©efange oon Sötoenflein sc 

6$(efinger. 9. 
6<$eller, ©., Cp. 2. @c<$« Siebrr. Älcmm. 176. 

— — — , Cp. 3. fflicr £icber. (Sbenb. 176. 



©^inbelmeiffer, 8., Op.9. 2)rei Kleber. «Wieme^er. 273. 
©$nmaun, dL, Cp.27. lieber nnb ©efange. $eft 1. &W* 
ling. 37. 

— — — , Dp.C6. ©über an« Often. @e<^« 3m# 
prompiu«. Äifiner. 2 ^efte. 89. 

~" — — t Cp. 67, ^eft l. fiRomangen nnb ©anabe* 
für (5§or. SB^ifiUng. 189. 

— — — , Cp. 76. ©fer $Dtärf<$e für $fte. (SBenb. 208. 
©iebeef, ©., Cp. 15. Sonate für bie Orgel. Äorner. 250. 
€ta$le, *., Dp. 5. <5c$« lieber, «urf^arbt. 131. 
@tor<^, 9. SW., Sängerfa^rten, für SWannerfiimmen. lfter 

©anb, 5 ^efte. ©löggl. 120. 
©trnbe, (5.*., ^eoretif^-praftif^e Crgelfc^ule ober $rA* 

lubirbu^. «oHe'fcte ©uc^^aiitlung. 132. 
Xiel)fen, C, Cp.28. ©ec^« ©cbufcte oon 8enau k. ©ote 

nnb Socf. 99. 
ffler^ulfl, 3. 3- $., Cp. 32. Vijfenlwinting koren ?oor groo- 

tere en kleinere Zangvereenigingen. de Vlelter. 250. 

— — — , Cp. 29. Zes Liederen. (Sbenb. 257. 
ffiogl, 3. ^., 93aHaben nnb 93ergmann«*8ieber. ©erolb. 16». 

— — — , ©olbatenlieber. (Sbenb. 169. 
Sifeneber, (5., Dp. 15. »ier 8ieber. 2Bein$oifc. 169. 



ßorrefponbenjen. 

2Cu« )Q3erIitt. 

©o« : I- 3tu«f<$toeifenbe 33eira<$tnngen über bie rönigL 

Oper. <S. 150. II. mit bem SKotto: hi C| haec, hoc, i<^ 
fomme mit bem ©torf. 163. Heber $rn. (S^arie« S3og mit 
ber Slbreffe on ^rn. ®. JBod in 93eriin. 227. 

S3on ^.91.: iBirtuofenconcerte. ©rögere SKupfauffnBrnngen. 
Xt)cattx. ßoncerte. 19. 

53dl« Gaffel. 

©on r.: ©^rugberic^t über bie SBintcrfaifon, 2te« t>U 

6te« Slbonnementconcert. 32. ^r.öranbe« au« Söien. 3:^ea# 
ter. ©vmp^nien. 9lo$ einmal Sweater. 38. 

S(u« (Foburö* 

fflon 2ß-n.: 2Wu(ifaIifd^e unb ^eatrallfdje «er^ltnifTe. «nf< 
fü^rungen. 6. 

23on — f— : ©^mp^cnicconcerle. Duartettunter^altnngen, 
©tögere Sriuftfauffüfjuingen. aWarfull'« ©efangoerein. Xfya* 
ter. 115. 

S3on 45.: SKufiFalifd&e 3«flanbe unb (Sreigniffe. 230. 

9Iu* ®rc«beit. 

JBon (5. ©.: (Foncert be« Crpl;eu«: fcit *ermann«f<^ladjt ooi 
SWangplb. 275. 



Sfo* beut fä#Pfd)en Crjftebtrge» 

©on (5. $ottf$alb: anuftfalifc&e 3ufttnbe bafclbß. 182. 

&ite ffratiffurt a*TO, 

©on <J.©.: Oper. 45. ©aflfpiel be« $rn. !Roger. 62. Oper. 
90. Die 3'geunerin oon ©alfe. €opljle nnb SWarie Oftu» 
»eRf. CSliafon. €<6ni)ber von SBattenfee. <5d)irierfift. SRI* 
lilairmufif. Goncert unb SHufeum. 265. 

3lu$ ffreibura im SBreiegau. 

©0» HR.: SiebeifefU im greien. ©rogere SWuPfauffü^nwgeii. 
Spater. Steifente JtünfUer. Duaitett. Äucfcenmufif. fcnef< 
tote. 286. 

9Cu* Hamburg. 

Ungenannt.: <5$arafterifhf ber Hamburger Opernfräfte. 234. 
3ennu 2inb. <5b. 8&fm<tai)i. Dper. £f)a(iatf)eater. $f)ityar* 
wenifdje (Soncerte. (Säcilienoerein. 24T. «Maurer nnb ©c$lof* 
fer. (Säcilienverein. Goncert be6 $rn. 9lcm<int>f. 270. Jouife 
»on SRontfoit, Dper t>on ©ergern. Duatettfou*e »on $af* 
■er. 275. 

9*u$ $anuot>et% 

©on 9K. $.: Die SBuftfjuftäube bafelbfl. I. Die Oper nnb bfe 
©erwaltung berfelben. 142. IDa« Drdjefter-- nnb Singer* 
perfonal. 196, 209. flir$enmufir\ 251. SNilltairmufif. 252. 

Slu* £oniö$bera. 

©on £$. : (Sencertunternefymen be« $rn. gr. SRarfcurg. Orö* 
ferc 3Wuftfauffül)rungen. 26. 

2Iu$ fietyjifj. 

©on g.©.: lfle« 61« 3te« Hbonnementconcert. 190. 4te« unb 
5fe« &bonnementccncert. 215. — ©on (8. ©ern«borf: IM 
Gcncert bc« 2Jtufifüerein« Quterpe. 240. 2te« (Soncert bef* 
felben. 248. — ©on g. ©. : 6te«, 7te« unb 8te« Bbonne* 
mentconcert. 259. — ©on ö.©ern«boif : $aupfprüfung am 
(Sonferoatorium, Ifle 9lbtl)eilung. 259. 3tc6 (Sutetpeconcert. 
276. — ©on g. ©.: 9tc« unb lote« »bonnementeoucert. 
277. 

Äu* fionbon. 

©on gerb. präget: <pfyW)armomfd)e (Sencerte. 68,80. Deutfdje 
Oper, ©erfdjiebenc«. 82. 

2Cu$ Cüticbura. 

©on*R. : ©efammtübetblfcf über b(e muufaliföen (Srföefnnu* 
gen in ben 3a$ren 1847 bi« 1849. 56. 

Slu« bem ©rogr)*rjoatl)um 9>ofen, 

©on £. Ä.: Die $$. ©iernacfi unb <Sjqepano»«fl. £r. 
Cd^ön. Chopin. 246. 

©on D.: Ufberblicf über bte gefammten mufifalifc^cn Snftl* 
tute. 102. Job $offmann'«. ©djulfjoff. Hfceater. ©öt, ; efeier. 
©ermifdjte«. 170. «Reue Opern einbeimifdjer Tutoren, ©er* 
miföte«. 202. <5änlien*i)erein. Sweater. 231. 



Stot ber 0d>t9eii« 

Cebweijer ©riefe »onDj.: «Rr. 1 (B^genöfRf*e« TOnfiffeft in 
Colotburn. 94. Er. 2. SRenbel«fet)n , 6 <5lia« in 3ürl*. 
2)a« Oratorium ,,©allu«" »cn ®ieitf>. SRenbeUfoljn'Äfclia« 
tn ©afel unb $a^n'« ©cfcöpfuug in <S$affl)aufen. 91ene 
Crgel in ©cm. 177. 



©on 



*u* Stettin. 

: Die Choffuung bc« nenen Hintere. 219. 



Aleine StituriQ. 

Slu« ?ari« : 3enn» 2inb, »on 9lug. ©atl^. ©. 11. 9U« Gtefr 

ttn: «Auffüllung be« (Sita«, »on ^. 39. «ufforbernng 

unb ©itte an ben ©erliner Jonfünfher^erein, oon Ö.glfi* 
gel. 61. »u6 »ietfebnrg: ajiufifbir. (JngcL von $. 88. 
Urteil be« ©erliner Xonfünfllcr»©etein« über ®. glügel 1 « 
„Sfleue Nachtfalter" Cp. 24. 95. ©oll}*'« ©cbac^tni§feier 
in ?eipjig. 104. Die (Somobie ber H^ietwelt. Gme gabel 
»on (§url ©ollmid. 127, 139, 146, 159, 171. «u« 3eifc: 
«luffüljtung ter Schöpfung oon *aptn. 160. §lu« 3Wagbe< 
bürg: Bnfünbigung eine« boppelten Dccbcfter« im Sweater. 
«U« granfiurt a.a«.: 2B. ©alfe, oon 6. ®. 172. 8(u« 

Stettin: Goncert ton (5. Äojmaty, oon £. 191. An« 

Defiau: goncerte. ©ebneiber'« „(Sibeon". Neue Crgel In 
3onifc. 192. »u« Hannover: Die erfte Duaitettfoir^e, oon 
3)c. $. 9luö SWagbeburg: ötflc« (Soncert im ?ogen^anfe. 
«u« grantfurt a. 3H.: ©alfe'« ^igeuuetin". «u« ber 
@4»eij: *r. (5. $^olb, 203. %u« ^rag: Die cjec^ifcje 
Dper. 216. Äuö Zeigen: ISrjtc« Slbcnnementconcert, oon 
%xo\. Di. @ct)l. 235. «u« ©iagbeburg : Jfle« unb 2te« don* 
cert ber Harmonie. 2tc« (Soncat im Sogenljaufe- 236. öin 
(5rtrafai;rer, oon a.Derffcl. 270. 9lu« U>arl6 : X^eater unb 
(Sonccrte, oon — e«. 283. 

Sonfünftler-ßeteinc. 

©efanntmadjung bc« ©orflanbc« bc« allgemeinen $onfünfller* 
©ercin«. 12. Xonfünftietoctcin ju Scipjig. 63, 104, 148. 
SonrünAUrocrein ju iüiagbtburg. 27. aWufifoercin ju (Bi*« 
leben. 63, 204. 



Sflöe«flefd)ic%te. 

grau $alm-<Spafcer. ©. 51, 64. £r. ffitbemann. 51, 76. ^r. 
$ilf. anogatfe JKcquiem. ^änbcl'« «leranberfcfl. 64. grl. 
geller. 76. ^r. ISicfcberger. fiuc.lc Wrapn. 4>avbn'« ..©eftö* 
pfung". ^. ©erlioj ^r. ÜWaipurg. 88. a^r. SRcer. grl .^att» 
mann. «&r. Sieger, ^r. o. Rainer. 116 $r. SBafleifleln. 
grl .^auboib. grl.©abnijg $r.5Beircl«forfer. grau »Diarra» 
©oilraer. SRogcr. <5. (galoman. 3- Wc^er. 140. 8. ©d)in> 
belmciffer. 148. 51. <£djm;tr jun grl 3ol) Wagner, grl. 
Sffiürji. ©ufiaoS^miot. grl- 8uljer. X^enfe SRilanollo. 172. 



YI 



IRortier be goniaiae. Äw <Bfffrrtff6t ©efangt>er*in in 
grei&etg. Otto fcobfärarfbr. I«. Gtalomlj. darl fteinerft. 
2)ie „8tofenfee" t>cn 4M*»** ga^ner'l ©cnornnto GtÜtnt. 
„©arbana^al" *ott gifjt. 204. grl. ©raumann. $i\dpl. 
Storn'* ©ictte in Gbin. 21«. NterArif*e «Rotlien. 260. 
45ntci f 6 „SWeffia«" in Gelle. 284. 
Sobee falle: gr $tumr. 64. ©artl>. 96. $elnbl. 160. 
3o$.©tranf. 160. 9L©vten*t. 109. griebr. S^opln. 204. 
3* 91. ©aloenedtr. 284. (ionc. £renfr«. 288. 



Sermifcfetf** 

Stob. ©<$nmaniL g. o. SRoba. dimurofa'4 „IjeimlfÄe (Sie" in 
SDte«ben. ©. 12. ©enditigung au« 2)re4bfn. ©wtideoncerte 
In $ari4. Dptx in $ari4. 20. $. 3)orn an SBicoiai'« 
©rede. 28. $. Montag in Bonbon. 40, 51, 76, 96. 6 (je* 
rnbiui'* „ffiafferfrager ' in S)re4ben. grau ©$obel in $cfty. 
40. Sennv Sinb in Aöln. fcbolpf (SJoUmitf in Bonbon. 51. 
©arcaroU von »über. (Sine $offe: „bfe ©cföwijlir SWila* 
■ollo". SWetjerbeer'« $ropbet. Duoeiture }U „Zafio" oon 
gifgt. grau Dr. ©djafer. 64. SWfpcrbffr'4 $ropljft in Son* 
bon. 5)a« „£nal oon »nborra" in 5)armflabt. Sin« (Sara«' 



„SRnemoftn*". T6. ttoger. 3*nnu Slnb. SDcftfdjocf. 88. 
$r.Äinje. $«. <5. öfoart. ®lafer'4 Oper : „bfe $elrai& am 
Gomerfee". g.Ä. ©rifpenferl'« ©ibilotyef. 96. «. $enfeli. 
104. ©djumawf« gauftmuftT. 116. „Gibbi?, ber JDnbcl* 
fatffcfetfnr" »on (Slafrifjon. „Der tfabi" wm «. £icra#f. 
grt. Wima ©äut*. 140. Orgelbauer SRe^er jun. gr(. fcn« 
lonle Stupf. 148. ©ereln ffir Äirdjenmufif in SWainj. 
Statut ber fcinb in 9torn>i$. 160. @. ©aloman. £>irert»r 
fl&ingel&arbt. (Slara ©djumann. 172. IDa« ©(ftönemann'fäe 
djrcmatifdje Octa*en*$iau«, *on Dr. Sinbner. 183. ©iolfn* 
mvft Jtt* ©erlauf. 192. IDer Didier bt* ©traben«. 
©ftanbftUb bc* Drl. «affnl. 204. (Soncert im ©perl in 
SDien. SB. SR. ©riepeuferl. 216. Slbonnementconcerte in 
2>nffelborf. SWenbeUfelju 1 * ©ifte in ©irmingfam. £)rp$eu« 
fo $re6ben. 228. &u* Selpjlg. gerb. «Wer. 236. HtnfU« 
fönkn in ber ©$tt>ei§. SReverbeer'« „5*rop$et" (n !Dce«* 
ben. 248. 2>a4 (Sonfemtorfnm ber SRufif in SBleu. 0fcnifl* 
fetfew. 272. 



© e t> i cf) t e. 

jtllcr, gerbinanb, ffl*rfc, tem ttubenfen 
tottyt. ©. 225. 



n'« ge* 



Atitif$et 2C n j e i ö e r* 



fST ®i* ßitf'r i" () brjfi$nft bie Opul^abl, unb wo biefrlbe fetyt, ifl fie 
bejf itfcnrt ttc Geiten^abU unb baS barauf folgenbe » obn b bie erfle ober 
Sßcctc ffnb mit * br^cic^mri. 



auf bfm Sitel nia^t angegeben; bfe (loette 3U1** 
jmeite ©palte. Die ni<bt im £rit. Änj. befproa)enen 



Warb, 5). (*19) 199 b. 
«ifan, 6. '3. (32) 267 b. 
«nbre, 3. (29) 223 b. 

— — 223 b. 
«riet, *., 254 b. 
»uttadjon, g. (4) 71 b. 
»annulier, g. «. (6) 60 b. 
JBaumgartner, SM. (»3 255 «. 
»eder, (5. g., • 222 b. 
SBeeifcown, «. o., • 1 10 a. 

_ __ _ (iü8) 268 b. 
©ergt, «. (*6) 8 b. 

— — ( m S) 71 b. 
©eriot, <5lj. be, (64) 71 b. 
©erlioj, «., 60 a. 
©edeUntann, 6. U. (20) 222 •. 
©ener, 8* (100) 83 a. 

©e*er, 8. # 71 a. 
©ie^l, Q. (2, 3) 243 b. 
©iermirtfj, @., »60 b. 
©jiiet, 0. (36) 124 a. 
©itpina, W. (4) 35 a. 

— — — (3) 185 a, 

— — — (2) 135 a. 



©lanc, «. 2». (6) 46 a, 
©inmtntbal, 3. (7, 8) 190 a. 
©odmnljt, 91. Q. (62) 211 b. 
©ö^net, 3. ^v no b. 
©orbogni, $1., ♦ 279 b. 
©ratfif^ «. (4) 278 b. 
©ranne, g. ©- O., 199 b. 
©reibenflein. SR. f 222 a. 
©riccialbi, ©. (55) 179 a. 
_ _ — (61) 254 b. 
©runner, (LS. (129) 1 10 b. 

— — — (118) 210 a. 
_ — _ (130) 210 b. 
JCurgmüHer, g., 199 b. 

_ — — (98) 254 a. 
6ommer # gr., • 144 a. 
45oncone, 3, *lllb, 

— — — • lli b, 
dornet, 3v » 3 *• 
Gramer, «. (57) 212 b. 
GjcrnV, C (803) 223 a. 

— — (7ö >) 242 a. 

— — (625) u. 3)urS f 
S54&. 



»aoib, gerb. (*24) 242 b, 
IDö^fler, ^ v Tl a. 
IDorn, «. (63) 255 a. 
S)oru«, 8 V n. JQtxi, $., 179 a. 
iSggarb, 3- (4) 7 b. 
(8i^bcrg r 3. <H) 46 a. 
dllerton, 3. *. (• 100) 243 a. 
(Sngel, 3). *•, • 60 b. 
<5nfe, «. (4) 34 b. 

— — (5) 34 b. 

<5rf, 2., u. 3acob, «., * 48 b. 
(Sffer, «&. (27) 199 b. 

— — (30) 200 b # 

— — (28) 255 a. 

— — (29) 255 a. 
(Soer*, 6. (13) 1 10 a. 

— — (45) 199 a. 
äifdjer, (5. 2. (6, 7) 124 b. 
gloto», g. &., 200 a. 
glüge( f ®. (*25) 135 a. 

— — (*27) 155 a. 

— — (*S8) 211 b. 
SR. (15) — — (22) 223 a. 

— — (• 23) 243 a. 



VII 



fftögel, •• (*29) 268 a. 
gratfmann, 3*. (11) 211 a. 
grancf, (ff. (* 14) 268 a. 
grancf, $. (II) 222 a. 
griffe, «. (3) 255 a. 

— — 278 b. 
gu<$«, «. (2) 135 b. 
©eHerr, ?., 222 b. 
©erfe, JD. (*31) 47 b. 

— — (»33) 48 a. 
©orfa, «. (40) 167 b. 

— — (48) 198 a. 
©ottfdjalf, 8. ttö. (2) 267 b. 
©ribener, (5. ®. $., * 60 b. 

— — — 06) 60b. 
©reef, SB., 111 b. 

©refler, g. ST. (12) 8 b. 
©rffar, «., • 111 a. 
©umbert, g. (24) 135 b. 

— — — (27) 200 a. 

— — — (29) 279 b. 
$&fff, (ff. (10) Hl a. 

— — 211 b. 

— — (11) 211b. 
Solinger, <L (52) 7 b. 

— — — (53) 35 a. 

— — — (55) 70 b. 
*00fdjUb, (ff. (6, 7, 5, 8) 47 a. 

— — — 84 a. 

— — — 222 b. 
QautUd, (5. (*9) 255 b. 
«etter, <Sr. (*65) 46 a. 

— — (67) 59 b. 

— — (»66) 135 a. 

— — (68) 222 b. 

— — (70) 278 b. 
♦cHmcebcrger jun., ®. (4) 242 b. 
Sennin, (S. (23) 156 a. 
Henning, (>., n. Sarty, 2B., 58 a. 
J&ertet, $. (3) 124 a. 

*erg, 3. (56, 57, 55) 267 b. 
*crjog f 3 ®- 019) 280 a. 
$iiter, g. (*42) 255 b. 
$öljel, ©. (29, 36, 37, 38) 47 a. 
Junten, gr. (164) 35 a. 

— — — 35 a. 

— — — (166) 254 a. 

— — — (167, 168) 279 a. 
Saeft, 91. (9) 254 a. 
Soadjfm, 3- (*1) 46 b. 
Sofannfen, 3. (1) 179 b. 
Äalf brennet, gr. (189) 167 a. 

— — — (187) 278 b. 
Äanitooba, 3- 20. (157) 83 a. 



ÄotUtocba, 3». (15«) 211 ». 

— — —(158) 21 Ib. 
Jtinfel, 3ofanna, (*20) 111b. 
Jtitff, 3. g. (30) 167 a. 
Jtlein, SR. (1) 243 b. 

£o$, (ff., 254 b. 
Ära««, «. (94) 254 a. 
&rng, $). (34) 123 a. 
Äüden, gr. (47, 50) 47 b. 

— — (51) 15« a. 

— — (51) 199 b. 

— — (52) 222 a. 

— — (49) 222 a. 
Äulje, ©uiff. (19) 242 b. 

— — — (20) 242 b. 

— — — (21) 242 b. 
Änltaf, £$. (50) 123 b. 

— — (• 54) 242 b. 

— — (62) 279 a. 

— — (53) 279 a. 
Ännfre, $♦ (4) 254 b. 
£a*ner, g. (91) 48 a. 

— — — C84) lila. 

— — — (94) 136 a. 
Sagncr, 3cjn., 124 a. 

Semolne, $• (49) u. 6or, g. (22) 155 a, 
«cm, S. (43) 255 b. 
Sicfl, S.O. 078) 199b. 
Siebe, 8. (16) 210 a. 

— — (6) 211 b. 
2feber;2übnm, ttorbbeniföe«, 100 a. 
Sieberfranj, 100 b. 

Sinbner, «. (MO) 47 b. 
tlnbpainrnrr, $. ». (135) 92 b. 
Sifjt, g., 34 a. 

— — 34 a. 

— — 110 a. 

— — 210 a. 

— - 211 a. 
«öbmann, g. (*13) 47 b. 

— — - (U) HO b. 
Sorenj, D., * 48 b. 
Sttaetfdj, «., 8 b. 
SRanafelb, (ff., 135 b. 
2RarcaiU>ou, ©., 199 b. 

— — - 254 a. 
aRarf$ner, $. (141) 47 b. 

— — — 47 b. 

— — — (• 140) 47 b. 
SRartin, $. (10) 278 b. 

— — £79 a. 
SRaljer, (5. ("116) 110 b. 

— — (114, 115) 135 a. 167 a. 

— — (117, 118) 167 a. 



3Rch>er, (5. (* 119)310*. 

— — 1*100) 21t au 

lRel*err, 3- (*3, 15, 16, 17, 18, 19, 10) 

279 b. 
9Rembr4e, (ff., 167 a. 

— — — 200 a. 

— — — 254 a. 
3Renbeltfo$n<$ar^o(b9, g. (75) IM b. 

— — — ( # 78) 256a. 

— — — 079) 279b. 
SRerf, 3. (30) 83 b. 

— — (31) 221 b. 
SRerfet, @. (i) 34b. 
aRcffemacfer«, S. (3) 1«7 b. 
awa&feffef, (ff. (10) 135 b. 
SRcte«, ffi, * 111 a. 

— — — * Hl a. 
SRe^er, fc. *. (<$o) 70 b. 

— — — (64) 267 a. 
SReljerbeer, ©., * 243 a. 
IRoobty SR- (2) «0 a. 

— — - (3) 128 a. 
SRojarr, 93.9, 110 b. 
Sfagelt, *., 35 b. 
Naumann, (ff. (•*) 111 a, 
«Reitfartf, «., 135 b. 
*Refcer, 3. (21) 92 a. 

— — (22, 23) 222 a, 
tfiifäe, 3. (£• @v • 144 a, 
©berliner, «. (1) 167 b. 
Dcften, 3#. (46) 35 a. 
Dffenba«, 3- (19, : :>) 221 a. 

— — — 254 b. 
DffermanS, 2. (12) 135 a. 
Dn«Iü», ©. (*71) 211 a. 
Dtborne, ©. 91. (63, 65) 7 a. 
__ _ _ l6rt , 73) 199 b. 

— — — (76) 254 a. 
$Pa<$aty, X. 3- O 13) 136 b. 
$a$er, 9. (15) 34 a. 

— — (16) 34 a. 
«Peter«, $ 91, * 255 b. 
$etto!em, $. cl5) 179 a. 

— — — (28; 179 b. 
$funb, (ff., 277 a. 
$ladw, 5D. 004) 60 b. 
$occi, g., 35 b. 

Rotten, 3. V). b. (7) 254 b. 
$n>«, $. (141) 255 b. 
_ — (159) 255 b. 
$rubrnt, (ff. (3a) 83 a. 

— — — 032) 110 b. 
SȊufd)e, (5., 242 b. 
Otüvina, $• (21) 7 a. 



ftattina, «. (20) 124 a. 

— — (22) 199 b. 
ftaftoamovtfty, (4) 8 b. 
«eber, $. (15) 46 b. 
_ — (15) 264 a. 
fRetncfe, 6. (• 12) 36 a. 

— — 110 a. 
«elnbarbt, 6. g., Tl b. 
gteiiiifaler, G. (*2) 2.i5 b. 
«eifftger, S. @. (18s) 35 b. 
_ _ — (191) 279 a. 
«ie», 3- (*26) 47 b. 
bitter, «. ®. (17) 34 a. 
Heba, «.». (*9)35b. 

— — — (* 10) 35 b. 
_ — — (*23) 255 b. 
SRö«Ur, ©. (*2) 60 b. 
gtefeUen, $. (U2) 83 a. 

_ _ — (113, 114) 167 b. 
SRptter, 2-, 36 b. 
Bu^abet, 3- (4T. 48) 34 a. 
$Rubt)art, «. (2) 60 a. 
Saloman, 6. (*2I) 279 b. 
©ammlunQ, neue, von fciebern, 111 a. 
€ämami, (5. *. (• 10) 83 b. 
©ängerfaai, ber beutf^e, 222 b. 
©*affer, K. (25) 92 b. 
__ _ — (26) 111b. 
_ _ — (21) 136 a. 

— __ — v23) 268 a. 
@<$fiblet, &>. 4T a. 

— — — (7) 70 a. 
©(fceflenberg, $• (7) 199 a. 
©fetter, ®- (2, 3) 92 a. 
©c&inbelmeiffcr, «. (*i>) 255 b. 
@d)looi, &-, 136 a. 
©tynitt, 3-, 279 a. 

_ — — 279 a. 
©gönnen, £. (-0 71 a. 
©gröber. Ä. (6) 211 b 



VIII 

<S$nl$off, 3- (23) 1» •• 

— — — (25) 253 b. 
6«ultbf«, SB* (4) 267 a. 

— — — (7) 267 a. 
Schumann, SR. (*66) 8 b. 

— — — (*27) 60 b. 

— — — (• 65) 83 fc 

— — — ('76) 135«, 

— — — (* 67) 136 b. 

— — — (• 73) 168 b. 

— — — 199 a. 

— — - (*7I) 200b. 

— — — (*70) 211 a. 

— — — (*74) 211 b. 

— — — (• 79; 279 b. 
@etln 9 , g. 2B. ('14) 279 b. 
(Serval«, g. (7) 179 a. 
©euberlidj, &. (I) 241 a. 
^trbeef, ©. ^*I5) 280 b. 
©piDMcr, g. (8) 34 a. 
©M;r, 2. (♦ 141,* 136) 179 a. 
©taljlfnedjt, 51.*. (14) 92 a. 
©taljle, $. ( # ö) 47 b. 
@tcr<$, «. SR., * 47 b. 
©ti<m*h>, 3- (>3) 254 b. 
©trübe, <£. £., • 48 b. 
©HPV*, 8*. ». (*°) 47 a. 
Zaubert, 2B., 211 b. 
$<be«co, 3. (23) 34 b. 

_ __ — (28) 34 b. 
XtTT), «., 255 b. 
Xftulberg, ©. (65) 7 a. 

— — — (57) 109 b. 

_ _ — u. be ibertot, (54) 167 a. 
£$cmaf , 91, 8 b. 

— — — * 124 b. 
£iel>fcn, D. (*28) 47 b. 
Siwntcft. •&. (2) 7 a. 
©fit, ffi. *• (2t) 25 1 b. 
OJeifrulft 3-3.*. (*29) 135 b. 



©erfalfl, 3.3-6. (•32) 136 b. 
Sofll, 3- 9c , • 136 b. 

— — — * 136 b. 
Üöog, <S. (99) 70 a. 

— — (98) 167 a. 

— — (105) 199 b. 

— — ^103) 2T8 b. 
aBagner, SR., * 144 b. 
SalDetf, gr. (12) 210 b. 
2BalbmülUr, g. (44) 8 b. 

— — — (62) 167 b. 

— _ — (61) 243 b. 
ffiaKace, SB. Sß. (37) 7 a. 

— — — (47) 7 a. 
fißaUerflein, «. (43) 109 a. 

— — — (U,42> 136 a. 
©alter, «. (6) 221 b. 
aßancjura, 3 (48) 253 b. 
2Beber, g. 91. (20, 21) 167 b. 
__ _. _ 241 b. 

SBeltt, £. 2ü. (1) 243 b. 
2BeU, (5. (1,2) 60 a. 
äBUlmera, iR., HO a. 

— — — (63) 123 b. 

— _ — (62) 242 b. 
_ _ _ (65) 253 a. 
ffiintcrle, (5. (23) 267 a. 
_ _ _ (27) 267 a. 
SEBifeneber, G. (* 15) 135 b. 
9Biß, *. 55. (44) 156 a. 
3Bittt>irfi, 3- (20) 210 a. 
_ _ _ (19) 211 a. 
äBulf, 3-, 241 b. 

— — (5) 242 a. 
_ — (6) ->42 a. 
fflolff, 91. (9) 242 b. 

©olff, (5b., u. öcriot, elf. be, (65) 83 a. 
©clff, (I. (158) 124 a. 
ai>c«nil;aupt, *. «. (12) 166 a. 

— — — (11) 253 a. 



Snferatc. 

Äaljnt ©. 8, 288. «iolinifl gefugt 8. ?u(fl;arbt 16, 3G, 84, 
144, 200 232, 280. 9lnM<* 16, 84, 180. ©djubcrtl) u. 6. 
16, 112, 156, 180, 212 224, 280. «ßctcrö 24, 180, 256. 
gigmer u. (5- 24, 60 188. ©cftlcflngfr ^4, 48, 168, 243, 
256. J&tffmiiflcr 24, 92, 244, 256. «Kiffc^, 3-, £üfte bcf s 
fclben 24. ffliiiftling 48, 112, 144. $fimid)dMen T2. 
jtiemm 84, 136. eonfcrva;orium *a £elp| 9 112. 3oti)ien 

Seüaeen: 03on ©lafer, ttr. 42. 



112. ©c^log 124. IMrcctorium ber ®eh»anb^an«concerte 
ju ficiVji'ö 136. Violinen inm «erfauf 144. ©pobr 168. 
Jlöljlcr 168. «Uctal jum ißcrfaui 168. ««ieme^er 188, 212, 
223. 22*. tfefjling 212. Q3üljme 223. 5lrnclb 224. ??cV* 
mann 224. ^tolmmufif jum ißftfauf 232, 244. SBioUne 
jum «ctfauf 244. ©cfu* 244, 256, 268. fceuefart 268, 
280.